Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
Raskolnikof
Beiträge: 1500
Registriert: Mi 14. Sep 2016, 13:07
Benutzertitel: Bargeldabstinenzler
Wohnort: Lummerland

Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Raskolnikof » So 3. Dez 2017, 23:38

Unter dem Titel „Fast überall billiger als in Deutschland“ berichtete die ARD über die vergleichsweise enorm hohen Preise für das mobile Surfen in Deutschland:
http://www.tagesschau.de/inland/mobilfu ... e-101.html
Und das ist in der Tat so. Eine echte Internet-Flatrate ist nach Recherche der ARD nur bei der Telekom zu bekommen. Monatliche Kosten: 199,95 Euro. Ansonsten gibt’s nur begrenztes Surfvolumen mit wenigen GB.

Zum Vergleich: Ich bin häufiger in Finnland unterwegs und kaufe mir da stets eine Daten-Simkarte von einem der drei dortigen großen Netzbetreiber Elisa, Telia Sonera oder DNA. Kosten für 30 Tage unbegrenztes Surfen mit LTE-Geschwindigkeit: 19,95 Euro. Wem 2G reicht kann noch 10 Euro sparen. Und das Tolle: Die Netzabdeckung in Finnland ist geradezu fantastisch. Selbst in den entlegensten Gegenden gibt’s keine Funklöcher. Klar, nicht immer ist in der Pampa LTE vorhanden. 3G aber eigentlich immer. Nur weit nördlich von Rovaniemi (Lappland) muss man sich schon mal mit 2G zufrieden geben.
Da ist Deutschland ein echtes Entwicklungsland! Oder etwa nicht?

https://lataa.elisa.fi/
Nettikuukausi = SIM-Karte für einen Monat
Zuletzt geändert von Raskolnikof am So 3. Dez 2017, 23:59, insgesamt 1-mal geändert.
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
Benutzeravatar
Bielefeld09
Beiträge: 6364
Registriert: Mo 19. Jan 2015, 19:48

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Bielefeld09 » So 3. Dez 2017, 23:42

Raskolnikof hat geschrieben:(03 Dec 2017, 23:38)

Unter dem Titel „Fast überall billiger als in Deutschland“ berichtete die ARD über die vergleichsweise enorm hohen Preise für das mobile Surfen in Deutschland:
http://www.tagesschau.de/inland/mobilfu ... e-101.html
Und das ist in der Tat so. Eine echte Internet-Flatrate ist nach Recherche der ARD nur bei der Telekom zu bekommen. Monatliche Kosten: 199,95 Euro. Ansonsten gibt’s nur begrenztes Surfvolumen mit wenigen GB.

Zum Vergleich: Ich bin häufiger in Finnland unterwegs und kaufe mir da stets eine Daten-Simkarte von einem der drei dortigen großen Netzbetreiber Elisa, Telia Sonera oder DNA. Kosten für 30 Tage unbegrenztes Surfen mit LTE-Geschwindigkeit: 19,95 Euro. Wem 3G reicht kann noch 5 Euro sparen. Und das Tolle: Die Netzabdeckung in Finnland ist geradezu fantastisch. Selbst in den entlegensten Gegenden gibt’s keine Funklöcher. Klar, nicht immer ist in der Pampa LTE vorhanden. 3G aber eigentlich immer. Nur weit nördlich von Rovaniemi (Lappland) muss man sich schon mal mit 2G zufrieden geben.
Da ist Deutschland ein echtes Entwicklungsland! Oder etwa nicht?

Nein!
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
Benutzeravatar
Raskolnikof
Beiträge: 1500
Registriert: Mi 14. Sep 2016, 13:07
Benutzertitel: Bargeldabstinenzler
Wohnort: Lummerland

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Raskolnikof » So 3. Dez 2017, 23:46

Wie nein? Alles ok so? Dann würde ich mich allerdings über eine Begründung freuen.
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
Benutzeravatar
Letzter-Mohikaner
Beiträge: 2835
Registriert: Di 17. Jun 2014, 16:10
Benutzertitel: Homo Politicus

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Letzter-Mohikaner » Mo 4. Dez 2017, 06:17

