In Europa ist die Wildnis zurück

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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon frems » Mi 15. Apr 2015, 15:40

Corella » Di 14. Apr 2015, 18:44 hat geschrieben:Wir setzen uns gegenseitig in die ignore-list, ich beginne jetzt wirklich, versprochen.

Und? Deinen Teil des Versprechens schon eingehalten? :p

Corella hat geschrieben:Also da muss ich mich doch noch mal melden, weil das ist ja wohl ein bisschen arg dreist!
Dir wurde nachgewiesen, dass besonderer Artenschutz in der Bauleitplanung nicht der Abwägung unterliegt.

Doch, unterliegt er. Es gibt seltene Ausnahmen, wo er untergeordnet ist. Genau das ist das Abwägungsgebot. Auf die erneuten Unterstellungen und Beleidigungen gehe ich mal nicht ein. Ich hab jeden Einwand belegt, genau wie jede Aussage von mir, die für falsch erklärt wurde. Und da gab's ja zig Punkte, die nun manche lieber schnell wieder vergessen. Wenn das dreist ist, dann ist das so. In Zukunft gibt's dann "Du hast recht, ich hab schuld, tut mir leid", selbst wenn ich weiß, daß Unsinn erzählt wurde. Ist das diskussionsfördernder?

prime-pippo hat geschrieben:Die Geschichte mit den Nandus verfolge ich schon seit einigen Jahren......und sehe das gar nicht so negativ. Sie fügen sich gut ein, wirklichen ökologischen Schaden verursachen sie (im Gegensatz zu anderen Einwanderern) nicht.

Dass man die Tiere einerseits schützt, andererseits aber nicht die sonst üblichen Entschädigungszahlungen zahlt, leuchtet mir allerdings nicht ein.

Abwarten. Begegnet sind mir leider noch keine, obwohl ich in deren neuen Heimat häufiger unterwegs bin, und noch ist die Population ja recht klein. Ihr Wachstum ist aber ganz beträchtlich.

Seltsame große, graue Vögel mit langem Hals und langen Beinen staksen über die Felder der sanfthügeligen norddeutschen Landschaft. Im Grenzgebiet von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein steht Frank Philipp auf einem Hügel, das Fernglas vor Augen, und zählt: "Ein Hahn, sechs Hennen." Der Umweltplaner trägt die Tiere in eine Karte ein. Er ist im Auftrag des Schweriner Umweltministeriums unterwegs. Philipp zählt Nandus, wildlebende Nandus. Ihre Heimat ist die südamerikanische Pampa, doch seit einigen Jahren breiten sie sich in Norddeutschland aus. [...]

Die Bauern fordern, die Population reduzieren zu dürfen, wenn sie überhand nimmt. Außerdem sollten die Tiere in den Katalog der Wildschadenskasse aufgenommen werden. "Wenn Wildschweine das Feld umwühlen, kann ein Landwirt Schadenersatz bekommen", sagt Böttcher. Bei Schäden durch Nandus gebe es nichts. Nandus sind kein jagdbares Wild, sondern stehen auf der Artenschutzliste. "Man darf sie nicht einmal verscheuchen, sondern muss sie auf dem Acker dulden." Die Behörden sehen aber bislang keinen Anlass zum Eingreifen.

http://www.welt.de/regionales/mecklenbu ... r-aus.html
Labskaus!

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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mi 15. Apr 2015, 22:32

Im Versuch, die Kurve wieder zum Thread zu kratzen:
1. Es gibt aus allen Ministerien (Bayern weiß ich jetzt nicht) vollmundige Erklärungen zum Natur- und Artenschutz
2. Genauso aus Brüssel, alle halten am Standard, der gut formuliert ist, fest
3. Wir haben mehr einschlägige Plan- und Prüfverfahren als je zuvor
Dennoch
4. Das Artensterben hält an und den Zielen kommen wir nicht mal näher: http://www.nul-online.de/Biodiversitaet ... ExMTE.html

Wie bitte schön soll das anders zu erklären sein, als durch ein Vollzugsdefizit, auch wenn ich offenbar nicht jeden hier überzeugen konnte, worin es genauer besteht. Zu den juristischen Grundlagen gehört eben Hintergrund, das ist in einem populären Forum wohl nicht vermittelbar.

Diskussionen und Quellen kann man ansonsten auch entnehmen, dass Wildnisaspekte von untergeordneter Bedeutung sind. Wölfe sind da nur ein kleiner Aspekt. Sie machen unsere Tierwelt wilder, das ja. Sie können aber auch Kulturfolger sein. Unter Wildnisflächen würde ich da was anderes verstehen...
(bitte um Verständnis, dass ich mit meinem Widersacher in diesem Thread so nicht weiter diskutieren möchte, picke sich wer anders raus, falls Entgegnungen dazu gewünscht)
Wir haben uns ... der Illusion hingegeben, dass es so etwas wie Umweltkapital nicht gibt. Dass man ... [es] zum Nulltarif nutzen kann und ... in diesen Kapitalstock nicht reinvestieren muss. (Klaus Töpfer 2005)
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Sibaliu » Do 2. Jul 2015, 21:10

Corella » Mi 15. Apr 2015, 23:32 hat geschrieben:Im Versuch, die Kurve wieder zum Thread zu kratzen:
1. Es gibt aus allen Ministerien (Bayern weiß ich jetzt nicht) vollmundige Erklärungen zum Natur- und Artenschutz
2. Genauso aus Brüssel, alle halten am Standard, der gut formuliert ist, fest
3. Wir haben mehr einschlägige Plan- und Prüfverfahren als je zuvor
Dennoch
4. Das Artensterben hält an und den Zielen kommen wir nicht mal näher: http://www.nul-online.de/Biodiversitaet ... ExMTE.htmlWie bitte schön soll das anders zu erklären sein, als durch ein Vollzugsdefizit, auch wenn ich offenbar nicht jeden hier überzeugen konnte, worin es genauer besteht. Zu den juristischen Grundlagen gehört eben Hintergrund, das ist in einem populären Forum wohl nicht vermittelbar.

Diskussionen und Quellen kann man ansonsten auch entnehmen, dass Wildnisaspekte von untergeordneter Bedeutung sind. Wölfe sind da nur ein kleiner Aspekt. Sie machen unsere Tierwelt wilder, das ja. Sie können aber auch Kulturfolger sein. Unter Wildnisflächen würde ich da was anderes verstehen...
(bitte um Verständnis, dass ich mit meinem Widersacher in diesem Thread so nicht weiter diskutieren möchte, picke sich wer anders raus, falls Entgegnungen dazu gewünscht)


Ja das ist richtig aber das Problem liegt doch hauptsächlich in der Landwirtschaft. Seit das Flächenstillegungsprogramm in der EU
aufgehoben worden ist, und die intensiv behandelten Flächen zur Energie- und Spritherstellung grossräumig riesige Flächen einnimmt, wird doch noch viel mehr an Lebewesen in den Böden abgetötet als es je zuvor gewesen war.
Ich kann mich an einem Bericht von Dr. Stubbe aus Halle erinnern, wo er mal schrieb, das in der schlampigen Landwirtschaft der DDR eine ganze 10er Potenz höher Lebewesen auf ein Quadratmeter intensiver Landwirtschaftsboden existieren, als auf vergleichbaren Flächen der Altbundesländer.
Dann kommt natürlich noch der Neozoneneffekt, gerade Mink und Waschbären rotten auf vielen Gewässern die Wasservogelwelt aus.
Bei der Klimaerwärmung habe ich allerdings komischerweise den Eindruck, das sowohl nordische als auch südliche Tierarten, zumindestens aus der Vogelwelt einwandern.

Dann die Ausrottung der Tollwut, was ich ebenso für ein Fehler halte, auf jeden Wiesenbrüter kommen heute unzählige Füchse, Marderhunde, Waschbären, die Tollwut war der einzige Bestandslimitierender Faktor für die Säuger.
Zuletzt geändert von Sibaliu am Do 2. Jul 2015, 21:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Fadamo » Do 2. Jul 2015, 21:20




Mich erfreud das gar nicht.
Im ausland lauern gefahren und jetzt auch noch in der natur.Wo soll das alles noch hinführen.
Meine freiheit wird immer mehr eingeschränkt. :(
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Sibaliu » Do 2. Jul 2015, 23:15

