Linux, Unix und BSD

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Negator
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Linux, Unix und BSD

Beitragvon Negator » Sa 18. Jun 2016, 09:26

Es wird viel über Windows geschimpft - Kosten, Ausspähung, Schadsoftware, Leistung.

Seit vielen Jahren gibt es dazu kostenlose Betriebssystemalternativen wie Linux, BSD und OpenSolaris/OpenIndiana.

Besonders Linux hat nach anfänglichen Schwächen ("Frickelstadium") deutlich aufgeholt. Distributionen wie Linux Mint, Ubuntu und seine Derivate, Debian, Fedora, CentOS, Mageia/Mandriva, openSUSE und das recht neue Manjaro Linux bieten gute Alternativen an.

Die Distributionen sind laufstark, gut konfigurierbar und verfügen über zahlreiche Zusatzsoftware im Softwarecenter. Auch die Treiberverfügbarkeit ist nicht mehr das große Problem aus Anfangszeiten. Einige haben aber noch Updateprobleme.

Ein Überblick: http://distrowatch.com/
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H2O
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon H2O » Sa 18. Jun 2016, 10:00

Negator hat geschrieben:(18 Jun 2016, 10:26)

Es wird viel über Windows geschimpft - Kosten, Ausspähung, Schadsoftware, Leistung.

Seit vielen Jahren gibt es dazu kostenlose Betriebssystemalternativen wie Linux, BSD und OpenSolaris/OpenIndiana.

Besonders Linux hat nach anfänglichen Schwächen ("Frickelstadium") deutlich aufgeholt. Distributionen wie Linux Mint, Ubuntu und seine Derivate, Debian, Fedora, CentOS, Mageia/Mandriva, openSUSE und das recht neue Manjaro Linux bieten gute Alternativen an.

Die Distributionen sind laufstark, gut konfigurierbar und verfügen über zahlreiche Zusatzsoftware im Softwarecenter. Auch die Treiberverfügbarkeit ist nicht mehr das große Problem aus Anfangszeiten. Einige haben aber noch Updateprobleme.

Ein Überblick: http://distrowatch.com/


Die kostenlose UBUNTU-Distribution von Linux benutze ich seit LTS 8.04 (April 2008). Sicherheitsaktualisierungen sind selbstverständlich und bisher immer problemlos gewesen. Das Schöne für den Benutzer ist natürlich der Berg an freien Benutzerprogrammen, die vom UBUNTU-Team (freiwillige Mitarbeiter in aller Welt) geprüft und empfohlen wurden. Die allermeisten dieser Programme haben eine sehr hohe Qualität! Der Umfang der Programmpakete hat im Laufe der Jahre stark zugenommen... nutzt eben den Leistungszuwachs der Elektronik aus. Dann sehen gelegentlich die Freunde von UBUNTU "alt" aus, weil ihre Rechner den Umfang nicht mehr verdauen können (CPU zu langsam, RAM-Speicher nicht ausbaubar...).

In Schritten von 2 Jahren kommt eine neue LTS-Ausgabe (Long Time Support Version) heraus; derzeit gibt es LTS 16.04 (April 2016). Neuerdings werden LTS für Benutzer 5 Jahre gepflegt, und für Serversteuerungen 7 Jahre. Das bedeutet schon, daß ein Rechner deswegen technisch wenigstens 5 Jahre lang nicht aufgerüstet werden muß.

Man muß ein wenig aufpassen, daß man keine Rechner (Laptops) kauft, die mit UBUNTU nicht verträglich sind. Bei LENOVO, HP, DELL, ASUS ist diese Gefahr gering. Aber man sollte sich schon ein wenig erkundigen. Man lasse sich nicht beeindrucken davon, daß dann gern die allerneuesten Modelle der höchsten Leistungsklasse angepriesen werden. Preisgünstige gebrauchte Rechner der Vorgängergeneration tun es auch...

Windows hat im kommerziellen Bereich seine Berechtigung, weil eben viele Programmentwickler Anwendungen auf dieser weit verbreiteten Plattform anbieten, insbesondere im Multimediabereich.
Da wird es viel zu mühselig für den Linuxbenutzer, dort mithalten zu wollen. Die LINUX-Gurus werden diesen Mangel allerdings als Herausforderung verstehen.

