Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

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hafenwirt
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunf

Beitragvon hafenwirt » Mi 2. Mär 2016, 14:01

Brimborium hat geschrieben:(16 Sep 2015, 15:51)

Ich habe den Eindruck, viele Leute kommunizieren via Smartphone mit ihren Freunden,
wenn sie bei der Familie sind und via Smartphone mit der Familie, wenn sie bei den Freunden sind,
d.h sie kommunizieren immer nur mit demjenigen, der gerade nicht in der Nähe ist und
kaum noch mit denjenigen, bei denen sie gerade sind.
Das Virtuelle ist zum Selbstzweck geworden, um Nähe zu vermeiden.


Den Eindruck kann ich nicht ganz bestätigen.

Es gibt auch genug Menschen, die es zur Arbeitsvermeidung nutzen. Ein Kumpel arbeitet im Chemiebereich und wenn er mal kein Bock hat, geht er ne halbe Stunde aufs Klo und guckt dann im Internet herum oder quatscht mit Freunden.

Diese Strategie, wenn auch nicht immer auf dem Klo, kenne ich von einigen und es stellt sich die Frage, ob die Volkswirtschaft daran zugrunde gegen wird.
...
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H2O
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon H2O » Mi 2. Mär 2016, 14:44

Provokateur hat geschrieben:(02 Sep 2015, 15:40)

Ich wundere mich etwas: Sascha Lobo, der freundliche Papageienblogger (das allein auf seine Frisur bezogen - manche Einlassung von ihm schätze ich sehr) vom Spiegel, hat einen Artikel über das Smartphone geschrieben.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/smartphones-deutschland-verschlaeft-die-revolution-kolumne-a-1051044.html

Seine Kernaussage:


Ich habe kein Smartphone, sondern ein klassisches Tastenhandy. Durch einen Kartenfehler kann ich nichtmal SMS senden, nur empfangen.

Mir fehlt nichts! Wenn ich draußen bin, unterwegs, orientiere ich mich durch Ortskenntnis oder Karten, die ich mir entweder vorher anschaue und einpräge oder, wenn es gar zu unübersichtlich wird, ausdrucke.
WhatsApp und Facebook empfinde ich eher als Kommunikationszwang und Spionagewerkzeuge. Und auch ansonsten bin ich der Auffassung, dass diese Dinger uns das Denken abgewöhnen.

Und ich bin mit dieser Auffassung nicht alleine. Erst am Sonntag habe ich mich mit einer entfernten Bekannten unterhalten, die sich überlegt, zum Tastentelefon zurückzukehren, weil sie ihr Smartphone nervt.

Gibt es einen Zwang, sich so einen Taschenspion anzuschaffen? Ich bin der Auffassung, es geht ohne - und es geht sogar besser. Es hält den Kopf fit.

Aber ich bin auf eure Meinung gespannt.


Im Grunde verschmelzen im Smartphone mehrere gewohnte
Funktionen in einem Gerät; Handy, SMS, Knipsbildkamera,
Navi, e-mail-Zugriff, Browser, Video-Fernanzeige, Video-Telefon
Skype, Organizer, Wecker, FM-Radio.

Das ist gewöhnungsbedürftig, aber man schafft das irgend-
wann auch ohne Gebrauchsanweisung.

Der Witz bei dieser Neuerung ist sicher, daß man nicht viel
davon verstehen muß, und daß das Ding dennoch ganz gut
zu gebrauchen ist. So ähnlich geht uns das doch auch nach
125 Jahren Automobil. Bei einer Panne hat es oft genug gar
keinen Sinn mehr, sich mit dem Schraubenschlüssel ans
Werk machen zu wollen. Ob der Motor nun mit Diesel läuft,
oder mit Brennstoffzelle... Werkstatt! Wenn das Smartphone
seinen Geist aufgibt: Müllentsorgung!

Beeindruckend der Zeitraffer: 125 Jahre Automobil, 12,5 Jahre
Smartphone.

Einziger ernster Kritikpunkt: Gelegentlicher Absturz von Funktionen,
wie in ganz alten Zeiten am Rechner: Ein Re-Boot tut gut!

