ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

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DRAM
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon DRAM » So 19. Mär 2017, 09:05

Unsere Kreisstadt nennt sich nicht umsonst "Weltzentrum der Medizintechnik". Die Stadt liegt in Süddeutschland. ;)

Nur so am Rande bemerkt....
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frems
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon frems » So 19. Mär 2017, 13:33

DRAM hat geschrieben:(19 Mar 2017, 09:05)

Unsere Kreisstadt nennt sich nicht umsonst "Weltzentrum der Medizintechnik". Die Stadt liegt in Süddeutschland. ;)

Nur so am Rande bemerkt....

Naja, Anmaßungen und Überheblichkeiten sind wohl schon sehr süddeutsch, aber Eigenbezeichnungen sind generell ein schlechter Maßstab.
Labskaus!

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immernoch_ratlos
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon immernoch_ratlos » So 19. Mär 2017, 14:55

Na frems Du "Nordlicht" :p solltest dem Süden auch mal was gönnen :
SPON hat geschrieben:Der Siegeszug der Provinz
Tuttlingen nennt sich selbst das „Weltzentrum der Medizintechnik“. Die Region um die Schwarzwald-Stadt ist die schwäbische Antwort auf die Globalisierung.
Auf dem Portal http://www.weltzentrum-der-medizintechnik.de/start/ findet sich der Hinweis :
High-Tech made in Tuttlingen
Mehr als 400 Medizintechnikunternehmen mit rund 8.000 Beschäftigten arbeiten in Europas größtem Medizintechnikcluster an innovativen chirurgischen Instrumenten und modernsten Implantattechnologien.

Dazu kommen hunderte weitere auf die Medizintechnik spezialisierte Zulieferer und Dienstleister.
Das klingt schon etwas außergewöhnlich...
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon frems » So 19. Mär 2017, 15:23

immernoch_ratlos hat geschrieben:(19 Mar 2017, 14:55)

Na frems Du "Nordlicht" :p solltest dem Süden auch mal was gönnen : Auf dem Portal http://www.weltzentrum-der-medizintechnik.de/start/ findet sich der Hinweis : Das klingt schon etwas außergewöhnlich...

Naja, im Schnitt 20 Mitarbeiter pro Unternehmen erscheint sehr überschaubar. Und aus dem "Weltzentrum" wird dann "Europas größter Cluster". Muss man immer so dick auftragen? :|
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 20. Mär 2017, 19:39

Vermutlich längst erledigt - rechnet sich unterm Strich eben doch nicht - "offshoring" - Verlagerung unternehmerischer Funktionen und Prozesse ins Ausland.

Sehr reale Gründe dafür (aus dem WIKI Offshoring übernommen) :
betriebswirtschaftliche Motive
politisch-rechtliche Motive
technisch-logistische Motive
steuerliche Motive

Die Illusion, all dies könne nun einfach wieder per "Onshoring" in die Ursprungsländer zurückkehren, ist naiv. Die neue Methode ist, bleib im Land mit all seinen begrüßenswerten Voraussetzungen - und gleiche die vormals durch "offshoring" generierten Vorteile durch zeitgemäßes "IT-Offshoring" aus. Je nach Lage der Dinge werden weiter ausländische Niederlassungen und Kooperationen (Joint Venture) (Aktivitäten, die eine direkte Kundeninteraktion, ein spezielles "Vorortwissen" oder ein tiefes kulturelles Wissen erfordern, bleiben "offshore") sollten weiter für die oben beschriebenen Vorteile sorgen - nur eben die nur scheinbar billige "offshore" Arbeitskraft bleibt außen vor. Stichwort : „Jobless recovery“, das beschäftigungsfreie Wachstum

Ins "Heimatland" kommt also nur zurück, was hier eher "sorgenfrei" abgewickelt werden kann. Wer sowieso einen Neustart "Zuhause" plant, wird wohl kaum all die inzwischen vorhandenen Automaten, Algorithmen usw. ignorieren. Das wäre ausgesprochen rückständig und dumm. Wenn dann doch unumgänglich ist "Nearshoring" - auslagern in den EU-Raum, ein noch immer probates Mittel.

Was allerdings wichtige Betriebsinterna angeht, kann im eigenen Rechtsraum wesentlich besser geschützt werden.

