In Europa ist die Wildnis zurück

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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 13:24

IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 13:08 hat geschrieben:

Genau das . Nebenbei, der Wolf selektiert wesentlich besser als das Gewehr, er sammelt tatsächlich kranke Tiere heraus und stärkt durch seinen Selektionsdruck, die genetische Vitalität der gejagten Population. Der Mensch trifft aus dem Hinterhalt alles, auch genetisch wertvolle Tiere, die der Wolf nicht erlegen würde, weil sie sich dem Selektionsdruck entziehen, und dann Lebenskraft weitergeben könnten.





Teeernte » Mo 13. Apr 2015, 13:20 hat geschrieben:
...genau - weil der Wolf ja die Abschussquoten gut lesen kann - und genau weiß - wo der Mensch Bäume wachsen lassen MÖCHTE.


Du hast nicht mal die Hälfte von dem was ich schrieb begriffen.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Teeernte » Mo 13. Apr 2015, 13:27

prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 10:22 hat geschrieben:Wieso "gesperrter Wald"?


Selbst große Naturschutzverbände fordern Ruhe- und Tabuzonen für die Tierwelt.

Muß es wirklich sein, daß spätabends Jogger durch den Wald rennen oder in der Dämmerung die Pferde ausgeritten werden.....


Biosphärenreservat Elbe - damit hat man viele Naherholungsgebiete der Bürger einfach DICHT gemacht - .....
...dann mit Grossmaschinen Rohrleitungen verbuddelt - und Radwege eingebracht.

Man müsste SCHADENERSATZ einfordern !!
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Teeernte » Mo 13. Apr 2015, 13:30

IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 14:24 hat geschrieben:Du hast nicht mal die Hälfte von dem was ich schrieb begriffen.


Will ich das ? Deine Argumente sind nicht stichhaltig - um Geld rauszuschmeissen - für Viehcher - die bereits mein Urahne geschossen hat.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 14:50

Teeernte » Mo 13. Apr 2015, 14:27 hat geschrieben:


Biosphärenreservat Elbe - damit hat man viele Naherholungsgebiete der Bürger einfach DICHT gemacht - .....
...dann mit Grossmaschinen Rohrleitungen verbuddelt - und Radwege eingebracht.

Man müsste SCHADENERSATZ einfordern !!


Ja, Ruhezonen soll es ruhig geben, wenn das Sinn macht......seit wann kann man denn überall längs?

Ich fahre hier im Sommer gerne mit dem Rad an der Förde entlang, muss aber einen Abschnitt immer großräumig umfahren.......militärisches Sperrgebiet.
Frag ich mich auch, was der Scheiß solll...... :x
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Provokateur » Mo 13. Apr 2015, 15:08

Da wird es ab und zu ziemlich laut (wenn die Marineinfanterie oder Kampfschwimmer üben), ist den Rest der Zeit aber ziemlich leise. Truppenübungsplätze sind richtige Biosphären geworden.
In manchen Bereichen darf man schon nicht mehr schanzen, weil man irgendwelche Trockenwiesenorchideen oder Kugelwürmer stört.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 15:44

Provokateur » Mo 13. Apr 2015, 15:08 hat geschrieben:Da wird es ab und zu ziemlich laut (wenn die Marineinfanterie oder Kampfschwimmer üben), ist den Rest der Zeit aber ziemlich leise. Truppenübungsplätze sind richtige Biosphären geworden.
In manchen Bereichen darf man schon nicht mehr schanzen, weil man irgendwelche Trockenwiesenorchideen oder Kugelwürmer stört.


....die sind auch wesentlich umweltfreundlicher als Soldaten.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 15:50

Teeernte » Mo 13. Apr 2015, 13:30 hat geschrieben:
Will ich das ? Deine Argumente sind nicht stichhaltig - um Geld rauszuschmeissen - für Viehcher - die bereits mein Urahne geschossen hat.


