Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Flat » Mi 3. Aug 2016, 09:03

Fuerst_48 hat geschrieben:(03 Aug 2016, 09:57)

Seit der Abgasskandal bekannt wurde, rätselt man, was zu ändern sei. Bisher ist man auf keinen grünen Zweig gekommen.


Moin,

nun ja, unser allerseits beliebter Bundesverkehrsminister tut ja auch sein möglichstes, um alles zu verharmlosen und zu verschleiern und insbesondere als einen Einzelfall darzustellen.

Frankreich geht da einen etwas anderen Weg, auch wenn's der eigenen Automobilwirtschaft weh tut:
http://www.tagesschau.de/ausland/diesel-103.html
_______
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Fuerst_48
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 3. Aug 2016, 09:06

Flat hat geschrieben:(03 Aug 2016, 10:03)

Moin,

nun ja, unser allerseits beliebter Bundesverkehrsminister tut ja auch sein möglichstes, um alles zu verharmlosen und zu verschleiern und insbesondere als einen Einzelfall darzustellen.

Frankreich geht da einen etwas anderen Weg, auch wenn's der eigenen Automobilwirtschaft weh tut:
http://www.tagesschau.de/ausland/diesel-103.html

Verharmlosen und Verschleiern ist der falsche Weg. Eingestehen, dass man eigentlich nicht weiß, was man ändern könnte, der noch schwerere Weg....
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yogi61
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon yogi61 » Mi 3. Aug 2016, 09:07

H2O hat geschrieben:(03 Aug 2016, 09:50)

Das Kleinreden dieses Betrugs ist auch nicht mein Anliegen; sondern die gezielte Bestrafung der Tatbeteiligten. Selbstverständlich muß das Unternehmen auch die angerichteten und nachweisbaren Schäden wieder gut machen. Sind Sie denn der Auffassung, einige hunderttausend Mitarbeiter sollen in existenzielle Not gestürzt werden, weil vielleicht 100 Mitarbeiter sich an diesem Betrug beteiligt hatten? Ich will gar nicht ausschließen, daß auch Mitarbeiter betrogen worden sind, die sich im guten Glauben an die bekannte Qualität der VW-Fahrzeuge solche Dieselfahrzeuge zugelegt hatten.

Ich meine schon, daß es in unserem Lande gerecht zugehen sollte, und daß niemand für Dinge bestraft werden sollte, die er nicht zu verantworten hat. Daß Eigentümer und Aufsichtsräte zur Wiedergutmachung herangezogen werden, wird dann hoffentlich bei der Personalauswahl künftiger Führungskräfte eine gute Wirkung haben!


So darf man das sicher nicht sehen. Es war ja offensichtlich das System Volkswagen, das Entwickler und Ingenieure zu diesem kreativen Betrug zwang. Nach der exentiellen Not der anderer Automobilarbeiter etwa bei Opel und anderen Herstellern deren Arbeitgeber durch den Volkswagen Betrug einen erheblichen Wettbewerbsnachteil hatten, wird ja auch nicht gefragt.
Wenn es dann irgendwann ohne Betrug weitergeht, muss Volkswagen eben kleinere Brötchen backen und sich dem Markt mit gleichen Waffen stellen. Niemand schreibt ihnen vor, da nicht wieder inovative Modelle zu entwickeln um sich abzusetzen. Man darf sich aber keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen, in dem Mann Gesetze bricht und seine Krebsschleudern auch noch als sauber anpreisst, denn man schädigt damit auch völlig unbeteiligte Menschen.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Mi 3. Aug 2016, 09:27

Fuerst_48 hat geschrieben:(03 Aug 2016, 09:57)

Seit der Abgasskandal bekannt wurde, rätselt man, was zu ändern sei. Bisher ist man auf keinen grünen Zweig gekommen.


Das hilft aber nun alles nichts! An anderer Stelle hatte ich schon ausgeführt, daß das Unternehmen nicht nur seine arglosen Kunden arglistig betrogen hat, sondern, viel schlimmer noch, auch seine Wettbewerber lächerlich gemacht hat, indem das Unternehmen sie glauben machte, daß doch noch ungeahnte Möglichkeiten zur Abgasbehandlung der Dieseltechnik genutzt werden könnten, die Wettbewerber aber nur zu blöde seien, diese Möglichkeiten zu nutzen.

VW hat also die Suche nach besseren technischen Möglichkeiten behindert. Als Ingenieur ärgert mich dieses betrügerische Vorgehen besonders. Nur meine ich auch, daß man die wahren Schuldigen greifen muß, die den Betrug ersonnen haben, davon auch Wind bekommen haben mußten und nichts dagegen unternommen haben. Wenn mir jemand erzählt und auch damit noch wirbt, daß er den Stein der Weisen gegen alle Wettbewerber gefunden hat, dann lasse ich mir schon einiges einfallen, um diese Sache von Grund auf zu verstehen. Diesen fachlichen Vorwurf fehlender Neugier muß man doch den technischen und technisch-kommerziellen Führungskräften im Unternehmen und Aufsichtsrat machen, und dafür müssen sie auch büßen... aus meiner Sicht!

Nachträglich geht bei mir noch eine ganz andere Klingel an: Herr Piech hatte aus heiterem Himmel erklärt, daß er Herrn Winterkorn an der Unternehmensspitze nicht mehr vertraut. Heute möchte ich nur zu gern wissen, woher dieser plötzliche Sinneswandel kam. Merkwürdig!
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Mi 3. Aug 2016, 09:37

yogi61 hat geschrieben:(03 Aug 2016, 10:07)

So darf man das sicher nicht sehen. Es war ja offensichtlich das System Volkswagen, das Entwickler und Ingenieure zu diesem kreativen Betrug zwang. Nach der exentiellen Not der anderer Automobilarbeiter etwa bei Opel und anderen Herstellern deren Arbeitgeber durch den Volkswagen Betrug einen erheblichen Wettbewerbsnachteil hatten, wird ja auch nicht gefragt.
Wenn es dann irgendwann ohne Betrug weitergeht, muss Volkswagen eben kleinere Brötchen backen und sich dem Markt mit gleichen Waffen stellen. Niemand schreibt ihnen vor, da nicht wieder inovative Modelle zu entwickeln um sich abzusetzen. Man darf sich aber keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen, in dem Mann Gesetze bricht und seine Krebsschleudern auch noch als sauber anpreisst, denn man schädigt damit auch völlig unbeteiligte Menschen.


Ja, worauf möchten sie denn nun hinaus? Eine Strafe, die das "Unternehmen VW" möglicherweise ganz aus dem Markt wirft, oder eine Strafe, die überführte Straftäter erfaßt und sie aus dem Verkehr zieht? Und natürlich die Eigentümer des Unternehmens, die eine solche Führungsmannschaft in Kommerz und Technik aufgebaut haben. Die sollen selbstverständlich aus den Gewinnen des Unternehmens den Schaden wieder gut machen. Dann werden sie demnächst hoffentlich eine Personalpolitik betreiben, die solide Ingenieure und Kaufleute an die Spitze des Unternehmens stellt.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 3. Aug 2016, 09:43

H2O hat geschrieben:(03 Aug 2016, 10:27)

Das hilft aber nun alles nichts! An anderer Stelle hatte ich schon ausgeführt, daß das Unternehmen nicht nur seine arglosen Kunden arglistig betrogen hat, sondern, viel schlimmer noch, auch seine Wettbewerber lächerlich gemacht hat, indem das Unternehmen sie glauben machte, daß doch noch ungeahnte Möglichkeiten zur Abgasbehandlung der Dieseltechnik genutzt werden könnten, die Wettbewerber aber nur zu blöde seien, diese Möglichkeiten zu nutzen.

