Emailverschlüsselung - Umfrage -

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Emailverschlüsselung?

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H2O
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Re: Emailverschlüsselung - Umfrage -

Beitragvon H2O » Do 3. Nov 2016, 15:16

Wächst hier denn nicht allmählich Kaisers Bart durch die Tischplatte? Jeder kann tun und lassen, was er möchte: Tontäfelchen verschicken. Postkarten schreiben, seine Nachrichten verschlüsseln. Als Variante kann ich noch verschlüsselte Tontäfelchen anbieten und verschlüsselte Postkarten.
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immernoch_ratlos
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Re: Emailverschlüsselung - Umfrage -

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 4. Nov 2016, 12:17

H2O hat geschrieben:Wächst hier denn nicht allmählich Kaisers Bart durch die Tischplatte?

Damit hast Du vollkommen recht - ein Zustand in der sich nach einer gewissen Anzahl von verschiedenen Meinungsäußerungen die meist eher einem Schlagabtausch gleichen, dem beinahe jedes Thema hier ausgeliefert ist. Selten das es zu einem gewissen Konsens kommt. Wenn das meinem Verständnis von "Freiheit" entsprechen würde, wäre das Thema mit Deiner Anmerkung "... was er möchte: Tontäfelchen verschicken. Postkarten schreiben, seine Nachrichten verschlüsseln...." wohl tatsächlich erledigt.

Nun ohne die Idee irgendetwas zu verschlüsseln um es als geistiges Eigentum (völlig unwichtig wie trivial sein Inhalt sein mag) weiter zu besitzen und es nur freiwillig mit einer von mir zu bestimmendem Personenkreis auszutauschen, selbst weiter zu strapazieren, ich sehe da noch einen anderen wichtigen Gesichtspunkt berührt, der eine große Anzahl anderer, scheinbar damit nicht zusammenhängender Ereignisse berührt.

Was mich an den neuen technologischen Fortschritten am meisten beunruhigt, ist der zunehmende Verlust meiner Souveränität, eigene unabhängige Entscheidungen zu treffen - treffen zu können. Leider spiele und verstehe ich die Regeln von Schach nicht wirklich. Dennoch, wenn ich genau wüsste, bevor der Gegner auch nur seinen nächsten Zug umsetzt, wie der "tickt" und ich mich vollkommen darauf einrichten kann, könnte mir das eine Chance geben, alles zu konterkarieren was der so unternehmen WIRD.

Je mehr ich über einen Menschen weiß, desto einfacher wird auch die Manipulation. Einige Figuren aus der Geschichte legten größten Wert darauf über alle die ihnen wichtig erschienen, ein möglichst umfangreiches Dossier anzulegen - über Freund und Feind - denn schon morgen konnte sich das Blatt wenden und es wurde wichtig auch über ehemalige Freunde "alles" (alles dem man habhaft werden konnte) zu wissen. So wurde voraussehbar, was jemand in einer bestimmten Situation wohl tun oder lassen würde usw. usf.

Eine bekannte Figur - Armand-Jean du Plessis, duc de Richelieu - oder kurz "Kardinal Richelieu" war darin ein Meister. Zu welcher Machtentfaltung wäre der fähig gewesen, hätte er die heutigen Möglichkeiten zu seiner Verfügung gehabt.

Es ist also keineswegs eine falsche, eine gar gestörte - paranoide Vorstellung - wenn man dieses Wissen, das bei Bedarf über jeden schon jetzt abrufbar ist, fürchtet und nach Wegen sucht seine Entscheidungssouveränität zu erhalten oder wenigsten noch einigermaßen unabhängig zu gestalten.

Was richtet allein schon das Gefühl permanent überwacht zu werden an ? Jemand der erfährt, wie von ihm ausgehend, nach und nach all seine Verwandten, seine Freunde und gleich jeder, der mit ihm in Berührung kommt, einer verstärkten Überwachung ausgesetzt sind. Das Verhalten solcher Personen ist reichlich dokumentiert. Ihre Entscheidungen werden immer mehr von diesen Maßnahmen beeinflusst. Die Freiheit, die Souveränität - unabhängige Entscheidungen zu treffen geht nach und nach verloren.

Die einzige Selbstverteidigung ist - will man nicht komplett auf das verzichten, was jeden heute umgibt - seine Schritte überall dort, wo es dafür Möglichkeiten gibt dies zu tun, mindestens zu verschleiern. Big Data ist nicht "gottgegeben" (falls die Schöpfungsideologie von Bedeutung ist), es sind menschliche Erfindungen, die man durchaus begrenzen kann und darum geht es auch hier, bei dem Versuch einen Bereich schlicht "privat" zu erhalten.

Die erstaunliche Selbstaufgabe, die einem täglich überall begegnet, ist wie eine ansteckende Krankheit, der man durchaus präventiv mit "Impfung" begegnen kann.

Diktaturen können sich oft nur so erfolgreich an der Macht halten, weil sie durch entsprechende Maßnahmen die souveräne Selbstentscheidung erfolgreich in eine konformes Massenhandeln umleiten. Dort ist jeder in Gefahr, der sich eigenes Denken bewahrt. Einige, welche u.U. gleich zwei Diktaturen in Folge erlebt haben, haben dieses antrainierte Verhalten auch in einer weitgehend demokratischen Umgebung nicht verändert. Es ist ihnen teilweise vollkommen fremd, eigene nicht von irgendwem vorgegebene Meinung zu artikulieren. Sich so zu verhalten, ist ihre Vorstellung einer "freien Entscheidung".

Für nicht wenige, ist der "süße" Angriff auf nahezu alle Bereiche der Lebens mit "Big Data" (nur ein Synonym für sehr komplexe Zusammenhänge) überhaupt nicht bewusst. Ein wahres Eldorado für jeden, der gerne eine Diktatur errichten möchte. Anders ist es wohl kaum zu erklären, wie viel heute die Masse der Menschen bereitwillig und nicht immer bewusst, über sich und leider auch alle Anderen in ihrem Umfeld ohne das geringste Zögern weitergibt. Obwohl es eine Wahl gibt, die allerdings mit eine gewissen "Arbeit" verbunden ist, die Wahl, z.B. "WhatsApp" oder eben gleich ein verschlüsseltes System mit "Threema" zu nutzen und es auszuhalten, das man damit bei Anderen auf Unverständnis stößt, ganz genauso wie hier über die Idee, seine "Briefe zukleben" zu wollen...

Das sollte den "Bart" wieder aus der Tischplatte ziehen....
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Re: Emailverschlüsselung - Umfrage -

Beitragvon Texas41 » Sa 5. Nov 2016, 16:49

Wo wird man denn heutzutage in der Entscheidungssouveränität eingeschränkt? Wer zwingt dich wozu oder beschneidet dich in deinen Wahlmöglichkeiten? Mir schreibt keiner etwas vor. Ich fälle meine Entscheidungen zu einem Thema nachdem ich mich umfassend damit beschäftigt und das Für und Wider abgewogen habe. Ich wüßte momentan nicht wer - abgesehen von meiner Familie - in der Lage wäre, diese Entscheidungen zu beeinflussen.

Außerdem würde mich brennend interessieren, wie sich das Verhalten, das mir in der sogenannten Diktatur der DDR antrainiert wurde, denn äußert? Und mir DDR-Geschädigtem ist es also fremd, meine Meinung zu artikulieren? Ich sage meine Meinung laut und klar und im Gegensatz zu den "Nicht-DDR-Geschädigten" sage ich meine Meinung auch jedem ins Gesicht auch wenn das in dieser Gesellschaft nicht Usus ist und sehr viele Leute damit nicht umgehen können. Und wenn ich mir z.B. die Pegida-Demos so ansehe dann sagen die Leute dort klipp und klar ihre Meinung - völlig unabhängig davon, was der Rest Deutschlands davon hält.

Und eins noch zur freiwilligen Datenweitergabe: ich nutze kein WhtasApp (ich hab nicht Mal ein Smartphone), ich bin weder bei Facebook noch bei Snapchat oder Twitter denn ich halte nix von diesen asozialen Netzwerken und brauche sie auch nicht! Ich nutze keine Kundenkarten der Lebensmittelläden, ich nutze nicht Mal online-Banking. Bei mir haben Daten-Sammler schlechte Karten und trotz allem sehe ich keinen Grund, meine Emails zu verschlüsseln!
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Re: Emailverschlüsselung - Umfrage -

Beitragvon immernoch_ratlos » So 6. Nov 2016, 11:47

Lieber Texas41 - Du musst rein garnix ändern - alles ist gut !