Ist leider wirklich so, was die Netzabdeckung angeht. Bin beruflich viel unterwegs und benötige ein Tablet zur Arbeit. Es gibt Gemeinden, in denen das mobile Internet nicht wirklich funktioniert. Dies ist aber auch manchmal Anbieterabhängig. In Speyer hatte ich Probleme mit D1 und musste einen mobilen Hotspot mit meinem eplus Handy einrichten, damit mein Tablet funktionierte. In Römerberg hatte ich überhaupt kein Netz. Da macht arbeiten richtig Spass wenn man vom Netz abhängig ist.
"Je stärker wir sind, desto unwahrscheinlicher ist der Krieg." Otto von Bismarck

"Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. " Bertolt Brecht
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Moderator
Beiträge: 31708
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 4. Dez 2017, 08:18

Raskolnikof hat geschrieben:(03 Dec 2017, 23:38)

Da ist Deutschland ein echtes Entwicklungsland! Oder etwa nicht?

Internet ist doch Neuland, das man erst langsam und behutsam entdecken muss. Deutschland konzentriert sich lieber auf Industrien aus dem 19. Jahrhundert, da weiß man, was man hat :thumbup:
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Boracay
Beiträge: 3746
Registriert: So 30. Dez 2012, 23:26

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Boracay » Mo 4. Dez 2017, 09:48

Deutschland ist eigentlich super was Abdeckung und Kosten betrifft. Da machst du dagegen in Australien große Augen.

Ob es jetzt eine "echte" Flatrate gibt oder nicht ist doch Scheißegal, alles über 10G braucht eh kein Mensch.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43574
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon frems » Mo 4. Dez 2017, 10:35

Boracay hat geschrieben:(04 Dec 2017, 09:48)

Deutschland ist eigentlich super was Abdeckung und Kosten betrifft. Da machst du dagegen in Australien große Augen.

Ob es jetzt eine "echte" Flatrate gibt oder nicht ist doch Scheißegal, alles über 10G braucht eh kein Mensch.

Sobald Leute einen Download nicht tätigen, weil sie Angst vor dem Verbrauch ihres Traffickontingents fürchten, sieht man ja, dass es zu wenig ist. Braucht man hierfür einen WLAN-Empfang oder eine Direktverbindung mit einem stationären PC, dann reicht es offensichtlich nicht. 10 GB sind da flott verbraucht, wenn man primär über LTE lädt.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
Raskolnikof
Beiträge: 1500
Registriert: Mi 14. Sep 2016, 13:07
Benutzertitel: Bargeldabstinenzler
Wohnort: Lummerland

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Raskolnikof » Mo 4. Dez 2017, 12:45

Internet via Kabelanbindung, egal ob Kupfer oder Glasfaser ist Technik von gestern. In Finnland (Beispiel) setzt man völlig auf LTE. Das Kabelnetz fürs Telefonieren und Internet wird nicht weiter ausgebaut oder versucht aufrecht zu erhalten. Nur in den größeren Städten wie Helsinki, Espoo, Tampere, Vantaa… wird noch viel das Kabel in Verbindung mit einem stationären Router genutzt. Ansonsten ist es in privaten Haushalten üblich, sowohl für dasTelefonieren als auch für das Internet die Handynetze zu nutzen. Viele Internetnutzer wissen überhaupt nicht, was ein Router (Fritzbox) überhaupt ist.
Und so ist es da völlig selbstverständlich, dass z.B. das Streamen von Filmen über das Handynetz erfolgt, ebenso das Fernsehen. Da ist dann die Datenflat unerlässlich.

Dabei sind sich die Finnen durchaus der möglichen Gefahren durch Netzausfälle bewusst. So bleiben denn auch wichtige Verbindungen z.B. zwischen Behörden und Staatsdiensten, Krankenhäusern und Instituten weiterhin auch am Kabelnetz. Im privaten Bereich aber setzt man dort auf LTE und 5G. 5G soll dort der zukünftige Industriestandard werden. Dann wird das Kabel dort wohl komplett ausgedient haben.
Und die Finnen sind sehr schnell was die Umsetzung neuer Technologien betrifft.
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 12917
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Teeernte » Mo 4. Dez 2017, 13:00

Raskolnikof hat geschrieben:(04 Dec 2017, 12:45)

Internet via Kabelanbindung, egal ob Kupfer oder Glasfaser ist Technik von gestern.

Und die Finnen sind sehr schnell was die Umsetzung neuer Technologien betrifft.


Nur wegen der "Haftung" sind die privaten WLANS nicht frei. Gesetze - die die Nutzung erschweren. -

Was ist der "Unterschied" eines Caffees zu einem Privatanschluss ?

Finnen gibt es - je Quadratkilometer - in Finnland - wenige...... deshalb die Funkanbindung. Es "Läppert" sich da langsam ..

Noch vor ein paar jahren hatte sich die Bundesregierung hinter der Digitalen VOLLVERSORGUNG durch den Satelliten - Rundfunk/Fernsehen "schön" gerechnet.....nun haben uns Länder wie Rumänien überholt.

Nur wegen "etwas" Profit im TK Bereich - leben "wir" hinterm Mond. Gesetzes wegen.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 17833
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon H2O » Mo 4. Dez 2017, 13:14

Ich könnte mir vorstellen, daß Netzwerke in Ballungsgebieten... und davon hat Deutschland doch einige... sich in ihrem physikalischen Aufbau erheblich von weiten ländlichen Räumen unterscheiden. In Polen betreibe ich seit Jahren inzwischen mobiles Internet in der tiefen Puszcza... da liegen bestenfalls noch alte Kabel der Reichspost, die keiner mehr in Ordnung hält. Die Internetempfänger heißen dort immer noch Router. Sie empfangen das Funksignal über eine Yagi-Antenne mit Kabeladapter, bieten WLAN-Anschluß.

Vermutlich wird in Deutschland eine Kosten- / Nutzen-Rechnung dieser Dienste aufgemacht. Nach dem Mercedes schreien kann schließlich jeder., aber wenn es ans Bezahlen geht, dann soll doch die Gemeinschaft der Steuerzahler dafür herhalten. Ich meine, daß der Ausbau von Hochleistungsnetzen sofort in Bewegung gerät, wenn jemand lohnende Anwendungen dafür hat, mit denen das investierte Geld in überschaubaren Zeiträumen verdient werden kann, mitsamt ordentlichen Gewinnen. Die Telekom als Sozialdienst, das paßt nicht zu einem auf Gewinn getrimmten Unternehmen.

So lange unsere Wirtschaft durch einen Mangel an Netzwerksleistung keine wirtschaftlichen Nachteile erleidet, wird man das Netz hier und da auf Stand der Technik nachrüsten. Wenn Geld lockt, dann eben schneller, und ohne ordentliche Gewinnaussicht gar nicht. Kommunikationsnetze sind schließlich kein Selbstzweck!

So gesehen kann man darüber streiten, welches Land sich in dieser Angelegenheit am vernünftigsten verhält.
Benutzeravatar
Raskolnikof
Beiträge: 1500
Registriert: Mi 14. Sep 2016, 13:07
Benutzertitel: Bargeldabstinenzler
Wohnort: Lummerland

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Raskolnikof » Mo 4. Dez 2017, 14:20

Teeernte hat geschrieben:Finnen gibt es - je Quadratkilometer - in Finnland - wenige...... deshalb die Funkanbindung. Es "Läppert" sich da langsam .

Ja, aber die Finnen hatten ein best ausgebautes Kabelnetz. Selbst der einsamste Bauernhof in Nordkarelien wurde per Kabel mit Telefon und Internet versorgt. Heute sieht man entlang der Schotterpisten abseits der asphaltierten Straßen häufig Telegrafenmasten, an denen das gekappte oder abgerissene Telefonkabel von einst am Boden liegt.
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 12917
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Teeernte » Mo 4. Dez 2017, 14:34

H2O hat geschrieben:(04 Dec 2017, 13:14)

Ich könnte mir vorstellen, daß Netzwerke in Ballungsgebieten... und davon hat Deutschland doch einige... sich in ihrem physikalischen Aufbau erheblich von weiten ländlichen Räumen unterscheiden. In Polen betreibe ich seit Jahren inzwischen mobiles Internet in der tiefen Puszcza... da liegen bestenfalls noch alte Kabel der Reichspost, die keiner mehr in Ordnung hält. Die Internetempfänger heißen dort immer noch Router. Sie empfangen das Funksignal über eine Yagi-Antenne mit Kabeladapter, bieten WLAN-Anschluß.

