EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

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H2O
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EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon H2O » Fr 23. Jun 2017, 07:29

Eine schier unüberwindliche Hürde der "Naturenergien" besteht darin, daß sie nicht stetig verfügbar sind. Was tun, wenn die Sonne nicht strahlt und der Wind nicht bläst? Und wohin mit der geernteten Naturenergie, wenn sie im Übermaß zur Verfügung steht?

Energiespeicher der wirtschaftlicheren Art stehen kaum zur Verfügung. Ja, man pumpt Wasser in Speicherseen, um Wasserkraftwerke zu betreiben; man produziert "Windgas", genauer: Wasserstoff durch Dialyse; man betreibt Kühlaggregate, wenn Naturenergie im Übermaß verfügbar ist; man lädt "Nachtspeicheröfen" auf. Die Menschheit tüftelt an der Lösung des Speicherproblems!

Das Oldenburger Elektrizitätswerk EWE plant nun in Zusammenarbeit mit der Universität Jena eine riesige unterirdische Batterie in einer Salzkaverne, also dort, wo das Salz von Salzstöcken ausgeräumt wurde, meist durch Laugenbildung leergepumpt. Die Batterie wird das sogenennte Redoxflow-Verfahren nutzen, bei dem der Elektrolyt der Batterie aufbereitet und wieder in die Batterie zurück gepumpt wird. Die gespeicherte Energiemenge soll etwa einem vollen Arbeitstag im Land Oldenburg entsprechen, also doch einen tüchtigen Schritt in Richtung 100% Naturstrom ermöglichen.

Erfreulich auch, daß nun auch eine Universität aus den östlichen Bundesländern am Fortschritt beteiligt ist! So kommen wir unseren blühenden Landschaften allmählich näher!

http://www.weser-kurier.de/bremen/breme ... 16460.html
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Anderus
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon Anderus » Fr 23. Jun 2017, 10:06

Wäre es nicht wesenlich sinnvoller, Pressluft zu erzeugen? Diese Pressluft könnte man dann zu Tankstellen befördern, und damit Autos befüllen und betreiben. Daneben könnte man damit Notaggregate betreiben, die Strom erzeugen. Aber, warum nicht? Auch das Redoxflow-Verfahren hört sich gut an.

Ich persönlich könnte mir Potentialkraftwerke vorstellen, die bei jeder "Windmühle" angebracht werden, und unterirdisch, Gewichte von hunderten von Tonnen, hunderte von Metern, nach unten ziehen und wieder angehoben werden.
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H2O
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon H2O » Fr 23. Jun 2017, 12:17

Anderus hat geschrieben:(23 Jun 2017, 11:06)

Wäre es nicht wesenlich sinnvoller, Pressluft zu erzeugen? Diese Pressluft könnte man dann zu Tankstellen befördern, und damit Autos befüllen und betreiben. Daneben könnte man damit Notaggregate betreiben, die Strom erzeugen. Aber, warum nicht? Auch das Redoxflow-Verfahren hört sich gut an.

Ich persönlich könnte mir Potentialkraftwerke vorstellen, die bei jeder "Windmühle" angebracht werden, und unterirdisch, Gewichte von hunderten von Tonnen, hunderte von Metern, nach unten ziehen und wieder angehoben werden.


Von Pressluft hatte ich auch schon gelesen. Vielleicht sind die Gefahren damit zu groß, etwas wenn das Gestein reißt... oder der Kompressionsvorgang hat zu geringen Wirkungsgrad. Man denke an die Wärmeentwicklung bei unseren Fahrrad-Luftpumpen.

Die Entwickler der Riesenbatterie werden sicherlich auf Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit gesehen haben.

So etwas wie Potentialkraftwerke ist ebenfall im Gespräch gewesen. Da wollte man eine Erdscholle anheben und dann wieder in einen Topf einsinken lassen, um die Druckluft zu nutzen.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon Anderus » Fr 23. Jun 2017, 12:59

H2O hat geschrieben:(23 Jun 2017, 13:17)

Von Pressluft hatte ich auch schon gelesen. Vielleicht sind die Gefahren damit zu groß, etwas wenn das Gestein reißt... oder der Kompressionsvorgang hat zu geringen Wirkungsgrad. Man denke an die Wärmeentwicklung bei unseren Fahrrad-Luftpumpen.

Die Entwickler der Riesenbatterie werden sicherlich auf Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit gesehen haben.

So etwas wie Potentialkraftwerke ist ebenfall im Gespräch gewesen. Da wollte man eine Erdscholle anheben und dann wieder in einen Topf einsinken lassen, um die Druckluft zu nutzen.


Mach Dir keine Sorgen um die Pressluft. Das ist eine ausgereifte Technik. Sie wird in jedem U-Boot angewendet, und zwar in Dimensionen, (z.B. Atom-U-Boot), das man sie unbedenklich auch als Kraftwerk benutzen könnte.

Nun ja, es ist schon richtig, Pressluft ist eine Energie, bei der, bei der Erzeugung, viel Energie verloren geht. Du solltest aber nicht vergessen, das auch die Elektrolyse, sehr viel Energie ungenutzt verbraucht. Immerhin, fallen bei der Erzeugung von Pressluft, hohe Mengen an Wärme an.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon H2O » Fr 23. Jun 2017, 13:12

Anderus hat geschrieben:(23 Jun 2017, 13:59)

Mach Dir keine Sorgen um die Pressluft. Das ist eine ausgereifte Technik. Sie wird in jedem U-Boot angewendet, und zwar in Dimensionen, (z.B. Atom-U-Boot), das man sie unbedenklich auch als Kraftwerk benutzen könnte.

Nun ja, es ist schon richtig, Pressluft ist eine Energie, bei der, bei der Erzeugung, viel Energie verloren geht. Du solltest aber nicht vergessen, das auch die Elektrolyse, sehr viel Energie ungenutzt verbraucht. Immerhin, fallen bei der Erzeugung von Pressluft, hohe Mengen an Wärme an.


Nun ja, die Verwendung von Pressluft wird jedem Sporttaucher und U-Bootfahrer klar sein. Aber die genutzten Behälter sind sorgfältig für diese Belastungen ausgelegt. Bei einer Felskaverne hatte aber auch der liebe Gott seine Hand im Spiel... da wird jeder Ingenieur kleinlaut! Kürzlich hatte ich gelesen, daß man den Wirkungsgrad der Elektrolyse durch Katalysatoren auf deutlich über 80% anheben konnte... wodurch sogar "Windgas" (synthetisches Methan) wieder in wirtschaftliche Reichweite kommen könnte.

Aber darauf will EWE offenbar keine Wette eingehen. :D
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon Ebiker » Fr 23. Jun 2017, 17:42

Zunächst einmal: EWE macht zunächst Versuche in grossen Behältern mit einer völlig unerprobten Technologie. Vom Bau der weltgrössten Batterie ist man noch sehr weit entfernt.

Druckluft : Das entsprechende Projekt ADELE ist über einen symbolischen Spatenstich nie hinausgekommen, wurde sang- und klanglos eingestellt.

