Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

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Elser
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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon Elser » Mo 11. Sep 2017, 18:44

Das eigentliche Problem ist doch, dass wir alles viel zu spät angefangen. Bereits seit ca. 30 Jahren wissen wir, das dass mit dem Verkehr so nicht weitergehen konnte. Wir alle, voran die Medien und die Politik, haben das weitestgehend ignoriet, weil doch alles so schön bequem und schneidig war. Jezt fällt uns die Sache auf die Füße. Der Hut brennt und überall sind die Auswirkungen unseres Handels in der Umwelt zu spüren. Vor 30 Jhren hätte man die Mittel einsetzen, bzw. zu Gesetzen, machen müssen, denen wir jetzt atemlos hinterher rennen. Schon vor Jahren habe ich gesagt, und auch hier geschrieben, dass man uns eines Tages Autos verkaufen wird, mit denen wir schon bald nach dem Kauf nicht mehr werden fahren dürfen. Nun ist es also so weit. Niemand sollte sich wundern.

Die Fortschritte, auch und grade in der Diesel-Entwickling, wurden hauptsächlich zur immer weiterführenden Übermotorisierung von immer schwereren, mit fragwürdigen Komford ausgestatteten, Autos missbraucht. Vor 30 Jahren wog ein Kompakt-Diesel ca. 800-900 kg und hatte 60 - 70 PS. Heute wiegen diese Dinger 1200-1400 kg und haben 100-200 PS. Schneller, höher, weiter ist nicht immer ein Fortschritt. Man stelle sich vor wie wenig Kohlenstoff wir Heute mit einem Wagen mit dem Gewicht und der Leistung von Damals, mit der Technik von Heute verbrennen würden.

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immernoch_ratlos
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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon immernoch_ratlos » So 17. Sep 2017, 14:00

Tolle Aussage :
Ebiker hat geschrieben:Laut Arbeitstättenverordnung darf über Stunden eine zig fach höhere Belastung einatmen, da sieht keiner eine Bedrohung von Leib und Leben
Kannst Du das auch belegen oder bist Du damit nur Teil einer "Echokammer" ?

Wenn Du da nicht einfach etwas nachplapperst - die "Führer der AfD" bringen gerne solche Märchen in die Welt, solltest Du dazu "Ross und Reiter" nennen und nicht nur Parolen verbreiten.

Wo, wer und was " darf über Stunden eine zig fach höhere Belastung einatmen" :?:

Was bedeutet " zig fach höhere Belastung" was ist dabei die Basis :?:

Um welche Schadstoffe geht es dabei :?:

Was ist überhaupt eine "Arbeitsstätte" (im Sinn der Arbeitsstättenverordnung) :?:

Aus Deiner "leicht reißerischen" Einwendung s.o. entnehme ich, entweder hast Du keine Ahnung von den Zusammenhängen oder Du ignorierst diese bewusst. Ansonsten müsste Dir klar sein, "arbeitsplatzspezifische Gefährdungsfaktoren" können wohl kaum mit einer allgemeinen Gefährdung "irgendwo in der Republik" verglichen werden. Bewusst "irgendwo in der Republik", müssen sie in jedem Fall anders beschaffen sein, als an einer engumfassten Betriebsstätte, welche in jeder Hinsicht kontrollierbar ist. Dort werden z.B. über Ausstattung, Größe, Abgrenzung, Hilfsmittel wie Kleidung, Schutzausrüstung usw. usf. klare Bedingungen vorgeschrieben und auch kontrolliert.

Es kann sich dabei um "Umgang mit radioaktiven Stoffen bzw. ionisierende Strahlen" handeln - es werden "krebserzeugende Stoffe benutzt" - es wird mit "erbgutverändernden Stoffen gearbeitet", es werden "Begasung mit sehr giftigen und giftigen Stoffen" durchgeführt, "biologische Arbeitsstoffe" verwendet, es wird durchaus "in der Nähe von Hochspannungsleitungen gearbeitet" um nur mal einen kleinen Überblick zu geben, was an ARBEITSPLÄTZEN vollkommen normal ist. Dort wird / ist bei Tätigkeiten, bei denen besondere Gefahren herrschen, die arbeitsmedizinische Vorsorge verpflichtender (Technische Regeln für Arbeitsstätten) - gesetzlicher Teil der davon betroffenen Arbeitsstätten.

