Der Staat in Microsofts Hand

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Tom Bombadil
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Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Feb 2018, 01:46

Am Beispiel der Ausschaffung von LiMux lässt sich die Kungelei zwischen Politik und Konzern schön sehen, auch wenn das natürlich abgestritten wird. Hintergrund: die Stadt München beendet ihr Linux-Experiment und kehrt zurück zu Windows und anderer Microsoft-Software, die Kosten betragen ca. 89 Mio €. Microsoft verlegt seine deutsche Konzernzentrale zufälligerweise nach München, honi soit etc.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/digital/wind ... -1.3873551

Etwas anderes finde ich aber viel schlimmer: wie sieht das eigentlich mit dem Datenschutz aus? Microsoft behauptet zwar, dass sich die Telemetrie in Enterprise-Versionen von Windows 10 (ich vermute, dass diese angeschafft werden) abschalten lässt, aber so ganz sicher kann man sich eben nie sein. Hinzu kommen dann noch diverse Backdoors, die sich CIA und NSA haben einbauen lassen. Ich finde das schon sehr grenzwertig, im Zweifel können die USA die komplette deutsche Verwaltung lahmlegen.

Was bewegt unsere Politiker dazu, Deutschlands Verwaltung und auch Deutschlands Sicherheit in die Hände eines ausländischen Konzerns zu legen? Warum wird LiMux beerdigt, anstatt es zu einer Alternative für alle Kommunen auszubauen? Lässt sich das mit guter Lobbyarbeit erklären oder gibt es da noch andere Erklärungsansätze?
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Watchful_Eye » Di 20. Feb 2018, 02:50

Ich teile deine Empörung über diese Entscheidung. Ich vermute, der Grund ist ganz einfach der, dass die Angestellten zuhause alle Windows haben und nicht einsehen, sich auf etwas anderes umzustellen. :| Nicht, dass Linux schwierig wäre, aber es ist eben etwas anders.

Eventuell fehlt es auch an besserer kompatibler Software, wer weiß.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 20. Feb 2018, 08:31

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Feb 2018, 01:46)

Am Beispiel der Ausschaffung von LiMux lässt sich die Kungelei zwischen Politik und Konzern schön sehen, auch wenn das natürlich abgestritten wird. Hintergrund: die Stadt München beendet ihr Linux-Experiment und kehrt zurück zu Windows und anderer Microsoft-Software, die Kosten betragen ca. 89 Mio €. Microsoft verlegt seine deutsche Konzernzentrale zufälligerweise nach München, honi soit etc.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/digital/wind ... -1.3873551

Etwas anderes finde ich aber viel schlimmer: wie sieht das eigentlich mit dem Datenschutz aus? Microsoft behauptet zwar, dass sich die Telemetrie in Enterprise-Versionen von Windows 10 (ich vermute, dass diese angeschafft werden) abschalten lässt, aber so ganz sicher kann man sich eben nie sein. Hinzu kommen dann noch diverse Backdoors, die sich CIA und NSA haben einbauen lassen. Ich finde das schon sehr grenzwertig, im Zweifel können die USA die komplette deutsche Verwaltung lahmlegen.

Was bewegt unsere Politiker dazu, Deutschlands Verwaltung und auch Deutschlands Sicherheit in die Hände eines ausländischen Konzerns zu legen? Warum wird LiMux beerdigt, anstatt es zu einer Alternative für alle Kommunen auszubauen? Lässt sich das mit guter Lobbyarbeit erklären oder gibt es da noch andere Erklärungsansätze?


Ja. Die gibt es. Es ist propietär. Die ständige Pflege und Erweiterungen für die sich stets ändernde IT-Welt/Infrastruktur übernimmt wer? Eine Firma oder der deutsche Staat? Was wird damit gewonnen? Kosten entstehen so oder so. Nur ist es meiner Meinig nach ziemlich kostenintensiv eine propietäres System auf dem neuesten Stand zu halten. Es macht einen Unterschied ob man für 10.000 Geräte oder gleich für 5 Millionen Geräte entwickelt. Was sich mehr rechnet kannst du dir denken. Und Angriffe von außen müssen so oder so abgewehrt werden. Und die kommen von überall. Der CIA und die USA sind da noch das geringere Problem im Vergleich zu China, Russland oder Nordkorea.