Fadamo » Do 2. Jul 2015, 22:20 hat geschrieben:

Mich erfreud das gar nicht.
Im ausland lauern gefahren und jetzt auch noch in der natur.Wo soll das alles noch hinführen.
Meine freiheit wird immer mehr eingeschränkt. :(



Oje loool, die bösen Tiere schränken deine Freiheit ein, Natur ist sowas von schlecht. :D :D :D
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Fr 3. Jul 2015, 08:52

Sibaliu » Do 2. Jul 2015, 21:10 hat geschrieben:
Ja das ist richtig aber das Problem liegt doch hauptsächlich in der Landwirtschaft. Seit das Flächenstillegungsprogramm in der EU
aufgehoben worden ist, und die intensiv behandelten Flächen zur Energie- und Spritherstellung grossräumig riesige Flächen einnimmt, wird doch noch viel mehr an Lebewesen in den Böden abgetötet als es je zuvor gewesen war.
Ich kann mich an einem Bericht von Dr. Stubbe aus Halle erinnern, wo er mal schrieb, das in der schlampigen Landwirtschaft der DDR eine ganze 10er Potenz höher Lebewesen auf ein Quadratmeter intensiver Landwirtschaftsboden existieren, als auf vergleichbaren Flächen der Altbundesländer.
Dann kommt natürlich noch der Neozoneneffekt, gerade Mink und Waschbären rotten auf vielen Gewässern die Wasservogelwelt aus.
Bei der Klimaerwärmung habe ich allerdings komischerweise den Eindruck, das sowohl nordische als auch südliche Tierarten, zumindestens aus der Vogelwelt einwandern.

Dann die Ausrottung der Tollwut, was ich ebenso für ein Fehler halte, auf jeden Wiesenbrüter kommen heute unzählige Füchse, Marderhunde, Waschbären, die Tollwut war der einzige Bestandslimitierender Faktor für die Säuger.


Mal sehen, was für Empörung wir ernten, wenn ich Dir mal pauschal weitgehend zustimme :-)

Fakt ist zum Beispiel, dass wir letzte Reste wiesenbrütender Vögel ohne gezielte Einzäunung und mühsame Absprachen mit der Jägerschaft nicht mehr über die Runden bringen. Qualitativ sind die Arten dann noch da, auf dem Papier wird das oft eher binär abgehakt, was dahinter steckt, wissen wenige.

Edith: hast Du Beispiele für aufkommende nordische Vögel? (Gern gründlich und alle :-)
Zuletzt geändert von Corella am Fr 3. Jul 2015, 08:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Sibaliu » Fr 3. Jul 2015, 10:33

Corella » Fr 3. Jul 2015, 09:52 hat geschrieben:
Mal sehen, was für Empörung wir ernten, wenn ich Dir mal pauschal weitgehend zustimme :-)

Fakt ist zum Beispiel, dass wir letzte Reste wiesenbrütender Vögel ohne gezielte Einzäunung und mühsame Absprachen mit der Jägerschaft nicht mehr über die Runden bringen. Qualitativ sind die Arten dann noch da, auf dem Papier wird das oft eher binär abgehakt, was dahinter steckt, wissen wenige.

Edith: hast Du Beispiele für aufkommende nordische Vögel? (Gern gründlich und alle :-)


Mir fällt spontan der Singschwan ein, für die Liste gebe mir etwas Zeit, da ich aktiv mal im OAMV ( Mecklenburg ) mitgearbeitet habe und bei den schwedischen Ornithologen. Moment suche ich Anschluss an schweizerische Ornis.
Aber da viele nordische Arten Kontinentales Klima bevorzugen, was wohl mit der Klimaerwärmung auch in Teilen von Deutschland
Einzug hält, lange trockene heisse Sommer, würde der östliche Teil Deutschlands wohl gut passen, zu ihren Ansprüchen.