Darum geht es nicht, denn selbst wenn, wäre es offensichtlich vergebens. Das du deine Urahnen dafür schätzt das sie die Artenvielfalt zerstört haben , ist bezeichnend.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 16:05

frems » So 12. Apr 2015, 23:16 hat geschrieben:Da muß ich leider auch widersprechen. :p In erster Linie ist es Aufgabe der Planungsbehörde, bei raumbedeutsamen Vorhaben die Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen und ggf. Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen zu entwickeln. Zudem ist eine breite Beteiligung, u.a. durch Träger öffentlicher Belange und weiterer Stakeholder (z.B. Umweltverbände), schon formell vorgegeben und wird meist um informelle partizipative Planungsinstrumentarien über lange Zeit ergänzt. Da geht's nicht um "ein bisschen Bachelor" (= gehobener Dienst und damit eh nicht entscheidungsberechtigt mangels technischem Referendariat), wenn die Aufsichtsbehörde die rein rechtliche Kontrolle vornimmt. Das Planungsermessen hierfür liegt primär bei der planenden Behörde bzw. Kommune und ihrer durchzuführenden Fachplanung, die auch lieber aufs Planfeststellungsverfahren bei größeren Vorhaben in Außengebieten zurückgreift. Das ist gar nicht (mehr) Aufgabe der Aufsichtsbehörde, sondern das rechtliche Prozedere zu überprüfen, zumal sich die meisten Klagen (auch wenn sie meist nicht durchkommen) gegen vermeintliche Formfehler richten.

So ein Prozeß dauert auch mal mehrere Jahre, selbst wenn man aufs beschleunigte Plangenehmigungsverfahren zurückgreift. Da winkt niemand irgendwelche Satzungen durch, deren Vorhaben von größerer Bedeutung für die Umwelt sind. Ansonsten hat man gerne später nur noch mehr Arbeit. Selbst wenn kein kritischer Bürger die Chose begleitet, werden (je nach Umfang) hunderte Beamte, Ingenieure, Politiker, Träger öffentlicher Belange usw. das Ding bewertet haben, weil ihre Stellungnahme dafür notwendig ist. Kein Grund zur Panik.


Lach. Dann nimm Dir mal so einen Plan und schau im Gelände nach, was die bunten Karten mit der Realität zu tun haben. Und dann siehst Du auch, was ich mit Vollzugsdefizit in der BLP meine. Regionalplan -> FNP -> BLP verschieben regelmäßig so lästige Problemchen wie Vorkommen streng geschützter Arten gern auf die nächste Planungsebene. Und so landen die relevanten Aspekte, wenn sie überhaupt jemand bemerkt (da hilft auch keine TÖB!), eben doch beim kleinen Bachelor. Das Risiko ist hoch, denn §44 BNatSchG betreffende Belange unterliegen nicht der Abwägung und überwiegen eine BLP, die bloß Satzung ist. Es sind schon BLPs dadurch für hinfällig erklärt worden, leider noch zu selten. Und § 19 harrt der Anwendung, wie Stichwort "Biodiversitätsstrategie" im Bundesumweltministerium gerade wahrgenommen wird (hier entlang ginge es schnell ins Strafrecht, aber wer legt aus und vollzieht?). Wie sind entsprechend die allgemeinen Bestandstrends typischer Arten der Siedlungsränder, Gartenrotschwanz, Wendehals, Grau-, Kleinspecht...? Ex-Massenarten wie Girlitz, Bluthänfling, Feldsperling auch Igel und viele mehr sind dabei, in den Roten Listen höher zu klettern, dank Deiner tollen bunten Papierwerke, na Danke sehr! Nochmal: die Regeln sind gut, der Vollzug nachweislich und allgemein anerkannt ungenügend.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 16:17

IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 06:09 hat geschrieben:
Könntest du einmal ein Beispiel nennen, eine Art bzw. Unterart oder Variante welche hier heimisch ist. Aus meiner Sicht sind Populationen bedingt anpassungsfähig , wird diese Anpassungsfähigkeit überfordert verschwindet die Art / Population.


Der Mosel-Apollofalter Parnassius apollo vinningensis oder die Gelbbauchunke Bombina variegata variegata. Varianten und Ökotypen werden kaum offiziell beschrieben.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 16:32

Corella » Mo 13. Apr 2015, 17:05 hat geschrieben:
Lach. Dann nimm Dir mal so einen Plan und schau im Gelände nach, was die bunten Karten mit der Realität zu tun haben. Und dann siehst Du auch, was ich mit Vollzugsdefizit in der BLP meine. Regionalplan -> FNP -> BLP verschieben regelmäßig so lästige Problemchen wie Vorkommen streng geschützter Arten gern auf die nächste Planungsebene. Und so landen die relevanten Aspekte, wenn sie überhaupt jemand bemerkt (da hilft auch keine TÖB!), eben doch beim kleinen Bachelor. Das Risiko ist hoch, denn §44 BNatSchG betreffende Belange unterliegen nicht der Abwägung und überwiegen eine BLP, die bloß Satzung ist. Es sind schon BLPs dadurch für hinfällig erklärt worden, leider noch zu selten. Und § 19 harrt der Anwendung, wie Stichwort "Biodiversitätsstrategie" im Bundesumweltministerium gerade wahrgenommen wird (hier entlang ginge es schnell ins Strafrecht, aber wer legt aus und vollzieht?). Wie sind entsprechend die allgemeinen Bestandstrends typischer Arten der Siedlungsränder, Gartenrotschwanz, Wendehals, Grau-, Kleinspecht...? Ex-Massenarten wie Girlitz, Bluthänfling, Feldsperling auch Igel und viele mehr sind dabei, in den Roten Listen höher zu klettern, dank Deiner tollen bunten Papierwerke, na Danke sehr! Nochmal: die Regeln sind gut, der Vollzug nachweislich und allgemein anerkannt ungenügend.


Gemein, wie du gegen die Bachelors schießt. Als wenn die irgendwo einen Job finden würden. :D
Ich habe letzten Sommer einer Biologie-Studentin bei einer Vegetationsstrukturanalyse für ihre Masterarbeit geholfen, die kannte absolut nichts. Spielt im Studium wohl kaum eine Rolle.

Das Verschwinden vieler ehemaliger Massenarten sticht ins Auge.......was auf theoretischer Ebene für tolle Projetkte in den Schubladen liegen, kann ich nicht beurteilen. Mir würde aber wohl auffallen, wenn diese häufiger in die Praxis umgesetzt werden würden. Sehe da aber eher wenig.....

Corella » Mo 13. Apr 2015, 17:17 hat geschrieben:Der Mosel-Apollofalter Parnassius apollo vinningensis oder die Gelbbauchunke Bombina variegata variegata. Varianten und Ökotypen werden kaum offiziell beschrieben.


Ich habe auf Sylt mal versucht, gezielt die dort vorkommenden Widderchen (Zygaena) auf meine Terrasse zu locken. Hornklee (L. corniculatus) und Witwenblume (K. arvensis) vom Festland mitgebracht......die hatten keine Chance, der salzige Wind hat sie immer wieder komplett zerfetzt.
Erst dann fiel mir auf, dass die Sylter Bestände deutlich kompakter wachsen.......das war so ein Fall, wo der Einsatz des Lokaltyps notwendig wäre.
Zuletzt geändert von prime-pippo am Mo 13. Apr 2015, 17:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 16:48

prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 16:32 hat geschrieben:
Gemein, wie du gegen die Bachelors schießt. Als wenn die irgendwo einen Job finden würden. :D


Möchte ich so durchaus zurücknehmen. Gemeint ist, dass die inhaltliche Ausbildung (schon an den Unis, aber die ganze Dramatik ausgesprochen, glaubt nur, wer kennt, also Dir Zustimmung) gegenüber der verwaltungstechnischen, formalen weit her hinkt. Das Gesetz verlangt solch Prüfaufgaben wie "Beeinträchtigung einer lokalen Population". Schön. Wirklich schön. Und welch Ausbildung ist dafür nötig? Eben. Und wer in der Verwaltung hätte das gelernt? eben!
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Teeernte » Mo 13. Apr 2015, 16:56

prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 15:50 hat geschrieben:Ja, Ruhezonen soll es ruhig geben, wenn das Sinn macht......seit wann kann man denn überall längs?

