Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

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Teeernte
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon Teeernte » Sa 21. Jan 2017, 21:26

Raskolnikof hat geschrieben:(15 Dec 2016, 12:28)

Da wirst du, je nachdem, wie alt du bist, nicht drum herum kommen. Spätestens deine Enkel werden werden entweder nicht mehr mit Bargeld bezahlen wollen oder nicht mehr können.


Andere Leute machen GESCHÄFT mit deinem Blut ? - dann spende keins,

Andere Leute verkaufen Deine Organe ? - dann mach den Organspende-Ausweis nicht.

Wenn das eine "Schwachstellensuche" für BIG DATA ist .... :D :D :D

Es gibt Leute, die verkaufen Daten....

widersprich der Weitergabe...

Wenn ich Dir eine Prepaid Kreditkarte Erklären muss .....? Wenn die "ALLE" ist ...lässt man sich eine NEUE "schenken".

Das Telefon besorgt man sich von einer grossen Firma - wo der Betriebsrat die Hände auf die Daten ....die Sekretärin die Kartenzuweisung zum Namen im Schreibtisch hat. (Freigabe über Bluetooth - Hotspot)

...oder das Netz nur als Roamingpartner genutzt wird .... zB. eine "Monaco" Karte.... // einem "Telefondienst" der Nichtöffentlich ist...

Über eine verschlüsselte Tier3 haben wir noch gar nicht gesprochen ... andere nutzen die Sprachkanäle hochbelasteter Spieleserver... (da sollte man root Zugang haben) - und Prüfbits mit auslesen können.

Man kann "virtuell" Umziehen... Datenbanken mit Fake ID füllen ("Kundenkarten"......Brillen ! Amazon....) Autoreparatur in kleinen Privatbutzen machen lassen..

Mein Hund nimmt gern Post. :D :D :D - auch virtuelle.

Man kann ....Firmen Tank-karten....

...oder "Türkischen Service" nutzen. In Zukunft wird es diese "Dienste" noch viel mehr geben....genau so wie Briefkastenservice.

Weltweit Büroservice - Mit Sekretärin ? - wer`s Bezahlen kann ....ist garnicht so teuer.

Wer zahlt - nennt Namen und Firma.. :D - los geht`s. Es gibt EU Länder ohne Meldeamt,
(noch) ....Namensänderung ? = ....50 Pfund.

Wer Wind sät ....wird Sturm ernten.

Daten ? - bitte - gegen Geld - wieviel soll es denn sein ? Streetview ? Für den "Fanclub" gibts den Briefkasten...

Es kann viele Gründe geben warum eine Privatperson sich einen Briefkasten bei hoppp//www.XXXXXkasten-adresse.de mietet. Scheidung, Private Geheimisse, immer in Bewegung oder persönliche Schicksalsschläge sind nur ein paar Beweggründe für eine Briefkastenmiete. Wir bieten den Privatpersonen bei Briefkasten-Adresse.de gleich 4 Pakete zur Auswahl. Optional können noch verschiedene Features dazu gebucht werden.
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Raskolnikof
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon Raskolnikof » So 22. Jan 2017, 19:30

@ Teeernte:
Was willst du jetzt mit deinen Ausführungen sagen? Fühlst du dich verfolgt, beschnüffelt, belauscht, bespitzelt, beobachtet? Mein Tipp: Sich selbst einfach nicht so wichtig und ggf. Antidepressiva nehmen. Wie heißt es aber doch so schön? "Und fragen sie ihren arzt oder Apotheker."

Ich liebe Google Maps!
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon jack000 » So 22. Jan 2017, 19:53

Raskolnikof hat geschrieben:(22 Jan 2017, 19:30)

@ Teeernte:
Was willst du jetzt mit deinen Ausführungen sagen? Fühlst du dich verfolgt, beschnüffelt, belauscht, bespitzelt, beobachtet? Mein Tipp: Sich selbst einfach nicht so wichtig und ggf. Antidepressiva nehmen. Wie heißt es aber doch so schön? "Und fragen sie ihren arzt oder Apotheker."

Ich liebe Google Maps!

