Netzneutralität auf der Kippe?

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 54366
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Netzneutralität auf der Kippe?

Beitragvon zollagent » Do 23. Jan 2014, 22:15

Sowohl in den USA als auch in der EU bestehen Tendenzen, die Netzneutralität aufzuheben, was bedeutet, daß durch Einsatz finanzieller Mittel Datenraten erhöht und Zugriffe privilegiert werden sollen. Segen oder Fluch? Wünschbar oder abzulehnen? http://www.huffingtonpost.de/2014/01/22/internet-ohne-netzneutralitaet_n_4642378.html?utm_hp_ref=germany&ir=Germany
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
Fuerst_48
Beiträge: 4340
Registriert: Mi 22. Jan 2014, 20:09
Benutzertitel: Cogito, ergo sum

Re: Netzneutralität auf der Kippe?

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 24. Jan 2014, 13:06

zollagent » Do 23. Jan 2014, 22:15 hat geschrieben:Sowohl in den USA als auch in der EU bestehen Tendenzen, die Netzneutralität aufzuheben, was bedeutet, daß durch Einsatz finanzieller Mittel Datenraten erhöht und Zugriffe privilegiert werden sollen. Segen oder Fluch? Wünschbar oder abzulehnen? http://www.huffingtonpost.de/2014/01/22/internet-ohne-netzneutralitaet_n_4642378.html?utm_hp_ref=germany&ir=Germany

Schwer zu sagen...am besten abwarten und Tee trinken!!
GreenStorm
Beiträge: 33
Registriert: Sa 30. Nov 2013, 18:46

Re: Netzneutralität auf der Kippe?

Beitragvon GreenStorm » So 26. Jan 2014, 13:31

Mehr dazu gibts in dem Strang hier gegen Ende...

viewtopic.php?f=30&t=40132&p=2359797
Benutzeravatar
Mithrandir
Beiträge: 5859
Registriert: Di 3. Jun 2008, 02:30

Re: Netzneutralität auf der Kippe?

Beitragvon Mithrandir » So 26. Jan 2014, 15:30

Das ist definitiv abzulehnen.

Ich kann und will selbst entscheiden, mit welchen Servern im Internet ich kommuniziere.
Dafür, dass die Daten in entsprechender Geschwindigkeit übertragen werden, bezahle ich, und dafür erwarte ich dann auch entsprechende Leistung.

Hintergrund ist, dass die Provider, die Verträge für DSL usw. verkaufen, festgestellt haben, dass die Datenübertragung bzw. auch bandbreitige Anbindung an andere Netze etwas kostet.

Jetzt kommen sie also auf die Idee, dass wenn ich z. B. ein Video bei Youtube anschauen will, es nicht reicht, dass ich dafür bezahle sondern dass auch noch Youtube für die Übertragung bezahlen soll. (Ähnlich wie Kabelnetzbetreiber, die nicht nur von den Kunden Gebühren nehmen sondern auch von den Sendern Einspeisegebühren)

Im Endeffekt ist es ein Vorwand, zahlenden Kunden nicht das zu liefern, wofür sie eigentlich zahlen (wobei das z. B. für Youtube ohnehin schon gemacht wird, der Trick ist einfach, beim Peering einen Flaschenhals zu setzen, und schon warten bei manchen Providern trotz 10Mbit-Anschluss die Kunden, dass diese Videos endlich laden - und glauben in den Abendstunden sei Youtube vielleicht überlastet...).
Inhalte von Anbietern die dafür zahlen (also wohl vor allem große kommerzielle Websites, oder Werbe-Netzwerke) kämen dann schnell durch die Leitungen, während kleinere Hobby-Anbieter benachteiligt würden.
HugoBettauer

Re: Netzneutralität auf der Kippe?

Beitragvon HugoBettauer » So 26. Jan 2014, 19:03

Ich finde das sehr gut. Der Kunde kauft eine Dienstleistung, keine Infrastruktur. Also ist der Infrastrukturbetreiber auch frei, diese beliebig mit Dienstleistungen auszulasten.
Benutzeravatar
Jekyll&Hyde
Beiträge: 1272
Registriert: Sa 15. Feb 2014, 09:20
Benutzertitel: Härter! Lauter! Besser!

Re: Netzneutralität auf der Kippe?

Beitragvon Jekyll&Hyde » Do 27. Feb 2014, 09:16

Ich finde die Idee absurd. Das ist etwa so, als würde man ausschließlich extrazahlenden Kunden erlauben, auf der Überholspur der Autobahn zu fahren. Es würde bedeuten, dass man bei jedem Paket und jeder Schnittstelle erstmal prüfen müsste, wer der Absender ist, um die Spur festzulegen. Und das verlangsamt das ganze Netz. Außerdem wissen wir, wie das ausgeht. Bezahlen tun die, die mit Werbung schon jetzt viel Geld scheffeln. Und die Kosten dafür, trägt am Ende der Verbraucher. Wir haben also praktisch nichts davon. So verstopft, ist das Netz nämlich nicht. Nur so Datenschleudern wie Streamdienste, verstopfen die Autobahnen. Sie sollten dafür zahlen, nicht schlechter behandelt zu werden, und nicht, jetzt auch noch Vorfahrt zu genießen!

Außerdem haben neue Webseiten gleich von Vornherein einen Wettbewerbsnachteil. Sie müssten mehr Geld investieren, um mit den Etablierten mithalten zu können. Viele Dienste wie Suchmaschienen, haben extra Strategien entwickelt, wie sie beides garantieren können. Also den Normalkunden zufrieden zu stellen und auch die Zahler. Aber auch nur, weil sie selbst von beiden Kunden abhängig sind. Die Netzbetreiber hingegen, haben praktisch das Monopol. Sie diktieren jetzt die Regeln. Dabei haben wir Steuerzahler, dieses Netz nicht nur gebaut, sondern auch groß gemacht. Wir finanzieren es durch die Benutzung. Aber die Gierigen der Welt, strecken jetzt ihre Finger nach Gewinnen aus. Und es wird nicht mehr lange dauern, dann lassen sich die Politaffen für ein paar Silberlinge beknien. So war es immer und so wird es immer sein. Gott Mammon hat das Sagen!
Zuletzt geändert von Jekyll&Hyde am Do 27. Feb 2014, 09:32, insgesamt 2-mal geändert.
If God needs your help, he's not God! [Dusty Smith]
Benutzeravatar
MoOderSo
Beiträge: 7644
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 22:54
Benutzertitel: (•̀ᴗ•́)و

Re: Netzneutralität auf der Kippe?

Beitragvon MoOderSo » Do 27. Feb 2014, 22:09

SoleSurvivor » So 26. Jan 2014, 19:03 hat geschrieben:Ich finde das sehr gut. Der Kunde kauft eine Dienstleistung, keine Infrastruktur. Also ist der Infrastrukturbetreiber auch frei, diese beliebig mit Dienstleistungen auszulasten.

Wenn du dir das nächste Mal ne Currywurst bestellst, möge der Dienstleister bitte auch mal nach Gutdünken selbst entscheiden, wann du welche Teile der Wurst bekommst.
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.

Zurück zu „43. Computer - Internet - Telekommunikation - Netzpolitik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste