Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27123
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon jack000 » Fr 23. Mär 2018, 20:31

Aktuell ist es so, dass man bei verschiedenen Behörden (z.B. Finanzamt, Einwohnermeldeamt, etc...) sowie anderen Lebensnotwendigen Institutionen (z.B. Banken, Versicherungen) jeweils isoliert als Person gemeldet ist aber es keine Übersicht für den betroffenen selbst gibt.

Wäre nicht ein Angebot sinnvoll, bei dem ein jeder Bürger, auch Ausländer mit einem Aufenthaltstitel (also allen Einwohnern) staatlicherseits auf Wunsch einen Account mit einer Cloud bekommen kann, bei dem (jeweils nach eigenen Entscheidungen) Daten und Dokumente abgespeichert werden können die wesentliche Lebensbereiche betreffen und jederzeit überall von einem selbst abgerufen, bzw. eingesehen werden können?

Generell beschäftigt mich das Thema seit dem ich mal im Zusammenhang mit der Medizintechnik-Norm 13485 gearbeitet habe und eine Vorgabe war, das Dokumente 10 Jahre gespeichert werden müssen. Das liest sich erstmal ganz einfach, ist aber bei wirklich zuverlässigen Lösungen eine komplizierte Angelegenheit.

Ebenso kann natürlich ein jeder sich bei irgendwelchen privaten Mail-Accounts oder Cloudlösungen anmelden, aber deren Bestand ist ja wie im Internet üblich nach wie vor immer eine meist kurzfristige Angelegenheit, bzw. vom Bestehen einer Privatfirma abhängig!

Eine Einwohnerclound, die einem jeden zusteht und bei der man nach eigenen Entscheidungen Formulare (z.B. Kirchenaustritt, Steuerunterlagen) und sonstige Informationen zu Banken, Versicherungen, etc... hinzugefügt werden können, so das alles zentral abgelegt ist und die betroffene Person jeweils entscheiden kann welche institution da zugriff drauf hat wenn man z.B. umzieht oder gar stirbt und Angehörige angeben kann, die in einem Todesfall darauf zugreifen können.

=> Das soll jetzt erstmal ein Gedankengang sein um eine Diskussion anzuregen, nicht um bereits fertige Konzepte zu etablieren!

Was ist von der Idee zu halten?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 5705
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon Brainiac » Fr 23. Mär 2018, 21:07

Der Begriff "Einwohnercloud" ist etwas missverständlich. :D

Ich halte das für grundsätzlich sinnvoll, sehe aber Schwierigkeiten in Konzeption und Umsetzung.

- Es muss jemanden geben, konkret eine Behörde, die für die Datenhaltung und -sicherheit verantwortlich ist. Welche soll das sein?
- Inwieweit der Bürger vollständig selbst bestimmen kann, wer auf welche seiner Daten Zugriff hat, ist (auch) eine rechtliche Frage. Der Staat wird sich das Recht vorbehalten, Daten über seine Bürger zu speichern, soweit es die Gesetzeslage zulässt, und diese innerhalb seiner Behörden zu verbreiten / auszutauschen, soweit es die Gesetzeslage zulässt. Das ist ein grundsätzlich anderes Motiv für diese Datenhaltung als das des Bürgers, und das müsste man sauber trennen, was nicht trivial ist.
- Änderungen dieser Rechtslage würden dann stets auch IT-technische Änderungen nach sich ziehen. Der Bürger speichert gewisse Daten in "seiner" Cloud unter gewissen Annahmen, wer darauf Zugriff hat. Wenn sich dazu die Rechtslage ändert, erlischt, genau genommen, die Zustimmung des Bürgers zur Speicherung seiner Daten in seiner Cloud. Man müsste ihn in so einem Fall also befragen, ob die hier betroffenen Daten gelöscht werden sollen.

Das ist alles nicht unlösbar, aber aufwändig.
this is planet earth
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 6606
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 18:48
Wohnort: München

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 23. Mär 2018, 21:12

Welche Liste soll es denn werden?
Licht und Dunkel
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27123
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon jack000 » Fr 23. Mär 2018, 21:13

Brainiac hat geschrieben:(23 Mar 2018, 21:07)Der Begriff "Einwohnercloud" ist etwas missverständlich. :D

Ich habe mich auf mit dem Begriff schwierig getan, "Einwohnercloud" sollte halt diejenigen meinen, die hier leben. Aber in der Tat müssen Betroffene und Umfang da genauer definiert werden, daher ist es ja der Ansatz und Inhalt um den es geht!

