Der Staat in Microsofts Hand

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immernoch_ratlos
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 20. Mär 2018, 12:27

@H2O

Dir ist hoffentlich klar, es fängt damit an, so war und ist es jedenfalls bei mir muss ich gestehen, etwas zu "erforschen" an die Grenzen zu gehen und sie eventuelle auch zu überschreiten, ist eine intellektuelle Herausforderung. Gute "Hacker" finden so recht schnell die Lücken in einem System. Was sie damit dann allerdings anfangen, unterscheidet sie deutlich.

Es gibt nicht wenige Firmen, die ihren Unterhalt damit verdienen, die "Sicherheit" ihrer Auftraggeber durch Angriff zu prüfen und erkannte Lücken zu stopfen. Wer auf diesem Niveau Fachkenntnisse hat unterscheidet sich deutlich vom "Bediener" - mir gefällt "User" - gern auch "Nutzer" - besser. Ähnlich wie beim Nützen von komplexer Technologie, soll - muss - das "Objekt" eigentlich "idiotensicher" sein. Fehlhandlungen sollten überhaupt nicht möglich sein.

Das wird immer mehr zu Systemen führen (führen müssen), wo das System solche Fehler abfängt. Am besten sitzt da niemand mehr herum und ein gut durchdachter Algorithmus übernimmt überall da wo eine Mensch eine Fehlerquelle darstellt (also überall) die notwendigen Aktionen. Was Menschen weiter tun sollen, ist ihre Fehlerhaftigkeit in den Dienst derer zu stellen, die daraus den größten Nutzen ziehen können :dead:

Einen recht guten Einblick, was mir dabei in den Sinn kommt, sollte dieser Artikel geben Quelle : FAZ (19.03.2018) "Wenn Daten Bürger verdächtig machen".

Nun ich "glaube" nicht nur, ich bin überzeugt davon, "der Staat" hat nicht nur längst die Kontrolle verloren, er ist bereits Teil des Ganzen. In diesem Sinn, besteht kein großes Interesse, überhaupt eine "totale Sicherheit" die "ihn" dann ebenfalls ausschließen würde, zu fördern. Woran "er" (der personifizierte Staat den es ja nicht gibt) eine Interesse haben muss, sind wenigstens die Integrität seiner Unternehmen. Doch diese sind - soweit sie zu den großen Konzernen zählen weltweit aktiv - und müssen für ihre Sicherheit selbst sorgen.

D ist da in jeder Hinsicht in keiner Weise seinem sonstigen Erfolgen ebenbürtig. "IT" ist bei vielen Firmen - besonders kleinen Firmen - noch immer eine vernachlässigte "Kunst" die man eher widerstrebend wahrnimmt. Was da in einer Ecke teilweise herumwerkelt, spottet jeder Beschreibung. Da würde auch ein perfektes OS nur Perlen vor die S... sein. Was da möglich ist - wenn das laienhaft zusammengewürfelte Netz durch sich selbst oder einen der weitgehend ahnungslosen "Benutzer" dann ungnädig zusammenbricht, ist die Kacke mächtig am dampfen. Da hat dann eine mittelständiges Unternehmen für eine Woche keine Möglichkeit mit seinen Kunden Kontakt aufzunehmen, weil weder die Telefonie und die die restliche "IT" noch Leben zeigt und alle Kontakte nur dort zu finden sind . Durch den schon erwähnten "Kontakt" erfuhr ich recht regelmäßig von solchen Ereignissen.

Was D fehlt, sind Fachleute, welche "neben" ihrem Hauptfach, gute Kenntnisse dieser noch immer nebensächlich gehandhabten Technologie haben müssen. Jedenfalls dann, wenn sie diesen Bereich tangieren. Wenn eine Fachkraft überhaupt (wie in diesem Fall) ein Word Dokument mit "bösem Anhang" überhaupt auf ihrem Arbeitsplatz zum Öffnen vorfindet und das auch tut - damit nicht nur den gesamten Betrieb lahmlegt, sondern (jenseits ihrer Verantwortung) auch noch der "Unsicherheitsserver" total "verseucht" zurückbleibt, liegt das ganz sicher nicht in der Hauptsache an MS oder gleichgültig welchem OS. Da ist die ganze Chose eben "nicht auf dem geforderten Mindeststandard".