So kommt die zur "Lohnarbeit" weiter "gezwungene" (hört sich irgendwie böse an) Arbeitnehmerschaft in D kein einziger Job zurück, er / sie muss zukünftig zwischen "Nearshoring" und "IT-Offshoring" sein Auskommen zu finden. Soweit die noch vorhandene Arbeit auch Menschen aus anderen EU-Staaten zufällt, ist das wenigstens ein positiver Moment, ein weitgehend befriedetes EU ist doch sicher auch etwas positives.

Was das IT-Offshoring" angeht, sich dagegen zu wehren - "Luddismus" im frühen 19. Jahrhundert hat ja bekanntlich nicht funktioniert... Bleibt nur sich anzupassen, wenigstens "die lieben Kleinen" auf eine möglichst umfassende Bildung einzuschwören.

Ob das wohl genügt ? Was die "digitale Revolution" angeht, diese ist überall längst in der "zweiten Hälfte des Schachbretts" angekommen. Auch wenn man dies gerne verdrängt, es gibt jetzt schon sehr wenige Felder, wo selbst mit den schon existierenden Mitteln kaum Aussicht auf "IT-Offshoring" besteht. Dafür jede Menge Kandidaten, welche es mangels Information oder schlich aus "Kopf in den Sand" stecken, erst einmal weit von sich weisen "bedroht zu sein". Die Grenzen der Technik verschieben sich und das bedeutet, dass viele Arbeiten, die wir heute (noch) nicht als Routine ansehen und deshalb vor einer Automatisierung geschützt ansehen, dann doch in die Kategorie „Routine und berechenbar“ rutschen.

Da helfen auch all die kleinen Sticheleien nix. Bislang hat lediglich der User "Provokateur" versucht (hier) an der dt. Überheblichkeit ein wenig zu kratzen. Bei all den Usern die dieses Forum "beherbergt" scheint nur ihm aufzufallen, nur weil es Heute nun wirklich sehr gut aussieht, müsse man sich keinerlei Sorgen über das Morgen machen. Unerfreuliche Ausblicke und schlechte Nachrichten werden eben nach wie vor mit der Enthauptung des Boten geahndet.

Kurz gefasst, wenn immer mehr sozialversicherungspflichtige Jobs von Maschinen und cleveren Algorithmen "ersatzlos wegfallen", kann das auf Dauer und ab einer bestimmten Größenordnung einfach nicht ohne Folgen bleiben.

An das Märchen, jede Modernisierung würde quasi naturgesetzlich verbürgt, wunderbare und gut bezahlten neue Jobs kreieren, glaube ich längst nicht mehr. Schon sehr lange ist das keine Glaubensfrage mehr. Wer soll den neue kostspielige Jobs kreieren, nur weil er aus diesem Grund, kostenintensiv Jobs woanders gerade "mechanisiert" hat ? Ein Widerspruch in sich selbst. Ein Unternehmen ist nun mal nicht verpflichtet, Ersatz zu schaffen. Wenn es gut geht, können einige anderweitig im selben Betrieb weiter beschäftigt werden.

Alles in allem, ungeschminkt ausgedrückt - Wir steuern auf einen Zusammenbruch der bisherigen Arbeitswelt zu, der eine deutlich dramatischere Reaktion erfordern wird. Nicht gleich "Heute" wo noch alles so wunderbar ist, aber spätestens bei der nächsten krisenhaften Entwicklung werden all diese noch geschickt versteckten und wenig beachteten Probleme sofort auftauchen...

Eines der gravierendsten Probleme ist die Atmosphäre der Unsicherheit - werde ich morgen auch noch meinen Verpflichtungen nachkommen können ? Wie löse ich dringende innerfamiliäre Probleme ohne meinen Job zu gefährden ? Kann ich es wagen eine eigenes Geschäft aufzuziehen und meinen Job dazu kündigen ? Es gibt eine ganze Reihe von Fragen die jeder gerne verdrängt oder forsch, aufsteigende Ängste mit der Aussage, "wenn ich will, bekomme ich jederzeit wieder einen Job" versucht zu verdrängen.
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon immernoch_ratlos » Mi 22. Mär 2017, 17:09

Nun, wie gut ist D im Vergleich zu unseren Konkurrenten weltweit überhaupt ? Wie sieht es beim Nachwuchs aus ? Nicht unbedeutend, wie steht es mit den technischen Voraussetzungen aus ?