VW hat also die Suche nach besseren technischen Möglichkeiten behindert. Als Ingenieur ärgert mich dieses betrügerische Vorgehen besonders. Nur meine ich auch, daß man die wahren Schuldigen greifen muß, die den Betrug ersonnen haben, davon auch Wind bekommen haben mußten und nichts dagegen unternommen haben. Wenn mir jemand erzählt und auch damit noch wirbt, daß er den Stein der Weisen gegen alle Wettbewerber gefunden hat, dann lasse ich mir schon einiges einfallen, um diese Sache von Grund auf zu verstehen. Diesen fachlichen Vorwurf fehlender Neugier muß man doch den technischen und technisch-kommerziellen Führungskräften im Unternehmen und Aufsichtsrat machen, und dafür müssen sie auch büßen... aus meiner Sicht!

Nachträglich geht bei mir noch eine ganz andere Klingel an: Herr Piech hatte aus heiterem Himmel erklärt, daß er Herrn Winterkorn an der Unternehmensspitze nicht mehr vertraut. Heute möchte ich nur zu gern wissen, woher dieser plötzliche Sinneswandel kam. Merkwürdig!

Schlamassel in Reinkultur. Und übrig bleibt wie zumeist, der Konsument. Ich lasse an meinem AUDI nichts rumfummeln, was unterm Strich den Verbrauch in die Höhe treibt. Bei 5,6l/100km bin ich mehr als im grünen Bereich, da will ich auch bleiben.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Mi 3. Aug 2016, 09:45

Flat hat geschrieben:(03 Aug 2016, 10:03)

Moin,

nun ja, unser allerseits beliebter Bundesverkehrsminister tut ja auch sein möglichstes, um alles zu verharmlosen und zu verschleiern und insbesondere als einen Einzelfall darzustellen.

Frankreich geht da einen etwas anderen Weg, auch wenn's der eigenen Automobilwirtschaft weh tut:
http://www.tagesschau.de/ausland/diesel-103.html


Das ist auch ein Skandal im Skandal, daß nämlich ein Filz von Automobilwirtschaft/Automobilclubs/Fachpresse/Ämtern/Politik viele Jahre lang angelegt wurde, der sich zu Lasten der Kunden der Autoindustrie bilden konnte. Natürlich wäre es eine der wesentlichen Aufgaben des Wirtschaftsministers und des Verkehrsministers, hier für klare Verhältnisse zu sorgen. Aber die sind höchstselbst über ihre Funktionen und Parteien in den Skandal verwickelt, denn sonst hätten sie längst schon dafür gesorgt!

Vielleicht bringen unsere unabhängigen Gerichte am Ende endlich die Politik auf Trab?
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Mi 3. Aug 2016, 10:35

Fuerst_48 hat geschrieben:(03 Aug 2016, 10:43)

Schlamassel in Reinkultur. Und übrig bleibt wie zumeist, der Konsument. Ich lasse an meinem AUDI nichts rumfummeln, was unterm Strich den Verbrauch in die Höhe treibt. Bei 5,6l/100km bin ich mehr als im grünen Bereich, da will ich auch bleiben.


Nun ja, hoffen wir auf den Rechtsweg von privaten Sammelklagen, wenn die Staatsanwälte von der Politik nicht in Marsch gesetzt werden.

Aufgrund meiner grünen Gesinnung hatte ich vor 16 Jahren meinen 3-Liter-Lupo für sehr viel Geld neu gekauft. Für ein älteres Ehepaar mit Katze völlig ausreichend... und wirklich mit nur 3 l Diesel dabei... ohne Schnickschnack Abgasklasse 4 (grün). Den fahre ich so lange, wie er technisch noch mit erträglichem Aufwand mitspielt. Aus meiner Sicht das beste Fahrzeug seiner Klasse, das bisher in Serie gebaut wurde.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 3. Aug 2016, 10:47

H2O hat geschrieben:(03 Aug 2016, 11:35)

Nun ja, hoffen wir auf den Rechtsweg von privaten Sammelklagen, wenn die Staatsanwälte von der Politik nicht in Marsch gesetzt werden.

Aufgrund meiner grünen Gesinnung hatte ich vor 16 Jahren meinen 3-Liter-Lupo für sehr viel Geld neu gekauft. Für ein älteres Ehepaar mit Katze völlig ausreichend... und wirklich mit nur 3 l Diesel dabei... ohne Schnickschnack Abgasklasse 4 (grün). Den fahre ich so lange, wie er technisch noch mit erträglichem Aufwand mitspielt. Aus meiner Sicht das beste Fahrzeug seiner Klasse, das bisher in Serie gebaut wurde.

