In Europa ist die Wildnis zurück

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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 19:33

IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 19:17 hat geschrieben:
Aber worin besteht genau das Problem, Verdrängung einer heimischen Art durch Einwanderung, wie z.B amerikanische Eichhörnchen oder Nerze die europäischen verdrängen?

http://www.br.de/themen/wissen/artensch ... rz100.html

Wie hier?


Zum Beispiel in allochthonen Mauereidechsen, Würfelnattern, Sumpfschildkröten, Smaragdeidechsen...

Nachtrag bzw. nochmal: solch allochthonen können mit autochthonen hybridisieren oder letztere verdrängen. Das führt zu genetischer Verarmung unterhalb Artniveau. Nicht wenige hängen hier: wenn etwas dazu kommt, wieso wird was ärmer? Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn Du auf den Gesamtaspekt schaust. Leicht verständliches Beispiel: stell Dir einen Berg vor, dessen Spitze die Vegetationszone etwas übersteigt. Nun erwärmt sich das Klima, die Arten wandern rauf. Kaltangepasste sterben lokal aus, weil sie irgendwann nicht weiter können. Trotzdem wird es an der Spitze immer artenreicher und biodiverser. Der Gesamtaspekt verliert aber Arten und wird ärmer. So ist das mit der Verdrängung oder Hybridisierung autochthoner durch allochthoner Subspezies auch.
Zuletzt geändert von Corella am Mo 13. Apr 2015, 20:06, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 19:54

prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 17:52 hat geschrieben:
Und woran liegt das? Wer sitzt denn da in der Verwaltung?
Biologen, Geographen, "Public Administrators" ( :D )?


Eine inhaltlich zugeschnittene Ausbildung versuchen ja Fachrichtungen der Geographie, Landespflege und weitere. Die greifen im biologischen zu kurz. Biologen können je nach Fachrichtung auch sogar fachfremd sein und i.d.R. zu wenig Verwaltung. Manche schieben letzteres nach, verlernen dann aber gern Artenkenntnis, noch häufiger versauern sie in der Mühle (zum Beispiel leidenschaftslosen Chef, der Aufsicht ist, aber keinen Ärger eingehen will). Im Grunde braucht es ein Doppelstudium, während auf solch Ebenen nicht mal die Qualifikation eines Studiums bezahlt wird.
Nochmal: wenn solch genannte Prüfaufgaben von Aufsichten nicht bewältigt werden, dann können freischaffende Gutachter schreiben was sie wollen, es wird genehmigt. Entsprechend haben die seriösen ein Problem am Markt. Klar gibt es pressetaugliche Fälle, die frems hier anführen wird, sie sind aber nicht repräsentativ für 90 + x der Standardverfahren, wo unterschiedslos durchgewunken, bzw. schon bei der Bestandsaufnahme geschludert wird.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 20:20

Corella » Mo 13. Apr 2015, 19:33 hat geschrieben:
Zum Beispiel in allochthonen Mauereidechsen, Würfelnattern, Sumpfschildkröten, Smaragdeidechsen...

Nachtrag bzw. nochmal: solch allochthonen können mit autochthonen hybridisieren oder letztere verdrängen. Das führt zu genetischer Verarmung unterhalb Artniveau. Nicht wenige hängen hier: wenn etwas dazu kommt, wieso wird was ärmer? Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn Du auf den Gesamtaspekt schaust. Leicht verständliches Beispiel: stell Dir einen Berg vor, dessen Spitze die Vegetationszone etwas übersteigt. Nun erwärmt sich das Klima, die Arten wandern rauf. Kaltangepasste sterben lokal aus, weil sie irgendwann nicht weiter können. Trotzdem wird es an der Spitze immer artenreicher und biodiverser. Der Gesamtaspekt verliert aber Arten und wird ärmer. So ist das mit der Verdrängung oder Hybridisierung autochthoner durch allochthoner Subspezies auch.