Der Punkt ist schon der, dass verfolgt werden kann wo man jeweils gewesen ist. BND und CIA können das ebenso feststellen. Solange man aber nicht interessant ist für die hat man keine Nachteile dadurch im Leben ... genau Letzeres ist das entscheidende Argument ob man auf Komfort und Funktionen verzichtet oder nicht.
=> So ist Google-Maps auch ein Tool welches ich mindestens 2 mal jeden Tag nutze und es ist mir egal ob die wissen wo ich gewesen bin!
=> Datenschutz ist wichtig und richtig aber in Paranoia sollte man nicht verfallen ...
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon Raskolnikof » So 22. Jan 2017, 23:31

jack000 hat geschrieben:Der Punkt ist schon der, dass verfolgt werden kann wo man jeweils gewesen ist. BND und CIA können das ebenso feststellen. Solange man aber nicht interessant ist für die hat man keine Nachteile dadurch im Leben ...

Genau. Und ein wenig provokativ gesagt: Wer Google, Google Maps, soziale Netzwerke und Überwachungskameras verdammt und sich nur noch über das Tor-Netzwerk oder JonDonym ins Internet wagt, weil er/sie sich von der NSA, dem Verfassungsschutz, BND oder dem Dorfsherif beschattet fühlt hat vielleicht etwas zu verbergen. Ich meine damit jetzt nicht Nachricht an die WhatsApp-Gruppe des Kegelvereins.
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon jack000 » So 22. Jan 2017, 23:37

Raskolnikof hat geschrieben:(22 Jan 2017, 23:31)

Genau. Und ein wenig provokativ gesagt: Wer Google, Google Maps, soziale Netzwerke und Überwachungskameras verdammt und sich nur noch über das Tor-Netzwerk oder JonDonym ins Internet wagt, weil er/sie sich von der NSA, dem Verfassungsschutz, BND oder dem Dorfsherif beschattet fühlt hat vielleicht etwas zu verbergen. Ich meine damit jetzt nicht Nachricht an die WhatsApp-Gruppe des Kegelvereins.

So ist es ... wenn man das als Maßstab wertet kann man ja gar nichts mehr nutzen da alles aufgezeichnet wird ...
=> Solange ich eh nichts zu verbergen habe und weder meine Frau, mein Nachbar, meine Freunde und mein Arbeitgeber auf diese Daten nicht zugreifen kann ist mir das doch alles wurscht!

Das ist ähnlich wie mit dem Bankgeheimnis, das dient nur dazu das Nachbar, Partner, Freunde, etc... nicht wissen können was ich auf dem Konto habe. Wer seinen Kontostand vor dem Finanzamt verbergen möchte hat Dreck am Stecken!
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon Provokateur » Mo 23. Jan 2017, 12:21

jack000 hat geschrieben:(22 Jan 2017, 23:37)

So ist es ... wenn man das als Maßstab wertet kann man ja gar nichts mehr nutzen da alles aufgezeichnet wird ...
=> Solange ich eh nichts zu verbergen habe und weder meine Frau, mein Nachbar, meine Freunde und mein Arbeitgeber auf diese Daten nicht zugreifen kann ist mir das doch alles wurscht!

Das ist ähnlich wie mit dem Bankgeheimnis, das dient nur dazu das Nachbar, Partner, Freunde, etc... nicht wissen können was ich auf dem Konto habe. Wer seinen Kontostand vor dem Finanzamt verbergen möchte hat Dreck am Stecken!


Das sehe ich anders. Es gibt einfach einen Kernbereich des privaten, der von anderen nicht gesehen werden sollte, egal, ob ich etwas zu verbergen habe oder nicht. Es geht nicht um "Dreck am Stecken".

Konto ist da aber auch ein schlechtes Beispiel.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 23. Jan 2017, 14:23

Was mir auffällt, es scheint einigen überaus wichtig andere davon zu überzeugen jeglicher Schutz der digitalen Privatsphäre sein mindestens dumm, geradezu pathologisch ängstlich und am Ende auch ein Indikator dafür, ob jemand "irgendwie" etwas "unzulässiges", ja gesetzeswidriges zu verbergen habe.