Ich fahre hier im Sommer gerne mit dem Rad an der Förde entlang, muss aber einen Abschnitt immer großräumig umfahren.......militärisches Sperrgebiet.
Frag ich mich auch, was der Scheiß solll...... :x


http://www.elberadweg.de/start.html da ist eine Karte in der Mitte -....gut (&teuer) gemacht.

Hier ist das Fahrrad gegen Wohnmobile/Zelte angetreten.... (Naherholung) Wobei die Leute in der Gesamtheit nicht sooo auf Fahrrad standen (und stehen) wie die ehemaligen - hart umkämpften OST-WOHNWAGEN - am Wasser... ...wenige km an der Wohnung - wo man im Sommer komplett rausgezogen ist.

(Komm mit Grün - du wirst hier prächtig empfangen ....heisser Teer und Federn liegen bereit.)

Nun eben Radweg . Mit Wölfen - ....würdest Du den dann mit dem eigenen Kind "fahren" ?
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 17:19

Teeernte » Mo 13. Apr 2015, 17:56 hat geschrieben:
http://www.elberadweg.de/start.html da ist eine Karte in der Mitte -....gut (&teuer) gemacht.

Hier ist das Fahrrad gegen Wohnmobile/Zelte angetreten.... (Naherholung) Wobei die Leute in der Gesamtheit nicht sooo auf Fahrrad standen (und stehen) wie die ehemaligen - hart umkämpften OST-WOHNWAGEN - am Wasser... ...wenige km an der Wohnung - wo man im Sommer komplett rausgezogen ist.

(Komm mit Grün - du wirst hier prächtig empfangen ....heisser Teer und Federn liegen bereit.)

Nun eben Radweg . Mit Wölfen - ....würdest Du den dann mit dem eigenen Kind "fahren" ?



Ich kann dir nur begrenzt folgen......du möchtst sagen, man kann nicht mehr Rad fahren, wenn es ein paar Wölfe in D gibt?

Wie gesagt, ich finde es nicht allzu wild, wenn man von den Menschen erwartet, gewisse Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. Erwartet man im Straßenverkehr doch auch, warum nicht in der Natur?
Was sollen andere Länder machen? Auch alle Raubtiere ausrotten?
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 17:26

Corella » Mo 13. Apr 2015, 17:48 hat geschrieben:
Möchte ich so durchaus zurücknehmen. Gemeint ist, dass die inhaltliche Ausbildung (schon an den Unis, aber die ganze Dramatik ausgesprochen, glaubt nur, wer kennt, also Dir Zustimmung) gegenüber der verwaltungstechnischen, formalen weit her hinkt. Das Gesetz verlangt solch Prüfaufgaben wie "Beeinträchtigung einer lokalen Population". Schön. Wirklich schön. Und welch Ausbildung ist dafür nötig? Eben. Und wer in der Verwaltung hätte das gelernt? eben!


:D Vermutlich mein Fehler, aber nochmal......was genau ist das Problem? In der Verwaltung sind keine Menschen beschäftigt, die beurteilen könnten, ob beispielsweise eine lokale Population beeinträchtigt wird? Richtig?
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 17:49

prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 17:26 hat geschrieben:
:D Vermutlich mein Fehler, aber nochmal......was genau ist das Problem? In der Verwaltung sind keine Menschen beschäftigt, die beurteilen könnten, ob beispielsweise eine lokale Population beeinträchtigt wird? Richtig?


Richtig.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 17:52

Corella » Mo 13. Apr 2015, 18:49 hat geschrieben:
Richtig.


Und woran liegt das? Wer sitzt denn da in der Verwaltung?
Biologen, Geographen, "Public Administrators" ( :D )?
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon frems » Mo 13. Apr 2015, 18:56

Corella » Mo 13. Apr 2015, 17:05 hat geschrieben:Lach. Dann nimm Dir mal so einen Plan und schau im Gelände nach, was die bunten Karten mit der Realität zu tun haben. Und dann siehst Du auch, was ich mit Vollzugsdefizit in der BLP meine.