Neuerdings wird ja der DIESEL schlecht geredet, ist an allem und jedem schuld. Vor 30 Jahren war es der ultimative Treibstoff.
Immer diese politischen Fehllei(s)tungen... :mad2: :mad2: :mad2:
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon yogi61 » Mi 3. Aug 2016, 10:54

Fuerst_48 hat geschrieben:(03 Aug 2016, 11:47)

Neuerdings wird ja der DIESEL schlecht geredet, ist an allem und jedem schuld. Vor 30 Jahren war es der ultimative Treibstoff.
Immer diese politischen Fehllei(s)tungen... :mad2: :mad2: :mad2:


Ja, das mit dem Diesel war eine politische Fehlleistung. Der Ausstoss war schon vor dreissig Jahren hoch karzinogen, das wollte man aber so nicht wahrhaben,allerdings hatte man die wissenschaftliche Erkenntnisse noch nicht so.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 3. Aug 2016, 11:05

yogi61 hat geschrieben:(03 Aug 2016, 11:54)

Ja, das mit dem Diesel war eine politische Fehlleistung. Der Ausstoss war schon vor dreissig Jahren hoch karzinogen, das wollte man aber so nicht wahrhaben,allerdings hatte man die wissenschaftliche Erkenntnisse noch nicht so.

Erinnert an die Impfpläne von seinerzeit. Innerhalb von 3 Jahren wurden Erkenntnisse verteufelt, die zuvor das NONPLUSULTRA waren.
(Off topic, ich weiß, aber ist mir assoziativ eingefallen).
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Mi 3. Aug 2016, 11:07

Fuerst_48 hat geschrieben:(03 Aug 2016, 11:47)

Neuerdings wird ja der DIESEL schlecht geredet, ist an allem und jedem schuld. Vor 30 Jahren war es der ultimative Treibstoff.
Immer diese politischen Fehllei(s)tungen... :mad2: :mad2: :mad2:


Nein, das war damals ein Mangel an Erkenntnissen; man darf nie vergessen, daß um Aufmerksamkeit "bettelnde" und oft selbsternannte "Experten" uns im Monatstakt vor neuen krebserregenden Nahrungsmitteln und anderen belastenden Stoffen warnen.

Und wir dürfen nicht vergessen, daß die offensichtlichsten Quellen für diese Geißel der Menschheit
mit schlechtem Gewissen immer weiter genutzt werden, etwa Tabak und Alkohol.

Ich will da nichts schön reden, die Sache aber sehr wohl in einen allgemeineren Zusammenhang stellen. Der Mensch ist schon ein eigenartiges Geschöpf... :s
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Mi 3. Aug 2016, 11:11

Fuerst_48 hat geschrieben:(03 Aug 2016, 12:05)

Erinnert an die Impfpläne von seinerzeit. Innerhalb von 3 Jahren wurden Erkenntnisse verteufelt, die zuvor das NONPLUSULTRA waren.
(Off topic, ich weiß, aber ist mir assoziativ eingefallen).


Ja gut, so sind wir Menschen nun einmal; solche Umbrüche durch bessere Erkenntnis gibt es immer wieder einmal. Nur an so offenkundigen Betrug wie hier im Fall VW-Diesel sollten wir uns besser nicht gewöhnen.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 3. Aug 2016, 11:11

H2O hat geschrieben:(03 Aug 2016, 12:07)

Nein, das war damals ein Mangel an Erkenntnissen; man darf nie vergessen, daß um Aufmerksamkeit "bettelnde" und oft selbsternannte "Experten" uns im Monatstakt vor neuen krebserregenden Nahrungsmitteln und anderen belastenden Stoffen warnen.

Und wir dürfen nicht vergessen, daß die offensichtlichsten Quellen für diese Geißel der Menschheit
mit schlechtem Gewissen immer weiter genutzt werden, etwa Tabak und Alkohol.