Aber die Arten müssen sich dazu ähneln bzw. kreuzbar sein. Ich kann den Supergau nicht entdecken, glaube allerdings auch nicht, das derartiges dauerhaft verhindert werden kann .
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 20:25

Corella » Mo 13. Apr 2015, 20:54 hat geschrieben:
Eine inhaltlich zugeschnittene Ausbildung versuchen ja Fachrichtungen der Geographie, Landespflege und weitere. Die greifen im biologischen zu kurz. Biologen können je nach Fachrichtung auch sogar fachfremd sein und i.d.R. zu wenig Verwaltung. Manche schieben letzteres nach, verlernen dann aber gern Artenkenntnis, noch häufiger versauern sie in der Mühle (zum Beispiel leidenschaftslosen Chef, der Aufsicht ist, aber keinen Ärger eingehen will). Im Grunde braucht es ein Doppelstudium, während auf solch Ebenen nicht mal die Qualifikation eines Studiums bezahlt wird.
Nochmal: wenn solch genannte Prüfaufgaben von Aufsichten nicht bewältigt werden, dann können freischaffende Gutachter schreiben was sie wollen, es wird genehmigt. Entsprechend haben die seriösen ein Problem am Markt. Klar gibt es pressetaugliche Fälle, die frems hier anführen wird, sie sind aber nicht repräsentativ für 90 + x der Standardverfahren, wo unterschiedslos durchgewunken, bzw. schon bei der Bestandsaufnahme geschludert wird.


Schon das normale Biologiestudium vermittelt nach meinem (alles andere als repräsentativen) Eindruck keine soliden Artkenntnisse, "verlernt werden" kann da im Verwaltungssumpf dann ja wenig. :D

Und natürlich existieren in dem Bereich wenige und vermutlich oft schlecht bezahlte Jobs. Ich kenne ein paar Bio-Masters, die jetzt Altenpflege u.ä. lernen........als Biologe ist es schwer.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 20:32

IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 21:20 hat geschrieben:
Aber die Arten müssen sich dazu ähneln bzw. kreuzbar sein. Ich kann den Supergau nicht entdecken, glaube allerdings auch nicht, das derartiges dauerhaft verhindert werden kann .


Natürlich sind die kreuzbar, er schreibt doch von Hybridisierung mit Autochthonen.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 20:33

prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 20:25 hat geschrieben:
Schon das normale Biologiestudium vermittelt nach meinem (alles andere als repräsentativen) Eindruck keine soliden Artkenntnisse, "verlernt werden" kann da im Verwaltungssumpf dann ja wenig. :D

Und natürlich existieren in dem Bereich wenige und vermutlich oft schlecht bezahlte Jobs. Ich kenne ein paar Bio-Masters, die jetzt Altenpflege u.ä. lernen........als Biologe ist es schwer.


Ausnahmen gibt es aber. Meist wieder geteilt in Botanik und Faunistik. Somit wären wir eigentlich schon fast bei einem Dreifachstudium... Wer aus Berufung in die Branche möchte und neben Bio noch in einen guten, kleinen, akademischen Verband geht, hat für einen wenigstens auskömmlichen job dann durchaus gute Aussichten. Die Leut müssten halt wissen, was sie wollen und die Kniffe bekommen sie kaum an der Uni mit...
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 20:36

IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 20:20 hat geschrieben:
Aber die Arten müssen sich dazu ähneln bzw. kreuzbar sein. Ich kann den Supergau nicht entdecken, glaube allerdings auch nicht, das derartiges dauerhaft verhindert werden kann .


Autsch, Du bist zu faul, den Begriff Subspezies nachzuschlagen! Von Supergau sprach ich nicht, sondern von Verarmung und verringerter Resilienz. Würde sagen Trollende, oder ganz anderes Bemühen!
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 21:15

Corella » Mo 13. Apr 2015, 20:36 hat geschrieben:
Autsch, Du bist zu faul, den Begriff Subspezies nachzuschlagen! Von Supergau sprach ich nicht, sondern von Verarmung und verringerter Resilienz. Würde sagen Trollende, oder ganz anderes Bemühen!