Eine doch recht interessante Einstellung. :p

Besonders in Zeiten politischen Umbruchs. "Noch" nicht in D, einer stabilen Demokratie mit verbrieften vom GG geschützten Rechten, aber eben nicht völlig außerhalb einer Welt mit der Tendenz hin zu einer "guten Diktatur" die ihre Bürger höchst paternalistisch vor sich selbst schützen möchte.

Zwar wird auf entsprechende Beispiele hin (welche sich auf die geänderte Technologie "um uns herum" beziehen) mit z.B. "nur sagt mir dies nichts Neues" geantwortet, aber die Sicht auf die damit verbundenen Gefahren werden gern als rein pathologische Angst abgetan. :s

Was da als "Angst" vorschnell abgetan werden soll, ist eher Vorsicht - Vorsicht in einer Welt die nachweislich jede naive Einstellung bestraft. Mir erscheint dazu passend (aus dem gleichnamigen WIKI) diese Bemerkung : *
Die Rechtssysteme Mitteleuropas sprechen - beispielsweise zum Thema Arglist und Betrug - von einer "zumutbaren Vorsicht", bei deren Fehlen das Strafrecht keinen Schutz gewährt; jener des Zivilrechts bleibt davon unbenommen. Das Schweizer BGE 72 formuliert diesen Grundsatz mit den Worten „... wer sich mit einem Mindestmaß an Aufmerksamkeit selbst hätte schützen“ bzw. „den Irrtum durch ein Minimum an zumutbarer Vorsicht hätte vermeiden können“.


Immer bemüht, das tatsächliche "Risiko" auf seine echte von medialer Übertreibung halbwegs freien "Wert" zu überprüfen habe ich einfach mal folgende Frage "private Daten schützen warum" über Google SSL UND Duck Duck Go (SSL) ins WEB gefragt.

Wer wirkliches Interesse daran hat, sich und seine Familie angemessen zu schützen, wird das problemlos selbst tun bzw. längst getan haben. Eine daraus gewonnene Adresse hier : Quelle : SCHAU HIN - Was Dein Kind mit den Medien macht - "Persönliche Daten im Internet schützen" Offensichtlich kommt auch heutige Erziehung um dieses Thema nicht mehr herum.

Wer sich selbst gern gewollt nonchalant was die Verwendung seiner Daten angeht gibt, kann der mit einer solchen Attitüde tatsächlich den lieben Kleinen beibringen um was es da geht :?:

Warum überhaupt darauf eingehen, wenn all das so unwichtig ist - was geschieht eigentlich all denen, welche vollkommen angstfrei mit den hier geschilderten "nicht existierenden - nur eingebildeten Gefahren" umgehen, wenn das einige anders sehen und "selbstverständlich vollkommen unnötige Maßnahmen ergreifen" ? Tut das weh ? Muss man solche Typen, also wenigstens "verbal", vor sich selbst schützen ? :rolleyes:

Für andere, die noch "nachdenklich sind" diese Adresse : Warum Selbstdatenschutz? Die "Anderen" sind nun ausreichend überzeugt, warum privater Datenschutz nur ein sicheres Anzeichen für pathologische Persönlichkeitsveränderungen darstellt.... :thumbup:
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon Raskolnikof » Mo 23. Jan 2017, 15:04

Provokateur hat geschrieben:Es gibt einfach einen Kernbereich des privaten, der von anderen nicht gesehen werden sollte, egal, ob ich etwas zu verbergen habe oder nicht.

Das ist so nicht richtig formuliert. Dieser private Kernbereich, der von anderen nicht gesehen werden sollte bestimmt ein jeder selbst. Da möchte ich mir von Niemanden irgendwelche Vorschriften machen lassen. Wenn mir danach ist möchte ich die Möglichkeit haben, mein Privat- und Intimleben bei Facebook öffentlich auszubreiten (habe da keinen Bedarf). Viele machen das ja. Und selbst wenn mir nicht danach ist und ich auf jede Form der Verschlüsselung meiner persönlichen Daten aus Bequemlichkeit verzichte, hat das jeder zu akzeptieren. Von daher müsste es heißen:
„Jedem muss die Möglichkeit gegeben werden, seinen privaten Kernbereich, der von anderen nicht eingesehen werden soll entsprechend zu schützen.“

Meine Meinung: Die entsprechenden Möglichkeiten sind da. Wer will kann sie nutzen. Und wer es nicht macht hat die möglichen Folgen selbst zu tragen.

