Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

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Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon Disskurs » Fr 23. Feb 2018, 10:57

Ich möchte eine Arbeit für die Uni evtl. über obiges Themengebiet schreiben und würde mir hier zu Inspirationszwecken gerne ein paar Meinungen einholen.

Generell ist die Frage, inwiefern die Politik zu Klimaschutz und Förderung grüner Energie zusammenhängt mit Umverteilungsmechanismen in der Bevölkerung. Interessante Fragen sind z.B. ob 1) diese Ziele generell richtig/sinnvoll sind, 2) inwieweit der Staat eingreifen sollte um diese Ziele zu fördern, 3) ob die bisher gewählten Maßnahmen ihre Ziele erreicht haben, 4) ob dabei allerdings aber auch negative Begleiterscheinungen aufgetreten sind und 5) welche Maßnahmen evtl. besser geeignet wären. Es geht also vor allem um eine Erfassung des Status Quo und nachfolgend eine Bewertung der politischen Maßnahmen.

Der größte Punkt ist wohl das EEG-Gesetz. Die Idee hinter dem Thema ist, dass die EEG-Umlage nunmal de facto dazu geführt hat, dass besser situierte Personen bzw. Unternehmen sehr viel Förderung einstreichen, die in der Masse von allen getragen wird. Große Solarparks, die sich ohne die zeitlich garantierte Einspeisevergütung des EEG-Gesetzes nicht wirklich rechnen würden, hat nunmal nicht der "kleine Mann" gebaut, sondern der reiche Bauer mit großem Grundstück oder der Unternehmen, der Solarzellen auf das Dach seiner Firma setzen ließ. Für diese Personen war das ein Traum-Geschäft mit mehr oder weniger keinem Risiko und garantiertem Profit. Bezahlt wurde das vom Stromverbraucher durch den Strompreis, der im Zuge der EEG-Umlage gestiegen ist. Da der Stromverbrauch aber nicht perfekt proportional mit dem Vermögen ansteigt, hat hier de facto eine gewisse Umverteilung von unten nach oben stattgefunden.

Was ist eure Meinung zu dem Thema? Fallen euch thematisch ähnliche politische Maßnahmen ein, vielleicht so etwas wie die Umweltprämie für das Abwracken alter Autos?
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon Skull » Fr 23. Feb 2018, 11:06

Guten Tag,

ich sehe das weniger ein Thema für das WifO.

Das ist ein Thema für das Forum 42. Energie - Umweltschutz
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon Disskurs » Fr 23. Feb 2018, 11:12

Sorry! Dann würde ich mich sehr über ein Verschieben freuen;)
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 23. Feb 2018, 11:35

Disskurs hat geschrieben:(23 Feb 2018, 10:57)


Was ist eure Meinung zu dem Thema? Fallen euch thematisch ähnliche politische Maßnahmen ein, vielleicht so etwas wie die Umweltprämie für das Abwracken alter Autos?


Das ist ja auch so ein Thema. Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass ein Auto am meisten Emissionen bei seiner Herstellung verursacht. Anders ausgedrückt. Man kann ein Auto gar nicht so lange fahren, dass durch den laufenden Betrieb mehr Emissionen entstehen, als bei seiner Herstellung schon entstanden sind. Ökologisch gesehen, wäre es daher sinnvoll ein Auto so lange wie möglich zu fahren. ;)
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon Troh.Klaus » Fr 23. Feb 2018, 11:43

Mach ich. :D
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon Troh.Klaus » Fr 23. Feb 2018, 11:52

Zu den Fragen:
1) Ja.
2) Bedingt, z.B. als Anschub.
3) Teils, teils. Der gewünschte Anteil der Elektromobilität z.B. wurde nicht erreicht, der notwendige Netzausbau stockt.
4) Umsetzungsdefizite wurden offenbar, die man "früher" eher nicht in Deutschland vermutet hätte (aber wir haben ja auch BER, S21, etc.).
5) Gute Frage.
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon Excellero » Fr 23. Feb 2018, 12:26

Disskurs hat geschrieben:(23 Feb 2018, 10:57)

Ich möchte eine Arbeit für die Uni evtl. über obiges Themengebiet schreiben und würde mir hier zu Inspirationszwecken gerne ein paar Meinungen einholen.

Generell ist die Frage, inwiefern die Politik zu Klimaschutz und Förderung grüner Energie zusammenhängt mit Umverteilungsmechanismen in der Bevölkerung. Interessante Fragen sind z.B. ob 1) diese Ziele generell richtig/sinnvoll sind, 2) inwieweit der Staat eingreifen sollte um diese Ziele zu fördern, 3) ob die bisher gewählten Maßnahmen ihre Ziele erreicht haben, 4) ob dabei allerdings aber auch negative Begleiterscheinungen aufgetreten sind und 5) welche Maßnahmen evtl. besser geeignet wären. Es geht also vor allem um eine Erfassung des Status Quo und nachfolgend eine Bewertung der politischen Maßnahmen.

Der größte Punkt ist wohl das EEG-Gesetz. Die Idee hinter dem Thema ist, dass die EEG-Umlage nunmal de facto dazu geführt hat, dass besser situierte Personen bzw. Unternehmen sehr viel Förderung einstreichen, die in der Masse von allen getragen wird. Große Solarparks, die sich ohne die zeitlich garantierte Einspeisevergütung des EEG-Gesetzes nicht wirklich rechnen würden, hat nunmal nicht der "kleine Mann" gebaut, sondern der reiche Bauer mit großem Grundstück oder der Unternehmen, der Solarzellen auf das Dach seiner Firma setzen ließ. Für diese Personen war das ein Traum-Geschäft mit mehr oder weniger keinem Risiko und garantiertem Profit. Bezahlt wurde das vom Stromverbraucher durch den Strompreis, der im Zuge der EEG-Umlage gestiegen ist. Da der Stromverbrauch aber nicht perfekt proportional mit dem Vermögen ansteigt, hat hier de facto eine gewisse Umverteilung von unten nach oben stattgefunden.

Was ist eure Meinung zu dem Thema? Fallen euch thematisch ähnliche politische Maßnahmen ein, vielleicht so etwas wie die Umweltprämie für das Abwracken alter Autos?