Vermutlich wird in Deutschland eine Kosten- / Nutzen-Rechnung dieser Dienste aufgemacht. Nach dem Mercedes schreien kann schließlich jeder., aber wenn es ans Bezahlen geht, dann soll doch die Gemeinschaft der Steuerzahler dafür herhalten. Ich meine, daß der Ausbau von Hochleistungsnetzen sofort in Bewegung gerät, wenn jemand lohnende Anwendungen dafür hat, mit denen das investierte Geld in überschaubaren Zeiträumen verdient werden kann, mitsamt ordentlichen Gewinnen. Die Telekom als Sozialdienst, das paßt nicht zu einem auf Gewinn getrimmten Unternehmen.

So lange unsere Wirtschaft durch einen Mangel an Netzwerksleistung keine wirtschaftlichen Nachteile erleidet, wird man das Netz hier und da auf Stand der Technik nachrüsten. Wenn Geld lockt, dann eben schneller, und ohne ordentliche Gewinnaussicht gar nicht. Kommunikationsnetze sind schließlich kein Selbstzweck!

So gesehen kann man darüber streiten, welches Land sich in dieser Angelegenheit am vernünftigsten verhält.


Deutschland war immer sehr reglementiert und "fremdgesteuert".

Bötsch hat die "Kupferära" verlängert - wo Japan in Glas ging.... ( die angeheiratete Verwandschaft?)
...damit musste ISDN gebaut werden -

Das hält die Preise hoch - wenn man nur einen Staat mit der Technologie hat.

Danach wurde "Luft" verkauft - die Frequenzen versteigert.... - ist doch klar - dass die Kosten auf die Kunden umgelegt werden.

Land Preis je Einwohner Monat der Lizenzvergabe
Großbritannien 630 € April 2000
Deutschland 620 € August 2000
Italien 200 € Oktober 2000
Niederlande 160 € Juli 2000
Österreich 100 € November 2000

Die BahnGlasfaserkabel an Vodafone verschenkt - Bogen ....Bahn > Arcor Ausgründung >> Arcor Verkauf an Vodafone.... und dann wieder der Rückzieher - mit der TANF Trassenrückkauf. ...und Glasneuverlegung im kleineren Umfang.

Die verantwortlichen Minister in die Privatwirtschaft verkauft verschoben verhu....

Der Eingriff des Staates ist immer noch hoch - DAS kostet eben. Leider ist der Eingriff des Staates meistens mehr zum Nachteil der Nutzer.

Für die Telekom ist unklar - ob sich andere Betreiber auf die Glasfaser "einklagen" können.... (zu einem vom Staat "reguliertem" Preis)

Telefonica ist alles EGAL - Hauptsache ? 20% vom Umsatz ? gehen nach Hause...im Monat....

Auch die "Aufgabe" der Mobilcom MM war eine Politische Sache allerhöchster Regierungskreise....und das Umbuchen der Gelder auf die Freenet.

Das "kostet" eben. Damit man keine fremden Karten nimmt - ist das Roaming auf den Urlaub begrenzt...

Meinst Du - in D gibt es keine guten Ing`s und Geschäftsleute mit Geld ? Solange hier JEDER noch ein Stück Kuchen ab haben will - gibt es eben kleine Brötchen zum aufbacken.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
Raskolnikof
Beiträge: 1500
Registriert: Mi 14. Sep 2016, 13:07
Benutzertitel: Bargeldabstinenzler
Wohnort: Lummerland

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Raskolnikof » Mo 4. Dez 2017, 14:35

H2O hat geschrieben:Vermutlich wird in Deutschland eine Kosten- / Nutzen-Rechnung dieser Dienste aufgemacht. Nach dem Mercedes schreien kann schließlich jeder., aber wenn es ans Bezahlen geht, dann soll doch die Gemeinschaft der Steuerzahler dafür herhalten.

Das ist ganz sicherlich so. Ich frage mich nur, wie das die Finnen schaffen. Die dortigen Mobilfunkanbieter sind auch Privatunternehmen, die auf Profit aus sind. Trotzdem können sie ihren Kunden modernere und schnellere Technik bei wesentlich bessserer Netzabdeckung zu einem wesentlich günstigeren Preis anbieten (wobei die allgemeinen Lebenshaltungskosten dort höher sind als bei uns).
Nun ja, vielleicht finanziert der Staat ja mit. Die Finnen geben ja auch wesentlich mehr für ihr Bildungssystem pro Kopf aus (gemessen am BIP).
Zuletzt geändert von Raskolnikof am Mo 4. Dez 2017, 14:38, insgesamt 1-mal geändert.
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 12917
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Teeernte » Mo 4. Dez 2017, 14:37

