mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

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watisdatdenn?
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mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon watisdatdenn? » Do 12. Jul 2018, 05:52

Eine tolle Meldung!

Im ersten Halbjahr 2018 wurde in Deutschland mehr Strom durch erneuerbare Energie erzeugt als durch Kohle!

http://w3.windmesse.de/windenergie/pm/2 ... il-anstieg

Was meint ihr?
Ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht, weil die Grundlast bald nicht mehr sichergestellt werden kann, oder lässt sich das noch weiter steigern?
Bei wie viel Prozent erneuerbarer Energie ist euer Meinung nach Schluss?
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Jul 2018, 07:28

watisdatdenn? hat geschrieben:(12 Jul 2018, 06:52)

Eine tolle Meldung!

Im ersten Halbjahr 2018 wurde in Deutschland mehr Strom durch erneuerbare Energie erzeugt als durch Kohle!

http://w3.windmesse.de/windenergie/pm/2 ... il-anstieg

Was meint ihr?
Ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht, weil die Grundlast bald nicht mehr sichergestellt werden kann, oder lässt sich das noch weiter steigern?
Bei wie viel Prozent erneuerbarer Energie ist euer Meinung nach Schluss?

Theoretisch nahe 100%, praktisch wird man aber immer ein paar Gas- oder Dieselkraftwerke primär zur Erzeugung von Nah- und Fernwärme betreiben wollen, die nebenher Strom abwerfen. Zudem sind viele Gaskraftwerke erst in den 90ern oder später gebaut und werden uns noch einige Jahrzehnte begleiten, genau wie die auslaufende Kernenergie nicht so schnell verschwindet. Dafür wird die Lobby schon sorgen. Man darf EE nicht auf Wind und PV verengt betrachten. Diverse Techniken können bedarfsorientiert und in kleinem Maßstab gefahren werden, Biogas, Biomasse, insbesondere natürlich alle Spielarten von Holznutzung. Ein modernes Biomassekraftwerk kann im zweistelligen Megawattbereich Strom liefern, daneben ist es gut für Abwärmenutzung (Nah- und Fernwärmenetze, Betrieb von Pumpen für Speicheranlagen) geeignet. Hier stellt sich aber das Dilemma, ob man wärmegeführt oder stromorientiert produzieren will, irgendwas ist immer "zuviel".

Ein weiteres Element zur Behandlung von Bedarfs- und Angebotsschwankungen sind die bereits vorhandenen Pumpspeicher. Wir werden voraussichtlich mittelfristig ein rechnerisches Überangebot von Strom in reversiblen Verfahren "vernutzen" (zB Herstellung von Wasserstoff), während wir punktuelle Knappheiten aus Speichern, Wasserstoff und regelbaren Biomassekraftwerken bedienen können.

Ein interessanter Baustein wird oft vergessen: Durch die Digitalisierung und Vernetzung ("IoT", "Smart Grid") können wir Großverbraucher auf Stromüberangebote hin optimieren, wenn sich deren Einsatzzweck dafür eignet. Bis das im Kleinen bei der Waschmaschine/Trockner ankommt, die man morgens belädt und die irgendwann im Tagesverlauf, spätestens aber rechtzeitig vor dem Heimkommen die Wäsche durchwäscht, wird aber noch viel Zeit vergehen.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Kamikaze » Do 12. Jul 2018, 07:35

Das "Ende der Fahnenstange" wird maßgeblich vom Fortschritt des "Smart Grid" - also der intelligenten Steuerung von "Großverbrauchern" und den Systemen zur Energiespeicherung abhängen.
Aktuell erscheint mir ein Anteil von 80% als jetzt schon technisch machbar und in absehbarer Zeit realistisch.
Speichersysteme für Einzelverbraucher (Privathaushalte oder Handwerks- bzw. Industriebetriebe) sind derzeit leider noch sehr teuer und damit nur in seltenen Fällen ökonomisch sinnvoll.
Ich denke, dass insbesondere die Einführung von "Strompreis nach Angebot" (Voraussetzung dafür ist ein flächendeckendes Smart Grid) dürfte die Attraktivität solcher Speichersysteme (z.B. Redox-Flow-Akkusysteme) attraktiver machen und langfristig die Kosten für solche Systeme durch größere Nachfrage drücken.
Leider ist das Thema Smart Grid zumindest in meiner Region kein öffentliches Thema. Uns wurde vor vier Jahren noch ein Ferraris-Stromzähler an den Hausanschluss geklemmt. Ein Austausch gegen einen "intelligenten" Zähler ist nicht vorgesehen (wenn auch auf expliziten Wunsch und gegen Übernahme der nicht geringen Kosten möglich). Insofern fürchte ich, dass die flächendeckende Umsetzung des Smart Grid noch einige Jahre dauern wird.
Der generelle Trend hin zu mehr erneuerbaren Energieträgern und insbesondere das "überholen der Kohle" ist ein tolles Signal und ein Stinkefinger in Richtung aller Bedenkenträger und Fossil-Befürwortern. :D
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Jul 2018, 08:31

Kamikaze hat geschrieben:(12 Jul 2018, 08:35)

Das "Ende der Fahnenstange" wird maßgeblich vom Fortschritt des "Smart Grid" - also der intelligenten Steuerung von "Großverbrauchern" und den Systemen zur Energiespeicherung abhängen.
Aktuell erscheint mir ein Anteil von 80% als jetzt schon technisch machbar und in absehbarer Zeit realistisch.
Speichersysteme für Einzelverbraucher (Privathaushalte oder Handwerks- bzw. Industriebetriebe) sind derzeit leider noch sehr teuer und damit nur in seltenen Fällen ökonomisch sinnvoll.