Ich kann UBUNTU guten Gewissens empfehlen, wenn alltägliche Aufgaben erfüllt werden sollen. Da geht weitaus mehr als man zunächst glaubt. Aber der Benutzer muß sich technisch schon noch auf Stand halten. Dazu gibt es Hilfen durch aktualisierte Bücher und eine UBUNTU-User-Seite im Internet: http://www.ubuntuusers.de . Dann kann nicht mehr viel schief gehen!
Zuletzt geändert von H2O am Sa 18. Jun 2016, 10:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 18. Jun 2016, 10:01

Linux hat ein Problem bei etwas exotischerer Hardware, eine TV-Karte oder eine Webcam können immer noch Probleme machen und dann ist "Otto Normaluser" verloren, der wird Linux dann löschen und wieder Windows installieren. Und es läuft eben viele Software nicht, da muss man dann mit Wine rumfrickeln, auch das überfordert viele "Otto Normaluser". Sowas verhindert noch den Durchbruch auf dem Desktop.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon H2O » Sa 18. Jun 2016, 10:19

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2016, 11:01)

Linux hat ein Problem bei etwas exotischerer Hardware, eine TV-Karte oder eine Webcam können immer noch Probleme machen und dann ist "Otto Normaluser" verloren, der wird Linux dann löschen und wieder Windows installieren. Und es läuft eben viele Software nicht, da muss man dann mit Wine rumfrickeln, auch das überfordert viele "Otto Normaluser". Sowas verhindert noch den Durchbruch auf dem Desktop.


Das stimmt schon, beruht aber auf einer leichtsinnigen Vorgehensweise: Ein Benutzer fragt sich doch zuerst, was er mit seinem Rechner denn alles machen möchte. Und dann kann er sich umsehen, was bei ebay oder sonstwo mit UBUNTU angeboten wird... und ob er damit seine Aufgaben erfüllen kann. Das gilt auch für Peripheriegeräte wie Scanner und Drucker. So ganz exotisch ist UBUNTU dann doch wieder nicht. Nur eins gibt es nicht... oder kaum: Gewerbliche Hilfe für Privatleute, wenn man sich auf Dauer wirklich als unkundiger Benutzer vor die Tastatur setzen will. Aber wer will, der kann diese Lücke aus eigener Kraft schließen... mit viel Arbeit verbunden.

Mit einer so nüchternen Entscheidung kann der Benutzer viel Geld sparen, und er gewinnt Sicherheit, weil weltweit in Forschungsinstituten mit LINUX gearbeitet wird, die oft unentgeltlich Sicherheitslücken schließen und Programme beisteuern.

Es stimmt auch, daß "viel SW nicht auf LINUX läuft"; was wunder, die wurde unter Windows entwickelt, womöglich mit verdeckten Schnittstellen. Aber für den Privatanwender gibt es für fast sämtliche Programme dieser Art einen brauchbaren Ersatz... kostenlos! Nur muß man sich darum bemühen... da ist nichts zu verdienen, und deshalb gibt es dafür auch wenig Werbung.

Ich wechsele nur auf Windows, wenn ich das muß. Bei UBUNTU habe ich ganz einfach mehr Möglichkeiten, mir selbst zu helfen, wenn es klemmt, warum auch immer. Aber ich warne vor harter Arbeit und so mancher eindringlichen Ermahnung durch unsere Ehefrauen!
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon HugoBettauer » Sa 18. Jun 2016, 10:21

Es kommt immer drauf an, was man haben will. Wenn auf dem Arbeitsplatz Adobe-Programme sein müssen, dann wird es eben Mac oder Windows. Hingegen ist in vielen anderen Arbeitsbereichen überhaupt kein Problem. USB-Webcam angesteckt, geht. Drucker geht, diverse aktuelle Spiele gehen mittlerweile von Haus aus, beileibe nicht alle. Office geht, Tonstudiotechnik/Soundverarbeitung geht. Videoschnitt geht auch, viele bevorzugen aber einen Mac.