SynGas: Die Gesetze der Thermodynamik kann kein Katalysator der Welt aushebeln,
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 23. Jun 2017, 22:42

Irgendwie ist das hier im Forum immer die gleiche Leier - jemand versucht ein Zwischenergebnis vorzustellen und schon sind sie da die "Berufsskeptiker". Immer, wenn es über etwas Neues zu berichten gibt, ist der Zweifel daran die einfachste Möglichkeit seine eigene Kristallkugel zu polieren. :p

Keiner weiß wie eine Entwicklung verläuft. Wird die in Frage stehende Technologie andere ersetzen können :?: Muss sie dazu gleich alle "Nischen" füllen :?: Die Frage an die "Natur" - wäre nicht ein ordentlicher Baum statt der ~650 "Nadelbäume" bei Laubbäumen weiß man leider nix genaues - es sind Tausende unterschiedlicher Arten, die "bessere Lösung" gewesen (es sollen um die 60.065 unterschiedliche sein) ?

Nicht das dies im Zusammenhang mit "Redox-Flow-Batterien" eine Rolle spielt, aber die Idee, Mensch erfindet etwas und sofort muss diese Erfindung alles in einem Aufwasch erledigen können sonst taugt diese Erfindung nix. :eek:

Bei den "Bäumen" ist es meist so, die finden eine ökologische Nische und wie wunderbar, dort gedeihen sie prächtig. Schlicht, weil alles positiv und harmonisch "passt". Der selbe "erfolgreiche Baum" wäre z.B. in der Zentralsahara völlig fehl am Platz.

Ob die ewigen "ich kritisiere alles was neu ist", weil ich einigermaßen kenne, was schon da ist - neues - gleichgültig was und wo - strafe ich mit meiner allumfassenden Kritik. :rolleyes:

In Zeiten des WWW ist eine schnelle und sicher auch oberflächliche Information in 0,3 Sekunden zu bekommen. Wer mehr wissen möchte, muss eben geschickter fragen UND eventuell auch lesen was da geschrieben steht. "Wie immer" gibt es ein WIKI zum Thema und so kann jeder erst mal nachlesen ums was es tatsächlich geht - bevor die übliche "Schnappatmung" einsetzt und man gezwungen ist, der "Welt" mitzuteilen, was das nun wieder garnicht geht....

Ob ich mich mit dem was der Volontär Marlo Mintel da schreibt zufrieden gebe ? Eher nicht. Für lesenswert halte ich da schon mal : "EWE: Plant Megabatterie nach Redox-Flow-Prinzip in Salzkavernen" Was ist da anders bzw. ergänzend ?
Neu: Kunststoffe als Elektrolyt
Bislang verwendete man als Elektrolyt beispielsweise in Schwefelsäure gelöste umweltgefährdende Schwermetallsalze wie Vanadium. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena hat nun eine Redox-Flow-Batterie entwickelt, die als Elektrolyt in Salzwasser gelöste recyclebare Polymere (Kunststoffe) nutzt. Die bislang verwendeten Behältergrössen dafür haben etwa die Grösse einer Regentonne.

Dort findet sich ein Link zum Projekt: brine4power "Grüne Megabatterie für grüne Energie"Nun wird sich zeigen, welchen Platz diese Speichermethode haben kann. Positiv ist (jedenfalls für mich) die Tatsache, elektrische Energie steht direkt wieder als elektrische Energie zur Verfügung.

Wen die "Wirkungsgrade" solcher Anlagen stören, der verschweigt wissentlich die äußerst miesen Wirkungsgrade aller fossilen "Generatoren" - nebst der zahlreichen Nebenwirkungen - von denen (nicht der Kleinste) die menschengemachte Wirkung auf das Klima geradezu verheerend ist.

Nun ja - einer sagt "Redox-Flow", dann muss sofort jemand alle anderen Speicher ins Spiel bringen - so als ob eine genauere Betrachtung eben des "Redox-Flow" überflüssig wäre. Nun ja was kann "Druckluft" ? Quelle : statista "Wirkungsgrade* verschiedener Stromspeicher im Jahr 2012"
Informationen zur Statistik
Die vorliegende Statistik zeigt den Wirkungsgrad verschiedener Stromspeichertechnologien im Jahr 2012. Der Wirkungsgrad beschreibt hier das Verhältnis von aufgenommener zu abgegebener Energie. Besonders geringe Verluste verzeichnen die Kurzzeitspeicher (Spulen, Kondensatoren und Schwungmassespeicher) sowie Lithium-Ionen-Akkus.


Nun denn, bei dieser inzwischen ~ 4 1/2 Jahre alten Gegenüberstellung schneidet "Redox-Flow" nicht wirklich schlecht ab. Besonders, wenn man das verwendete Material - nun auch im WIKI zur Kenntnis nimmt :
Eine weitere Neuerung stellen Polymer-basierte Redox-Flow-Batterien (pRFB) dar, die vollständig auf Metalle als Aktivmaterial verzichten. Dieser neue Batterietyp setzt organische Polymere (ähnlich Plexiglas oder Styropor), die eine redoxaktive Einheit tragen, für Anode und Kathode ein. Als Lösungsmittel werden keine korrosiven Säuren benötigt, eine einfache Kochsalzlösung ist ausreichend. Der Einsatz der wässrigen Polymerlösungen ermöglicht darüber hinaus die Nutzung von Dialysemembranen zur Trennung von Anode und Kathode, die wesentlich einfacher und günstiger herstellbar sind, als klassische Ionentauschermembranen. Während die großen Makromoleküle (Polymere) nach dem Prinzip eines „Siebes“ zurückgehalten werden, können die kleinen Kochsalzionen die Membran ungehindert passieren und den zellinternen Stromkreis schließen
Das soll wieder mal alles nix sein ? Aus "Strom" - PtG kann alles synthetisiert werden, was sich bislang aus "Erdgas" (Methan) oder "Erdöl" entsteht - beides nun wirklich nicht unendlich zur Verfügung stehende "solare Hinterlassenschaften" sind.

Die Meldung : Quelle : INGENIEUR.de (2016.10.13) "Erste öffentliche Tests - Elektroautos mit Redox-Flow-Batterie können wirklich fahren "
Entwicklungschef des Liechtensteiner Jungunternehmens NanoFlowCell, wenigstens 600 km betragen, möglicherweise sogar 1000 km. Das Fahrzeug sollte eine Spitzengeschwindigkeit um die 300 km/h erreichen und war futuristisch gestylt. Ob es fahrtüchtig war, blieb offen, so dass die Skepsis schließlich überwog.

Jetzt schlägt das Pendel in die andere Richtung aus. Quant FE fährt. Ebenso sein kleiner Bruder Quantino. Journalisten durften die beiden ungewöhnlichen Autos jetzt bei einem Pressetermin in Zürich fahren. Eine Tankstelle hatte NanoFlowCell gleich mitgebracht: Zwei Großbehälter, die die Elektrolyte enthalten, das sind die chemischen Speicher der Redox-Flow-Batterie, die die Motoren der Elektroautos mit Strom versorgt.

Wenn die Energievorräte an Bord erschöpft sind, werden lediglich die Flüssigkeiten ausgetauscht. Dann sind wieder 600 km drin, oder eben auch 1000. Nach den technischen Daten, die das Unternehmen veröffentlicht, sind es allerdings nur 350 bis 400 km. Die Batterie hat eine Kapazität von 70 kWh. Pro 100 Kilometer verbraucht der Quant FE 20 kWh.

Tankstellennetz lässt sich schnell aufbauen
„Fakt ist: Nach einem unglaublich teuren Fake sieht das Ganze beileibe nicht aus“, schreibt Alexander Bloch, Redakteur bei auto motor und sport, der die Autos testen konnte. Von den Fahreigenschaften war er restlos begeistert: „Ein Tritt aufs Fahrpedal und der FE peitscht nach vorne wie ein gut gelauntes Tesla Model S 90 D. Da ist richtig Zug auf der Elektrokette.“

Wolfgang Gomoll vom Magazin Focus geht noch weiter: „Neben dem Flusszellen-Auto sieht sogar Tesla alt aus.“ Flusszelle ist ein anderer Ausdruck für Redox-Flow.
zeigt auch wenn man diese "Waschmittelwerbung" ausblendet, das Problem woher künftig Energie beziehen und praxisgerecht zwischenspeichern, kommt nun auch "in Fahrt".

Das dies alles keine Eintagsfliegen sind, zeigt wer alles diese Technologie für "entwickelbar" hält u.a. auch Quelle : Fraunhofer ICT "Redox-Flow-Batterie" Etwas, was Konkurrenten auf den Plan bringt, in verschiedene Richtungen entwickelt wird, soll nur, weil die Entwicklung nicht sofort in beliebig großen Anwendungen zur Verfügung steht, ignoriert werden ? Besser, man ignoriert die Ignoranten...

Was die Naturgesetze angeht, klar, die kann niemand ändern, aber anwenden kann man sie. Was ist daran so schwer zu verstehen, wer sich ausschließlich an fossilen solaren Hinterlassenschaften bedient, muss mit deren Nebenwirkungen leben - wohl eher sterben. Das da "etwas anderes" entwickelt werden muss, ist ganz offensichtlich nicht wirklich jedem klar. Das die Entwicklungszeit erfordert, die "wir" besser einräumen BEVOR "wir" uns mit dem Rücken zur Wand stehend wiederfinden, sollte eigentlich jedem klar sein.

Das "etwas", was sehr kostenintensiv gefördert werden muss (Kohle, Erdöl und nun auch Erdgas), zweierlei Kostenformen verursacht, ist sichtlich nicht jedem klar. Wer heute noch das bescheuerte Beispiel von der "Kugel Speiseeis" als "Argument" bringt, ist entweder ein Vollidiot oder will bewusst diesen wohl aufbereiteten dummen Politikerspruch als Fake für seine Zwecke nutzen.

Fossile "Energien" haben zwei unvermeidbare Kostengruppen - eine die Investition in Kraftwerke - die zweite Investition in Förderung, Transport, Lagerung der unverzichtbaren und durchaus begrenzt vorhanden fossilen Stoffe.

EE haben nur eine Kostengruppe, die der Investition in geeignete Kraftwerke und SpeichertechnologieN. Da muss nix gefördert, nix transportiert oder gelagert werden. "Unsere Sonne" überschüttet uns vollkommen kostenlos mit jeder Menge Energie. :?

Wer das nicht versteht, dem ist schlicht nicht zu helfen : Die (noch) vorhanden fossilen "Brennstoffe", die über Jahrmillionen gespeicherte solare Energie, verbrennen wir mit den miesesten Wirkungsgraden und aus den idiotischsten Gründen. Nun ist diese der Erde gespeicherte Energiemenge eher winzig im Vergleich zu der Energie, die die Sonne jeden Tag, ohne Unterlass und das noch "kostenlos", ins All schleudert. "kostenlos" = Mythos Geld / Sonne = Natur

Jahr für Jahr kommen davon ~3.766.800 Exajoule Sonnenenergie auf der Erde an (der "Rest" verpufft irgendwo im All). Ach ja, ein Exajoule sind " Milliarden Milliarden Joule". Die irdischen Pflanzen benötigen davon für den Prozess der Photosynthese lediglich 3000 Exajoule. Wir immerhin ~7,4 Milliarden Menschen begnügen uns z.Z. mit ~500 Exajoule pro Jahr. Leider plündern "wir" nahezu ausschließlich die nun gerade nicht unendlich vorhandenen fossilen Rohstoffe dafür. Man muss schon eine Mensch sein um zu begreifen wie blöd das ist - das es bis dato so war, ist schlicht dem rückständigen Stand menschlichen Technologie geschuldet. Doch inzwischen sind längst die sog. "EE" nutzbar geworden. Kein vernünftiger Grund weit und breit, diese NICHT in jeder Form zu nutzen und weiterzuentwickeln.

Alles ist beständigem Wandel unterworfen. Wer weiß den schon, das vor gerade mal knapp 200 Jahren (1827) es
gelang dem Chemiker Hans Christian Oersted die Isolierung von – noch unreinem – Aluminium, indem er Aluminiumchlorid mit Kalium reduzierte. Friedrich Wöhler verbesserte die Oersted-Methode und isolierte 1827 als Erster reines Aluminium.
entdeckt wurde. Die Gewinnung war extrem aufwändig und kostspielig. Über Jahrzehnte war Aluminium teurer als Gold !
In den 1860er Jahren ließ Kaiser Napoleon III. von Frankreich für seine vornehmsten Gäste ein Aluminiumbesteck auflegen – weniger distinguierte Gäste mussten mit Messern und Gabeln aus Gold vorliebnehmen.
Wer von der Sparte der damaligen "Berufsskeptiker" hätte dem heutigen Gebrauch von Aluminium auch nur im allerentferntesten nahekommen können ? 2009 waren es lt. WIKI "Liste der größten Aluminiumproduzenten" schon mal 36.900.000 Tonnen - die mögliche Kapazität lag bei 49.900.000 Tonnen - wer möchte heute noch mit " Aluminiumbesteck" geehrt werden ? Auch statista sagt etwas zum Thema Aluminium.

Was wird also DER zukünftige Speicher für EE sein :?: Ich wage zu prophezeien, nicht eine Sorte Speicher, sondern eine Vielzahl an Speichermethoden werden sich auf Grund der unterschiedlichen technologischen Bedürfnisse überall in Größenordnungen finden, von denen auch Optimisten nur träumen können. Für die üblichen Technologiepessimisten ist halt Schluss mit lustig, wenn die fossilen Hinterlassenschaften zu rar und damit zu teuer geworden sind.... :dead:
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon Anderus » Sa 24. Jun 2017, 00:40

Danke! immernoch_ratlos, Du hast Recht. Meine Skepsis gegenüber dieser Art von Technik, wie das Redoxflow Verfahren, resultiert daraus, das solche Techniken, in der Regel, mit großem Brimborium angekündigt werden, um dann wieder sang und klanglos zu verschwinden. Ich denke da an den Wasserstoffmotor, an den Ionen.... (ich komm gerade nicht auf den Namen), oder die Anlagen, wo aus Tritium Energie erzeugt werden soll. Aber auch an die E-Autos, wo nach der Kanzlerin, bis 2021 eine Million Autos von unterwegs sein sollen. Bei allen zeigt sich, das es keinen Durchbruch gibt.

