Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

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Eisvogel
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Eisvogel » So 8. Okt 2017, 07:53

Ich habe einen Kumpel der ist Imker, der imkert aber nur noch in der Großstadt nebenan ;). Es ist ja nicht nur so, dass heute wesentlich mehr Pflanzenschutzmittel verwendet werden, es wird auch JEDER Grünstreifen egal ob mitten in der Feldmark am Feldrand oder am Radweg oder der Bundesstraße gemulcht. Brachflächen gibt es auch kaum und wenn..werden sie gemulcht..interessiert doch auch keine Sau wo`s Fressen her kommt..Hauptsache billig isses..so gesehen darf man sich auch über entsprechende Landwirtschaft keine Gedanken machen.
Boracay
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Boracay » So 8. Okt 2017, 09:43

Eisvogel hat geschrieben:(08 Oct 2017, 08:43)

Es ist aber nicht NUR die Landwirtschaft, wie sehen denn eure Gärten aus sofern ihr welche habt ? Wenn ich mir hier die Neubaugebiete ansehe, dann ist da ein 800qm Grundstück, da steht ein Haus und ein Carport..dann kommt die Terrasse und für die Kinder noch 400 qm englischer Golfrasen....blühende Gärten ? Wo gibts die denn noch ? Entsprechende Hecken und Bäume für Vögel ? Wir werden schon noch sehen wo diese Art des Lebens hinführt...aber dann ist es zu spät.


Keine Ahnung wo du wohnst aber hier im Süden sind die Städte Grüner als jemals in der Geschichte zuvor. Du solltest so eklige kotzgegenden wie das Ruhrgebiet (da würde ich nocht mal zum Pissen aus dem Auto steigen) nicht allgemeingültig ansehen.
Eisvogel
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Eisvogel » So 8. Okt 2017, 09:53

Im Ruhrgebiet gibt es etliche Ecken in denen Arten vorkommen, die du anderorts vergeblich suchst ;). So schlimm wie in deiner Wahrnehmung ist das Ruhrgebiet nicht, aber ich habe mit dem Ruhrgebiet nichts weiter zu tun, ich komme aus dem Norden. Wie viel einheimische blühende Pflanzen gibt es in deinen Süddeutschen Gärten denn ? Und wie viel Nutzgärten gibt es dort noch, in denen sich Eidechse,Kröte,Hummel und co wohl fühlen UND ernähren können ? Heimische Vögel gibt es auch mehr als Amsel und Spatz..;)
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Quatschki
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Quatschki » So 8. Okt 2017, 10:10

Mir fällt auf, wenn man früher irgendwo eine Tonne voll stehendes Wasser hatte, dauerte es nicht lange, bis da drin Wasserflöhe, Rückenschwimmer oder Gelbrandkäfer zu beobachten waren.
Von den letzteren beiden habe ich seit 10 Jahren keine mehr beobachtet
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Welfenprinz » So 8. Okt 2017, 11:40

odiug hat geschrieben:(08 Oct 2017, 08:48)

Das vollkommen abstruse ist doch, daß die Bio-Diversität in den Städten heute größer ist, als auf dem Land :eek:


Dass ist nicht abstrus sondern biologisch bzw ökologisch folgerichtig. Allein die im Schnitt 2° höhere Temperatur sorgt schon für eine höhere Bioaktivität.
Ständiges Nahrungsangebot,div. Nischen auf engstem Raum, ...... da kommt mehreres zusammen.

Allerdings sind hier,wie in anderen Räumen auch,mittlerweile die Generalisten so stark bevorzugt,dass sie die Spezialisten verdrängen.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Olympus » So 8. Okt 2017, 11:50

Eisvogel hat geschrieben:(08 Oct 2017, 08:53)

Ich habe einen Kumpel der ist Imker, der imkert aber nur noch in der Großstadt nebenan ;). Es ist ja nicht nur so, dass heute wesentlich mehr Pflanzenschutzmittel verwendet werden, es wird auch JEDER Grünstreifen egal ob mitten in der Feldmark am Feldrand oder am Radweg oder der Bundesstraße gemulcht. Brachflächen gibt es auch kaum und wenn..werden sie gemulcht..interessiert doch auch keine Sau wo`s Fressen her kommt..Hauptsache billig isses..so gesehen darf man sich auch über entsprechende Landwirtschaft keine Gedanken machen.

Zumal Gärten meist mit Zierpflanzen vollgeschmückt werden, die heimischen Insekten nichts nützen.
Es wirkt alles gähnend steril und eintönig. Besserung nicht in Sicht.
Wenn die Einsicht kommt ist es halt zu spät.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Dark Angel » So 8. Okt 2017, 12:04

Eisvogel hat geschrieben:(08 Oct 2017, 08:43)

Es ist aber nicht NUR die Landwirtschaft, wie sehen denn eure Gärten aus sofern ihr welche habt ? Wenn ich mir hier die Neubaugebiete ansehe, dann ist da ein 800qm Grundstück, da steht ein Haus und ein Carport..dann kommt die Terrasse und für die Kinder noch 400 qm englischer Golfrasen....blühende Gärten ? Wo gibts die denn noch ? Entsprechende Hecken und Bäume für Vögel ? Wir werden schon noch sehen wo diese Art des Lebens hinführt...aber dann ist es zu spät.

Ich habe einen Garten, der etwas anderen Art - mein ganz privates kleines Naturschutzgebiet.
Vogelschutzhecke statt Gartenzaun - wird dankbar als Nistplatz und zur Futterversorgung angenommen - Blumenwiese statt Golfrasen - muss nur dreimal im Jahr gemäht werden.
Im dekorativen Totholzhaufen wohnen Igel und Holzbienen und im Saugfiltergraben des Schwimmteichs fühlen sich vier Libellenarten und Kröten pudelwohl. Und in der Trockenmauer am Teich wohnen Ringelnattern.
Gemüsebeete gibts keine - das Gemüse wird mit Blumen zum gegenseitigen Nutzen "vergesellschaftet". Hier summt und brummt es noch im Sommer - nur leider viel zu klein und die Nachbarn schütteln mit dem Kopf, weil es keine, mit dem Lineal gezogenen, Wege gibt. :)
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon odiug » So 8. Okt 2017, 12:20

Welfenprinz hat geschrieben:(08 Oct 2017, 12:40)

Dass ist nicht abstrus sondern biologisch bzw ökologisch folgerichtig. Allein die im Schnitt 2° höhere Temperatur sorgt schon für eine höhere Bioaktivität.
Ständiges Nahrungsangebot,div. Nischen auf engstem Raum, ...... da kommt mehreres zusammen.

Allerdings sind hier,wie in anderen Räumen auch,mittlerweile die Generalisten so stark bevorzugt,dass sie die Spezialisten verdrängen.

Eben weil die Nischen in der aufgeräumten Agrarindustrielandschaft verschwunden sind.
Schau dir mal Landschaftsmalerei des Barock oder der Romantik an ... das sah damals so aus ... das ist nicht der Phantasie der Künstler entsprungen.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Gilmoregirl » So 8. Okt 2017, 12:23

Ein Teil unseres Landes liegt brach, da kann es wachsen, fast wie es will.
Kleine Füchse und Tagpfauenaugen flattern hier zuhauf, grüne und blaue Libellen umschwirren unseren Pool.
Der Opa legte einst Behausungen für Wildbienen und Ohrenkneifer an. Im teinhaufen sah ich ab und an Eidechsen.
In diesem Jahr sind auch viele Wanzen unterwgs.