Sorry Herr Doktor , wird nicht mehr vorkommen. Nenne es doch Unterart, einfacher.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 21:24

prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 20:32 hat geschrieben:
Natürlich sind die kreuzbar, er schreibt doch von Hybridisierung mit Autochthonen.


Ich halte Hybridisierung weder für wirklich schlimm, noch für langfristig verhinderbar. Die Natur macht, jeder menschliche Lenkungsversuch ist letztlich schlimmer als das was befürchtet wird.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon frems » Mo 13. Apr 2015, 21:25

Corella » Mo 13. Apr 2015, 20:31 hat geschrieben:Ich lese solche Dinger beruflich, auch die mit den vielen Seiten.

Schön. Dann weißt Du ja, daß die Pläne nicht nur aus bunten Bildchen bestehen, die mich angeblich beeindrucken. (Ich frag lieber nicht, wie Du darauf kommst.)

Zum Problem der Verlagerung von Problemen liest Du z.B. "Artenschutz im Bebauungsplanverfahren" http://www.amazon.de/Artenschutz-im-Beb ... nverfahren.

Ist mir doch bekannt. Aber Tipp: Jemanden willkürlich -- ohne stichhaltige Argumentation -- vorzuwerfen, er würde vielleicht was von Theorie verstehen, aber nicht von der Praxis, um anschließend Standardlektüre zu verlinken, ist nicht überzeugend.

Wahrscheinlich Jurist oder nahestehend. Kannst toll formulieren, wie es sein soll und mit bunten Seiten, kann man Dich beeindrucken. Dann machst Du wie alle anderen einen schönen Haken hinter den Positionen Deiner Checklisten und was draußen wirklich passiert, das übliche Achselzucken.

Kann ich? Danke.

Und NEIN: der "besondere Artenschutz" unterliegt NICHT dem Abwägungsgebot!

Doch. :)

Vielleicht bist Du doch kein Jurist, sondern eher in einer Kommune oder so, wo viele das Gesetz nicht genügend kennen, so wie Du!

Du meinst also, ich wär dann doch ein Mann aus der Praxis? Tja, wie mit Bologna. Studiengebühren kommen? Schrecklich, Bologna ist schuld! Sie werden abgeschafft? Schlimm, Bologna! Eine Hochschule hat Anwesenheitspflicht eingeführt? Den Übeltäter kennt man schon! Ein Landesbildungsministerium schafft sie ab? Na, der Schuldige ist auch klar. :p

Aber mal ehrlich: Deine Sorgen sind wohl in Theorie und Praxis nicht nötig. B-Pläne werden niemals von nur einer Person entworfen, beschlossen, geprüft oder umgesetzt. Selbst wenn Dir irgendwo in Posemuckel mal jemand über den Weg lief, der aus dem Effeff irgendein Detail nicht wußte, ist dies kein Drama. Such Dir irgendein raumbedeutsames Vorhaben aus Deiner Gegend raus, such die Umweltverträglichkeitsprüfung, schau wer sie erstellt hat und welche Ausgleichsmaßnahmen -- die es laut Dir/Euch ja nicht gibt, obwohl die "Planerbibel" BauGB sie gleich bei § 1a vorschreibt -- es gab. Einfach zu behaupten, gar nichts würde geprüft, ist extrem albern. Da helfen keine personenbezogenen Mutmaßungen über Qualifikation oder Tätigkeit anderer. Da hättest Du mich auch fragen können. Man kann auch virtuell interdisziplinär und kooperativ arbeiten. Nicht nur zwischen Behörden, Umweltprüfern, Planungsbüros, TÖBs etc. pp.
Labskaus!