Was man wohl nicht tun sollte: Ständig nachsehen, ob jemand gerade
etwas mitgeteilt haben könnte. Sich nicht abhängig davon machen. Aber
das ist nur möglich, nicht notwendig!
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Mithrandir
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon Mithrandir » Sa 5. Mär 2016, 00:37

H2O hat geschrieben:(02 Mar 2016, 14:44)
Im Grunde verschmelzen im Smartphone mehrere gewohnte Funktionen in einem Gerät


Das eigentlich Interessante ist es, Funktionen wie GPS, Internet-Zugang, Mikrofon Kamera und Telefon zu kombinieren. Und immer dabei zu haben. Das ermöglicht qualitativ völlig neue Anwendungsmöglichkeiten.
Beispiele:
  • Den Code auf der Stromrechnung kurz vor die Kamera halten, auf dem Display bestätigen und schon ist die Rechnung bezahlt.
  • Wenn man länger als geplant im Restaurant sitzt, ein kurzer Klick und der Parkschein ist verlängert.
  • Taxi benötigt? Ein Blick aufs Smartphone zeigt auf der Karte, wo in der Nähe gerade freie Taxis unterwegs sind. Ein Anruf und nach kurzer Zeit ist der Fahrer da. (Ebenso für Carsharing).
  • Man sieht gerade ein Produkt, hört eine Melodie, betrachtet ein Objekt im Museum und hätte gern mehr Informationen? Bitteschön, hier sind sie.
  • Was ist das jetzt genau für ein Sternbild? Smartphone ausrichten und die Info ist da.
  • Mein Flug geht bald, die E-Mail wurde automatisch ausgewertet und aus Abflugzeit und Position erhalte ich eine Erinnerung sowie einen Vorschlag, welche U-Bahn, Bus usw. zum Ziel führt. Oder welche Straße, bzw. welcher Radweg, je nach Gewohnheit - Zeitplanung natürlich dem Verkehrsmittel angepasst.
  • Im Ausland muss in einer konkreten Situation schnell etwas übersetzt werden? Kein Problem.

Und das sind alles erst die Anfänge, da wird noch viel mehr kommen, was es qualitativ so vorher einfach noch nicht gegeben hat.
Ich bin mit meiner Nutzung ja aus verschiedenen Gründen auch sehr zurückhaltend - aber das Potential ist unübersehbar. Ein kritischer oder bewusster Umgang ist nicht verkehrt, aber eine Gesellschaft die das Potential nicht nutzt, bzw. noch nichteinmal erkennt, wird absolut sicher erhebliche Nachteile haben.
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon H2O » Sa 5. Mär 2016, 09:05

Mithrandir hat geschrieben:(05 Mar 2016, 00:37)

Das eigentlich Interessante ist es, Funktionen wie GPS, Internet-Zugang, Mikrofon Kamera und Telefon zu kombinieren. Und immer dabei zu haben. Das ermöglicht qualitativ völlig neue Anwendungsmöglichkeiten.
Beispiele:
  • Den Code auf der Stromrechnung kurz vor die Kamera halten, auf dem Display bestätigen und schon ist die Rechnung bezahlt.
  • Wenn man länger als geplant im Restaurant sitzt, ein kurzer Klick und der Parkschein ist verlängert.
  • Taxi benötigt? Ein Blick aufs Smartphone zeigt auf der Karte, wo in der Nähe gerade freie Taxis unterwegs sind. Ein Anruf und nach kurzer Zeit ist der Fahrer da. (Ebenso für Carsharing).
  • Man sieht gerade ein Produkt, hört eine Melodie, betrachtet ein Objekt im Museum und hätte gern mehr Informationen? Bitteschön, hier sind sie.
  • Was ist das jetzt genau für ein Sternbild? Smartphone ausrichten und die Info ist da.
  • Mein Flug geht bald, die E-Mail wurde automatisch ausgewertet und aus Abflugzeit und Position erhalte ich eine Erinnerung sowie einen Vorschlag, welche U-Bahn, Bus usw. zum Ziel führt. Oder welche Straße, bzw. welcher Radweg, je nach Gewohnheit - Zeitplanung natürlich dem Verkehrsmittel angepasst.
  • Im Ausland muss in einer konkreten Situation schnell etwas übersetzt werden? Kein Problem.

Und das sind alles erst die Anfänge, da wird noch viel mehr kommen, was es qualitativ so vorher einfach noch nicht gegeben hat.
Ich bin mit meiner Nutzung ja aus verschiedenen Gründen auch sehr zurückhaltend - aber das Potential ist unübersehbar. Ein kritischer oder bewusster Umgang ist nicht verkehrt, aber eine Gesellschaft die das Potential nicht nutzt, bzw. noch nichteinmal erkennt, wird absolut sicher erhebliche Nachteile haben.