1. Ziele sinnvoll?

Nein sind sie nicht. Selbst wenn wir jetzt mal hypothetisch davon ausgehen, daß der Klimawandel maßgeblich vom Menschen herbeigeführt wird, was ich persönlich nicht glaube, so sind die Mengen an Co2 die eingespart werden sollen global völlig irrelevant. Selbst ein gesamteuropäisches Ziel, welches von allen europäischen Staaten festlegen, und auch eingehalten wird, wäre bestenfalls marginal in Relation zu dem Gesamtaufkommen weltweit. Dies wäre egal, wenn damit nicht negative Begleiterscheinungen einher gehen würden. Allerdings ist es derzeit so daß die Einsparung von Co2 Geld kostet. Also gibt Deutschland offensichtlich eine menge Geld aus um etwas zu erreichen was völlig bedeutungslos ist. Dies ist ein Vorgang den jeder vernunftbegabte Mensch ablehnen muss.

2. Staatliche Maßnahmen.

Wie ich bereits in Punkt 1 ausführe ist das teure Fördern von Sackgassentechnik wie Windkraft oder Solarzellen absurd. Der Staat könnte sinnvoll einwirken, in dem man die Forschung unterstützt, und in zukunftsweisende Technik investiert, während man veraltete Technik gegen aktuelle Technik austauscht. Veraltete Technik sind ÖL und Kohlekraftwerke. Aktuelle Technik sind AKWs der 3. Generation und moderne Emissionsarme Gas-Kraft- und Heizwerkkombinationen.

3. und 4. DIe bisherigen Maßnahmen. /Auswirkungen

Die bisherigen Maßnahmen haben die Kosten für den Klimawahn der Regierung einfach nur auf die Verbraucher umgewälst, und haben dadurch zu einem explosiven Anstieg des Strompreises geführt. DUrch die Struktur des EEG sind dabei vor allem jene am stärksten belastet und benachteiligt, die aufgrund ihrer Lebensumstände keine EE anschaffen oder sich an den selbigen beteiligen können. Während Vermögende sogar durch die garantierten Einspeisepreise ein attraktives Investmentgeschäft mit Traumzinsen vorfinden. Darüberhinaus werden große Firmen bei der Umlage geschont, wärend kleine Unternehmen dadurch stark belastet werden.
Alles in allem ist das gesamte EEG ein katastrophaler Misserfolg und sollte schnellstmöglich abgeschafft werden.

5. Wie es besser geht

Zum Teil habe ich das schon unter 1. beantwortet. Man muss in die zukunftsweisenden Techniken investieren, und bis dahin obsolete durch aktuelle Technik ersetzten. Und an sonsten muss man sich auf die Veränderungen die der Klimawandel mit sich bringt vorbereiten. Letzteres ist am allerwichtigsten, da ich und viele andere annehme daß der Klimawandel so oder so statt finden wird, bzw in vollem Gange ist.
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 23. Feb 2018, 16:29

Disskurs hat geschrieben:Der größte Punkt ist wohl das EEG-Gesetz. Die Idee hinter dem Thema ist, dass die EEG-Umlage nunmal de facto dazu geführt hat, dass besser situierte Personen bzw. Unternehmen sehr viel Förderung einstreichen, die in der Masse von allen getragen wird. Große Solarparks, die sich ohne die zeitlich garantierte Einspeisevergütung des EEG-Gesetzes nicht wirklich rechnen würden, hat nunmal nicht der "kleine Mann" gebaut, sondern der reiche Bauer mit großem Grundstück oder der Unternehmen, der Solarzellen auf das Dach seiner Firma setzen ließ. Für diese Personen war das ein Traum-Geschäft mit mehr oder weniger keinem Risiko und garantiertem Profit. Bezahlt wurde das vom Stromverbraucher durch den Strompreis, der im Zuge der EEG-Umlage gestiegen ist. Da der Stromverbrauch aber nicht perfekt proportional mit dem Vermögen ansteigt, hat hier de facto eine gewisse Umverteilung von unten nach oben stattgefunden.
Keiner muss hier "neutral" sein. So viel "VOR-Inspiration" der Befragten, soll Dich "NACH-inspirieren" :thumbup:

Es könnte hilfreich sein, z.B. den "Werdegang" dieses Gesetzes und das "Umfeld" näher zu beleuchten, BEVOR man "Einfluss" auf die geforderten späteren "inspirierenden" Antworten nimmt.

Sehr zweifelhaft Deine Absicht - mit subjektiven Fragen zu objektiven Antworten :?:

Ganz davon abgesehen - völlig unbeeinflusst von Absichten - hier im Forum finden sich bereits genügend Antworten zur gefälligen Auswertung - mit Arbeit verbunden - aber dafür wohl auch ehrlicher....
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon Disskurs » Fr 23. Feb 2018, 21:16

immernoch_ratlos hat geschrieben:(23 Feb 2018, 16:29)

Keiner muss hier "neutral" sein. So viel "VOR-Inspiration" der Befragten, soll Dich "NACH-inspirieren" :thumbup:

Es könnte hilfreich sein, z.B. den "Werdegang" dieses Gesetzes und das "Umfeld" näher zu beleuchten, BEVOR man "Einfluss" auf die geforderten späteren "inspirierenden" Antworten nimmt.

Sehr zweifelhaft Deine Absicht - mit subjektiven Fragen zu objektiven Antworten :?:

Ganz davon abgesehen - völlig unbeeinflusst von Absichten - hier im Forum finden sich bereits genügend Antworten zur gefälligen Auswertung - mit Arbeit verbunden - aber dafür wohl auch ehrlicher....


Was findest du unehrlich? Ich habe noch keine besonders umfassende Recherche betrieben und versuche mir grad erst ein grobes Bild der Thematik zu machen, ob ich sie überhaupt interessant finde und was sie alles umfasst. Ich bin an einer Diskussion darüber interessiert, habe gewisse Intuitionen die ich im Eröffnungspost skizziert habe, aufgrund der mangelnden Recherche habe ich aber noch keine fixe Meinung. Das Thema dürfte ja nicht nur für mich interessant sein, dementsprechend geht es auch nicht nur darum mir Material für einen Aufsatz zu liefern. Das muss ich mir eh selbst organisieren.

Ich werde auch erst in einigen Tagen wirklich mit der Arbeit beginnen, dann kann ich auch mehr Infos in den Thread füttern;)
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon Corella » Fr 23. Feb 2018, 21:45

Umstellung auf erneuerbare ist nicht ohne große Investitionen und Umstrukturierung in Infrastruktur zu machen. Das Gesamtkunstwerk kann unterschiedlich zusammengebastelt werden. Die Umstellung stört im Betrieb, Investitionen sind schwer zu besichern. Das ganze dient nicht allein kurzfristigen Gewinnen im täglichen Wettbewerb, sondern soll Gesellschaft auf neue Standards heben. Solch Lenkung ist Sache des Staates, was nicht notwendigerweise bedeutet, dass er es "handwerklich" geschickt oder gut macht...
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 24. Feb 2018, 11:53

"Das Material" füllt inzwischen ganze Bücher.
Corella hat geschrieben:Umstellung auf erneuerbare ist nicht ohne große Investitionen und Umstrukturierung in Infrastruktur zu machen. Das Gesamtkunstwerk kann unterschiedlich zusammengebastelt werden.
Das ist eine schöne Zusammenfassung - leider längst mindestens so umstritten wie z.B. die Klimaveränderungen und die Gründe dafür.

"zusammengebastelt" - ist sicher nicht der richtige Ansatz zu einem solchen Vorhaben. Daran scheitert so ziemlich alles. Ein Blick nach Berlin oder gern auch Stuttgart, zeigt überdeutlich was "zusammengebasteln" im realen Leben anrichtet.

Was das EEG angeht, durch permanente Veränderungen, wurde dieses ursprüngliche vernünftige Gesetz bis zu völligen Gebrauchsunfähigkeit aufgebläht. Was die "Finanzierung" angeht, wurde alles getan um die Gewinne in die falschen Bahnen umzuleiten. Die ursprüngliche Absicht durch Verringerung der Erzeugungskosten, diese Veränderungen zu finanzieren, wurde "geschickt" in ihr Gegenteil verkehrt. Das dann noch - völlig entgegen der ursprünglichen Absicht ein Teil der größten Verbraucher aus der Verpflichtung und damit auch aus dem Anreiz etwas positiv zu verändern, in den Tausenden entlassen wurde, dürfte der Gipfel orwellschen Neusprech darstellen.

Wie auch sonst besteht ein eklatanter Mangel an Fakten bei den meisten Diskussionen hier. Ein Thema, welches mehr als das über "Stammtischwissen" erfassbare betrifft. Dieses Forum ist keine "Datenbank" - eher schon ein Loch, in dem alles schon nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Hier darf alles behauptet werden. Kommt dann eine vernünftige durch Fakten unterstützte Aussage, verschwindet die genauso schnell wie der zuvor gepostete Unsinn. Nach kurzer Frist wird, so als hätte es nie eine vernünftige Gegendarstellung gegeben, die alte und längst als unrichtig bewiesene Darstellung wiederholt. Das Ganze wird dann noch "geschickt" in ein anderes Thema verpackt :thumbup:

Gerade das von Dir Disskurs gewählte Thema "Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung" umfasst gleich mehrere Hauptthemen und es ist sinnlos dafür, eingedenk der notorischen Disziplinlosigkeit die hier nahezu jedes Thema "gestaltet", nochmal die selben Antworten zu fordern. Besonders dann, wenn Du selbst mit Deinem Eröffnungsbeitrag schon mal die wohl "gewünschte Richtung vorgibst.

Nach einem wie auch immer "universitären" Vorgehen sieht das zumindest für mich eher nicht aus. Wer tatsächlich nur Informationen zu einer Sache haben möchte, hält seine eigene immer subjektive Meinung aus seinen "Fragen" heraus. Meine "Inspirationen" aus Deinem Ansinnen dürften nun klar sein...

Für den "Kater" habe ich einen passenden SPON Artikel : Quelle : SPON (14.12.2015) "Interaktiver Klima-Rechner | Neues Auto kaufen oder nicht?"
Da gibt es gleich noch einen Rechner um das Problem "frühzeitiger Obsoleszenz" berechnen zu können. Oder den hier : "Wie umweltfreundlich sind Elektrofahrzeuge?" Gleichgültig wie man rechnet, es ist eine Binsenweisheit - lange Nutzbarkeit von jeglichen Erzeugnissen schont Geldbeutel und Umwelt gleichermaßen.

Was dagegen spricht, ist unser Wirtschaftssystem, es bricht vollkommen zusammen, wenn alle nix mehr konsumieren, weil sie für lange Zeit zumindest die großen Brocken - die "man so braucht" ohne ständigen "Modellwechsel" beibehalten. Ohne permanentes Wachstum funktioniert unser System nicht. Das ist zwar in der Natur vollkommen anders - aber der Homo Sapiens sieht das offensichtlich völlig anders...

Das dabei noch die Herkunft, der für all diese "Unternehmungen" benötigte Energie, eine ganz entscheidende Rolle spielt, muss selbstverständlich von allen vehement bestritten werden, die mit eine "Energiewende" absolut nichts zu tun haben wollen. Ist ja tatsächlich kein Problem. Wer heute lebt, was soll der sich heute schon um "übermorgen" sorgen :?: Da haben "wir" viel mit den Eintagsfliegen gemeinsam....

Was glaubst Du kann hier noch mehr dazu geschrieben werden um Dir Disskurs zu Deinem "Aufsatz" zu verhelfen ?
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon Disskurs » Sa 24. Feb 2018, 12:18

Nochmal, einfach weil ich mich anfangs blöd und nicht korrekt ausgedrückt habe:

Meine Intention ist hier nicht in erster Linie, dass mir jemand zu meinem "Aufsatz" verhilft. Ich weiß noch nicht mal ob ich den schreibe. Ich finde das Thema interessant und es geht hier nicht um irgendeine opportunistisch-egoistische Info-Beschaffung. Ich glaube dafür wäre ein Forum wohl auch nicht unbedingt der beste Ort, wenn man vernünftige und objektive Recherche betreiben will.