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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 21:47

Besonderer Artenschutz und BLP: §1 Abs. 6 Nr. 7 a) BauGB sagt "Tiere und Pflanzen". Das ist ungleich den BESONDERS GESCHÜTZTEN Arten, die die 44er Verbote BNatSchG nennen. Auch wenn es Dir schwer fällt, Du irrst und jetzt mag ich nicht mehr. Schlag selbst erstmal nach, bevor...!
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon frems » Mo 13. Apr 2015, 22:12

Corella » Mo 13. Apr 2015, 22:47 hat geschrieben:Besonderer Artenschutz und BLP: §1 Abs. 6 Nr. 7 a) BauGB sagt "Tiere und Pflanzen". Das ist ungleich den BESONDERS GESCHÜTZTEN Arten, die die 44er Verbote BNatSchG nennen. Auch wenn es Dir schwer fällt, Du irrst und jetzt mag ich nicht mehr. Schlag selbst erstmal nach, bevor...!

Aber Deine anderen Irrtümer (Ausgleichsmaßnahmen, F-Plan, Verwaltungsverfahren, Planfeststellung, Rolle der Aufsichtsbehörde, Anhänge von B-Plänen usw.) siehst Du nun ein? Na gut, immerhin, dann klären wir den letzten auch noch:

Eine fehlerhafte FFH-Vorprüfung und eine unzureichende Berücksichtigung der allgemeinen Belange des Naturschutzes, der Landschaftspflege sowie des Bodenschutzes (Flächenverbrauch, Ausgleichsmaßnahmen) führen zu einem Abwägungsdefizit und damit zur Unwirksamkeit des Bebauungsplans [...] Durch die kleine Artenschutznovelle 2007, die in das BNatSchG 2010 übernommen worden ist, hat der Gesetzgeber die europarechtlichen Anforderungen des Richtlinienrechts in nationales Recht umgesetzt. Die Verbotstatbestände haben in § 44 BNatSchG ihren Platz gefunden. Die Ausnahmen sind in § 45 VII BNatSchG geregelt. Für verbleibende unzulässige Eingriffe können unter den Voraussetzungen des § 67 BNatSchG Befreiungen erteilt werden. Das BVerwG hat sich gerade in neueren Entscheidungen übertriebenen Anforderungen an den Artenschutz nicht angeschlossen und sich vielmehr für eine ausgewogene Integration artenschutzrechtlicher Belange in das Planungs- und Zulassungsrecht eingesetzt.30 [...] Bei der Aufstellung eines Bebauungsplans muss daher über die allgemeine Abwägung hinaus der Artenschutz in dem gebotenen Umfang abgeprüft werden. Diese Prüfung gilt auch für Innen- und Außenbereichsvorhaben. Vor allem sind auch die Innenbereichsvorhaben nicht automatisch von den artenschutzrechtlichen Verbotstatbeständen freigestellt, wie spätestens seit dem Urteil des BVerwG zum Polizeipräsidium Magdeburg52 klar ist.53

http://www.stueer.business.t-online.de/ ... tu0910.pdf

Es nützt da auch nichts, wenn man vor Jahrzehnten etwas eifrig lernte und einbrannte, was heute gar nicht mehr gegeben ist; egal ob bei rechtlichen Grundlagen oder bei wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Daß im Einzelfall kleine Naturschutzbedenken einem großen Interesse der Allgemeinheit untergestellt werden, hab ich ja nicht bestritten, aber genau dies besagt das Abwägungsgebot, das sich auf das Verhältnismäßigkeitsprinzip beruft. Wie Du aus extrem seltenen, banalen Fällen darauf schließt, es würde gar nichts geprüft und alles nur durchgewunken (und das auch noch wegen mangelnder Kompetenz von allmächtigen Einzelpersonen), bleibt das große, ungelöst Rätsel. Aber Du kannst auch diese Punkte gerne wieder ignorieren und neue Einwände, ob ad personam oder vom Küchentisch, einbringen.
Labskaus!

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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 23:16

frems » Mo 13. Apr 2015, 22:12 hat geschrieben:Aber Deine anderen Irrtümer (Ausgleichsmaßnahmen, F-Plan, Verwaltungsverfahren, Planfeststellung, Rolle der Aufsichtsbehörde, Anhänge von B-Plänen usw.) siehst Du nun ein? Na gut, immerhin, dann klären wir den letzten auch noch:


http://www.stueer.business.t-online.de/ ... tu0910.pdf

Es nützt da auch nichts, wenn man vor Jahrzehnten etwas eifrig lernte und einbrannte, was heute gar nicht mehr gegeben ist; egal ob bei rechtlichen Grundlagen oder bei wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Daß im Einzelfall kleine Naturschutzbedenken einem großen Interesse der Allgemeinheit untergestellt werden, hab ich ja nicht bestritten, aber genau dies besagt das Abwägungsgebot, das sich auf das Verhältnismäßigkeitsprinzip beruft. Wie Du aus extrem seltenen, banalen Fällen darauf schließt, es würde gar nichts geprüft und alles nur durchgewunken (und das auch noch wegen mangelnder Kompetenz von allmächtigen Einzelpersonen), bleibt das große, ungelöst Rätsel. Aber Du kannst auch diese Punkte gerne wieder ignorieren und neue Einwände, ob ad personam oder vom Küchentisch, einbringen.


Was ein Geschwurbel im Bemühen um Gesicht zu wahren! Einzelfall und kleine Bedenken gehört zu Befreiung, nein davon sprach ich nicht. Dir abermals auch den Rest zu beweisen, müsste ich Verschwiegenheitspflichten brechen. Vollzugsdefizite, die ich aus der Praxis beschrieb, sind ansonsten etwas sehr triviales und kommen auch aus den Mündern der Ministerien, Quellen, zumindest Stichworte gab ich ein. Mehr Mühe ist mir das in dieser Atmosphäre nicht wert, Ende und aus!
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon frems » Di 14. Apr 2015, 12:26

Corella » Di 14. Apr 2015, 00:16 hat geschrieben:
Was ein Geschwurbel im Bemühen um Gesicht zu wahren! Einzelfall und kleine Bedenken gehört zu Befreiung, nein davon sprach ich nicht. Dir abermals auch den Rest zu beweisen, müsste ich Verschwiegenheitspflichten brechen. Vollzugsdefizite, die ich aus der Praxis beschrieb, sind ansonsten etwas sehr triviales und kommen auch aus den Mündern der Ministerien, Quellen, zumindest Stichworte gab ich ein. Mehr Mühe ist mir das in dieser Atmosphäre nicht wert, Ende und aus!

Verstehe. Ich belege all meine Aussagen und widerlege Deine, aber Du erklärst einfach mal Fehler bei "90 + x %" und Quelle gibt's wegen Verschwiegenheit nicht. Alles klar. Da ist "Ende und aus" wohl besser. :)
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Di 14. Apr 2015, 17:29

frems » Di 14. Apr 2015, 12:26 hat geschrieben:Verstehe. Ich belege all meine Aussagen und widerlege Deine, aber Du erklärst einfach mal Fehler bei "90 + x %" und Quelle gibt's wegen Verschwiegenheit nicht. Alles klar. Da ist "Ende und aus" wohl besser. :)


Also da muss ich mich doch noch mal melden, weil das ist ja wohl ein bisschen arg dreist!
Dir wurde nachgewiesen, dass besonderer Artenschutz in der Bauleitplanung nicht der Abwägung unterliegt. Das hattest du zuvor mindestens dreimal ohne Quelle behauptet, in frechen und Moderatoren unwürdigen Worten.
Dir wurde nachgewiesen, dass inhaltliche Prüfaufgaben im BNatSchG bestehen, die du zuvor als frei erfunden bezeichnetest.
Du behauptest, das die dir verlinkte Buchquelle zu kennen und hättest einlenken müssen, dass Probleme der Verlagerung von höheren zu Folgeplanungen bestehen und Teile der diversen Vollzugsdefizite erzeugen.
Du laberst mich mich Passagen zu Ausnahme und Befreiung voll, das seien die Bedenken, die ich nicht so wichtig nehmen soll. Vielleicht bist du auch einfach nur ein Angeber, der mich zunächst bluffen konnte. Du bist zuletzt einfach nur abgewichen, aber wenn schon, können wir dich ja mal testen: was kommt in der Planung vor der Ausnahme nach 45 (7)? Steht im Büchelchen, das du zu kennen vorgibst an prominenter Stelle und ist die relevante Regelung artenschutzrechtlicher Planung. Na, welcher Paragraph und wie nennt man es?
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon prime-pippo » Di 14. Apr 2015, 17:31

IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 22:24 hat geschrieben:
Ich halte Hybridisierung weder für wirklich schlimm, noch für langfristig verhinderbar. Die Natur macht, jeder menschliche Lenkungsversuch ist letztlich schlimmer als das was befürchtet wird.


Wie ich schon schrieb, halte ich in vielen Fällen die Frage, ob es sich um den autochthonen Typ handelt, auch für nachrangig. Wenn beispielsweise weit und breit leere Agrarsteppe existiert, ist auch die Ansiedlung einer allochthonen Unterart/ Varietät/ Form (wie auch immer) meines Erachtens nicht nutzlos.
Insbesondere, wenn der autochthone Typ praktisch gar nicht mehr existiert......

Corellas Argumetation ist dennoch natürlich weitgehend korrekt und nachvollziehbar.


@Corella/Frems: Die Schärfe und Empfindlichkeit, die sich bei euch einschleichen, sind doch gar nicht nötig..... ;)
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Di 14. Apr 2015, 17:44

prime-pippo » Di 14. Apr 2015, 17:31 hat geschrieben:
Wie ich schon schrieb, halte ich in vielen Fällen die Frage, ob es sich um den autochthonen Typ handelt, auch für nachrangig. Wenn beispielsweise weit und breit leere Agrarsteppe existiert, ist auch die Ansiedlung einer allochthonen Unterart/ Varietät/ Form (wie auch immer) meines Erachtens nicht nutzlos.
Insbesondere, wenn der autochthone Typ praktisch gar nicht mehr existiert......

Corellas Argumetation ist dennoch natürlich weitgehend korrekt und nachvollziehbar.


@Corella/Frems: Die Schärfe und Empfindlichkeit, die sich bei euch einschleichen, sind doch gar nicht nötig..... ;)


Wir setzen uns gegenseitig in die ignore-list, ich beginne jetzt wirklich, versprochen.

Weiter zum Vertiefen unseres Themas: Wir Artenschützer werden nicht umhin kommen, zunehmend Arten bewusst aufzugeben. In diesen Rahmen gehörte dann auch, Erhaltung unterhalb Artniveau aufzugeben. Noch sträubt es mir, es sind auch schon fast abgenippelte wieder auferstanden. Vor allem musst Du aber bedenken, dass die verwandtschaftliche Entfernung sich nicht notwendigerweise am Artstatus fest macht. Einigen wir uns daher wenigstens auf: fallweise und nicht unkontrolliert, soweit möglich.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Provokateur » Di 14. Apr 2015, 18:38

Neozoon Nandu.

Schmeckt aber nicht.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon prime-pippo » Di 14. Apr 2015, 22:26

Die Geschichte mit den Nandus verfolge ich schon seit einigen Jahren......und sehe das gar nicht so negativ. Sie fügen sich gut ein, wirklichen ökologischen Schaden verursachen sie (im Gegensatz zu anderen Einwanderern) nicht.

Dass man die Tiere einerseits schützt, andererseits aber nicht die sonst üblichen Entschädigungszahlungen zahlt, leuchtet mir allerdings nicht ein.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Provokateur » Mi 15. Apr 2015, 05:47

Nun ja, Entschädigungen gibt es nur bei durch jagdbares Wild (auch ganzjährig geschützt) verursachten Schäden. Das ist es ja gerade, warum Jäger eine Strecke haben, wenn man ihnen nachweist, dass sie im Jahr nicht genug geschossen haben, holt man einen Teil des Geldes von ihnen zurück.
Hier besteht eine Gesetzeslücke.
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