Wenn ich jedoch im Dunkeln unterwegs bin , kleben weniger Insekten an der Windschutzscheibe als früher---nur als ich vor kurzem in Berlin unterwegs war,
war die Scheibe voll.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon immernoch_ratlos » So 8. Okt 2017, 13:40

Quatschki hat geschrieben:Mir fällt auf, wenn man früher irgendwo eine Tonne voll stehendes Wasser hatte, dauerte es nicht lange, bis da drin Wasserflöhe, Rückenschwimmer oder Gelbrandkäfer zu beobachten waren.
Von den letzteren beiden habe ich seit 10 Jahren keine mehr beobachtet
Das klingt so als würdest Du das bedauern - ich hoffe ich sehe das richtig.

Nun muss wohl die "Warumfrage" gestellt werden. Würden wir Sapiens alle weit voneinander getrennt in von totaler Wüste umgebenen Enklaven leben, wäre es sicher bald um uns geschehen. Längst weiß man, ab einem bestimmten Grad der Inzucht, kann eine Population Rückschläge (Krankheiten - Naturkatastrophen etc.) nicht überleben. Das triff zunächst und gut sichtbar größere Tiere. Die außer im Zoo nirgendwo mehr in der notwendigen Population anzutreffen sind. "Wir" betrachten grundsätzlich alles was sich nicht domestizieren lässt zunächst einmal, als "feindlich" und als Konsequenz haben wir alles ausgerottet was vermeintlich oder tatsächlich unserer Philosophie "von der Erde untertan machen" widerspricht.

Übrig bleiben lediglich Lebewesen, welche auch schon (vorher) natürlich durch hohe Nachkommenschaft und wenig Auswahlverhalten beim Sex sehr erfolgreich waren. Nahrungsopportunisten - Allesfresser, wie wir selbst. Ratten, Mäuse usw. sind die eher traurigen, aber dafür umso zahlreicheren Mitbewohner, die bislang auch durch sehr ausgefeilte Methoden nicht auszurotten waren. Für deren Verbreitung hat der Mensch (sicher nicht willentlich) gesorgt und gleichzeitig damit ganze andere wesentlich komplexere Tierarten vernichtet. Insekten sind um das vielfache überlegener was hohe Nachkommenschaft und wenig - eher KEIN Auswahlverhalten beim Sex anbelangt. Das diese nun ebenfalls (teilweise als Art völlig "unentdeckt") "verschwinden", ist auf unsere Aktivitäten zurückzuführen. Das sollte "uns" eigentlich Angst und Bange machen. Stattdessen freut sich so mancher über "weniger tote Insekten auf der Frontscheibe seiner Karre". Im übrigen eine Beobachtung, die ich durchaus betätigen kann - wenn auch nicht mit der selben freudigen Empfindung.

Es ist der Mensch, der durch seine Methoden vormals natürliche Flächen radikal in Wüsten verwandelt. Nicht (zunächst mal) in das was wir als "Wüste" betrachten, aus den "Blickwinkel" von Wasserflöhen, Rückenschwimmern, Gelbrandkäfern usw. allerdings schon. Abgeschnitten von entsprechenden Artgenossen und dem "Futter" (die ganzen komplementären Krabbeltiere), bleibt denen schlicht kleine Überlebenschance. Das wiederum trifft Vögel und alles, was sich da voneinander ernährt hat. Schlicht, wir haben die Biodiversität bereits in vielen Gebieten dieses Planeten nachhaltig vernichtet.

Die Selektion in "Nutztiere" und "Schädlinge" ist im schlimmsten Widersinn unnatürlich. Nun ist "Natur" etwas, was nicht plant - ein komplexer Prozess der ohne eine wie immer "übergeordnete Intelligenz" abläuft. Dort gibt es lediglich die Chance sich evolutionär der Situation anzupassen oder zu verschwinden. Nun kommt ein Tier, welches sich selbst "Homo sapiens" nennt und greift "intelligent" (so glaubt man jedenfalls) in dieses Geschehen ein. Zunächst ohne die Zusammenhänge auch nur im Ansatz zu begreifen (bis vor Kurzem in geschichtlicher Dimension gesehen) waren Sapiens eher eine vergleichsweise unbedeutende Spezies die wenig bis rein garnix von dem verstanden was auf dem Planeten so vorgeht. Wie lange ist es her, wo klar wurde es gibt Bakterien - bei Viren gibt es tatsächlich noch Zweifler. Es gibt Irre, die allen Ernstes daran glauben die Welt sie eine Hohlwelt. Schlicht die 7,4 Milliarden Menschen sind zu eine beträchtlichen Teil noch immer unwissend bei jedem Standard - der andere Teil verweigert sich konsequent wichtigen Erkenntnissen.

Darauf gibt es nur eine logische Antwort - speziell bei der Zuwachsrate von mindestens 1,1 % /a - "wir" sind dabei uns fast schon gezielt "wegzuevolutionieren". Ob die "Überbleibsel des Homo Sapiens" dann noch genügend Ressourcen und besonders wichtig, all das bist Dato angesammelte Wissen zur Verfügung haben werden, kann problemlos bezweifelt werden.

Dabei könnte "man" das durchaus schaffen zu überleben. Genügend Erkenntnisse und Möglichkeiten sind vorhanden. Was mich allerdings eher negativ stimmt, sind die große Anzahl von Menschen, denen das alles buchstäblich am Arsch vorbeigeht und das die aktiveren darunter sich gegen jede vernünftige Veränderung recht erfolgreich wehren. Sei es die Umkehr in Sachen Energie, sei es die Methoden der Ernährung, welche wohl den größten Schaden anrichten. Mit dem Horizont eine Eintagsfliege schaffen wir Tatsachen, die eigentlich Heute schon als dumm und selbstmörderisch erkennbar sind :dead:

Die durchaus optimistischen Beobachtungen die einige Beiträge zwischenzeitlich erkennen lassen, können leider nicht über die globale Situation hinwegtäuschen - klar, auch ich versuche mich so "naturnah" wie möglich zu verhalten. Habe seit Jahrzehnten z.B. das Dachwasser auf dem (recht kleinen) Grundstück versickern lasen - gerade mal 3 Quadratmeter der Berechnungsfläche führen Niederschläge in die Kanalisation (kostenpflichtig) ab. Das "Albedo" meiner Dachfläche (überall da wo keine "dachintegrierte" PV die Farbe vorgibt) ist weiß im doppelten Sinn. "Altholz" und geschredderte Rückstände gammeln schon immer im "Nordteil" des kleinen Gartens ökologisch vor sich hin. Meine Werkstatt hat ein "Gründach" seit wenigstens 10 Jahren. Es gibt zwar nirgendwo "Nutzpflanzen" (dafür ist der Garten zu "nordisch" und zu klein). Künstliche Tümpel - als Wasserauffanggebiet bei Starkregen - leider ohne die o.g. Bewohner (zu dunkel) gibt es. Jedes Jahr gründen Wespen neue Kolonien irgendwo im Dach. Es gibt Mauerpfeffer, Hauswurz und Steinbrech auf Mauern und wo immer sich das zu halten vermag. Lavendel - Rosmarin - ein selbst sich ansiedelnder Schmetterlingsflieder. Bienen, dicke Hummeln und anderes Fluggerät brummt und summt darum herum. Auch dicke vorwurfsvoll dreinblickende Kröten finde ich gelegentlich, wenn ich irgendwo was umdrehe. Vor einigen Tagen eine Eule im Baum - die Erklärung für die die weiß geschissenen Steine darunter. Ein Marder kackt überall hin um etwaige Konkurrenten abzuschrecken.....

Ob das allerdings die Welt rettet :?:
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Olympus » So 8. Okt 2017, 14:04

immernoch_ratlos hat geschrieben:(08 Oct 2017, 14:40)

Das klingt so als würdest Du das bedauern - ich hoffe ich sehe das richtig.