Die folgenden Zahlen habe ich dem sehr empfehlenswerten Buch entnommen "Deutschland 4.0 : Wie die Digitale Transformation gelingt". Ab und an ein Zitat stammt auch daraus. Teilweise überschneiden sich Inhalte auch mit anderer zeitnaher Literatur aus meiner priv. elektronischen Kleinbibliothek. Oder aus Quellen, welche Zahlen und Informationen über PDF im WWW zur Verfügung stellen.

Der PC, Notebook bilden immer noch die eher uneingeschränkte Basis für die "Digitale Transformation".
Computern je 1000 Einwohnern (Deutschland: 602,94). Bei dem Vergleich der Länder im Hinblick auf die Internetnutzung führte das kleine Luxemburg (927,29 Internetnutzer je 1000 Einwohner) vor Dänemark und den USA. Deutschland lag hier mit einem Wert von 678,71 auf Position acht hinter Singapur, Finnland und Kanada.
Selbstverständlich kann man auch per Smartphone und oder Tablett das Internet nutzen. Doch auf die alleinige Internetnutzung kommt es ja wohl nicht an.

Doch wie schneidet D in Sachen Breitbandversorgung ab - Kommunikation jenseits von Twitter und Facebook - wo steht D da ?
Mit den durchschnittlichen 11,5 Mbit/s bei der Breitbandversorgung in Deutschland liegen wir im internationalen Vergleich laut dem Akamai State of the Internet Report 2015/Q3 nur auf Platz 22. Schneller unterwegs ist man beim Spitzenreiter Südkorea mit durchschnittlich 20,5 Mbit/s, in Schweden mit 17,4 Mbit/s, in der Schweiz mit 16,2 Mbit/s, in Hong Kong mit 15,8 Mbit/s, in den Niederlanden mit 15,6 Mbit/s oder in Japan mit 15,0 Mbit/s. Großbritannien hat mit 13,0 Mbit/s den Abstand zu uns vergrößert. Auch die USA liegen mit 12,6 Mbit/s noch vor uns, während die Slowakei mit 11,2 Mbit/s etwa auf unserem Niveau liegt. :?


Nicht nur hier sind "wir" weit hinter anderen "Mitbewerbern" zurück - die Produktion von digitalen Technologien in Endgeräten, auch da ist das "Technikwunderland" auf fremde ausländische Hersteller angewiesen. Die Zahl der "Bedenkenträger" ist stets größer, als all jener, die hoffen in Innovation "Made in Germany" voranzutreiben.

Kein Wunder, ist das "Digitale" auch in den Schulen nicht wirklich angekommen. Maßlos überfordert zeigen sich viele deutsche Schüler. :( Die Hälfte aller "Achtklässler" hat noch nicht "herausgefunden" wie man einen URL korrekt eingibt bzw. wie der sich zusammensetzt. Das jedenfalls hat 2013 die internationale Vergleichsstudie „International Computer and Information Literacy Study“ (ICILS) herausgefunden. Danach kommen "etwa ein Drittel der Schüler der Jahrgangsstufe acht, über die untersten beiden Stufen nicht hinaus und verfügen damit nur über ‚rudimentäre‘ bzw. sehr grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit den digitalen Technologien.“ Ganz offensichtlich ersetzt der "eloquente Umgang" mit Computerspielen keineswegs die eigentlich notwendigen digitalen Grundkenntnisse. Nochmal ein Auszug aus der ICILS‐Studie zum Leistungsniveau mit unseren "Konkurrenten" :
wenig erfreulich: Die Achtklässlerinnen und Achtklässler in Deutschland erreichen einen Leistungsmittelwert von 523 Punkten.

Deutschland befindet sich damit im mittleren Bereich der Rangreihe. :rolleyes: Schülerinnen und Schüler in der Tschechischen Republik (553 Punkte), in Kanada (Ontario; 547 Punkte), Australien und Dänemark (jeweils 542 Punkte), in Polen und Norwegen (jeweils 537 Punkte), in der Republik Korea (536 Punkte) sowie in den Niederlanden (535 Punkte) erreichen ein signifikant höheres Leistungsniveau als Schülerinnen und Schüler in Deutschland.“
Aber es gibt auch dt. Sieger, wenig erfreulich allerdings :
...Deutschland ist nur in einer „Digitalstatistik“ vorne, nämlich bei den Bedenken von Lehrpersonen hinsichtlich des IT-Einsatzes im Unterricht (Platz 1).


Während andere Nationen längst begriffen haben "wohin die Reise geht" - den eigenen Nachwuchs möglichst gut auf diese Herausforderungen vorzubereiten um beim kommenden Wettstreit um die besten Voraussetzungen wenigstens ein Chance zu haben, befindet sich das dt. Schulunwesen praktisch noch in der "Kreidezeit".