Na klar, wir können hier unter die Erfinder gehen und
weitere 1000-fache Möglichkeiten ersinnen, die mit
einem jederzeit nutzbaren und im Grunde frei programmier-
baren, leicht tragbaren Gerät verbunden sind.

Was neben dem allgemeinen Staunen bleibt, das ist die
dumpfe Ahnung, daß wir uns abhängig machen von einer
Versorgung, die mit genügend bösem Willen jederzeit
zerstört werden kann, und daß wir ganz einfach verlernt haben
werden, aus der Natur heraus zu überleben. Dahin vollziehen
wir mit diesen nützlichen Zwergen nur einen weiteren Schritt,
wenn auch einen sehr großen.
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon Provokateur » Sa 5. Mär 2016, 10:36

Mithrandir hat geschrieben:Und das sind alles erst die Anfänge, da wird noch viel mehr kommen, was es qualitativ so vorher einfach noch nicht gegeben hat.
Ich bin mit meiner Nutzung ja aus verschiedenen Gründen auch sehr zurückhaltend - aber das Potential ist unübersehbar. Ein kritischer oder bewusster Umgang ist nicht verkehrt, aber eine Gesellschaft die das Potential nicht nutzt, bzw. noch nichteinmal erkennt, wird absolut sicher erhebliche Nachteile haben.


Na, da verlasse ich mich lieber auf klassische Recherchemethoden. Denn die "digitale Demenz" ist längst kein bloßes Schlagwort mehr. Wir lagern unser Wissen aus, unsere Merkfähigkeit lässt nach. Und vor allem: Wir verlernen die Langeweile, das einzige, was uns laut Nietzsche vom Tier unterscheidet.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon nichtkorrekt » Sa 5. Mär 2016, 10:47

Provokateur hat geschrieben:(02 Sep 2015, 15:40)

Ich wundere mich etwas: Sascha Lobo, der freundliche Papageienblogger (das allein auf seine Frisur bezogen - manche Einlassung von ihm schätze ich sehr) vom Spiegel, hat einen Artikel über das Smartphone geschrieben.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/smartphones-deutschland-verschlaeft-die-revolution-kolumne-a-1051044.html

Seine Kernaussage:


Ich habe kein Smartphone, sondern ein klassisches Tastenhandy. Durch einen Kartenfehler kann ich nichtmal SMS senden, nur empfangen.

Mir fehlt nichts! Wenn ich draußen bin, unterwegs, orientiere ich mich durch Ortskenntnis oder Karten, die ich mir entweder vorher anschaue und einpräge oder, wenn es gar zu unübersichtlich wird, ausdrucke.
WhatsApp und Facebook empfinde ich eher als Kommunikationszwang und Spionagewerkzeuge. Und auch ansonsten bin ich der Auffassung, dass diese Dinger uns das Denken abgewöhnen.

Und ich bin mit dieser Auffassung nicht alleine. Erst am Sonntag habe ich mich mit einer entfernten Bekannten unterhalten, die sich überlegt, zum Tastentelefon zurückzukehren, weil sie ihr Smartphone nervt.

Gibt es einen Zwang, sich so einen Taschenspion anzuschaffen? Ich bin der Auffassung, es geht ohne - und es geht sogar besser. Es hält den Kopf fit.

Aber ich bin auf eure Meinung gespannt.


Ich habe auch kein Smartphone, aus Prinzip nicht. Mich haben Handys allerdings noch nie interessiert, ich bin da allerdings definitiv eine Ausnahme, an meiner Hochschule vielleicht einer unter 100 - aber ist schwierig zu sagen. Ist natürlich auch eine Generationenfrage.

Aber die Thematik zeigt, dass Deutschland in Zukunftstechnologien eher hinterherhinkt, ich denke das Ende des Verbrennungsmotors wäre das Ende von Deutschlands Wohlstand. Ich fürchte Deutschland wird in Zukunft, auch durch die unqualifizierte Masseneinwanderung und die finanziellen und sozialen Kosten die dadurch entstehen, den Anschluß an Hochtechnologieländer, vor allem in Asien, verlieren.
Wer nicht AfD wählt, wählt Merkel.
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon Teeernte » Sa 5. Mär 2016, 11:11

Provokateur hat geschrieben:(05 Mar 2016, 10:36)

Na, da verlasse ich mich lieber auf klassische Recherchemethoden. Denn die "digitale Demenz" ist längst kein bloßes Schlagwort mehr. Wir lagern unser Wissen aus, unsere Merkfähigkeit lässt nach. Und vor allem: Wir verlernen die Langeweile, das einzige, was uns laut Nietzsche vom Tier unterscheidet.