Ich sehe nicht, dass wir in jedem Einfamilienhaus unbedingt einen Stromspeicher brauchen. Genau, wie nicht jedes Dach unbedingt eine PV-Anlage braucht. Wir bewegen uns hin zu einem neuen Mix an Erzeugern und Verbrauchern von Strom und Heizenergie. Dazu gehören die Kleinstanlagen im Einfamilienhaus. Das Blockheizkraftwerk im Keller, das nebenher Strom produziert, werden wir wohl vorrangig in Mehrparteienhäusern sehen. Auch die stromgeführte Variante, wo der Energieversorger dir eine Anlage in den Keller stellt und die Abwärme dein Haus schön warm macht, wird eher nicht für jedermann sein. Vor allem dort, wo Baugrund sehr teuer ist und der Keller die einzig ökonomische Lösung für Aufbewahrungsnöte darstellt, wird man sich nicht unnötige Apparate wünschen für Versorgung, die auch einfach aus Rohr und Leitung von Nah- oder Großversorgern kommen kann.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Kamikaze » Do 12. Jul 2018, 08:54

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Jul 2018, 09:31)

Ich sehe nicht, dass wir in jedem Einfamilienhaus unbedingt einen Stromspeicher brauchen. Genau, wie nicht jedes Dach unbedingt eine PV-Anlage braucht. Wir bewegen uns hin zu einem neuen Mix an Erzeugern und Verbrauchern von Strom und Heizenergie. Dazu gehören die Kleinstanlagen im Einfamilienhaus. Das Blockheizkraftwerk im Keller, das nebenher Strom produziert, werden wir wohl vorrangig in Mehrparteienhäusern sehen. Auch die stromgeführte Variante, wo der Energieversorger dir eine Anlage in den Keller stellt und die Abwärme dein Haus schön warm macht, wird eher nicht für jedermann sein. Vor allem dort, wo Baugrund sehr teuer ist und der Keller die einzig ökonomische Lösung für Aufbewahrungsnöte darstellt, wird man sich nicht unnötige Apparate wünschen für Versorgung, die auch einfach aus Rohr und Leitung von Nah- oder Großversorgern kommen kann.


"Brauchen" ist immer relativ. Technisch unbedingt notwendig wird es in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren vermutlich nicht sein, einen eigenen Stromspeicher im Keller zu haben. Das Netz und Groß-Speicher werden es möglich machen (bzw. bewahren). Ökonomisch könnte es durchaus sinnvoll werden, wenn z.B. die Wärmepumpe (ein möglicher Großverbraucher in "kleinen" Häusern) morgens das Haus aus der Nachtabsenkung hoch heizen muss, aber der Strom (wegen fast leerer Energiespeicher) zu diesem Zeitpunkt extrem teuer ist und ein eigener Speicher den billigen "Mittags-Strom" (wenn alle PV-Anlagen kräftig produzieren) speichern könnte. Man könnte so also entweder selbst produzierten Überschuss speichern, oder (nur mit Smart Grid) das Netz entlasten, indem in Zeiten des Überangebots Strom abgegriffen und in Zeiten von Stromknappheit wieder abgegeben (zum Eigenverbrauch, oder auch gegen eine "Vergütung" ins Netz) werden kann.
Hier muss die technische Notwendigkeit auf Makroebene (Ortsnetz) von der technischen Notwendigkeit auf Mikroebene (Einzelhaushalt) getrennt betrachtet werden:
Das Netz muss auf Makroebene ständig ausbalanciert werden. Zu viel "Strom" ist ebenso schlecht wie zu wenig.
Zudem werden Leitungen als Übertragungsweg ineffizienter, je größer der Strom (und damit die weitergegebene Leistung) ist (Wärme/Widerstand).
Insofern würde das Netz davon profitieren, wenn es möglichst kleinteilig ausbalanciert werden könnte.
Die Netzbetreiber haben also ein Interesse an solchen Kleinanlagen.
Dies sollte sich auch im ökonomischen Sinn für Kleinanlagen niederschlagen, was z.B. über einen "Stromtarif nach Angebot" realisierbar wäre. "Kleinspeicher-Betreiber" könnten so von billigen Überangebotszeiten profitieren (und das Netz so stabilisieren) und in teuren Knappheits-Zeiten die gespeicherte Energie nutzen (und damit das Netz entlasten), während Haushalte ohne Speicher eben dann den teureren Tarif bezahlen müssten.
Wie gesagt scheint das aber noch in weiter Ferne zu liegen. Von wirklich intelligentem Energiemanagement für einzelne Geräte (z.B. Waschmaschinen, Heizungen, etc.) ganz zu schweigen. :|
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Jul 2018, 09:36

Kamikaze hat geschrieben:(12 Jul 2018, 09:54)

"Brauchen" ist immer relativ. Technisch unbedingt notwendig wird es in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren vermutlich nicht sein, einen eigenen Stromspeicher im Keller zu haben. Das Netz und Groß-Speicher werden es möglich machen (bzw. bewahren).

Das Netz, die Großspeicher und die zahlreichen Kleinspeicher anderer Teilnehmer (Mehrfamilienhaus, Gewerbe). Wie mein alter Freund Reinhard immer sagte, "Grundlast ist altes Denken".

Ökonomisch könnte es durchaus sinnvoll werden, wenn z.B. die Wärmepumpe (ein möglicher Großverbraucher in "kleinen" Häusern) morgens das Haus aus der Nachtabsenkung hoch heizen muss, aber der Strom (wegen fast leerer Energiespeicher) zu diesem Zeitpunkt extrem teuer ist und ein eigener Speicher den billigen "Mittags-Strom" (wenn alle PV-Anlagen kräftig produzieren) speichern könnte. Man könnte so also entweder selbst produzierten Überschuss speichern, oder (nur mit Smart Grid) das Netz entlasten, indem in Zeiten des Überangebots Strom abgegriffen und in Zeiten von Stromknappheit wieder abgegeben (zum Eigenverbrauch, oder auch gegen eine "Vergütung" ins Netz) werden kann.