Einige Deiner Fragen kannst nur Du selbst beantworten. Schön, wenn Du schon immer so frei Deine Meinung geäußert hast - da sind wir uns ganz gleich - auch was "WhtasApp" (ich nutze wenn schon, "Treema") "Facebook" - "Twitter" und "Kundenkarten" und dergleichen mehr angeht, auch da (das sollte allerdings schon zuvor klar gewesen sein) bin ich total d'ac­cord mit Deiner Einstellung. Schon das Du die "sozialen Dienste" als "asozial" bezeichnest, gefällt mir sehr. Das war mein erster Gedanke, als diese "Dienste" anfingen das Narrenschiff zu füllen.

Was unsere Entscheidungssouveränität angeht, solltest Du nochmal nachdenken - womöglich kann man sich einer systematische Beeinflussung nur dann entziehen, wenn einem diese voll bewusst ist. Misstrauisch genug bist Du ja schon - weiter so - auch ohne :D E-Mail-Verschlüsselung :thumbup:
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Re: Emailverschlüsselung - Umfrage -

Beitragvon Raskolnikof » Mi 16. Nov 2016, 11:44

Eigentlich kann es nur ein Fazit geben: Wer im Bereich IT verschlüsseln will solle das tun. Kein Mensch wird ihn daran hindern, jede Woche für die verschiedensten Anwendungen jeweils ein neues 20-stelliges Passwort bestehend aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen wie von Hugo Bettauer vorgeschlagen auswendig zu lernen. Auch gibt es Verschlüsselungsprogramme in Hülle und Fülle. In der Wirtschaft, der Industrie und den Behörden ist die Verschlüsselung in sensiblen Bereichen Standard.
Im privaten Bereich hat da aber der Staat rein gar nichts verloren. Da lasse ich mir von keiner Seite vorschreiben, ob, was und wie ich etwas zu verschlüsseln habe. Mir verbietet ja auch keiner, Post- und Ansichtskarten mit mit persönlichen Inhalten zu versenden oder seitenlange Briefe im nur eingeklappten Briefumschlag.
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Re: Emailverschlüsselung - Umfrage -

Beitragvon Raskolnikof » Di 22. Nov 2016, 23:00

Datensicherheit und Verschlüsselung im privaten Bereich sollte niemanden vorgeschrieben werden. Wer nach der "Volksverschlüsselung" schreit oder sagt, dass uninformierte Bürger vor ihrer Dummheit geschützt werden müssen kommt zwangsläufig an ein Verbot sozialer Netzwerke (Facebook, Twitter, WhatsApp etc.) nicht vorbei. Wer sich so etwas wünscht solle doch bitte noch Nordkorea auswandern!
Ich finde es richtig, insbesondere die junge Generation eindringlich auf die möglichen Gefahren, deren wir uns hier wohl alle bewusst sind, eindringlich hinzuweisen. Dann ist aber auch Schluss. Letztendlich ist jeder für sich selbst verantwortlich. Wer dann immer noch auf Facebook sein gesamtes Privat- oder sogar Intimleben meint verbreiten zu müssen muss dann auch mit den eventuellen Folgen leben.

Damit schließe ich auch die Emailverschlüsselung ein. Wer verschlüsseln will solle das tun. Die anderen schreiben eben "Ansichtskarten". ;)
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Re: Emailverschlüsselung - Umfrage -

Beitragvon SpukhafteFernwirkung » Mi 23. Nov 2016, 00:07

ich hab vor langen Jahren auf meinem Nokia n95 schon sms verschlüsselt. angenehmer Nebeneffekt: statt 160 passten 1000 zeichen in eine sms...
IT'S A LONG WAY TO THE TOP (IF YOU WANNA ROCK 'N' ROLL) - AC DC!!
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Re: Emailverschlüsselung - Umfrage -

Beitragvon Raskolnikof » Mi 30. Nov 2016, 15:26

1000 Zeichen in einer SMS? Wer tut sich eine solche Nachricht auf dem Mäusekino an? SMS = Short Message = Kurznachricht! ich habe selten die 160 möglichen Zeichen benötigt.
Zudem frage ich mich, was der Empfänger mit einer verschlüsselten SMS macht, wenn er nicht das Verschlüsselungssystem des Absenders nutzt?
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