Auch der Smartphone USER hat Stufen der Evolution, einige fallen zurück.

Ich verdiene mein Geld durch die NUTZER..... deshalb wär mein Text durch Eigennutz gefärbt. ...bin bereits PDA eingestiegen.... und nutze 2 (ein IOS und ein Android)

NUR NEBENBEI ........Wer in der Zukunft kein Smartphone hat - wird nicht mal die Klotür aufbekommen.....
Versutus

Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon Versutus » Sa 5. Mär 2016, 11:21

Der Umstand, dass für die Menschen der Moderne die Vermehrung von Optionen, Reichweiten und Kontakten zum kategorischen Imperativ des Handelns geworden ist, ist aber nur die kulturelle Seite des systemischen ökonomischen Zwangs zu stetigem Wachstum, zu Beschleunigung und unablässiger Innovation. Moderne Gesellschaften sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sich nur dynamisch zu stabilisieren vermögen: Sie müssen von Jahr zu Jahr wachsen, beschleunigen und Innovationsleistungen steigern, um ihre Struktur zu erhalten und den Status quo zu reproduzieren.

http://www.taz.de/!161358/

Das bringt es chic auf den Punkt.

Ich habe ein Smartphone, nutze von den Möglichkeiten maximal 40 Prozent.
Warum sollte man die Möglichkeiten auschlagen, selbst wenn man sie nicht alle
nutzt. Die, die ich nutze, möchte ich nicht mehr missen.

Auch das Tablet finde ich eine feine Erfindung.

Abhörbar, ausspionierbar bin ich schon, wenn ich eine einzige Bestellung im Internet vornehme,
ob am PC, mit dem Tablet oder Smartphone, ziemlich egal.
Auch das gute alte Telefon reichte dafür längst aus.
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon Provokateur » Sa 5. Mär 2016, 11:40

Teeernte hat geschrieben:NUR NEBENBEI ........Wer in der Zukunft kein Smartphone hat - wird nicht mal die Klotür aufbekommen.....


Aufgabe des Staates ist es, solchen Fehlentwicklungen vorzubeugen. Man muss ohne die Nutzung irgendeines Drittproduktes am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Ohne wie Öff-Öff im Wald zu leben.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon Raskolnikof » So 1. Jan 2017, 15:56

Nach dem Lesen dieses Threads kann ich nur den Kopf schütteln. Da gibt es Leute, die den Gebrauch eines Smartphones grundsätzlich ablehnen und nur übers Tastentelefon mit ihren lieben Mitmenschen kommunizieren und wiederum andere, die ohne Smartphone und andere technische Errungenschaften das Leben nicht als lebenswert empfinden.
Na und? ist doch vollkommen in Ordnung, sowohl die eine als auch die andere Meinung. Soll es doch jeder so handhaben, wie er/sie es will. Ein richtig oder falsch gibt es da nicht! ich empfinde es nur als äußerst egozentrisch, wenn sich hier der eine oder andere mit seiner Meinung in den Mittelpunkt stellt und sein Handeln zur einzig wahren Religion erhebt. Von mir aus sollen sich die Leute per Telegraph, einem W48, per Pfeifsprache (Kanareninsel Hierro), per Tastentelefon oder mit dem supernigelnagelneuen digitalen Smartphone mit integriertem Neutronenbeschleuniger miteinander kommunizieren. Das alles ist doch so egal wie ein quersitzender Furz.