Das muss sich gegen die Opportunitätskosten rechtfertigen: Dauerhaft verlorener Platz im eigenen Grundstück, Investitionskosten/Abschreibung über die technische Lebensdauer, Speicherverlust. Gerade bei Kleinstanlagen kann das schnell zur Liebhaberei werden - genau wie die Wärmepumpe, die eher eine sinnvolle Ergänzungstechnologie für MFH ist als für Kleinstverbraucher. Eine Wärmepumpe, die zur Absicherung und nicht Ergänzung eines Verbrauchers installiert wird, hat in der Regel einen Notheizstab aka "elektrische Zusatzheizung" integriert. Gerade im Winter kann das teuer werden, wenn du morgens mit einem besseren Tauchsieder versuchst, deine Dusche warm zu bekommen.

Zudem werden Leitungen als Übertragungsweg ineffizienter, je größer der Strom (und damit die weitergegebene Leistung) ist (Wärme/Widerstand).
Insofern würde das Netz davon profitieren, wenn es möglichst kleinteilig ausbalanciert werden könnte.

Dazu helfen aber die Kleinerzeuger ebenso wie die "großen kleinen Verbraucher" (MFH, Gewerbe), die mit BHKW und ggf Pufferspeicher wesentlich effizienter funktionieren als der Einzelhaushalt. Es ist nicht notwendig, dass jeder Bungalow dafür Platz vorhält. Die Kostenrechnung ist ohnehin spannend. Einen klassischen Puffer, der über die 15-30 Jahre einer Heizanlage hält, habe ich noch nicht gesehen. Die Dinger sind derzeit vor allem sehr teuer.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 12. Jul 2018, 10:02

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Theoretisch nahe 100%, praktisch wird man aber immer ein paar Gas- oder Dieselkraftwerke primär zur Erzeugung von Nah- und Fernwärme betreiben wollen, die nebenher Strom abwerfen. Zudem sind viele Gaskraftwerke erst in den 90ern oder später gebaut und werden uns noch einige Jahrzehnte begleiten, genau wie die auslaufende Kernenergie nicht so schnell verschwindet. Dafür wird die Lobby schon sorgen. Man darf EE nicht auf Wind und PV verengt betrachten. Diverse Techniken können bedarfsorientiert und in kleinem Maßstab gefahren werden, Biogas, Biomasse, insbesondere natürlich alle Spielarten von Holznutzung. Ein modernes Biomassekraftwerk kann im zweistelligen Megawattbereich Strom liefern, daneben ist es gut für Abwärmenutzung (Nah- und Fernwärmenetze, Betrieb von Pumpen für Speicheranlagen) geeignet. Hier stellt sich aber das Dilemma, ob man wärmegeführt oder stromorientiert produzieren will, irgendwas ist immer "zuviel".

Ein weiteres Element zur Behandlung von Bedarfs- und Angebotsschwankungen sind die bereits vorhandenen Pumpspeicher. Wir werden voraussichtlich mittelfristig ein rechnerisches Überangebot von Strom in reversiblen Verfahren "vernutzen" (zB Herstellung von Wasserstoff), während wir punktuelle Knappheiten aus Speichern, Wasserstoff und regelbaren Biomassekraftwerken bedienen können.

Ein interessanter Baustein wird oft vergessen: Durch die Digitalisierung und Vernetzung ("IoT", "Smart Grid") können wir Großverbraucher auf Stromüberangebote hin optimieren, wenn sich deren Einsatzzweck dafür eignet. Bis das im Kleinen bei der Waschmaschine/Trockner ankommt, die man morgens belädt und die irgendwann im Tagesverlauf, spätestens aber rechtzeitig vor dem Heimkommen die Wäsche durchwäscht, wird aber noch viel Zeit vergehen.
Das Meiste sehe ich ganz genauso.

Was das "Intelligente Stromnetz" angeht, ist es wie mit anderen Entwicklungen. Nichts ist sofort verfügbar - gleichgültig was immer - immer war eine angepasste Entwicklungszeit völlig normal. Das "Zentralnetz" mit seinen ständig drohenden "ungeplanten Abschaltungen" größerer Einheiten, von "Altvorderen" immer noch geliebt, wir durch Dezentralisierung der Wirklichkeit immer stärker angepasst. Die notwendigen Speicher entstehen ebenfalls nach und nach dezentral. Einzelne "Maschen" des Netzes werden damit nach und nach stabiler und schwarzstartfähiger.

Lasten die zu Spitzenzeiten ohne Nachteil "gekappt" werden können, sind vergleichsweise zahlreich. In der Industrie nimmt diese Methode zu, weil damit finanzielle Vorteile verbunden sind. Hier ist bereits die notwendige Verbindung gegeben. Alle energieintensive Prozesse lassen sich über "Nachfrageanpassung" als Regelelement schon heute "netzdienlich" einbinden. Hier ist die Reaktionszeit genauso kurz wie die neuen Speichersysteme und dazu völlig verlustfrei. Dagegen sind traditionelle Speicherkraftwerke (die sich ja ohnedies nicht "beliebig" vermehren lassen) vergleichsweise teure Energieverschwender. Deswegen will die auch niemand mehr finanzieren.

Auf Grund der Veränderungen ist es "smart" das Netz und seine Bestandteile der Realität anzupassen. Da machen auch viele kleine Speichersysteme die privat finanziert werden durchaus Sinn. Besonders dann, wenn diese (was es bereits gibt) zu "virtuellen Speicherkraftwerken" zusammengeschaltet werden.

