Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

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jack000
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon jack000 » Di 1. Aug 2017, 20:16

frems hat geschrieben:(01 Aug 2017, 17:45)

http://www.faz.net/aktuell/wissen/insek ... 11642.html

Was meint denn die werte Userschaft? Fragwürdige Methodik der "Hobbyforscher"?

Es sollten solche Aussagen generell erstmal in Frage gestellt werden, denn es gibt Interessengruppen die Fördergelder benötigen um existieren zu können.

Positiver Nebeneffekt, wenn weniger Mücken und Falter den Nerv rauben?

Generell ist wohl unumstritten das Insekten Teil des Ökosystems sind. Wenn sich das ganze so organisieren lässt das negative Auswirkung für die Menschheit wenigstens zu reduzieren ohne negative Auswirkungen für das Ökosystem an sich sind, sollte das ganze dahingehend auch vollständig geprüft werden.

Katastrophale Entwicklung für unser Ökosystem?

m.W. ist es bisher der Menschheit gelungen verschiedene Arten auszurotten, aber bei Insekten ist es bisher noch nie gelungen. Sollte es also auffallen, dass fehlende Insekten tatsächlich negative Auswirkungen haben kann man den Bestand sehr schnell wieder auf das sinnvolle Mass erhöhen ...
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Olympus » Mi 2. Aug 2017, 02:03

Ich brauch für mein Hobby keine Fördergelder.


Was passiert wohl ohne Bestäubung? Was willst du auf die schnelle organisieren, was der Mensch in 25 Jahren zerstört hat?


Warum ist die Biomasse Insekt dann um 80% gesunken?
Natürlich haben Pestizide, Herpezide, Landwirtschaft, Betonierung usw. seine Auswirkungen.
Aus diesem Grund werden schon jetzt Obstbäume in China per Hand bestäubt.

Sehr schnell lässt sich nichts wieder erhöhen. Wir sind nicht Gott, wir sind Tiere und abhängig von der Natur.
Wir haben bis heute überhaupt nichts erhöht um die Natur zu schützen. Mehr als ein Placebo ist unser "Naturschutz" nicht.

Und nochmal: eine ausgestorbene Art verlässt unseren Planeten für immer!!

Da lässt sich nichts mal eben "erhöhen". Aber wir haben keine Zeit mehr. Weil nichts das bestäubende Insekt ersetzen kann.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon X3Q » Mi 2. Aug 2017, 09:42

schelm hat geschrieben:(01 Aug 2017, 21:05)

Schmetterlinge, Libellen, Hummeln. Maikäfer hab ich schon seit Jahren keine mehr gesehen. Die größte Population von Grillen zirpt ( auf meiner Radroute OF - Flughafen ) ausgerechnet zwischen Terminal 2 und Terminal 1 auf einem Grünstreifen mit Buschwerk zwischen Flughafen und der Autobahn. Den Sommer verbinde ich mit diesem Geräusch, der Eindruck wird hier leider etwas vom Auto ( A3 ) - und Flugverkehr getrübt. Ansonsten achte ich derzeit auf der Route am Main das Zirpen irgendwo aufzuschnappen, mein Eindruck ist auch, es ist fast verschwunden. :(

Selbst die gemeine Stubenfliege scheint sich rar zu machen.

Vor einiger Zeit hab ich überhaupt zum ersten Mal einen Hirschkäfer gesehen, er krabbelte scheinbar planlos in einer Rolle Natodraht am Flughafenzaun auf und ab. Hab den Kollegen vorsichtig befreit und am Fuße eines Baumes abgesetzt.