Ich halte das für grundsätzlich sinnvoll, sehe aber Schwierigkeiten in Konzeption und Umsetzung.

Da bin ich 100% genau so der Erbsenzähler wie du, es geht aber wie gesagt erstmal nur um das Konzept/Die Idee an sich! ...
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 4555
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sahelzone

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon Misterfritz » Fr 23. Mär 2018, 21:16

Wozu soll das gut sein?
Ich möchte meine privaten Daten nicht irgendwo im Internet speichern, weil ich da überhaupt keine Kontrolle darüber habe, was mit Hardware oder Daten passiert.
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27123
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon jack000 » Fr 23. Mär 2018, 21:26

Misterfritz hat geschrieben:(23 Mar 2018, 21:16)

Wozu soll das gut sein?
Ich möchte meine privaten Daten nicht irgendwo im Internet speichern, weil ich da überhaupt keine Kontrolle darüber habe, was mit Hardware oder Daten passiert.

Mit deiner Hardware passiert sicherlich nichts und das Thema sind nicht private Anbieter von Clouds sondern eine staatliche Cloud war der Vorschlag:
staatlicherseits auf Wunsch einen Account mit einer Cloud bekommen kann, bei dem (jeweils nach eigenen Entscheidungen) Daten und Dokumente abgespeichert werden können


EIn Auslöser für die Idee war, dass ich das letzte mal beim FA bei der persönlichen Abgabe der Steuererklärung die mühsam zusammengestellten Dokumente sofort wieder zurück bekam (Weil die kein Papier mehr haben wollen, aber nur noch den Hinweis geben, das man 10 Jahre lang die Nachweise aufbewahren sollte).
=> Ich sehe nicht ein, das ich deren Papierschrank bin für 10 Jahre!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
KarlRanseier
Beiträge: 1623
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:43

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon KarlRanseier » Fr 23. Mär 2018, 21:57

jack000 hat geschrieben:(23 Mar 2018, 20:31)

Aktuell ist es so, dass man bei verschiedenen Behörden (z.B. Finanzamt, Einwohnermeldeamt, etc...) sowie anderen Lebensnotwendigen Institutionen (z.B. Banken, Versicherungen) jeweils isoliert als Person gemeldet ist aber es keine Übersicht für den betroffenen selbst gibt.

Wäre nicht ein Angebot sinnvoll, bei dem ein jeder Bürger, auch Ausländer mit einem Aufenthaltstitel (also allen Einwohnern) staatlicherseits auf Wunsch einen Account mit einer Cloud bekommen kann, bei dem (jeweils nach eigenen Entscheidungen) Daten und Dokumente abgespeichert werden können die wesentliche Lebensbereiche betreffen und jederzeit überall von einem selbst abgerufen, bzw. eingesehen werden können?

Generell beschäftigt mich das Thema seit dem ich mal im Zusammenhang mit der Medizintechnik-Norm 13485 gearbeitet habe und eine Vorgabe war, das Dokumente 10 Jahre gespeichert werden müssen. Das liest sich erstmal ganz einfach, ist aber bei wirklich zuverlässigen Lösungen eine komplizierte Angelegenheit.

Ebenso kann natürlich ein jeder sich bei irgendwelchen privaten Mail-Accounts oder Cloudlösungen anmelden, aber deren Bestand ist ja wie im Internet üblich nach wie vor immer eine meist kurzfristige Angelegenheit, bzw. vom Bestehen einer Privatfirma abhängig!

Eine Einwohnerclound, die einem jeden zusteht und bei der man nach eigenen Entscheidungen Formulare (z.B. Kirchenaustritt, Steuerunterlagen) und sonstige Informationen zu Banken, Versicherungen, etc... hinzugefügt werden können, so das alles zentral abgelegt ist und die betroffene Person jeweils entscheiden kann welche institution da zugriff drauf hat wenn man z.B. umzieht oder gar stirbt und Angehörige angeben kann, die in einem Todesfall darauf zugreifen können.