An ausländischen Konzernen kommst du in der IT-Branche sowieso nicht vorbei. Software ist international. Nicht nur bei Microsoft. Linux ist auch nicht deutsch.
Viel wichtiger ist dass Deutschland sich eine effektive Cyber Abwehr leistet. Und deren Arbeit ist sicher einfacher wenn man nicht auch noch propietäre Systeme mit überwachen muß.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 20. Feb 2018, 08:33

Watchful_Eye hat geschrieben:(20 Feb 2018, 02:50)

Ich teile deine Empörung über diese Entscheidung. Ich vermute, der Grund ist ganz einfach der, dass die Angestellten zuhause alle Windows haben und nicht einsehen, sich auf etwas anderes umzustellen. :| Nicht, dass Linux schwierig wäre, aber es ist eben etwas anders.

Eventuell fehlt es auch an besserer kompatibler Software, wer weiß.


Windows kann einfach jeder. Bei Linux-System merkt man immer dass sie Probleme haben immer auf dem neuesten Stand zu sein.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Feb 2018, 11:47

Alter Stubentiger hat geschrieben:(20 Feb 2018, 08:31)

Linux ist auch nicht deutsch.

Linux ist aber offen, ein Programmierer kann sich den Code ansehen, man kann direkt im Quellcode checken, welche Daten verschickt werden und wenn eine Gemeinde oder Behörde das nicht will, dann kann sie das entfernen (lassen).

Zum Thema Software: ich kenne die Anwendungsprogramme, die so eine Verwaltung oder Behörde einsetzt, nicht. Aber wenn sich alle Städte und Gemeinden zusammen tun würden und sich Software auf Linuxbasis entwickeln lassen würden, dann wäre der Kostenaufwand pro Stadt/Gemeinde sicherlich sehr überschaubar. Die Enduser müssen so oder so geschult werden, ich kann da auch nicht wirklich Probleme erkennen, ob die bei WIndows auf ein Icon klicken oder bei einem Linuxdesktop macht doch wirklich keinen großen Unterschied.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Liegestuhl » Di 20. Feb 2018, 11:56

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Feb 2018, 11:47)

Linux ist aber offen, ein Programmierer kann sich den Code ansehen, man kann direkt im Quellcode checken, welche Daten verschickt werden und wenn eine Gemeinde oder Behörde das nicht will, dann kann sie das entfernen (lassen).

Gerade bezüglich der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung kann das zu wirklichen Problemen führen. Wir wollen alle Daten für Finanzämter, Behörden und Gerichte digital verschicken, wissen aber nicht ansatzweise darüber Bescheid, was mit unseren Daten passiert.
Zum Thema Software: ich kenne die Anwendungsprogramme, die so eine Verwaltung oder Behörde einsetzt, nicht. Aber wenn sich alle Städte und Gemeinden zusammen tun würden und sich Software auf Linuxbasis entwickeln lassen würden, dann wäre der Kostenaufwand pro Stadt/Gemeinde sicherlich sehr überschaubar. Die Enduser müssen so oder so geschult werden, ich kann da auch nicht wirklich Probleme erkennen, ob die bei WIndows auf ein Icon klicken oder bei einem Linuxdesktop macht doch wirklich keinen großen Unterschied.


Ich sehe da auch kein Problem. Das sind schnöde Verwaltungsprogramme.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 20. Feb 2018, 12:29

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Feb 2018, 11:47)

Linux ist aber offen, ein Programmierer kann sich den Code ansehen, man kann direkt im Quellcode checken, welche Daten verschickt werden und wenn eine Gemeinde oder Behörde das nicht will, dann kann sie das entfernen (lassen).

Zum Thema Software: ich kenne die Anwendungsprogramme, die so eine Verwaltung oder Behörde einsetzt, nicht. Aber wenn sich alle Städte und Gemeinden zusammen tun würden und sich Software auf Linuxbasis entwickeln lassen würden, dann wäre der Kostenaufwand pro Stadt/Gemeinde sicherlich sehr überschaubar. Die Enduser müssen so oder so geschult werden, ich kann da auch nicht wirklich Probleme erkennen, ob die bei WIndows auf ein Icon klicken oder bei einem Linuxdesktop macht doch wirklich keinen großen Unterschied.


Welche Gemeinde hat schon die Kompetenz ein Betriebssystem im Quellcode zu durchschauen? Keine.