Ich will da nichts schön reden, die Sache aber sehr wohl in einen allgemeineren Zusammenhang stellen. Der Mensch ist schon ein eigenartiges Geschöpf... :s

Ein GESCHÖPF gibt dir da vollinhaltlich Recht !!
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon yogi61 » Mi 3. Aug 2016, 11:15

H2O hat geschrieben:(03 Aug 2016, 12:07)

Nein, das war damals ein Mangel an Erkenntnissen; man darf nie vergessen, daß um Aufmerksamkeit "bettelnde" und oft selbsternannte "Experten" uns im Monatstakt vor neuen krebserregenden Nahrungsmitteln und anderen belastenden Stoffen warnen.

Und wir dürfen nicht vergessen, daß die offensichtlichsten Quellen für diese Geißel der Menschheit
mit schlechtem Gewissen immer weiter genutzt werden, etwa Tabak und Alkohol.

Ich will da nichts schön reden, die Sache aber sehr wohl in einen allgemeineren Zusammenhang stellen. Der Mensch ist schon ein eigenartiges Geschöpf... :s


Ein gewagter Vergleich. Während Alkohol und Tabak verteuert wurde,hat man Diesel subventioniert und vom Alkohol und Tabak kann man lassen, dem Dieselaustoss kann man nicht ausweichen, da ist es auch kein grosser Trost, dass in der Tumorbehandlung Fortschritte erzielt wurden und das Leben jetzt verlängert werden kann.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Mi 3. Aug 2016, 11:40

yogi61 hat geschrieben:(03 Aug 2016, 12:15)

Ein gewagter Vergleich. Während Alkohol und Tabak verteuert wurde,hat man Diesel subventioniert und vom Alkohol und Tabak kann man lassen, dem Dieselaustoss kann man nicht ausweichen, da ist es auch kein grosser Trost, dass in der Tumorbehandlung Fortschritte erzielt wurden und das Leben jetzt verlängert werden kann.


Ja, Ihren Zorn kann ich schon verstehen; auch den von garfield. Nur... sehen Sie mir das bitte nach... habe ich den Eindruck, daß Sie dem Zorn zu viel Raum lassen. Das Leben ist zu kurz, um sich über alle berechtigten Ärgernisse zu ärgern. Ein wenig mehr Leichtigkeit im Blick auf unsere Mitwelt macht allen Zeitgenossen das Leben angenehmer, nicht zuletzt auch Ihnen.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon yogi61 » Do 8. Sep 2016, 11:52

Washington. Nach Volkswagen rückt nun ein anderer deutscher Konzern in den USA in den Mittelpunkt.

Der Autozulieferer Bosch ist nach Darstellung von privaten Klägern in den USA tief in den VW-Dieselskandal verstrickt. In beim Bezirksgericht San Francisco eingereichten Dokumenten zu einer Schadensersatzklage von VW-Autobesitzern gegen Bosch führten die Anwälte neue Details auf. So zitieren sie eine E-Mail vom Juni 2008, in der Bosch eine Betrugssoftware, ein sogenanntes "defeat device" erwähnt: Bosch fordere in der E-Mail von VW einen Haftungsausschluss von jeglichen rechtlichen Ansprüchen, die aus der Arbeit an einem defeat device entstehen könnten. In den Dokumenten heißt es, Bosch habe sein Wissen über die illegale Abschaltsoftware gegenüber den US-Behörden zurückgehalten.

Bosch erklärte, die Vorwürfe der Manipulation von Dieselsoftware sehr ernst zu nehmen und mit den Behörden zu kooperieren. Die Vorwürfe seien Gegenstand von strafrechtlichen Ermittlungsverfahren und Zivilgerichtsverfahren, zu deren Details sich der weltgrößte Autozulieferer nicht äußern wolle. "Wir arbeiten derzeit an der Klageerwiderung", ergänzte ein Sprecher.

http://www.rp-online.de/wirtschaft/bosc ... -1.6244914
Das könnte für Bosch noch äusserst bitter werden.
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon H2O » Do 8. Sep 2016, 12:24

yogi61 hat geschrieben:(08 Sep 2016, 12:52)
...
Das könnte für Bosch noch äusserst bitter werden.