Sorry falls der Eröffnungspost so rübergekommen ist, als würde ich hier die Zeit fremder Menschen zu meinen Gunsten nutzen wollen. Darum geht's nicht, das würde auch gar nicht funktionieren.

Ein paar Fakten zum Thema kann ich im Laufe der nächsten Tage wie gesagt gerne zusammentragen und hier einpflegen.
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 24. Feb 2018, 13:03

immernoch_ratlos hat geschrieben:(24 Feb 2018, 11:53)



Was dagegen spricht, ist unser Wirtschaftssystem, es bricht vollkommen zusammen, wenn alle nix mehr konsumieren, weil sie für lange Zeit zumindest die großen Brocken - die "man so braucht" ohne ständigen "Modellwechsel" beibehalten. Ohne permanentes Wachstum funktioniert unser System nicht. Das ist zwar in der Natur vollkommen anders - aber der Homo Sapiens sieht das offensichtlich völlig anders...



Ich denke, da machst du es dir ein bisschen zu einfach. Der Mensch hat ein Bewußtsein und die meisten Menschen werden danach streben ihre eigene Lebenssituation zu verbessern. Wenn nun jeder seine eigene Lebenssituation verbessern will ist Wachstum eine zwingende Voraussetzung dafür. Und zwar unabhängig vom Wirtschaftssystem. Wenn wir uns heute alle dazu entschließen, dass wir unsere Lebenssituation nicht mehr verbessern wollen, weil sie einfach gut genug ist und wir den Status Quo einfach aufrecht erhalten wollen, warum sollte dann unser Wirtschaftssystem, also die dezentrale Allokation von Ressourcen über Angebot, Nachfrage und Preis nicht dazu geeignet seinen dieses Ziel zu unterstützen? Den Vergleich mit der Natur verstehe ich nicht. Die Natur an sich hat kein Bewusstsein und strebt auch nicht nach einer Verbesserung ihrer Lebensumstände.
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 24. Feb 2018, 16:14

Kater hat geschrieben:Ich denke, da machst du es dir ein bisschen zu einfach. Der Mensch hat ein Bewußtsein und die meisten Menschen werden danach streben ihre eigene Lebenssituation zu verbessern. Wenn nun jeder seine eigene Lebenssituation verbessern will ist Wachstum eine zwingende Voraussetzung dafür. Und zwar unabhängig vom Wirtschaftssystem. Wenn wir uns heute alle dazu entschließen, dass wir unsere Lebenssituation nicht mehr verbessern wollen, weil sie einfach gut genug ist und wir den Status Quo einfach aufrecht erhalten wollen, warum sollte dann unser Wirtschaftssystem, also die dezentrale Allokation von Ressourcen über Angebot, Nachfrage und Preis nicht dazu geeignet seinen dieses Ziel zu unterstützen? Den Vergleich mit der Natur verstehe ich nicht. Die Natur an sich hat kein Bewusstsein und strebt auch nicht nach einer Verbesserung ihrer Lebensumstände.
Ja, wir vermuten "Bewusstsein" bei uns - es ist auch die einzig mögliche Erklärung warum wir miteinander interagieren können. Soweit so gut.

Nur die Frage "(warum) "Wachstum eine zwingende Voraussetzung dafür" (sein muss um die eigene Lebenssituation zu verbessern). Wenn ich Zweifel habe was damit wohl gemeint sein könnte, bediene ich mich des WWW. Ganz vorn findet sich da meist in der besten Enzyklopädie die einem heute zur Verfügung steht, in Wikipedia, eine Verweis auf gleich 6 sehr unterschiedliche Ausgangspunkte für

    Wachstum :
    .
  • Marktwachstum
    .
  • Wachstum (Biologie)
    .
  • Wachstum (Mathematik)
    .
  • Wachstum (Gruppentheorie)
    .
  • Wirtschaftswachstum
    .
  • Städtewachstum, Aspekt der Urbanisierung
    .

Bei einigen ist das Wachstum "gegenseitiger natürlichen Begrenzungen" unterworfen - mir ist nur eine Ausnahme bekannt wo es keine Begrenzung gibt "Wachstum (Mathematik)".
Wachstum ist ein natürlicher Vorgang und damit innerhalb festliegender Grenzen immer beschränkt. "Festliegend" bedeutet innerhalb natürlicher Begrenzungen. Auch das "Wirtschaftswachstum" findet innerhalb natürlicher Begrenzung in "Wirtschaftsräumen" statt. Ist die maximale Größe erreicht, muss / müssen andere Wirtschaftsräume kleiner werden oder verschwinden.

Das wohl aktuellste Beispiel ist die Produktion von KFZ. Sobald es unseren "Empfängern" gelingt, diese Ware selbst zu erzeugen, wird unser BIP mindestens stagnieren oder abnehmen. Würden alle ~200 Staaten dieser Welt ihre eigenen "Bedürfnisse" selbst befriedigen, wäre nirgendwo mehr eine "Wirtschaftswachstum" möglich, wie wir das gerade erleben. Ich weiß - nun kommt eine Latte von "Ausnahmen" warum das Szenario nicht möglich sei.

Was da so schön wächst - noch wächst ja alles - benötigt in erster Linie Energie und gleichermaßen sog. "Rohstoffe". Seit Beginn der industriellen "Revolutionen" werden diese ohne Rücksicht auf die kommenden Generationen verschwendet. Nur wer egoistisch nur sein "Wachstum" sieht, wird das gutheißen.

Um weiter "Gedeihen" zu können - eine Sonderform von "Wachstum" begrenzt aber fortwährend, wäre es langsam notwendig, alle Prozesse der "Natur", in dort - abgekupferte - Recyclingprozesse zu überführen. Dann wäre durchaus und auch dauerhaft, all das möglich was Du beschreibst. Mir wäre das sehr willkommen.

Danach sieht es leider nicht wirklich aus. Unser Problem waren und sind die scheinbar "prallgefüllten" fossilen Brennstoffe und was sonst noch in Massen abbaubar erscheint. Gerade weil "Die Natur an sich hat kein Bewusstsein" (hat) "und strebt auch nicht nach einer Verbesserung ihrer Lebensumstände (strebt) - streben kann, weil natürliche Prozesse eben natürlichen Kriterien und keinem "Plan" oder den Anweisungen "höherer Mächte" folgt, wäre es eine super Idee sich dem so weit wie nur eben möglich anzupassen.