Das geht leider auch "nach der Schulzeit" so weiter - wie sollte sich da auch etwas plötzlich und unerwartet ändern ? Das "Statische Bundesamt"vermeldet im Wintersemester 2012/2013 insgesamt 82.273 Studierende für das Fach Informatik. Das sind gerade mal 3,3 % aller eingeschriebenen Studierenden in D (sei im Steigen begriffen). International liegt der Anteil von Informatik‐Studenten bei 4,2 %. Meinen die Verfasser von ""Deutschland 4.0: Wie die Digitale Transformation gelingt" recht pessimistisch :
...Bei uns gehen die Studenten an die Uni, um zum IT-Angestellten ausgebildet zu werden. In den USA und anderswo studiert man an den betreffenden Digital-Standorten, um danach ein IT-Unternehmen zu gründen...
Auch wenig im Hinblick auf die Zukunft, meinen die Verfasser :
Bis auf SAP gibt es kein deutsches I(K)T-Unternehmen (Planungs- und Beratungs-Unternehmen), welches weltweit von Relevanz ist. Weltmarktführer „Made in Germany“ sucht man in der Digitalen Wirtschaft vergeblich.
Wie wichtig das wäre auch hier den gewiss vorhandenen "Gehirnschmalz" besser zu nutzen bzw. wesentlich stärker zu fördern zeigt wohl die Tatsache bzw. Der BMWi Monitoring Report Digitale Wirtschaft 2015 : Im IKT- Bereich mit ca. einer Million Beschäftigten wurde ein Umsatz von 221 Mrd. €uro erwirtschaftet (43% Datendienste, 25 % für Applikationen und Services). Lt. diesem Report war damit eine höhere Wertschöpfung als im Automobilbau und umsatzstärker als der dt. Maschinenbau. :thumbup:

Auch die reine Internetwirtschaft hat mit 73 Mrd. Euro einen höheren Umsatz erzielt, als die Elektrotechnik im Report-Zeitraum. Erfreulich auch die Prognose des
Verband der deutschen Internetwirtschaft „eco“, dass bis in ca. vier Jahren ca.53 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Verbindung mit E‐Commerce bzw. dem E‐Business erzielt werden. :thumbup:

Um so wichtiger scheint es ja wohl zu sein, den Nachwuchs "so breit wie nur möglich aufzustellen", um da erfolgreich weiterzumachen, wo das derzeitige "Personal" heute noch die Stellung hält...
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 5. Jan 2018, 14:23

Das Thema "ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?" ist mal wieder aktuell. Wieder mal "Gesundbeten" :?: Doch was ist neu ? Quelle : FAZ (05.01.2018) "Geld in 30 Sekunden? : Der vollautomatische Kfz-Sachverständige revolutioniert die Branche"
FAZ hat geschrieben:Künstliche Intelligenz hält an ungeahnten Stellen Einzug: In der Kfz-Versicherung verbreitet sich selbstlernende Software. Nach Panne oder Unfall könnten Maschinen künftig finanzielle Schäden rasant begleichen.
Und hier die neuen "Bilderstürmer" : Tractable | develops deep learning algorithms to learn expert tasks. | London, England, United Kingdom und ihre WEB-Seite
FAZ hat geschrieben:Der vollautomatische Kfz-Sachverständige hat keinen Namen - und er arbeitet sehr schnell: Schadenaufnahme und Kostenvoranschlag für die Reparatur binnen 30 Sekunden. Denn der Schaden wird nicht von einem Menschen begutachtet, sondern von künstlicher Intelligenz. Das britische Start-up Tractable hat eine selbstlernende Software entwickelt, die Autoschäden jeder Art analysieren kann.

Autofahrer müssen nur noch Fotos der beschädigten Wagen an die Versicherung schicken - den Rest erledigt die Maschine.

„Wir haben die künstliche Intelligenz mit Millionen von Aufnahmen beschädigter Autos trainiert“, sagt Tractable-Verkaufschef Adrien Cohen. Der Autofahrer muss dabei kein Meisterfotograf sein. Die Software funktioniere unabhängig von Aufnahmeperspektive und Lichtverhältnissen.

