Wird Italien jemals sein Müllproblem lösen (können)?

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Ultra-tifosi
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Wird Italien jemals sein Müllproblem lösen (können)?

Beitragvon Ultra-tifosi » Mi 4. Nov 2015, 21:16

Meine Frage; wie kriegt Italien sein Müllproblem in den Griff?
Ich bin im Grunde ein richtiger Italienfan und fahre auch praktisch jedes Jahr nach Italien. Und man kann das Problem einfach nicht mehr ignorieren. Kampanien, insbesondere die Region Neapel-Nola-Caserta ist ein einziges Giftloch, wo Tausende Tonnen von Giftmüll unter-und oberirdisch lagern und die ganze Region verseuchen.
Die Krebsrate ist dreimal so hoch wie im Italienischen Durchschnitt. Auf dem Giftmüll wird leider immer noch Gemüse und Obst angebaut (Die Region Neapel ist ja eine der fruchbarsten Regionen Italiens) und teilweise inzwischen bei Zulieferern mit Obst und Gemüse aus anderen italienischen Regionen vermischt, weil niemand mehr Landwirtschaftserzeugnisse aus Kampanien kaufen will. Nebenbei werden jedes Jahr tausende von Müllbergen angezündet, die die leidgeplagte Bevölkerung noch zusätzlich zum verseuchten Grundwasser abbekommt.

Das visuelle Problem der überquillenden Mülleimer und Container in der Stadt selbst sowie die Autoraststätten, die zu Deponien umzufunktioniert wurden, sind dabei höchstens die Spitze des Eisberges.

Und leider beschränkt sich das Problem nicht nur auf Neapels Großraum, sondern kommt inzwischen auch in der Region um Prato (Toskana) in Norditalien vor.

An dieser Stelle muss man sagen, dass das alles keine Werke von einer völlig umweltuniteressierten Bevölkerung sind, sondern von einer hochgradig gut organisierten und kriminellen Organisation (Camorra), die die eigentlichen Herrscher Neapels sind und Politik, Wirtschaft & Polizei komplett durchsetzt haben...

Wer also das Müllproblem lösen will, muss einen Weg mit der Camorra finden.
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H2O
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Re: Wird Italien jemals sein Müllproblem lösen (können)?

Beitragvon H2O » Fr 6. Nov 2015, 12:06

Ultra-tifosi » 2015-11-04, 22:16 hat geschrieben:Meine Frage; wie kriegt Italien sein Müllproblem in den Griff?
Ich bin im Grunde ein richtiger Italienfan und fahre auch praktisch jedes Jahr nach Italien. Und man kann das Problem einfach nicht mehr ignorieren. Kampanien, insbesondere die Region Neapel-Nola-Caserta ist ein einziges Giftloch, wo Tausende Tonnen von Giftmüll unter-und oberirdisch lagern und die ganze Region verseuchen.
Die Krebsrate ist dreimal so hoch wie im Italienischen Durchschnitt. Auf dem Giftmüll wird leider immer noch Gemüse und Obst angebaut (Die Region Neapel ist ja eine der fruchbarsten Regionen Italiens) und teilweise inzwischen bei Zulieferern mit Obst und Gemüse aus anderen italienischen Regionen vermischt, weil niemand mehr Landwirtschaftserzeugnisse aus Kampanien kaufen will. Nebenbei werden jedes Jahr tausende von Müllbergen angezündet, die die leidgeplagte Bevölkerung noch zusätzlich zum verseuchten Grundwasser abbekommt.

Das visuelle Problem der überquillenden Mülleimer und Container in der Stadt selbst sowie die Autoraststätten, die zu Deponien umzufunktioniert wurden, sind dabei höchstens die Spitze des Eisberges.

Und leider beschränkt sich das Problem nicht nur auf Neapels Großraum, sondern kommt inzwischen auch in der Region um Prato (Toskana) in Norditalien vor.

An dieser Stelle muss man sagen, dass das alles keine Werke von einer völlig umweltuniteressierten Bevölkerung sind, sondern von einer hochgradig gut organisierten und kriminellen Organisation (Camorra), die die eigentlichen Herrscher Neapels sind und Politik, Wirtschaft & Polizei komplett durchsetzt haben...

Wer also das Müllproblem lösen will, muss einen Weg mit der Camorra finden.


Dieser Jammer ist aber eine rein italienische
Angelegenheit. Italien ist ein europäischer
Staat mit allen Hoheitsrechten. Dessen Innen-
politik muß die italienische Gesellschaft selbst
gestalten.


Fast bin ich sicher, daß diese kriminelle Müll-
wirtschaft gegen Gemeinschaftsregeln der EU
vestößt. Da müsste also die Abhilfe organi-
siert werden, vielleicht mit Fristsetzung und
Strafandrohung. Nur: Machen müssen die
Italiener schon selbst!

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