TV-Karte? Weiß ich nicht, sowas habe ich schon viele Jahre nicht mehr gesehen. Allerdings gibt es diverse linuxbasierte Wohnzimmercomputer mit einem oder mehreren TV-Tunern (DVB-C, DVB-S). Wird also vermutlich gehen.

Solaris ist tot, sowohl open als auch kommerziell auf nativer Hardware. Das nimmt man nur noch, wenn man spezielle Gründe hat.

Man stecke einfach mal ein Android-USB-Stick in irgendeinen Laptop und schalte ihn ein - oder ein Desktoplinux wie SUSE, Redhat, Ubuntu. Wenn da was nicht geht, das ist schon sehr selten geworden.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 18. Jun 2016, 10:48

H2O hat geschrieben:(18 Jun 2016, 11:19)

...mit viel Arbeit verbunden.

Eben. Und diese viele Arbeit wollen sich die wenigsten Otto Normaluser machen, bei vielen mangelt es aber auch am Wissen. Ich kenne Leute, die wissen nicht, wie der Browser heißt, den sie benutzen und die sind damit überfordert, einen anderen Browser runterzuladen und zu installieren. Da ist an Linux nichtmal ansatzweise zu denken.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon H2O » Sa 18. Jun 2016, 14:37

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2016, 11:48)

Eben. Und diese viele Arbeit wollen sich die wenigsten Otto Normaluser machen, bei vielen mangelt es aber auch am Wissen. Ich kenne Leute, die wissen nicht, wie der Browser heißt, den sie benutzen und die sind damit überfordert, einen anderen Browser runterzuladen und zu installieren. Da ist an Linux nichtmal ansatzweise zu denken.


Die geschilderten Benutzer könnten aber auch ihren Rechner nicht mit einem Betriebssystem laden. Da muß dann entweder ein kundiger Bekannter einspringen, oder aber ein gewerblicher Dienstleister muß die Installation wieder in Stand setzen.

Speziell bei Ubuntu zieht man sich den Browser Firefox und einen ganzen Haufen anderer nützlicher Programme gleich mit dem Laden des Betriebssystems herunter. Wohlmeinende Unterstützer aus der UBUNTU-Gemeinde haben die Programme gleich zu einem Paket geschnürt. In der Sache kann auch Windows nicht einfacher sein; UBUNTU ist für private Nutzer kostenlos.

Was also wirklich zu fehlen scheint, das ist gewerbliche Unterstützung für sehr oberflächliche Benutzer, wenn die durch einen dummen Fehler einmal ihre Installation beschädigt haben. Meine guten Erfahrungen mit UBUNTU: Keine Hackerangriffe, keine Viren...dazu ist möglichen Strolchen der Kreis der Anwender wohl zu klein. Natürlich habe ich keine entsprechenden Erfahrungen mit Windows-Installationen: Ich benutze dieses System wirklich nur wenn ich das tun muß..
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 18. Jun 2016, 15:21

Otto Normaluser kauft sich seinen PC fix und fertig, die meisten Leute kaufen mittlerweile Notebooks, obwohl sie gar kein mobiles Gerät benötigen oder direkt ein Tablet. Ich find Linux ja auch prima, nutze es selber auch zu 100% für die Arbeit, aber wegen der genannten Nachteile wird es sich wohl nicht ggü. Windows durchsetzen. Warum gibt es keine gewerbliche Unterstützung? Weil es zu wenig Leute nutzen, es gibt keine Nachfrage, weil die, die Linux nutzen sich eh selber helfen können oder sich durch Foren helfen lassen.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Liegestuhl » Sa 18. Jun 2016, 15:41

Ich finde, gerade für ältere Leute ist Linux geeignet. Es muss eben einfach nur einmal installiert und konfiguriert werden. Mein Vater (Ende Siebzig) benutzt ein Notebook mit Windows. Ich möchte nicht wissen, auf wieviele Anhänge in Spam-Mails er schon gedrückt hat. Der Rechner ist regelmäßig virenverseucht. Das ist bei Linux-Rechnern sehr unwahrscheinlich. Das Ding ist von meinem Bruder eingerichtet worden. Soll er sich damit abplagen.

Und auch das Installieren von Programmen aus den Paketen ist sehr, sehr einfach.

Ich selber nutze Linux Mint auf allen privaten Rechnern und bin überglücklich mit Linux. Die gesamte Scanstrecke für meine privaten Dokumente habe ich über Linux abbilden können. Oben in meinem Playstation- ...äh...Arbeitszimmer steht ein Scanner und ein Netbook. Da kann ich schnell scannen und anschließend werden die Dokumente optimiert in die Cloud gejagt. Die Indizierung der Dokumente mache ich dann auf meinem Haupt-Notebook auf dem Sofa vorm Fernseher.

Beruflich arbeite ich nur mit Windows bzw. Microsoftprodukten. Ich arbeite privat zum Glück nur vergleichsweise wenig mit Datenbanken, aber sowas komfortables wie den SQL-Server bzw. das Managementstudio würde ich unter Linux vermissen. Die MySQL-Tools sind doch noch sehr rudimentär. Oder kennt da jemand was Vergleichbares?
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon MoOderSo » Sa 18. Jun 2016, 16:31

Liegestuhl hat geschrieben:(18 Jun 2016, 16:41)Oder kennt da jemand was Vergleichbares?

Sowas vielleicht?
https://www.mysql.de/products/workbench/
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon H2O » Sa 18. Jun 2016, 21:16

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2016, 16:21)

Otto Normaluser kauft sich seinen PC fix und fertig, die meisten Leute kaufen mittlerweile Notebooks, obwohl sie gar kein mobiles Gerät benötigen oder direkt ein Tablet. Ich find Linux ja auch prima, nutze es selber auch zu 100% für die Arbeit, aber wegen der genannten Nachteile wird es sich wohl nicht ggü. Windows durchsetzen. Warum gibt es keine gewerbliche Unterstützung? Weil es zu wenig Leute nutzen, es gibt keine Nachfrage, weil die, die Linux nutzen sich eh selber helfen können oder sich durch Foren helfen lassen.


Ein gut ausgestattetes Notebook ist auch für ältere Leute angenehm. Kann man mitnehmen auf Reisen, man hat überall vollen Zugriff auf das Netz. Ich möchte diese Neuerung wirklich nicht mehr missen. Und ich kann mir doch sehr weitgehend selbst helfen, wenn ich meine Ansprüche nicht zu hoch treibe. Mit www.Ubuntuusers.de kommt man meist recht bald zum Ziel.

Die geringere Nutzerzahl schützt uns Linux(UBUNTU)-Nutzer vor so manchem unerwünschten Zugriff auf unsere Rechner und Daten. Gegen die paar Linux-Nutzer schreibt ein pfiffiger Gangster bestimmt keine Schad-SW. Das wäre zu viel Idealismus! ;)

Aber ich entdecke derzeit eine andere Entwicklung: Smartphones und Tablets werden ganz überwiegend mit Android-Betriebssystemen vermarktet. Dieses System ist wohl auf Linux aufgebaut, aber eben kein offenes System mehr. Da wird das Gerät mitsamt seinem Betriebssystem zum Wegwerfartikel. Vorbei die Zeit, als man die HW seines Rechners ausbaute und SW-Versionen nachzog. Vielleicht ist es eine Frage der Zeit, bis Notebooks auch diesen Weg nehmen?
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 18. Jun 2016, 23:09

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Jun 2016, 11:01)

Linux hat ein Problem bei etwas exotischerer Hardware, eine TV-Karte oder eine Webcam können immer noch Probleme machen und dann ist "Otto Normaluser" verloren, der wird Linux dann löschen und wieder Windows installieren.

Ist natürlich ein Widerspruch in sich! Weshalb sollte "Otto Normaluser" "exotische Hardware" benutzen?

Was bis zum gewissen Grad richtig ist: Weshalb sollte sich ein böswiliiger Hacker, der es auf möglichst breite Wirkung absieht, mit exotischen Endusersystemen befassen? Aber: Mit einem Angriff auf Server, auf denen weitaus häufiger Unix/Linuxartige Systeme laufen, ließen sich (indirekt) weitaus größere Schadfälle bewirken.

Aber auch bei den Endusersystemen lautet die entscheidende Frage doch längst nicht mehr Linux vs. Windows. "Nokia und Microsoft: Der Anfang vom Ende" beschreibt heise die Situation auf dem Markt der Endusersysteme. Microsoft sei in dieser Hinsicht eine Art "brennende Erdölplattform".

Bei den konventionellen (nicht unbedingt mobilen) Endusersystemen lautet die entscheidende Frage, ob man kommerzielle proprietäre Software wie konkrete PC-Spiele braucht oder nicht. Wenn nicht, gibts eigentlich keinen Grund, Microsoft Geld dafür in den Rachen zu schmeißen, irgendwann unwartbare Systeme zu haben.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Negator » Sa 18. Jun 2016, 23:12

@H20:

Nethunter ist da gut, eine Mischung aus Kali Linux und Android.

Und Taizen von Samsung, aber da ist noch offen, ob es sich durchsetzt.

Ubuntu für Smartphones ist auch relativ gut, vielleicht gibt es dafür auch mal eine gute Debian-Version.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon H2O » So 19. Jun 2016, 08:40

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Jun 2016, 00:09)

Ist natürlich ein Widerspruch in sich! Weshalb sollte "Otto Normaluser" "exotische Hardware" benutzen?

Was bis zum gewissen Grad richtig ist: Weshalb sollte sich ein böswiliiger Hacker, der es auf möglichst breite Wirkung absieht, mit exotischen Endusersystemen befassen? Aber: Mit einem Angriff auf Server, auf denen weitaus häufiger Unix/Linuxartige Systeme laufen, ließen sich (indirekt) weitaus größere Schadfälle bewirken.

Aber auch bei den Endusersystemen lautet die entscheidende Frage doch längst nicht mehr Linux vs. Windows. "Nokia und Microsoft: Der Anfang vom Ende" beschreibt heise die Situation auf dem Markt der Endusersysteme. Microsoft sei in dieser Hinsicht eine Art "brennende Erdölplattform".

Bei den konventionellen (nicht unbedingt mobilen) Endusersystemen lautet die entscheidende Frage, ob man kommerzielle proprietäre Software wie konkrete PC-Spiele braucht oder nicht. Wenn nicht, gibts eigentlich keinen Grund, Microsoft Geld dafür in den Rachen zu schmeißen, irgendwann unwartbare Systeme zu haben.


Nach Eintritt in das Rentnerdasein ging es mir mit dem Umstieg auf UBUNTU im wesentlichen darum, auf meinem privaten Notebook keinerlei dienstlich beschaffte SW mehr haben zu wollen. Damit war eine sehr klare Trennung vollzogen.

Mit Firefox und Thunderbird unter UBUNTU kann man die Aufgaben eines Normalverbrauchers ganz ohne Probleme lösen; mit dem Paket LibreOffice als fork von OpenOffice sind äußerlich formvollendete Briefe, Zeichnungen, Rechenaufgaben und Datenverwaltungen fast ohne Einschränkung möglich. Webcam im Notebook, Musikabhören oder Radio-Streams abhören... kein Problem; Videos abspielen, online- banking, kein Problem. Scannen und drucken, kein Problem...

Allerdings muß man ein wenig darauf achten, daß die Rechner mit UBUNTU funktionieren. Mit LENOVO, HP, DELL und ASUS kein Problem... die bieten sogar UBUNTU als Installation an, wenn jemand die Mühen der Installation des Systems scheuen sollte. (Aber nur Mut! Die Sache ist inzwischen sehr einfach geworden; ein gebrauchtes Notebook dieser Hersteller [<5 Jahre alt] wird mit UBUNTU wieder zu einem brauchbaren Werkzeug!)

Als erste Maßnahme nach dem Umstieg auf UBUNTU hatte ich PC-Spiele entfernt. Brauche ich nicht. Aber der Hinweis sei gestattet: Auch PC-Spiele gibt es unter UBUNTU. Mag natürlich sein, daß die etwas altbacken sind... da rede ich wie der Blinde von der Farbe.