Raskolnikof hat geschrieben:(04 Dec 2017, 14:20)

Ja, aber die Finnen hatten ein best ausgebautes Kabelnetz. Selbst der einsamste Bauernhof in Nordkarelien wurde per Kabel mit Telefon und Internet versorgt. Heute sieht man entlang der Schotterpisten abseits der asphaltierten Straßen häufig Telegrafenmasten, an denen das gekappte oder abgerissene Telefonkabel von einst am Boden liegt.


Ein pupinisiertes Freileitungsnetz - ausschliesslich für NF gut. 0,3-3,4 kHz.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 12917
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Teeernte » Mo 4. Dez 2017, 14:40

Raskolnikof hat geschrieben:(04 Dec 2017, 14:35)

Das ist ganz sicherlich so. Ich frage mich nur, wie das die Finnen schaffen. Die dortigen Mobilfunkanbieter sind auch Privatunternehmen, die auf Profit aus sind. Trotzdem können sie ihren Kunden modernere und schnellere Technik bei wesentlich bessserer Netzabdeckung zu einem wesentlich günstigeren Preis anbieten (wobei die allgemeinen Lebenshaltungskosten dort höher sind als bei uns).
Nun ja, vielleicht finanziert der Staat ja mit. Die Finnen geben ja auch wesentlich mehr für ihr Bildungssystem pro Kopf aus (gemessen am BIP).


Finnen zu deutscher UMTS-Lizenz: "Der größte Fehler aller Zeiten"
05.08.2002 15:22 Uhr Thomas Borchert, dpa
vorlesen
Finnlands Regierung ist zusammen mit dem Telekonzern Sonera wegen des komplett fehlgeschlagenen Kaufs einer deutschen UMTS-Lizenz in Bedrängnis geraten, der von Medien in Helsinki als "größter unternehmerischer Fehler aller Zeiten" eingestuft wird.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
Raskolnikof
Beiträge: 1500
Registriert: Mi 14. Sep 2016, 13:07
Benutzertitel: Bargeldabstinenzler
Wohnort: Lummerland

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Raskolnikof » Mo 4. Dez 2017, 14:43

Teeernte hat geschrieben:(04 Dec 2017, 14:37)

Ein pupinisiertes Freileitungsnetz - ausschliesslich für NF gut. 0,3-3,4 kHz.

Ja richtig. Um der ländlichen Netzkundschaft moderne und schnelle Technik anbieten zu können hätten Glasfasernetze errichtet werden müssen. Diesen Schritt haben die Finnen einfach übersprungen. in Deutschland legt man damit jetzt erst richtig los, als sei das Glasfaserkabel erst gestern auf den Markt gekommen.
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 17833
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon H2O » Mo 4. Dez 2017, 15:00

Raskolnikof hat geschrieben:(04 Dec 2017, 14:35)

Das ist ganz sicherlich so. Ich frage mich nur, wie das die Finnen schaffen. Die dortigen Mobilfunkanbieter sind auch Privatunternehmen, die auf Profit aus sind. Trotzdem können sie ihren Kunden modernere und schnellere Technik bei wesentlich bessserer Netzabdeckung zu einem wesentlich günstigeren Preis anbieten (wobei die allgemeinen Lebenshaltungskosten dort höher sind als bei uns).
Nun ja, vielleicht finanziert der Staat ja mit. Die Finnen geben ja auch wesentlich mehr für ihr Bildungssystem pro Kopf aus (gemessen am BIP).


Sicher wird der Staat dort fördernd mitwirken. Denn ich glaube nicht, daß die Finnen besonders hohe Netzgebühren bezahlen. Der Staat tut etwas, um seine Provinzen nicht ausbluten zu lassen. Das ist vermutlich hier zu Lande weniger entwickelt. Da klagt die unterste politische Ebene darüber, daß in weiten Bereichen Deutschlands Regionen veröden, weil jeder, der nur etwas kann, dorthin zieht, wo er dafür einen guten Lohn verdienen kann. Nicht mehr bezahlbarer Wohnraum in bestimmten Ballungsgebieten, Leerstände in Regionen. Natürlich nicht nur fehlende Netzanbindung, aber eben auch... eins kommt zum anderen.