Ein guter bekannter Jäger von uns, betreut eine Insel im Oderhaff ( Rieter Werder ) wo ich selbst öfters drauf bin und einige Flächen in Feuchtlandgebiet. Die brütende Uferschnepfen, Brachvögel Kiebitze und Seevogelkolonien, lassen sich nur noch mit E- Zaun und eine sehr intensive Raubwildbekämpfung dort erhalten.
Was mich erstaunt, ist das in der Schweiz die Bauern ihr Geflügel immer noch frei auf Wiesen laufen lassen können, das die Kleinstgewässer immer noch genügend Wasservögel haben, was in NO Deutschland bereits nicht mehr möglich ist. In CH. gibt es
trotz alledem ein hohen Fuchsbestand, so das ich mir denke, das es wohl die Neozoen sind, weniger das heimische Haarraubwild, die solche Schäden anrichten.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Fr 3. Jul 2015, 22:23

Sibaliu » Fr 3. Jul 2015, 10:33 hat geschrieben:
Mir fällt spontan der Singschwan ein, für die Liste gebe mir etwas Zeit, da ich aktiv mal im OAMV ( Mecklenburg ) mitgearbeitet habe und bei den schwedischen Ornithologen. Moment suche ich Anschluss an schweizerische Ornis.
Aber da viele nordische Arten Kontinentales Klima bevorzugen, was wohl mit der Klimaerwärmung auch in Teilen von Deutschland
Einzug hält, lange trockene heisse Sommer, würde der östliche Teil Deutschlands wohl gut passen, zu ihren Ansprüchen.

Ein guter bekannter Jäger von uns, betreut eine Insel im Oderhaff ( Rieter Werder ) wo ich selbst öfters drauf bin und einige Flächen in Feuchtlandgebiet. Die brütende Uferschnepfen, Brachvögel Kiebitze und Seevogelkolonien, lassen sich nur noch mit E- Zaun und eine sehr intensive Raubwildbekämpfung dort erhalten.
Was mich erstaunt, ist das in der Schweiz die Bauern ihr Geflügel immer noch frei auf Wiesen laufen lassen können, das die Kleinstgewässer immer noch genügend Wasservögel haben, was in NO Deutschland bereits nicht mehr möglich ist. In CH. gibt es
trotz alledem ein hohen Fuchsbestand, so das ich mir denke, das es wohl die Neozoen sind, weniger das heimische Haarraubwild, die solche Schäden anrichten.


Die Cocktails sind schwer zu entwirren. CH mag noch immer Lücken der Intensivstnutzung aussparen, um die man leider bangen muss. Anfälligkeit für Prädatoren ist auch eine Frage der Populationsstärke ihrer Beute. Wenn die letzten Brutpaare schließlich gefressen werden, dann ist s der Fuchs in Schuld usw. In der Ch hat man übrigens freilaufende Haushunde besser im Griff. Auch die sind beliebter Faktor, letzte Reste platt zu machen. Störungen durch Jäger, das ein letztes Brutareal geräumt wird, durchaus auch. Vom Brachvogel ist gerade bekannt geworden, dass er in der Mitte und im Süden Deutschlands die Flächen räumt, sich aber in wenigen Gebieten konzentriert und dort auch Zuwächse hat. Eines der Gebiete ist zum Beispiel ein großes Flughafengelände. Deutet auf Störung (als maßgebliche Einflussgröße des Prozesses (für etwaige Mitleser: nein, Lärm der Flugzeuge stören die Vögel kaum. Ein ungewohntes Ereignis wie beispielsweise ein Jäger der bzgl. Vogelschlag in Verantwortung steht dagegen sehr).
Aus der CH sind mir die ersten Kolbenenten und Gänsesäger bekannt geworden, die sich den von Rentnern an Seeufern gefütterten Enten zugesellten. Mittlerweile breitet sich die Kolbenente mindestens am Rhein aus, jedoch mit völlig neuartigem Verhalten. Unklar, ob das Schweizer Phänomen damit in Verbindung steht oder koinzident Gefangenschaftsflüchtlinge Fuß fassen.

Wie lautet der Thread-Titel, in Europa ist die Wildnis zurück. Darauf einen Narhallamarsch.

Edith zum Phänomen nordischer Vögel in der Schweiz: es ist natürlich klar, dass zum einen viele nordische Arten in den Alpen eine natürliche Exklave haben, zum anderen neue Arten mit dem Klimawandel insofern konsistent gehen können, als beispielsweise etliche Überwinterer des Mittelmeerraumes gern zunehmend nördlicher bleiben :-)
Zuletzt geändert von Corella am Sa 4. Jul 2015, 11:44, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Welfenprinz » Di 21. Jul 2015, 17:32



Du wohnst im dritten Stock in der Grosstadt, wählst grün , hast keine Ahnung und bist dafür anderen Leuten Lasten und Schäden aufzubürden ohne selbst dafür Verantwortung zu übernehmen oder für die Folgen einstehen zu wollen.


Die Bauern beschweren sich zwar, dass die Bären ihre Bienenstöcke leer räumen und ab und zu wird ein Schaf gerissen, wofür es vom Staat aber Entschädigungen gibt.


ab und zu ???????????
Ach ja........... Du hast keine Ahnung. Das hatten wir ja schon festgestellt.
Die angeblichen Entschädigungen sind ein Witz, die ganze Bearbeitung eine Verarschung und Verschleppung .


Wölfe haben in der Kulturlandschaft eines dicht besiedelten Industrielandes nix verloren. Punkt.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Welfenprinz » Di 21. Jul 2015, 19:38

Corella » So 12. Apr 2015, 13:06 hat geschrieben:
Wölfe kehrten von allein zurück, sowohl aus Osten als auch aus Süden. Selbst aus Italien ist nachgewiesener Maßen mindestens ein Tier dabei. Komisch, wie aus drei Richtungen: Polen, Balkan und Italien die Tiere rückkehren. Warum seit einigen Jahren und vorher nicht?..


Dass der angeblich so "natürlichen" Wiederkehr des Wolfes von NANU und griinpisslern kräftigst mit dem Aussetzen von Gehegewölfen (kofferraumwölfen) nachgeholfen wurde ist ein offenes Geheimnis.
Die frühesten sichtungen in Niedersachsen und Holland liessen sich nciht mit "normalen" Wanderungsbewegungen aus den Stammrudeln aus den TrÜps in Sachsen-Anhalt erklären.
Zuletzt geändert von Welfenprinz am Di 21. Jul 2015, 21:53, insgesamt 2-mal geändert.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Welfenprinz » Di 21. Jul 2015, 20:34

Adlerauge » Mo 13. Apr 2015, 00:25 hat geschrieben:Die Tiere waren dort sicher früher da als der Mensch, darum haben sie die älteren Rechte.

:rolleyes:


Bei uns im Steinbruch hats Muschelsedimente, komm lass uns die norddeutsche Tiefebene wieder überfluten, damit die Muscheln wieder ihren angestammten lebensraum bekommen.

Das ist so ziemlcih das dämlichste , bescheurteste und überflüssigste "Argument" , dass man in dieser Debatte anführen kann.
Gestern war gestern, heute ist heute, und Wandel ist normal.

Im übrigen bin ich dafür, dass dem Tollwutvirus wieder mehr Platz für sein angestammten Lebensraum geboten wird.Hauptsächlich in Wolfskörpern.
Zuletzt geändert von Welfenprinz am Di 21. Jul 2015, 21:16, insgesamt 1-mal geändert.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Welfenprinz » Di 21. Jul 2015, 21:14

Sibaliu » Do 2. Jul 2015, 21:10 hat geschrieben:
Ja das ist richtig aber das Problem liegt doch hauptsächlich in der Landwirtschaft


Klar, was sonst???? :?: :rolleyes:
die landwirtschaftliche Nutzfläche ist seit 1990 in Deutschland von ca 20 auf 14 Millionen ha zurückgegangen , aber im Frühjahr erschienenen NANU-Bericht zur Artenvielfalt wird festgehalten , dass "die intensive industrielle Landwirtschaft" dafür verantwortlich ist, dass in den letzten 20 jahren die Artenverarmung dramatisch vorangeschritten ist. Reciht das grüne parteibuch alleine um so zu verdummen oder muss man gleichzeitig noch Mitglied in mehreren Spendensammelorganisationen sein ?
und was bedeutet in dem zusammenhang "intensive" Landwirtschaft?? Für das Bodenleben macht es keinen unterschied , ob die Pflanze *Unkraut* thermisch, händisch oder chemisch entfernt wurde. Der Einfluss auf die im Bionetz vor und nachgelagerten Organismen ist gleich. Das wurde schon in Untersuchungen zu Anfängen des chemischen Pflanzenschutzes in den 60er und 70er jahren nachgewiesen.



. Seit das Flächenstillegungsprogramm in der EU
aufgehoben worden ist


Die Brachen waren biologisch fast tote Flächen.Hatte vorher niemand mit gerechnet, hat alle Beteiligten überrascht.

,
und die intensiv behandelten Flächen zur Energie- und Spritherstellung grossräumig riesige Flächen einnimmt,


klar. Noch irgendwelche Holzschnitte aus dem Katalog?
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Welfenprinz » Di 21. Jul 2015, 21:21

Corella » Fr 3. Jul 2015, 22:23 hat geschrieben:


Wie lautet der Thread-Titel, in Europa ist die Wildnis zurück. Darauf einen Narhallamarsch.

)


An dieser Stelle müsste man das Thema aus der fachlichen in die gesellschaftliche Ebene heben. :)
Der moderne mensch erkennt mit Schrecken, dass seine Art zu leben Folgen hat und weigert sich dazu zu stehen. und erst recht weigert er sich seine Verhaltens- und lebensweisen zu ändern.
also : entweder
-ja, wir leben so und als Folge davon passiert das und das,
oder
- so wie wir leben ist nicht akzeptabel und wir ändern das.

Aber da die Moderne zu feige und schon zu weit von ihren Lebensgrundlagen entfernt ist, ergeht sie sich in Feigenblatt und Alibihandlungen. Ein bisschen Ausgleichsfläche hier, ein bisschen Wolf da , viel Spenden für griinpiss und schon ist der Ablasshandel perfekt auf dessen Basis man weiter im SUV zum denns gondeln, Kreuzfahrten unternehmen und noch ein paar Appartements in Überflutungsgebieten bauen kann.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Shoogar » Mi 22. Jul 2015, 00:30

Welfenprinz » Di 21. Jul 2015, 22:21 hat geschrieben:An dieser Stelle müsste man das Thema aus der fachlichen in die gesellschaftliche Ebene heben. :)


Neinein!

Projezieren wir das einfach mal in die tatsächliche Ebene unserer Umgebung.

Was wäre das für ein Erlebnis für unsere Mountainbiker, Nordic-Walker, oder Jogger, ihre Freizeitaktivitäten ganz real inmitten einer "zurückgekehrten Wildnis" auszuüben.
Also mit dem konkreten Risiko der Begegnung mit Wildtieren, die dem Menschen potentiell gefährlich werden könnten.
(Der ambitionierte Radler mache sich wenig Hoffnung, mittels seines Sportgerätes zB. einen Bären hinter sich lassen zu können.)

Machen wir uns nix vor.
Der Wunsch nach der Rückkehr von großen Raubtieren wie Wolf oder Bär in unsere Landschaften entspringt einer Naturromantik, die in unserem eigenen Verhalten in unserer Umwelt keine Entsprechung findet.
Zuletzt geändert von Shoogar am Mi 22. Jul 2015, 00:32, insgesamt 1-mal geändert.
Das Leben auf der Erde mag teuer sein, aber eine jährliche Rundreise um die Sonne ist gratis mit dabei.
http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=27&t=353
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Welfenprinz » Mi 22. Jul 2015, 04:55

Shoogar » Mi 22. Jul 2015, 00:30 hat geschrieben:
Neinein
.


Haste auch wieder recht. Für die Erkenntnis,dass ein Mountainbiker oder geocacher in der uns umgebenden Fauna und Flora in einer Saison mehr Schaden anrichter als ein Jäger in seinem ganzen Leben ,ist die Spass und Freizeitgesellschaft nicht reif. Da müsste ja was am eigenen Verhalten geändert werden statt anderen die Lasten aufzubürden.
Zuletzt geändert von Welfenprinz am Mi 22. Jul 2015, 04:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Provokateur » Mi 22. Jul 2015, 05:47

Welfenprinz » Di 21. Jul 2015, 21:34 hat geschrieben:Im übrigen bin ich dafür, dass dem Tollwutvirus wieder mehr Platz für sein angestammten Lebensraum geboten wird.Hauptsächlich in Wolfskörpern.


Viren sind aber keine Lebewesen, sondern eher so eine Art "Bioroboter", wenn ich das richtig verstanden habe.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
twitter.com/Provokateur_Tom
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Welfenprinz » Mi 22. Jul 2015, 07:48

Egal.
Ist ja Natur.
Und hatte hierzulande seinen angestammten Lebensraum unnd die älteren Rechte.
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Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Do 23. Jul 2015, 21:55

Welfenprinz » Di 21. Jul 2015, 21:14 hat geschrieben:
Klar, was sonst???? :?: :rolleyes:
die landwirtschaftliche Nutzfläche ist seit 1990 in Deutschland von ca 20 auf 14 Millionen ha zurückgegangen , aber im Frühjahr erschienenen NANU-Bericht zur Artenvielfalt wird festgehalten , dass "die intensive industrielle Landwirtschaft" dafür verantwortlich ist, dass in den letzten 20 jahren die Artenverarmung dramatisch vorangeschritten ist. Reciht das grüne parteibuch alleine um so zu verdummen oder muss man gleichzeitig noch Mitglied in mehreren Spendensammelorganisationen sein ?
und was bedeutet in dem zusammenhang "intensive" Landwirtschaft?? Für das Bodenleben macht es keinen unterschied , ob die Pflanze *Unkraut* thermisch, händisch oder chemisch entfernt wurde. Der Einfluss auf die im Bionetz vor und nachgelagerten Organismen ist gleich. Das wurde schon in Untersuchungen zu Anfängen des chemischen Pflanzenschutzes in den 60er und 70er jahren nachgewiesen.





Die Brachen waren biologisch fast tote Flächen.Hatte vorher niemand mit gerechnet, hat alle Beteiligten überrascht.

,

klar. Noch irgendwelche Holzschnitte aus dem Katalog?


Da Mitteleuropa von (heutiger potenzieller) Natur aus Waldland wäre, bleibt Offenland von Landwirtschaft abhängig. Spezialfälle (Moore, Dünen, Felsen) haben ihre speziellen Probleme. Daher sind die Offenlandarten im wesentlichen von Landwirtschaft abhängig und ihr (qualitatives) Vorhandensein von der Flächengröße weitgehend unabhängig! Die Aussage, wonach die Intensität der Nutzung die Arten aussterben lässt, ist korrekt. Der "produktintegrierte Naturschutz" sucht auch im intensiven Bereich nach Lösungen, hat aber bisher wenig Substanzielles, außer Lerchenfenster, Hamsterstreifen. HALM, früher HIAP hat wenig gute Naturschutzwirkung, handwerklich miserabel, schade um das viele Geld.
Brachen: es gibt auch lebendige. Braucht aber Randbedingungen, die Förderprogramme per Gießkanne sogar helfen zerstören, jedenfalls kaum je schaffen. Brache ist ungleich Brache. Um nur ein Schlaglicht zu fokussieren: eine nur einmal gejauchte oder gedüngte Magerwiese wieder in gleiche physiologische Bedingungen zu bringen, braucht es einige bis etliche Jahrzehnte einer Bewirtschaftungsform, die heute nicht mehr lohnt. Und die ehemaligen Arten kehren dennoch nur teilweise zurück. Säureeinträge aus der Fossilverbrennung kommen hinzu, schon diese kann man naturschutzfachlich kaum noch kompensieren. Brachen haben analoge Probleme, daher sind tote Brachen für mich (weitere Gründen kommen hinzu) nicht überraschend. Dennoch wäre Brache Lebensraum vieler seltener und anspruchsvoller Arten, das ist kein Widerspruch. Brache allein reicht halt nicht.
Zuletzt geändert von Corella am Do 23. Jul 2015, 21:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Welfenprinz » Sa 25. Jul 2015, 15:03

Corella » Do 23. Jul 2015, 21:55 hat geschrieben:
Da Mitteleuropa von (heutiger potenzieller) Natur aus Waldland wäre, bleibt Offenland von Landwirtschaft abhängig. Spezialfälle (Moore, Dünen, Felsen) haben ihre speziellen Probleme.


Wenn du soweit an die natürliche Basis zurückgehst , stellst du die Besiedlung durch den menschen insgesamt in Frage.
Wenn ich die norddeutsche Tiefebene nicht entwässere(also grundlegende tiefgreifende Veränderungen, die zu gänzlich anderen Biotopen führen, vornehme) , ist sie in den meisten Gegenden nicht von menschen bewohnbar.
Da sind wir ziemlich schnell an der Grenze, als Mensch zu akzeptieren, dass unser Verhalten Folgen hat, und dass wir dafür kein schlechtes Gewissen haben müssen.