Entgegen dem was die Cheflügner der AfD öffentlich und falsch behaupteten, sind Büros eben zwar allgemein auch Arbeitsstätten, jedoch unterscheiden sie sich in der Hinsicht auf "arbeitsplatzspezifische Gefährdungsfaktoren", eben nicht von allgemeinen Wohnräumen - allenfalls, ist eine Zusatzlüftung notwendig um die von der Außenluft kommenden - zu hohen - auf die gültigen öffentlichen Außenluft-Grenzwerte für z.B. NOx zu verringern. Etwas, was dem normalen Bewohner in Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen, NUR über entsprechend niedrige allgemein gültige eigene gesetzliche Vorgaben ermöglicht werden kann.

Im Klartext, ist die Außenluft die einem Büro (im Sinn einer Arbeitsstätte) zugeführt wird, über diese öffentlichen Grenzwerte belastet, muss der Betrieb dies durch geeignete techn. Maßnahmen verhindern. Dies zeigt, wie blödsinnig solche Sprüche sind und welchem Zweck sie eigentlich dienen sollen.

Die Gefahren am Arbeitsplatz - z.B. im Kontrollbereichs eines AKW, sind naturgemäß größer, als sie an einem "beliebigen öffentlichen Ort irgendwo in der Republik", sind - klar auch sein dürfen. Dort wird die Exponierungszeit und die Strahlendosis lückenlos überwacht und dokumentiert. Sie ist deutlich höher, als das im Durchschnitt irgendwo außerhalb je zulässig wäre. Dabei ist die Gefährdung niemals Null, sondern, der Grad der Schädigung der hingenommen werden muss (so man dort arbeiten möchte), ist wissenschaftlich überprüfbar (günstigenfalls) ohne bekannte Langzeitfolgen (ausgenommen selbstverständlich sog. "Unfalldosen" die durchaus letal sein können).

Nur Vollidioten würden daraus schließen, wenn das dort "genehmigt ist", dann ist daraus messerscharf zu schließen, dass alle Werte außerhalb von "Kontrollbereichen" - oder bei anderen Gefährdungen "kontrollierter Bereiche", zu niedrig seien, weil man ja dort " Laut Arbeitsstättenverordnung darf über Stunden eine zig fach höhere Belastung ...."

Noch ein Beispiel um es auch ganz Hartnäckigen zu ermöglichen zu verstehen - Warum überhaupt ein nahezu 100 m hohen Abgaskamin für ein AKW fordern, wenn der dort abgelassene Tritium ein radioaktiver Betastrahler "sowieso NUR eine Halbwertszeit von 12,32 Jahren hat ?

Ganz einfach, so wird die Intensität der Strahlung durch möglichst große Verteilung auf "ungefährliche Werte verdünnt" - Wasserstoff - um den handelt es sich ja hier - wenn auch ein radioaktiver Isotop - kann "leider nur in die Umwelt abgelassen werden" (wie auch sonst, ist Wasserstoff brennbar und unter bestimmten Bedingungen besonders "explosionsfreudig") . Die letzten, oberen 6m des " Abgaskamin" sind übrigens "Kontrollbereich" mit all den dafür gültigen Bestimmungen.

Übrigens auch hier wieder ein "wirtschaftlicher Kompromiss" immerhin meint das WIKI :
Sicherheitshinweise
Die von Tritium ausgehenden chemischen Gefahren sind zwar mit denen von Wasserstoff identisch, aber vergleichsweise zu vernachlässigen gegenüber den radioaktiven Gefahren als gasförmiger Betastrahler, die auch völlig andere Handhabungsvorschriften erfordern. Die Kennzeichnung für Wasserstoff gemäß Anhang VI der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP), die sich nur mit den von der Chemie ausgehenden Gefahren befassen, würden hier eher verharmlosend wirken und wurden deshalb weggelassen, zumal Tritium nur in dafür fachlich qualifizierten Laboratorien und nur in geringen Mengen gehandhabt wird.

Tritium ist nicht stark radiotoxisch, kann jedoch in Form von Wasser im Körper gespeichert und umgesetzt werden. Eine französisch-belgische Studie von 2008 kommt zum Schluss, dass seine radiologischen Wirkungen bisher unterschätzt wurden: Es kann sich z. B. in die DNS (Erbsubstanz) einlagern, was vor allem bei einer Schwangerschaft problematisch sein kann. Eine andere Studie kommt sogar zu dem Schluss, die Wirkung könnte bisher um den Faktor 1000–5000 unterschätzt worden sein
Was dann wieder zu der Annahme für Arbeitsstätten zurückführt, dort wird tatsächlich aus "vielerlei" Gründen, eine höhere individuelle Belastung für rechtens befunden.

NUR wie bescheuert ist dann ein Argument, das daraus "messerscharf" schließt, man habe überall "außerhalb" viel zu NIEDRIGE Grenzwerte und soll das dort weiter erhöhen. WIE BLÖD muss man sein, wenn man solche Argumentation nicht durchschaut und sich diese ganz offensichtlich "zueigen macht" :?:

Für mich erhöht das die Glaubwürdigkeit auch aller anderen "Argumente" eher nicht. Hier wird ganz klar mit der Unwissenheit von breiten Bevölkerungskreisen - heftig Schindluder betrieben. Das diese Unwissenheit real ist, zeigen all die Reaktionen diesen Unsinn zu übernehmen oder überhaupt nicht zu hinterfragen. Was von beidem schlimmer ist, darf jeder selbst nachvollziehen..
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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon Ebiker » So 17. Sep 2017, 14:37

immernoch_ratlos hat geschrieben:(17 Sep 2017, 15:00)

Tolle Aussage : Kannst Du das auch belegen oder bist Du damit nur Teil einer "Echokammer" ?

Wenn Du da nicht einfach etwas nachplapperst - die "Führer der AfD" bringen gerne solche Märchen in die Welt, solltest Du dazu "Ross und Reiter" nennen und nicht nur Parolen verbreiten.

Wo, wer und was " darf über Stunden eine zig fach höhere Belastung einatmen" :?:

Was bedeutet " zig fach höhere Belastung" was ist dabei die Basis :?:

Um welche Schadstoffe geht es dabei :?:

Was ist überhaupt eine "Arbeitsstätte" (im Sinn der Arbeitsstättenverordnung) :?:



Kanst du alles im entsprechenden Text nachlesen. Im Büro dürfen es 60 Mikrogramm sein, an Industriearbeitsplätzen 950 . In Wohnräumen sind übrigens auch 60 erlaubt. Radioaktive Belastung ist hier nicht das Thema.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon frems » So 17. Sep 2017, 14:39

Ebiker hat geschrieben:(17 Sep 2017, 15:37)

Kanst du alles im entsprechenden Text nachlesen. Im Büro dürfen es 60 Mikrogramm sein, an Industriearbeitsplätzen 950 . In Wohnräumen sind übrigens auch 60 erlaubt. Radioaktive Belastung ist hier nicht das Thema.

Ist falsch, auch wenn Du es wiederholst. Ein Maximalwert ist kein Mittelwert.
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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon Ebiker » So 17. Sep 2017, 15:18

frems hat geschrieben:(17 Sep 2017, 15:39)

Ist falsch, auch wenn Du es wiederholst. Ein Maximalwert ist kein Mittelwert.


ist richtig, auch wenn du es bestreitest

Der Arbeitsplatzgrenzwert hat unter anderem einen anderen Zeit- und Personenbezug als der Grenzwert für die Außenluft: Der Wert gilt für gesunde Arbeitende an acht Stunden täglich und für maximal 40 Stunden in der Woche.


Ich darf also 40h in der Woche 950 mikrogramm NOx einatmen. Angeblich wird das in der restlichen Zeit wieder abgebaut. Gibt es darüber irgendwelche wissenschaftlichen Studien ?
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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon frems » So 17. Sep 2017, 15:25

Ebiker hat geschrieben:(17 Sep 2017, 16:18)

ist richtig, auch wenn du es bestreitest



Ich darf also 40h in der Woche 950 mikrogramm NOx einatmen. Angeblich wird das in der restlichen Zeit wieder abgebaut. Gibt es darüber irgendwelche wissenschaftlichen Studien ?

Nee, ist noch immer falsch. Die Quelle, die Du nicht nennst, beschreibt es schon in der Einleitung. Entweder lässt Du es absichtlich weg oder kapierst es mal wieder nicht.

Ein Arbeitsplatzgrenzwert ist ein Wert für die zeitlich begrenzte Belastung gesunder Arbeitender, während durch NO2 in der Außenluft auch empfindliche Personen rund um die Uhr betroffen sein können. [...]

Diese höhere Konzentration kann, besonders für empfindliche Personen bei Daueraufenthalt in den Räumen, eine gesundheitliche Gefährdung sein. Aufgrund des EU-Grenzwertes für die Außenluft von 40 µg/m³ im Jahresmittel und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse strebt der Ausschuss für Innenraumrichtwerte AIR die Aktualisierung der Bewertung für Stickstoffdioxid im Innenraum an.

https://www.umweltbundesamt.de/themen/u ... aussenluft

Argumentativ ist es natürlich sowieso ein Mega-GAU, auf eine kurzfristige Belastung durch Maschinen, Schweißgeräte, Aggregate zu verweisen und dann anzunehmen, der Wert für die Außenluft solle sich auch 24/7 daran orientieren. Mitzudenken ist in dem Milieu ja eh sehr unbeliebt. Und was bringt der Verweis auf die zig wissenschaftlichen Studien, wenn jemand eh nicht versteht, was dort drin steht und was nicht?
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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 18. Sep 2017, 08:53

@Ebiker

Wie schon frems "andeutet" - "Entweder lässt Du es absichtlich weg oder kapierst es mal wieder nicht" - selbstverständlich ist hier nicht Radioaktivität das Thema.

Das Thema ist durch Dich, ohne wirklich zu begreifen was dieses "upsizing" real bedeuten würde "aufgegriffen" worden. An Schlichtheit kaum noch zu übertreffen, sind die Forderungen, Werte nach oben anzupassen.

Warum :?:

WEIL es spezielle Orte gibt, wo aus klar beschriebenen Gründen ein höherer Wert zulässig ist - womöglich auch nicht verringert werden kann.

WIE bescheuert das tatsächlich ist, lässt sich an Hand eines Vergleichs durchaus nachvollziehen. Es gäbe unzählige andere Beispiele, wo man der "genialen" Idee folgend, im negativem Sinn "upsizing" betreiben müsste.

Statt also die Ursachen zu bekämpfen, möchtest Du die möglichen Durchschnittswerte gleich für die gesamte Republik und in Konsequenz selbstverständlich auch für alle EU Signatarstaaten erhöhen. Aus EINEM Extremwert einen höheren zulässigen Durchschnittswert ableiten. :dead:

Was das "Kontrollraumszenario" angeht, es zeigt, es gibt im Einzelfall unumgängliche Risiken, welche den betroffenen Arbeitskräften nach "Stand der Technik" auferlegt werden. Überall in der Industrie - allerdings sind die Risiken in einem AKW - auch für schlichtere Gemüter nachvollziehbar - unabwendbar. Keiner würde da auf die Idee kommen - nur weil DORT keine Wahl besteht - man das Risiko an diesem Arbeitsplätzen tatsächlich nicht verringern kann - einfach DESWEGEN eine flächendeckend eine höher Dosis für legal erklären würde.

Arbeitsplätze und deren individuelle Risiken für die Beschäftigten sind immer auch wirtschaftlichen Überlegungen unterworfen. In allen Fällen kommt zu der eigentlichen Arbeitsleistung eine mit der jeweiligen Arbeit verbundenes gesundheitliches Risiko hinzu. Wer sich die "Arbeitsstättenverordnung" und deren "Schutzziele" näher ansieht wird daraus problemlos ableiten können um was es dem Gesetzgeber geht und wo dies Grenzen hat, in den allermeisten Fällen leider haben muss.

Die "Verordnung über Arbeitsstätten" mit 9 Einzelparagraphen befasst sich akribisch mit allem was an Arbeitsplätzen von Bedeutung sein kann. Es muss auch eher schlichten Gemütern auffallen, nichts davon lässt sich pauschal auf einen ganzen Staat übertragen. Der Versuch hier mittels Vergleichen Parallelen herzustellen, scheitert an der völligen Unvergleichbarkeit beider Szenarien.

Was die neusten zulässigen Durchschnittswerte im übrigen auch klar erkennbar machen, die Grenzwerte könne über fossiler Kraftstoffe kaum noch gehalten werden. Da aber auch diese "niedrigen Werte" weiter gesundheitliche Risiken beinhalten - für deutlich mehr Menschen, als jene, welche aus beruflichen Gründen mit diesen Gefahren leben müssen - ist eine Abkehr von dieser Technologie unvermeidbar.
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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon Provokateur » Mo 18. Sep 2017, 09:22

Es wird auch kein (Fall)Holz mehr verheizt, zumindest sehr wenig. Ein Kamin ist ja eher Luxus. Aber wenn man auf den Balkan fährt, dann riecht allein die Luft im Winter schon ganz anders.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon Aberwitz » Mo 18. Sep 2017, 10:13

Die Bäume scheinen dieses Jahr in Nordeuropa
aufgrund des überfeuchten Sommers
jetzt im Herbst länger ihr aktives Laub zu tragen,
als der Durchschnitt.
Temperaturen beim Tagesmax. sind auch halb so
hoch, als wie letztes Jahr.

Es wird sich schon zurechtbiegen.
Und wenn nicht, wird die Menschheit in Tibet
und den Südam. Anden überleben einen
Atomkrieg auf der Nordhalbkugel.
1.Mose 11,9 :
Daher heißt ihr Name Berlin Babel, daß der HERR daselbst verwirrt hatte aller Länder Sprache und sie zerstreut von dort in alle Länder.
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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 19. Sep 2017, 23:21

Provokateur hat geschrieben:Es wird auch kein (Fall)Holz mehr verheizt, zumindest sehr wenig. Ein Kamin ist ja eher Luxus. Aber wenn man auf den Balkan fährt, dann riecht allein die Luft im Winter schon ganz anders.
Das stellt auch das UBA fest :
UBA hat geschrieben:Der Geruch nach „Winter“ kann gesundheitsschädlich sein.

Das Heizen mit Holz verursacht, auch wenn es sachgerecht vorgenommen wird, deutlich größere luftverschmutzende Emissionen als andere Energieträger wie Heizöl oder Erdgas. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es in einigen Wohngebieten zu kurzzeitigen Belastungen mit Feinstaub und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) kommen kann - insbesondere dann, wenn in einem Wohngebiet viele Holzöfen und Kamine gleichzeitig betrieben werden und Inversionswetterlagen auftreten. Vom UBA in Auftrag gegebene Luftmessungen zeigten, dass Holzfeuerungsabgase einen deutlichen Anteil an der Feinstaubbelastung in Wohngebieten haben können (Baumbach 2013).

PAK entstehen bei unvollständiger Verbrennung und einige Verbindungen dieses Stoffgemisches sind krebserregend. Sie haften am emittierten Staubteilchen und können, wenn letztere klein genug sind, eingeatmet werden. Feinstaub ist meist aber auch allein durch die Kleinheit seiner Partikel für den Menschen gefährlich. Je kleiner die Partikel sind, umso weiter dringen sie in die Atemwege vor. Die kleinsten Teilchen (sogenannte ultrafeine Partikel) erreichen sogar den Blutkreislauf und verbreiten sich bis in alle Organe - auch in das Gehirn. Gesundheitliche Wirkungen, die mit Feinstaubbelastungen nachweislich zusammenhängen, reichen von Schleimhautreizungen/lokalen Entzündungen in der Luftröhre und den Bronchien/Lungenalveolen, verstärkter Plaquebildung in den Blutgefäßen bis zu Schlaganfall und Krebs. Auch Zusammenhänge zu neurologischen Erkrankungen wie Demenz und Morbus Parkinson werden diskutiert.

Wenn sich Emissionen der Holzfeuerung zu der Grundbelastung in Stadtlagen addieren oder bei bestimmten kleinräumlichen Besonderheiten (zum Beispiel dem Eintrag von Kaminemissionen in Wohnräume der Nachbarbebauung) können geltende Grenzwerte für den Feinstaub deutlich überschritten werden. Die EU hat einen Jahresmittelwert für PM10 von 40 µg/m3 und einen 24-Stunden-Wert von 50 µg/m3 (der an maximal 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf) als Grenzwerte festgelegt. Allerdings wurde in einem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beauftragten Gutachten 2013 festgestellt, dass die EU-Grenzwerte überarbeitungswürdig sind, weil sie möglicherweise zu hoch angesetzt sind (WHO 2013), um die Gesundheit ausreichend zu schützen. Selbst die derzeitigen Grenzwerte für Feinstaub können in vielen Ländern der EU, darunter auch Deutschland, nicht an allen Messstationen eingehalten werden.
Dieses Thema gestaltete sich äußerst verwirrend.

Was fehlt, ist der treffende Zusatz "primär" oder dort wo Feinstäube erst das Ergebnis einer anderen primären Schadstoffemission sind darf wichtige Zusatz "sekundär" nicht fehlen.

Wie schon mehrfach von mir - und unwidersprochen - angemerkt, hat der derzeitige Hyphe um NOx seine Ursache eben nicht im Dieselmotor als solchem sondern in den zu niedrig angesetzten primären Feinstaubwerte bei KFZ-Motoren. Diese sind in dem Sammelsurium von vorgefundenen Feinstäuben mit ~5% Anteil für den aus Motoren insgesamt emittierten FEINSTAUB vergleichsweise niedrig und der Erfolg einer höheren Feinstaubemission - ein Plus auf diese 5 % - würde zu deutlich niedrigeren NO2 und damit in Folge zu deutlich niedrigem NOx - sekundärem Feinstaub führen :eek:

Dieser wichtige Zusammenhang wird schlicht ignoriert. Bis auf einige wenige (ebenfalls ignorierte) Pressemeldungen zu den Ergebnissen einer Fraunhoferstudie aus 2010, findet sich nichts zu diesem Mechanismen. Der größte Teil der hohen primären Feinstaubs setzt sich aus (teilweise mengenmäßig unbeeinflussbaren wetter- und jahreszeitabhängen Anteilen) Feinstäuben anderer Herkunft zusammen :dead: Zudem kann mit der Partikelgröße "PM10" (PM, particulate matter - mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometer (µm), unmöglich der sekundäre Feinstaub "PM2,5" (ultrafeine Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 0,1 µm) sozusagen "in einen Topf geworfen werden". Doch genau dies passiert hier wie in den Medien andauernd.

Es ist längst erwiesen - Europa - besonders Frankreich - Deutschland - Polen - beglücken sich gegenseitig mit ihren Feinstäuben und dies je nach Windrichtung. Natürliche Feinstäube aus Nordafrika und wer hätte das gedacht - industrielle Feinstäube aus China lassen sich dank fortschrittlicher Verfahren einwandfrei identifizieren. Soviel also auch zur "Werkbank China" irgendwie funktioniert das "Outsourcen" also auch nur teilweise... :dead:

Nicht das jetzt irgendwer auf die Idee kommt, ich würde die Reduktion von Feinstäuben nicht generell für wichtig halten, ganz im Gegenteil. Doch wie überall bei eher nicht so simplen Themen lohnt es sich die Zusammenhänge zu kennen um erst daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen. :rolleyes:

@Aberwitz - was möchtest Du uns eigentlich mitteilen in Sachen "Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?" :?:
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Re: Trotz Diesel - Nie war die Luft so gut wie heute?

Beitragvon Elser » Mi 20. Sep 2017, 17:41

Raskolnikof hat geschrieben:(02 Sep 2017, 16:48)

Nein, die sind keinesfalls zu doof. Anders herum ist es richtig. Weil die Politik weiß, dass das Volk dumm ist kann sie mit uns machen was sie will.


Leider wahr. Wie sagte Martin Schulz so schön: "Da könnte ich kotz----- heulen....." http://indextrader24.blogspot.de/2017/0 ... eulen.html

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