=> Das soll jetzt erstmal ein Gedankengang sein um eine Diskussion anzuregen, nicht um bereits fertige Konzepte zu etablieren!

Was ist von der Idee zu halten?




Ich persönlich halte das nicht für sinnvoll.

Auch kann ich das Problem nicht erkennen. Wir leben doch im "Informationszeitalter", oder? Einen Scanner kann sich wohl fast Jeder leisten, und schon ist der elende Papierkrieg vom Tisch. Da es sich fast ausschließlich um Textdokumente und nicht um Filme handelt, ist der benötigte Speicherplatz auch sehr gering. Speichert man den ganzen Scheiß zur Sicherheit noch auf einem USB-Stick, der auch kaum teurer als ein Bio-Apfel ist, kann nichts mehr passieren.

Wozu braucht man da eine Cloud?

Aber ich bin sowieso skeptisch, was die ganze Datensammelwut betrifft.
Wir fordern VOLKSFAHRRÄDER!
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 5705
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon Brainiac » Fr 23. Mär 2018, 22:07

KarlRanseier hat geschrieben:(23 Mar 2018, 21:57)

Ich persönlich halte das nicht für sinnvoll.

Auch kann ich das Problem nicht erkennen. Wir leben doch im "Informationszeitalter", oder? Einen Scanner kann sich wohl fast Jeder leisten, und schon ist der elende Papierkrieg vom Tisch. Da es sich fast ausschließlich um Textdokumente und nicht um Filme handelt, ist der benötigte Speicherplatz auch sehr gering. Speichert man den ganzen Scheiß zur Sicherheit noch auf einem USB-Stick, der auch kaum teurer als ein Bio-Apfel ist, kann nichts mehr passieren.

Wozu braucht man da eine Cloud?

Aber ich bin sowieso skeptisch, was die ganze Datensammelwut betrifft.

Eine Frage: nutzt du irgendwelche privaten Cloud Services? Falls nicht, andere tun es.

Der Grund ist derselbe wie bei der "Staatscloud", um die es hier geht: Endgeräteunabhängigkeit, jederzeit und von überall Zugriff auf einen konsistenten Datembestand, kein Datenhandlingsaufwand (wie zB Backup, oder Copy im Fall von Notebookwechsel, etc.).
this is planet earth
KarlRanseier
Beiträge: 1623
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:43

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon KarlRanseier » Fr 23. Mär 2018, 22:32

Brainiac hat geschrieben:(23 Mar 2018, 22:07)

Eine Frage: nutzt du irgendwelche privaten Cloud Services? Falls nicht, andere tun es.

Der Grund ist derselbe wie bei der "Staatscloud", um die es hier geht: Endgeräteunabhängigkeit, jederzeit und von überall Zugriff auf einen konsistenten Datembestand, kein Datenhandlingsaufwand (wie zB Backup, oder Copy im Fall von Notebookwechsel, etc.).



Nein, das brauche ich nicht.
Wir fordern VOLKSFAHRRÄDER!
Benutzeravatar
SpukhafteFernwirkung
Beiträge: 1017
Registriert: Fr 28. Okt 2016, 19:53

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Fr 23. Mär 2018, 22:59

ich halte nix von so einem datapool, weil der mit sicherheit geknackt werden wird. wenn man heute einem ITler sagt, er soll einen pc absolut sicher machen, dann zieht er das netzwerkkabel raus.
dann möchte ich noch erwähnen, dass es in den usa und gb nicht mal ne melde oder ausweispflicht gibt und bei der volkszählung in D in den 80er-jahren liefen die protestler sturm dagegen.

die digital-nativs scheinen da viel unbesorgter zu sein, offenbaren intimste details in sozialen medien, macht ja nix.

nen kumpel mit jagd und waffenschein hatte mal ne hausdurchsuchung wegen ner blöden steuersache morgens früh um 6 uhr.
der schlüsseldienst war so laut und hat so lange gebraucht, dass er schließlich genervt im morgenmantel die tür aufgemacht und gefragt hat was das soll.
im zuge der durchsuchung wurde den bullen schnell klar, dass er jäger und sportschütze is nebst beeindruckender waffensammlung.
da meinte dann der einsatzleiter: hätten wir das gewusst, hätten wir das MEK die tür öffnen lassen.
ich bin froh, dass die bullen nicht zugang auf solche infos haben...- :D
IT'S A LONG WAY TO THE TOP (IF YOU WANNA ROCK 'N' ROLL) - AC DC!!
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 33819
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 24. Mär 2018, 14:04