Ich lehne es grundsätzlich ab, mich in diesem Bereich von Politikern, Panik schürenden Netzaktivisten oder anderen Deppen bevormunden zu lassen. Ich brauche niemanden der meint, mich vor mir selbst schützen zu müssen.
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon Shellsort » Fr 4. Aug 2017, 16:23

Raskolnikof hat geschrieben:(23 Jan 2017, 15:04)
Die entsprechenden Möglichkeiten sind da. Wer will kann sie nutzen.[...]
Ich lehne es grundsätzlich ab, mich in diesem Bereich von Politikern, Panik schürenden Netzaktivisten oder anderen Deppen bevormunden zu lassen. Ich brauche niemanden der meint, mich vor mir selbst schützen zu müssen.

Na endlich sagt das mal jemand.

Das gilt meiner Meinung nach übrigens für alle Aktivisten die es übertreiben.
Meine Fragen sind nur Fragen, und gegen niemanden gerichtet.
Auch wenn sie blöd klingen...
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon H2O » So 6. Aug 2017, 08:24

Raskolnikof hat geschrieben:(23 Jan 2017, 15:04)

Das ist so nicht richtig formuliert. Dieser private Kernbereich, der von anderen nicht gesehen werden sollte bestimmt ein jeder selbst. Da möchte ich mir von Niemanden irgendwelche Vorschriften machen lassen. Wenn mir danach ist möchte ich die Möglichkeit haben, mein Privat- und Intimleben bei Facebook öffentlich auszubreiten (habe da keinen Bedarf). Viele machen das ja. Und selbst wenn mir nicht danach ist und ich auf jede Form der Verschlüsselung meiner persönlichen Daten aus Bequemlichkeit verzichte, hat das jeder zu akzeptieren. Von daher müsste es heißen:
„Jedem muss die Möglichkeit gegeben werden, seinen privaten Kernbereich, der von anderen nicht eingesehen werden soll entsprechend zu schützen.“

Meine Meinung: Die entsprechenden Möglichkeiten sind da. Wer will kann sie nutzen. Und wer es nicht macht hat die möglichen Folgen selbst zu tragen.

Ich lehne es grundsätzlich ab, mich in diesem Bereich von Politikern, Panik schürenden Netzaktivisten oder anderen Deppen bevormunden zu lassen. Ich brauche niemanden der meint, mich vor mir selbst schützen zu müssen.


Vielleicht ist diese betonte Unabhängigkeit aber auch nicht das, was uns gut tut. Ich gehe davon aus, daß vielen Nutzern der Netze gar nicht so richtig klar ist, was sie mit der Preisgabe ihrer Daten und ihrer persönlichen Vorlieben möglich machen. Wenn das bewußt geschieht, dann sollte diese Nutzer niemand daran hindern. Aber ich halte es schon für sinnvoll, wenn ausgewiesene Fachleute ungefragt ihre ungebetenen Ratschläge erteilen und darauf hinweisen, wie und mit welchen Mitteln derjenige sich vor systematischer Ausspähung schützen kann, dem diese Sache bis dahin gar nicht bewußt geworden war. Genau genommen müßte es eine immer wieder aktualisierte Richtschnur geben und notwendige Hilfsprogramme, mit deren Hilfe wir die ständig neuen Versuche abwehren können, an unsere persönlichen Daten zu gelangen, ohne deshalb auf die Nutzung des Internets verzichten zu müssen.