Tractable ist auf diesem Feld keineswegs allein, Automatisierung ist in der Versicherungsbranche ein großer Trend. Geforscht und entwickelt wird an allen Ecken und Enden, von kleinen Start-ups bis zu Konzernen wie Allianz. So hat der Münchner Branchenriese zwar noch nicht in Deutschland, aber in Österreich eine „Allianz Schaden Express App“ im Einsatz.
Entlang dieser Aussage, kann schon mal jeder nachdenken ob er / sie zu dieser Art Sachbearbeitern gehört :
FAZ hat geschrieben:Das Prinzip: „Wo ein Mensch eine Entscheidung aufgrund von Bildern treffen kann, kann das auch die künstliche Intelligenz“, sagt Tractable-Manager Cohen.

Bisher sind alleinige Entscheidungen durch Computer unüblich, in der Regel sind noch Sachbearbeiter in den Schadenabteilungen der Versicherer beteiligt.

Und die haben eine Menge zu tun: Das Statistische Bundesamt prophezeite Anfang Dezember, dass die Zahl der Verkehrsunfälle 2017 erstmals die Marke von 2,6 Millionen überschreiten werde.
Unabhängig davon was es da zu "sehen" gibt. Es ist sicher nicht falsch davon auszugehen, alle diese KI-Expertisen werden sicher auch auf Fehler / Falschbeurteilungen usw. geprüft. Da ist es bald nur noch eine Frage der Zeit bis eine wachsender Teil komplett über den Algorithmus abgewickelt wird.

Betrügereien - Fahrzeuge die mit Vorschäden - Versuche - bislang oft völlig überlastete menschliche Mitarbeiter - zu übertölpeln, werden problemloser als jemals zuvor erkannt. Allein das ist schon Grund genug auf solche Methoden zusetzen. Offensichtlich gibt es da ein breites Feld, wo bislang ein Gutachter "Urteile" beeinflusste :
FAZ hat geschrieben:„Wir haben zwei Zielrichtungen: die künstliche Intelligenz zu verbessern und neue Anwendungen zu finden“, sagt Cohen. „Unsere Technologie lässt sich auch für andere Sparten der Versicherung nutzen. Ein Beispiel wäre die Dokumentation von Wasserschäden in der Gebäudeversicherung.“
Ob das ein Trost für die menschlichen Sachbearbeiter sein kann :?: Wenn, dann eher ein kurzlebiger :
FAZ hat geschrieben:Dabei geht es keineswegs nur um besseren Service für die Kunden. Im Schnitt fallen bei einer Versicherung drei Viertel ihrer Gesamtkosten für die Bezahlung und Bearbeitung der Schäden an, heißt es in einer Studie des Beratungsunternehmens Swiss Post Solutions und der Leipziger Versicherungsforen. Die „vollständige Dunkelverarbeitung“, also ohne menschliche Beteiligung, ist aber nach wie vor Ausnahme. „In vielen Fällen sind die Technologie und das Prozess-Know-How heute schon vorhanden“, heißt es in der Untersuchung.
Die Versuche der Beschwichtigung sind Teil der Strategie. Wenn da sich die Kosten auf " drei Viertel" des des gesamten Betrags nur für Bearbeitung ergeben - warum sollte jemand dann eine als Investition teuer "Maschine" einsetzen, wenn sich das nicht über Einsparungen rentiert :?: Wer sich in diesem Prozess als "überflüssig" herausstellt, weil man durch KI besser und billiger zum gleichen Ergebnis gelangt, wird in einem allmählichen Verdrängungsprozess aussortiert werden. Die Frage was machen all diese Menschen dann, wird sicher auch hier wie zuvor schon verniedlicht werden.

Typischer Spruch - das gab es schon immer und "irgendwie" sind stets neue vorher unbekannte Berufe entstanden. Wer nachfragt, wird mit der einfachen Antwort bedient, "das könne man ja heute noch nicht wissen". Mein Vertrauen in diesen wunderbaren Mechanismus ist angesichts der Geschwindigkeit mit der HEUTE solche Vorgänge verlaufen, zutiefst erschüttert. Kein anderes Gewerbe wird den "Heizer auf der E-Lock" schaffen, um irgendwo anders überflüssig gewordenen Arbeitskräfte zu absorbieren. Ganz im Gegenteil, jeder wird bei sich selbst prüfen ob da nicht auch ein vergleichbarer Nutzen "verborgen" sein könnte, der sich über Technologie mit der richtigen KI heben lässt. Der Druck, der entsteht, wenn die Konkurrenz sich dadurch Vorteile verschafft, wird wie überall in solcher Lage, die Entscheidung massiv beeinflussen.