Dafür könnte man auch einen verschlüsselten USB-Stick nehmen.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Raskolnikof
Beiträge: 1714
Registriert: Mi 14. Sep 2016, 13:07
Benutzertitel: Bargeldabstinenzler
Wohnort: Lummerland

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon Raskolnikof » Mo 26. Mär 2018, 14:55

jack000 hat geschrieben:(23 Mar 2018, 21:26)

Mit deiner Hardware passiert sicherlich nichts und das Thema sind nicht private Anbieter von Clouds sondern eine staatliche Cloud war der Vorschlag:


EIn Auslöser für die Idee war, dass ich das letzte mal beim FA bei der persönlichen Abgabe der Steuererklärung die mühsam zusammengestellten Dokumente sofort wieder zurück bekam (Weil die kein Papier mehr haben wollen, aber nur noch den Hinweis geben, das man 10 Jahre lang die Nachweise aufbewahren sollte).
=> Ich sehe nicht ein, das ich deren Papierschrank bin für 10 Jahre!

Wer gibt denn heute noch seine Steuererklärung in Papierform ab?
Eine Cloud als Aktenschrank aller meiner persönlichen und Vertragsdaten brauche ich nicht. Man stelle sich vor, der eigene Online-Aktenschrank wird geknackt. Da ist man nackter als nackt. :s
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon Adam Smith » Mo 26. Mär 2018, 15:15

jack000 hat geschrieben:(23 Mar 2018, 21:26)

Mit deiner Hardware passiert sicherlich nichts und das Thema sind nicht private Anbieter von Clouds sondern eine staatliche Cloud war der Vorschlag:


EIn Auslöser für die Idee war, dass ich das letzte mal beim FA bei der persönlichen Abgabe der Steuererklärung die mühsam zusammengestellten Dokumente sofort wieder zurück bekam (Weil die kein Papier mehr haben wollen, aber nur noch den Hinweis geben, das man 10 Jahre lang die Nachweise aufbewahren sollte).
=> Ich sehe nicht ein, das ich deren Papierschrank bin für 10 Jahre!

In 5 Jahren muss der Bürger alles einscannen. Dann kommt das papierlose Büro.
Benutzeravatar
Raskolnikof
Beiträge: 1714
Registriert: Mi 14. Sep 2016, 13:07
Benutzertitel: Bargeldabstinenzler
Wohnort: Lummerland

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon Raskolnikof » Mo 26. Mär 2018, 16:25

In Dänemark gehts beim Finanzamt nur noch online. Wer das nicht kann muss sich da Hilfe holen.
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20037
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon H2O » Mo 26. Mär 2018, 18:03

Raskolnikof hat geschrieben:(26 Mar 2018, 17:25)

In Dänemark gehts beim Finanzamt nur noch online. Wer das nicht kann muss sich da Hilfe holen.


Ich vermute, daß die Dänen auf Kleinkram pfeifen, und daß im wesentlichen Geschäftskunden mit den Finanzämtern verhandeln. In D müssen ja selbst hochbetagte Altersrentner Steuererklärungen abgeben. Gelten solche Anforderungen etwa in Dänemark auch?
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27123
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon jack000 » Mo 26. Mär 2018, 18:06

Raskolnikof hat geschrieben:(26 Mar 2018, 15:55)

Wer gibt denn heute noch seine Steuererklärung in Papierform ab?
Eine Cloud als Aktenschrank aller meiner persönlichen und Vertragsdaten brauche ich nicht. Man stelle sich vor, der eigene Online-Aktenschrank wird geknackt. Da ist man nackter als nackt. :s

Wo sind die Daten denn jetzt gespeichert?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27123
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon jack000 » Mo 26. Mär 2018, 18:14

KarlRanseier hat geschrieben:(23 Mar 2018, 21:57)Auch kann ich das Problem nicht erkennen. Wir leben doch im "Informationszeitalter", oder? Einen Scanner kann sich wohl fast Jeder leisten, und schon ist der elende Papierkrieg vom Tisch. Da es sich fast ausschließlich um Textdokumente und nicht um Filme handelt, ist der benötigte Speicherplatz auch sehr gering. Speichert man den ganzen Scheiß zur Sicherheit noch auf einem USB-Stick, der auch kaum teurer als ein Bio-Apfel ist, kann nichts mehr passieren.