Dieser Trend läßt sich aber auch umkehren durch vernünftige Raumplanung und Umsteuern von Mitteln, die bisher immer am liebsten dorthin vergeben wurden, wo die Entwicklung ohnehin schon heftig überschäumt. Da sitzen sie doch, die Wirtschaftsbosse, und lesen unseren erschrockenen Politikern die Leviten.
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 3665
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: badisch sibirien

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Misterfritz » Mo 4. Dez 2017, 15:56

Boracay hat geschrieben:(04 Dec 2017, 09:48)

Deutschland ist eigentlich super was Abdeckung und Kosten betrifft. Da machst du dagegen in Australien große Augen.

Ob es jetzt eine "echte" Flatrate gibt oder nicht ist doch Scheißegal, alles über 10G braucht eh kein Mensch.
Tatsächlich?
Bis vor kurzem musste man hier in meinem Kaff auf den Balkon oder auf die Terrasse gehen, wenn man mit dem handy telefonieren wollte - von surfen rede ich gar nicht.
Heute wieder ein paar Dörfer weiter gewesen, gar kein Empfang - null, niente, nada. Und das hier ist nicht etwa ostdeutsche Pampa, wo eh' kaum einer wohnt, sondern "Metropolregion Rhein-Neckar".
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 12917
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon Teeernte » Mo 4. Dez 2017, 16:03

H2O hat geschrieben:(04 Dec 2017, 15:00)

Sicher wird der Staat dort fördernd mitwirken. Denn ich glaube nicht, daß die Finnen besonders hohe Netzgebühren bezahlen. Der Staat tut etwas, um seine Provinzen nicht ausbluten zu lassen. Das ist vermutlich hier zu Lande weniger entwickelt. Da klagt die unterste politische Ebene darüber, daß in weiten Bereichen Deutschlands Regionen veröden, weil jeder, der nur etwas kann, dorthin zieht, wo er dafür einen guten Lohn verdienen kann. Nicht mehr bezahlbarer Wohnraum in bestimmten Ballungsgebieten, Leerstände in Regionen. Natürlich nicht nur fehlende Netzanbindung, aber eben auch... eins kommt zum anderen.

Dieser Trend läßt sich aber auch umkehren durch vernünftige Raumplanung und Umsteuern von Mitteln, die bisher immer am liebsten dorthin vergeben wurden, wo die Entwicklung ohnehin schon heftig überschäumt. Da sitzen sie doch, die Wirtschaftsbosse, und lesen unseren erschrockenen Politikern die Leviten.


Die Gemeinden wissen meist nicht - wie billig Glasfaser schon IST. ...und haben noch die Nase voll von den Beratern der Abfallwirtschaft und den vollkommen überhöhten Abwasserausbauschätzungen ....

Leider lässt sich eine Privatinitiative hier schwer anschieben. Es ist jedoch EINFACH und BILLIG ! Ein kompletter Spleißarbeitsplatz kostet NUR 300 Eu Miete im Monat....

Eigentlich das RICHTIGE investitionsmodell für Genossenschaften, Banken und Sparkassen - der örtliche Bauunternehmer und ein paar Versierte - ...

Man wartet.... auf wen ? ..ich weiß es auch nicht.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
SpukhafteFernwirkung
Beiträge: 991
Registriert: Fr 28. Okt 2016, 19:53

Re: Mobiles Internet: Deutschland = Entwicklungsland

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mo 4. Dez 2017, 16:08

Misterfritz hat geschrieben:(04 Dec 2017, 15:56)

Tatsächlich?
Bis vor kurzem musste man hier in meinem Kaff auf den Balkon oder auf die Terrasse gehen, wenn man mit dem handy telefonieren wollte - von surfen rede ich gar nicht.
Heute wieder ein paar Dörfer weiter gewesen, gar kein Empfang - null, niente, nada. Und das hier ist nicht etwa ostdeutsche Pampa, wo eh' kaum einer wohnt, sondern "Metropolregion Rhein-Neckar".
bei dir leben doch noche wilde tiere. sogar in der wohnung...- :p
IT'S A LONG WAY TO THE TOP (IF YOU WANNA ROCK 'N' ROLL) - AC DC!!

Zurück zu „43. Computer - Internet - Telekommunikation - Netzpolitik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast