Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

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yogi61
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon yogi61 » Fr 7. Okt 2016, 09:20

Der Bundesregierung droht nach SPIEGEL-Informationen massiver Ärger mit der EU-Kommission. Nach Angaben von Mitarbeitern der Brüsseler Behörde ist inzwischen "hochwahrscheinlich", dass Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland und mehrere andere Länder im Zusammenhang mit der VW-Affäre eröffnet werden. Zugleich zeichnet sich ab, dass die Kommission mit einem weitreichenden Vorstoß zur strikteren Kontrolle der Autohersteller scheitern wird.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/vw-s ... 15546.html

Mal sehen, was dabei raus kommt.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Kibuka » Sa 22. Okt 2016, 09:27

Die deutsche Regierung will weiterhin den Diesel steuerlich begünstigen. Absolut 0 Einsehen. Wie dumm können Politiker eigentlich sein?
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Sa 22. Okt 2016, 09:59

Politiker werden sich in Sachen "Verstand" nicht wesentlich vom Rest unserer Mitbürger unterscheiden; allenfalls plagt Politiker ein überhöhtes Geltungsbedürfnis oder ihr Sendungsbewußtsein! Niemand wird ja in die Politik gedrängt; das Gedränge erzeugen sie von ganz allein. Nach uns die Sintflut!
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Sa 22. Okt 2016, 10:12

yogi61 hat geschrieben:(07 Oct 2016, 10:20)

Der Bundesregierung droht nach SPIEGEL-Informationen massiver Ärger mit der EU-Kommission. Nach Angaben von Mitarbeitern der Brüsseler Behörde ist inzwischen "hochwahrscheinlich", dass Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland und mehrere andere Länder im Zusammenhang mit der VW-Affäre eröffnet werden. Zugleich zeichnet sich ab, dass die Kommission mit einem weitreichenden Vorstoß zur strikteren Kontrolle der Autohersteller scheitern wird.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/vw-s ... 15546.html

Mal sehen, was dabei raus kommt.


Das wird vermutlich ein sehr grundsätzlicher Streit: Entweder übernimmt die EU die technische Zulassung von Fahrzeugen mit der Verantwortung für die technischen Angaben, oder jeder EU-Partner hat ein eigenes Zulassungsverfahren für seinen Verantwortungsbereich. Dann aber wirklich auch jeder mit Verantwortung!

Unsere Erfahrung ist doch, daß selbst auf höchster Ansehensstufe ganz bewußt betrogen wird, daß also auf den Hersteller nur dann Verlaß ist, wenn er öffentliche Kontrollen fürchten muß.

Weiterhin wissen wir, daß der Filz von Herstellerfirmen, Fachpresse und Politik schier undurchdringlich angelegt ist, so daß der Verbraucher von deren Seite mutwillig getäuscht wird. Deshalb können diese Stellen eingespart werden mit Ausnahme des Herstellers. Vielleicht wäre eine EU-Prüfstelle sinnvoll, die von allen Seiten beäugt und kontrolliert wird: Verbraucherverbände, Politik, Medien...
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Kibuka » Sa 22. Okt 2016, 10:44

H2O hat geschrieben:(22 Oct 2016, 10:59)

Politiker werden sich in Sachen "Verstand" nicht wesentlich vom Rest unserer Mitbürger unterscheiden; allenfalls plagt Politiker ein überhöhtes Geltungsbedürfnis oder ihr Sendungsbewußtsein! Niemand wird ja in die Politik gedrängt; das Gedränge erzeugen sie von ganz allein. Nach uns die Sintflut!


Wie auch immer. Ich bezeichne diese Leute als dumm. Wer den Diesel mit 20 Cent an der Tankstelle steuerlich bevorteilt, obwohl Dieselkraftstoff energiereicher ist, darf sich nicht wundern, wenn jeder zweite Bürger mit einem Diesel unterwegs ist.

Und wer keine realitätsnahen Abgasmessungen durchführt und sich dann wundert, wenn Diesel in der Praxis zehnmal mehr Stickoxide ausstoßen, darf sich nicht wundern, wenn Autohersteller nach Strich und Faden bescheißen.

Das ist Politikversagen im großen Stil. Und mit erheblichen Schäden für Bürger und Industrie. VW muss nun gewaltige Strafzahlungen leisten. Die deutsche Automobilindustrie hat auf eine tote Technologie im Auto gesetzt.