Nun muss wohl die "Warumfrage" gestellt werden. Würden wir Sapiens alle weit voneinander getrennt in von totaler Wüste umgebenen Enklaven leben, wäre es sicher bald um uns geschehen. Längst weiß man, ab einem bestimmten Grad der Inzucht, kann eine Population Rückschläge (Krankheiten - Naturkatastrophen etc.) nicht überleben. Das triff zunächst und gut sichtbar größere Tiere. Die außer im Zoo nirgendwo mehr in der notwendigen Population anzutreffen sind. "Wir" betrachten grundsätzlich alles was sich nicht domestizieren lässt zunächst einmal, als "feindlich" und als Konsequenz haben wir alles ausgerottet was vermeintlich oder tatsächlich unserer Philosophie "von der Erde untertan machen" widerspricht.

Übrig bleiben lediglich Lebewesen, welche auch schon (vorher) natürlich durch hohe Nachkommenschaft und wenig Auswahlverhalten beim Sex sehr erfolgreich waren. Nahrungsopportunisten - Allesfresser, wie wir selbst. Ratten, Mäuse usw. sind die eher traurigen, aber dafür umso zahlreicheren Mitbewohner, die bislang auch durch sehr ausgefeilte Methoden nicht auszurotten waren. Für deren Verbreitung hat der Mensch (sicher nicht willentlich) gesorgt und gleichzeitig damit ganze andere wesentlich komplexere Tierarten vernichtet. Insekten sind um das vielfache überlegener was hohe Nachkommenschaft und wenig - eher KEIN Auswahlverhalten beim Sex anbelangt. Das diese nun ebenfalls (teilweise als Art völlig "unentdeckt") "verschwinden", ist auf unsere Aktivitäten zurückzuführen. Das sollte "uns" eigentlich Angst und Bange machen. Stattdessen freut sich so mancher über "weniger tote Insekten auf der Frontscheibe seiner Karre". Im übrigen eine Beobachtung, die ich durchaus betätigen kann - wenn auch nicht mit der selben freudigen Empfindung.

Es ist der Mensch, der durch seine Methoden vormals natürliche Flächen radikal in Wüsten verwandelt. Nicht (zunächst mal) in das was wir als "Wüste" betrachten, aus den "Blickwinkel" von Wasserflöhen, Rückenschwimmern, Gelbrandkäfern usw. allerdings schon. Abgeschnitten von entsprechenden Artgenossen und dem "Futter" (die ganzen komplementären Krabbeltiere), bleibt denen schlicht kleine Überlebenschance. Das wiederum trifft Vögel und alles, was sich da voneinander ernährt hat. Schlicht, wir haben die Biodiversität bereits in vielen Gebieten dieses Planeten nachhaltig vernichtet.

Die Selektion in "Nutztiere" und "Schädlinge" ist im schlimmsten Widersinn unnatürlich. Nun ist "Natur" etwas, was nicht plant - ein komplexer Prozess der ohne eine wie immer "übergeordnete Intelligenz" abläuft. Dort gibt es lediglich die Chance sich evolutionär der Situation anzupassen oder zu verschwinden. Nun kommt ein Tier, welches sich selbst "Homo sapiens" nennt und greift "intelligent" (so glaubt man jedenfalls) in dieses Geschehen ein. Zunächst ohne die Zusammenhänge auch nur im Ansatz zu begreifen (bis vor Kurzem in geschichtlicher Dimension gesehen) waren Sapiens eher eine vergleichsweise unbedeutende Spezies die wenig bis rein garnix von dem verstanden was auf dem Planeten so vorgeht. Wie lange ist es her, wo klar wurde es gibt Bakterien - bei Viren gibt es tatsächlich noch Zweifler. Es gibt Irre, die allen Ernstes daran glauben die Welt sie eine Hohlwelt. Schlicht die 7,4 Milliarden Menschen sind zu eine beträchtlichen Teil noch immer unwissend bei jedem Standard - der andere Teil verweigert sich konsequent wichtigen Erkenntnissen.