Na ja, ist ja schön, dass mal über ein derart überflüssiges Thema diskutiert wurde.
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon Ein Terraner » So 1. Jan 2017, 16:07

Smartphone
{
Kommunikation
Information
Navigation
Organisation
Unterhaltung
}

Ich möchte es echt nicht mehr missen, kenne aber auch noch Zeiten mit Wählscheibentelefonen. Diese Zeiten waren durchaus entspannter, für manche. Ach waren das noch Zeiten, mitten im Nichts, ein Motorschaden, eine Telefonzelle und kein Kleingeld.
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon Raskolnikof » So 1. Jan 2017, 16:26

Für derartige Pannen gab es doch die Groschenbox:
http://www.classiccult.com/media/catalo ... ue-3_1.jpg
oder:
https://www.google.de/search?q=Groschen ... 0&bih=1090

Wer so etwas unterwegs nicht dabei hatte war genau so blöd dran wie heute einer mit nem 800 Euro teurem iPhone mit leerem Akku.
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon Excellero » So 1. Jan 2017, 16:49

Ehrlich gesagt hatte ich lange kein Smartphone. Jetzt habe ich eins aus China. :D Das hat mich 200€ gekostet und bietet alles in allem die selbe Ausstattung wie ein highend gerät von Samsung z.B. Und es besitzt einen Akku mit 6000 Ah. Grund für die Anschaffung war, daß ich unterwegs auch aufs Internet zugreifen will. Mir ist das Ding nach wie vor nicht besonders wichtig, aber ab und an ist es ganz praktisch. Gerade für so kleine Gelegenheiten wenn man irgendwo einen QR code findet, oder mal schnell nen Vergleichspreis nachschlagen will... oder was lustiges kurz auf nem Bild fest halten möchte ect. Ständige Erreichbarkeit hatte ich auch davor, und das ist nach wie vor ein Alptraum für mich. Leider aber beruflich nicht vermeidbar. :rolleyes:
Bezahlen mit Handy mag ich nicht. Würd ich auch nie. Ebensowenig werde ich mein Smartphone zu irgendeinem wichtigen Bestandteil meines Berufs- oder Privatlebens machen. Denn das ist aus meiner Sicht dämlich, im anbetracht dessen wie einfach so n Teil kaputt gehen kann, oder geklaut werden kann, oder verloren oder sonst was. Und dann ist das alles weg. Bezahlen ist weg, Termine, Daten, der Einkaufszettel unsw. alles weg. Und womöglich wird das dann auch noch missbraucht nachdem es weg ist. Nene

Bleibt noch Lobos gesabbel wie wichtig ein Smartphone für einen "Flüchtling" ist. Aber dazu spar ich mir den Kommentar.
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
-Immanuel Kant
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon immernoch_ratlos » So 1. Jan 2017, 23:09

Mein "Samsung Galaxy Note II N7100 Smartphone 16GB 5,5 Zoll" - inzwischen über 4 Jahre alt - liegt die meiste Zeit in meinem ebenfalls nur sporadisch genutzten PKW herum. Tolle Apps - irre Möglichkeiten, nur ich bin wegen der allumfassenden Möglichkeiten den man praktisch jeder App zugestehen muss (damit die überhaupt funktioniert) "etwas irritiert". :?

Wegen des damaligen Garantieanspruchs, hatte ich die Idee das Ding zu "rooten" verschoben und inzwischen beinahe aufgegeben. Mir gefällt die geringe Manipulierbarkeit und inzwischen das Ausbleiben von Updates auf die ganzen "Süßwaren" die es inzwischen nur für neuere Modelle gibt. Wenn ich mich am Gerät austoben möchte, kann ich das an einem meiner PC tun. Wer so ein Smartphone benötigt, muss sich falls er / sie den vollen Nutzen haben möchte, wie überall etwas dazulernen. Wer gerne wandert (Fuß oder Rad), kann so eine Kiste mit Hilfe von allerlei frei verfügbaren Karten, so ziemlich überall auf der Welt nutzen. Ganz ohne Internetverbindung - allerdings mit eingeschalteter GPS-Funktion. So was lässt sich problemlos am PC vorbereiten oder tausende von Vorschlägen im Netz nutzen. Vorbei die Zeit wo man sich mit mehreren Messtischblättern "bewaffnet" auf Tour begab. Wer das öfter tut, kommt allerdings mit einem "kleinen Tablett" besser zurecht. :thumbup:

Nun ja, das mag so mancher wieder befremdlich finden, aber wer (im Gegensatz zu mir) entweder beruflich und oder privat unterwegs ist, für den ist so ein Gerät recht nützlich - jedenfalls dann, wenn er / sie sich wirklich mal mit den Funktionen befasst. Nahezu alles lässt sich bei "Nichtbedarf" auch abstellen. Wenn ich wieder mal mehr Zeit dafür habe, werde ich die nun alte Kiste "solange umstricken" bis sie entweder den Geist aufgibt oder ich klarer sehe, wie man einiges soweit "abschalten" kann, das nur immer die Funktionen "aktiv" sind, welche gerade genutzt werden sollen.