(qualitatives) Vorhandensein von der Flächengröße weitgehend unabhängig!


Wenn nur noch 10 mio ha, nur noch 5 Mio ha , nur noch 1 Mio ha LN da ist, hat das immer noch denselben Effekt wie 20 Mio ha????
Tschuldigung , du willst mich für dumm verkaufen.
Es ist vollkommen egal, ob diese "offenfläche" jetzt aus Autobahnen, Windrädern , Einfamilienhäusern oder Radweegen besteht??? Wobei für mich der zerschneidende Effekt für mich jetzt noch gewichtiger wäre als der betonierende.
Ich will bestimmt nicht den zusammenhang von Landwirtschaft und Artenvielfalt leugnen........ was mich an dem NANU Bericht stört ist die einfaktorielle Zuweisung.


Die Aussage, wonach die Intensität der Nutzung die Arten aussterben lässt, ist korrekt.


Dann ist erstmal die Frage "was ist intensiv".
Ich glaube,da besteht im heutigen Diskurs eine sehr unterschiedliche Auffassung drüber.
Landwirtschaftlich bezeiht sich das Wort ziemlich eindeutig auf den Faktoreneinsatz. Der genannte Mais z.B. ist eindeutig extensiv. Drillen, 1x Unkrautspritzen, fertig, das wars.


Der "produktintegrierte Naturschutz" sucht auch im intensiven Bereich nach Lösungen, hat aber bisher wenig Substanzielles, außer Lerchenfenster, Hamsterstreifen. HALM, früher HIAP hat wenig gute Naturschutzwirkung, handwerklich miserabel, schade um das viele Geld.


Feigenblatthandlung, ja.
Was spricht dagegn auf Natur, Evolution zu vertrauen. Wo eine Art weicht, macht sie Platz für eine neue. Wenn wir Geduld und zeit hätten , und zwar in natürlichen Dimensionen, würden sich da andere Organismen ansiedeln.Neue Biotope bilden. Das verhindern wir, indem wir Zustände wiederherstellen oder erhalten wollen, für die die grundlagen schon lange nciht mehr da sind.
Brachen: . Brachen haben analoge Probleme, daher sind tote Brachen für mich (weitere Gründen kommen hinzu) nicht überraschend. Dennoch wäre Brache Lebensraum vieler seltener und anspruchsvoller Arten, das ist kein Widerspruch. Brache allein reicht halt nicht.


Wenn eine Landschaft jahrzehntelang(2 Jahrhunderte) ackerbaulich genutzt ist, weist sie darauf spezialisierte Fauna auf. Eine 3-5 jährige Brache ist dafür dann erstmal ein Fremdkörper. Um nur ein simples Beispiel zu nehmen(ich weiss es gibt ökologisch "wertvollere" Arten) : Hasen, Rehe, Wildschweine brauchen lichte Pflanzenbestände , in denen sie sich bewegen können. Brachen bilden tendenziell dichte und verfilzte Pflanzenbestände aus, die dann von solchen Arten überhaupt nicht als Rückzugs- oder Ruheraum angenommen werden. Die Kürze der zeit und die Kleinräumigkeit verhindern so, das sich die zu diesem "neuen" biotop passenden Organismen darauf ansiedeln.
Die Veränderungen im Edaphon wären dann noch viel tiefgreifender und weitreichender , aber das fürht hier zu weit.
Da die Brachen aber eh aus agrarpolitischen Erwägungen geschaffen waren, ist es eh falsch sie unter Naturschutzaspekten zu bewerten.
Zuletzt geändert von Welfenprinz am Sa 25. Jul 2015, 15:06, insgesamt 1-mal geändert.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Provokateur » Sa 8. Aug 2015, 18:24

Wildschweine töten Mann im Wald.

Keiler hauen ihre Waffen gerne in Beine von Leuten. Wenn da nicht schnell Hilfe geleistet wird, ist man verblutet, bevor man "Du Schwein!" sagen kann.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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