Darauf gibt es nur eine logische Antwort - speziell bei der Zuwachsrate von mindestens 1,1 % /a - "wir" sind dabei uns fast schon gezielt "wegzuevolutionieren". Ob die "Überbleibsel des Homo Sapiens" dann noch genügend Ressourcen und besonders wichtig, all das bist Dato angesammelte Wissen zur Verfügung haben werden, kann problemlos bezweifelt werden.

Dabei könnte "man" das durchaus schaffen zu überleben. Genügend Erkenntnisse und Möglichkeiten sind vorhanden. Was mich allerdings eher negativ stimmt, sind die große Anzahl von Menschen, denen das alles buchstäblich am Arsch vorbeigeht und das die aktiveren darunter sich gegen jede vernünftige Veränderung recht erfolgreich wehren. Sei es die Umkehr in Sachen Energie, sei es die Methoden der Ernährung, welche wohl den größten Schaden anrichten. Mit dem Horizont eine Eintagsfliege schaffen wir Tatsachen, die eigentlich Heute schon als dumm und selbstmörderisch erkennbar sind :dead:

Die durchaus optimistischen Beobachtungen die einige Beiträge zwischenzeitlich erkennen lassen, können leider nicht über die globale Situation hinwegtäuschen - klar, auch ich versuche mich so "naturnah" wie möglich zu verhalten. Habe seit Jahrzehnten z.B. das Dachwasser auf dem (recht kleinen) Grundstück versickern lasen - gerade mal 3 Quadratmeter der Berechnungsfläche führen Niederschläge in die Kanalisation (kostenpflichtig) ab. Das "Albedo" meiner Dachfläche (überall da wo keine "dachintegrierte" PV die Farbe vorgibt) ist weiß im doppelten Sinn. "Altholz" und geschredderte Rückstände gammeln schon immer im "Nordteil" des kleinen Gartens ökologisch vor sich hin. Meine Werkstatt hat ein "Gründach" seit wenigstens 10 Jahren. Es gibt zwar nirgendwo "Nutzpflanzen" (dafür ist der Garten zu "nordisch" und zu klein). Künstliche Tümpel - als Wasserauffanggebiet bei Starkregen - leider ohne die o.g. Bewohner (zu dunkel) gibt es. Jedes Jahr gründen Wespen neue Kolonien irgendwo im Dach. Es gibt Mauerpfeffer, Hauswurz und Steinbrech auf Mauern und wo immer sich das zu halten vermag. Lavendel - Rosmarin - ein selbst sich ansiedelnder Schmetterlingsflieder. Bienen, dicke Hummeln und anderes Fluggerät brummt und summt darum herum. Auch dicke vorwurfsvoll dreinblickende Kröten finde ich gelegentlich, wenn ich irgendwo was umdrehe. Vor einigen Tagen eine Eule im Baum - die Erklärung für die die weiß geschissenen Steine darunter. Ein Marder kackt überall hin um etwaige Konkurrenten abzuschrecken.....

Ob das allerdings die Welt rettet :?:

Ja, die vermeintlichen Schädlinge. Unter diesem Vorurteil fristet wohl ein Wesen namens Kakerlake sein dasein.

Man versucht es zu vernichten, auszurotten, endlich los zu werden. Aber dieses Wesen ist ein Symbol der engstirnigen menschlichen Denkweise.

So ist es das Werk dieser "niederen" Gattungen und ähnlicher, welches Säugetieren erst ermöglichte zu existieren.

Ohne Ihnen wäre die Welt vor Millionen von Jahren in Seuchen schlicht untergegangen.

Warum sollte man eine wildlebende Kakerlake nicht abschlecken? Nicht weil sie die Pest ist, sondern den Dreck von Kot und verrottendem Ass beseitigt.

Wir verdanken diesen Kreaturen weit mehr als nur unsere Existenz.

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