Das ebenfalls vorhandene Tablett "Note II" ohne Mobilfunkfunktion (bei Bedarf ist das Smartphone als WLAN-Hotspott) nutze ich hauptsächlich um meine Kindle Buchsammlung lesen zu können (jedenfalls, wenn ich nicht vor einem meiner PC sitze) Schön an beiden Geräten ist der integrierte Schreibstift, meine Fähigkeiten mit dem Fingern irgendetwas - z.B. Buchstaben schnell zu treffen, sind arg enge Grenzen gesetzt. Vermutlich alles Übungssache. :rolleyes:

Fazit, eine durchaus nützliche Sache, wenn man denn warum auch immer bessere Verwendung findet, als ich gegenwärtig. Was die Mobilfunkgeräte angeht, die hatte ich praktisch von Anfang an in Verwendung. An die Möglichkeiten eines inzwischen nicht wirklich teuren Smartphone kommen diese Kisten nun wirklich nicht mehr ran. Ach ja Smartphone verlieren - gestohlen - nun ja, auch dafür gibt es eine nützliche Möglichkeit - kostenlos - einfach feststellen wo, wer das Ding gerade benutzt und im Fall, das wirklich wichtiges an Daten darauf sein sollte (was eigentlich keine gute Idee ist) oder weil man dem Dieb einfach kein funktionsfähiges Gerät überlassen möchte, mittels "Anti-Diebstahl-Feature Smartphone-Fernzerstörung" wird das Gerät zu Elektronikschrott - das gibt es seit 2013 sicher nicht nur für Samsunggeräte. Wer seine Smartphone Daten regelmäßig sichert (Stichwort "Android-Backup erstellen"), hat auch nach einem Totalverlust die meisten Daten noch. Alles kein Hexenwerk und vom PC her sollte das eigentlich jeder kennen... :cool:
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon el loco » Mo 2. Jan 2017, 00:36

Die Trends werden aus Fernostasien stammen, da der Markt ein größerer ist. Ich glaube das wird so ein Hologrammgedöns werden, VR und so.
Who is John Galt?
All die Götter, all die Himmel, all die Höllen wohnen in dir.
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 2. Jan 2017, 08:50

Provokateur hat geschrieben:(02 Sep 2015, 15:40)

Ich wundere mich etwas: Sascha Lobo, der freundliche Papageienblogger (das allein auf seine Frisur bezogen - manche Einlassung von ihm schätze ich sehr) vom Spiegel, hat einen Artikel über das Smartphone geschrieben.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/smartphones-deutschland-verschlaeft-die-revolution-kolumne-a-1051044.html

Seine Kernaussage:


Ich habe kein Smartphone, sondern ein klassisches Tastenhandy. Durch einen Kartenfehler kann ich nichtmal SMS senden, nur empfangen.

Mir fehlt nichts! Wenn ich draußen bin, unterwegs, orientiere ich mich durch Ortskenntnis oder Karten, die ich mir entweder vorher anschaue und einpräge oder, wenn es gar zu unübersichtlich wird, ausdrucke.
WhatsApp und Facebook empfinde ich eher als Kommunikationszwang und Spionagewerkzeuge. Und auch ansonsten bin ich der Auffassung, dass diese Dinger uns das Denken abgewöhnen.

Und ich bin mit dieser Auffassung nicht alleine. Erst am Sonntag habe ich mich mit einer entfernten Bekannten unterhalten, die sich überlegt, zum Tastentelefon zurückzukehren, weil sie ihr Smartphone nervt.

Gibt es einen Zwang, sich so einen Taschenspion anzuschaffen? Ich bin der Auffassung, es geht ohne - und es geht sogar besser. Es hält den Kopf fit.

Aber ich bin auf eure Meinung gespannt.


Mein berufliches Umfeld ist von Informatikern, Programmierern, Naturwissenschaftlern, MINT-Studenten geprägt ... da ist Kommunikationstechnologie-Affinität, soweit ich zurückdenken kann, unterdurchschnittlich oder sogar bewusst negativ angesagt. Wobei man da sicher nicht immer weiß, was öffentlich behauptet und was praktisch gelebt wird. Auch wenn es irgendwo natürlich verständlich ist, dass ein Konditor in seiner Freizeit jetzt nicht als erstes an einen Kaffeehausbesuch denkt.