Mir jedenfalls fehlt diese Übersicht, über die ein Fachmann verfügen muß.
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon Raskolnikof » So 6. Aug 2017, 11:02

H2O hat geschrieben:(06 Aug 2017, 09:24)

Vielleicht ist diese betonte Unabhängigkeit aber auch nicht das, was uns gut tut. Ich gehe davon aus, daß vielen Nutzern der Netze gar nicht so richtig klar ist, was sie mit der Preisgabe ihrer Daten und ihrer persönlichen Vorlieben möglich machen.

Zumindest junge Menschen wissen es zumeist, mit welchen Risiken sie im Netz unterwegs sind. Schüler lernen heute bereits in der Schule die Gefahren, die im Internet lauern einzuschätzen und sich davor zu schützen. Das Problem dabei ist, dass die Abschottung nach außen gerade bei sozialen Netzwerken nicht gewollt ist. Die Nutzer wollen da ja keine Selbstgespräche führen sondern von möglichst vielen Mitgliedern der Community erreicht bzw. geliket werden. Bei Facebook, aber auch anderen sozialen Netzwerken, beginnt das beispielsweise schon mit dem Profilnamen. Lt. AGB ist nur der eigene Realname zugelassen. Mitglieder können von Facebook gesperrt werden, wenn sie bei der Registrierung einen falschen bzw. Aliasnamen angeben, was aber real selten geschieht. Allerdings ist dieser Passus in den AGBs von Facebook für die meisten Nutzer irrrelevant, weil sie sich freiwillig mit ihrem Realnamen registrieren. Dahinter steckt ja der ausdrückliche Wunsch eines jeden Facebook-Nutzers von der ganzen Nutzergemeinde auch gefunden zu werden. Um dieses anderen zu erleichtern wird ja extra noch ein Profil angelegt, wobei es die Möglichkeit gibt, Geburtsort, Wohnort, Schulausbildung und andere persönliche Dinge bekannt zu machen.

Grundsätzlich positiv bei Facebook ist die Tatsache, jeder Nutzer im Bereich Privatsphäre die Möglichkeit hat, seinen Freundeskreis einzugrenzen, so dass bestimmte Informationen, Beiträge, Fotos etc. nur einen bestimmten Personenkreis erreichen. Ja es besteht bei Facebook sogar die Möglichkeit, sich soweit von der Außenwelt abzuschotten, so dass man nur noch für einen Freund/Freundin erreichbar ist. Diese Funktionen werden auch zunehmend genutzt aber bei weitem nicht von allen. Ein sehr großer Anteil legt sogar großen Wert darauf, von möglichst vielen, auch vollkommen fremden Personen erreicht bzw. geliket zu werden. Da werden mit voller Absicht sämtliche von Facebook zunächst verschlossene „Einfallstore“ geöffnet.

Jetzt passiert folgendes: Ein ansonsten recht vorsichtiger Facebook-Nutzer postet via Facebook einer Freundin/einem Freund eine sehr vertrauliche Nachricht mit einem noch vertraulicherem Foto, vielleicht einer Klassenkameradin oder Klassenlehrerin nackt am Strand auf Korsika (natürlich heimlich aufgenommen). Die Empfängerin ist nun aber eine dieser Facebook Sorglos-Nutzerinnen mit mehr als hundert „Freundinnen“, die täglich mal auf ihrem Profil vorbeischauen. Die Folge: Wenige Tage später kann dann bestenfalls jeder Bambuti auch im allerletzten Kraal Zentralafrikas diese Nachricht lesen bzw. sehen. Wird das peinliche Foto dann im Schneeballsystem auch noch in anderen Netzwerken geteilt wird dieses somit zum festen und unlöschbaren Bestandteil des Internets.

Derlei Dinge passieren täglich überall auf der Welt. Aber mehr als aufklären kann man da nicht. und das wird getan, in den Schulen, den Medien und im Internet. Wir leben in einer Informationsgesellschaft, wo wirklich jede Meldung jeden erreicht aber nur, wenn dieser jemand auch bereit ist, für ihn sicherlich wichtige Meldungen auch zu hören bzw. lesen um danach zu handeln.
Und wer da nicht hören bzw. lesen will muss eben fühlen. Dazu gehören dann u.U. auch strafrechliche Konsequenzen, z.B. bei der Verletzung von Persönlichkeitsrechten.
Genau genommen müsste es eine immer wieder aktualisierte Richtschnur geben und notwendige Hilfsprogramme, mit deren Hilfe wir die ständig neuen Versuche abwehren können, an unsere persönlichen Daten zu gelangen, ohne deshalb auf die Nutzung des Internets verzichten zu müssen.

Wie ich weiter oben ja bereits sagte gibt es solche Richtschnüre. Dabei ging es jetzt allerdings nur um die persönlichen Daten in sozialen Netzwerken. Gefahren lauern natürlich viele weitere im Netz: Trojaner, Würmer, Schadsoftware, Botnetze, Spam, Pishing… Ziel von diesen Fieslingen ist es, an persönlichen Daten zu gelangen, vom Amazon-Zugang bis zur Online-Bankverbindung. Oder es wird der PC ohne Wissen des Nutzers gekapert um von diesem Spam und anderen Müll weiter zu verteilen.

Vor diesen Gefahren schützen Virenscanner und Firewalls, die aber regelmäßig aktualisiert werden müssen, wenn sie auch wirklich schützen sollen. Auf wohl jedem neuen PC oder Notebook ist eine solche Software heute vorinstalliert. Dabei handelt es sich aber in den allermeisten Fällen um eine Probeversion, die nach einer gewissen Zeit als Vollversion käuflich erworben werden kann. Achtet der Nutzer nicht auf die zum Ende der Probezeit entsprechenden Hinweise des Softwareherstellers steht er dann plötzlich ohne jeden Schutz da und weiß es vielleicht noch nicht einmal.

Auch da ist die Initiative des Nutzers gefragt. Es gibt heute sehr gute Virenscanner, die noch nicht einmal etwas kosten müssen. Es muss dabei nicht die auf dem PC/Notebook vorinstallierte Software sein! Aber auch hier gibt es doch wirklich ausreichende Informationen. Selbst in unserer eher provinziellen Tageszeitung wird in regelmäßigen Abständen sehr gut und leicht verständlich auf die Gefahren des Internetzes und möglichen Schutzvorkehrungen hingewiesen. Sogar Volkshochschulen haben das Problem längst erkannt und bieten adäquate Kurse an. Mehr kann man doch wirklich nicht tun. Letztlich ist da ein jeder Internetnutzer gefragt. Ein PC/Laptop ist eben kein simples Bügeleisen.

Viele Nutzer eines PCs haben eben immer noch nicht begriffen, dass eine gute Absicherung ihres PCs genau so selbstverständlich ist wie die der eigenen Wohnung bzw. Hauses. Wer da noch ein altes Schloss aus den 1950er Jahren in seiner Haustür hat darf sich über ungebetenen Besuch auch nicht wundern.
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Re: Sind wir Deutschen zu ängstlich in Bezug auf Datensicherheit (am Beispiel Googles StreetView)

Beitragvon H2O » So 6. Aug 2017, 11:50

Selbstverständlich gibt es mündige Nutzer unserer technischen Möglichkeiten. Sie haben ja auch Recht mit den heute notwendigen Sicherungsmaßnahmen unseres Eigentums und unserer Wohnungen. Aber grundsätzlich gefällt es mir, wenn ich mein Eigentum ungesichert nutzen kann, und alle anderen um mich herum beachten auch meinen Anspruch.

Bei der Datensicherheit denke ich gleich an ein Gespräch im Bus oder in der Eisenbahn, bei dem viele Leute mithören, mit oder gegen deren Willen. Aber solche Gespräche finden statt, heute und auch in Zukunft. Diese Arglosigkeit wird offenbar potenziert in unseren sozialen Medien.

Mich beruhigt schon einigermaßen, daß Schulen inzwischen diese Gefahren erklären. In kommenden Generationen werden die Nutzer also bewußter und sorgfältiger mit ihren Daten verfahren.

Mißbrauch mit Hilfe abgeschöpfter Daten muß aber bestraft werden auch dann, wenn das Opfer aus der Sicht von Fachleuten ziemlich leichtsinnig war.

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