Umweltverschmutzung durch Heizungen?

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John Galt
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Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon John Galt » Fr 16. Feb 2018, 12:07

Wie sieht es eigentlich mit der Umweltverschmutzung durch Heizungen in Deutschland aus? VIele Leute haben teilweise noch 40 Jahre Ölheizungen im Keller und verbraten mehrere Tausend Liter Heizöl im Jahr aber moderne Dieselautos sollen auf Staatskosten nachgerüstet werden?

Die "umweltfreundlichen" Holzheizungen sehen im Vergleich zu modernen Dieselautos wohl auch nicht so rosig aus.
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 20. Feb 2018, 10:46

Danke der Nachfrage ! Eine schöne und wie ich glaube auch umfassende Übersicht gibt diese WEB-Seite : "Die große Studie zu Heizungstechnik und Heizverhalten in Deutschland | aktualisiert am: 19.12.2017" So konservativ wie Deutsche nun mal sind :
LINK hat geschrieben:Deutschland heizt mit Öl und Gas – Erneuerbare nur Randerscheinung

In deutschen Eigenheimen heizt so gut wie jeder Zweite mit einer Gasheizung. Mit großem Abstand, aber immerhin noch 24 Prozent, folgt die Ölheizung auf Rang zwei. Damit bestimmen die beiden Brennstoffe zwei Drittel der deutschen Heizlandschaft. Erneuerbare Energien sind bisher eine Randnotiz, es gibt allerdings starke regionale Unterschiede, die das zukünftige Potenzial bereits andeuten.

Momentan heizen sechs Prozent mit Holz und Holzpellets, eine Solarthermie oder Erdwärme werden jeweils nur von zwei Prozent genutzt. Damit haben die erneuerbaren Energien noch deutliches Potenzial, welches beispielsweise in Berlin schon deutlich stärker ausgeschöpft wird. Hier liegt der Anteil an der Wärmenutzung bereits bei 21 Prozent. Es folgen Bayern mit 17 und Rheinland Pfalz mit 15 Prozent.
Moderne Gasheizungen mit geringen Emissionen liegen sichtlich vorn. Auch zum Alter der Heizung gibt es Antworten. Deine schlimmen Befürchtungen "VIele Leute haben teilweise noch 40 Jahre Ölheizungen im Keller" treffen glücklicherweise nicht zu :
LINK hat geschrieben:nteressant ist, dass viele Heizungen in deutschen Eigenheimen ein Alter erreicht haben, in dem eine Modernisierung aus ökonomischen und ökologischen Gründen empfohlen wird. So sind 30 Prozent zwischen 11 und 20 Jahre, 12 Prozent bereits zwischen 12 und 30 Jahre und 5 Prozent sogar schon über 30 Jahre alt. Hier soll darauf hingewiesen werden, dass der Austausch 30 Jahre alter Heizkessel gesetzlich vorgeschrieben ist.
Die Balkengrafik "Wann wurde Ihre Heizung ungefähr eingebaut ?" zeigt, die Hälfte der Heizungen sind bis zu maximal 10 Jahre alt (private PKW lt. KBA sind im Durchschnitt 9 Jahre alt) Schon älter und die nächsten "Kandidaten" für Modernisierung sind die 30% der 11 bis 20 Jahre alten Heizungen - älter und mit Sicherheit "problematisch" sind wohl die "Schlusskandidaten" 12% 21 bis 30 Jahre und ganz sicher alles was älter als 30 Jahre "auf dem Brenner hat". 4% wissen nix und sind womöglich uralt - das wird spätestens der nächste Besuch des Schornsteinfegers ändern :eek:

Wenn es sich - gleichgültig in welcher Rubrik - um E-Heizungen handelt, vor Ort, also in den Wohngebieten völlig ohne Emissionen - so spielt dabei das Alter keinerlei Rolle. Lediglich, wer da modernisiert, kann moderne Infrarot - Flächenheizungen auswählen. Die effektivste Art "elektrisch" zu heizen. Mein privater Test solcher Elemente zeigt sehr gute Ergebnisse. Sowohl was die schnelle Regelung, als auch die Sparsamkeit dieser ausschließlichen Strahlungsheizung angeht. Eine Studie der TU Kaiserslautern(PROJEKT-HOMEPAGE DR.-ING. PETER KOSACK) erläutert (dort als PDF Download) die Zusammenhänge.

Wer nun sofort auf die Emissionen der zumeist Braun- und oder Steinkohlekraftwerke hinweist, liegt sicher richtig, sollte aber bedenken dort "vor Ort" werden die Emissionen unter kontrollierten und mit hohem techn. Aufwand auf ein Minimum reduziert. Doch wer wie ich, auch etwas teurere kWh - Preise akzeptiert und eben nur Strom aus "garantiert erneuerbaren Quellen" (Vertragsbestandteil !) einkauft, nutzt seine - zugegeben geringe Marktmacht - um durch Nachfrage dieses Marktsegment zu fördern. Das kann jeder tun, muss dabei nicht unbedingt el. Heizen. Auf meiner Rechnung enthält jede kWh einen €urocent der in weitere EE-Projekte fließt. Das nur "nebenbei".

Was den Willen angeht vergleichsweise "saubere" Heizmethoden anzuwenden - auch da hilft eine Grafik : "Für welche Heizungsart haben Sie sich entschieden bzw. werden sie sich entscheiden ?" - Heizöl mit 4 % ist keineswegs mehr der "Renner". Gut so. Erstaunliche 6% wollen oder haben eine E-Heizung. Für mich ideal, die Anlagenkosten sind minimal im Vergleich zu allen andern Systemen - die anfallenden Folgekosten ebenfalls - das gleicht die relativ hohen "Heizkosten" zum Teil durchaus aus. Kamin und die jährlichen Kosten für deren Überprüfung fallen bei mir seit wenigstens 20 Jahre komplett weg - gleiches gilt für die Heizanlage selbst. Installation, Umbauten, Wartung usw. führe ich kostenlos selbst durch. Wer nicht denn "passenden Beruf" hat, der muss mit vergleichsweise geringen Kosten rechnen.

Einziges "Problem" über eine teure mit Wasser als Medium führende Heizanlage verfüge ich nicht. Das schließt einige moderne andere Methoden aus. Doch, wer weiß, was allein eine solche Anlage, ohne dabei auch noch die Folgekosten zu berücksichtigen, kostet, wird verstehen, das mit diesem eingesparten Kapital einige Heizperioden bestritten werden können. Ein Teil dieser Kosten wird spätesten alle ~20 Jahre erneut fällig :( Weitere Notwendigkeit, je kleiner die installierte Heizleistung sein soll, desto besser sollte die Dämmung (Fenster, Außentüren, Dach, Fußböden zu unbeheizten Unterflächen und auch zu den Wänden sein. Bei mir ist diese Voraussetzung seit Jahrzehnten erfüllt und bei der Dachfläche wurde im Zuge der Montage der "Indach-PV" die gesamte Dachfläche auf Werte besser als "Passivhausstandard" (PU) verbessert. Alle Dämmmaterialien sind unbrennbar - PU bis 1.000°C. Apropos PV - soweit möglich decke ich damit mindestens 2.500 kWh Heizleistung und meinen gesamten WW-Bedarf. Soweit "Kühlung" im Sommer ein Thema ist, diese dann zu 100%...

All das zeigt, wer heizt muss - sollte auch über - Dämmung "nachdenken". Wer gerne und dauerhaft hohe Kosten "in Kauf" nimmt und dazu noch höhere Emissionen, der tut sicher das Falsche.... Immerhin die Hälfte der dt. Bevölkerung bewohnt eigene Immobilien und hat eine Chance dies zu beeinflussen. Meckern und nichts tun ist aber sicher die "bessere Lösung" auch bei diesem Problem.
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 20. Feb 2018, 11:03

John Galt hat geschrieben:(16 Feb 2018, 12:07)

Wie sieht es eigentlich mit der Umweltverschmutzung durch Heizungen in Deutschland aus? VIele Leute haben teilweise noch 40 Jahre Ölheizungen im Keller und verbraten mehrere Tausend Liter Heizöl im Jahr aber moderne Dieselautos sollen auf Staatskosten nachgerüstet werden?

Die "umweltfreundlichen" Holzheizungen sehen im Vergleich zu modernen Dieselautos wohl auch nicht so rosig aus.


das ist sicherlich ein Punkt. Gerade in Bezug auf Holzheizungen sehe ich das kritisch. Lange Zeit wurden ja Holzheizungen als CO2-neutral angepriesen. Die Praxis zeigt jedoch anderes. Gerade in Bezug auf Feinstaub.

Gas scheint da wohl immer noch die beste Alternative zu sein. Und das ist auch die Technologie, die ich in meinem (gerade im Bau befindlichen) Haus verwende.
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 20. Feb 2018, 14:02

Warum sind Holzheizungen nicht CO2-neutral? Feinstaub ist ein anderes Thema.
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 20. Feb 2018, 16:57

Tom hat geschrieben:Warum sind Holzheizungen nicht CO2-neutral? Feinstaub ist ein anderes Thema.
Ja das sehe ich absolut genauso. Holz ist ein Naturprodukt und bei seiner Verbrennung wird genau die selbe Menge CO2 freigesetzt, wie zuvor während des Wachstumsprozesses gespeichert wurde - nichts kommt hinzu - nichts verschwindet "dauerhaft"*

Bauwerke aus Holz binden das im Holz gebundene CO2 für deren gesamte Lebenszeit. Statt also Holz zu verbrennen, sollte dieser Naturstoff wieder vermehrt in dafür geeigneter Weise direkt und möglichst unbehandelt verwendet werden.

Statt Holz zu verbrennen könnte z.B. in großen Teilen Afrikas das Kochen von Lebensmitteln über Parabolspiegel und ähnliche Einrichtungen erfolgen. Es gibt reichlich und unterschiedliche Modelle. So zu kochen, grillen usw. muss nicht auf Afrika und andere "Entwicklungsländer" beschränkt bleiben. Nur dort ist das Verbrennen der Vegetation durchaus ein flächendeckendes Problem.

Was Erdgas angeht, jeder der mag, kann z.B. HIER nachsehen Welche Heizart erzeugt wie viel CO2 NOX, Feinstaub ? - auch dazu gibt es Zahlen :

    Emissionen in g/kWh : CO2-Äquivalent | Co2 | NOX2 | Feinstaub
    .
  • Heizöl 319 | 0,047 | 0,144 | 0,013
    .
  • Erdgas 247 | 0,068 | 0,047 |0,000
    .
  • Holz-Pellets 27 | 0,659 | 0,281 | 0,079
    .
  • Holz-Hackschnitzel 23 | 1,062 | 0,349 | 0,144
    .
  • Stückholz 17 | 1,537 | 0,302 | 0,162
    .
  • Strom (Bundesmix) 606 | 0,278 | 0,443 |0,019
    .
  • Strom (garantierter Mix aus Wasserkraft und WKA) 0 | 0,0 | 0,0 |0,000

Nach diesen Werten UBA 2012 wird bei Erdgas nur ca.77,4% des CO2-Äquivalents der bei leichtem Heizöl freigesetzt wird, in die Umwelt abgegeben. :|

Der Strommix von 2017 unterscheidet sich deutlich von den hier genannten Werten. Mein Stromlieferant garantiert mir 100% Strom aus EE. Meine eigene PV liefert "Co2 | NOX | Feinstaub" freien Strom zur eigenen Verwendung und Fremdverwendung. So werden durchschnittlich pro Jahr ~7,6 t CO2 vermieden. Weder NO2, NOX noch Feinstaub werden emittiert.

Wer einen Neubau plant, sollte sich zumindest über Hybridheizung: Solarthermie mit der Heizung kombinieren informieren. Im WWW finden sich dazu jede Menge Informationen.

Wer die geforderten Dämmwerte in 2018 einhält, sollte mit einem eher minimalem Heizsystem auskommen. Wer allerdings eher "alternativen Fakten" - auch die gibt es reichlich - zugewandt ist, wird gewiss alle nur möglichen Fehler begehen. Nun ja hier kann sich jeder gern ins Knie schießen sooft und so heftig wie er / sie das mag. Das lässt sich hier problemlos aus zahlreichen - teilweise eher "unterirdischen" Beiträgen entnehmen.... :dead:
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon John Galt » Di 20. Feb 2018, 19:14

immernoch_ratlos hat geschrieben:(20 Feb 2018, 16:57)

    Emissionen in g/kWh : CO2-Äquivalent | Co2 | NOX2 | Feinstaub
    .
  • Heizöl 319 | 0,047 | 0,144 | 0,013
    .
  • Erdgas 247 | 0,068 | 0,047 |0,000
    .
  • Holz-Pellets 27 | 0,659 | 0,281 | 0,079
    .
  • Holz-Hackschnitzel 23 | 1,062 | 0,349 | 0,144
    .
  • Stückholz 17 | 1,537 | 0,302 | 0,162
    .
  • Strom (Bundesmix) 606 | 0,278 | 0,443 |0,019
    .
  • Strom (garantierter Mix aus Wasserkraft und WKA) 0 | 0,0 | 0,0 |0,000



Diesel Euro 6
80mg NOX pro Km *100 = 8g NOX
4,5mg PM pro Km *100 = 0,45g PM

Die Seite rechnet mit ca. 10.000 kWh für die Heizungen im Jahr.
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon Kamikaze » Mo 12. Mär 2018, 16:28

Bauwerke aus Holz binden das im Holz gebundene CO2 für deren gesamte Lebenszeit. Statt also Holz zu verbrennen, sollte dieser Naturstoff wieder vermehrt in dafür geeigneter Weise direkt und möglichst unbehandelt verwendet werden.

Das Problem bei Naturmaterialien am Bau ist, dass sie unbehandelt nur eine sehr geringe Lebenserwartung haben. Holz muss (teils sehr aufwändig und oft genug chemisch) gegen Verfall (Schädlinge, Pilze, etc.) geschützt werden. Das tut zwar der Bindung des Kohlenstoffs (es wird ja nicht wirklich CO2 gebunden, sondern nur der Kohlenstoff) keinen Abbruch, drückt aber durchaus auf die Umwelt-Bilanz des Baustoffes.

Das einzige, was in meinen Augen aktuell gegen eine Stückholzheizung (oder klassisch "Kamin") spricht ist in meinen Augen der Feinstaubausstoß. Wobei ich mich da frage, inwieweit da wirklich gefährlich kleine Partikel ausgestoßen werden - immerhin sind (angeblich) ja nur Partikel von 5 µm oder weniger wirklich Lungengängig und damit gefährlich. Die Partikel im Kaminofenabgas sind soweit ich weiß größer (habe leider keine Quelle dafür).
Der CO2-Fußabdruck ist jedenfalls allen anderen Verbrennungs-Heizsystemen deutlich überlegen.

Ich selber heize aktuell "teil-elektrisch" - also mit einer Grundwasser-Wärmepumpe. Das ist zwar in der Anschaffung sehr teuer (nicht nur das Gerät, sondern auch das nötige "drumrum", wie z.B. Brunnenbohrungen, sehr dicht verlegte Fußbodenheizung, etc.), aber (hoffentlich) auf lange Sicht kosteneffizient. Dazu habe ich eine PV-Anlage auf dem Dach (mit Platz zur Nachrüstung von Warmwasser-Solar).
Leider braucht diese Heizung besonders dann große Energiemengen, wenn diese noch nicht von der Sonne kommt: Morgens das Haus aus der "Nachtabsenkung" hochheizen, Duschwasser bereiten, etc.
Das ist noch etwas unglücklich, aber mit derzeitigem Technik-Stand wohl nicht ohne grobe Komforteinbußen zu ändern.
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 13. Mär 2018, 10:14

@Kamikaze
Das mit dem Holz (am, in und als Bau) möchte ich nur "streifen" - zu sehr entfernt vom Thema. Holz ist der älteste Baustoff den Menschen nutzen. Wer alles richtig macht, kann das noch an die Urenkel vererben und dabei ist das ja auch der einzige nachwachsende Rohstoff ;)

Was das Heizen angeht - gern auch Kühlung von Gebäuden - es ist wie überall, bevor man ans Einsparen denkt, sollte man dafür sorgen, das diese Notwendigkeit möglichst entfällt. Das dies möglich ist beweisen jede Menge Passivhäuser inzwischen :thumbup:

Im Bestand stehen sinnvolle Dämmmaßnahmen vor der Überlegung wie man etwas was "einsparen kann". Zugegeben ein Altbau setzt da deutliche Grenzen. Bleibt noch die Frage nach der "Energiebilanz" - was stecke ich an Energie (zumeist immer noch graue Energie) zuvor in die Dämmung. Wie lange dauert die energetische Amortisation ? Inzwischen wurden zahlreiche Verfahren entwickelt die auch unbehandelte und nachwachsende Stoffe problemlos einsetzbar machen. Hanf z.B. ist so ein Material.

Leider steht das überall notwendige Umdenken noch ganz am Anfang. Ob es glücken wird noch rechtzeitig in eine sich weitgehend selbst erhaltende Recyclingwirtschaft überzugehen ? Betrachtete man den Widerstand gegen alle Veränderungen, bleibt wenig Hoffnung.

Meine Heizanlage ist seit über 40 Jahren komplett elektrisch. Schlicht und einfach eine "Widerstandsheizung" - meist als Fußbodenheizung ausgelegt. Was von meiner PV kommt (in den klassischen Heizungsmonaten Januar bis März - Okt. bis September) im 6 jährigen Durchschnitt ca. 2.800 kWh geht ins WW und in alle Geräte die da werkeln und selbstverständlich in die el. Direktheizung - alles, auch sämtliche "Verlustleistungen" sind "Heizung" - auch ich selbst. Das dies nicht ausreicht ich konnte die Dämmung nur verbessern, bedeutet, ich muss zusätzlich Leistung einkaufen. Ein vergleichsweise, inzwischen erweiterter "Großversuch" die benötigte Wärme über "Infrarot-Flächenheizkörper" bereitzustellen, klappt ausgezeichnet. Keinerlei Konvektion - womit das durch anströmende Luft erzeugte Kältegefühl völlig entfällt - Fußbodenheizung (immerhin betreibe ich die seit mehr als 40 Jahre nun) bietet keineswegs den selben Komfort. Noch betreibe ich inzwischen 5 Heizkörper völlig ungeregelt - damit wird noch mehr als notwendig verbraten. Das wird sich für die nächste Heizperiode deutlich ändern. Besonders, ich möchte nichtmal 1 Watt PV-Leistung einspeisen, wenn ich es sinnvoll im Haus einsetzen kann. Bislang "rutschen" selbst in diesen Zeiten noch immer die kWh auf den unbelasteten Phasen durch. Das werde ich komplett verändern.

Die Wirkung der Infrarotheizung besteht darin, alles was im direkten, aber auch im indirekten Strahlungsbereich liegt, wird nach und nach auf Oberflächentemperaturen von >20°C gebracht. Möbel, Wände - praktisch alles nimmt diese Temperatur an. Der menschliche Körper muss selbst nur noch sehr bescheiden als "Heizkörper" fungieren. Da auch die bei allen Konvektionsheizungen anfallenden Luftbewegungen mit ihrer fühlbaren Kühleffekten wegfallen, ist diese sehr sanfte Methode sehr komfortabel - bei geringem Aufwand. Die Heizflächen können sowohl an der Decke, als an den Wänden installiert werden. Je nach Konstruktionsmerkmalen sind ihre Preise durchaus unterschiedlich. Es gibt Ausführungen, die gleichzeitig als Spiegel im Bad fungieren und so wohl zu den teuersten Modellen zählen dürften. Es gibt die Heizkörper in unterschiedlichstem Dekor - reine "Geschmacksache" - was das angeht. Die Leistung liegt zwischen 400 bis 900 Watt pro Einheit. Ich bevorzuge derzeit preisgünstige 600W (199 €) Modelle in weiß. Je nach Bauart verformen sich die Oberflächen. Ein Preisfrage. Da ich die Wirkung und unterschiedliche Montagearten / Montageorte teste, habe ich 4 der preisgünstigeren Modelle im Einsatz. Ein doppelt so teures Modell hatte ich im ersten Test für über ein Jahr in Betrieb. Der Aufbau ist dort deutlich aufwendiger und es gab keinerlei Verformungen im und nach dem Betrieb.

Mehrere recht gute el. Heizkörper wie üblich als Konvektionsheizung, habe ich bislang auch nicht einmal benutzt. Soweit meine Lösungen was die Heizung angeht. Von "Nachtabsenkung" halte ich eher wenig - besser der Baukörper (über ausreichende Dämmung) "entwärmt" sich nur sehr langsam - das genügt um das notwendige "Nachheizen" zu minimieren. Was tatsächlich "abgesenkt" wird muss danach wieder ins System gesteckt werden - oft leider kein "Nullsummenspiel"....

Im Prinzip generiere ich die notwendige Energie lediglich zum "falschen Zeitpunkt". Fortschritte mit Ziel preisgünstiger Batteriesysteme - wie "Die Redox-Flow Heimspeicher von Voltstorage" z.B. gehen in diese Richtung. Wer einen Keller hat (ich habe leider keinen), sollte genügend Platz für so ein System haben. Volumen für diese Größe (Kapazität 6,8 kWh Leistung 2,6 kW) 55 x 150 x 55 ([cm] B H T) "weniger" als ein €uro pro Wh. Es bleibt abzuwarten wie sich die Preise in Großserien verändern - jedenfalls könnte ich mit einem geeigneten Speicher für die "Sonnenmonate" problemlos auf "Fremdenergie" komplett verzichten - und auch noch in den direkten Folgemonaten die Eigennutzung steigern. Wenn Du selbst eine PV hast, weißt Du ja wie Anlagen zwischen 2009 und 2012 bezüglich der Eigennutzung verrechnet werden.

Ach ja - ich verbrenne in dem Wohngebiet seit Jahren nix mehr - da auch mein Diesel die allermeiste Zeit nur herumsteht, und die kurze Betriebszeit im "Quartier" kaum "zu Buch schlägt", bin ich wohl eher nicht der große böse Emittent - genau um diese Gebiete geht es ja bei den leidigen Emissionen....
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon Excellero » Di 13. Mär 2018, 10:39

Das größte Problem von Holzheizungen ist doch vor allem, daß wenn jeder der heute mit Gas und Öl heizen auf Holz umstiege, würden die Preise für Holz in die Höhe schnellen und dann würden Bäume umgehauen auf Teufel komm raus. Vermutlich nicht in Deutschland, aber andererorts würds ziemlich Kahl werden. Weil man nunmal einen Baum viel schneller verheizt, als dieser nachwächst.
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 13. Mär 2018, 11:45

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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon Kamikaze » Di 13. Mär 2018, 12:04

Weil man nunmal einen Baum viel schneller verheizt, als dieser nachwächst.


Isoliert betrachtet ist das natürlich richtig. Aber: Auch Holzabfälle können verheizt (und damit sinnvoll verwertet) werden. Mit ein wenig technischer Finesse ist das sogar mit Holzwerkstoffen wie z.B. Spanplatten sehr schadstoffarm möglich.
Das wird aktuell auch schon gemacht. (Brennbarer Sperrmüll wandert zumindest in Bayern fast komplett in Verbrennungsanlagen. Viele davon sind gleichzeitig Heizkraftwerke.)
Auch bei Gartenarbeit und (und besonders) bei Forstpflege entstehen große Mengen an Holzabfall - immerhin eignen sich nicht alle Bäume, die gefällt werden müssen zur Verwendung als Werkstoff.
Warum also sollte man diese Energie (wenn sie denn zur Verfügung steht) nicht auch dezentral (sprich: im eigenen Kamin) zur Heizung nutzen?
Natürlich wäre eine sofortige Umstellung aller Verbrenner-Heizungen auf Holz kontraproduktiv. Das wäre allerdings jede Ad-hoc-Umstellung auf ein bestimmtes System.
Aktuell sehe ich es so: Die Umstellung von z.B. Ölheizung auf Holz (z.B. Stückholz, Hackschnitzel oder Pellets) stellt eine deutliche Verbesserung dar.
Insbesondere vor dem Hintergrund, dass nicht alle Gebäude ohne massiven Kosteneinsatz so umgebaut werden können, dass diese ohne ein verbrennungsgestütztes System sinnvoll beheizbar sind. (Stichwort: Vorlauftemperatur)
Eine reine Widerstands-Elektroheizung halte ich nicht für ein zielführendes System, da die Gesamtenergiebilanz eines solchen Systems dank mehrfacher Umwandlung im Bereich einer modernen Ölheizung bewegen dürfte (Energiemix D vorausgesetzt - im Beispiel von immernoch_ratlos wird das System ja anscheinend weitgehend regenerativ betrieben, was die Umweltbilanz drastisch verbessert - auch wenn mit einem effizienteren System (z.B. Wärmepumpe) vermutlich noch Luft nach oben wäre).
Ich denke, dass eine Fixierung auf ein bestimmtes Heizsystem generell wenig sinnvoll ist, da in Altbauten vielfach gar kein Heizsystem verbaut werden kann, das einem Neubau auch nur nahe kommt. (Kernsanierungen, bei denen bloß die Fassade erhalten bleibt klammere ich hier mal aus.) Trotzdem macht es natürlich Sinn, so viel Energie wie möglich selbst zu "ernten" (also Erdwärme und/oder Solar bzw. PV), um die Energiebilanz möglichst optimal zu gestalten. Es ist schon erstaunlich wie viele Dachflächen noch immer ungenutzt sind.
Übrigens ist sogar eine Dämmungs-Nachrüstung bei vielen Altbauten dank Denkmalschutz nicht möglich. In München gibt es z.B. ganze "Viertel", in denen es staatlich untersagt ist, die Fassade zu verändern (dazu zählen auch Türen und Fenster), oder Solarpaneele zu montieren. (Fairerweise muss man dazu sagen, dass dort Fernwärme aus den nahen Kohlekraftwerken genutzt werden kann... Wobei man sich über die dazugehörige Umweltbilanz auch streiten kann.
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon John Galt » Di 13. Mär 2018, 12:21

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Mar 2018, 11:45)

Heizen und Geld verdienen: https://www.computerbase.de/2018-03/kry ... ng-waerme/


zwei Sapphire Nitro+ Radeon RX580 mit 8 GB Speicher

Der Preis liegt bei 2.900 Euro. Wer bis zum 20. März 2018 bestellt, erhält den QC-1 bis zum 20. Juni dieses Jahres.


Für 3000 Euro kann man sich mindestens 6 davon kaufen. Außerdem ist in Deutschland der Strom viel zu teuer fürs Minen. Mit der Anlage wird man nie im Leben auch nur 10% der Kosten reinholen.

Kann man sich auch nen Heizlüfter für 30 Euro hinstellen.
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon Excellero » Di 13. Mär 2018, 12:29

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Mar 2018, 11:45)

Heizen und Geld verdienen: https://www.computerbase.de/2018-03/kry ... ng-waerme/


Bei den Strompreisen? Guter Witz...
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 13. Mär 2018, 12:40

Momentan lohnt sich das noch und man spart ja auch Kosten an anderer Stelle ein.
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 13. Mär 2018, 21:43

Es soll ja ab und an für die Angestellten von Bierbrauereien ein Deputat in Bier geben. Auch in der Branche der Stromhersteller gab es - da bin ich sicher - gibt es - das weiß ich nicht.

So wurde ich u.a. mit einen Jahresstromdeputat - Teil meiner mtl. Bezüge - bezahlt. Reichlich bemessen, damit konnte man ein Haus weit jenseits vom "Passivhaus" recht komfortabel heizen. Sollte das nicht ausreichen, war der "Nachschub" mit ~4 Dpf nun eher nicht wirklich ruinös.

Wer nun schlau ist, denkt auch hier schob vorher über die "Zeit danach". So habe ich trotz schier unversiegbarer Quelle, bewusst mit den realen Preisen gerechnet und bei der Totalrenovierung schon Dämmwerte erzielt, die erst nach einem Jahrzehnt gefordert wurden. Was auch gut war, nach ~7 Jahren habe ich den Arbeitgeber gewechselt - und musste von nun an, meinen Strom wie jeder sonst einkaufen. Zur Installation benötige ich niemand - auch als Rentner kann man seinen Beruf weiter ausüben nicht in Schwarzarbeit sondern "hausgemacht"... Die Kosten für die oben geschilderten Heizkörper liegen weit unterhalb von jeder anderen Heizanlage. Jedes Nachrechnen kommt zum selben Ergebnis, jede Investition in eine wasserführende Heizanlage, lässt sich problemlos in mehrere Jahre Stromkosten umrechnen. Vermutlich hätte ich inzwischen bereits die zweite kostenpflichtige Heizanlage - Jahrzehnte Kosten für Wartung und Schornsteinfeger.

Daher, wenn schon investieren, dann in Verbesserung der Dämmung. Fenster gibt es inzwischen in bezahlbarer Dreifachverglasung - bei der Dämmung habe ich zur bereits vorhanden Zwischensparrendämmung (zur Wetterseite massiv voll verschalt) "obendrauf" 12 cm PUR (Wasserdichte Oberseite) "addiert" und eine großzügige Mehrfachlattung (60 x 40 mm) mit reichlich "Hinterlüftung" aufgesetzt. Die komplette Sud - Süd - Ost Seite (42°) trägt eine "Indach PV" - das "nördliche" 12° Pultdach trägt weitere "aufgesetzte" PV-Module (30° zur Horizontalen) auf Alutrapetzdach. Zusammen 53 Module von Heckert-Solar (dt. Hersteller) exakt 10,940 kWp. Ein passender "SMA-Drehstromwechselrichter" arbeitet in einer speziell gegen Brand gesicherten Umgebung oben unterm Dach - Grund die "kritischen Modulleitungen" befinden sich so alle nur im Dachbereich. Im Winter heitz das Ding auch mit. Der Drehstrom fließt über die ehemalige Dacheinspeisung zur Hautverteilung im EG. Mehr PV hätte da eher keinen Platz. :cool:

Bislang bin ich für alle Arbeiten selbst "zuständig" - lediglich die PV-Anlage wurde auf von mir vorbereitetem Unterbau von einem Solateur montiert und in Betrieb genommen. Folglich sind die einzig anfallenden Kosten "nur" Materialkosten. Was noch fehlt ist eine erweiterbare Batterieanlage - wenn möglich als Redox-Flow System - vielleicht realisierbar mit diesem Fabrikat :
Quelle hat geschrieben:VoltStorage Stromspeicher: 220 Liter selbst-produzierte Energie

Der VoltStorage Solarstromspeicher basiert auf einem Flussbatterie-System. Herzstück ist die Vanadium-Redox-Flow Technologie, bei der Solarenergie in zwei Flüssigkeitsbehältern gespeichert wird und sofort für den Eigenverbrauch abgerufen werden kann.

Die beiden Behälter sind mit einer unterschiedlich geladenen Elektrolyt-Flüssigkeit (insgesamt 220 Liter) befüllt, die auf einer Vanadium-Lösung basiert. Vanadium ist ein häufig vorkommendes Metall, das auch in pflanzlichen und tierischen Organismen zu finden ist
Was die CO2-Bilanz angeht, scheint mir das durchaus bemerkenswert :
Vanadium entsteht bei der Herstellung von Eisen. So enthält der bei der Eisen-Produktion entstehende Schmelzrückstand bis zu 25% Vanadium. Die Gewinnung von Vanadium erfolgt somit bei der Produktion eines der wichtigsten Materialien der Welt – und damit bei einem Vorgang, der auch ohne die Absicht der Vanadium-Gewinnung stattfindet. So können CO2-Emissionen reduziert werden, was die Speichertechnologie von ... zu einer ökologischen Alternative macht.
Offensichtlich, anders als sonstiges Akkumaterial ein sowieso anfallendes "Abfallprodukt" mit niedriger Energie- bzw. CO2 Bilanz. Auch nicht ganz neu wie WIKIPEDIA schreibt :
Anwendungen von Vanadium-Redox-Flow-Akkumulatoren
Beispiel zweier Vanadium-Redox-Flow-Batterien in Pullman (Washington) mit einer Speicherkapazität von je 1,6 MWh

Die momentan erhältlichen kommerziellen Batterien werden ausschließlich stationär verwendet, z. B. in den Bereichen der regenerativen Energiequellen für die Abdeckung von Spitzenlast und als Lastausgleich, außerdem im Bereich unterbrechungsfreie Stromversorgungen. Mit Stand Mai 2017 sind weltweit über 40 große Vanadium-Redox-Flow-Akkumulatoren im Betrieb.

Davon haben 10 eine Leistung von 1 MW und mehr; 10 befinden sich in China, 5 in den USA und 5 in Japan.

Die meisten großen Vanadiumakkus wurden in der Nähe von Windparks oder großen Photovoltaikfeldern errichtet. Die größte derartige Batterie steht in Japan und leistet bis zu 15 MW.

Auch in Deutschland sind einige Vanadium-Redox-Flow-Systeme im Einsatz, darunter drei mit Leistungen von 200 kW bis 325 kW, sowie mehrere Systeme von 10 kW (z. B. im Alten Land) oder 20 kW (z. B. in Freiberg am Neckar).

Weltweit werden viele solcher kleineren Systeme betrieben, allein über 100 davon stammen von Gildemeister (Stand Januar 2016, Oktober 2015: 89, August 2014: 65.
Einsatz in Fahrzeugen scheitert an der niedrigen Energiedichte (Volumen und Gewicht).

Beides spielt bei stationärer Anwendung eine wesentlich geringere Rolle. Neben der Funktion als "Stromschieber", hat eine solche USV den Vorteil, aus dem Ganzen wird ein kleines Inselnetz und die ansonsten (bei Stromausfall) zwangsabgeschaltete PV kann wieder arbeiten - entsprechende Last vorausgesetzt.

Das mag sich ja wenig wie die übliche "traditioneller Heizmethode" anhören, aber wer el. Strom hat, hat auch (normale) Heizung sonst wohl eher nicht. Mein Problem ist bei einem längeren Stromausfall offensichtlich. Daher versuche ich die notwendige Heizleistung so weit als möglich zu minimieren. Hat zwei Vorteile die Kosten sinken dauerhaft (was sie bereits nun seit Jahren taten) und für Notfälle reicht eine Minimalheizung soweit, um das Einfrieren von Wasserrohren zu verhindern.

Was den Strommix angeht, ich beziehe Naturstrom (HT & NT) garantiert zu 100% aus EE - das mag ja physikalisch unmöglich sein, aber pekuniär kaufe ich ausschließlich Strom garantiert aus EE. De facto "verdränge" ich damit die Äquivalentmenge Graustrom :dead:

Pro kWh zahle ich einen Cent für weitere EE-Vorhaben meines Lieferanten. Das kann nicht nur ich so tun. Angeblich regelt ja alles der Markt. Ich setze hier schon mal den Hebel an.

Noch ein Nachsatz - es gibt in der Natur jede Menge verschiedenartiger Bäume - warum also nicht auch unterschiedliche Heizsysteme ? Jeder sucht sich das heraus, was für seine Zwecke optimal ist. Selbst schwimmen darf man auf mehrere unterschiedliche Arten - Ertrinken ist die Ausnahme - soweit mir bekannt, gibt es da nur eine "todsichere" Methode.... :rolleyes:
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon odiug » Di 13. Mär 2018, 22:11

John Galt hat geschrieben:(16 Feb 2018, 12:07)

Wie sieht es eigentlich mit der Umweltverschmutzung durch Heizungen in Deutschland aus? VIele Leute haben teilweise noch 40 Jahre Ölheizungen im Keller und verbraten mehrere Tausend Liter Heizöl im Jahr aber moderne Dieselautos sollen auf Staatskosten nachgerüstet werden?

Die "umweltfreundlichen" Holzheizungen sehen im Vergleich zu modernen Dieselautos wohl auch nicht so rosig aus.

Also moderne Holzheizungen sind sehr gut ... auch was den Feinstaub betrifft.
Das größere Umweltproblem bei Holzheizungen ist die Herkunft des Brennstoff, also speziell die Nachhaltigkeit des Anbaus.
LKW's sind auch was den Stickstoffausstoß anbelangt um einiges besser als PKWs.
Gute Filtertechnik vermag einiges.
Ist halt teuer und der Deutsche Autofahrer investiert lieber mehr in Sitzheizung, verchromten Kühlergrill, Allrad in der Stadt und 2 Tonnen Blech und völlig unnütze PS als in ein vernünftiges Filtersystem.
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Teeernte
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon Teeernte » Di 13. Mär 2018, 22:47

Excellero hat geschrieben:(13 Mar 2018, 10:39)

Das größte Problem von Holzheizungen ist doch vor allem, daß wenn jeder der heute mit Gas und Öl heizen auf Holz umstiege, würden die Preise für Holz in die Höhe schnellen und dann würden Bäume umgehauen auf Teufel komm raus. Vermutlich nicht in Deutschland, aber andererorts würds ziemlich Kahl werden. Weil man nunmal einen Baum viel schneller verheizt, als dieser nachwächst.



Futtergetreide.....billiger als Holzpellets beim gleichen Heizwert ....

Manche Bauern trocknen ihr Getreide ...mit Futtergetreide....
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Umweltverschmutzung durch Heizungen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 17. Mär 2018, 12:35

Wer suchet der findet - Feinstaubfilter für Kamine und Öfen: Nachrüst-Pflichten und Kosten
Holzheizungen wie z. B. Kamine und Öfen verursachen Feinstaubemissionen. Moderne Kamine sind daher vom Hersteller mit Feinstaubfiltern ausgestattet, ältere Modelle unterliegen einer Umrüstungs- bzw. Stilllegungspflicht bis spätestens 2020. In Kaminen kommen vor Allem Elektroabscheider zum Einsatz, die die Staubpartikel elektrisch aufladen und diese sich so an der Wand des Abgasrohres absetzen.
Wer allerdings bei den einzelnen Heizmethoden "etwas finden will", der wird ebenfalls fündig.

Nichts was der Mensch unternimmt bleibt ohne "Nebenwirkungen". Doch es gibt da schon Unterschiede in der jeweiligen Belastung für Mensch, Tier und Umwelt. Erstaunlich ist allerdings dabei, wie sehr plötzlich Menschen, denen ansonsten "Umwelt" am Arsch vorbeigeht, sich vehement an allem abarbeiten was die Umwelt schützen soll.

Dabei ist es doch - sollte es jedenfalls sein - vollkommen klar, wer - hier geht es um "notwendige" Heizung - deren Einsatz minimiert oder wie das sog. Passivhäuser nachhaltig beweisen, gleich völlig darauf verzichten kann, der minimiert logischerweise auch die daraus entstehenden Belastungen für Mensch, Tier und Umwelt.

Nun ist es aber offensichtlich unmöglich, etwas zu tun, ohne nicht sofort Kritiker der besonderen Art aus ihren Löchern zu locken. Zwar geht denen ansonsten - hier wiederhole ich mich - die "Umwelt" am Arsch vorbei, aber wenn sie sich mit dümmlichen "alternativen Wahrheiten" zu Wort melden können, dann sind sie offensichtlich besonders glücklich.

Da wird gern das "Verschimmeln" des ganzen Hauses als unabänderlich herangeführt, wenn man seine Hütte "isoliert" - was schon mal falsch ist, weil der Begriff "dämmen" - "Dämmung" hier richtig wäre. Doch wer wird schon so kleinlich sein, wenn "diese Experten" sich ohnedies mit irren Argumenten, die sich problemlos widerlegen lassen, oft recht drastisch zu Wort melden :?:

Zieht diese bewusste Verdrehung nicht genug, wird gern der Dämmstoff aufs Korn genommen. Es gibt durchaus Gründe Polystyrol/EPS-Dämmstoffe abzulehnen, aber die Mär, das gleich das ganze Haus - gar ganze Städte - abbrennen würden, wenn so eine Fassade (warum auch immer) "Feuer fängt". Nun diese "urbane Legende" hält sich tapfer. Da hilft auch nichts, wenn man selbst in der Nachbarschaft unerfreulich zwar, aber sozusagen life miterleben konnte, wie dieser gern erzählte Blödsinn dann bei einer fachgerecht ausgeführten FERTIGEN Dämmung so garnicht zutrifft.

OK das kann man abhaken, inzwischen gibt es zugelassene Alternativen, die dem selben Zweck dienen und deren Energiebedarf (bei der Fertigung) deutlich geringer ist. Was mich angeht, zu dem Zeitpunkt, als ich meine Dämmung anbrachte, standen neben PU, nur Polystyrol und Mineralwollplatten zur Auswahl. Da Mineralwollplatten (im Gegensatz zu Polystyrol) auch schalldämmende Eigenschaften haben und in einer hinterlüftete, vorgehängten Dämmung vollkommen unbrennbar sind, habe ich diesen Dämmstoff gewählt. So konnte ich problemlos die Fassadendämmung / Dachdämmung in Eigenleistung herstellen. Inzwischen habe ich das komplette Dach mit handelsüblichen PU-Dachplatten zusätzlich auf den maximalen Dämmwert "angehoben". Ersatz der inzwischen über vierzig Jahre alten doppelverglasten Fenster und Türen erfolgt schrittweise. Über eingesparte Heizleistung hat sich der Aufwand längst mehrfach amortisiert.

Wenn man nicht nur dummes Zeug "vom verschimmeln durch Isolierung" nachplappert und sich dem Thema eher "wissenschaftlich" annähert, wird bald klar, eine durchgehende und fachmännisch angebrachte äußere Dämmschicht VERHINDERT die Schimmelbildung. Das gilt ganz besonders für die Gebäudeecken und ähnliche kritische Teile eines Bauwerks. Bleibt noch die notwendigen Luftwechsel zu garantieren. Auch das lässt sich bewältigen.

Das dies alles gemeinsam, zu einem niedrigen Bedarf an Heizenergie führt, sollte eigentlich als logische Folge erkennbar sein. Womit sich auch - gleichgültig wo diese tatsächlich geschieht - die Emissionen drastisch senken lassen. Nicht nur die Emissionen die direkte Auswirkungen auf die Gesundheit haben, selbstverständlich auch die CO2 Emissionen lassen sich nur so weiter senken. Wenn dann noch nachwachsende Rohstoffe, welche selbst CO2 binden und ebenfalls um ein vielfaches geringeren Energiebedarf in der Herstellung haben, statt der vorgenannten Dämmstoffe Verwendung finden, ist allen geholfen.

Was das besondere Problem elektrischer Heizsysteme angeht. Über Wärmepumpen lässt sich die notwendige Energie deutlich verringern. Doch selbst dann, wenn über elektrische Direktheizung dies nicht möglich ist, kommt zum einen, wenigsten eine steigender Anteil von EE direkt zum Einsatz, aber auch der Anteil an fossiler Energie, kann jedoch zentral und damit effektiver die Emissionen verringern und nicht, wie bei lokalen Einzelheizungen diese flächendeckend genau da "wirken lassen", wo Menschen sich dauern aufhalten UND sich eventuell zu den Emissionen aus dem Verkehrsbereich addieren.

Das kann man durchaus mit el. betriebenem Transport - also mit E-Zügen - vergleichen. Statt jede Lokomotive mit einem einzelnen Dieselaggregat auszustatten, wird die benötigte Energie an wenigen Orten generiert und die Emissionen die anfallen, lassen sich so wesentlich wirksamer und auch kostengünstiger reduzieren. Auch da kommen wachsende Anteile EE mit in die Kalkulation.

Gleichgültig, wie und mit welcher Methode, geringer Bedarf ist die wirksamste Methode in jede denkbare Richtung...
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)

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