Aber unabhängig von diesen praktischen Erfahrungen: Ich bin absolut davon überzeugt, dass nur der Rückzug auf rein verbale, rein textuelle Information, egal ob nun geschrieben oder gesprochen, und der totale Verzicht auf jede Art von Visualität die Chance auf echte Informiertheit bietet. Texte kann man in Hinsicht auf ihre logische und sprachliche Geschlossenheit prüfen. Wenn man nur genau hinschaut bzw. hinhört. Das geht mit visuellen Informationen nicht (mehr).
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 2. Jan 2017, 09:23

Mithrandir hat geschrieben:(05 Mar 2016, 00:37)

Das eigentlich Interessante ist es, Funktionen wie GPS, Internet-Zugang, Mikrofon Kamera und Telefon zu kombinieren. Und immer dabei zu haben. Das ermöglicht qualitativ völlig neue Anwendungsmöglichkeiten.
Beispiele:
  • Den Code auf der Stromrechnung kurz vor die Kamera halten, auf dem Display bestätigen und schon ist die Rechnung bezahlt.
  • Wenn man länger als geplant im Restaurant sitzt, ein kurzer Klick und der Parkschein ist verlängert.
  • Taxi benötigt? Ein Blick aufs Smartphone zeigt auf der Karte, wo in der Nähe gerade freie Taxis unterwegs sind. Ein Anruf und nach kurzer Zeit ist der Fahrer da. (Ebenso für Carsharing).
  • Man sieht gerade ein Produkt, hört eine Melodie, betrachtet ein Objekt im Museum und hätte gern mehr Informationen? Bitteschön, hier sind sie.
  • Was ist das jetzt genau für ein Sternbild? Smartphone ausrichten und die Info ist da.
  • Mein Flug geht bald, die E-Mail wurde automatisch ausgewertet und aus Abflugzeit und Position erhalte ich eine Erinnerung sowie einen Vorschlag, welche U-Bahn, Bus usw. zum Ziel führt. Oder welche Straße, bzw. welcher Radweg, je nach Gewohnheit - Zeitplanung natürlich dem Verkehrsmittel angepasst.
  • Im Ausland muss in einer konkreten Situation schnell etwas übersetzt werden? Kein Problem.

Und das sind alles erst die Anfänge, da wird noch viel mehr kommen, was es qualitativ so vorher einfach noch nicht gegeben hat.
Ich bin mit meiner Nutzung ja aus verschiedenen Gründen auch sehr zurückhaltend - aber das Potential ist unübersehbar. Ein kritischer oder bewusster Umgang ist nicht verkehrt, aber eine Gesellschaft die das Potential nicht nutzt, bzw. noch nichteinmal erkennt, wird absolut sicher erhebliche Nachteile haben.

Ja. Natürlich. Das ist verständlich und klar formuliert. Aber die Frage ist: Sind diese neuen Technologien tatsächlich so etwas wie das Fernrohr, das Galilei den Kirchenvertretern hinhielt, um sie aufzufordern, die Jupitermonde doch einfach mal selbst in Augenschein zu nehmen? Bzw. befinden sich die Verächter dieser Technologien in einer ähnlichen Rolle wie die mittelalterlichen Kirchenvertreter? Ich meine: Nein. Denn erstens: Die großen Fragen der Welterkennntnis entscheiden sich an sehr sehr abstrakten Konzepten wie der M-Theorie, bei der einem technische Werkzeuge (abgesehen vielleicht von Computer-Algebra-Werkzeugen) im grundsätzlichen Verständnis kaum weiterhelfen. Zweitens und vor allem jedoch: Mehr und mehr neige ich zu der Erkennntnis einiger Neo-Marxisten, dass gerade die erfolgreichen modernen Kommunikationstechnologien ein Ausdruck für die Richtigkeit der marxistischen Vorhersagen über eine tendenziell sinkende Effektivität und Fortschrittlichkeit der kapitalistischen Produktionsweise sind. Sie scheinen einserseits alles ein- und zu überholen, was an Prognosen über technischen Fortschritt angesagt war, sie sind aber andererseits von ganz eigenartiger und konservativer Beschränktheit, was die Wirkung auf gesellschaftliche Veränderungen anbelangt. Die Zukunft, so wie sie sich heute zeigt, ist im Grunde unglaublich träge, grau, konservativ und alt und bleibt hinter allem zurück, was man so vor 30, 40 jahren an Utopien hegen konnte. Die modernen Navigationsgeräte befinden sich in völlig tradierten Personalfahrzeugen, in denen Leute herumfahren, die an Jesus Christus oder Allah glauben.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Lobo: Am Smartphone entscheidet sich Deutschlands Zukunft

