Der Staat in Microsofts Hand

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immernoch_ratlos
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 20. Mär 2018, 12:27

@H2O

Dir ist hoffentlich klar, es fängt damit an, so war und ist es jedenfalls bei mir muss ich gestehen, etwas zu "erforschen" an die Grenzen zu gehen und sie eventuelle auch zu überschreiten, ist eine intellektuelle Herausforderung. Gute "Hacker" finden so recht schnell die Lücken in einem System. Was sie damit dann allerdings anfangen, unterscheidet sie deutlich.

Es gibt nicht wenige Firmen, die ihren Unterhalt damit verdienen, die "Sicherheit" ihrer Auftraggeber durch Angriff zu prüfen und erkannte Lücken zu stopfen. Wer auf diesem Niveau Fachkenntnisse hat unterscheidet sich deutlich vom "Bediener" - mir gefällt "User" - gern auch "Nutzer" - besser. Ähnlich wie beim Nützen von komplexer Technologie, soll - muss - das "Objekt" eigentlich "idiotensicher" sein. Fehlhandlungen sollten überhaupt nicht möglich sein.

Das wird immer mehr zu Systemen führen (führen müssen), wo das System solche Fehler abfängt. Am besten sitzt da niemand mehr herum und ein gut durchdachter Algorithmus übernimmt überall da wo eine Mensch eine Fehlerquelle darstellt (also überall) die notwendigen Aktionen. Was Menschen weiter tun sollen, ist ihre Fehlerhaftigkeit in den Dienst derer zu stellen, die daraus den größten Nutzen ziehen können :dead:

Einen recht guten Einblick, was mir dabei in den Sinn kommt, sollte dieser Artikel geben Quelle : FAZ (19.03.2018) "Wenn Daten Bürger verdächtig machen".

Nun ich "glaube" nicht nur, ich bin überzeugt davon, "der Staat" hat nicht nur längst die Kontrolle verloren, er ist bereits Teil des Ganzen. In diesem Sinn, besteht kein großes Interesse, überhaupt eine "totale Sicherheit" die "ihn" dann ebenfalls ausschließen würde, zu fördern. Woran "er" (der personifizierte Staat den es ja nicht gibt) eine Interesse haben muss, sind wenigstens die Integrität seiner Unternehmen. Doch diese sind - soweit sie zu den großen Konzernen zählen weltweit aktiv - und müssen für ihre Sicherheit selbst sorgen.

D ist da in jeder Hinsicht in keiner Weise seinem sonstigen Erfolgen ebenbürtig. "IT" ist bei vielen Firmen - besonders kleinen Firmen - noch immer eine vernachlässigte "Kunst" die man eher widerstrebend wahrnimmt. Was da in einer Ecke teilweise herumwerkelt, spottet jeder Beschreibung. Da würde auch ein perfektes OS nur Perlen vor die S... sein. Was da möglich ist - wenn das laienhaft zusammengewürfelte Netz durch sich selbst oder einen der weitgehend ahnungslosen "Benutzer" dann ungnädig zusammenbricht, ist die Kacke mächtig am dampfen. Da hat dann eine mittelständiges Unternehmen für eine Woche keine Möglichkeit mit seinen Kunden Kontakt aufzunehmen, weil weder die Telefonie und die die restliche "IT" noch Leben zeigt und alle Kontakte nur dort zu finden sind . Durch den schon erwähnten "Kontakt" erfuhr ich recht regelmäßig von solchen Ereignissen.

Was D fehlt, sind Fachleute, welche "neben" ihrem Hauptfach, gute Kenntnisse dieser noch immer nebensächlich gehandhabten Technologie haben müssen. Jedenfalls dann, wenn sie diesen Bereich tangieren. Wenn eine Fachkraft überhaupt (wie in diesem Fall) ein Word Dokument mit "bösem Anhang" überhaupt auf ihrem Arbeitsplatz zum Öffnen vorfindet und das auch tut - damit nicht nur den gesamten Betrieb lahmlegt, sondern (jenseits ihrer Verantwortung) auch noch der "Unsicherheitsserver" total "verseucht" zurückbleibt, liegt das ganz sicher nicht in der Hauptsache an MS oder gleichgültig welchem OS. Da ist die ganze Chose eben "nicht auf dem geforderten Mindeststandard".

Mein "Kontakt" ist inzwischen auf einer völlig anderen Ebene tätig - sozusagen weltweit - aber (noch) vom Terminal in D aus. Auch da höre ich nun genau hin und darf schon mal feststellen, es gibt sehr, sehr unterschiedliche "Bewusstseinsebenen" in diesem Geschäft. Mehr kann ich dazu aus nachvollziehbaren Gründen nicht "herausgeben". Ein alles in allem schöner Job, der mir sehr gefallen würde, müsste ich den professionell ausüben.
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Di 20. Mär 2018, 14:40

@immer-noch-ratlos:

Ja, wenn schon, denn schon. Wenn unser Staat sich schützen möchte, dann muß er seine SW in einem geschlossenen Forschungsinstitut entwickeln lassen, und Teile der HW ebenfalls.

Ich hatte es schon einmal weiter oben angesprochen: Unsere Streitkräfte müssen sich mit Funksignalen verständigen, um Befehle und Lagebilder in allen beteiligten Einheiten weiträumig verfügbar zu machen. Ein vollständiges Bild entsteht erst durch das Zusammenwirken aller beteiligten Einheiten. Der böse Feind soll aber nicht erfahren, welche Lage und welche Befehle da gerade herumgeistern. Sie können sich vorstellen, daß er sich anstrengt, dennoch... aber hilft nix,
weil der Schlüssel sich verändert.