Und die Verantwortung für diese Misere tragen einzig und allein deutsche Politiker.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Sa 22. Okt 2016, 11:03

Kibuka hat geschrieben:(22 Oct 2016, 11:44)

Wie auch immer. Ich bezeichne diese Leute als dumm. Wer den Diesel mit 20 Cent an der Tankstelle steuerlich bevorteilt, obwohl Dieselkraftstoff energiereicher ist, darf sich nicht wundern, wenn jeder zweite Bürger mit einem Diesel unterwegs ist.

Und wer keine realitätsnahen Abgasmessungen durchführt und sich dann wundert, wenn Diesel in der Praxis zehnmal mehr Stickoxide ausstoßen, darf sich nicht wundern, wenn Autohersteller nach Strich und Faden bescheißen.

Das ist Politikversagen im großen Stil. Und mit erheblichen Schäden für Bürger und Industrie. VW muss nun gewaltige Strafzahlungen leisten. Die deutsche Automobilindustrie hat auf eine tote Technologie im Auto gesetzt.


Uns eint die Empörung über den bewußten Betrug durch ein an sich sehr angesehenenes Unternehmen. Das ist erst einmal ganz gewöhnlicher und geplanter Betrug, nur daß die Beteiligten offenbar nicht behandelt werden wie kleine schmierige Betrüger. Gesellschaftliches Versagen. Politik, na ja, die waren vielleicht sogar selbst nicht ganz ahnungslos... Aufsichtsrat.

Warum hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Piech aus heiterem Himmel plötzlich kein Vertrauen mehr zu Herrn Winterkorn? Wer da nichts ahnt, dem kann niemand eine Verschwörungstheorie andienen... :D Kann natürlich sein, daß Piech als einzigem Techniker im Aufsichtsrat etwas aufgefallen ist. Gewerkschafter, Politiker, alle ahnungslos und rastlos um unser Wohl bemüht!

Merkwürdig, daß nicht Menschen im Knast landen, sondern Unternehmen mit Geldzahlungen dafür einstehen müssen, was ihre Angestellten mutwillig verzapft haben.

Über die Technik will ich mir kein Urteil anmaßen; möglicherweise geht da etwas, wovon ich nicht wissen kann. Nur sollte Betrug kein Mittel im Wettbewerb der Technologien sein dürfen. Da liegt aus meiner Sicht das größere Fehlverhalten... Wettbewerber letztlich dumm aussehen lassen, weil die den Fortschritt nicht auf die Reihe bringen... weil sie nicht ganz so frech betrügen wollten. So verhindert man den Fortschritt auch. Eine Riesenschweinerei! Dafür gehört ganz richtig Knast!
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Kibuka » Sa 22. Okt 2016, 21:17

H2O hat geschrieben:(22 Oct 2016, 12:03)

Uns eint die Empörung über den bewußten Betrug durch ein an sich sehr angesehenenes Unternehmen. Das ist erst einmal ganz gewöhnlicher und geplanter Betrug, nur daß die Beteiligten offenbar nicht behandelt werden wie kleine schmierige Betrüger. Gesellschaftliches Versagen. Politik, na ja, die waren vielleicht sogar selbst nicht ganz ahnungslos... Aufsichtsrat.

Warum hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Piech aus heiterem Himmel plötzlich kein Vertrauen mehr zu Herrn Winterkorn? Wer da nichts ahnt, dem kann niemand eine Verschwörungstheorie andienen... :D Kann natürlich sein, daß Piech als einzigem Techniker im Aufsichtsrat etwas aufgefallen ist. Gewerkschafter, Politiker, alle ahnungslos und rastlos um unser Wohl bemüht!

Merkwürdig, daß nicht Menschen im Knast landen, sondern Unternehmen mit Geldzahlungen dafür einstehen müssen, was ihre Angestellten mutwillig verzapft haben.

Über die Technik will ich mir kein Urteil anmaßen; möglicherweise geht da etwas, wovon ich nicht wissen kann. Nur sollte Betrug kein Mittel im Wettbewerb der Technologien sein dürfen. Da liegt aus meiner Sicht das größere Fehlverhalten... Wettbewerber letztlich dumm aussehen lassen, weil die den Fortschritt nicht auf die Reihe bringen... weil sie nicht ganz so frech betrügen wollten. So verhindert man den Fortschritt auch. Eine Riesenschweinerei! Dafür gehört ganz richtig Knast!


Betrogen hat nicht nur VW. Andere Autos stoßen ebenfalls im realen Betrieb weit mehr Schadstoffe aus. Nur waren andere Hersteller nicht so dumm Abschaltvorrichtungen in den USA zu benutzen.