Mein "Kontakt" ist inzwischen auf einer völlig anderen Ebene tätig - sozusagen weltweit - aber (noch) vom Terminal in D aus. Auch da höre ich nun genau hin und darf schon mal feststellen, es gibt sehr, sehr unterschiedliche "Bewusstseinsebenen" in diesem Geschäft. Mehr kann ich dazu aus nachvollziehbaren Gründen nicht "herausgeben". Ein alles in allem schöner Job, der mir sehr gefallen würde, müsste ich den professionell ausüben.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Di 20. Mär 2018, 14:40

@immer-noch-ratlos:

Ja, wenn schon, denn schon. Wenn unser Staat sich schützen möchte, dann muß er seine SW in einem geschlossenen Forschungsinstitut entwickeln lassen, und Teile der HW ebenfalls.

Ich hatte es schon einmal weiter oben angesprochen: Unsere Streitkräfte müssen sich mit Funksignalen verständigen, um Befehle und Lagebilder in allen beteiligten Einheiten weiträumig verfügbar zu machen. Ein vollständiges Bild entsteht erst durch das Zusammenwirken aller beteiligten Einheiten. Der böse Feind soll aber nicht erfahren, welche Lage und welche Befehle da gerade herumgeistern. Sie können sich vorstellen, daß er sich anstrengt, dennoch... aber hilft nix,
weil der Schlüssel sich verändert.

Solche Verarbeitungssysteme werden in sorgfältig abgeschirmten Bereichen betrieben.

Das Übertragungsmedium bleibt der Internetstandard; und die Meldungen enthalten Daten und Befehle. Dann will ich den Künstler sehen, der in diese geschlossene Welt eindringen kann. Das wäre erst einmal eine HW-Lösung als Empfangsgerät, von dem es dann ganz gewöhnlich weiter geht... in Echtzeit. Betriebssystem ist Wurst. Nur gibt es keine anderen elektronischen Systemausgänge/Eingänge zu anderen Rechnern. Die Leute könnten Ihnen also noch nicht einmal eine e-mail schicken oder sie von Ihnen empfangen, untereinander sind sie aber bestens rund um den Globus verbunden. Eine solche Kiste könnte ich Ihnen bauen...

Wenn gewöhnlich verschlüsselte Daten dieses System verlassen sollen oder in das System hinein sollen, dann muß das der Sicherheitsbereich inhaltlich überprüfen, zulassen und durchführen, der ein HW-Medium dazu nutzt, das nur er überhaupt verwenden darf: Die Steckernorm hat er an seinem Schlüsselbund.

Ein Stratege muß dann wohl abwägen, von welcher Sicherheitsschwelle an die Schwachstelle Mensch die Kosten für diese getrennte Welt in Frage stellt.

Wenn es nun nicht gleich der Hochsicherheitsbereich sein soll, dann hilft eben das ungewöhnliche Betriebssystem mit verschlüsselten Dateien. Dazu können Bilddateien als Hintergrund dienen (Steganographie). Um an solche Daten heran zu kommen, müßte der Künstler genau die Bilder in hoher Qualität in digitalisierter Form kennen. Die Bilder kann sich jeder Teilnehmer selbst erzeugen aus Urlaubsbildern und Katzen- und Kinderbildern. Die Schwachstelle ist die Bildverteilung (Schlüsselverteilung) mit HW oder über Mobilfunk. Nicht sehr elegant, aber sehr wirksam.

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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 26. Mär 2018, 13:40

Hat jemand eigentlich diese (http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Das-Microsoft-Dilemma/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=50159194, "Das Microsoft-Dilemma" vom 19.02.18) empfehlenswerte Dokumentation ganz genau zum Thema gesehen?
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Mo 26. Mär 2018, 15:11

Herzlichen Dank für diesen Hinweis. Ich werde das Gefühl nicht los, daß wir Europäer doppelt erpresst werden. Einmal dadurch, daß Microsoft mit seiner Lobby die Bartwickelmaschine immer weiter kurbelt und damit jeden Wettbewerb ausschließt, und zweitens wohl mit der Drohung, beim Übergang zu neuen Lösungen den Anwender mit den alten Problem allein zu lassen.

Aus meiner Sicht bleibt gar nichts weiter übrig, als in einem europäischen geschlossenen Institut Programme zu entwickeln, die die Schnittstellen vorhandener dienstlicher Programme erfüllen, und die örtlich die vorhandenen Programme ersetzen mit dem Ziel, Schritt für Schritt die vorhandenen dienstlichen Programme zu ersetzen.

Ein typisches Beispiel war in diesem Film die französische Gendarmerie, die sicher mit vielen anderen Stellen vernetzt ist... und das offenbar ohne Klage überstanden hat.

Der Gedanke einer europäischen AIRBUS-Industrie geht ebenfalls auf eine Abhängigkeit der Europäer von US-amerikanischen Flugzeugherstellern zurück. Nach vielleicht heute 50 Jahren ist AIRBUS wettbewerbsfähig und bietet 60.000 Europäern gute Arbeitsplätze.

Eine europäische DIGIBUS-Industrie muß möglicherweise mit gleichen Kosten und Risiken angeschoben werden, und man muß in gleichen Zeiträumen denken. Aus meiner Sicht ist das eine Frage der langfristigen politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit Europas von Weltkonzernen.

Abschließende Frage: Gilt diese Betrachtung nicht auch für die notwendige Halbleitertechnik, Anzeigetechnik und Systemarchitekturen?
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 16. Apr 2018, 12:52

Finanzen: Bundesbehörden zahlen 250 Millionen Euro an Microsoft
http://www.pcgameshardware.de/Bundesinn ... t-1254434/
Und weiter: "Das Bundesamt für Sicherheit hat in der Vergangenheit schon öfters Bedenken geäußert, die jedoch bisher ignoriert wurden."

Tja.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Mo 16. Apr 2018, 15:17

Tom Bombadil hat geschrieben:(16 Apr 2018, 13:52)

Finanzen: Bundesbehörden zahlen 250 Millionen Euro an Microsoft
http://www.pcgameshardware.de/Bundesinn ... t-1254434/
Und weiter: "Das Bundesamt für Sicherheit hat in der Vergangenheit schon öfters Bedenken geäußert, die jedoch bisher ignoriert wurden."

Tja.


Wird eben verdeckt durch ganz wichtige andere Themen. Da fallen mir etliche ein, die völlig überflüssig sind.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Di 30. Okt 2018, 09:27

Im DLF aufgeschnappt: Firma Microsoft übernimmt die in den USA führende LINUX-Distribution von RedHat für 32 Mrd US$. Ist das eine bedenkliche Nachricht für die Nutzer von LINUX oder nur von RedHat-Linux oder eine gute Nachricht?
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 30. Okt 2018, 09:56

H2O hat geschrieben:(30 Oct 2018, 09:27)

Im DLF aufgeschnappt: Firma Microsoft übernimmt die in den USA führende LINUX-Distribution von RedHat für 32 Mrd US$. Ist das eine bedenkliche Nachricht für die Nutzer von LINUX oder nur von RedHat-Linux oder eine gute Nachricht?

Eine Verzweiflungstat von Microsoft. Windows ist nicht mehr Maß aller Dinge. Oder nutzt du ein Windows-Smartphone? Siehste! Windows ist zwas nach wie vor auf dem PC präsent. Nur hat der PC nicht mehr die Bedeutung wie früher. Schon allein weil Microsoft nicht mehr so wie früher mit proprietären Dateiformaten den Markt beherrschen kann. Ein Office-Dokument ist heute auch auf Nicht-Windows Geräten nutzbar. Das war früher anders.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 30. Okt 2018, 10:07

H2O hat geschrieben:Im DLF aufgeschnappt: Firma Microsoft übernimmt die in den USA führende LINUX-Distribution von RedHat für 32 Mrd US$. Ist das eine bedenkliche Nachricht für die Nutzer von LINUX oder nur von RedHat-Linux oder eine gute Nachricht?
Das war wohl leider falsch bzw. zu eilig. Amazon und auch Microsoft waren Bieter - aber auch IBM war im "Spiel" und ist der Sieger :
Quelle : GOLEM.de (29.10.2018) "Open Source: IBM erwirbt Red Hat für rund 33 Milliarden US-Dollar"
golem.de hat geschrieben:IBM strukturiert sich weiter neu

Der Zukauf ist Teil der seit fast sieben Jahre laufenden Bemühungen von Rometty, das 107 Jahre alte Unternehmen umzustrukturieren und ältere, langsamer wachsende Geschäftsbereiche abzustoßen, um sich auf Technologien wie künstliche Intelligenz und Cloud Computing zu konzentrieren.
auch Heise befasst sich mit diesem Coup :
Quelle : heise.de (29.10.2018) "Analyse: IBM und Red Hat – ein starkes Paar?" Begründungen dafür :
heise hat geschrieben:IBM und Red Hat gewinnen beide
IBM gewinnt mit Red Hat ein einträgliches Geschäft in einem Bereich, in dem IBM traditionell stark ist: Cloud-Lösungen für Unternehmen, die eine Brücke schlagen zu bestehenden eigenen Anwendungen. Hybrid Cloud heißt das Stichwort für solche Lösungen. IBM und Red Hat kooperieren in diesem Bereich bereits seit zwei Jahren erfolgreich.

Auch Red Hat gewinnt durch IBMs Marketingmaschine. Die Marke IBM ist im Brand Ranking zwar mittlerweile auf Platz 12 weit abgeschlagen hinter die Cloud-Konkurrenten Google, Amazon und Microsoft abgerutscht, aber Red Hat kommt nicht einmal in die Top 100.
Die Idee auf "Open source" seine Produkte "aufzusetzen" könne dasselbe sein, wie in der Natur jedwede Technik auf physikalische Gesetzmäßigkeiten aufsetzt - aufsetzen muss. Nur ein Teil ist proprietär, das was alle nutzen ist "Open source". Das ist wohl sowieso längst Praxis :
heise.de hat geschrieben:Nicht zuletzt ist diese Akquisition eine Stärkung für Linux. Big-Data-Workloads laufen auf Linux, AI-Workloads laufen auf Linux, DevOps, Container, alle neuen Workloads laufen auf Linux. IBM hat Linux bereits seit Jahren auf Z-Mainframes laufen, bei Microsoft läuft schon die Hälfte der Azure-VMs mit Linux. Mit IBMs Übernahme schließt sich dieser Kreis.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 30. Okt 2018, 10:23

Alter Stubentieger hat geschrieben:Eine Verzweiflungstat von Microsoft. Windows ist nicht mehr Maß aller Dinge. Oder nutzt du ein Windows-Smartphone? Siehste! Windows ist zwas nach wie vor auf dem PC präsent. Nur hat der PC nicht mehr die Bedeutung wie früher. Schon allein weil Microsoft nicht mehr so wie früher mit proprietären Dateiformaten den Markt beherrschen kann. Ein Office-Dokument ist heute auch auf Nicht-Windows Geräten nutzbar. Das war früher anders.
Um das geht es auch bei MS schon länger nicht mehr - das ist allenfalls die sichtbare "Spitze" eines Eisbergs - es gibt da Bereiche, mit denen der ganz normale User nicht in Berührung kommt und die "untereinander Verbindungen" die es da gibt, sind vorsichtig ausgedrückt "verwirrend" :?

Was den Kauf angeht meint : Quelle : finanzen.net (30.10.2018) "IBM kauft Red Hat: Die riesige verzweifelte Wette auf die Cloud" Die sehen das durchaus kritisch (mit positivem Seitenhieb auf MS) :
finanz.net hat geschrieben:Die Übernahme des Open-Source-Spezialisten Red Hat durch IBM ist eine unverhohlene Wette auf das Cloud-Geschäft. Bleibt nur die Frage, ob IBM dies für einen internen Wandel nutzt wie Microsoft oder den Kauf gegen die Wand fährt wie Oracle mit Sun. Eine Analyse von Sebastian Grüner (IBM, Red Hat) - Weiter zum vollständigen Artikel bei "Golem.de"

Was MS angeht hier die "Eigendarstellung von Microsoft" - wer genauer hinsieht kann (weiter unten) durchaus sehen um was es da auch in D längst geht...
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Di 30. Okt 2018, 10:52

Alter Stubentiger hat geschrieben:(30 Oct 2018, 09:56)

Eine Verzweiflungstat von Microsoft. Windows ist nicht mehr Maß aller Dinge. Oder nutzt du ein Windows-Smartphone? Siehste! Windows ist zwas nach wie vor auf dem PC präsent. Nur hat der PC nicht mehr die Bedeutung wie früher. Schon allein weil Microsoft nicht mehr so wie früher mit proprietären Dateiformaten den Markt beherrschen kann. Ein Office-Dokument ist heute auch auf Nicht-Windows Geräten nutzbar. Das war früher anders.


Sie nehmen also an, daß MICROSOFT erneut einen Anlauf machen wird, sich neben GOOGLE ANDROID auf dem SmartPhone-Gebiet mit einem RED HAT LINUX Derivat zu behaupten? Das hat schon Canonical mit UBUNTU nicht sonderlich erfolgreich versucht, obwohl man mit sehr geringen Ausnahmen "alles" damit machen kann. Natürlich sind RED HAT und MICROSOFT ganz andere Kaliber!

Mir soll's recht sein. Ich bleibe ganz bescheiden in meiner Nische mit UBUNTU.

Aber der Abgesang auf WINDOWS kommt mir doch verfrüht vor. In Büros weltweit als Bürostandard im Einsatz... da machen die paar Privatleute mit LINUX den Kohl nicht fett.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 30. Okt 2018, 12:18

H2O hat geschrieben:(30 Oct 2018, 10:52)

Sie nehmen also an, daß MICROSOFT erneut einen Anlauf machen wird, sich neben GOOGLE ANDROID auf dem SmartPhone-Gebiet mit einem RED HAT LINUX Derivat zu behaupten? Das hat schon Canonical mit UBUNTU nicht sonderlich erfolgreich versucht, obwohl man mit sehr geringen Ausnahmen "alles" damit machen kann. Natürlich sind RED HAT und MICROSOFT ganz andere Kaliber!

Mir soll's recht sein. Ich bleibe ganz bescheiden in meiner Nische mit UBUNTU.

Aber der Abgesang auf WINDOWS kommt mir doch verfrüht vor. In Büros weltweit als Bürostandard im Einsatz... da machen die paar Privatleute mit LINUX den Kohl nicht fett.

Android ist ja nichts anderes als ein Linux-Derivat. Kann sein dass man es kostenlos verteilt. Natürlich so verändert dass es auch alle Android-Apps nutzen kann. Auf jeden Fall muß Microsoft was machen sonst sind sie bald völlig abgehängt in der Nische der Büro-PC´s die aber auch immer mehr verdrängt werden. Android-Tablett statt Windows-Notebook. Das tut Winzigweich schon weh.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 30. Okt 2018, 12:53

Täusche ich mich da H2O oder hast Du einfach übersehen, nicht MS, sondern IBM ist der neue "Partner" von RedHat ?

Das Geschäft mit der nochimmer in der gesamten Geschäftswelt üblich Standardsoftware für den "Schreibtisch" und alles was MS sonst noch "unternimmt", hängt dabei zusammen - wenigstens bei den Cloud Lösung wie "Office 365 Business Premium" (im Monatsabonnement), endet inzwischen die Linuxwelt auf dem Schreibtisch im Geschäftsbereich. Ich nutze weiterhin "LibreOffice" halte aber eine komplette "MS Office-Paket" installiert bereit, falls ich eine "Brücke" benötige. Aber das ist der total privat Ansatz - da darf ich in meine kleinen feinen Welt verbleiben.

Was da jeder privat tut, ist nahezu unerheblich. Um gleichzuziehen mit dem kostenlosen Linuxangebot, ist ein kostenloses Angebot von "Windows" durchaus nicht "völlig" undenkbar :?

Das sich "LINUX" in unterschiedlichsten Formen "hinter den "Kulissen" abspielt, ist eher eine Domäne von Fachleuten.

Zum Thementitel "Der Staat in Microsofts Hand" müsste, wenn man mal genauer hinsieht wohl eher eine ganze Liste sein, "in wessen Hand der Staat" sich eventuell noch findet. Die Entscheidung über "reinrassig dt. Betriebssysteme" wurde schon lange vorher negativ entschieden. Wie bei einer ganzen Reihe von Erfindungen galt und gilt der "Prophet im eigenen Land" und das besonders in D nichts.

So müssen "wir" hinnehmen was längst international Verbreitung und die damit einhergehende "Vernetzung" gefunden hat.

Warum soll also MS große Bemühungen in einem überlaufenen Markt tätigen ? Den "Betriebssystemmarkt" beherrscht MS ja mit deutlichem Vorsprung bereits - welches "Wunderbetriebssystem" könnte das noch toppen ? Der Markt auf dem auch fremde Anwendungen Defakto laufen müssen, ist umkämpft und IBM kämpft da um notwendige Anteile.

"Der Staat" muss froh sein, wenn seine Bemühungen um "Digitalisierung" nicht scheitern und lässt nun alles was dabei Verzögerungen bedeuten könnte fallen. Das Problem der "handgeschnitzten Nischensoftware" ist schlich zu augenfällig, um es einfach zu übersehen :rolleyes:
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Di 30. Okt 2018, 13:56

immernoch_ratlos hat geschrieben:(30 Oct 2018, 12:53)

Täusche ich mich da H2O oder hast Du einfach übersehen, nicht MS, sondern IBM ist der neue "Partner" von RedHat ?

Das Geschäft mit der nochimmer in der gesamten Geschäftswelt üblich Standardsoftware für den "Schreibtisch" und alles was MS sonst noch "unternimmt", hängt dabei zusammen - wenigstens bei den Cloud Lösung wie "Office 365 Business Premium" (im Monatsabonnement), endet inzwischen die Linuxwelt auf dem Schreibtisch im Geschäftsbereich. Ich nutze weiterhin "LibreOffice" halte aber eine komplette "MS Office-Paket" installiert bereit, falls ich eine "Brücke" benötige. Aber das ist der total privat Ansatz - da darf ich in meine kleinen feinen Welt verbleiben.

Was da jeder privat tut, ist nahezu unerheblich. Um gleichzuziehen mit dem kostenlosen Linuxangebot, ist ein kostenloses Angebot von "Windows" durchaus nicht "völlig" undenkbar :?

Das sich "LINUX" in unterschiedlichsten Formen "hinter den "Kulissen" abspielt, ist eher eine Domäne von Fachleuten.

Zum Thementitel "Der Staat in Microsofts Hand" müsste, wenn man mal genauer hinsieht wohl eher eine ganze Liste sein, "in wessen Hand der Staat" sich eventuell noch findet. Die Entscheidung über "reinrassig dt. Betriebssysteme" wurde schon lange vorher negativ entschieden. Wie bei einer ganzen Reihe von Erfindungen galt und gilt der "Prophet im eigenen Land" und das besonders in D nichts.

So müssen "wir" hinnehmen was längst international Verbreitung und die damit einhergehende "Vernetzung" gefunden hat.

Warum soll also MS große Bemühungen in einem überlaufenen Markt tätigen ? Den "Betriebssystemmarkt" beherrscht MS ja mit deutlichem Vorsprung bereits - welches "Wunderbetriebssystem" könnte das noch toppen ? Der Markt auf dem auch fremde Anwendungen Defakto laufen müssen, ist umkämpft und IBM kämpft da um notwendige Anteile.

"Der Staat" muss froh sein, wenn seine Bemühungen um "Digitalisierung" nicht scheitern und lässt nun alles was dabei Verzögerungen bedeuten könnte fallen. Das Problem der "handgeschnitzten Nischensoftware" ist schlich zu augenfällig, um es einfach zu übersehen :rolleyes:


Sicher kann ich mich geirrt haben beim Zuhören im DLF. Bis eben noch hätte ich Stein und Bein geschworen, "MICROSOFT & RED HAT" gehört zu haben. MICROSOFT hat schon einen Versuch mit LINUX gemacht, und da schien mir diese Nachricht ganz plausibel zu sein. Vielleicht hat mir mein Gehirn da einen Streich gespielt... man wird alt! Ich prüfe selbst noch einmal nach, was jetzt wirklich Sache ist!

    Nachtrag:

    Nein, Opa ist doch noch nicht verkalkt:

    https://www.pcwelt.de/ratgeber/Microsof ... 59862.html

    Offenbar läuft da eine Übernahmeschlacht, die RED HAT vielleicht befeuert, um seinen Preis hoch zu drehen. Denn an anderer Stelle heißt es auch, daß IBM das Unternehmen RED HAT gekauft habe.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Tom Bombadil » Di 30. Okt 2018, 15:04

Und es ist doch IBM: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/d ... 63638.html "Dein" Artikel scheint von 2014 zu sein.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 30. Okt 2018, 21:48

Hi H2O

ein höchst irreführender Titel "Microsoft kauft Red Hat" und ein Text der so garnicht dazu passt :
Von Kim Weins, Autor des Essential Open Source Blogs von Network World.
Experten erwarten schon seit Jahren, dass Microsoft Red Hat übernimmt. Obwohl der Handel für die gesamte Open Source Welt und wohl auch für Red Hat ein Gräuel wäre, sprechen doch ein paar Faktoren dafür, solch eine Hochzeit zweier scheinbar so unterschiedlicher Philosophien sinnvoll erscheinen zu lassen.


"Kim Weins" in "Network World" :

https://www.networkworld.com/search?que ... 2Cresource

"Kim Weins" in "InfoWorld" :

https://www.infoworld.com/author/Kim-Weins/

Kim Weins Artikel datiert keinesfalls in den Bereich 28 bis 30.10.2018

Wenn das "PC WELT PROFI IT" sein soll, dann gute Nacht - Sie sind einem Phantomartikel aufgesessen - das kann passieren. Ich war übrigens auch überrascht, das IBM "das Rennen" gemacht hat, da gaben wohl 1 Milliarde Plus den Ausschlag. Daher habe ich ausgiebig recherchiert - ich mag speziell meine eigenen Fehler überhaupt nicht.

Wer WINDOWS 10 PRO "benötigt" kann da was für 10 €uronen über "PC Welt Specials" finden - hoffentlich stimmt das wenigstens ...

PS - am Ende war die Sucherrei doch höchst nützlich, habe ich doch etwas zu "Docker" : "What is Docker? Docker containers explained" bei "InfoWorld" gefunden
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Mi 31. Okt 2018, 09:12

Ja klar, ich muß mich verhört haben, oder der DLF-Nachrichtensprecher hat einen Artikel unglücklich verkürzt. Wenn man Mehrheitsentscheidungen im Nachrichtenwesen zuläßt, dann hat ein-eindeutig IBM den LINUX-Marktführer in den USA übernommen... angeblich "weit über Marktwert". Der Verkäufer reibt sich die Hände.

Tja, die MICROSOFT-Welt habe ich mit meiner endgültigen Pensionierung verlassen. Von daher verfolge ich nur sehr beiläufig dieses Geschehen. Nur die DLF-Meldung "Microsoft kauft RED HAT" hat mich als Linuxer aufgeregt. Ja, wenn's nun IBM geworden ist... :p

Ja, was "Docker" ist... für mich sind das Werftarbeiter, aber ich vermute einmal, daß in der IT-Welt damit so etwas wie ein gemeinsamer Server gemeint sein wird... so von "andocken" abgeleitet.

Huch ja, Container gibt es da auch noch, und dann auch noch virtuell. Das ist wohl wirklich etwas für IT-Entwickler. Das Thema Docker kläre ich endgültig auf nur dann, wenn ich das persönlich brauche! :)
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon immernoch_ratlos » Mi 31. Okt 2018, 10:10

Hi H2O,

"Docker" war zumindest für mich ein "glücklicher Fund", versuche ich doch so bei häufigen Gesprächen mit einem nahen Verwanden halbwegs zu verstehen was dieser Herr aus der "engeren IT-Branche" mir sagen möchte :p

Auch wenn ich beileibe nicht wirklich alles verstehe, aber LINUX-Derivate und MS sind weitaus stärker miteinander verbunden, als das "Außenstehende" wie ich z.B. in aller "Schönheit" begreifen können. Innerhalb der Mitarbeiter ein und der selben IT-Firma sind sowohl auf LINUX und andere auf MS-Produkte spezialisiert und müssen - wollen dabei ständig zusammenarbeiten.

Die einfache Formel "Der Staat in Microsofts Hand" halte ich schlicht für übertriebenen Blödsinn. Heute einen der Marktführer einfach aus ideologischen Gründen abzulehnen, ist vergleichbar damit, das "Rad" abzulehnen, weil es neben zahlreicher anderer Anwendungen auch an "Streitwagen" montiert wurde :rolleyes:

Was den heimischen PC und dessen OS angeht, da kann doch jeder wirklich tun und lassen wie es ihm / ihr gefällt (wenn er / sie wenigsten da versteht was Sache ist). Was allerdings "hinter den Kulissen" vorgeht - sobald man eine Verbindung zum WWW, zu WEB-Seiten, zu irgendwelcher Cloud usw. usf. herstellt, entzieht sich völlig laienhafter Betrachtung.

Was die neue Verbindung angeht, ob das gutgeht - hängst sicher von der "inneren Verfassung" von IBM ab :?: Rein aus der Sicht des Konsumenten, wäre ein starkes Konglomerat, als Konkurrent der "Anderen" sicher wünschenswert. Ein totales Scheitern würde deren Marktmacht noch erheblich stärken. Monopole waren noch nie eine gesunde Lösung.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Mi 31. Okt 2018, 18:02

Stimmt schon; allerdings hätte man es Hackern in aller Welt schwerer machen können. wenn man von Anfang an ein eigenes SW-Sicherheitskonzept verfolgt hätte. Vermutlich wäre es auch jetzt noch nicht zu spät, wenn man vom Weltstandard abweichend ein Steuer- und Datenformat entwickelt hätte analog zu Data Link in der militärischen Funkleittechnik. Damit läßt sich in einem Benutzerkreis bestimmen, wer zeitweise mitspielen darf und wer nicht. Der Faktor Mensch wird dann wieder zur größeren Gefahr für Geheimes.

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