Die Stubenfliege ist aber auch ein Kulturfolger. Ihr Verschwinden ist daher im Zusammenhang mit der Veränderung der Viehhaltung zu sehen. Ein Beispiel. Im Wohngebiet meiner Eltern hatten früher einige Nachbarn eine private Tierhaltung; meistens waren es Hühner oder Kaninchen. Auch gab es noch kleinere landwirtschaftliche Betriebe in der unmittelbaren Nähe. Seit dem dies alles vorbei ist, ist auch die Fliegenplage im Sommer nicht mehr wirklich vorhanden. Wenn ich vor 30 Jahren am Wochenende das Auto von meinen Eltern gewaschen habe, war der ganze Kühlergrill sowie Frontscheibe voll mit toten Insektenkörpern. Heute muß man die Leichen mit der Lupe suchen.
Bedenklich ist allerdings der Rückgang bei den anderen Gruppen der Falter, Käfer, etc.

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Keoma » Mi 2. Aug 2017, 09:43

Logischerweise sind vom Verschwinden der Insekten vor allem die Insektenfresser betroffen.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon X3Q » Mi 2. Aug 2017, 10:00

Boraiel hat geschrieben:(01 Aug 2017, 19:18)

Ich sehe lieber den Acker, auf den der Mensch Getreide anbaut und für Ordnung sorgt, anstatt das das Sumpfgebiet wo alles mögliche kreucht und fleucht. Der Mensch ist immer aufgerufen in seinem Interesse (nicht im Interesse der Waldspitzmauleule und der gemeinen Wespe) aktiv in die Umwelt einzugreifen und diese zu umgestalten. Doing that leads to success. :thumbup:

Ähnliche Aussagen habe ich schon des öfteren von Personen gehört, die sich selbst als religiös bezeichnen. Was mich dabei immer wundert, daß die selben Leute bei ihrer Argumentation gegen die Evolutionstheorie irgendwann immer auf das Wunderwerk der Insekten als Belegt für einen Schöpfer kommen, gerne wird hierbei immer das Beispiel des Bombadierkäfers genannt, im nächsten Augenblick aber keine Bedenken bezüglich eines massiven Artverlust im Ökosystem durch menschliche Aktivitäten haben. Ganz im Gegenteil, es wird sogar eine gewisse Rücksichtslosigkeit unter der Prämisse "Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde!" erwartet/verlangt. Und ich habe den Verdacht, daß du in diese Gruppe fällst.

Natürlich hat ein Kornfeld, dessen Ähren sich im lauen Sommerwind wiegen, eine ansprechende Ästhetik. Nur ist das ausreichend? Wo wäre unsere Deutsche Kultur, wären Schaffende wie Heine, Eichendorff, Schiller, Spitzweg, David Friedrich, etc (you name it) nicht in Kontakt mit wilder, ungeordneter Naturlandschaft gekommen? Wären ihre Gedichte, Lieder oder Malereien die selben, wenn alles in deinem Sinne geordnet wäre?

Ich kann nicht für Alle sprechen, bin mir aber sicher, daß es noch viele Menschen gibt, deren Bedürfnis nach Ästhetik von einer geordneten Kulturlandschaft á la Boraiel nicht bedient werden kann.

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Welfenprinz » Mi 2. Aug 2017, 16:58

Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Boraiel » Do 3. Aug 2017, 14:05

X3Q hat geschrieben:(02 Aug 2017, 11:00)
1.) Ähnliche Aussagen habe ich schon des öfteren von Personen gehört, die sich selbst als religiös bezeichnen. 2.) Was mich dabei immer wundert, daß die selben Leute bei ihrer Argumentation gegen die Evolutionstheorie irgendwann immer auf das Wunderwerk der Insekten als Belegt für einen Schöpfer kommen, gerne wird hierbei immer das Beispiel des Bombadierkäfers genannt, im nächsten Augenblick aber keine Bedenken bezüglich eines massiven Artverlust im Ökosystem durch menschliche Aktivitäten haben. Ganz im Gegenteil, es wird sogar eine gewisse Rücksichtslosigkeit unter der Prämisse "Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde!" erwartet/verlangt. 3.) Und ich habe den Verdacht, daß du in diese Gruppe fällst.

Natürlich hat ein Kornfeld, dessen Ähren sich im lauen Sommerwind wiegen, eine ansprechende Ästhetik. Nur ist das ausreichend? 4.) Wo wäre unsere Deutsche Kultur, wären Schaffende wie Heine, Eichendorff, Schiller, Spitzweg, David Friedrich, etc (you name it) nicht in Kontakt mit wilder, ungeordneter Naturlandschaft gekommen? 5.) Wären ihre Gedichte, Lieder oder Malereien die selben, wenn alles in deinem Sinne geordnet wäre?

Ich kann nicht für Alle sprechen, bin mir aber sicher, daß es noch viele Menschen gibt, deren Bedürfnis nach Ästhetik von einer geordneten Kulturlandschaft á la Boraiel nicht bedient werden kann.

--X

1.) Ich würde mich nicht als besonders religiös bezeichnen, allerdings überrascht mich deine Beobachtung nicht, denn in der Bibel steht doch schon ganz am Anfang "Machet euch die Erde untertan". 2.) Ich würde nicht mittels Insekten gegen die Evolututionstheorie argumentieren. In meinen Augen ziehen die "Intelligent-Design" usw.-Hypothesen ihre Kraft daraus, dass die Vergangenheit nunmal vergangen ist und der Mensch die Dinge aus der Gegenwart heraus betrachten muss.
3.) Teils, teils, ich vertraue jedenfalls den fundierten Wissenschaften. 4.) Es wird immer Bereiche geben, die nicht durch den Menschen in seinem Interesse geordnet wurden. Wenn das auf der Erde kaum noch möglich ist, dann kann man seinen Blick auf andere Planeten und die dortigen ungeordneten Landschaften wenden, um ähnliches zu erfahren wie du beschreibst. 5.) Nein, das wären sie nicht. Alles, was ist, ist auch von Bedeutung.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Provokateur » Fr 6. Okt 2017, 08:39

Insektizide belasten die Bienen deutlicher als bekannt:

http://www.spektrum.de/news/bitterer-honig-fuer-bienen/1508697
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 6. Okt 2017, 09:08

Korrekterweise muss man dazu sagen, dass in allen Artikeln, Beiträgen usw., die ich dazu geselen habe, davon die Rede ist, dass bis zu 80 Prozent der Insekten verschwunden sind (also regional unterschiedlich) und nicht wie im Zitat des Eingangsposts insgesamt 80 Prozent.

Beunruhigend ist es aber in jedem Fall. Und ziemlich sicher ist, dass die Überdüngung und Monokultur der Landwirtschaft ihren Anteil an dem Phänomen hat.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon H2O » Fr 6. Okt 2017, 09:41

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Oct 2017, 10:08)

Korrekterweise muss man dazu sagen, dass in allen Artikeln, Beiträgen usw., die ich dazu geselen habe, davon die Rede ist, dass bis zu 80 Prozent der Insekten verschwunden sind (also regional unterschiedlich) und nicht wie im Zitat des Eingangsposts insgesamt 80 Prozent.

Beunruhigend ist es aber in jedem Fall. Und ziemlich sicher ist, dass die Überdüngung und Monokultur der Landwirtschaft ihren Anteil an dem Phänomen hat.


Eigentlich doch eine Selbstverständlichkeit, daß in einer intensiv genutzten Landschaft die Flächen zum Überleben von vielen Lebewesen fehlen. Außerdem werden die landwirtschaftlich bebauten Flächen vor Fraßfeinden geschützt. Da haut man denn mit der großen Fliegenpatsche drauf und trifft Gerechte und Ungerechte. Ich lebe in einem Landschaftsschutzgebiet Pommerns. Da kennt man noch lästige Fliegen, Mücken, Hummeln, Wespen und Hornissen. Aber von den Rändern her wächst auch hier der Druck auf diese Schutzgebiete: Ferienhäuser, Bootsstege, Rasenflächen...
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Cat with a whip » Fr 6. Okt 2017, 10:08

"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Olympus » Fr 6. Okt 2017, 10:38

H2O hat geschrieben:(06 Oct 2017, 10:41)

Eigentlich doch eine Selbstverständlichkeit, daß in einer intensiv genutzten Landschaft die Flächen zum Überleben von vielen Lebewesen fehlen. Außerdem werden die landwirtschaftlich bebauten Flächen vor Fraßfeinden geschützt. Da haut man denn mit der großen Fliegenpatsche drauf und trifft Gerechte und Ungerechte. Ich lebe in einem Landschaftsschutzgebiet Pommerns. Da kennt man noch lästige Fliegen, Mücken, Hummeln, Wespen und Hornissen. Aber von den Rändern her wächst auch hier der Druck auf diese Schutzgebiete: Ferienhäuser, Bootsstege, Rasenflächen...

Es gibt gleich ein paar auf die Nüsse....... :mad2:

Ich würde am liebsten meinen Kopf direkt in ein Wespennest stecken, wenn es nicht so unangenehm werden würde.
Ich fotografiere seit Jahren Insekten aller Art. Ja der Mensch sollte dringend aufhören tonnenweise Gift in die Felder zu kippen. Wie krank muss man sein, seine eigene Lebensgrundlage zu versauen?

Weniger wegschmeißen und erkennen das krumme Gurken das gleiche sind wie gerade, Kartoffeln auch mit Macken schmecken. Wir brauchen wieder richtige Lebensräume, verbundene Lebensräume. Keinen Teppich aus winzigen kleinen Wiesenstückchen.

Das Problem ist das Insekten ihre Welt in Facetten sehen, für sie ist ein Acker eine endlose tote Wüste, sie erkennen eine etwaige anschließende Wiese nicht.

Zu dem für sie weiten Weg kommt fehlende Nahrung und Wasser hinzu. Insekten gehen ein solches Risiko nicht einfach so ein, zumal offene Flächen auch Gefahr bedeuten.

Also bleiben sie in ihrem kleinem Fleck Wiese, vermehren sich, suchen sich dort ihre Nahrung.
Inzest (bei Insekten nicht ganz so tragisch, aber über Generationen....) ist vorprogrammiert und der Wegfall einer für Sie lebenswichtigen Nahrungsquelle, wie andere Insekten oder spezielle Pflanzen, bedeuten oft das Ende einer ganzen Art auf dieser Wiese.

Problem, Umweltschutz kostet Geld und bringt kaum was ein. Im Klimawandel noch eher, Energiewende, neue Technologie etc. bringen mittlerweile Milliarden weltweit. Kein anderer Wirtschaftszweig wächst so wie dieser.
Wäre dem nicht so, wäre das Pariser Abkommen nie zustande gekommen.

In Punkto Artensterben sieht es düster aus. In einer Welt die nur noch Reichtum und höher und höher strebt ist Artenschutz das letzte was man braucht. Um zu retten was zerstört wurde und immer schneller zerstört wird, fehlt es am Willen, am "Geld" und besonders an Einsicht der Folgen.
Wir werden erst aufwachen wenn uns die Folgen direkt treffen, aber dann ist es zu spät. Wenn es das nicht schon ist.
Auch in Deutschland verschwindet die Wildbirne aus der Natur. Nicht weil sie gefällt wird, sondern weil die Bestäuber fehlen. Das kann man verkraften, aber wenn es an die Kornkammer geht, sitzt die Menschheit auf dem hungernden A....!
Des es ist Weltweit im Gange. Auch wenn viele sagen: "da sind doch Insekten, es ist doch alles ok!"

Ich nenne meine Fotoalben mittlerweile "Tagebuch der Hölle".

Mir macht Klimawandel, Flüchtlinge, Kriege, Katastrophen keine Angst mehr.
Aber die sinkende Vielfalt in meinen Alben........ Ja, das macht mir Angst und ich bin deutschlandweit unterwegs.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon H2O » Fr 6. Okt 2017, 11:22

Olympus hat geschrieben:(06 Oct 2017, 11:38)

Es gibt gleich ein paar auf die Nüsse....... :mad2:

Ich würde am liebsten meinen Kopf direkt in ein Wespennest stecken, wenn es nicht so unangenehm werden würde.
... Ich fotografiere seit Jahren Insekten aller Art....
... Ja, das macht mir Angst und ich bin deutschlandweit unterwegs.


Auha, bei mir wohnen die Wespen unter der Fassadenverschalung, die Hornissen in Nistkästen, die Hummeln auf der Wiese und die Libellen im Schilf. Für klare Verhältnisse ist gesorgt mit Fliegengittern vor allen Gebäudeöffnungen.

Hier ist die Welt noch in Ordnung... aber der Druck darauf wächst. Eine richtige Lösung gibt es nicht dagegen. Vielleicht führt einmal ein ganz großer Ernteausfall europaweit zur Besinnung.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Flaschengeist » Fr 6. Okt 2017, 11:25

Provokateur hat geschrieben:(01 Aug 2017, 18:03)

Wenn die Insekten verschwänden, würden auch wir verschwinden. Ich denke, man muss hier mit Zucht und Besatz korrigierend eingreifen.



Dann muß ich bald meine Windschutzscheibe nicht mehr von Insektenresten befreihen.

Nur Menschen die im Gestern leben werden sich dem Fortschritt entgegenstellen. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
„Nur in Deutschland wird mir vorgeworfen, ich wäre deutschfreundlich“ :)

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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Cat with a whip » Fr 6. Okt 2017, 12:17

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Oct 2017, 10:08)

Korrekterweise muss man dazu sagen, dass in allen Artikeln, Beiträgen usw., die ich dazu geselen habe, davon die Rede ist, dass bis zu 80 Prozent der Insekten verschwunden sind (also regional unterschiedlich) und nicht wie im Zitat des Eingangsposts insgesamt 80 Prozent.

Beunruhigend ist es aber in jedem Fall. Und ziemlich sicher ist, dass die Überdüngung und Monokultur der Landwirtschaft ihren Anteil an dem Phänomen hat.

Interessant ist auch dass alle Wissenschaftler meinen dass der Schwund nicht nur einzelne Arten betrifft sondern breit ist. Bei den Ameisen sind nur 8% der Arten nicht vom Schwund betroffen.

Leider gibt es für Deutschland keine flächendeckenden Langzeitstudien, da die Vergabe von Forschungsgeldern an die Bedingung wie das Vorzeigen kurzfristiger Ergebnisse geknüpft ist und sich Institute dann eben sowas nicht leisten können. Peinlich genug für den Wissenschaftsstandort Deutschland, dass man so auf die ehrenamliche langjährigen Arbeitsleistungen von lokalen Vereinen angewiesen ist.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Corella » Sa 7. Okt 2017, 16:52

Es ist leider nicht immer einfach, triviales wirklich zu beweisen.
Eine quantitative Erhebung braucht für Gruppen wie Nachtfalter, Wildbienen, Blattkäfer usw. Spezialisten, derer es nicht viele gibt. Wenn ein normal ausgebildeter Biologe, der auf Wildbienen nicht spezialisiert ist, mit Fachliteratur und Binokular an die Bestimmung geht, ist es nicht untypisch, dass er für ein Individuum den ersten Arbeitstag für die Bestimmung der Gattung braucht und am nächsten Tag geht es weiter, die Art herauszufinden. Und nach etlichen Wochen einer Bestandsaufnahme bleiben dann noch genug Exemplare, die aufbereitet per Post zur Bestätigung an Spezialisten verschickt werden müssen.
Schwierigkeiten, Befunde über Zeiten aufeinander zu beziehen. Standorte haben sich verändert, wie vergleichbar sind Zeitpunkt, Witterung und weitere Umstände...

Die Fortschreibungen der Roten Listen gäben eigentlich robuste Hinweise. Aber die Kriterien der Einstufung werden auch gelegentlich geändert. In die Einstufungen fließen neue Erkenntnisse. Die Bearbeitungstiefe ist über Zeiten unterschiedlich, weil auch die Verfügbarkeit und Fähigkeit solcher Spezialisten umständehalber stark schwankt, z.B. ob und wo noch ein fitter Prof. oder Verband gerade ist oder nicht.

Ein Anspruch auf wissenschaftlichen Beweis ist aus den Lebenswissenschaften nicht immer so ohne weiteres zu bedienen. Man schaue auf die Unsummen, die Pharmaindustrie für Studien ausgibt!
Wie schwer ist es für die Klimatologen, Beweis zu führen!
Gesamtbilder zeigen trotzdem überzeugend, dass die Dimension der Alarmmeldungen trifft. Zum Beispiel tendieren unter den Vögeln Offenlandarten, die Insekten fressen oder transsahara ziehen, gegen hohe Einstufungen in den Roten Listen. Tun sie beides, Insekten fressen und transsahara ziehen, tendieren sie für die meisten Bundesländer aktuell Richtung Aussterben. Viele Einzelbefunde lokaler Vorkommen, wo als Lebensraumrequisite nichts fehlt, aber offenbar die Kontinuität des Futterdargebotes so lückenhaft ist, dass es nicht ausreicht, die Jungen hochzukriegen usw. usf.
Wir haben uns ... der Illusion hingegeben, dass es so etwas wie Umweltkapital nicht gibt. Dass man ... [es] zum Nulltarif nutzen kann und ... in diesen Kapitalstock nicht reinvestieren muss. (Klaus Töpfer 2005)
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon H2O » Sa 7. Okt 2017, 17:39

Corella hat geschrieben:(07 Oct 2017, 17:52)

Es ist leider nicht immer einfach, triviales wirklich zu beweisen.
Eine quantitative Erhebung braucht für Gruppen wie Nachtfalter, Wildbienen, Blattkäfer usw. Spezialisten, derer es nicht viele gibt. Wenn ein normal ausgebildeter Biologe, der auf Wildbienen nicht spezialisiert ist, mit Fachliteratur und Binokular an die Bestimmung geht, ist es nicht untypisch, dass er für ein Individuum den ersten Arbeitstag für die Bestimmung der Gattung braucht und am nächsten Tag geht es weiter, die Art herauszufinden. Und nach etlichen Wochen einer Bestandsaufnahme bleiben dann noch genug Exemplare, die aufbereitet per Post zur Bestätigung an Spezialisten verschickt werden müssen.
Schwierigkeiten, Befunde über Zeiten aufeinander zu beziehen. Standorte haben sich verändert, wie vergleichbar sind Zeitpunkt, Witterung und weitere Umstände...

Die Fortschreibungen der Roten Listen gäben eigentlich robuste Hinweise. Aber die Kriterien der Einstufung werden auch gelegentlich geändert. In die Einstufungen fließen neue Erkenntnisse. Die Bearbeitungstiefe ist über Zeiten unterschiedlich, weil auch die Verfügbarkeit und Fähigkeit solcher Spezialisten umständehalber stark schwankt, z.B. ob und wo noch ein fitter Prof. oder Verband gerade ist oder nicht.

Ein Anspruch auf wissenschaftlichen Beweis ist aus den Lebenswissenschaften nicht immer so ohne weiteres zu bedienen. Man schaue auf die Unsummen, die Pharmaindustrie für Studien ausgibt!
Wie schwer ist es für die Klimatologen, Beweis zu führen!
Gesamtbilder zeigen trotzdem überzeugend, dass die Dimension der Alarmmeldungen trifft. Zum Beispiel tendieren unter den Vögeln Offenlandarten, die Insekten fressen oder transsahara ziehen, gegen hohe Einstufungen in den Roten Listen. Tun sie beides, Insekten fressen und transsahara ziehen, tendieren sie für die meisten Bundesländer aktuell Richtung Aussterben. Viele Einzelbefunde lokaler Vorkommen, wo als Lebensraumrequisite nichts fehlt, aber offenbar die Kontinuität des Futterdargebotes so lückenhaft ist, dass es nicht ausreicht, die Jungen hochzukriegen usw. usf.


Liebe corella,

die Dinge liegen doch höchst einfach, worum ich mich in aller Kürze einige Beiträge weiter oben bemüht hatte:

    Eigentlich doch eine Selbstverständlichkeit, daß in einer intensiv genutzten Landschaft die Flächen zum Überleben von vielen Lebewesen fehlen. Außerdem werden die landwirtschaftlich bebauten Flächen vor Fraßfeinden geschützt. Da haut man denn mit der großen Fliegenpatsche drauf und trifft Gerechte und Ungerechte. Ich lebe in einem Landschaftsschutzgebiet Pommerns. Da kennt man noch lästige Fliegen, Mücken, Hummeln, Wespen und Hornissen. Aber von den Rändern her wächst auch hier der Druck auf diese Schutzgebiete: Ferienhäuser, Bootsstege, Rasenflächen...

So lange dem niemand mit Macht Einhalt gebieten kann, wird diese Naturzerstörung in wachsender Geschwindigkeit voran gehen. Und irgendwann geht es um mehr als um Piepmätze und Bienen.
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 7. Okt 2017, 23:56

Nun ja ich spare mir die Arbeit und zitiere mich selbst :
Nur ein paar Zahlen die zeigen wie verlogen oder unwissend solche "Vergleiche" daherkommen - die Welt im "Anthropozän" (die vergangenen 70.000 Jahre) :

200.000 Wölfe stehen 400.000.000 "Haushunde"
40.000 Löwen stehen 600.000.000 "Hauskatzen"
900.000 afrikanische Büffel stehen 1.500.000.000 "domestizierte Kühe und Rinder"
noch ! 50.000.000 Pinguine stehen 20.000.000.000 Hühnern
"gegenüber" :?

Vergleichszahlen zum "abwägen" :
Homo Sapiens = ~300 Millionen Tonnen
Große Wildtiere = ~100 Millionen Tonnen
domestizierte Tiere = ~700 Millionen Tonnen

Homo Sapiens hat alle anderen Menschenarten, 90% der großen Tiere Australiens, 75 % der großen Säuger in Amerika und ~50% aller großen Landsäugetiere auf dem Planeten gnadenlos ausgerottet.

Die "domestizierte Tiere" leben trotz ihrer weiter vorhanden "sozialen Bedürfnisse" in rücksichtsloser Massentierhaltung und, und, und...
Wer angesichts solcher Zahlen glaubt jemand käme wegen "ein paar Insekten" zur Besinnung, glaubt vermutlich auch an Osterhasen die gefärbte Eier legen.
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon Eisvogel » So 8. Okt 2017, 07:43

Es ist aber nicht NUR die Landwirtschaft, wie sehen denn eure Gärten aus sofern ihr welche habt ? Wenn ich mir hier die Neubaugebiete ansehe, dann ist da ein 800qm Grundstück, da steht ein Haus und ein Carport..dann kommt die Terrasse und für die Kinder noch 400 qm englischer Golfrasen....blühende Gärten ? Wo gibts die denn noch ? Entsprechende Hecken und Bäume für Vögel ? Wir werden schon noch sehen wo diese Art des Lebens hinführt...aber dann ist es zu spät.
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odiug
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Re: Bye-bye Biene Maja: die Insekten verschwinden aus Deutschland

Beitragvon odiug » So 8. Okt 2017, 07:48

Eisvogel hat geschrieben:(08 Oct 2017, 08:43)

Es ist aber nicht NUR die Landwirtschaft, wie sehen denn eure Gärten aus sofern ihr welche habt ? Wenn ich mir hier die Neubaugebiete ansehe, dann ist da ein 800qm Grundstück, da steht ein Haus und ein Carport..dann kommt die Terrasse und für die Kinder noch 400 qm englischer Golfrasen....blühende Gärten ? Wo gibts die denn noch ? Entsprechende Hecken und Bäume für Vögel ? Wir werden schon noch sehen wo diese Art des Lebens hinführt...aber dann ist es zu spät.

Das vollkommen abstruse ist doch, daß die Bio-Diversität in den Städten heute größer ist, als auf dem Land :eek:
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:

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