Was "Intelligenter Zähler" (smart meter) angeht, da ist D deutlich "hinten". Wie auf anderen Gebieten leider auch. Entgegen der ursprünglichen Absicht, ALLE bisherigen Messeinrichtungen auszutauschen, wurde 2017 beschlossen (zunächst) "Letztverbraucher" von 6 bis 10 MWh/a und alle Anlagenbetreiber >7 kWp Leistung - zur Installation eines "Smart Meters" zu verpflichten.

Endverbraucher mit geringerem Stromverbrauch und kleinere Anlagenbetreiber müssen lediglich mit einem digitalen Stromzähler (moderne Messeinrichtung) ausgestattet werden. Letztere verfügen dann eben nicht über die Kommunikationseinheit (Smart-Meter-Gateway).

Wie üblich - und sicher auch sehr notwendig - hat das hohe Sicherheitsniveau, das vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik angestrebt wird, das "Smart-Meter Rollout" bislang sehr behindert. Wie auch bei anderen technologischen Vorgängen ist China da ganz vorn - die haben inzwischen eine halbe Milliarde Smartmeter im Einsatz.

Das Problem, in D will man zwar überall "mitschwimmen" ohne allerdings dafür die erforderliche "Wassermenge" einlaufen lassen.

Privat warte ich noch dieses Jahr ab. Ich bin dabei besonders an Redox-Flow-Akkus interessiert. Immerhin hat ein dt. Unternehmen hier erste Geräte am Start. Gewicht und Platz für derartige Anlagen sind in typischen Einfamilienhäusern kein unüberwindbares Problem. Da die "Suppe" aufgeladen völlig unabhängig und zeitlich nicht begrenzt gelagert werden kann, ist die Kapazität (im Gegensatz zu Li und anderen) ein reines Gewichts- und Volumenproblem.

Die Leistung ist wegen der Energiedichte begrenzt, was aber in einem privaten Haushalt eher nebensächlich ist. Theoretisch könnten auch Private Strom speichern - auch ohne selbst über einen Generator (PV - etc.) zu verfügen. Ein Frage des finanziellen Anreizes und eines cleveren dezentralen Managements. Besonders dann interessant, wenn der lokale Anteil EE im Netz hoch ist. Was nicht die Niederspannungsnetze (Ortsnetze) verlässt, erzeugt auch keine Übertragungsverluste.

Es gibt ja bereits einige Gemeinden, die grundsätzlich autark sind, aber schon wegen Überschussleitung weiter im Verbundnetz sind. Dies schrittweise erweitern, mit breiter privater Beteiligung, würde sowohl diesen Teil des primären Energiebedarfs sicherstellen und von den "üblichen" Gewinnern unabhängig machen. Das notwendige Umdenken lässt mich angesichts des typischen dt. Michels, allerdings doch sehr am Erfolg (in diese Richtung) zweifeln....

Generell ist entgegen aller Berufsunken für D - ja für Europa - eine Veränderung in Richtung EE unumgänglich und machbar. Dieser Kontinent verfügt über wenig natürliche Ressourcen und bestreitet nahezu sein gesamtes "Einkommen" über Veredelung von importierten Gütern. Unumgänglich, wenigstens der Großteil der benötigten Energie muss "lokal" und möglichst umweltverträglich generiert werden. Das die möglich und notwendig ist, bestreiten allenfalls berufsmäßige Dummköpfe und ihre willigen Helferlein.

Wenig bekannt, auch "elektromechanische Ferraris-Zähler" verbrauchen Strom - je nach Durchflussmenge höher, aber wenigstens ~29 kWh/a braucht so ein "schwarzer Kasten" (von dem viele nicht mal wissen wo der hängt und schon garnicht was der so monatlich zählt).

Das ist bei seinen elektronischen "Brüdern" nicht anders, sondern, wenn alle Funktionen genutzt werden (Smart Meter), ist der Verlust da durchaus höher. Das kann - bzw. muss - durch die Nutzung der besonderen Funktionen ausgeglichen werden. Wen das zu sehr aufregt, sollte zunächst einmal nachsehen, was sonst noch vermeidbar als "Standby" verbraten wird. Egal welches Element - immer wird ein unvermeidlicher Obolus - fällig. Sogar Sicherungsautomaten erzeugen "Abfallwärme" entsprechend des aktuellen Stromflusses. Wie überall muss "investiert" werden um Erfolg erst möglich zu machen.

Inzwischen ist die Diskussion weiter gediehen - ich persönlich empfinde "Liebhaberei" in diese Richtung durchaus als legitim - im Gegensatz zu anderen Liebhabereien, die von nutzlos bis schädlich rangieren, ist hier auch ein kleiner nützlicher Effekt messbar...
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Jul 2018, 10:13

immernoch_ratlos hat geschrieben:(12 Jul 2018, 11:02)
Inzwischen ist die Diskussion weiter gediehen - ich persönlich empfinde "Liebhaberei" in diese Richtung durchaus als legitim - im Gegensatz zu anderen Liebhabereien, die von nutzlos bis schädlich rangieren, ist hier auch ein kleiner nützlicher Effekt messbar...