Rentner hier im Forum: Habt den Mut und versucht es einmal. UBUNTU kann man auch "live" betreiben, indem das Programm in den RAM-Speicher geladen wird. Mit Memorysticks geht das Nachladen aufgerufener Benutzerprogramm recht flott... und Sie werden sehen, daß die Sache gar nicht so abartig ist, wie sie gern dargestellt wird. Und wenn Sie meinen, damit leben zu können, dann können Sie dieses Programm auch endgültig auf ihre Festplatte laden.

Ganz vorsichtige Anwender installieren UBUNTU zusätzlich zu einer Windows-Installation. Dann fragt der Rechner beim Hochstart ganz artig, was es denn sein darf: UBUNTU oder Windows. Ehrlich gesagt: Nur noch sehr selten entscheide ich mich für Windows. Dann geht nämlich eine ziemliche Nerverei automatischer Updates und Anfragen los. Das gibt es unter UBUNTU gar nicht. Und Viren, Trojaner, unkontrollierte Fremdeingriffe in meinen Rechner... was ist das denn?

Vor zwei Tagen ein Schlüsselerlebnis: Irgend welchen Strolchen, vermutlich aus China (Viele mails mit Krähenfüßchen...), muß es gelungen sein, in meinen Speicherbereich bei meinem Provider ein zu dringen, dort mein Passwort zu verändern und dann über 700 e-mails in meinen Speicher zu leiten. Ich selbst hatte unter Thunderbird keinen Zugriff mehr auf meinen Speicher, aber die mail-SW meines Providers aus meinem Firefox-Browser heraus konnte das noch. Mein Provider verwendet seit Jahrzehnten Windows-SW für seinen Server.... Die mails erweckten den Eindruck, als ob ich hunderte unbekannter mail-Adressen angeschrieben hatte, deren Server diese mails an mich zurück verwiesen. Keine der offenbar simulierten Anfragen befand sich in meinem Speicher bei meinem Provider...

Wer dann keine Ahnung hat, wie man aus der Nummer wieder heraus kommen kann, der muß sich an einen Dienstleister wenden... Aber es ging mit der SW des Providers: Passwort dort neu aufgesetzt, und Kontrolle für Thunderbird zurück geholt. Leider kann man nicht ausschließen, daß diese Strolche erneut in den Server meines Providers eindringen!

Ich will nicht behaupten, daß man mit einem UBUNTU-Server des Providers solchen Ärgernissen entgeht; aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist derzeit hoch, daß man davon verschont bleibt. Aber für den Provider wird die Umstellung teuer, wenn seine Mitarbeiter fast ausschließlich auf Windows "abonniert" sind.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon H2O » So 19. Jun 2016, 09:00

Negator hat geschrieben:(19 Jun 2016, 00:12)

@H20:

Nethunter ist da gut, eine Mischung aus Kali Linux und Android.

Und Taizen von Samsung, aber da ist noch offen, ob es sich durchsetzt.

Ubuntu für Smartphones ist auch relativ gut, vielleicht gibt es dafür auch mal eine gute Debian-Version.


Ich vermute, daß diese Auswahl mehr etwas für Leute ist, denen der Rechner an sich zum Lebensinhalt geworden ist. Ich sehe mich mehr als Anwender als als Entwickler und Bastler.

Was mich aber brennend interessiert, das wäre eine SW, mit der man ein Notebook mit Pentium 3 und 378 MB RAM wieder brauchbar betreiben kann. Der Speicher kann nicht erweitert werden, weil der HW-Adressraum mehr nicht zuläßt. Der Rechner war einmal für Windows NT gebaut worden; mit Windows XP ging das noch, wenn man nicht zwei oder drei Programme "parallel" betrieb. Mit UBUNTU 8.04 lief er danach ganz wunderbar, aber mit UBUNTU 12.04 wurde der RAM-Speicher zu knapp... das humpelt, aber geht noch irgendwie... Und danach läuft auf dieser HW keine der UBUNTU-Spielarten mehr so richtig, auch nicht LUBUNTU 14.04, wo man die Benutzeroberfläche auf geringsten Speicherbedarf eingedampft hatte.