Aus meiner Sicht ist hier zweierlei von großem Interesse:

1.
Warum hat Herr Piech sich von Herrn Winterkorn losgesagt, als dieser noch auf dem Gipfel seiner Macht als Leitender Angestellter des VW-Konzerns stand? Hatte Herr Piech erkannt, was dort an "höchster Stelle" zu verantworten war?

2.
Welche Rolle spielt eigentlich die Politik in diesem Gewühle, also der MP Niedersachsens, als Vertreter von 20% des Firmenkapitals? Und die Vertreter der Arbeitnehmer im Konzern? Waren die alle völlig ahnungslos? Wozu braucht man solche Leute dann überhaupt? Kassieren ohne Verantwortung... traumhaft!
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon yogi61 » Do 8. Sep 2016, 12:32

H2O hat geschrieben:(08 Sep 2016, 13:24)

Aus meiner Sicht ist hier zweierlei von großem Interesse:

1.
Warum hat Herr Piech sich von Herrn Winterkorn losgesagt, als dieser noch auf dem Gipfel seiner Macht als Leitender Angestellter des VW-Konzerns stand? Hatte Herr Piech erkannt, was dort an "höchster Stelle" zu verantworten war?

2.
Welche Rolle spielt eigentlich die Politik in diesem Gewühle, also der MP Niedersachsens, als Vertreter von 20% des Firmenkapitals? Und die Vertreter der Arbeitnehmer im Konzern? Waren die alle völlig ahnungslos? Wozu braucht man solche Leute dann überhaupt? Kassieren ohne Verantwortung... traumhaft!


Das wird wohl das Geheimnis von Herr Piech bleiben und zu dem Aufsichtsrat nur so viel. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Aufsichtsrat anscheinend vöölig ahnungslos und untätig ist. Dafür gibt es sehr viel Beispiele, aber er ist in einer AG nun einmal unabdingbar. Bosch hat da natürlich eine bessere Ausrede, weil es sich um eine GmbH handelt. :)
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Re: Volkswagen gibt Abgas-Manipulationen in den USA zu

Beitragvon Cat with a whip » Mi 21. Sep 2016, 08:56

Hinweise auf Korruption und gezielte Vertuschung von Kriminalität in den von CDU/CSU und SPD geleiteten Ministerien gehen aufs Jahr 2008 zurück.

In dem Konzept des Umweltbundesamts wurde die Funktionsweise von genau einer solchen Einrichtung erläutert, mit der die Motorsteuerung bei einem Testzyklus die Abgasreinigung hochfährt (sogenanntes cycle-beating).

"Moderne Fahrzeugelektronik", heißt es in der gelöschten Passage, könne erkennen, ob sich ein Fahrzeug auf dem "Rollenprüfstand" befinde. Die Software schalte "auf ein für die Abgas- und/oder Verbrauchsmessung optimiertes Motorenkennfeld" um.

Weiter wurde in dem Text zunächst kritisiert, dass es eine Kontrolllücke gebe. "Die Überprüfung, ob derartige Einrichtungen vorhanden sind", seien bisher "nicht vorgesehen". Die Kontrolle der Autos im Realbetrieb wäre ein wirksames Mittel gewesen, diese Lücke zu schließen.

Ein Beamter des Umweltministeriums notierte handschriftlich an diesen Stellen des Dokuments das Wort "Tretminen". Der Hinweis auf die Lücke und die ausführliche Passage zur Zykluserkennung verschwanden dann aus dem Konzept.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/volk ... com-veeseo

Man darf davon ausgehen dass diese Korruption und das Buckeln vor Wirtschaftslobbies in anderen Ressorts ähnlich sein dürfte (sonst gägs ja keine Milliönchen Spenden für CDU/CSU/SPD und FDP, was die Mehrheit der treudoofen Wähler nicht weiter stört) nur scheinen beim Thema Auto unsere Schnarchmedien etwas harnäckiger am Thema zu bleiben.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum

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