Und die "offene" Software kann man auch für Windows programmieren. Teilweise stellen die Behörden z.B. für Elster eigene Bibliotheken/API ´bereit. Heute kann die jeder einsehen. Der Trend zur offenen Software ist also durchaus vorhanden.
Wenn man sieht wie sicher Windows heute ist dann sehe ich den Vorteil eines anderen (proprietären) Systems nicht. Außerdem läuft einfach alles.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Feb 2018, 12:52

Alter Stubentiger hat geschrieben:(20 Feb 2018, 12:29)

Welche Gemeinde hat schon die Kompetenz ein Betriebssystem im Quellcode zu durchschauen? Keine.

Deshalb sollen sich die Gemeinden ja auch zusammen tun.

Und die "offene" Software kann man auch für Windows programmieren.

Kann man, dadurch wird Windows aber auch nicht quelloffen.

Außerdem läuft einfach alles.

Stimmt nicht. Ältere Geräte wie zB. Drucker oder Scanner, für die die Hersteller keinen Treiber mehr anbieten, laufen nicht, obwohl sie noch völlig in Ordnung sind. Das ist bei Linux oft noch anders.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 20. Feb 2018, 14:03

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Feb 2018, 12:52)

Deshalb sollen sich die Gemeinden ja auch zusammen tun.

Kann man, dadurch wird Windows aber auch nicht quelloffen.

Stimmt nicht. Ältere Geräte wie zB. Drucker oder Scanner, für die die Hersteller keinen Treiber mehr anbieten, laufen nicht, obwohl sie noch völlig in Ordnung sind. Das ist bei Linux oft noch anders.

Es wird schon seinen Grund haben daß laut Steam hardware Survey nur 0,41% Linux nutzen.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Liegestuhl » Di 20. Feb 2018, 14:05

Alter Stubentiger hat geschrieben:(20 Feb 2018, 12:29)
Welche Gemeinde hat schon die Kompetenz ein Betriebssystem im Quellcode zu durchschauen? Keine.

Da gibt es Menschen, die sich damit auskennen und die man beauftragen kann.
Wenn man sieht wie sicher Windows heute ist dann sehe ich den Vorteil eines anderen (proprietären) Systems nicht.


Davon abgesehen, dass Windows kein Stück sicher ist: Es ist nicht das Argument. Das Argument ist, dass sich Deutschland von anderen Staaten (in diesem Fall die USA) abhängig macht und die Behörden überhaupt keine qualifizierten Aussagen darüber machen können, inwiefern andere Geheimdienste auf diese Daten Zugriff haben. Sie wissen es nicht. Und das ist der eigentliche Skandal.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Feb 2018, 14:29

Alter Stubentiger hat geschrieben:(20 Feb 2018, 14:03)

Es wird schon seinen Grund haben daß laut Steam hardware Survey nur 0,41% Linux nutzen.

In deutschen Amtsstuben soll ja auch gearbeitet und nicht gespielt werden. Also eigentlich noch ein Pluspunkt für Linux.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon garfield336 » Di 20. Feb 2018, 15:14

Liegestuhl hat geschrieben:(20 Feb 2018, 14:05)

Da gibt es Menschen, die sich damit auskennen und die man beauftragen kann.



Im übrigen, wenn die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen da ist, dann gäbe es auch genug Firmen die solche Dienste kostengünstig anbieten würden. :)
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon garfield336 » Di 20. Feb 2018, 15:16

Watchful_Eye hat geschrieben:(20 Feb 2018, 02:50)

Ich teile deine Empörung über diese Entscheidung. Ich vermute, der Grund ist ganz einfach der, dass die Angestellten zuhause alle Windows haben und nicht einsehen, sich auf etwas anderes umzustellen. :| Nicht, dass Linux schwierig wäre, aber es ist eben etwas anders.

Eventuell fehlt es auch an besserer kompatibler Software, wer weiß.


Ich habe die ARD-Reportage gesehen. Es wurde da genau anders herum argumentiert.

Die meisten Angestellen sollen es als extrem nervend empfunden haben, sich schon wieder umstellen zu müssen.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon garfield336 » Di 20. Feb 2018, 15:18

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Feb 2018, 11:47)

Linux ist aber offen, ein Programmierer kann sich den Code ansehen, man kann direkt im Quellcode checken, welche Daten verschickt werden und wenn eine Gemeinde oder Behörde das nicht will, dann kann sie das entfernen (lassen).