Mit DEBIAN 8 kann man das Betriebssystem so einrichten, daß man die Vergrößerung (PAE) des RAM-Adressraums über 4 GB hinaus ausschalten kann, aber der Browser Icebird (Firefox fork) ist zu fett für meinen kleinen Speicher. Icebird humpelt auf meinem Lieblingsrechner mehr schlecht als recht. Schade, der Rechner ist mir in seinen 16 Jahren treuer Dienste sehr ans Herz gewachsen, aber so richtig brauchbar ist er jetzt leider nicht mehr!

Weiß ein Linux-Guru hier noch Rat? Ich gebe ja zu, daß es etwas frivol ist, einen 16 Jahre alten Rechner in der heutigen Netzwelt betreiben zu wollen... aber ich würde mich freuen wie ein Kind, wenn das doch noch für Normalverbraucher zu machen wäre.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon MoOderSo » So 19. Jun 2016, 10:23

Ich hatte mal vor einigen Jahren ein altes Notebook mit einem alten Sempron und 256MB RAM gefunden. Auf dem lief Bodhi Linux ganz passabel. War aber nur Spielerei, denn wirklich schön ist es nicht mehr mit so was altem zu arbeiten - toter Akku, lauter Lüfter.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon H2O » So 19. Jun 2016, 11:28

MoOderSo hat geschrieben:(19 Jun 2016, 11:23)

Ich hatte mal vor einigen Jahren ein altes Notebook mit einem alten Sempron und 256MB RAM gefunden. Auf dem lief Bodhi Linux ganz passabel. War aber nur Spielerei, denn wirklich schön ist es nicht mehr mit so was altem zu arbeiten - toter Akku, lauter Lüfter.


BodhiLinux war vorübergehend aus dem Verkehr gezogen worden; damit hatte ich auch schon mein Glück versucht. Da bin ich schon beim Installieren gescheitert... kann mich schon gar nicht mehr erinnern, was damals meine Hürde war. Auch ist Bodhi nur ein Aufsatz auf der neuesten UBUNTU-Version mit einer sparsamen Bedienoberfläche. Dahinter dürfte klammheimlich die PAE Hürde für schmalbrüstige CPUen lauern!

Und dann hat der Bodhi-Entwickler noch Programmpakete ausgesucht, die wenig Speicheransprüche und CPU-Leistung benötigen. Ich war hellauf begeistert, bis ich an der Installationshürde scheiterte.

Nein, meine uralten Notebooks sind noch tip-top in Ordnung (Toughbook CF-72 von Panasonic);
davon habe ich 10 Jahre lang gleich zwei betrieben, damit ein Verlust durch Außenarbeiten mich nicht behindern sollte. Pentium 3 mit 800 MHz ist heute wohl nicht mehr das Maß aller Dinge... ;)
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon bennyh » So 19. Jun 2016, 12:07

Liegestuhl hat geschrieben:(18 Jun 2016, 16:41)

Beruflich arbeite ich nur mit Windows bzw. Microsoftprodukten. Ich arbeite privat zum Glück nur vergleichsweise wenig mit Datenbanken, aber sowas komfortables wie den SQL-Server bzw. das Managementstudio würde ich unter Linux vermissen. Die MySQL-Tools sind doch noch sehr rudimentär. Oder kennt da jemand was Vergleichbares?

Libreoffice base?
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » So 19. Jun 2016, 12:54

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Jun 2016, 00:09)

Ist natürlich ein Widerspruch in sich! Weshalb sollte "Otto Normaluser" "exotische Hardware" benutzen?

Kontext. Für Linux sind manche Webcams, TV-Karten oder auch Digitizer exotische Hardware. Es gibt auch Smartphones und Tablets, mit denen Linux Probleme hat, die Software ist halt meistens nur für Windows gemacht. Sowas schreckt die normalen User nunmal ab.
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Re: Linux, Unix und BSD

Beitragvon Tom Bombadil » So 19. Jun 2016, 12:59

H2O hat geschrieben:(19 Jun 2016, 10:00)

Was mich aber brennend interessiert, das wäre eine SW, mit der man ein Notebook mit Pentium 3 und 378 MB RAM wieder brauchbar betreiben kann.

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