Die deutsche Politik hat zur Umweltsünde geradezu eingeladen. Und statt die Bundesrepublik in ein Land der Dieselfahrer zu verwandeln, wäre das Geld woanders besser aufgehoben gewesen. Es ist immer noch völlig unverständlich, warum 1 Liter Diesel an der Tankstelle weniger Steuern kostet als 1 Liter Benzin.

Das ist eine Technologieförderung des Staates und damit Planwirtschaft. Das musste schiefgehen. Genau wie bei der Photovoltaik.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Sa 22. Okt 2016, 21:30

Kibuka hat geschrieben:(22 Oct 2016, 22:17)

Betrogen hat nicht nur VW. Andere Autos stoßen ebenfalls im realen Betrieb weit mehr Schadstoffe aus. Nur waren andere Hersteller nicht so dumm Abschaltvorrichtungen in den USA zu benutzen.

Die deutsche Politik hat zur Umweltsünde geradezu eingeladen. Und statt die Bundesrepublik in ein Land der Dieselfahrer zu verwandeln, wäre das Geld woanders besser aufgehoben gewesen. Es ist immer noch völlig unverständlich, warum 1 Liter Diesel an der Tankstelle weniger Steuern kostet als 1 Liter Benzin.

Das ist eine Technologieförderung des Staates und damit Planwirtschaft. Das musste schiefgehen. Genau wie bei der Photovoltaik.


Nein, da bin ich anderer Meinung! Ich bin ziemlich sicher, daß unsere überbordende LKW-Lobby dafür gesorgt hat, daß Dieseltreibstoff besonders günstig ist. Ich meine, für Lkw wäre der Abgabepreis immer noch geringer als für Pkw. Daher ja auch meine Frage an Odiug oder frems, ob denn die Lastwagen in den USA auch mit Diesel laufen. Inzwischen habe ich gefunden, daß die Schwerlaster natürlich mit Diesel fahren... nur daß die Motorenhersteller das nicht so gern erwähnen... die reden nur von hohen Wirkungsgraden und ähnlichem Gesause.

Aber in den USA werden 47% der Güter noch mit der Bahn befördert, bei uns wohl nur noch 17%. Das fällt schon ins Auge, und auch, daß da etwas sehr schief läuft in Europa. Hat vielleicht auch mit dem Abgabepreis von Diesel zu tun.

Von großem Interesse wäre für mich weiterhin, in welchem Umfang nun unsere europäische Lkw-Flotte an dem ganzen Dieseldreck beteiligt ist, und ob man da nicht den falschen Hund prügelt, nachdem VW wahrlich Prügel verdient hat. Die Täter und Mitwisser gehören hinter Gitter: Das sind ganz gewissenlose Betrüger: Dafür muß es Dresche geben!
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Kibuka » So 23. Okt 2016, 00:55

Was heißt Lobby? Mich interessieren Lobbys nicht. In Regierungsverantwortung stehen gewählte Politiker und nicht Lobbys.

Wie hoch der Anteil an LKWs ist, spielt für die Debatte um Steuervorteile für Dieselkraftstoff keine Rolle.

Es gibt auch keine Steuervorteile für Kühlschranke, obwohl jeder einen zu Hause stehen hat.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon frems » Do 3. Nov 2016, 17:19

In den USA gestand Volkswagen in der Dieselaffäre seine Schuld ein – doch bei Schadenersatzprozessen in Deutschland argumentiert der Konzern nun ganz anders: Die Abgas-Software entspreche EU-Recht.

Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". VW will in der Abgasaffäre mit einer neuen, überraschenden Strategie Schadenersatzzahlungen an Millionen Kunden in Deutschland und Europa entgehen. Der Konzern behauptet, man habe in der EU den Schadstoffausstoß von Diesel-Pkw gar nicht manipuliert und keine Vorschriften verletzt. Während VW also Gesetzesverstöße in der EU abstreitet, hat der Konzern in den USA Manipulationen zugegeben und zahlt dort mehr als 16,5 Milliarden Dollar an Schadenersatz und Strafen.

http://www.focus.de/auto/news/konzern-b ... 54565.html

Dabei waren die genannten Summen in der EU bereits ein Witz im Vergleich zu den USA. Nunja, mal sehen, ob sie sich damit nicht wieder verzocken.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon frems » So 20. Nov 2016, 18:56

Und noch eine kleine Ergänzung:

„Den Kunden in Europa entsteht ja kein Nachteil, weder beim Verbrauch noch bei den Fahreigenschaften. Und wenn ich das anfügen darf“, so Müller weiter: „Auf der einen Seite kritisieren viele die amerikanische Gesetzgebung in anderen Zusammenhängen, siehe TTIP. Wenn es aber darum geht, selbst Vorteile daraus zu ziehen, scheint das amerikanische Recht auf einmal der richtige Weg zu sein.“

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/v ... 35298.html
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Kibuka » Sa 26. Nov 2016, 23:13

Es wird nun immer offensichtlicher, dass Herr Dr. Martin Winterkorn schon frühzeitig über den Abgasskandal informiert wurde. Das berichtet Piëch nach einer Befragung in seinem Haus in Salzburg durch die amerikanischen Anwaltskanzlei Jones Day.

Unterdessen wird es für VW auch in Deutschland ernst. So berichtet die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer in einer Pressemeldung, das Münchner Landgericht betrachte die Betriebserlaubnis eines VW als erloschen.

Das Landgericht München II verhandelte die Klage einer VW-Fahrerin, die ihr Auto mit manipuliertem Dieselmotor zurückgeben wollte. Das Gericht fällte jedoch ein Urteil, das langfristig schmerzhaft für VW sein könnte: Zum einen sei die Betriebserlaubnis durch die Software erloschen. ( AZ 12 O 1482/16) Zum anderen befand das Gericht, dass die Nachbesserung unzumutbar ist.

Nach der genannten Vorschrift liegt eine Abschalteinrichtung u.a. dann vor, wenn es sich um ein Konstruktionsteil handelt, das sonstige Parameter ermittelt, um die Funktion eines bliebigen Teils des Emissionskontrollsystems zu deaktivieren, wodurch die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems unter Bedingungen, die bei normalem Fahrzeugbetrieb zu erwarten sind, verringert wird: bei der verbauten Software handelt um ein derartiges Konstruktionsteil. Denn diese Software ermittelt Parameter zum Erkennen des Straßenbetriebs und schaltet hierfür die AGR teilweise so ab, dass weniger Abgase wieder in den Ansaugbereich des Motors gelangen. Hierdurch wird die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems verringert. Diese tatsächlichen Umstände haben beide Beklagten ausdrücklich eingeräumt.


Zudem kritisiert das Gericht die Nachbesserung durch ein Softwareupdate:

Denn die Beklagte zu 2) konnte auch die unausgesprochene Frage, weswegen in der Vergangenheit nicht schon eine Software entwickelt worden ist, die dazu führt, dass der Pkw den Voraussetzungen der Euronorm 5 entspricht, nicht beantworten. Denn wenn sich das Einhalten der Norm lediglich auf ein Softwareproblem reduzieren ließe, so ist nicht nachvollziehbar, weswegen die Beklagte zu 2) dieses - lapidare - Problem nicht schon in der Vergangenheit bewältigen konnte. Deswegen darf die Klägerin auch berechtigt Sorge tragen, dass das Softwareupdate an mehreren Punkten den Fahrzeuggebrauch im Sinne von Einschränkungen, Erschwernissen oder Wertbeeinträchtigungen zu ihren Lasten verändern wird. Eine Gewissheit im Sinne einer naturwissenschaftlichen Erkenntnis hierüber ist zum jetzigen Zeitpunkt für die Beantwortung der Rechtsfrage nicht erforderlich. Abgesehen davon ist es Aufgabe der Beklagten Sicherheit über den künftigen Erfolg der Nachbesserung zu schaffen. Hierfür gibt der Vortrag beider Beklagten nichts her."


Das ist ein Schlag ins Gesicht dieser Bundesregierung und des Kraftfahrt-Bundesamt. Hier hat der deutsche Staat jahrelangen Betrug toleriert und gefördert und der deutschen Wirtschaft damit einen Bärendienst erwiesen!
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Ger9374 » Sa 26. Nov 2016, 23:51

Da wurde Hand in Hand gearbeitet:-))

Sollen sie auch dafür die Quittung kriegen, trifft aber wieder die Arbeitnehmer. Durch diese Scheiss Nr. kann VW so finanziell Abrutschen das es auf einmal günstig werden könnte bei denen einzusteigen!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Kibuka » Di 29. Nov 2016, 08:38

VW hat mitgeteilt, dass keine neuen Diesel mehr in den USA verkauft werden.