Diese Entwicklung hat bereits begonnen und nimmt zunehmend Fahrt auf ... :rolleyes:
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon unity in diversity » Fr 5. Jan 2018, 16:32

Der uralte Menschheitstraum, sich von der Mühsal der mechanischen Arbeit zu befreien, wird zunehmend Realität.
Jetzt kommt es auf die geistige Arbeitsfähigkeit an.
Erfinden, neu Denken und das alles zu materialisieren, ist eine Kunst, die den Asiaten vorbehalten scheint.
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon Provokateur » So 7. Jan 2018, 19:27

Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon Excellero » So 7. Jan 2018, 19:47

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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon Polibu » So 7. Jan 2018, 21:02

Mir machen die Roboter meine Arbeit wesentlich leichter. In so einer vollautomatisierten Bude zu arbeiten ist schon top.
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon Tom Bombadil » So 7. Jan 2018, 22:02

Polibu hat geschrieben:(07 Jan 2018, 21:02)

In so einer vollautomatisierten Bude zu arbeiten ist schon top.

Man muss nur einen Weg finden, wie man die kommenden neuen Arbeitslosen versorgt. Woher kommt das Geld für den Sozialstaat, wenn die Besteuerung menschlicher Arbeit nicht mehr ausreicht?
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 08:22

Tom Bombadil hat geschrieben:(07 Jan 2018, 22:02)

Man muss nur einen Weg finden, wie man die kommenden neuen Arbeitslosen versorgt. Woher kommt das Geld für den Sozialstaat, wenn die Besteuerung menschlicher Arbeit nicht mehr ausreicht?


Solche Probleme sollte man erst dann tätig lösen, wenn sie sich stellen. Nachdenken ist ok... hat noch nie geschadet. Aber Maßnahmen gegen lediglich denkbare gesellschaftliche Entwicklungen?
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon garfield336 » Mo 8. Jan 2018, 10:26

Das ist ok, wenn der Roboter meinen Job macht, so kann ich am arbeitsplatz länger schlafen, und mus seltener mal aufstehen.
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 11:45

garfield336 hat geschrieben:(08 Jan 2018, 10:26)

Das ist ok, wenn der Roboter meinen Job macht, so kann ich am arbeitsplatz länger schlafen, und mus seltener mal aufstehen.


Ersatzweise könnte man dazu aber auch eine elektronische Puppe hinsetzen. Dann könnten Sie sich endlich ganz Ihrer Familie widmen.
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 8. Jan 2018, 11:52

H2O hat geschrieben:(08 Jan 2018, 08:22)

Solche Probleme sollte man erst dann tätig lösen, wenn sie sich stellen. Nachdenken ist ok... hat noch nie geschadet. Aber Maßnahmen gegen lediglich denkbare gesellschaftliche Entwicklungen?

Warum sollte man auch Probleme lösen, die noch nicht signifikant existieren? An möglichen Problemlösungsstrategien sollte man aber schon arbeiten, Nahles hatte das mögliche Problem zumindest schon einmal erkannt. Das ist für einen Politiker - besonders unter Merkel - eine reife Leistung.
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon pikant » Mo 8. Jan 2018, 11:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Jan 2018, 11:52)

Warum sollte man auch Probleme lösen, die noch nicht signifikant existieren? An möglichen Problemlösungsstrategien sollte man aber schon arbeiten, Nahles hatte das mögliche Problem zumindest schon einmal erkannt. Das ist für einen Politiker - besonders unter Merkel - eine reife Leistung.


wir haben in Deutschland einen Hoechstand an sozialpflichtigen Arbeitsplaetzen und Roboter tragen auch zu mehr Gewinn eines Unternehmens bei und damit steigen auch die Steuereinnahmen.
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon H2O » Mo 8. Jan 2018, 12:46

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Jan 2018, 11:52)

Warum sollte man auch Probleme lösen, die noch nicht signifikant existieren? An möglichen Problemlösungsstrategien sollte man aber schon arbeiten, Nahles hatte das mögliche Problem zumindest schon einmal erkannt. Das ist für einen Politiker - besonders unter Merkel - eine reife Leistung.