Wenn manche "triumphierend" feststellen, seit der "Club of Rome" die Begrenztheit öffentlich verkündete, sei ja keine der Voraussagen bisher eingetroffen, ist das an Dummheit kaum noch zu überbieten. Wenn es "Menschen" seit ca. 500.000 Jahren gibt - 2.000 davon "Neuzeit" (entspricht 0,4% dieser Zeit) - die letzten paar Jährchen seit ca. 1800 - also ca. 217 Jahre (0,0434%) haben dumme Menschen einen Großteil der vorhanden Ressourcen zumeist verbrannt oder in kaum noch recycelbaren Müll verwandelt.

Einige Spezialisten freuen sich darüber, dass es Kohle noch für 1.000 Jahre geben werde (beim Stand heutigen Bedarfs, der mit wenigstens 7% jährlich wächst - wird dabei verschwiegen). Ähnlichen Unsinn kann man zu Erdöl und Erdgas lesen - dort ist man inzwischen aber weit unter 500 Jahre in den Prognosen gefallen.

Nun ja, verzeih mir ich rede von lieber von einer "Kreislaufwirtschaft" die möglichst "verbrauchsarm" funktioniert - so ein System wird auch noch bei unseren "Urenkeln ^6" funktionieren. Das alles OHNE unsere Lebenssituation (und auch der anderen "um uns herum") zu verschlechtern. Unsere kognitiven Fähigkeiten erlauben es uns sinnvolle Veränderungen zu erkennen und dann auch durchzuführen. Wenn nicht, ist alles lediglich eine Frage der Zeit - der Letzte macht dann nicht das Licht aus - sonder stirbt an den voraussehbaren Folgen. Schlicht weil seine Ahnen einfach zu blöd waren das Richtige zu tun.... :(

Diskurs nun bin ich auf Deine Antwort gespannt. Dein Einstieg war etwas verunglückt - geschenkt - jeder der seine Meinung hier kundtut, muss mit dem Schlimmsten rechen - wie Du meinen Ausführungen entnehmen kannst, dürfte das "WIE" und besonders das "WARUM" schon klar sein. Für mich ist der notwendige Wandel kein Selbstzweck. Da sollte möglichst alles "ineinandergreifen" - Klimaschutz und EE - stehen (jedenfalls für mich) in einer unauflösbaren Verbindung zueinander. "Umverteilung" halte ich für Blödsinn - was da ist gehört niemandem oder eben allen - da es sich bei uns allerdings um Homo Sapiens mit all seinen Schwächen handelt, meinen einige eben über sich selbst "primus inter pares" zu sein, was leider sehr unerfreuliche Folgen hatte und immer haben wird. So bin ich vorzugsweise Pessimist, der sich ja irren kann - als ein vom Glück besoffener Optimist, der dies eher selten für möglich hält... :rolleyes:
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 24. Feb 2018, 16:27

immernoch_ratlos hat geschrieben:(24 Feb 2018, 16:14)

Ja, wir vermuten "Bewusstsein" bei uns - es ist auch die einzig mögliche Erklärung warum wir miteinander interagieren können. Soweit so gut.

Nur die Frage "(warum) "Wachstum eine zwingende Voraussetzung dafür" (sein muss um die eigene Lebenssituation zu verbessern). Wenn ich Zweifel habe was damit wohl gemeint sein könnte, bediene ich mich des WWW. Ganz vorn findet sich da meist in der besten Enzyklopädie die einem heute zur Verfügung steht, in Wikipedia, eine Verweis auf gleich 6 sehr unterschiedliche Ausgangspunkte für

    Wachstum :
    .
  • Marktwachstum
    .
  • Wachstum (Biologie)
    .
  • Wachstum (Mathematik)
    .
  • Wachstum (Gruppentheorie)
    .
  • Wirtschaftswachstum
    .
  • Städtewachstum, Aspekt der Urbanisierung
    .

Bei einigen ist das Wachstum "gegenseitiger natürlichen Begrenzungen" unterworfen - mir ist nur eine Ausnahme bekannt wo es keine Begrenzung gibt "Wachstum (Mathematik)".
Wachstum ist ein natürlicher Vorgang und damit innerhalb festliegender Grenzen immer beschränkt. "Festliegend" bedeutet innerhalb natürlicher Begrenzungen. Auch das "Wirtschaftswachstum" findet innerhalb natürlicher Begrenzung in "Wirtschaftsräumen" statt. Ist die maximale Größe erreicht, muss / müssen andere Wirtschaftsräume kleiner werden oder verschwinden.

Das wohl aktuellste Beispiel ist die Produktion von KFZ. Sobald es unseren "Empfängern" gelingt, diese Ware selbst zu erzeugen, wird unser BIP mindestens stagnieren oder abnehmen. Würden alle ~200 Staaten dieser Welt ihre eigenen "Bedürfnisse" selbst befriedigen, wäre nirgendwo mehr eine "Wirtschaftswachstum" möglich, wie wir das gerade erleben. Ich weiß - nun kommt eine Latte von "Ausnahmen" warum das Szenario nicht möglich sei.

Was da so schön wächst - noch wächst ja alles - benötigt in erster Linie Energie und gleichermaßen sog. "Rohstoffe". Seit Beginn der industriellen "Revolutionen" werden diese ohne Rücksicht auf die kommenden Generationen verschwendet. Nur wer egoistisch nur sein "Wachstum" sieht, wird das gutheißen.

Um weiter "Gedeihen" zu können - eine Sonderform von "Wachstum" begrenzt aber fortwährend, wäre es langsam notwendig, alle Prozesse der "Natur", in dort - abgekupferte - Recyclingprozesse zu überführen. Dann wäre durchaus und auch dauerhaft, all das möglich was Du beschreibst. Mir wäre das sehr willkommen.

Danach sieht es leider nicht wirklich aus. Unser Problem waren und sind die scheinbar "prallgefüllten" fossilen Brennstoffe und was sonst noch in Massen abbaubar erscheint. Gerade weil "Die Natur an sich hat kein Bewusstsein" (hat) "und strebt auch nicht nach einer Verbesserung ihrer Lebensumstände (strebt) - streben kann, weil natürliche Prozesse eben natürlichen Kriterien und keinem "Plan" oder den Anweisungen "höherer Mächte" folgt, wäre es eine super Idee sich dem so weit wie nur eben möglich anzupassen.

Wenn manche "triumphierend" feststellen, seit der "Club of Rome" die Begrenztheit öffentlich verkündete, sei ja keine der Voraussagen bisher eingetroffen, ist das an Dummheit kaum noch zu überbieten. Wenn es "Menschen" seit ca. 500.000 Jahren gibt - 2.000 davon "Neuzeit" (entspricht 0,4% dieser Zeit) - die letzten paar Jährchen seit ca. 1800 - also ca. 217 Jahre (0,0434%) haben dumme Menschen einen Großteil der vorhanden Ressourcen zumeist verbrannt oder in kaum noch recycelbaren Müll verwandelt.

Einige Spezialisten freuen sich darüber, dass es Kohle noch für 1.000 Jahre geben werde (beim Stand heutigen Bedarfs, der mit wenigstens 7% jährlich wächst - wird dabei verschwiegen). Ähnlichen Unsinn kann man zu Erdöl und Erdgas lesen - dort ist man inzwischen aber weit unter 500 Jahre in den Prognosen gefallen.

Nun ja, verzeih mir ich rede von lieber von einer "Kreislaufwirtschaft" die möglichst "verbrauchsarm" funktioniert - so ein System wird auch noch bei unseren "Urenkeln ^6" funktionieren. Das alles OHNE unsere Lebenssituation (und auch der anderen "um uns herum") zu verschlechtern. Unsere kognitiven Fähigkeiten erlauben es uns sinnvolle Veränderungen zu erkennen und dann auch durchzuführen. Wenn nicht, ist alles lediglich eine Frage der Zeit - der Letzte macht dann nicht das Licht aus - sonder stirbt an den voraussehbaren Folgen. Schlicht weil seine Ahnen einfach zu blöd waren das Richtige zu tun.... :(

Diskurs nun bin ich auf Deine Antwort gespannt. Dein Einstieg war etwas verunglückt - geschenkt - jeder der seine Meinung hier kundtut, muss mit dem Schlimmsten rechen - wie Du meinen Ausführungen entnehmen kannst, dürfte das "WIE" und besonders das "WARUM" schon klar sein. Für mich ist der notwendige Wandel kein Selbstzweck. Da sollte möglichst alles "ineinandergreifen" - Klimaschutz und EE - stehen (jedenfalls für mich) in einer unauflösbaren Verbindung zueinander. "Umverteilung" halte ich für Blödsinn - was da ist gehört niemandem oder eben allen - da es sich bei uns allerdings um Homo Sapiens mit all seinen Schwächen handelt, meinen einige eben über sich selbst "primus inter pares" zu sein, was leider sehr unerfreuliche Folgen hatte und immer haben wird. So bin ich vorzugsweise Pessimist, der sich ja irren kann - als ein vom Glück besoffener Optimist, der dies eher selten für möglich hält... :rolleyes:


nun, das ist nun sehr viel Palaver um das eigentliche Thema rum. Wenn jeder Mensch seine Lebenssituation verbessern möchte, dann bedingt das unweigerlich Wirtschaftswachstum. Wenn das keiner mehr möchte, dann ist auch keine Wachstum mehr nötigt. Warum dann unser Wirtschaftssystem (Marktwirtschaft, Allokation der Ressourcen über Angebot, Nachfrage und Preis) nicht dazu geeignet sein sollte das zu leisten, darüber les ich jetzt noch nichts.
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 24. Feb 2018, 16:43

OK - dann mit weniger Palaver - erklär Du mir mal, wie (Marktwirtschaft, Allokation der Ressourcen über Angebot, Nachfrage und Preis) ohne ausreichende Ressourcen die es dann noch zu "allokieren" gibt, funktionieren kann :?:
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 24. Feb 2018, 16:48

immernoch_ratlos hat geschrieben:(24 Feb 2018, 16:43)

OK - dann mit weniger Palaver - erklär Du mir mal, wie (Marktwirtschaft, Allokation der Ressourcen über Angebot, Nachfrage und Preis) ohne ausreichende Ressourcen die es dann noch zu "allokieren" gibt, funktionieren kann :?:


Die Allokation der Ressourcen folgt wie geschrieben über Angebot, Nachfrage und Preis. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht wo dein Problem in Bezug auf diese Tatsache liegt. Das funktioniert doch jetzt auch schon so. Und auch jetzt sind die Ressourcen nicht ausreichend alle Bedürfnisse zu befrieden. Sonst müssten wir uns auch jetzt schon keine Gedanken über die Allokation der Ressourcen machen, also praktisch nicht wirtschaften.
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon Disskurs » Sa 24. Feb 2018, 16:57

immernoch_ratlos hat geschrieben:(24 Feb 2018, 16:14)

Diskurs nun bin ich auf Deine Antwort gespannt. Dein Einstieg war etwas verunglückt - geschenkt - jeder der seine Meinung hier kundtut, muss mit dem Schlimmsten rechen - wie Du meinen Ausführungen entnehmen kannst, dürfte das "WIE" und besonders das "WARUM" schon klar sein. Für mich ist der notwendige Wandel kein Selbstzweck. Da sollte möglichst alles "ineinandergreifen" - Klimaschutz und EE - stehen (jedenfalls für mich) in einer unauflösbaren Verbindung zueinander. "Umverteilung" halte ich für Blödsinn - was da ist gehört niemandem oder eben allen - da es sich bei uns allerdings um Homo Sapiens mit all seinen Schwächen handelt, meinen einige eben über sich selbst "primus inter pares" zu sein, was leider sehr unerfreuliche Folgen hatte und immer haben wird. So bin ich vorzugsweise Pessimist, der sich ja irren kann - als ein vom Glück besoffener Optimist, der dies eher selten für möglich hält... :rolleyes:


Ich bin mir nicht sicher, ob ich deinen Kommentar 100% verstanden habe, deshalb konzentriere ich mich erstmal auf einen Punkt. Korrigiere mich einfach, falls ich deine Aussagen nicht korrekt repräsentiere.

Deinen kurzen Gedanken zu "Umverteilung" verstehe ich inhaltlich nicht ganz.

"was da ist gehört niemandem oder eben allen" - Du sprichst da ja in irgendeiner Form den philosophischen Gedanken von "common ownership" der Erde an. Wie meinst du das genau? Was ist deine Position zu Eigentumsrechten?

Den Grundgedanken zum Thema Nachhaltigkeit unterschreibe ich, ich bin nur leider nicht besonders fit was den wissenschaftlichen/empirischen Background im Detail angeht. Um die Brücke zu deiner Umverteilungsaussage zu schlagen: In diesem Sinne denke ich auch, dass uns existierenden Menschen die aktuell existierenden Rohstoffe auf der Erde nicht allein "gehören", sondern dass wir ethisch gesehen dafür verantwortlich sind, zukünftigen Generationen ein ebenso gutes Leben zu ermöglichen. Das wäre dann ja zumindest ein Indiz für eine affirmative Antwort auf die Frage, ob der Ausbau erneuerbare Energien ein sinnvolles Ziel ist. Allerdings gibt es natürlich noch Positionen, die dies aufgrund gewisser empirischer Annahmen verneinen - siehe z.B. den Post von Excellero.

Allerdings ist die Art von Umverteilung, die ich anfänglich hier gemeint hatte, davon ja wenn überhaupt indirekt betroffen - eher sogar davon unabhängig denke ich. Ich meinte ja eine finanzielle Umverteilung innerhalb der deutschen Gesellschaft in Folge des EEG-Gesetzes. Dabei geht es also eher darum, wie man die politische Förderung erneuerbarer Energien (der stehe ich Stand jetzt generell nicht negativ gegenüber, ich denke auch dass es sich bei der geringen Nachhaltigkeit im Energiesektor um eine Externalität des Marktes handelt) am besten umsetzt. Und Verteilungsgerechtigkeit spielt für die Bewertung der Maßnahmen da mMn schon eine signifikante Rolle.
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 24. Feb 2018, 18:53

@Disskurs

Ich halte wenig bis nichts von einer Umverteilung einfach um etwas umzuverteilen. Wer seine Grips und oder Körperkraft einsetzt, soll eine faire Chance haben selbst Eigentum zu erwerben. Das sollte auch für alle gelten. Ich hoffe soweit bist Du mit mir d'accord.

Ob nun eine relativ kleine Anzahl Menschen - USA 322.755.353 Einwohner das 8fache der Ressourcen, "wir" Europäer in sehr unterschiedlicher Verteilung ca. 4fache Nutzer - Bevölkerung: 741,4 Millionen (2016) - der weltweit vorhanden Ressourcen in diesem Verhältnis "abgreifen" dürfen, das darfst Du gerne beantworten.

Multipliziert man diese Bevölkerungszahlen leben in den USA (real 322.755.353 Einwohne)r so wie anderwärts 2.582.042.824 Menschen die sich mit dem Einfachen zufrieden geben. In Europa (reale 741,4 Millionen) kommen so 2.965.600.000 "Verbraucher" zusammen. Das sind dann bereits ca. 5,5 Milliarden Verbraucher die diese 1,06 Milliarden realen Menschen ausmachen.


Glaubst Du, dieser "Umverteilungsschlüssel" kann einfach so weiter praktiziert werden - China mit 1,379 Milliarden (2016), die sich in größerer Anzahl "unserem Umverteilungsschlüssel" nähern - nicht zu reden von all den anderen noch ein "Klops" - Indien mit 1,324 Milliarden und all die anderen - zusammen reale Personen ca. 7,5 Milliarden - heute schon 7,5 + der "Umverteilung" die nicht ich herausgefunden habe ?

Da muss man schon sehr viel ignorieren um "seine Ruhe bewahren zu können". Nun mir kann´s egal sein. Meine statistische Lebenserwartung "lugt schon um die Ecke".

Warum haben Europäer (nebst ihren direkten Verwandten "in Übersee") eine größere Verantwortung zu tragen, als der "Rest" der Welt ? Nun seit dem Mittelalter beherrschen Europäer und ihre Lebensweise, ihre politischen Vorstellungen, Wirtschaftssystem und mit ihren Sprachen diesen "Rest" der Welt. "Unsere (meist) unfreiwilligen Schüler" folgen ihren Meistern in überraschender Willigkeit. Kein anderes System (falls es das überhaupt gab) hatte die geringste Chance. Die europäische Industrialisierung hat gleich mehrere Ideologien hervorgebracht, einige davon haben "im Rest der Welt" sehr ordentlich für Chaos, Unfrieden, auch gleich für zwei Weltkriege und tausende von Kleinkriegen "gesorgt".

Einziges brauchbares Überbleibsel - der individualistischen Humanismus - der allerdings nicht wirklich für alle gilt.

Wenn sich also herausstellen sollte, das war nix mit dem was "wir" so für richtig erachten, was dann ? Da sind solche zarten Bemühungen wie das initiieren von Ideen wie "EE" - funktionierendes Recycling - positiv nachhaltige Eingriffe in die "Natur" usw. usf. für mich eine Pflichtveranstaltung. Das es auf dem Weg dahin auch falsche Entwicklungen gibt, ist gemessen an all dem was bis Dato von Menschen "unternommen" wurde, eher der Normalfall. Bei der Gegnerschaft, die ihre "Pfründe" in Gefahr sieht, ist mit mehr als nur simpler Unlust sich auf etwas neues einzulassen zu rechnen.

Was die Umverteilung nach oben beim EEG angeht, da solltest Du Dich mal mit den Fakten beschäftigen - es sind inzwischen 1,58 Millionen PV-Anlagen - Leitung 41,2 GWp. 2016 erzeugten sie 38,3 Terawattstunden Strom der bei der Masse der Anlagen direkt und nahezu verlustfrei in den Niederspannungs-Ortsnetzen ankam. Sehr zur Unfreude der Monopolisten, welche diese zugleich teuerste Stromart (nicht weil die Erzeugung teuer wäre - sondern weil dem Privatkunde die höchsten Preise abverlangt werden können) nun nicht mehr liefern können. Was sie mit entsprechenden Kampagnen beim Bürger, selbstverständlich völlig anders darstellen.

Tatsächlich eingespeist wurden von 2007 bis 2016 212 TWh - das Meiste davon kam (Ausnehmen PV-Großanlagen) niemals über die Niederspannungsnetze hinaus (Gesamtleistung über 9 Jahre aufsummiert = 38.360 MWp) . Hier steckt jede Menge "kleines Geld" in den Investitionen - hier wurde, wenn überhaupt - innerhalb der Mittelklasse "verteilt". Das alles lässt sich auch belegen - an den "Stammtischen" allerdings leider nicht...

Womöglich hilft ja dieses PDF : Quelle : Fraunhofer ISE (21.02.2018) "Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland" weiter - nur 88 Seiten Information - die sich nur für die lohnen, welche wirkliches Interesse aufbringen..
Zuletzt geändert von immernoch_ratlos am Sa 24. Feb 2018, 19:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Umverteilung

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 24. Feb 2018, 18:58

immernoch_ratlos hat geschrieben:(24 Feb 2018, 18:53)

Ich halte wenig bis nichts von einer Umverteilung einfach um etwas umzuverteilen. Wer seine Grips und oder Körperkraft einsetzt, soll eine faire Chance haben selbst Eigentum zu erwerben. Das sollte auch für alle gelten. Ich hoffe soweit bist Du mit mir d'accord.

Ob nun eine relativ kleine Anzahl Menschen - USA 322.755.353 Einwohner das 8fache der Ressourcen, "wir" Europäer in sehr unterschiedlicher Verteilung ca. 4fache Nutzer - Bevölkerung: 741,4 Millionen (2016) - der weltweit vorhanden Ressourcen in diesem Verhältnis "abgreifen" dürfen, das darfst Du gerne beantworten.

Multipliziert man diese Bevölkerungszahlen leben in den USA (real 322.755.353 Einwohne)r so wie anderwärts 2.582.042.824 Menschen die sich mit dem Einfachen zufrieden geben. In Europa (reale 741,4 Millionen) kommen so 2.965.600.000 "Verbraucher" zusammen. Das sind dann bereits ca. 5,5 Milliarden Verbraucher die diese 1,06 Milliarden realen Menschen ausmachen.


Glaubst Du, dieser "Umverteilungsschlüssel" kann einfach so weiter praktiziert werden - China mit 1,379 Milliarden (2016), die sich in größerer Anzahl "unserem Umverteilungsschlüssel" nähern - nicht zu reden von all den anderen noch ein "Klops" - Indien mit 1,324 Milliarden und all die anderen - zusammen reale Personen ca. 7,5 Milliarden - heute schon 7,5 + der "Umverteilung" die nicht ich herausgefunden habe ?

Da muss man schon sehr viel ignorieren um "seine Ruhe bewahren zu können". Nun mir kann´s egal sein. Meine statistische Lebenserwartung "lugt schon um die Ecke".

Warum haben Europäer (nebst ihren direkten Verwandten "in Übersee") eine größere Verantwortung zu tragen, als der "Rest" der Welt ? Nun seit dem Mittelalter beherrschen Europäer und ihre Lebensweise, ihre politischen Vorstellungen, Wirtschaftssystem und mit ihren Sprachen diesen "Rest" der Welt. "Unsere (meist) unfreiwilligen Schüler" folgen ihren Meistern in überraschender Willigkeit. Kein anderes System (falls es das überhaupt gab) hatte die geringste Chance. Die europäische Industrialisierung hat gleich mehrere Ideologien hervorgebracht, einige davon haben "im Rest der Welt" sehr ordentlich für Chaos, Unfrieden, auch gleich für zwei Weltkriege und tausende von Kleinkriegen "gesorgt".

Einziges brauchbares Überbleibsel - der individualistischen Humanismus - der allerdings nicht wirklich für alle gilt.

Wenn sich also herausstellen sollte, das war nix mit dem was "wir" so für richtig erachten, was dann ? Da sind solche zarten Bemühungen wie das initiieren von Ideen wie "EE" - funktionierendes Recycling - positiv nachhaltige Eingriffe in die "Natur" usw. usf. für mich eine Pflichtveranstaltung. Das es auf dem Weg dahin auch falsche Entwicklungen gibt, ist gemessen an all dem was bis Dato von Menschen "unternommen" wurde, eher der Normalfall. Bei der Gegnerschaft, die ihre "Pfründe" in Gefahr sieht, ist mit mehr als nur simpler Unlust sich auf etwas neues einzulassen zu rechnen.

Was die Umverteilung nach oben beim EEG angeht, da solltest Du Dich mal mit den Fakten beschäftigen - es sind inzwischen 1,58 Millionen PV-Anlagen - Leitung 41,2 GWp. 2016 erzeugten sie 38,3 Terawattstunden Strom der bei der Masse der Anlagen direkt und nahezu verlustfrei in den Niederspannungs-Ortsnetzen ankam. Sehr zur Unfreude der Monopolisten, welche diese zugleich teuerste Stromart (nicht weil die Erzeugung teuer wäre - sondern weil dem Privatkunde die höchsten Preise abverlangt werden können) nun nicht mehr liefern können. Was sie mit entsprechenden Kampagnen beim Bürger, selbstverständlich völlig anders darstellen.

Tatsächlich eingespeist wurden von 2007 bis 2016 212 TWh - das Meiste davon kam (Ausnehmen PV-Großanlagen) niemals über die Niederspannungsnetze hinaus (Gesamtleistung über 9 Jahre aufsummiert = 38.360 MWp) . Hier steckt jede Menge "kleines Geld" in den Investitionen - hier wurde, wenn überhaupt - innerhalb der Mittelklasse "verteilt". Das alles lässt sich auch belegen - an den "Stammtischen" allerdings leider nicht...

Womöglich hilft ja dieses PDF : Quelle : Fraunhofer ISE (21.02.2018) "Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland" weiter - nur 88 Seiten Information - die sich nur für die lohnen, welche wirkliches Interesse aufbringen..



Wen sprichst du mit diesem Post an? Mich?
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