Aus Exkrementen wird Biosprit

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Ebiker
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Aus Exkrementen wird Biosprit

Beitragvon Ebiker » So 6. Nov 2016, 11:56

jetzt machen die doch Gold draus

http://newatlas.com/mimic-nature-sewage-oil/46260/

wäre doch genial wenn unsre Exkremente zu Biofuel würden. Immer verfügbar, billiger Rohstoff, bisherige Infratruktur nutzbar. Hoffentlich wird das wirtschaftlich.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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immernoch_ratlos
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Re: Aus Exkrementen wird Biosprit

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 7. Nov 2016, 20:18

Nix neues - das die Amis / Kanadier das nun (endlich) auch entdeckt haben ist womöglich bemerkenswert. :D

Mit wahlweise "Scheiße zu Energie" - "Kacke zu Energie" - oder etwas vornehmer "Exkremente zu Energie" findet sich jede Menge Anrüchiges im WEB hier ein kleiner Auszug :

Aus Scheiße Strom machen | Telepolis - Heise Online

Kuhscheiße in Energie/Strom verwandeln - RaidRush:Board

Fäkalien: Aus Scheiße Gold machen · DRadio Wissen

Braune Energie: Strom aus dem Klo | GREENALITY MAGAZIN

Scheiss-Idee oder Innovation: Briten machen Bio-Gas aus Fäkalien ...

Sauberes Wasser und Strom aus Fäkalien: Bill Gates nimmt Kostprobe

Speichersdorf will aus Scheiße Geld machen | Nordbayerischer Kurier

(Strom) aus Scheiße (Landwirtschaft,Kanalisation) - energie ...

Daran ist nun wirklich nix neues. Hier noch ein paar Einzelheiten - was ein Glück, dass das Internet noch geruchsfrei funktioniert :rolleyes:
Quelle hat geschrieben:Dass die Ausscheidungen von Tier und Mensch reich an Nährstoffen sind, weiß man schon lange. Schließlich werden Mist und Gülle nicht umsonst vielerorts zum Düngen von Feldern eingesetzt. Und nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO scheidet auch jeder von uns im Durchschnitt 4,5 Kilogramm Stickstoff und 548 Gramm Phosphor pro Jahr als Kot und Urin aus – wertvolle Nährstoffe, die für das Pflanzenwachstum wichtig sind.

Aber das ist noch nicht alles: Der menschliche Kot ist wegen seines hohen Anteils an organischem Material auch sehr energiereich. Wie viel Energie im Kot steckt und wie man ihn sinnvoll nutzen könnte, statt ihn einfach ins Klo zu spülen, haben nun Forscher des Institute for Water, Environment and Health der UN University untersucht. "Wir recyceln zwar die Nährstoffe aus menschlichen Ausscheidungen in der Landwirtschaft, aber der potenzielle Energiewert unseres Kots wurde bisher außer Acht gelassen", sagt Ko(t)autor :) Chris Metcalfe.

Genug Strom für 138 Millionen Haushalte
Wie sich zeigt, hat unser Kot es tatsächlich in sich: Tun sich Bakterien daran gütlich, bauen sie die enthaltenen komplexen organischen Moleküle in brennbare Gase ab - Biogas. Würde man den jährlich von allen Menschen ausgeschiedenen Kot als Ausgangsstoff für Biogas nutzen, ließe sich damit genügend Energie erzeugen, um Strom für 138 Millionen Haushalte zu gewinnen, wie die Forscher vorrechnen. :eek: Das entspricht der Menge der Haushalte in Indonesien, Brasilien und Äthiopien zusammen.

Und das, was nach der Biogaserzeugung von unserem Kot übrig bleibt, enthält ebenfalls noch reichlich Energie: Getrocknet und verkohlt enthält der Kot rund 25 Megajoule pro Kilogramm an Energie – und damit ähnlich viel wie Holz- oder Steinkohle. Ebenso wie sie kann dieser trockene Rest als Brennstoff verfeuert werden – und damit Holz oder fossile Brennstoffe ersetzen.


Was ich nicht herausfinden konnte, ist "Edelgülle" (das ist das Zeug nach der Behandlung) weniger Stickstoff / Nitrat enthält ....
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Welfenprinz
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Re: Aus Exkrementen wird Biosprit

Beitragvon Welfenprinz » Mo 7. Nov 2016, 20:30

Die Biogasgesetzgebung in Deutschland hat die Rahmenbedingungen schon dahingehend geändert.
Wenn die 20 jährigen Verträge der jetzigen BGAs abgelaufen sind -also im wesentlichen um 2025-wird nur noch die Verwertung von “sekundärrohstoffen“ rentabel sein.
Die Gestaltung des EEG von 2003 war verantwortlich dafür,dass Hauptfrüchte rentabel für BGAs angebaut werden konnten(Tank statt Teller Diskussion). Das wird bzw wurde jetzt korrigiert.
Neue Anlagen bauen eigentlich nur noch Viehhalter,die ihre Gülle als Substrat verwenden.

Nein,bei der Biogasgrwinnung wird fast nur chemische Energie aus dem Ausgangsmaterial entzogen. Die Stoffe -der Düngewert- bleiben zu über 90% erhalten.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Aus Exkrementen wird Biosprit

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 8. Nov 2016, 22:03

@ Welfenprinz Danke für die Info - ist nicht ganz leicht dazu etwas "verbindliches" zu finden - so als Laie sowieso... :)

Was all der Blödsinn angeht, Nahrungsmittel als Biogas zu verschwenden, wurde es Zeit für eine Veränderung. Es mag ja Flächen geben, wo irgendwelche "geeignete Pflanzen" ohne Konkurrenz zu Lebensmittel wachsen mögen, aber das ist leider wie ein Aufruf zum "überall so". Ob man das jeweils erkennt bevor es derart ausufert, ist sicher nur schwer zu beantworten. Vermutlich fallen Landwirte besonders oft, dem "Schweinezyklus" zum Opfer. Ich hab das bei Nachbarn mitbekommen, kaum war einer mit irgendwelchen "Sonderkulturen" erfolgreich, versuchten sofort im nächsten Jahr, es ihm alle gleichzutun und schon war das Produkt, weil nun im Überfluss "am lokalen Markt" - deutlich weniger wert... :dead:

Werden dagegen "Sekundärrohstoffe" - Gülle - Kacke und was es da noch in "ausreichenden Mengen" geben mag, genutzt, dürfte das durchaus neben den Lösungen für "Drittweltländern" auch für "uns" attraktiv sein. An einer kompletten Recyclingwirtschaft führt zumindest langfristig kein Weg vorbei. Da gäbe es sicher auch noch halbwegs lukrative Felder. Leider wird es bei allen Entwicklungen unvorhersehbare "Überschwinger" geben. Das ließe sich mit einer "eingebauten Flexibilität" sicher auch verhindern. Leider funktioniert das politisch selten so.

Monopole wie z.B. der des DSD (Mülltrennung) führt leider zu keinerlei weiteren Entwicklung (zumindest wird diese massiv behindert) - längst könnte Müll komplett vermischt in bereits existierenden (speziellen) Müllverwertungsanlagen sehr detailliert getrennt und wie auch immer "weiter verwertet" werden. Auch so ein Feld wo recht komplexes Wissen erforderlich wäre. Daher ist : "Mechanisch-biologische und Stoffspezifische Abfallbehandlung (MBA)" PDF-Download (startet automatisch) womöglich auch nicht der Weisheit letzter Schluss.
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Re: Aus Exkrementen wird Biosprit

Beitragvon Welfenprinz » Di 8. Nov 2016, 22:32

“verbindlich“ ist das,was ich geschildert habe auch nicht. :)
Energiepolitik,insbesondere die regenerativen Energien,sind nun mal fast kein Markt und fast nur politische Gestaltung.
Sprich ,wenn sich morgen die politischen Rahmenbedingungen ändern ,ein AKW explodiert,Putin schlechten Sex hatte oder alle Chinesen im selben Moment von einem Stuhl springen,ist das von mir geschilderte schon wieder Makulatur. :)

Biogaserzeugung hat ursprünglich,als es noch in der Freak-und Bastlerszene angesiedelt war,ausschlieslich auf “Sekundärrohstoffen“ basiert. Irgendein Schweizer Bergbauer ,der heute ne Firma für Mini-BHKWs hat,hat die Jauchegrube luftdicht gemacht,die Methangärung abgewartet und den Küchenherd dran angeschlossen. Im nächsten Schritt dann einen ausrangierten Pandamotor + Generstor und seinen Strom erzeugt.
So waren überall die Anfänge.
In den 90 ern gabs mal begrenzt Forschungsgelder für -etwas grössere Pilotanlagen-und aus die daraus gewonnenen Daten waren dann die Grundlage für die Ausgestaltung des EEG 2002.
Von politischer Seite gab es ein Interesse an Ausweitung -Sekundärrohstoffe allein bilden nur eine mengenmässig kleine Grundlage- und von landwirtschaftlicher Seite wurde nach jahrelang desaströsen Preisen jeder Strohhalm ergriffen. Diese quasi “unheilige“ Allianz führte zu dem Hauptfruchtanbau für die BGAs.

Gut,es ist erkannt und korrigiert. Im Gesamtkomplex Energiewende werden die Kosten für die 8000 BGAs in Deutschland irgendwann mal als peanuts abgeheftet werden. :)
Nun also back to the roots,zur Scheisse.
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Re: Aus Exkrementen wird Biosprit

Beitragvon immernoch_ratlos » Mi 9. Nov 2016, 10:08

Nun ja, ab sofort gibt es wenigstens den menschengemachten Klimawandel nicht (mehr) Donald ist nun Präsi der USA und wird alles dran setzen das dies nun die Runde macht.

Trump leugnet Klimawandel - und "wäre" damit auf der Weltbühne allein Das "wäre" kann man nun streichen. Was der alles gesagt hat ist nun Makulatur - ein Blick in die Augen seiner begeisterten Follower und man kann sich vorstellen was aus allen wird die jetzt noch "wider den Stachel löcken". :eek:

Hier zwei Kostproben aus dem o.g. Link :
Das Konzept der globalen Erwärmung wurde von und für die Chinesen geschaffen, um die verarbeitende Industrie der USA wettbewerbsunfähig zu machen», twitterte Trump 2012.


Er hat auch kaltes Winterwetter als Beweis dafür angeführt, dass die Erde sich nicht wirklich erwärme. «Das ganze Land FRIERT - wir brauchen dringend eine starke Dosis von globaler Erwärmung, und schnell», hieß es in einem Tweet, den er 2014 während eines Schneesturmes postete.


Womöglich kann man ja auch aus der Schei... die von den "menschengemachtenkliwandelgibtesnicht Spezialisten" produziert wird, in reine Energie umwandeln :?
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Re: Aus Exkrementen wird Biosprit

Beitragvon Occham » Mi 9. Nov 2016, 10:33

also wenn ich zwischen Scheisse und "sauberer Atomenergie" wählen müsste, dann entscheide ich mich für die Scheisse. Das erspart mir das schlechte Gewissen eines Atomreaktors :rolleyes: der jederzeit explodieren könnte...
Große Dinge haben kleine Ursachen.
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Re: Aus Exkrementen wird Biosprit

Beitragvon Karl Napp » Mo 12. Dez 2016, 20:56

Dass Fäkalien Methan abgeben ist wirklich nichts Neues. Wird seit Jahrzehnten in Klärwerken angewendet. Während des 2.Weltkrieges fuhren in England PKW’s mit Hühnerkot, weil das Benzin für die Air-Force gebraucht wurde. (Kein Witz, wurde von Veteranen aus der Zeit bestätigt) Dann gab es noch einen Boi-Bauern Namens Böse in Norddeutschland, der – ich weiß nicht wie – das Methangas aus seinen Ställen auffing, damit sowohl den Hof als auch seinen Trecker heizte. Also den Trecker mit Methan fuhr. Er wurde aber ziemlich sauer, weil – wenn er mit den Trecker über öffentliche Straßen fuhr, Steuern abgeben sollte. „Ich versteuere doch nicht meinen eigenen Mist!“, fluchte er damals. Wurde in den 90ern im ZDF veröffentlicht.
Nur … heute?! CO² Ausstoß, zu erwartende steigende Ölpreise, regenerative Energie?! Man sollte noch mal darüber nachdenken. Auch wenn es anfangs stinkt! In Youtube gib es ein paar mehr oder weniger brauchbare Anweisungen, wie man so was basteln könnte …
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

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