Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

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Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » So 4. Sep 2016, 20:58

Seit einiger Zeit grübele ich über die Zukunft meiner privaten elektronischen Kommunikation. Vordergründig geht es mir es um die Kosten für Internet, klassisches Telefon und Handys. Inzwischen stoße ich aber auf grundsätzlichere Betrachtungen.

Für einen DSL-Anschluß mit einiger Leistungsfähigkeit und ein drahtgebundenes analoges Telefon bezahle ich monatlich regelmäßig ~50 €. Hinzu kommen 2 Handys für meine Frau und mich, um z. B. am mobilen Telebanking mit mTAN teilnehmen zu können. Dafür bezahle ich ~10 €, aber für alle möglichen Gespräche auch ins Ausland bin ich regelmäßig mit 10 bis 20 weiteren Euros dabei.

Mit anderen Worten: Meine Kommunikations-Einrichtungen kosten bei verhältnismäßig bescheidener Nutzung jeden Monat 70 bis 80 €.

Nun gibt es tatsächlich mobile Internetpakete mit 5 GB Datenbezug, die monatlich für ~14 € zu haben sind; bei privater Nutzung sind 5 GB eine ziemliche Menge... und wenn es tatsächlich "kneifen" sollte, dann kann man mit einem vergleichsweise lächerlichen Betrag weitere 5 GB frei schalten. Das "Ende der Fahnenstange" bemerkt man durch verringerte Geschwindigkeit der Datenströme: Zuzahlen, bitte! ;)

Weiterhin gibt es Handytarife, die mit 500 Gesprächsminuten oder 500 SMS und 0,75 GB Daten Internet bei ~8 € liegen. Also, da telefoniert eine Privatperson sich ja schon fast schwindelig, bis das Guthaben monatlich aufgezehrt ist. Natürlich kann man auch da "nachtanken", wenn man es übertrieben hat. Sogar eine gelegentliche mobile Internetteilnahme ist dabei jederzeit möglich.

In meinem Fall könnte ich also meine Kosten von monatlich ~80 € auf monatlich ~14 € Internet plus ~16 € Telefonie auf ~30 € senken, ohne irgendeinen genutzten Vorteil zu verlieren. Das ist eine Menge Holz! Und das Ganze als fest gebuchtes mobiles Gesprächs- und Daten-Volumen ohne Telefonleitung, selbst dann, wenn der Internetrouter weiterhin ganztags stationär an seinem alten Platz betrieben wird. Natürlich wäre das Datenvolumen auf 5 GB begrenzt... aber Filmübertragungen und Fernsehen über Internet gehören wirklich nicht zu meinen Lebensgewohnheiten.

In meinem Nutzungsfall wäre damit schon aus Kostengründen das Ende der klassischen drahtgebundenen Telekommunikation im Privathaushalt erreicht. Ich habe sogar noch herausgefunden, daß mit einem zwischengeschalteten Vermittler meine Handytelefonate nach Polen für 1 ct/min zusätzlich zu haben sind.

Wenn man dieses mobile Konzept umsetzt, dann verliert man natürlich seine über viele Jahrzehnte bewährte Telefonnummer bei der Telekom; außerdem muß die e-mail-Adresse dort aufgegeben werden, wenn der DSL-Anschluß durch einen mobilen Anschluß ersetzt werden soll. Aber da gibt es kostenlosen Ersatz bei gmx mit ...@gmx.de und ...@gmx.net und etlichen anderen Anbietern. Der Ersatz dürfte für Privatpersonen völlig ausreichen.

Als weiterer Nachteil muß angesprochen werden, daß ältere Teilnehmer mit dem herkömmlichen drahtgebundenen Telefon nun eine mobile Telefonnummer anrufen müssen, wodurch diesen Personen zusätzliche Kosten entstehen könnten... wenn sie nicht ohnehin ein Handy benutzen, das unter einem ähnlichen fest gebuchten Volumen zu geringen Kosten zu haben ist. Seniorentelefone dieser Art enthalten sogar bestimmte Alarmfunktionen, die der alte Mensch dann mit dem Handy am Leibe mitführen kann, wo er auch geht und steht. Genau genommen überwiegen auch da die Vorteile des Mobilfunks!