Da sind wir ganz einer Meinung. Frau Nahles halte ich seit langer Zeit für eine sehr umsichtige Politikerin... aus meiner Sicht eine Lichtgestalt ihrer Partei. Ansonsten habe ich mit der Partei überhaupt nichts am Hut. Denken wir noch an die Durchstechereien im Fall Edathy zurück, bei der der CSU-Minister Friederichs über die Klinge gehen mußte. Dieses Verhalten der SPD-Bundestagsfraktion war doch reine Charaktersache... jedenfalls aus dem Blickwinkel eines Normalverbrauchers.
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 8. Jan 2018, 17:43

Tom hat geschrieben:Man muss nur einen Weg finden, wie man die kommenden neuen Arbeitslosen versorgt. Woher kommt das Geld für den Sozialstaat, wenn die Besteuerung menschlicher Arbeit nicht mehr ausreicht?
Das ist der bislang treffendste Kommentar zu solchen Entwicklungen.

Womöglich muss man allgemein noch einen Schritt weitergehen - ist nicht jeder Staat auf das "Fundament Arbeit" aufgebaut ? Was ist in diesem Zusammenhang Arbeit ?

Arbeit grob unterschieden - aus welchem "Topf" kommt gegenwärtig die Bezahlung für menschliche Arbeit ?
Eigentlich sehe ich nur zwei "Quellen" :

1. Bezahlung aus dem Verkauf eines Produkts
2. Bezahlung aus Steuern, welche der betreffende Staat aus Arbeit und Produkten erzielt

Quelle : WIKI (2013) aus welchen Steuern finanziert sich Deutschland ? Nicht einfach da "herauszurechnen", was übrigbleibt, wenn ausschließlich reale Produkte - reale Steuern produzieren.

Wenn Baron Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen sich gleich noch zusammen mit seinem Pferd aus dem Sumpf zieht, versteht jeder warum das in der Realität eher nicht wirklich möglich ist.

Wer aus Steuern Leistungen bezahlt um danach für Ausgaben auf eben diese wiederum eine Steuer zu erheben, wie lange wird das wohl funktionieren, wenn weniger bis hin zu keinerlei davon unabhängige Steuern mehr erzielt werden ?

In der Grafik beträgt (alle Zahlen in Millionen) die Lohnsteuer 158.198, die Gewerbesteuer 43.027, die Einkommensteuer 42.280 usw. usf.

Wie viele Millionen davon mögen aus über Steuern finanzierten Tätigkeiten stammen :?: Also alle Leistungen, die nicht einen "echten" Mehrwert, ein Produkt zum Ziel hatten und mit den Einnahmen aus solcher Produktivität zustande kamen ?

Sicher dafür wurden selbstverständlich Arbeiten verrichtet, die einen Wert darstellen, aber die Bezahlung stammt dennoch zu 100 % aus Steuermitteln. Die dabei entstehenden Steuern sind lediglich Rücklauf von ZUVOR anderweitig erzielten Steuern. Da diese keinesfalls die gesamten Ausgaben dafür decken, ist dieser Teil des Systems ohne davon unabhängigen Leistungen nicht denkbar.

Nun wird glücklicherweise ein Staat nicht nur durch die Steuern auf in diesem Sinn produktive Arbeit erhoben (nur die zählt allerdings in dieser Rubrik), sondern auch auf die so zustande kommenden Produkte und oder die daraus entstehende "unproduktiven" Arbeit, wird echte "frische" noch nicht im Umlauf befindliche Steuer erzielt.

Nimmt man also ausschließlich diesen Anteil der durch menschliche Arbeitsleistung entstehenden "frischen" Steuer, wird die "Balance" die ja mit den anderen auf eben diese Produkte entstehenden Steuern gehalten.

Die Frage, was ist "steuertechnisch" gleichbleibend, wenn immer mehr Produkte OHNE menschliche Arbeit zustande kommen. Der Anteil der über Umsatzsteuer - die ja vom Endkonsumenten bezahlt wird - ist ja bereits eine Mischung aus Steuern die aus einer steuerfinanzierten Tätigkeit / Vorgängen lediglich "zurückfließen" und dem echten steuerlichen Mehrwert, der aus dem "nichtsteuerfinanzierten" Bereich stammt.

Ich gebe zu, das klingt höchst komplex, aber das einfachste Beispiel "steuerlicher Inzucht" ist eine Sozialleistung, die zu 100% aus zuvor eingenommenen Steuern besteht, von der lediglich der auf Waren und Dienstleistungen erhobenen MwSt.-Satz wieder zurückfließt.