Du hast meinen Eingangsbeitrag nicht verstanden. Natürlich kann man sich auch alles ausdrucken und unterm Bett lagern!
=> Es geht um eine gesicherte Aufbewahrung von Daten zu denen man selbst Zugang hat aber nicht von irgendwelchen Widrigkeiten abhängig ist ...
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 27123
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon jack000 » Mo 26. Mär 2018, 18:23

Tom Bombadil hat geschrieben:(24 Mar 2018, 14:04)

Dafür könnte man auch einen verschlüsselten USB-Stick nehmen.

Wenn der Stick dann aber weg oder hinüber ist, ist alles weg/verloren ...
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20037
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon H2O » Mo 26. Mär 2018, 18:23

Adam Smith hat geschrieben:(26 Mar 2018, 16:15)

In 5 Jahren muss der Bürger alles einscannen. Dann kommt das papierlose Büro.


Das hört sich praktisch an, und rein technisch ist das Verfahren gar kein Problem. Vielleicht bin ich ja begriffsstutzig, aber ich sehe das Problem in der geordneten Datenhaltung. Welches für die Mitwelt interessante Dokument soll der Bürger wo in seinem elektronischen Aktenordner ablegen? Selbst nach Jahrgang geordnet kommen doch sehr schnell hunderte von Vorgängen für einen Jahrgang in Betracht. Da müßte doch schon eine fein aufgegliederte Maske die Ablage unterstützen und nicht passende Dokumente zurück weisen. Wie geht man mit Dokumenten um, die über mehrere Jahre hinweg zugreifbar sein sollen?

Aus meiner kleinen Privatwirtschaft weiß ich, daß eine gepflegte Aktenlage Gold wert ist. Aber kann wirklich jeder Mitbürger diese eiserne Ordnung halten (ich meine nicht "wollen", sondern "können").

Wenn diese vorhersehbaren Schwierigkeiten elegant gelöst worden sind, dann halte ich das für eine sehr gute Sache. "Cloud" heißt ja "mehrfache Datensicherung". Da kommt nichts weg!
Just Me
Beiträge: 113
Registriert: Fr 6. Okt 2017, 08:32

Re: Einführung einer "Einwohnercloud" auf freiwilliger Basis?

Beitragvon Just Me » Mo 26. Mär 2018, 18:26

jack000 hat geschrieben:(23 Mar 2018, 20:31)

Aktuell ist es so, dass man bei verschiedenen Behörden (z.B. Finanzamt, Einwohnermeldeamt, etc...) sowie anderen Lebensnotwendigen Institutionen (z.B. Banken, Versicherungen) jeweils isoliert als Person gemeldet ist aber es keine Übersicht für den betroffenen selbst gibt.

Wäre nicht ein Angebot sinnvoll, bei dem ein jeder Bürger, auch Ausländer mit einem Aufenthaltstitel (also allen Einwohnern) staatlicherseits auf Wunsch einen Account mit einer Cloud bekommen kann, bei dem (jeweils nach eigenen Entscheidungen) Daten und Dokumente abgespeichert werden können die wesentliche Lebensbereiche betreffen und jederzeit überall von einem selbst abgerufen, bzw. eingesehen werden können?

Generell beschäftigt mich das Thema seit dem ich mal im Zusammenhang mit der Medizintechnik-Norm 13485 gearbeitet habe und eine Vorgabe war, das Dokumente 10 Jahre gespeichert werden müssen. Das liest sich erstmal ganz einfach, ist aber bei wirklich zuverlässigen Lösungen eine komplizierte Angelegenheit.

Ebenso kann natürlich ein jeder sich bei irgendwelchen privaten Mail-Accounts oder Cloudlösungen anmelden, aber deren Bestand ist ja wie im Internet üblich nach wie vor immer eine meist kurzfristige Angelegenheit, bzw. vom Bestehen einer Privatfirma abhängig!