Damit ist der Diesel-PKW in den USA endgültig tot. VW hat viele Milliarden in den Sand gesetzt. Manager, die absurde Fehlentscheidungen trafen, haben horrende Gehälter bezogen. Notorische Versager und Betrüger.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Di 29. Nov 2016, 09:10

Kibuka hat geschrieben:(29 Nov 2016, 08:38)

VW hat mitgeteilt, dass keine neuen Diesel mehr in den USA verkauft werden.

Damit ist der Diesel-PKW in den USA endgültig tot. VW hat viele Milliarden in den Sand gesetzt. Manager, die absurde Fehlentscheidungen trafen, haben horrende Gehälter bezogen. Notorische Versager und Betrüger.


Nieten im Nadelstreifen ist eine kürzere Formulierung.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Kibuka » Di 29. Nov 2016, 09:36

H2O hat geschrieben:(29 Nov 2016, 09:10)

Nieten im Nadelstreifen ist eine kürzere Formulierung.


Es gab eine Anweisung aus der Chefetage diese Betrugssoftware einzusetzen. Vorallem von den damals zuständigen Chefs der Motorenentwicklung.

Diese Leute müssten zur Verantwortung gezogen werden. Soetwas darf nicht ungestraft bleiben.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Di 29. Nov 2016, 10:07

Kibuka hat geschrieben:(29 Nov 2016, 09:36)

Es gab eine Anweisung aus der Chefetage diese Betrugssoftware einzusetzen. Vorallem von den damals zuständigen Chefs der Motorenentwicklung.

Diese Leute müssten zur Verantwortung gezogen werden. Soetwas darf nicht ungestraft bleiben.


Meine Rede seit... ähm... von Anfang an. Die gehören in den Knast, und sämtliche Mitwisser auch.

Der kleine Krauter, der Maße und Gewichte verfälscht, kommt in üble Schwierigkeiten. Hier wurden Verbraucher, Finanzminister, Umweltminister hinter die Fichte geführt. Und das bleibt ungerochen? Haben die Kerle denn nicht gerade noch ihre Boni eingefordert.. wo ihnen Knast nicht nur drohen müßte?
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EU verklagt Bund wegen vernachlässigter Kontrollpflicht

Beitragvon H2O » Do 8. Dez 2016, 11:22

http://www.t-online.de/nachrichten/ausl ... d-vor.html

Die EU-Kommission wird die Bundesrepublik verklagen wegen vernachlässigter Kontrolle erlassener Gesetze im VW-Abgasbetrug. Aus meiner Sicht ist das eine gute Nachricht. Vielleicht kommt es auf diese Weise endlich zur Feststellung der Verantwortlichen für diesen Betrug gegen geltende Gesetze. Bisher weiß man nur, daß ein undurchdringlicher Filz von Autobauern, Fachpresse, Prüfinstituten, Landes- und Bundespolitik, Gewerkschaftern eine klare Zuweisung von Verantwortung verhindert hat. Bisher sitzt für diesen mit voller Absicht begangenen Betrug keiner der Beteiligten im Knast.

Vielleicht schafft die EU-Kommission ja, was der Bundespolitik bisher nicht gelang!
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Do 8. Dez 2016, 11:36

Kibuka hat geschrieben:(23 Oct 2016, 01:55)

Was heißt Lobby? Mich interessieren Lobbys nicht. In Regierungsverantwortung stehen gewählte Politiker und nicht Lobbys.

Wie hoch der Anteil an LKWs ist, spielt für die Debatte um Steuervorteile für Dieselkraftstoff keine Rolle.

Es gibt auch keine Steuervorteile für Kühlschranke, obwohl jeder einen zu Hause stehen hat.


Hier hat Sie Ihr gewohnter Scharfsinn aber im Stich gelassen! :eek:
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 8. Dez 2016, 15:41

Nun ja - auch wenn man das gerne verdrängen möchte dies geht womöglich dann doch zu weit - bei Tante Google nachgefragt :
(448.000 Ergebnisse) Suche : Lobby der KFZ Industrie :?

oder wahlweise (44.600 Ergebnisse):
Suche : Lobby beeinflusst Gesetzgebung :?

Da gibt es genügend Stoff zum Nachdenken. Das ist sicher begrüßenswert, für alle, welche daraus Vorteile ziehen können, ob das allerdings den davon betroffen Bürgern, die ja eigentlich parteigebundene ansonsten unabhängige Politiker gewählt hatten, so recht gefallen muss ? Nichts gegen Anhörung von Spezialisten - aber derart massiver Einfluss, kann das auf Dauer vernünftig sein ?
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)

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