Beitragvon Raskolnikof » Di 24. Jan 2017, 16:16

Zur Eingangsfrage von Provokateur, ob ein Smartphone erforderlich ist oder es einen Zwang gibt, sich ein solches anzuschaffen:
Mit einem generellen Ja oder Nein ist diese Frage nicht zu beantworten. Heute ist das Smartphone in einigen Unternehmen so stark etabliert, dass da Verweigerer keine Chance mehr haben. Da reicht mitunter nicht einmal ein normales Tastenhandy mehr. Es gibt bereits Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in Arbeits- bzw.Telekommunikationsgruppen zusammengefasst haben, um alle jeweiligen Gruppenmitglieder schnell informieren zu können. Das erspart unzählige Anrufe. Statt WhatsApp wird da häufig Threema genutzt. Und dann wären da noch die vielen Arbeitnehmer, die ständig, evtl. sogar 24/7 tel. erreichbar sein müssen. OK, da reicht auch ein Tastenhandy.

Was den Freizeitbereich betrifft: Da gibt es auch gewisse Zwänge, denen sich reife Erwachsene sicher entziehen können, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aber schwerlich. Wenn ein Jugendlicher heute bewusst auf die Nutzung eines Smartphones und damit auf die ständige „Rufbereitschaft“ bei Facebook, WhatsApp, Twitter und Co. verzichtet läuft er starke Gefahr, sozial zu vereinsamen, einfach weil er nichts mehr aus seinem sozialen Umfeld mitbekommt. Das wäre so, als wenn jemand die Tageszeitung abbestellt, keine Nachrichten mehr schaut oder hört und dazu sein Festnetztelefon abstellt. Ein solcher Mensch mutiert dann ganz schnell zu einem Einsiedler bzw. Almödi, der von seinem Umfeld nicht mehr wahrgenommen wird. Diese Gefahr ist bei Kindern und Jugendlichen besonders groß, weil sie die Vielfalt der Informationsquellen selten nutzen. Welche Kinder und Jugendlichen lesen schon die Zeitung oder schauen regelmäßig die Tagesschau oder andere Nachrichtensendungen?
Gestern in der Schule: Frage an die Schüler einer 8. Oberschulklasse, welcher Staatsmann aktuell verstorben ist. Von 25 Schülern wussten das gerade 5. Für einen davon war das allerdings der Bundeskanzler. :eek:

So gesehen hat das Smartphone natürlich für Kinder und Jugendliche im Prinzip keinen geistigen Nährwert. Aber es verbindet; und das ist wichtig.

Ach, noch etwas: Ein guter Freund und auch Smartphone-Abstinenzler sagte mir einmal, dass ein Smarthphone ein „Zeitdieb“ sei und den Nutzern einen beachtlichen Teil ihrer wertvollen Lebenszeit raube. Diese Meinung kann ich so nicht vertreten. Schließlich nutzen die Kiddies das Smartphone ja freiwillig und offensichtlich gern. Das ist doch wie bei einem Hobby. Egal, ob ich mich für die Taubenzucht interessiere, Briefmarken sammle oder Mitglied im Kirchenchor bin: Bei allem, was ich in meiner Freizeit mache tickt die Lebensuhr. Wer vermag da nun zu urteilen, welche Beschäftigung und womit sinnvoll ist? Natürlich würde auch ich es lieber sehen, wenn Kinder und Jugendliche auf eine Art und Weise miteinander kommunizieren, wie wir „Alten“ es früher einmal taten oder in ihrer Freizeit Beschäftigungen und Hobbys nachgehen, die wir für sinnvoll erachten.

Die Uhr lässt sich aber nicht zurück drehen. Die Wirtschaft und der technische Fortschritt hat uns fest im Griff. Nur wir Alten können uns diesen Mächten teilweise entziehen, weil für uns die genannten Gruppenzwänge nicht (mehr) bestehen. Zur Kommunikation mit Freunden in der Ferne reicht auch ein altes W48 Bakellit-Telefon.
Wer anderen eine Bratwurst brät der hat ein Bratwurstbratgerät.
(unbekannter Bratwurstdichter, einer Legende nach aus Thüringen stammend)

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