Eine Einwohnerclound, die einem jeden zusteht und bei der man nach eigenen Entscheidungen Formulare (z.B. Kirchenaustritt, Steuerunterlagen) und sonstige Informationen zu Banken, Versicherungen, etc... hinzugefügt werden können, so das alles zentral abgelegt ist und die betroffene Person jeweils entscheiden kann welche institution da zugriff drauf hat wenn man z.B. umzieht oder gar stirbt und Angehörige angeben kann, die in einem Todesfall darauf zugreifen können.

=> Das soll jetzt erstmal ein Gedankengang sein um eine Diskussion anzuregen, nicht um bereits fertige Konzepte zu etablieren!

Was ist von der Idee zu halten?

Gute Idee - schlechte Rahmenbedingungen. Und falsche Voraussetzungen: Die Bereitstellung der Dokumente ist völlig unkompliziert. Dazu braucht es auch keine "Cloud". Dafür reichen beliebige Individual-Lösungen; auch von kommerziellen Anbietern. (s. "Verschlüsselung")

Das Problem ist die Akzeptanz (samt technischer Voraussetzungen) bei den Behörden. Der Austausch von einfachen Emails zwischen Behörden funktioniert bis heute oftmals so, dass eine geschriebene Email ausgedruckt wird, damit der Chef sie abzeichnen kann, das Dokument dann eingescannt, per Email verschickt und schließlich in der Ziel-Behörde zum Abheften erneut ausgedruckt wird, weil es oftmals nur sehr beschränkte "elektronische Lager-Möglichkeiten" gibt und der - zumeist sehr konservative - Chef sowieso nix "mit Computern am Hut" hat und selbst die Bedienung des Faxes seinen Mitarbeitern überlässt, weil er diese komplizierte Maschine scheut. Und wenn etwa die "Cyber-Behörde" der Polizei in meiner Stadt (ja, "Großstadt") lediglich über 1 - in Worten: EINEN - ans Internet angeschlossenen Computer verfügt, und die Recherche-Zeit für Ermittler, wie vor 50 Jahren im Rechenzentrum der Uni, auf Wochen im Voraus verplant wird und im Minutentakt zu genehmigen ist, dann braucht es eigentlich kaum noch weitere Worte.

Und weil man immer sagt: "Ein Fisch stinkt stets vom Kopf her"; ... das gilt natürlich auch hier: Ein Bundestag, der sich BIS HEUTE weigert, selbst einfachste "Ja-Nein-Enthaltungs"-Knöpfe für schnelle und umfassend namentliche Abstimmungen an den Plätzen der Abgeordneten einzuführen, weil - so die offizielle(!) Begründung der Union (, die sich am lautesten sperrt) - "solche Geräte ja ausfallen könnten; und dann wären gar keine Abstimmungen mehr möglich" (sic!), tut sich mit dem - O-Ton Merkel - "#NeulandInternet" noch erheblich schwerer; wie etwa die seit rund 10 Jahren anhaltende, und bei diesem Tempo noch weitere 40 - 50 Jahre dauernde - Einführungs-Kampagne des E-Governments mehr als deutlich zeigt.

=> Kurz gesagt: Es fehlen sowohl die politischen (dafür müssten CDU, CSU, FDP und SPD "entmachtet" werden), als auch die wirtschaftlichen (Konzerne nehmen Daten aus beliebigen Quellen; ganz egal, wie dubios; wie der aktuelle Facebook-Fall belegt) Rahmenbedingungen. Aber sobald der Kapitalismus abgeschafft, CDU, CSU, FDP und SPD entmachtet, wirtschafts-orientierte politische Strömungen verboten wurden, zahllose Gesetze reformiert und/oder abgeschafft wurden, das demokratische Bewusstsein und die politische Bildung im Volk robust fundiert sind, ist dein Gedanke sicherlich auch umsetzbar... ;)
Zuletzt geändert von Just Me am Mo 26. Mär 2018, 18:30, insgesamt 2-mal geändert.

Zurück zu „43. Computer - Internet - Telekommunikation - Netzpolitik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast