Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon H2O » Di 24. Jul 2018, 17:14

H2O hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:09)

Tatsächlich so erlebt: In einem Holzhaus mit Einbruchsicherung an den Fenstern. Fensterläden zu, schwerer Stahlriegel quer über die Fensterläden und mit Schloßschrauben M12 durch die Balken der Fensterlaibung innen festgeschraubt...
natürlich nur bei wochenlanger Abwesenheit. Das Licht in der von außen stockdunklen Hütte fiel durch die offenen Schraublöcher (Balkenstärke 15 cm) der Fensterlaibung... und schon hatte ich reichlich Hornissenbesuch. Die Hornissen lebten nicht weit entfernt vom Haus in einem verlassenen Vogelhäuschen. Die Abhilfe war klar: Die Schloßschrauben blind in die Schraublöcher der Fensterlaibung schieben...

Aber wer denkt denn an so etwas! :p


Hornissen genießen auf meinem Grundstück Gastrecht. Wenn man den Ort der Nester kennt und das Einflugloch beobachtet, dann kann man sich rechtzeitig auf Abstand halten! Dann sind die Rieseninsekten harmlos. Der Stich einer Hornisse ist brennend schmerzhaft, aber der Schmerz hält nicht lange an.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon JJazzGold » Di 24. Jul 2018, 17:47

H2O hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:14)

Hornissen genießen auf meinem Grundstück Gastrecht. Wenn man den Ort der Nester kennt und das Einflugloch beobachtet, dann kann man sich rechtzeitig auf Abstand halten! Dann sind die Rieseninsekten harmlos. Der Stich einer Hornisse ist brennend schmerzhaft, aber der Schmerz hält nicht lange an.


Nachdem ich den Garten bienengerecht gestaltet habe, nebst reichlich Insektenunterkunft, habe ich dieses Jahr zum ersten Mal Blattscheider Bienen beobachtet. Ich bin immer wieder fasziniert, wie viele Bienen- und Hummelarten sich im Garten tummeln. Hornissen habe ich noch keine entdeckt, aber jede Menge Nachtfalter und jetzt auch Glühwürmchen. :)
Mir ist bewusst, dass mein Garten für Bienen quasi nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, aber zumindest habe ich schon ein paar Freunde dazu angeregt, ihrem Garten bienen/insektenfreundlich umzugestalten.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon H2O » Di 24. Jul 2018, 18:06

JJazzGold hat geschrieben:(24 Jul 2018, 18:47)

Nachdem ich den Garten bienengerecht gestaltet habe, nebst reichlich Insektenunterkunft, habe ich dieses Jahr zum ersten Mal Blattscheider Bienen beobachtet. Ich bin immer wieder fasziniert, wie viele Bienen- und Hummelarten sich im Garten tummeln. Hornissen habe ich noch keine entdeckt, aber jede Menge Nachtfalter und jetzt auch Glühwürmchen. :)
Mir ist bewusst, dass mein Garten für Bienen quasi nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, aber zumindest habe ich schon ein paar Freunde dazu angeregt, ihrem Garten bienen/insektenfreundlich umzugestalten.


Ich mache dazu in Pommern fast gar nichts. Zweimal mähen: Blumenwiese mit zwei grasenden Pferden, Obstbäumen und reichlich Brombeer-, Busch- und Baumwildnis am Fluß und auf dem benachbarten Brachland: NATUR 2000. Ein kleines Paradies, das ich natürlich mit aller Kraft verteidigen werde. Jede Menge Insekten, Piepmätze, Hasen, Rehe, Fasanen, Kormorane, Reiher, Störche, Füchse, Marder und leider auch Wildschweine. Denen ist es aber in diesem Winter heftig an den Kragen gegangen, wegen der Afrikanischen Schweinepest. :( Da muß ich nicht so viele Wühlstellen glätten. :)

Neulich habe ich sogar einen Sibirischen Marderhund beobachtet, der unter unserem Kirschbaum Nachlese hielt.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon JJazzGold » Mi 25. Jul 2018, 07:14

H2O hat geschrieben:(24 Jul 2018, 19:06)

Ich mache dazu in Pommern fast gar nichts. Zweimal mähen: Blumenwiese mit zwei grasenden Pferden, Obstbäumen und reichlich Brombeer-, Busch- und Baumwildnis am Fluß und auf dem benachbarten Brachland: NATUR 2000. Ein kleines Paradies, das ich natürlich mit aller Kraft verteidigen werde. Jede Menge Insekten, Piepmätze, Hasen, Rehe, Fasanen, Kormorane, Reiher, Störche, Füchse, Marder und leider auch Wildschweine. Denen ist es aber in diesem Winter heftig an den Kragen gegangen, wegen der Afrikanischen Schweinepest. :( Da muß ich nicht so viele Wühlstellen glätten. :)

Neulich habe ich sogar einen Sibirischen Marderhund beobachtet, der unter unserem Kirschbaum Nachlese hielt.



Ich habe hier den klassischen deutschen Garten vorgefunden. ;) Ringsrum Hecke, zum Glück nicht Thuja, viel Rasen, zwei Obstbäume, ein Gewächshaus, ein kleines Rosenbeet vor der Terasse. Seit letztem Jahr gestalte ich um. Ein Drittel des Rasens ist schon weg, ersetzt durch blühende Beete und lauschige Sitzecke mittendrin. Letzthin wurde ich schmunzelnd gefragt, wann ich geschätzt mit meinem Umbau fertig wäre. In drei Jahren, aber eigentlich ist ein Gärtner nie fertig. :D

Eine Pferdewiese habe ich auch gegenüber und daran anschließend eine Streuobstwiese und daneben eine kleine private Bienenzucht.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon H2O » Mi 25. Jul 2018, 07:52

JJazzGold hat geschrieben:(25 Jul 2018, 08:14)

Ich habe hier den klassischen deutschen Garten vorgefunden. ;) Ringsrum Hecke, zum Glück nicht Thuja, viel Rasen, zwei Obstbäume, ein Gewächshaus, ein kleines Rosenbeet vor der Terasse. Seit letztem Jahr gestalte ich um. Ein Drittel des Rasens ist schon weg, ersetzt durch blühende Beete und lauschige Sitzecke mittendrin. Letzthin wurde ich schmunzelnd gefragt, wann ich geschätzt mit meinem Umbau fertig wäre. In drei Jahren, aber eigentlich ist ein Gärtner nie fertig. :D

Eine Pferdewiese habe ich auch gegenüber und daran anschließend eine Streuobstwiese und daneben eine kleine private Bienenzucht.


Da bringen Sie mich auf einen guten Gedanken... warum sollte ich nicht einen der vielen Imker ringsum fragen, ob er nicht hinten auf meinem Grundstück einen oder zwei Bienenkästen aufstellen möchte? Freies Land ohne jede chemische Kriegsführung, mit Büschen, Bäumen, Wiesenblumen und Gestrüpp etwa 25.000 m²... das sollte dazu doch reichen. Wenn ich es genau bedenke, dann ist die Fläche fast doppelt so groß!
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon JJazzGold » Mi 25. Jul 2018, 09:00

H2O hat geschrieben:(25 Jul 2018, 08:52)

Da bringen Sie mich auf einen guten Gedanken... warum sollte ich nicht einen der vielen Imker ringsum fragen, ob er nicht hinten auf meinem Grundstück einen oder zwei Bienenkästen aufstellen möchte? Freies Land ohne jede chemische Kriegsführung, mit Büschen, Bäumen, Wiesenblumen und Gestrüpp etwa 25.000 m²... das sollte dazu doch reichen. Wenn ich es genau bedenke, dann ist die Fläche fast doppelt so groß!


Einen Versuch ist es wert. :) Vielleicht fällt ja dann auch das eine oder andere Glas Honig als Danke schön dabei ab.
Ich nehme an, Sie selbst sind an diesem Hobby weniger interessiert. ;) Bin ich auch nicht. Mir reicht es, die Vielfalt an Wildbienen und Hummeln, die sich bei mir im Garten tummeln, zu beobachten.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon H2O » Mi 25. Jul 2018, 10:43

JJazzGold hat geschrieben:(25 Jul 2018, 10:00)

Einen Versuch ist es wert. :) Vielleicht fällt ja dann auch das eine oder andere Glas Honig als Danke schön dabei ab.
Ich nehme an, Sie selbst sind an diesem Hobby weniger interessiert. ;) Bin ich auch nicht. Mir reicht es, die Vielfalt an Wildbienen und Hummeln, die sich bei mir im Garten tummeln, zu beobachten.


Doch, ich finde das Hobby ganz spannend, bin aber wohl doch schon zu alt, damit zu beginnen. Auch bin ich wegen regelmäßiger ärztlicher Kontrolluntersuchungen doch immer einmal ein paar Wochen in meiner deutschen Großstadt. Dann hätte ich ein schlechtes Gewissen den Tieren gegenüber. Vielleicht lernt der freundliche polnische Imker mich ja an, so daß ich so tun kann, als ob ich davon etwas verstände. :)

Sie haben aber Recht, auch heute schon lebe ich in einem ziemlichen Gebrumm von Hummeln, Wespen, Hornissen... da werde ich mir ein Bestimmungsbuch zulegen, um die vielen anderen Insekten zuordnen zu können. Dabei sieht man doch, wie weit entfremdet wir Stadtmenschen von der Natur schon sind.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon JJazzGold » Mi 25. Jul 2018, 13:12

H2O hat geschrieben:(25 Jul 2018, 11:43)

Doch, ich finde das Hobby ganz spannend, bin aber wohl doch schon zu alt, damit zu beginnen. Auch bin ich wegen regelmäßiger ärztlicher Kontrolluntersuchungen doch immer einmal ein paar Wochen in meiner deutschen Großstadt. Dann hätte ich ein schlechtes Gewissen den Tieren gegenüber. Vielleicht lernt der freundliche polnische Imker mich ja an, so daß ich so tun kann, als ob ich davon etwas verstände. :)

Sie haben aber Recht, auch heute schon lebe ich in einem ziemlichen Gebrumm von Hummeln, Wespen, Hornissen... da werde ich mir ein Bestimmungsbuch zulegen, um die vielen anderen Insekten zuordnen zu können. Dabei sieht man doch, wie weit entfremdet wir Stadtmenschen von der Natur schon sind.


Nachdem hier inzwischen Vieles kreucht und fleucht, habe ich letztens meine alten Studienbücher wieder herausgesucht, aber es lässt sich auch (fast, bei einer Käferart bin ich erst in den alten Büchern fündig geworden) alles online finden. Selbst Vogelstimmen bieten online Identifizierung. Jetzt weiß ich, dass es letzthin die Nachtigall war und nicht die Lerche, deren inbrünstiges Geschmetter mich nachts entzückte. ;) Der Romeo schlief aber schon.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon H2O » Mi 25. Jul 2018, 15:34

JJazzGold hat geschrieben:(25 Jul 2018, 14:12)


Nachdem hier inzwischen Vieles kreucht und fleucht, habe ich letztens meine alten Studienbücher wieder herausgesucht, aber es lässt sich auch (fast, bei einer Käferart bin ich erst in den alten Büchern fündig geworden) alles online finden. Selbst Vogelstimmen bieten online Identifizierung. Jetzt weiß ich, dass es letzthin die Nachtigall war und nicht die Lerche, deren inbrünstiges Geschmetter mich nachts entzückte. ;) Der Romeo schlief aber schon.


Vermutlich hätte meine Julia mich wach gerüttelt. Wenn ich dem Kuckuck glauben schenken darf, dann haben wir noch einige gute Jahre vor uns! :)
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon JJazzGold » Do 26. Jul 2018, 07:19

H2O hat geschrieben:(25 Jul 2018, 16:34)

Vermutlich hätte meine Julia mich wach gerüttelt. Wenn ich dem Kuckuck glauben schenken darf, dann haben wir noch einige gute Jahre vor uns! :)


Schlaf ist sakrosankt, ich habe ihn schlafen lassen.
Er war tagsüber sozusagen fleissig, wie eine Biene. ;)
Es war nicht geplant, dass wir ad hoc ein sanierungsbedürftiges Haus übernehmen, bei ihm noch dazu in Kombination mit Beruf.
Aber jetzt, wo das Gröbste vorbei ist und wir die Natur hier genießen, war es das wert.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon H2O » Do 26. Jul 2018, 08:08

JJazzGold hat geschrieben:(26 Jul 2018, 08:19)

Schlaf ist sakrosankt, ich habe ihn schlafen lassen.
Er war tagsüber sozusagen fleissig, wie eine Biene. ;)
Es war nicht geplant, dass wir ad hoc ein sanierungsbedürftiges Haus übernehmen, bei ihm noch dazu in Kombination mit Beruf.
Aber jetzt, wo das Gröbste vorbei ist und wir die Natur hier genießen, war es das wert.


Die schwere Arbeit liegt schon zwei Jahre zurück; da lebte ich allein auf dem Grundstück in einer Hütte, und im Winter schlief ich im Hause bei Nachbarn. Das Grundstück war unter bis zu 12 m langen Brombeerranken zugewachsen; wie eine dicke Gardine, die über alle Bäume und die Hütte gespannt war. Das alles eingerahmt mit Tannen als Ersatz für Lebensbäume... Ein viel größerer Teil des Grundstücks aber Pferdewiese, auf der mein Nachbar seine Pferde laufen läßt.

Unfaßbare Mengen "Bio-Masse", eigenhändig mit Gertel (Haumesser) gegen die Ranken auf dem Boden rutschend abgehackt und mit Spitzhacke die Brombeerwurzeln ausgegraben (armlang und armstark, das glaubt nur der, der das kennt!) ... und wohin damit? Wochenlang verbotswidrig ein kleines Feuer unterhalten mit den trockenen Ranken und darauf noch grüne Ranken, notfalls etwas Benzin zur Nachhilfe.

Die alten Bäume sind nun wieder ein Obstgarten...

Und dann ein echtes Passivhaus gebaut... sieht aus wie ein Erdbunker auf militärischen Flughäfen, aber funktioniert bestens... mein ganzer Stolz! Natürlich hatte ich Handwerker an Bord, aber ich war immer dabei als "Bauführer". Alles ganz nach meinen Vorstellungen. Die Grundidee war natürlich von Fachleuten entwickelt worden: Sehr empfehlenswert! Warum habe ich so etwas nicht vor 50 Jahren gemacht? Ach ja, da mußte ich erst einmal das Geld verdienen und meine Kinder aufziehen.

Heute saust und brummt es um das und auf dem Haus herum. Alles was da kreuchen und fleuchen kann. Nur die Wildschweine und die Pferde (furchtbar neugierige Tiere!) dürfen nicht auf das Erddach... :D
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon JJazzGold » Do 26. Jul 2018, 09:29

H2O hat geschrieben:(26 Jul 2018, 09:08)

Die schwere Arbeit liegt schon zwei Jahre zurück; da lebte ich allein auf dem Grundstück in einer Hütte, und im Winter schlief ich im Hause bei Nachbarn. Das Grundstück war unter bis zu 12 m langen Brombeerranken zugewachsen; wie eine dicke Gardine, die über alle Bäume und die Hütte gespannt war. Das alles eingerahmt mit Tannen als Ersatz für Lebensbäume... Ein viel größerer Teil des Grundstücks aber Pferdewiese, auf der mein Nachbar seine Pferde laufen läßt.

Unfaßbare Mengen "Bio-Masse", eigenhändig mit Gertel (Haumesser) gegen die Ranken auf dem Boden rutschend abgehackt und mit Spitzhacke die Brombeerwurzeln ausgegraben (armlang und armstark, das glaubt nur der, der das kennt!) ... und wohin damit? Wochenlang verbotswidrig ein kleines Feuer unterhalten mit den trockenen Ranken und darauf noch grüne Ranken, notfalls etwas Benzin zur Nachhilfe.

Die alten Bäume sind nun wieder ein Obstgarten...

Und dann ein echtes Passivhaus gebaut... sieht aus wie ein Erdbunker auf militärischen Flughäfen, aber funktioniert bestens... mein ganzer Stolz! Natürlich hatte ich Handwerker an Bord, aber ich war immer dabei als "Bauführer". Alles ganz nach meinen Vorstellungen. Die Grundidee war natürlich von Fachleuten entwickelt worden: Sehr empfehlenswert! Warum habe ich so etwas nicht vor 50 Jahren gemacht? Ach ja, da mußte ich erst einmal das Geld verdienen und meine Kinder aufziehen.

Heute saust und brummt es um das und auf dem Haus herum. Alles was da kreuchen und fleuchen kann. Nur die Wildschweine und die Pferde (furchtbar neugierige Tiere!) dürfen nicht auf das Erddach... :D


Passivhaus musste ich nachschlagen. Beim Lesen fiel mir auf, dass meine Freunde hier ein solches Haus bauen, nachdem sie ihr Elternhaus abgerissen haben. Das klingt gut.

Soweit wollten wir dann doch nicht gehen. ;)
Wir haben das Vorhandene genutzt, es war ja gerade mal 50 Jahre alt und in solidem Zustand, und sukzessive Innensanierung betrieben. Zum Glück habe ich eine hervorragende Putzfrau gefunden. ;) Es ist unglaublich, wo sich der feine Schuttstaub überall absetzt, trotz Abdeckungen und verschlossener Türen.

Nachdem die Umbauarbeiten abgeschlossen sind, habe ich mich dem Garten gewidmet, allerdings ohne die Schwierigkeiten des Bewuchses, die Sie hatten. Für die Entfernung von jahrzehntelang eingewachsener Teile habe ich einen Gartenfachbetrieb engagiert. Zuzusehen, wie meine Freunde tagelang an der Entfernung der Wurzel eines eingewachsenen Baumes verzweifelten, hat mich dazu bewogen. Den Rasen trage ich selbst ab, das erspart mir den Besuch einer Muckibude. ;) Gut eingeteilt, bin ich in drei Jahren fertig. Allerdings nicht mit dem Löwenzahn, der in schöner Regelmäßigkeit seine Nachkommen von der Pferdewiese und dem Streuobstgarten rüberschickt. Ich habe schon überlegt, ob sich der kulinarisch und medizinisch verwerten lässt. Das würde dem Ganzen einen positiven Aspekt verleihen, denn den Kampf gewinne ich nicht, dessen bin ich mir bewusst.


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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon H2O » Do 26. Jul 2018, 10:02

JJazzGold hat geschrieben:(26 Jul 2018, 10:29)

...

...

... bin ich in drei Jahren fertig. Allerdings nicht mit dem Löwenzahn, der in schöner Regelmäßigkeit seine Nachkommen von der Pferdewiese und dem Streuobstgarten rüberschickt. Ich habe schon überlegt, ob sich der kulinarisch und medizinisch verwerten lässt. Das würde dem Ganzen einen positiven Aspekt verleihen, denn den Kampf gewinne ich nicht, dessen bin ich mir bewusst.


Meine Frau hat sich ein Buch über Gartenkräuter zugelegt. Bei Löwenzahn weiß ich aus dem Französischunterricht, daß Franzosen aus den frischen Blättern des Löwenzahns (pissenlit) einen Salat mit einer vinaigrette machen. Das soll den Harnfluß anregen. Also nicht gleich 1 kg davon auf den Tisch stellen. :D

Über den Giersch laufen ähnliche Geschichten; dort aber als heilender Salat gegen Rheumabeschwerden. Da wird uns alten Leuten doch geholfen!

Motto: Was Du nicht ausrotten kannst, das sollst Du aufessen!
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 3. Aug 2018, 14:16

Cat with a whip hat geschrieben:(23 Jul 2018, 12:09)

Rötliche schmalbandige Lichtquellen verwenden. Insekten sind für bläuliches/kurzwelliges Licht empfindlicher.

-> Das erleichtert auch die menschliche Dunkeladaption. Das heißt man ist nicht nachtblind, wenn man zum Beispiel den Partytisch verlässt um mal auszutreten.

Das dümmste was man überhaupt machen kann ist kaltweisses Licht verwenden. Schaut man sich um betrifft das die Regel. Dummheit ist bekanntlich die von der breiten Masse der Menscheit die mit Ausdauer und Fleiß trainierte Disziplin.


Etwas verspätete Antwort: Ich hab' mir eine Dunkelkammerleuchte besorgt. Bekommt man gar nicht mehr so schnell. Wer macht schon nichtdigitale Fotos und dann noch in der eigenen Dunkelkammer? Schwaches rotes Licht. Und dann hatte ich auch noch eine sehr alte mit schwachdunkelgrünem Licht. Nützt bei Hornissen, und nur um die gehts bei mir aktuell, alles nix. Die Viecher sind derartige Lichtjunkies, dass sie nachts von jeder noch so schwachen, noch so rötlichen, schmalbandigen Quelle angezogen werden. Ich habs extra unabhängig verglichen. Keine Abhängigkeit von Art und Stärke der Lichtquelle.

Wir hatten vor zwei, drei Jahren schonmal eine Sommersaison mit Hornissen im Garten. Dieses Jahr wieder. Ganz subjektiv kommen sie mir nochmal ein Stück größer aber auch träger und irritierbarer vor.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Cat with a whip » Fr 3. Aug 2018, 16:07

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Aug 2018, 15:16)

Etwas verspätete Antwort: Ich hab' mir eine Dunkelkammerleuchte besorgt. Bekommt man gar nicht mehr so schnell. Wer macht schon nichtdigitale Fotos und dann noch in der eigenen Dunkelkammer? Schwaches rotes Licht. Und dann hatte ich auch noch eine sehr alte mit schwachdunkelgrünem Licht. Nützt bei Hornissen, und nur um die gehts bei mir aktuell, alles nix. Die Viecher sind derartige Lichtjunkies, dass sie nachts von jeder noch so schwachen, noch so rötlichen, schmalbandigen Quelle angezogen werden. Ich habs extra unabhängig verglichen. Keine Abhängigkeit von Art und Stärke der Lichtquelle.

Wir hatten vor zwei, drei Jahren schonmal eine Sommersaison mit Hornissen im Garten. Dieses Jahr wieder. Ganz subjektiv kommen sie mir nochmal ein Stück größer aber auch träger und irritierbarer vor.



Interessant. Diese Rotlicht-Lampen sind ja eher breitbandig. In der Quelle stand was von orangen Licht.

Vielleicht ist das der Bringer:
http://scienceblogs.de/frischer-wind/20 ... es-ratsel/

Dort hat man auch experimentiert und vermutet dass nachtaktive Insekten auch ein Empfindlichkeitsmaximum bei 620nm haben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Spektralfarbe
Das hiesse dann schmalbandige Leuchtmittel bei gelb oder ganz tief rot probieren.
Zuletzt geändert von Cat with a whip am Fr 3. Aug 2018, 16:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon McKnee » Fr 3. Aug 2018, 16:08

Bei mir sind und bleiben sie willkommen und heimisch
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon McKnee » Fr 3. Aug 2018, 16:08

sie lieben die Farbe Lila
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Raskolnikof » Fr 3. Aug 2018, 20:35

Auch Wespen stehen ja unter Schutz. Aber was soll man machen, wenn die ihr Nest im Rolladenkasten des Schlafzimmerfensters errichtet haben und es vor dem Fenster nur so brummt und man bei dieser Affenhitze das Fenster nicht öffnen kann? So geschehen bei einer unserer Töchter. Die rief den BUND vor Ort an, die ihr einen "Spezialisten" vermittelten. Der kam unnd schaute sich die Sachlage kurz an. Das Nest umzusiedeln könne man vergessen, da das Nest in einem Rolladenkasten in aller Regel nicht erreichbar ist. Zudem müsse der Kasten von innen, also vom Schlafzimmer aus geöffnet werden. Das hätte zur Folge, dass die Wespen in Scharen in die Wohnung kämen (Säugling!) Zudem fallen dann noch Renovierungsarbeiten an (Maler). Ergo: Der Mann spritzte von außen ein Gift in den Rolladenkasten (zwischen Rolladenauslass und Mauerwerk. Ein paar Wespen schafften noch die Flucht und dann wurde es recht schnell sehr ruhig. Am nächsten Morgen lagen mindestens 100 tote Wespen vor dem Fenster. Mit Sicherheit befinden sich in dem Rolladenkasten noch viel mehr Leichen.

In diesem fall fand ich die Vernichtung des Wespennestes vollkommen ok.
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Ebiker » Fr 3. Aug 2018, 21:49

Mir ist gestern so ein Mistvieh ( Spezies unbekannt ) bei 50km/h aufm Radl voll gegen die Nase geknallt und hat vor Schreck zugebissen oder stochen. Tötet sie alle :mad2:
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Raskolnikof » Fr 3. Aug 2018, 23:03

50 km/h auf dem Radl? Angeber! :D
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.

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