Rein theoretisch müsste also ein Staat um selbst weiter zahlungs- und handlungsfähig zu bleiben, jeden Wegfall von Steuern aus produktiver Tätigkeit die nun nichtmehr durch menschliche Arbeit (geistige, als auch körperliche) entstehen kann, durch eine entsprechend höhere steuerliche Belastung der Produktion ausgeglichen werden. Unabhängig davon, an welcher Stelle das steuerrechtlich möglich sein könnte.
unity in diversity hat geschrieben:Der uralte Menschheitstraum, sich von der Mühsal der mechanischen Arbeit zu befreien, wird zunehmend Realität.
Jetzt kommt es auf die geistige Arbeitsfähigkeit an.
Erfinden, neu Denken und das alles zu materialisieren, ist eine Kunst, die den Asiaten vorbehalten scheint.
Zu diesem "paradiesischen Zustand" fehlt leider etwas.

Es gibt auch ohne "Roboter" Leistungen die nur noch "virtuell" vermehrt werden. Ein geistiges "Werk" das beliebig kopierbar ist ohne das dabei noch messbare Leistung verrichtet wird, bekommt einen virtuellen Wert zugesprochen. Ein anderer Jobfresser entsteht durch die rasante Weiterentwicklung von sog. "3D-Druckern". Statt Massen auf Lager zu produzieren, wird zukünftig "just on demand" produziert. Weitgehend ortsungebundenen. Vorbei an Zoll und Steuern - dort wo die geringe Menge tatsächlich benötigt wird. Auf den Verkauf dieses "Produkts" werden (dann dort) Steuern erhoben. An garfild - wie lange wird Dein Arbeitgeber noch bereit sein Deinen Schlaf zu finanzieren - warum sollte der das tun :?:

Tom, muss man tatsächlich erst etwas tun - eine Strategie entwickeln - wenn "das Kind bereits im Brunnen" liegt ?
pikant hat geschrieben:wir haben in Deutschland einen Hoechstand an sozialpflichtigen Arbeitsplaetzen und Roboter tragen auch zu mehr Gewinn eines Unternehmens bei und damit steigen auch die Steuereinnahmen.
Stimmt diese Rechnung noch, wenn sich auch nur ein Teil der bereits absehbaren Veränderungen realisiert :?:

Hier wird in allen Ecken über Dinge nachgedacht - diskutiert, die mindestens zum Teil nicht annähernd die Signifikanz dieser weltweiten Entwicklung haben. Immerhin besteht diese Welt aus 7,4 Milliarden Menschen, wovon auch in den entwickelten Ländern, ein nichtmehr geringer Teil über Steuern alimentiert werden muss. Weil "wir" alle gerade in eine weiter "Industrielle Revolution" geraten, die überall bislang undenkbare Geschwindigkeiten entwickelt. Wenn man schon gerade noch davon träumen kann, dass wegfallende Tätigkeiten "irgendwie" ersetzbar sein sollen, geschickte Formulierungen was den "sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten" überhaupt auch "steuertechnisch" aussagen, weit wegschiebt, dann ist alles gut ???
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Re: ROBOTER stehlen deinen Job aber das ist OK ?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 8. Jan 2018, 18:06

immernoch_ratlos hat geschrieben:(08 Jan 2018, 17:43)

Tom, muss man tatsächlich erst etwas tun - eine Strategie entwickeln - wenn "das Kind bereits im Brunnen" liegt ?

Nein, die Strategien soll man jetzt entwickeln, um schnellstmöglich reagieren zu können, wenn KI und Industrie 4.0 voll durchschlagen. Das wird natürlich nicht über Nacht eintreffen sondern ein schleichender Prozess, mal wird eine Abteilung geschlossen, frei werdende Stellen werden nicht mehr mit Menschen besetzt, Ausbildung findet nur noch dort statt, wo Roboter noch nicht leistungsfähig genug sind oder wo die KI noch zu "dumm" ist. Immer mehr junge Menschen strömen in die Unis, Schüler ohne Studienberechtigung sitzen auf der Straße. Gleichzeitig verschläft man in Deutschland die Digitalisierung, in Sachen schneller Internetzugang befinden wir uns auf dem Niveau von Bulgarien und Ungarn, gesetzliche Vorgaben wie das NetzDG und die rigorose Auslegung des UrhG erschweren digitale Startups, der Jobmotor Digitalisierung stottert in Deutschland wie ein alter Diesel. Auf dem Gebiet sind wir schon längst abgehängt und rennen immer nur hinterher, Deutschlands Wirtschaft hängt an Industrien aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson

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