Solche Verarbeitungssysteme werden in sorgfältig abgeschirmten Bereichen betrieben.

Das Übertragungsmedium bleibt der Internetstandard; und die Meldungen enthalten Daten und Befehle. Dann will ich den Künstler sehen, der in diese geschlossene Welt eindringen kann. Das wäre erst einmal eine HW-Lösung als Empfangsgerät, von dem es dann ganz gewöhnlich weiter geht... in Echtzeit. Betriebssystem ist Wurst. Nur gibt es keine anderen elektronischen Systemausgänge/Eingänge zu anderen Rechnern. Die Leute könnten Ihnen also noch nicht einmal eine e-mail schicken oder sie von Ihnen empfangen, untereinander sind sie aber bestens rund um den Globus verbunden. Eine solche Kiste könnte ich Ihnen bauen...

Wenn gewöhnlich verschlüsselte Daten dieses System verlassen sollen oder in das System hinein sollen, dann muß das der Sicherheitsbereich inhaltlich überprüfen, zulassen und durchführen, der ein HW-Medium dazu nutzt, das nur er überhaupt verwenden darf: Die Steckernorm hat er an seinem Schlüsselbund.

Ein Stratege muß dann wohl abwägen, von welcher Sicherheitsschwelle an die Schwachstelle Mensch die Kosten für diese getrennte Welt in Frage stellt.

Wenn es nun nicht gleich der Hochsicherheitsbereich sein soll, dann hilft eben das ungewöhnliche Betriebssystem mit verschlüsselten Dateien. Dazu können Bilddateien als Hintergrund dienen (Steganographie). Um an solche Daten heran zu kommen, müßte der Künstler genau die Bilder in hoher Qualität in digitalisierter Form kennen. Die Bilder kann sich jeder Teilnehmer selbst erzeugen aus Urlaubsbildern und Katzen- und Kinderbildern. Die Schwachstelle ist die Bildverteilung (Schlüsselverteilung) mit HW oder über Mobilfunk. Nicht sehr elegant, aber sehr wirksam.

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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 26. Mär 2018, 13:40

Hat jemand eigentlich diese (http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Das-Microsoft-Dilemma/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=50159194, "Das Microsoft-Dilemma" vom 19.02.18) empfehlenswerte Dokumentation ganz genau zum Thema gesehen?
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Mo 26. Mär 2018, 15:11

Herzlichen Dank für diesen Hinweis. Ich werde das Gefühl nicht los, daß wir Europäer doppelt erpresst werden. Einmal dadurch, daß Microsoft mit seiner Lobby die Bartwickelmaschine immer weiter kurbelt und damit jeden Wettbewerb ausschließt, und zweitens wohl mit der Drohung, beim Übergang zu neuen Lösungen den Anwender mit den alten Problem allein zu lassen.

Aus meiner Sicht bleibt gar nichts weiter übrig, als in einem europäischen geschlossenen Institut Programme zu entwickeln, die die Schnittstellen vorhandener dienstlicher Programme erfüllen, und die örtlich die vorhandenen Programme ersetzen mit dem Ziel, Schritt für Schritt die vorhandenen dienstlichen Programme zu ersetzen.

Ein typisches Beispiel war in diesem Film die französische Gendarmerie, die sicher mit vielen anderen Stellen vernetzt ist... und das offenbar ohne Klage überstanden hat.

Der Gedanke einer europäischen AIRBUS-Industrie geht ebenfalls auf eine Abhängigkeit der Europäer von US-amerikanischen Flugzeugherstellern zurück. Nach vielleicht heute 50 Jahren ist AIRBUS wettbewerbsfähig und bietet 60.000 Europäern gute Arbeitsplätze.

Eine europäische DIGIBUS-Industrie muß möglicherweise mit gleichen Kosten und Risiken angeschoben werden, und man muß in gleichen Zeiträumen denken. Aus meiner Sicht ist das eine Frage der langfristigen politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit Europas von Weltkonzernen.

Abschließende Frage: Gilt diese Betrachtung nicht auch für die notwendige Halbleitertechnik, Anzeigetechnik und Systemarchitekturen?
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 16. Apr 2018, 12:52

Finanzen: Bundesbehörden zahlen 250 Millionen Euro an Microsoft
http://www.pcgameshardware.de/Bundesinn ... t-1254434/
Und weiter: "Das Bundesamt für Sicherheit hat in der Vergangenheit schon öfters Bedenken geäußert, die jedoch bisher ignoriert wurden."

Tja.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
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Re: Der Staat in Microsofts Hand

Beitragvon H2O » Mo 16. Apr 2018, 15:17

Tom Bombadil hat geschrieben:(16 Apr 2018, 13:52)

Finanzen: Bundesbehörden zahlen 250 Millionen Euro an Microsoft
http://www.pcgameshardware.de/Bundesinn ... t-1254434/
Und weiter: "Das Bundesamt für Sicherheit hat in der Vergangenheit schon öfters Bedenken geäußert, die jedoch bisher ignoriert wurden."

Tja.


Wird eben verdeckt durch ganz wichtige andere Themen. Da fallen mir etliche ein, die völlig überflüssig sind.

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