Man darf das nicht falsch verstehen: Auch PV-Anlagen waren lange Zeit eher Bekenntnis, Liebhaberei als tatsächlich eine wirtschaftlich tragfähige Entscheidung. Erst die massive Förderung und schließlich der Preissturz und die große Verbesserung dieser Anlagen haben das in den letzten 10-15 Jahren geändert. Die Pionieranlagen hatten wichtige Effekte, sie machten aus der Einzelfertigung Kleinserien und später aus Kleinserien Großserien, machten Investition und Forschung in PV-Anwendungen erst wirtschaftlich. Für den Betreiber selbst blieben sie ein Draufzahlgeschäft. Wenn du aus Überzeugung heute ein Speichergerät für deinen PV-Strom anschaffen willst, werde ich dir das nicht ausreden wollen. Du selbst wirst aber vermutlich draufzahlen. Das kann es einem schon wert sein, da stimme ich dir zu.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Do 12. Jul 2018, 12:02

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Jul 2018, 11:13)

Man darf das nicht falsch verstehen: Auch PV-Anlagen waren lange Zeit eher Bekenntnis, Liebhaberei als tatsächlich eine wirtschaftlich tragfähige Entscheidung. Erst die massive Förderung und schließlich der Preissturz und die große Verbesserung dieser Anlagen haben das in den letzten 10-15 Jahren geändert. Die Pionieranlagen hatten wichtige Effekte, sie machten aus der Einzelfertigung Kleinserien und später aus Kleinserien Großserien, machten Investition und Forschung in PV-Anwendungen erst wirtschaftlich. Für den Betreiber selbst blieben sie ein Draufzahlgeschäft. Wenn du aus Überzeugung heute ein Speichergerät für deinen PV-Strom anschaffen willst, werde ich dir das nicht ausreden wollen. Du selbst wirst aber vermutlich draufzahlen. Das kann es einem schon wert sein, da stimme ich dir zu.


In Mecklenburg-Vorpommern gibt es entlang der Autobahn A20 sehr große PV-Felder. Dort scheint sich das Geschäft tatsächlich zu lohnen... vielleicht auch mit Fördermitteln. Es sind auch mehr und größere Felder geworden, die auch zur Sicherheit gegen neugierige Wanderer gut eingezäunt sind.
Da hatte ich schon wiederholt gedacht, daß man diese Tafeln doch auf Stelzen aufbauen könnte, so daß mögliche Wartungsarbeiten vom Fahrzeug aus gemacht werden können. Dann könnte man in dem geschützten Gebiet eine kleine Schafherde mit Herdenschutzhunden halten, die das eingezäunte Revier verteidigen. Das wäre eine Mehrfachnutzung der Landfläche und zugleich eine Landschaftspflege.

Ob solche Großanlagen ohne Stromspeichertechnik betrieben werden können? Das wäre dort ein Ansatz für Solargas, denn nicht weit weg von solchen Anlagen sieht man auch Biogasanlagen mit ihren Gummidomen.

Im privaten Bereich und im Inselbetrieb kommt man ohne Stromspeicher für PV-Anlagen nicht weit. Immernoch_ratlos hat ja Recht: Als Hobby hat das Thema einen guten Unterhaltungswert, und umbringen tut das auch niemanden von den Kosten her.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Jul 2018, 12:15

H2O hat geschrieben:(12 Jul 2018, 13:02)

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es entlang der Autobahn A20 sehr große PV-Felder. Dort scheint sich das Geschäft tatsächlich zu lohnen... vielleicht auch mit Fördermitteln. Es sind auch mehr und größere Felder geworden, die auch zur Sicherhiet gegen neugierige Wanderer gut eingezäunt sind.

Sowas gibt es auch in anderen Bundesländern. Für neu gebaute PV-Anlagen bis 100 kWp (2016: 500 kWp, 2014: 10 MWp) gilt eine pauschale Einspeisevergütung. Sie bekommen für eingespeisten Strom einen pauschalen Satz, der seit Jahren sinkt und "zu große" Heimanlagen unattraktiver macht. Der eigentliche Gewinn entsteht durch einen möglichst großen Anteil Direktverbrauch im Haus.

Anlagen über dieser Größe haben ihren Strom schon immer direkt vermarktet. Sie verkaufen ihren Strom fix an einen Anbieter oder an einer Strombörse und bekommen einen Aufschlag auf den erzielten Preis, die Marktprämie. Für Großanlagen auf der grünen Wiese ("Grünfläche") gibt es seit 2011 keine Förderung mehr.
Anlagen auf Autobahn-Böschungen könnten als Konversionsfläche bewertet werden, die ihrem Wesen nach einen erheblich geminderten ökologischen Nutzen aufweist. Für diese gibt es teilweise noch Förderungen.

Da hatte ich schon wiederholt gedacht, daß man diese Tafeln doch auf Stelzen aufbauen könnte, so daß mögliche Wartungsarbeiten vom Fahrzeug aus gemacht werden können. Dann könnte man in dem geschützten Gebiet eine kleine Schafherde mit Hütehunden halten, die das eingezäunte Revier verteidigen. Das wäre eine Mehrfachnutzung der Landfläche und zugleich eine Landschaftspflege.


Schöne Idee. Die Stelzen gehen jedoch ins Geld.

Ob solche Großanlagen ohne Stromspeichertechnik betrieben werden können? Das wäre dort ein Ansatz für Solargas, denn nicht weit weg von solchen Anlagen sieht man auch Biogasanlagen mit ihren Gummidomen.

Im privaten Bereich und im Inselbetrieb kommt man ohne Stromspeicher für PV-Anlagen nicht weit. Immernoch_ratlos hat ja Recht: Als Hobby hat das Thema einen guten Unterhaltungswert, und umbringen tut das auch niemanden von den Kosten her.

Ich würde niemandem, der nicht gerade eine Almhütte betreibt, zu einer Verinselung raten. Akku hin oder her. Die Sicherheit eines Netzanschlusses ist viel wert, auch wenn man fast keinen Strom mehr bezieht.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Do 12. Jul 2018, 12:37

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Jul 2018, 13:15)

...

Schöne Idee. Die Stelzen gehen jedoch ins Geld.

Beim Vorbeifahren hatte ich den Eindruck, daß die Tafeln auf Stahlgestellen befestigt sind. Vielleicht ist die Erhöhung auf 2 m über dem Boden zu noch erträglichen Kosten zu haben? Schade doch um das gut gesicherte Gelände und die Pflegearbeit, damit es nicht verbuscht!
Ich würde niemandem, der nicht gerade eine Almhütte betreibt, zu einer Verinselung raten. Akku hin oder her. Die Sicherheit eines Netzanschlusses ist viel wert, auch wenn man fast keinen Strom mehr bezieht.

Das meine ich auch; in meinem Falle "hänge" ich weit außerhalb an einem polnischen Versorgungsnetz, das gelegentlich einige Stunden ausfällt. Dann ist "alles aus": Kein Brunnenwasser, kein Licht, kein Internet auf meiner "Halbinsel". Dann ist es bestimmt ein tolles Gefühl, wenn man unbeeindruckt sein Haus weiter nutzen kann... Ausnahme Starkverbraucher wie Herd, Spülmaschine, Waschmaschine, Kühlschrank. Dann benutze ich die "Sommerküche" draußen mit Flaschengas. Dann reichen etwa 500 W mit Spitzenanforderung 1,5 kW, wenn Wasser gebraucht wird. Warmwasser kommt aus einem Durchlauferhitzer im solaren Wärmespeicher.

Ich weiß, ich bin ein Spielkalb. Aber das macht doch auch Freude, wenn man sich zu helfen weiß.
Zuletzt geändert von H2O am Do 12. Jul 2018, 12:44, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Jul 2018, 12:40

H2O hat geschrieben:(12 Jul 2018, 13:37)

Das meine ich auch; in meinem Falle "hänge" ich weit außerhalb an einem polnischen Versorgungsnetz, das gelegentlich einige Stunden ausfällt. Dann ist "alles aus": Kein Brunnenwasser, kein Licht, kein Internet auf meiner "Halbinsel". Dann ist es bestimmt ein tolles Gefühl, wenn man unbeeindruckt sein Haus weiter nutzen kann... Ausnahme Starkverbraucher wie Herd, Spülmaschine, Waschmaschine, Kühlschrank. Dann benutze ich die "Sommerküche" draußen mit Flaschengas. Dann reichen etwa 500 W mit Spitzenanforderung 1,5 kW, wenn Wasser gebraucht wird. Warmwasser kommt aus einem Durchlauferhitzer im solaren Wärmespeicher.

Ja, und den Rest des Jahres hilft eine PV-Anlage beim Strom sparen. Aber auf das Internet würde ich bei einem Stromausfall, der die ganze Straße betrifft, nicht mehr wetten.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Do 12. Jul 2018, 12:51

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Jul 2018, 13:40)

Ja, und den Rest des Jahres hilft eine PV-Anlage beim Strom sparen. Aber auf das Internet würde ich bei einem Stromausfall, der die ganze Straße betrifft, nicht mehr wetten.


Ich bin über LTE (~10 km] an das Internet angeschlossen. Die Kleinstadt ist einigermaßen ausfallsicher, aber weit abgelegene Häuser leider nicht. Da fummelt ein Bauer hier oder da herum, und bautz, wird es duster. Oder es sind wieder Bäume in die Freileitung hinein gewachsen... etwas Wind, und Düsternis. Aber erst einmal muß ich das System aufbauen; ich warte auf eine Baugenehmigung für das Wirtschaftsgebäude, auf dem die PV-Anlage aufgebaut werden soll.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Jul 2018, 12:55

H2O hat geschrieben:(12 Jul 2018, 13:51)

Ich bin über LTE (~10 km] an das Internet angeschlossen. Die Kleinstadt ist einigermaßen ausfallsicher, aber weit abgelegene Häuser leider nicht. Da fummelt ein Bauer hier oder da herum, und bautz, wird es duster. Oder es sind wieder Bäume in die Freileitung hinein gewachsen... etwas Wind, und Düsternis. Aber erst einmal muß ich das System aufbauen; ich warte auf eine Baugenehmigung für das Wirtschaftsgebäude, auf dem die PV-Anlage aufgebaut werden soll.

Das könnte tatsächlich beim Ausfall funktionieren. Klingt aufregend!
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon watisdatdenn? » Do 12. Jul 2018, 17:33

H2O hat geschrieben:(12 Jul 2018, 13:37)
Dann ist es bestimmt ein tolles Gefühl, wenn man unbeeindruckt sein Haus weiter nutzen kann... Ausnahme Starkverbraucher wie Herd, Spülmaschine, Waschmaschine, Kühlschrank. Dann benutze ich die "Sommerküche" draußen mit Flaschengas. Dann reichen etwa 500 W mit Spitzenanforderung 1,5 kW, wenn Wasser gebraucht wird. Warmwasser kommt aus einem Durchlauferhitzer im solaren Wärmespeicher.

Ich weiß, ich bin ein Spielkalb. Aber das macht doch auch Freude, wenn man sich zu helfen weiß.

Geil! :thumbup:
Ich tendiere aktuell zu einer Holzhammermethode.
PV Anlage nur für Eigenverbrauch, den Rest schenke ich dem Netz bei Überkapazität (Rücklaufsicherung). Ich habe keinen Bock auf Bürokratie.
Später eventuell noch einen Stromspeicher.


Ich muss auch sagen die Photovoltaik ist für mich ein echter Grund richtig stolz auf Deutschland zu sein!
Wir deutschen haben hier eine weltweite Energierevolution angezettelt (durch massenproduktion Photovoltaik), welche sowohl Afrikanern durch dezentrale Energie hilft, als auch ein umweltfreundliches high-tech China möglich macht.
Sogar die Amerikaner springen langsam drauf an!

Das war besser als jede Entwicklungshilfe!

P.s. Das einzige was mich ärgert, dass man die eeg nicht aus steuern zahlen kann.
Die läppischen 30 Milliarden pro Jahren zahlen wir allein für Flüchtlinge (100 Milliarden im Jahr) mehrmals aus Steuern..
Von billiger Photovoltaik hat die Welt aber deutlich mehr als von 1-2 Million Flüchtlingen in Deutschland, deren Lebensstandard sich erhöht hat..
immernoch_ratlos
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 13. Jul 2018, 10:11

Das die PV auf dem "heimischen Dach" zumindest mehr Freunde findet, finde ich ermutigend. Was die "Inselanlagen" angeht im Land mit der weitentwickelsten Bürokratie auf diesem Planeten lieber watisdatdenn? ist JEDE PV meldepflichtig - es sei denn - das Gebäude hat keine Verbindung zum Stromnetz - allein das genügt nicht ! - es muss auch praktisch unmöglich sein eine solche Verbindung herzustellen.

Nun ja - was immer Du tust, es ist Deine Sache - jedenfalls aus meiner Sicht.

Generell könnte mindestens jedes zweite Dach in der Republik sinnvoll mit einer PV ausgestattet werden. Das dies in eine andere Netzkonstellation eingebunden sein muss, sollte auch jedem Laien klar sein. Leider hat niemand bisher das Potential der Schwarzstartfähigkeit von PV-Anlagen überhaupt die notwendige Beachtung "geschenkt". Generell ist meine PV "mausetot", wenn das Netz, warum auch immer, abgeschaltet ist. Durchaus sinnvoll und überlebenswichtig, wenn jemand daran arbeiten soll. Was unverständlich ist, nur sehr wenige Anlagen können dann in einen SICHEREN Inselbetrieb übergehen. Dem Wechselrichter fehlt mit Wegfall der Netzfrequenz seine wichtigste Einschaltbedingung.

Über einen entsprechend ausgelegten Speicher könnte das behoben werden. Ein Speicher ist obligatorisch, weil es mindestens einer kalkulierbaren Last bedarf um diese "Insel" zu betreiben. Keine "Raketentechnik", aber leider sehr wenig verbreitet. Der allgemeine Nutzen solcher Anlagen wäre beim "Wiederaufbau" der Netzknoten (nach einer Abschaltung mit Ausfall nicht schwarzstartfähiger Kraftwerke - alle Kohlenkraftwerke plus AKW) durchaus hilfreich - wenn man denn die dafür notwendigen technischen Voraussetzungen schaffen würde. Alles was nur "mit Strom" funktioniert, könnte durch solche "Inseln" notdürftig bereitgestellt werden. Eigentlich sollten gerade öffentliche Gebäude - z.B. Feuerwehr u.ä. solche Anlagen besitzen. Damit ließe sich auch ohne / geringem Nachschub an Kraftstoff für Aggregate eine Notversorgung aufrecht erhalten. Meine Anlage wird jedenfalls sobald ich über einen Speicher verfüge dazu in der Lage sein.

Was die Kritik an der witterungs- und tageszeitlichen Abhängigkeit solcher EE-Generatoren angeht, halte ich es mit der katholischen Kirche. Die werden bei ihrer sonntäglichen Kollektensammlung und all den Sammelbüchsen eher nicht auf "Kleingeld" verzichten - es ist die Summe aller Einträge, die Wirkung zeigt.

Es wäre durchaus möglich - mit entsprechenden "Speichermaßnahmen" (elektrisch, chemisch - was auch immer) die Republik per PV zu versorgen. Für afrikanische Dörfer ist das mit Sicherheit die einzige Chance überhaupt elektrische Energie zur Verfügung zu haben. Dort ist man schon über eine einzige Solarleuchte glücklich und manche (meist) Frauen arbeiten hart um den Kleinkredit dafür abzuzahlen (den ich nicht nur für Afrika - zusammen mit anderen seit Jahren zur Verfügung stelle).

Auf längere Sicht ist die Nutzung EE ohnedies die einzige Möglichkeit einer flächendeckenden Energieversorgung. Was die Kosten - Investitionen für die Generatoren angeht, die Versorgung mit den erforderlichen "Kraftstoffen" kostet allen D jährlich ca. 90 Milliarden €uro. Und das in jedem Jahr ! Da auch in fossile Kraftwerke sehr hohe Investitionen fließen müssen, ist zumindest für mich klar, wo die Präferenz liegen sollte. Inzwischen - die Welt ist wieder ein Stück weiter - ist die dauerhafte Versorgung nicht mehr so "nebensächlich", dass man diesen Aspekt gänzlich vernachlässigen kann.

Je autarker Europa in energetischer Hinsicht durch die Nutzung EE wird, desto kleiner wird auch das vorhandene Erpressungsvermögen "von Freund und Feind" - wird es doch immer schwieriger herauszufinden wer nun gerade "Freund oder Feind" ist.

Im übrigen dürfte es besonders für Afrika - und damit für Europa - den wichtigsten Unterschied machen, ob dort das Leben lebenswert werden kann bzw. bleibt. D mit Entwicklung aller notwendigen Komponenten findet damit eine weitere Exportmöglichkeit. Wie beim Militär sind Entwicklungen erst ab einer bestimmten Größenordnung sinnvoll. Das trifft gewiss auf "anschlussfertige" Gerätschaften zu, mit denen man schnell auch abgelegene Orte mit funktionsfähiger Technologie versorgen kann. Gleichgültig ob nun zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen oder einfache Lokalspeicher - im Grund ist alles schon vorhanden. Statt also in längst obsolete Technik zu investieren, sollte jeder der dazu in der Lage ist seinen kleinen Beitrag leisten - in Hardware und in "politische Software".
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 14. Jul 2018, 13:55

immernoch_ratlos hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:11)


Dort ist man schon über eine einzige Solarleuchte glücklich und manche (meist) Frauen arbeiten hart um den Kleinkredit dafür abzuzahlen (den ich nicht nur für Afrika - zusammen mit anderen seit Jahren zur Verfügung stelle).

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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Sa 14. Jul 2018, 14:35

immernoch_ratlos hat geschrieben:(13 Jul 2018, 11:11)

... ist JEDE PV meldepflichtig - es sei denn - das Gebäude hat keine Verbindung zum Stromnetz - allein das genügt nicht ! - es muss auch praktisch unmöglich sein eine solche Verbindung herzustellen....

... nur sehr wenige Anlagen können dann in einen SICHEREN Inselbetrieb übergehen. Dem Wechselrichter fehlt mit Wegfall der Netzfrequenz seine wichtigste Einschaltbedingung.

Über einen entsprechend ausgelegten Speicher könnte das behoben werden. Ein Speicher ist obligatorisch, weil es mindestens einer kalkulierbaren Last bedarf um diese "Insel" zu betreiben.
...
Je autarker Europa in energetischer Hinsicht durch die Nutzung EE wird, desto kleiner wird auch das vorhandene Erpressungsvermögen "von Freund und Feind" - wird es doch immer schwieriger herauszufinden wer nun gerade "Freund oder Feind" ist.

...


Bevor ich mit meiner PV-Anlagenkonfiguration beginne, werde ich Sie zu Einzelheiten befragen; ganz dumm möchte ich wirklich nicht auf den polnischen Stromversorger ENEA losgehen. Mein Haus ganz vom Netz abtrennen, das würde meinen Wohnkomfort doch arg einschränken, nachdem meine Frau Gas als wesentlichen Energieträger bei Androhung unserer Ehescheidung abgelehnt hat.

Ich lasse dazu aber noch etwas Zeit verstreichen, um dann wirklich mit den neuesten Möglichkeiten spielen zu können. Erst muß die Baugenehmigung vorliegen, dann muß gebaut werden... aber sowie das Dachdecken beginnen soll, werde ich mich erkundigen, was gerade angesagt ist. Auch in den Montagemöglichkeiten ist sicher noch viel Bewegung. Mein "geheimer Plan" wären PV-Elemente, die wie/anstatt große/r Dachziegel verlegt werden können.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 14. Jul 2018, 18:13

H2O hat geschrieben:(14 Jul 2018, 15:35)

Bevor ich mit meiner PV-Anlagenkonfiguration beginne, werde ich Sie zu Einzelheiten befragen; ganz dumm möchte ich wirklich nicht auf den polnischen Stromversorger ENEA losgehen. Mein Haus ganz vom Netz abtrennen, das würde meinen Wohnkomfort doch arg einschränken, nachdem meine Frau Gas als wesentlichen Energieträger bei Androhung unserer Ehescheidung abgelehnt hat.

Ich lasse dazu aber noch etwas Zeit verstreichen, um dann wirklich mit den neuesten Möglichkeiten spielen zu können. Erst muß die Baugenehmigung vorliegen, dann muß gebaut werden... aber sowie das Dachdecken beginnen soll, werde ich mich erkundigen, was gerade angesagt ist. Auch in den Montagemöglichkeiten ist sicher noch viel Bewegung. Mein "geheimer Plan" wären PV-Elemente, die wie/anstatt große/r Dachziegel verlegt werden können.

Ich bin da nicht so überzeugt, aber das ist Privatmeinung. Die Werbung verspricht, dass man Dachmaterial einsparen kann und so auch die Dachlast mindert. Der Kritiker sagt, dass jedes PV oder Warmwasserelement irgendwann spröde und undicht wird, vielleicht schon nach 10-20 Jahren. Ein ordentlicher Dachziegel hält leicht das Doppelte. Zudem unterliegen PV-Elemente einem Alterungsprozess mit Leistungsverlust. Ich habe mich nach reiflicher Überlegung bei der Dacherneuerung entschieden, eine klare Trennung von Anliegen vorzunehmen: Aufsparrendämmung, darauf moderne Dachelemente, darauf konventionelle Solarelemente. Alles in einem Ritt, Dachdecker und Installateur Hand in Hand. Aber wie gesagt, du kannst ganz andere Prioritäten haben, meine Abwägung muss auf dich nicht passen.
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Re: mehr Strom durch erneuerbare Energie als durch Kohle

Beitragvon H2O » Sa 14. Jul 2018, 18:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Jul 2018, 19:13)

Ich bin da nicht so überzeugt, aber das ist Privatmeinung. Die Werbung verspricht, dass man Dachmaterial einsparen kann und so auch die Dachlast mindert. Der Kritiker sagt, dass jedes PV oder Warmwasserelement irgendwann spröde und undicht wird, vielleicht schon nach 10-20 Jahren. Ein ordentlicher Dachziegel hält leicht das Doppelte. Zudem unterliegen PV-Elemente einem Alterungsprozess mit Leistungsverlust. Ich habe mich nach reiflicher Überlegung bei der Dacherneuerung entschieden, eine klare Trennung von Anliegen vorzunehmen: Aufsparrendämmung, darauf moderne Dachelemente, darauf konventionelle Solarelemente. Alles in einem Ritt, Dachdecker und Installateur Hand in Hand. Aber wie gesagt, du kannst ganz andere Prioritäten haben, meine Abwägung muss auf dich nicht passen.


Richtig! Mein Plan betrifft ein Wirtschaftsgebäude (Garage & Gartengeräte & Werkstatt). Da wäre es nicht ganz so schlimm, wenn im Laufe der Jahre einmal etwas durchtröpfelt... obwohl ich natürlich ein ordentliches Gebäude haben möchte. Auch könnte ich vorsorglich empfindliche Sachen auf der mit Ziegeln gedeckten Seite unterbringen. Mein Plan geht von 65 m² für die Solarseite aus. Mal sehen, was konstruktiv dann wirklich möglich ist. Vielleicht darf ich den Dachüberstand auf der Solarseite = Wetterseite größer machen ("Präventiver Gebäudeschutz")

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