Einen Praxistest habe ich mit dem mobilen Internet schon 18 Monate lang in Polen mit t-mobile-Polska gemacht. Keine Behinderungen bei der Nutzung; im Gegenteil noch mobile Verlegung meines "Büros" an den Ort des Geschehens, teils auf dem "platten Lande". Kosten dort 69,99 PLN/Monat -> ~17 €/Monat. Auch kein "Beinbruch"...

Jetzt werde ich hier in Deutschland einen Feldversuch anlegen mit meiner Fritz!Box 7390 als stationäre "mobile Empfangsstation" und zwei Smartphones. Die bewährte Installation werde ich erst einmal weiter bezahlen, aber nicht mehr nutzen... sie also bewußt still legen, mit der Option, sie sofort wieder nutzen zu können, wenn der Versuch unbefriedigend verlaufen sollte.

Dann steht mir (hoffentlich) das Internet weiter zur Verfügung; mit den Smartphones geht dann international auch SKYPE-Telefon über Internet kostenlos (natürlich gibt es dort auch kostenpflichtige Dienste, die ich aber nicht nutze!) und hauptsächlich die herkömmlichen Handy-Telefonate mit Vermittlung für 1 ct/min, wenn ich Teilnehmer in Polen anrufen will. Nicht zu vergessen die Internetdienste, die mit den beiden Smartphones mobil nutzbar sind. Durch die beiden Handys wird zugleich eine funktionelle Redundanz in unserem Haushalt aufgebaut, und meine bessere Hälfte erwischt mich telefonisch, wo ich auch gehe und stehe.

Noch ein Vorteil wird durch Internetradio mit den Smartphones gewonnen. Nachdem die Rundfunkanstalten ihre LW-, MW-, KW-Sender abgebaut haben, stehen nur noch UKW-FM und UKW-DAB+ Sender im Umkreis von ~100 km zur Verfügung. In WLAN-Reichweite kann man dann weltweit verstreute Sender mit dem Handy und Ohrhörern ganz wunderbar empfangen, wo man geht und steht, ohne dem Partner auf die Nerven zu gehen. Das habe ich in Polen schon mit dem Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur und NDR Info mit besten Ergebnissen genossen. (Natürlich kann man im WLAN-Bereich auch "normales" Internetradio betreiben. Dann müssen aber alle Leute dort mithören... mit gelegentlichem Gemaule.)
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon jack000 » So 4. Sep 2016, 22:47

Generell wird es erstmal darauf hinauslaufen, dass drahtgebundene Einrichtungen durch drahtlose dann ersetzt werden wenn es einen Sinn macht.
Es ist so, das Kabelverbindungen derzeit günstiger sind als kabelose (wenn man es im Gesamtzusammenhang sieht). Für zu Hause macht in jedem Fall erstmal eine Kabelverbindung Sinn, denn die kabelosen Verbindungen haben derzeit zu wenig Kapazität. Das kann funktionieren wenn man z.B. weitestgehend nur Seiten anwählt wie das PF-EU, da nur wenige Daten übertragen werden, beim schauen mehrerer youtube-Videos ist bei kabelosen Verbindungen ruck-zuck Feierabend.

Funkverbindungen werden m.E. überbewertet, da die Qualität und Zuverlässigkeit derzeit noch den Kabellösungen hinterherhinkt. Das geht schon damit los, das manche kabellose Tastaturen und Funkmäuse an Festnetzrechnern haben.
=> Generell gilt: Zwischen Sinn und Unsinn zu unterscheiden! Wenn du mit 70-80€ (für dich und deine Frau zusammen Internet zu Hause + 2 Handys/Smartphones ?) dabei bist, wird es nur wenig Einsparpotential geben.
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon Teeernte » So 4. Sep 2016, 23:54

DSL 16
Ohne Limit bis zu 16 MBit/s
14,99€/MonatTarifdetails
Für 12 Monate,
danach 29,99 €/Mon.
Auswählen
Endlos surfen
ohne Limit
mit bis zu 16 MBit/s Download
und bis zu 1 MBit/s Upload

Internet-Flat
Telefon-Flat


Ins deutsche Festnetz
ISDN-Komfort
Bis zu 3 Rufnummern
Handy-Flat ....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » Mo 5. Sep 2016, 00:07

jack000 hat geschrieben:(04 Sep 2016, 23:47)

Generell wird es erstmal darauf hinauslaufen, dass drahtgebundene Einrichtungen durch drahtlose dann ersetzt werden wenn es einen Sinn macht.
Es ist so, das Kabelverbindungen derzeit günstiger sind als kabelose (wenn man es im Gesamtzusammenhang sieht). Für zu Hause macht in jedem Fall erstmal eine Kabelverbindung Sinn, denn die kabelosen Verbindungen haben derzeit zu wenig Kapazität. Das kann funktionieren wenn man z.B. weitestgehend nur Seiten anwählt wie das PF-EU, da nur wenige Daten übertragen werden, beim schauen mehrerer youtube-Videos ist bei kabelosen Verbindungen ruck-zuck Feierabend.

Funkverbindungen werden m.E. überbewertet, da die Qualität und Zuverlässigkeit derzeit noch den Kabellösungen hinterherhinkt. Das geht schon damit los, das manche kabellose Tastaturen und Funkmäuse an Festnetzrechnern haben.
=> Generell gilt: Zwischen Sinn und Unsinn zu unterscheiden! Wenn du mit 70-80€ (für dich und deine Frau zusammen Internet zu Hause + 2 Handys/Smartphones ?) dabei bist, wird es nur wenig Einsparpotential geben.


Durchaus möglich, daß meine Ansprüche an das mobile Internet weit unter dem liegen, was Sie in Ihrem Fall für vernünftig halten. Erfüllen denn die LTE-Netze nicht die Erwartungen der Teilnehmer?
Also, in Polen flutschte das für meine Bedürfnisse ganz hervorragend. Auch meine polnische Überwachungsanlage mit etlichen Videokameras geht über eine Funkverbindung mit Yagi-Antenne. Auf dem platten Lande geht es ja auch kaum anders.

Der Witz beim "Einsparen" war ja wohl meine Überlegung, mit einem prepaid-Vertrag über schnelles mobiles Internet eines bekannten Discounters gleich die Kombination von DSL und klassischem Telefon einsparen zu können. Kann natürlich sein, daß in der Großstadt die Funkverbindungen nicht so ausgebaut sind wie in Polen auf dem Lande. Hier in der Großstadt gibt es das Telefonnetz immerhin seit vielen Jahrzehnten.

Die verfügbare Bandbreite/Feldstärke des Mobilfunknetzes muß ich also durch einen Versuch testen. Der Anbieter spricht von "bis zu 21 MB/sec". Ich will das für meine Belange tatsächlich erproben, weil meine praktischen Erfahrungen in Polen auf dem platten Lande so ermutigend waren. Der Versuch kann natürlich scheitern. Dann habe ich etwa 50 € verloren und Erfahrungen gewonnen ;) .
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » Mo 5. Sep 2016, 00:10

Teeernte hat geschrieben:(05 Sep 2016, 00:54)

DSL 16
Ohne Limit bis zu 16 MBit/s
14,99€/MonatTarifdetails
Für 12 Monate,
danach 29,99 €/Mon.
Auswählen
Endlos surfen
ohne Limit
mit bis zu 16 MBit/s Download
und bis zu 1 MBit/s Upload

Internet-Flat
Telefon-Flat


Ins deutsche Festnetz
ISDN-Komfort
Bis zu 3 Rufnummern
Handy-Flat ....


Das ist doch der Hammer: Mit Speck fängt man Mäuse!
Zuletzt geändert von H2O am Mo 5. Sep 2016, 00:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon Teeernte » Mo 5. Sep 2016, 00:15

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2016, 01:10)

Das ist doch der Hammer: Mit Speck fängt man Mäuse!


nim (15+30)/2 = 22,50 €

Analogtelefon - woooooo gibts das noch ?
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » Mo 5. Sep 2016, 00:30

Teeernte hat geschrieben:(05 Sep 2016, 01:15)

nim (15+30)/2 = 22,50 €

Analogtelefon - woooooo gibts das noch ?


Das gibt es überall dort, wo keine Leitungen für ISDN verlegt wurden. Leider zeigt sich jetzt, daß ISDN ein totes Gleis gewesen ist, weil nun Internet-Telefonie sowohl ISDN als auch Analogtelefone ersetzen wird. Insofern muß ich mich ohnehin bewegen... siehe neueste Tarife der Deutschen Telekom.
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » Mo 5. Sep 2016, 00:57

jack000 hat geschrieben:(04 Sep 2016, 23:47)

Generell wird es erstmal darauf hinauslaufen, dass drahtgebundene Einrichtungen durch drahtlose dann ersetzt werden wenn es einen Sinn macht.
Es ist so, das Kabelverbindungen derzeit günstiger sind als kabelose (wenn man es im Gesamtzusammenhang sieht). Für zu Hause macht in jedem Fall erstmal eine Kabelverbindung Sinn, denn die kabelosen Verbindungen haben derzeit zu wenig Kapazität. Das kann funktionieren wenn man z.B. weitestgehend nur Seiten anwählt wie das PF-EU, da nur wenige Daten übertragen werden, beim schauen mehrerer youtube-Videos ist bei kabelosen Verbindungen ruck-zuck Feierabend.

Funkverbindungen werden m.E. überbewertet, da die Qualität und Zuverlässigkeit derzeit noch den Kabellösungen hinterherhinkt. Das geht schon damit los, das manche kabellose Tastaturen und Funkmäuse an Festnetzrechnern haben.
=> Generell gilt: Zwischen Sinn und Unsinn zu unterscheiden! Wenn du mit 70-80€ (für dich und deine Frau zusammen Internet zu Hause + 2 Handys/Smartphones ?) dabei bist, wird es nur wenig Einsparpotential geben.


Ich muß sehr kleinlaut gestehen, daß ich die im August 2016 verbrauchte Datenmenge in der Fritz!Box falsch abgelesen hatte. Die beträgt nicht etwa 2,7 GB sondern 27 GB. Das ist die Folge der Videoübertragungen... Das ist über Mobilfunk schier unbezahlbar! Deshalb muß ich leider doch bei dem drahtgebundenen Internet bleiben :D Wieder ein Zahn gezogen! :(
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon Provokateur » Mo 5. Sep 2016, 09:54

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2016, 01:57)

Ich muß sehr kleinlaut gestehen, daß ich die im August 2016 verbrauchte Datenmenge in der Fritz!Box falsch abgelesen hatte. Die beträgt nicht etwa 2,7 GB sondern 27 GB. Das ist die Folge der Videoübertragungen... Das ist über Mobilfunk schier unbezahlbar! Deshalb muß ich leider doch bei dem drahtgebundenen Internet bleiben :D Wieder ein Zahn gezogen! :(


Drahtgebundenes Internet ist auch wesentlich sicherer. Ich benutze WLAN überhaupt nicht.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 5. Sep 2016, 10:00

27GB im Monat ist doch fast nichts, über Mobilfunk trotzdem unbezahlbar. Das wird wohl auch noch länger so bleiben, zumal die Bandbreiten, die in Zukunft benötigt werden (4K-TV) drahtlos wohl nicht zu realisieren sind, besonders wenn es viele Teilnehmer gibt.
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » Mo 5. Sep 2016, 10:39

Mein Sohn hat mich gescholten! Mein privater Datenverbrauch sei der helle Wahnsinn. Also muß ich die Datenfresser suchen.

AdblockPlus aktivieren, um lustige Werbeeinlagen als Datenschleudern zu verhindern
WLAN am Smartphone abgeschaltet, falls da ein Spaßvogel einen heftigen Datenverkehr verursachen sollte

t-online Browser genutzt
politik-forum.eu genutzt

10:30 H 165 MB als Startwert ohne Ursachenforschung
10:34 H 172 MB im Browser ebay angewählt: ~7 MB
10:41 H 174 MB im Browser notebooksbilliger.de angewählt: ~2 MB
10:45 H 178 MB im Browser in notebooksbilliger herum gesucht: ~4 MB
10:50 H 178 MB im Browser nichts bedient: kein Datenverbrauch
10:55 H 178 MB im Browser t-online.de/nachrichten angewählt; nichts bedient: kein Verbrauch
11:00 H 182 MB WLAN Smartphone aktiviert, e-mail geblättert und Junk gelöscht
11:02 H 182 MB WLAN Smartphone nicht weiter bedient: kein Verbrauch
11:04 H 189 MB WLAN Smartphone Überwachungskamera Polen 20 sec betrachtet: ~7 MB
11:06 H 189 MB nichts bedient; WLAN Smartphone & Browser an: kein Verbrauch
11:07 H 189 MB ebay.de angewählt: kein Verbrauch
11:10 H 191 MB ein ebay-Angebot angewählt und betrachtet: ~2 MB
11:14 H 217 MB WLAN Smartphone Überwachungssystem 4 Kameras in Polen: ~16 MB
11:16 H 217 MB nichts bedient: kein Verbrauch (Videos abgewählt!)

Vermutlich sind die Datenfresser gefunden:
Videos der Überwachungskameras in Polen zu betrachten, das frißt Daten.
Neue Seiten im Browser aufbauen, das frißt Daten, wenn auch vergleichsweise bescheiden.
Im PF.eu schreiben kostet damit verglichen nur meine Zeit als Rentner. ;)

Ergebnis der Untersuchung:
    Mit 5 GB prepaid-Vertragsvolumen könnte man etwa 2500 Internetseiten neu aufrufen, aber die Videos der Überwachungskameras darf man sich dann nur 4-mal am Tag jeweils 20 sec ansehen (100 MB Daten insgesamt täglich; ~ 3,1 GB Daten monatlich). Dann bleiben noch 950 neue Internetseiten im Monat.

    An Skype mit Video-Übertragung will ich da lieber nicht denken.

    Wenn ich sehr bewußt mit dem Volumen umginge, dann könnte ich mit einem prepaid-Vertrag für 5GB leben, zumal man erforderlichenfalls für wenig Geld weitere 5 GB "nachladen" könnte.
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » Mo 5. Sep 2016, 10:49

Provokateur hat geschrieben:(05 Sep 2016, 10:54)

Drahtgebundenes Internet ist auch wesentlich sicherer. Ich benutze WLAN überhaupt nicht.


Damit haben Sie völlig Recht; mache ich am Rechner auch so.

Aber es ist natürlich reizvoll, zu Hause in Nordwest-Deutschland mit dem Smartphone auf der Terrasse sitzend kurz 'mal eben in Polen mit der Überwachungsanlage dort nach dem Rechten sehen zu können. Dann ist WLAN doch nicht zu vermeiden.

Aber mir war der Datendurchsatz nicht klar, der sich mit den Übertragungsverfahren/Bildkompression wohl ergeben könnte. Das haut 'rein, siehe: viewtopic.php?f=71&p=3649084#p3649084
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » Mo 5. Sep 2016, 10:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Sep 2016, 11:00)

27GB im Monat ist doch fast nichts, über Mobilfunk trotzdem unbezahlbar. Das wird wohl auch noch länger so bleiben, zumal die Bandbreiten, die in Zukunft benötigt werden (4K-TV) drahtlos wohl nicht zu realisieren sind, besonders wenn es viele Teilnehmer gibt.


Ja, diese Einschränkung habe ich schmerzvoll erfahren; wenn man aber bewußt mit diesen Grenzen umgeht, dann könnte man sich in meiner Anwendung vermutlich ganz gut durchmogeln. Fernsehen über Internet hatte ich gar nicht angepeilt. Freuen wir uns doch über das Internetradio mit Smartphone am WLAN. Hey, das muß ich jetzt gleich auch meßtechnisch erfassen!
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 5. Sep 2016, 11:34

Eine Stunde Internetradio dürfte so ca. 50MB fressen.
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » Mo 5. Sep 2016, 12:50

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Sep 2016, 12:34)

Eine Stunde Internetradio dürfte so ca. 50MB fressen.


Ja, gerade ausgemessen mit der Fritz!Box: 40 min 30 MB/40 min -> 45 MB/h; aber einen Absturz der Internetradio-Funktion des Smartphones hatte ich in dieser Zeit. Da gab es sicher keine Daten...

Mit anderen Worten: Diese Funktion wird das Prepaid-Paket 5 GB nach 4 Tagen (~100 h) geleert haben, Dauerberieselung vorausgesetzt. Wenn ich also täglich ~3 h Internetradio höre, dann reicht
das prepaid-Paket 5GB dafür allein etwa einen Monat lang.

Na ja, da werde ich mit meinem Sohn noch einige Diskussionen haben... ich habe erst einmal kalte Füße bei derart mengenbewußter Kommunikation! :eek:
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 5. Sep 2016, 12:59

Was meckert der denn an 27GB rum? Das ist doch nichts bei normaler Computernutzung. Natürlich über DSL nicht über Mobilfunk.
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » Mo 5. Sep 2016, 13:21

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Sep 2016, 13:59)

Was meckert der denn an 27GB rum? Das ist doch nichts bei normaler Computernutzung. Natürlich über DSL nicht über Mobilfunk.


Nein, der meckert nicht herum; aber er war so angetan von dem prepaid-Angebot eines Discounters und der hohen Kostenkontrolle, daß er im Ernst glaubt, daß ich nach Umstellung darauf monatlich 40 bis 50 € einsparen könnte. Das fand ich auch ganz beachtlich, und deshalb hatte ich nach bestem Wissen und Gewissen untersucht, welche Folgen diese Umstellung auf mein Kommunikationsverhalten haben würde. Zusammengefaßt: Ja, könnte gehen, aber ich müßte dann höllisch auf meinen Datenempfang achten und gelegentlich Datenvolumen nachbuchen. Viel Lust habe ich dazu wirklich nicht.
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 5. Sep 2016, 13:46

Du zahlst über 50,- € für dein DSL? Dann solltest du evtl. einen Wechsel des Anbieters in Betracht ziehen.
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon Teeernte » Mo 5. Sep 2016, 13:58

H2O hat geschrieben:(05 Sep 2016, 01:30)

Das gibt es überall dort, wo keine Leitungen für ISDN verlegt wurden. Leider zeigt sich jetzt, daß ISDN ein totes Gleis gewesen ist, weil nun Internet-Telefonie sowohl ISDN als auch Analogtelefone ersetzen wird. Insofern muß ich mich ohnehin bewegen... siehe neueste Tarife der Deutschen Telekom.


Wenn Du auf ISDN Setzt - das ist ein totes Pferd, es gibt da nicht mal mehr TEILE - .....es müssen Anlagen kanibalisiert werden - um ERSATZ-Teile zu gewinnen...
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Re: Naht das Ende der drahtgebundenen Kommunikation?

Beitragvon H2O » Mo 5. Sep 2016, 14:38

Teeernte hat geschrieben:(05 Sep 2016, 14:58)

Wenn Du auf ISDN Setzt - das ist ein totes Pferd, es gibt da nicht mal mehr TEILE - .....es müssen Anlagen kanibalisiert werden - um ERSATZ-Teile zu gewinnen...


Na ja, damit müssen wir uns abfinden; vor vielen Jahren waren die Nachrichten-Ingenieure so beseelt von ISDN-Telefonie und ihren erweiterten Möglichkeiten, daß die Technik weltweit angeboten wurde. Tja, das Bessere ist der Feind des Guten, und jetzt soll es eben Internet-Telefonie werden. Stellen wir uns also um: Es war schon immer ein Vorteil, wenn man keine Altlasten mitschleppen mußte ;) Immerhin kann man die DSL-Leitung ja für Telefon mitbenutzen. Eine ISDN-Telefonanlage kann man auf mittlere Sicht nur noch entsorgen, wie ein altes Auto.

Denken Sie an unser gutes altes Radio: LW, MW, KW, UKW-FM: Mit Weltempfängern konnte man in Süditalien oder Südfrankreich während der Autofahrt Deutsche Welle 6075 hören, oder in Polen MW oder LW aus Deutschland. Dann sollte es DAB auf allen Wellen werden, schließlich wurden die Sender europaweit abgeschaltet: LW, MW, KW sind tot; UKW-FM gibt es noch, trotz einer Ankündigung, daß diese Sendeart auch eingestellt werden sollte zugunsten DAB+. Damit haben die europäischen Rundfunkanstalten einen Riesenberg Elektronikschrott erzeugt... teures Zeug in Autos und Haushalten. Im Ausland geht "Deutschland" nur noch mit Internetradio... mobil zu teuer auf Dauer, siehe weiter oben. Ok, Satellitenrundfunk gibt es sicher auch noch europaweit. Aber wer stellt sich eine solche Antenne schon vor seine Berghütte?

Sehen wir diese Abläufe philosophisch: Eines Tages werden auch wir entsorgt und junge dynamische Menschen setzen das um, was uns verwehrt wurde. :cool:

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