Zum Thema Software: ich kenne die Anwendungsprogramme, die so eine Verwaltung oder Behörde einsetzt, nicht. Aber wenn sich alle Städte und Gemeinden zusammen tun würden und sich Software auf Linuxbasis entwickeln lassen würden, dann wäre der Kostenaufwand pro Stadt/Gemeinde sicherlich sehr überschaubar. Die Enduser müssen so oder so geschult werden, ich kann da auch nicht wirklich Probleme erkennen, ob die bei WIndows auf ein Icon klicken oder bei einem Linuxdesktop macht doch wirklich keinen großen Unterschied.


Wenn der Staat wöllte könnte sie so ein Projekt an den Universitäten lanzieren. Es bräuchte nur etwas Geld.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Liegestuhl » Di 20. Feb 2018, 15:21

Was muss so ein Verwaltungsheini machen können, was OpenOffice nicht schon lange kann?
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon garfield336 » Di 20. Feb 2018, 15:25

btw beim Luxemburger Staat sind wir hauptsächlich abhängig von SAP. Unsere gesamte Tresorie läuft über dieses Programm.
Das man auch von denne abhängig sein kann sollte man auch mal erwähnen.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon garfield336 » Di 20. Feb 2018, 15:27

Liegestuhl hat geschrieben:(20 Feb 2018, 15:21)

Was muss so ein Verwaltungsheini machen können, was OpenOffice nicht schon lange kann?


Das frage ich mich auch, wir haben hier zirka 60mitarbeiter. Zwar auch hauptsächlich Windows-Nutzer, aber wir haben auch Leute hier die auf eigenen Wunsch einen Mac bekommen haben.
Wir haben da kein Problem damit.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Feb 2018, 15:38

Liegestuhl hat geschrieben:(20 Feb 2018, 15:21)

Was muss so ein Verwaltungsheini machen können, was OpenOffice nicht schon lange kann?

Es gibt sicherlich spezielle Software, manche Daten werden besser in Datenbanken gespeichert und nicht in Office-Dokumenten. Es sollte aber kein Problem sein, solche Software für Linux zu entwickeln.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon John Galt » Di 20. Feb 2018, 15:48

1. Die Amis machen nicht mal vor Merkels Handy halt, Echelon das Ding am Internetknoten in Frankfurt und Co. lassen grüßen.

2. Große Softwareprojekte gehen in Deutschland immer in die Hose.
Elektronische Versichertenakte - Milliardengrab.
Fiscus, Software fürs Finanzamt - komplette Katastrophe wurde nie wirklich benutzt, Kosten 5 Milliarden!!!!!!!!
A2LL Jobcenter Software war auch ein Murks.
Civilization is the progress toward a society of privacy. The savage’s whole existence is public, ruled by the laws of his tribe. Civilization is the process of setting man free from men.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 20. Feb 2018, 16:52

Liegestuhl hat geschrieben:(20 Feb 2018, 14:05)

Da gibt es Menschen, die sich damit auskennen und die man beauftragen kann.

Hast du schon mal Quellcode gelesen? Bist du dir darüber im Klaren was dass für eine Aufgabe ist?

Davon abgesehen, dass Windows kein Stück sicher ist: Es ist nicht das Argument. Das Argument ist, dass sich Deutschland von anderen Staaten (in diesem Fall die USA) abhängig macht und die Behörden überhaupt keine qualifizierten Aussagen darüber machen können, inwiefern andere Geheimdienste auf diese Daten Zugriff haben. Sie wissen es nicht. Und das ist der eigentliche Skandal.

Auch wenn du es kaum glauben wirst: Es gibt in Deutschland Cyber-Abwehrzentren auf allen Ebenen. Die melden regelmässig Angriffe und Angriffsversuche aus aller Welt. Die Behauptung von Linux-Fans man bräuchte ja nur das ach so sichere Linux und alles wäre in Ordnung ist wahrlich naiv. Es tobt ein Krieg im Internet. Dafür muß ein Staat selbst aktiv werden und täglich Angriffe abwehren und selber Gegenangriffe führen. Das passiert Tag für Tag in Echtzeit. Völlig unsichtbar für die meisten Leute. Ein Betriebssystem allein kann diese Aufgabe nicht leisten. Es wird immer mit einer gewissen Zeitverzögerung Lücken in der Sicherheit stopfen müssen. Es muß ja programmiert werden, die Lösungen müssen getestet werden. Und dann erst können die Updates ausgeliefert werden. Die Cyber-Abwehr setzt auf einer ganz anderen Ebene an. Und dass ist bitter nötig wie Richard Clarke schon vor Jahren in "World Wide War" beschrieb.
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