Natürlich bleibe ich dieser Technik wohlgesonnen, und verfolge es mit Interesse. Meine Hoffnung setze ich aber auf Technologien, die ausgereift sind, wie Druckluft, Potentialkraftwerke oder Erdwärme. Natürlich stimmt es, das der Wirkungsgrad einer Anlage, in Grenzen, keinerlei Bedeutung hat, wenn mit Solarenergie Energie erzeugt wird. Wenn man sie nicht nutzt, ist der Wirkungsgrad gleich Null.

Falls ich missverstanden worden bin, nochmal zur Klarstellung. Selbsverständlich sollte man ein Pilotprojekt nach dem Redoxflow Verfahren einrichten. Daneben, wie Du es ja auch schön dargestellt hast, sollte man alle anderen sinnvollen Ansätze, nicht aus dem Auge verlieren.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon Ebiker » Sa 24. Jun 2017, 06:39

immernoch_ratlos hat geschrieben:(23 Jun 2017, 23:42)

Irgendwie ist das hier im Forum immer die gleiche Leier - jemand versucht ein Zwischenergebnis vorzustellen und schon sind sie da die "Berufsskeptiker". Immer, wenn es über etwas Neues zu berichten gibt, ist der Zweifel daran die einfachste Möglichkeit seine eigene Kristallkugel zu polieren. :p



EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie


klingt nicht nach Zwischenergebnis. Es sind Versuche geplant, mehr nicht. Und da ich seit über 10 Jahren elektromobil unterwegs bin kenne ich nahezu sämtliche Meldungen über neue Superakkus und was letztlich draus geworden ist. Und dein bunter Mix aus Speichermöglichkeiten, kannst du den mal vorstellen ? Was läuft davon heute schon großtechnisch und einigermaßen wirtschaftlich darstellbar ?
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 24. Jun 2017, 08:00

Hallo Anderus, Du bist leider (wenn auch eigentlich eher am Rande) in diesen "erlauchten Kreis" gefallen :( Es nervt irgendwie, wenn immer gleich die "geht nicht Keule" herausgeholt wird. Du hast ja lediglich eine andere Speichermethode erwähnt. Soweit mir bekannt, rührt der vergleichsweise schlechte Wirkungsgrad aus der Tatsache, das bei der üblichen Verdichtung am Kompressor jede Menge el. Energie in weitgehend nutzlose Wärme gewandelt wird.

Sicher, es ist bezogen auf die Herkunft dieser "verschwendeten Energie" ein eher finanzielles Problem. Unterm Strich müssen dem "Verlustprozentsatz" entsprechend mehr WKA gebaut werden. Doch die brennen ja reihenweise tagtäglich ab, wie der Ebiker uns allen mit seinem Bildchen signalisieren möchte...

Sollte einleuchten, wenn man mit der generierten elektrischen Energie auf dieser Ebene bleibt, lässt sich diese recht problemlos "transportieren" Nicht von ungefähr war das massenhafte Einführen von Elektrizität und damit auch von E-Motoren, ein Grund für die damalige weitere industrielle Revolution. Eine "Killertechnologie" für die Dampfmaschinen, die dabei notwendigen mech. Transmissionen. Nicht die erste disruptive Technologie, welche nur noch wenige Anwendungen, bei denen über Dampf, mechanische und am Ende der Kette "auch" in elektrische Energie gewandelt wird. Alle fossilen Kraftwerke sind dieser recht aufwendigen Kette unterworfen.

Bei WKA wird mech. Energie in elektrische gewandelt. Es sollte wichtige Gründe geben, warum man diese wieder "nach unten" wandelt. Bei PV-Anlagen wird direkt el. Energie aus (bislang recht beschränktem Spektrum) Sonnenlicht gewandelt. Es liegt zumindest für mich auf der Hand, wo immer möglich sollte auch deren "Zwischenlager", auf dieser leicht in alle Formen "niedrigerer Energie" basieren.

Ein echter Geniestreich ist das Wandeln in chemische Energie. Zugegeben eine nicht so perfekte Wandelung, wie die Photosynthese, wie sie uns die "Natur" vormacht. Aber ein eigentlich idealer Zweig, in Anbetracht der Tatsache, das "wir" das mit heftigen Nebenwirkungen mit den fossilen Hinterlassenschaften schon seit geraumer Zeit tun.

Es ist der pure Unsinn, auch nur eine unnötige Wattsekunde über verlustbehaftete Leitungsnetze zu transferieren. Wenigstens 25% dieser Energie wird in Verluste gewandelt. Pure Physik, das dies so ist. Teuer und (auch wenn wir das gewohnt sind) nicht eben ein schönes "Kunstwerk", welches was das Aussehen angeht, in Masse jede Ansammlung von WKA übertreffen sollte. Dann besser gleich am Standort sinnvoll verwenden oder eben auf der selben Ebene speichern.

Wenn es tatsächlich gelingt das "Flusszellen-Auto" wie berichtet zu betreiben (NanoFlowCell), sollte es möglich sein, das auch ein derartiges Speichersystem die häusliche PV-Anlage ergänzt. "Lagerung" der el. Energie über Monate hinweg und das verlustfrei, wäre eine bislang nicht erreichte Steigerung der Effektivität. Nicht "statt" des Ortsnetztrafos, sondern ein / mehrere Speicher geeigneter Größe wären eine weitere Variante.

Siedlungen die in "autonomen Clustern" die dort notwendige Energie per PV wandeln, speichern und Überschüsse in die nächste Ebene abgeben, sind naturähnliche Gebilde. Dafür gibt es in D bereits gute Beispiele. Wer sich der natürlichen Energiedichte, welche auch vom geografischen Standort abhängt bewusst ist, wir in all den Fällen wo deutlich mehr Energie konzentriert benötigt wird, um ein "Stromnetz" wie es bereits existiert, nicht herumkommen. Nur bedeutend größer muss es dann nicht werden, wenn man die örtlich tatsächlich notwendige Energiemenge einbezieht. Mir ist völlig unverständlich, warum die lokale Kleinindustrie - das Handwerk usw. nicht ihre erheblichen Dachflächen für simple PV-Anlagen nutzt. Besonders dann nicht, wenn sich geeignete und dem Material nach wirklich preiswerte Speicher "anbieten". Ein von seiner Technologie so abhängiges Land wie D, sollte sich mit aller Kraft um die Führungsrolle bemühen.

Wer z.B. Afrika kennt, weiß ohne lange Diskussion, derart aufwendige Vernetzung wie im dichtbesiedelten D ist dort schlicht unbezahlbar. Die Kommunikation dort hat längst die "Verkabelung" als völlig ungeeignet hinter sich gelassen. Lediglich in Ballungszentren macht das durchaus noch Sinn. Als Maßstab für den Energietransfer allemal ein Denkansatz. Was fehlt sind preiswerte Speichersysteme, welche per "Container" vor Ort ohne Massen von nicht vorhandenen Fachkräften an- und auskommen. Klare Möglichkeit für ein Land, das immer noch am fossilen KFZ hängt, welche sich weltweit zum Ladenhüter entwickeln droht. Also eine Chance, die sich wohl am besten "verkaufen" lässt, wenn man sie zuerst im eigenen Hinterhof nutzt. Bei dem Siegeszug der PV, ging das (neben Japan) durchaus von D aus. Leider in D inzwischen derart verbürokratisiert und schlecht geredet, das uns alle anderen überholen. Die "Gigawattgrenze" wurde bereits in 2000 geknackt. Wann die "Terrawattgrenze" überschritten wird, dürfte noch einige Jahre dauern. In ca. 20 Jahren wurden bereits 2014 ~300 Gigawatt Photovoltaik-Leistung weltweit installiert.
Volker Quaschning hat geschrieben:Die jährlichen Steigerungsraten der gesamten weltweit installierten Photovoltaikleistung waren in den letzten 20 Jahren sehr hoch und lagen durchweg im zweistelligen Prozentbereich.

Deutschland stand bei der installierten Leistung lange Jahre mit Abstand vorne. Durch den Einfluss der Politik hat Deutschland diese Voreiterrolle inzwischen abgegeben.

Der deutsche Markt ist im internationalen Vergleich inzwischen nur noch von untergeordneter Bedeutung. :?

Andere Märkte wie China, Japan oder die USA entwickeln sich wesentlich dynamischer. Bereits im Jahr 2015 hat Deutschland seine Spitzenposition an China abgeben. Mittelfristig droht Deutschland damit den Anschluss zu den Spitzenländern bei der Photovoltaik zu verlieren.
Was noch fehlt, sind Speicher, welche in der Herstellung keine teuren Rohstoffe (welche ja auch nicht unbegrenzt verfügbar sind) benötigt und auch problemlos in "Serie" produzierbar sind. "Exoten" wie die hier angeführte geplante Großanlage sollten in einem vernünftigen Bukett ihren Platz haben. Als Ziel für eine Großproduktion scheinen sie mir eher ungeeignet. Im Anbetracht chinesischer Probleme (besonders wie sie die lösen !), sollten "wir" aufpassen, dass nicht auch diese Technologie dort in großem Stil produziert wird und dt. Forschungsergebnisse wieder einmal woanders Furore machen.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon Boraiel » Sa 24. Jun 2017, 12:06

Am einfachsten sollte es immer noch sein, wenn man einen Stromüberschuss aus erneuerbaren Energien nutzt, um Wasser bei bestehenden Stauseen hochzupumpen.
Ich weiß nicht, wie viel Verlust man bei der Leitung hat, aber es mag auch noch sinnvoll sein, dass in norwegischen Fjorden zu tun.
Sonst kann man natürlich auch dann die Autobatterien vollladen, aber ich glaub, sowas fällt kaum ins Gewicht.
Anderes stelle ich mir recht umständlich und nicht wettbewerbsfähig in der freien Markwirtschaft vor.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon Anderus » Sa 24. Jun 2017, 13:43

Die größte Chance, die Deutschland hat, wäre die 80 bis 90%'ige Umstellung der Transporte und des Straßen- und Schienenverkehrs, auf elektrische Energie. Abwegig ist das nicht. Die Bewegung durch elektrische Energie, war am Anfang wesentlich verbreiteter, als durch Verbrennungsmotoren. Kaum ein Problem, lässt sich nicht sinnvoll lösen, wenn es darum geht, die Mobilität weitestgehend auf elektrische Antriebe umzustellen.

Bei der Bahn, ist es fast schon ein Unding, das immer noch so viele Züge auf Verbrennungsmotoren laufen. In Bonn gab es den Oberleitungsbus, schon in den 50'iger Jahren. Es wäre also ein Leichtes, fast alle Busse, auf elektrisch umzustellen. Daneben gibt es erfolgreiche Tests, neben dem Oberleitungsbus, den es irgendwo im Ruhrgebiet immer noch geben soll, Oberleitungslastkraftwagen zu betreiben.

Insofern, ist das Redoxflow-System durchaus eine Hoffnung, immer weiter auf elektrisch umstellen zu können. Wollen wir also hoffen, das es ein Erfolg wird. Da es aber möglich ist, durch den immer weiteren Ausbau der Windkraftanlagen und der Photovoltaik, immer mehr Strom zu erzeugen, sehe ich Mangelbefürchtungen in Sachen elektrischer Energie, eher gelassen entgegen. Wir hatten schon Zeiten, da wurde soviel Energie erzeugt, das Deutschland, Energie in die Niederlande exportieren musste, und 25 Cent pro Kwh draufzahlen musste, damit die Niederländer diesen Strom abgenommen haben. Es ist völlig unerheblich, was Japan, USA oder China machen. Solange wir soviel Energie erzeugen können, das es dicke reicht, und teilweise verschenkt werden kann, wäre es an der Zeit, der Regierung ein dickes Danke Schön zu zollen.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon H2O » Sa 24. Jun 2017, 17:09

Anderus hat geschrieben:(24 Jun 2017, 14:43)

Die größte Chance, die Deutschland hat, wäre die 80 bis 90%'ige Umstellung der Transporte und des Straßen- und Schienenverkehrs, auf elektrische Energie. Abwegig ist das nicht. Die Bewegung durch elektrische Energie, war am Anfang wesentlich verbreiteter, als durch Verbrennungsmotoren. Kaum ein Problem, lässt sich nicht sinnvoll lösen, wenn es darum geht, die Mobilität weitestgehend auf elektrische Antriebe umzustellen.

Bei der Bahn, ist es fast schon ein Unding, das immer noch so viele Züge auf Verbrennungsmotoren laufen. In Bonn gab es den Oberleitungsbus, schon in den 50'iger Jahren. Es wäre also ein Leichtes, fast alle Busse, auf elektrisch umzustellen. Daneben gibt es erfolgreiche Tests, neben dem Oberleitungsbus, den es irgendwo im Ruhrgebiet immer noch geben soll, Oberleitungslastkraftwagen zu betreiben.

Insofern, ist das Redoxflow-System durchaus eine Hoffnung, immer weiter auf elektrisch umstellen zu können. Wollen wir also hoffen, das es ein Erfolg wird. Da es aber möglich ist, durch den immer weiteren Ausbau der Windkraftanlagen und der Photovoltaik, immer mehr Strom zu erzeugen, sehe ich Mangelbefürchtungen in Sachen elektrischer Energie, eher gelassen entgegen. Wir hatten schon Zeiten, da wurde soviel Energie erzeugt, das Deutschland, Energie in die Niederlande exportieren musste, und 25 Cent pro Kwh draufzahlen musste, damit die Niederländer diesen Strom abgenommen haben. Es ist völlig unerheblich, was Japan, USA oder China machen. Solange wir soviel Energie erzeugen können, das es dicke reicht, und teilweise verschenkt werden kann, wäre es an der Zeit, der Regierung ein dickes Danke Schön zu zollen.


Sie haben hier völlig Recht! Das linienmäßig betriebene Verkehrswesen könnte zumindest im Schienenbereich auf elektrische Antriebe umgestellt werden. Wenn man doch immer gleiche Wege befährt, schon durch Schienen bedingt!

Bei Verkehrsmitteln, die weniger festgelegt sind, gibt es doch auch andere Möglichkeiten als die Oberleitung. Im Grunde hätte man bei Verkehr mit Oberleitung nur vergessen, die Schienen zu verlegen... :) Ich baue da wirklich auf Wasserstoffantriebe, also Brennstoffzellen. Für Schwerfahrzeuge wird das sicher vernünftig sein. Abnsonsten träume ich noch immer von synthetischem Methangas, dem Windgas, obwohl es darum in den letzten Jahren wieder so still geworden ist. Da stimmt der Formfaktor wenigstens mit dem Transportmittel überein, und die Reichweite ist auch nicht der vorherrschende Juckepunkt. Ich halte Batterieautos für Otto Normalverbraucher für einen Irrweg. Otto Normalverbraucher sieht das auch so, denn der Schlingel kauft ganz einfach nicht, trotz vieler Förderungsversprechen. Selbstverständlich gibt es Nischen, wo batterieelektrische Antrieb sinnvoll sind... angefangen bei den Elektrofahrrädern, im Cityverkehr und in der Warenzustellung im Citybereich.

Ihrem Dank an die Bundesregierungen der letzten 20 Jahre schließe ich mich an. Die hatten wenigstens den Mut, endlich den wissenschaftlichen Empfehlungen zur Energiewende zu folgen mit großzügigen Förderungen und sicher auch schmerzhaften Einschnitten (Kohle, Atomkraft, Braunkohle, Öl- und Gaskraftwerke.). Wir sollten auch nicht vergessen, daß es ohne die unentwegten Ökofreaks bei den DIE GRÜNEN niemals diese Fortschritte gegeben hätte. Wie schlimm, daß diese Leute als politische Partei ihr Pfund derzeit so dumm für "Ehe für alle" und andere Abwegigkeiten vertun!
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon X3Q » Sa 24. Jun 2017, 17:22

Das eigentliche Problem ist der überbordende Individualverkehr.

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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon Anderus » Sa 24. Jun 2017, 17:54

H2O hat geschrieben:(24 Jun 2017, 18:09)
.... und die Reichweite ist auch nicht der vorherrschende Juckepunkt.


Doch, doch, die Reichweite ist schon entscheidend. Hier ist Phantasie gefragt. Es gibt einmal die Möglichkeit, alle hundert Kilometer, eine Schnelladestation zu errichten, wo man Sinnvolles während dem Ladevorgang erledigen kann, wie Sport, Einkaufen, Kino, Fitnisroom, Saunaclub, Restaurant, Leseraum, Diskussionsclubs, Internetcafes, Ruheräume, etc.. Dann gäbe es die Möglichkeit, die leere Batterie gegen eine Volle auszutauschen. (wie bei den Staplern) Dann gäbe es die Möglichkeit, die Fahrzeuge auf der Bahn, Huckepack mitzunehmen und während der Fahrt wieder aufzuladen.

Nun komme ich dann ins Schwärmen. Man könnte entlang den Autobahnen, ein Schienennetz verlegen, wo man dieses Huckepackverfahren bewerkstelligen könnte. Machbar ist Vieles. Es muss nur in Angriff genommen werden.

Ich halte Batterieautos für Otto Normalverbraucher für einen Irrweg.

Hatte ich oben schon beantwortet. Ich sehe das genau umgekehrt.

Otto Normalverbraucher sieht das auch so, denn der Schlingel kauft ganz einfach nicht, trotz vieler Förderungsversprechen.

Das größte Problem dürfte die teure Batterie sein. Hier müsste man mit Leasing oder Ausleihe, vernünftige Bedingungen schaffen. Man spart ja auch eine Menge, weil der Strombetrieb wesentlich billiger ist, als der Betrieb mit Verbrennungsmotoren.

Selbstverständlich gibt es Nischen, wo batterieelektrische Antrieb sinnvoll sind... angefangen bei den Elektrofahrrädern, im Cityverkehr und in der Warenzustellung im Citybereich.

Sehe ich genauso. Es ist also im Sinne des Threads, unablässig, jede Chance zu nutzen, dem Elektrofahrzeug zum Durchbruch zu verhelfen.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon H2O » Sa 24. Jun 2017, 18:22

X3Q hat geschrieben:(24 Jun 2017, 18:22)

Das eigentliche Problem ist der überbordende Individualverkehr.

--X


Das ist leider so; wenn ich noch an unsere persönlichen Transportwünsche in den 1950er Jahren denke: Fahrrad zur Arbeit, Charterbus zur Arbeit, zu Fuß zur Schule, Einkauf bei Tante Emma um die Ecke, Ferien bei Oma und Opa auf dem Lande, zu Fuß zur Badeanstalt... jahrein, jahraus. Da hat sich doch viel verändert. Kann sein, daß durch den Online-Handel der Individualverkehr zurück geht? Das Problem "Individualverkehr" muß sich über die Sinnlosigkeit von Stauzeiten und die Kosten des Verfahrens regeln. Danach sieht es doch schon heute aus.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon H2O » Sa 24. Jun 2017, 19:14

Anderus hat geschrieben:(24 Jun 2017, 18:54)

Doch, doch, die Reichweite ist schon entscheidend. Hier ist Phantasie gefragt. Es gibt einmal die Möglichkeit, alle hundert Kilometer, eine Schnelladestation zu errichten, wo man Sinnvolles während dem Ladevorgang erledigen kann, wie Sport, Einkaufen, Kino, Fitnisroom, Saunaclub, Restaurant, Leseraum, Diskussionsclubs, Internetcafes, Ruheräume, etc.. Dann gäbe es die Möglichkeit, die leere Batterie gegen eine Volle auszutauschen. (wie bei den Staplern) Dann gäbe es die Möglichkeit, die Fahrzeuge auf der Bahn, Huckepack mitzunehmen und während der Fahrt wieder aufzuladen.

An solche Möglichkeiten hatte ich auch schon gedacht; sie aber wieder verworfen, weil Infrastruktur dieser Art vermehrte Kosten nach sich zieht. Ihr Vorschlag kürzerer Tankabstände zöge gleich eine Vervielfachung von Infrastruktur nach sich (Geschätzt Faktor 4). Die Wartezeitangebote werden nicht kostenlos zu haben sein... schon heute sind die Bewirtungsbetriebe an der Autobahn "sauteuer". Ein doppelter Espresso kostet an der A20 um 4 €!

Die Austauschbatterie zieht ebenfalls erhöhte Infrastrukturkosten nach sich: Überall müßten genormte Batterien geladen werden und geladen vorrätig sein. 3 oder 4 Batterien je Auto, wenn die Reichweite nur 1/4 der heute üblichen Reichweite beträgt. Hinzu kommt eine Anzahl Batterien als Puffer für ausreichende Verfügbarkeit an jedem Ort. Ihr Gabelstapler bleibt ja im wesentlichen an dem Ort, wo auch seine Austauschbatterie bereit steht und geladen wird.

Die Huckpackmöglichkeit hatte ich schon vor Jahren mehrfach genutzt als Autoreisezug. Die DB und die italienische Staatsbahn hatten aber ihren Preis. Aus Norddeutschland nach Neapel in zwei Tagen, mit Hotel und Umladen in München. Durch einen Krankheitsfall vorzeitig zurück... ging nicht. Meine Frau mußte in Neapel einen Heimflug buchen, um ihrem Vater bei zu stehen. Ich mußte den vereinbarten Rückreisetermin für das Fahrzeug im Cilento absitzen. Das Angebot ist inzwischen ganz aus dem Programm genommen worden. War wohl doch zu unpraktisch und zu teuer, wenn man mit Flugreisen und Leihwagen vor Ort vergleicht.
Nun komme ich dann ins Schwärmen. Man könnte entlang den Autobahnen, ein Schienennetz verlegen, wo man dieses Huckepackverfahren bewerkstelligen könnte. Machbar ist Vieles. Es muss nur in Angriff genommen werden.

Ich hatte davon geträumt, daß dieser Huckepack mit Lastwagen und genormten Aufbauten möglich sein sollte. Aber die Deutsche Bahn bewältigt heute schon die Nachfrage nach Massentransporten nicht. Und dann ein neues Netz an der Autobahn, mit Be- und Entladeplätzen, Aufenthaltsorten für Fahrer... Das muß man bis zum bitteren Ende durchrechnen.
Hatte ich oben schon beantwortet. Ich sehe das genau umgekehrt.

Vielleicht konnte ich Ihnen die Hürden vergegegenwärtigen, die dann zu nehmen sind. Unser heutiger Individualverkehr ist deshalb so maßlos groß, weil er insgesamt wohl doch die praktischte Art und Weise ist, den persönlichen Transportwunsch ohne viele Planungsarbeit zu erfüllen.

Vielleicht bietet der Gedanke, am Ende von Bahnstrecken Elektrofahrzeuge geladen und fahrbereit vor zu halten, doch noch die Möglichkeit, unsere weiträumigeren Transportwünsche zu erträglichen Kosten zu erfüllen. Aber sicher bin ich mir dessen keineswegs!
Das größte Problem dürfte die teure Batterie sein. Hier müsste man mit Leasing oder Ausleihe, vernünftige Bedingungen schaffen. Man spart ja auch eine Menge, weil der Strombetrieb wesentlich billiger ist, als der Betrieb mit Verbrennungsmotoren.

Niemand hat etwas zu verschenken. Wenn man die Fahrzeugbatterie leiht, dann muß die Leihe einen Teil der Herstellungs- und Wartungskosten der Batterie enthalten und gegebenenfalls Kosten für die Wiederaufbereitung. Das Angebot kann man bei Renault nachlesen, und Toyota hat ein ähnliches Angebot für die Leihe oder die Batterie im Eigentum des Fahrzeughalters. Freudig gestimmte Luftsprünge werden Ihnen dazu nicht einfallen.
Sehe ich genauso. Es ist also im Sinne des Threads, unablässig, jede Chance zu nutzen, dem Elektrofahrzeug zum Durchbruch zu verhelfen.

Ja, da bleibt der Menschheit gar nichts anderes übrig, als immer weiter zu suchen und zu tüfteln, wenn wir als Menschheit nicht ganz erheblich zurück stecken wollen. Ich fürchte, daß es auf eine Mischung beider Notwendigkeiten hinaus laufen wird: Weniger und kostspieliger.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon Anderus » Sa 24. Jun 2017, 20:01

Jetzt sei mal nicht so pessimistisch. Natürlich verschlingen solche Investitionen Billionen von Euro. Hast Du mal überlegt, was es kostet, wenn wir mit den Verbrennungsmotoren so weiter machen? Warum sollte ein Schienennetz, binnen 30 Jahren, an den Autobahnen, nicht möglich sein? Man braucht doch nur, unter den Grünstreifen und den linken Fahrbahnen, Tunnels zu bauen, und die Züge dort fahren zu lassen.

Ja, ich bin auch schonmal mit dem Autoreisezug, von München bis nach Rimini gefahren. Es war ein Erlebnis, aber sowas von ineffektiv und unüberlegt, das man schon ins Lachen kam. Ja, es stimmt, das größte Problem, war der Energieverbrauch. Das könnte sich aber schlagartig ändern, wenn man die Bahn, grundsätzlich nur noch mit alternativen Energien betreiben würde. Und das Ver- und Entladen, nach den Regeln der Intelligenz, so optimieren würde, das der ganze Vorgang in weniger als einer Minute abgeschlossen ist. (Würde ich mir sogar zutrauen, eine solche Anlage zu konstruieren.)

Das Problem der Batterien, ist das Lithium. Es gibt nicht genug davon auf der Erde. Man sollte versuchen, aus Deuterium, Lithium herzustellen. Sollte es aber möglich sein, das wir in Deutschland ein Huckepacknetz bekommen, wo kaum noch ein Auto, weiter als 20 Kilometer zum nächsten Bahnhof fahren muss, könnte man auch andere Stoffe, als Lithium verwenden. Denkbar wäre auch eine Kombination von Lithium und anderen Stoffen. Wie sagte Herr Zeppelin so schön? "Man muss wollen, können und hoffen, dann wird es auch gelingen."
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon H2O » Sa 24. Jun 2017, 21:28

Anderus hat geschrieben:(24 Jun 2017, 21:01)

Jetzt sei mal nicht so pessimistisch. Natürlich verschlingen solche Investitionen Billionen von Euro. Hast Du mal überlegt, was es kostet, wenn wir mit den Verbrennungsmotoren so weiter machen? Warum sollte ein Schienennetz, binnen 30 Jahren, an den Autobahnen, nicht möglich sein? Man braucht doch nur, unter den Grünstreifen und den linken Fahrbahnen, Tunnels zu bauen, und die Züge dort fahren zu lassen.

Dieser Vergleich scheint mir aber sehr gewagt zu sein! Umweltschäden durch Verbrennungsmotoren gegen Umweltverschonung durch gewaltige Bauwerke... das sind ja nicht nur harmlose Schienenstränge, die auf dem Standstreifen verlaufen. Da gibt es große Querungen und Umladestationen mit Parkplätzen. Ein Riesenprojekt. Ich muß oft auf dem Wege nach Westpommern von Bremen auf der A1 bis Lübeck fahren, und danach auf die A20 bis zur B110 nach Anklam und Usedom wechseln bis Kamień Pomorski... Und dazu stelle ich mir dann ein Huckepacksystem vor. Ich bin überzeugt, das Projekt scheitert an den Baukosten. Die Frage ist ja nicht, ob wir uns umbringen durch unvernünftigen Umgang mit Verbrennungsmotoren, und die Rettung ist dann das verbesserte Verkehrssystem. Auch das Projekt vernichtet Umwelt und kostet menschliche Arbeitskraft zusätzlich. Da liegt der Verzicht auf diese Transportleistung näher, und umweltschonender geht es dann kaum noch.

Ja, ich bin auch schonmal mit dem Autoreisezug, von München bis nach Rimini gefahren. Es war ein Erlebnis, aber sowas von ineffektiv und unüberlegt, das man schon ins Lachen kam. Ja, es stimmt, das größte Problem, war der Energieverbrauch. Das könnte sich aber schlagartig ändern, wenn man die Bahn, grundsätzlich nur noch mit alternativen Energien betreiben würde. Und das Ver- und Entladen, nach den Regeln der Intelligenz, so optimieren würde, das der ganze Vorgang in weniger als einer Minute abgeschlossen ist. (Würde ich mir sogar zutrauen, eine solche Anlage zu konstruieren.)

Einverstanden; dieses Angebot war technisch nicht besonders geschickt. Praktisch ein Güterzug für Autotransporte und ein Personenzug mit Schlafwagen für die Fahrgäste zusammen gekoppelt. Praktisch Null Investition. Und dennoch nicht kostendeckend zu betreiben, bei hohen Kosten für die Nutzer des Angebots. Ich bin bei Fernreisen (in Europa) am Ende auf das Flugzeug umgestiegen, mit leichtem Gepäck und Katerchen in der Katzentasche. Leihwagen und Ferienhäuschen vor Ort. War auch nicht teurer, aber schneller.

Das Problem der Batterien, ist das Lithium. Es gibt nicht genug davon auf der Erde. Man sollte versuchen, aus Deuterium, Lithium herzustellen. Sollte es aber möglich sein, das wir in Deutschland ein Huckepacknetz bekommen, wo kaum noch ein Auto, weiter als 20 Kilometer zum nächsten Bahnhof fahren muss, könnte man auch andere Stoffe, als Lithium verwenden. Denkbar wäre auch eine Kombination von Lithium und anderen Stoffen. Wie sagte Herr Zeppelin so schön? "Man muss wollen, können und hoffen, dann wird es auch gelingen."

Ich hatte zwei Beiträge zuvor schon gemeint, daß die Batterielösung kaum für den Massenmarkt geeignet sein wird, ganz abgesehen von den Voraussetzungen einer Infrastruktur... und daß dennoch bestimmte Transportleistungen nicht erfüllt werden können. Eine davon habe ich soeben erklärt in Sachen Huckepack-Verkehr. Die Seltenen Erden sind ein weiterer Grund dafür.

Ich tippe auf einen Mix von Verzicht durch Umstellung unserer Lebensweise, und auf gaaanz kleine Brötchen, die uns dann noch bleiben. Und liebäugele mit synthetischem Methan aus Windkraft als universellem Brennstoff für Antriebe und Heizungen.. Aber das ist nur eine Hoffnung.

Aber: Über unser Gespräch über die liebe Autofahrerei ist doch ganz das großartige Redoxflow-Projekt in den Hintergrund geraten. Da werden doch Hoffnungen geweckt, daß zumindest erst einmal bei der Stromversorgung ganzer Landschaften eine unterbrechungsfreie Stromversorgung von Gewerbe und Haushalten aus Naturstrom möglich sein wird... schon ganz ohne synthetisches Methan.
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Re: EWE baut weltgrößte Redoxflow-Batterie

Beitragvon Anderus » So 25. Jun 2017, 08:17

H2O hat geschrieben:(24 Jun 2017, 22:28)

Aber: Über unser Gespräch über die liebe Autofahrerei ist doch ganz das großartige Redoxflow-Projekt in den Hintergrund geraten. Da werden doch Hoffnungen geweckt, daß zumindest erst einmal bei der Stromversorgung ganzer Landschaften eine unterbrechungsfreie Stromversorgung von Gewerbe und Haushalten aus Naturstrom möglich sein wird... schon ganz ohne synthetisches Methan.


Sehe ich anders. Die Diskussion darüber, was anschließend mit der Energie gemacht werden soll, ist genauso wichtig und zum Thema gehörend, wie das eigentliche Ausgangsthema selber. Stell Dir mal vor, man könnte durch das R-Verfahren, Energie erzeugen, hätte aber kaum Autos und Infrastruktur, womit man sie nutzen könnte? Erschwerend könnte hinzukommen, so wie die Grünen das wollen, das Verbrennungsmotoren, weitestgehend abgeschafft würden. Und an einer Stromversorgung für Haushalte und Gewerbe, die Flächendeckend durch Ökostrom versorgt wird, sind wir noch Jahrzehnte entfernt. Allerdings, ist es dort wesentlich einfacher, auf Ökostrom umzustellen, als im Transport und Verkehrswesen.


Dieser Vergleich scheint mir aber sehr gewagt zu sein! Umweltschäden durch Verbrennungsmotoren gegen Umweltverschonung durch gewaltige Bauwerke... das sind ja nicht nur harmlose Schienenstränge, die auf dem Standstreifen verlaufen. Da gibt es große Querungen und Umladestationen mit Parkplätzen. Ein Riesenprojekt. Ich muß oft auf dem Wege nach Westpommern von Bremen auf der A1 bis Lübeck fahren, und danach auf die A20 bis zur B110 nach Anklam und Usedom wechseln bis Kamień Pomorski... Und dazu stelle ich mir dann ein Huckepacksystem vor. Ich bin überzeugt, das Projekt scheitert an den Baukosten. Die Frage ist ja nicht, ob wir uns umbringen durch unvernünftigen Umgang mit Verbrennungsmotoren, und die Rettung ist dann das verbesserte Verkehrssystem. Auch das Projekt vernichtet Umwelt und kostet menschliche Arbeitskraft zusätzlich. Da liegt der Verzicht auf diese Transportleistung näher, und umweltschonender geht es dann kaum noch.


Auch das ist mir zu pessimistisch. Bauwerke, wenn sie gut gemacht werden, sind immer eine Bereicherung für die Umwelt. Ein Schienennetz entlang der Autobahnen, müsste dort schon fast als ideal angesehen werden, insbesondere, wenn die Züge ökologisch elektrisch betrieben werden.

Ich ärgere mich jedesmal über die Flächenverschwendung von Autobahnkreuzen. Wäre es da nicht sinnvoller, man würde statt dessen, dort ganze Städte aufbauen, mit Industriegebieten und Bahnhöfen unmittelbar an den Autobahnen, mit Geschäftsvierteln, die an die Industriegebiete anschließen, die dann wiederum in Wohnsiedlungen auslaufen, und umrandet werden von Windkraftwerken, die unterstützt werden von flächendeckenden Photovoltaikdächern und einigen Redoxflow Anlagen. Könnte das nicht die Stadt der Zukunft werden?

Auch die Autobahnkreuze, könnte man wesentlich anders bauen. Man könnte die Strecken auf Seitenarmen kreuzungsfrei weiterlaufen lassen. Dann könnte man die inneren "Ohren", die ausschließlich für den Autobahnverkehr belassen werden, durch Äußere "Ohren" ergänzen, die den Einlass in die Stadt ermöglichen.

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