Du weißt aber schon, daß B-Pläne sowie PFV nicht nur aus einer Karte bestehen, oder? Bei raumbedeutsamen Vorhaben wie der Elbvertiefung oder der Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung kommt da schnell eine vierstellige Seitenzahl bei rum. Die könntest Du Dir ja zu Gemüte führen.

Regionalplan -> FNP -> BLP verschieben regelmäßig so lästige Problemchen wie Vorkommen streng geschützter Arten gern auf die nächste Planungsebene.

Nö, ist rechtlich schon verkehrt, siehe das gesetzlich verankerte Gegenstromprinzip. Die Umsetzung fällt von oben nach unten und der F-Plan ist nur eine Orientierungshilfe für die jeweilige Behörde. Er hat im Gegensatz zum B-Plan gar keine Außenwirkung und ist daher für die Bauleitplanung nur zur Kenntnis zu nehmen und Abweichungen müssen ggf. begründet werden. Die Grundlagen dieser Instrumente sind völlig verschieden und unterscheiden sich nicht nur im Maßstab.

Und so landen die relevanten Aspekte, wenn sie überhaupt jemand bemerkt (da hilft auch keine TÖB!), eben doch beim kleinen Bachelor.

Diese Bologna-Aversion ist schon knuffig. In der Boulevardpresse schießt man ja gelegentlich gerne los, aber daß das Artensterben auch noch auf sie zurückzuführen sei, ist phantastisch. Erinnert mich an den verbalen Währungskrieg der AfD-Jünger, die sich ihr Feindbild für alles und jeden zurechtgelegt haben und jede Kausalität gemieden wird. Der Bachelor ist sowieso noch nicht lange auf dem "Markt" und kann -- da Äquivalent zum FH-Diplom -- kein Bauassessor werden. Nichts zu danken. Und nein, auch ein Bauassessor, der nach Uni-Diplom bzw. Master noch eine mehrjährige Ausbildung erhält, entscheidet sowas nicht alleine, sondern zig Ämter, die für die Fachplanung zu kontaktieren sind. Oder willst Du es jetzt auf eine Baugenehmigung -- macht auch kein Bachelor -- runterkommen und vermißt ein mehrjähriges Umweltverträglichkeitsverfahren mit zig (internen sowie externen) Gutachten und Studien, so wie es bei PFV und B-Plänen üblich ist?

Das Risiko ist hoch, denn §44 BNatSchG betreffende Belange unterliegen nicht der Abwägung und überwiegen eine BLP, die bloß Satzung ist. Es sind schon BLPs dadurch für hinfällig erklärt worden, leider noch zu selten. Und § 19 harrt der Anwendung, wie Stichwort "Biodiversitätsstrategie" im Bundesumweltministerium gerade wahrgenommen wird (hier entlang ginge es schnell ins Strafrecht, aber wer legt aus und vollzieht?). Wie sind entsprechend die allgemeinen Bestandstrends typischer Arten der Siedlungsränder, Gartenrotschwanz, Wendehals, Grau-, Kleinspecht...? Ex-Massenarten wie Girlitz, Bluthänfling, Feldsperling auch Igel und viele mehr sind dabei, in den Roten Listen höher zu klettern, dank Deiner tollen bunten Papierwerke, na Danke sehr! Nochmal: die Regeln sind gut, der Vollzug nachweislich und allgemein anerkannt ungenügend.

Natürlich unterliegen sie dem Abwägungsgebot. Erklär fehlendes Wissen doch nicht zum Naturgesetz. :s

prime-pippo hat geschrieben:
Und woran liegt das? Wer sitzt denn da in der Verwaltung?
Biologen, Geographen, "Public Administrators" ( :D )?

Die üblichen Verdächtigen. Hochschulabsolventen der Raumplanung, Landespflege, Vermessungswesen, Landschaftsplanung, Umweltschutz, Chemie(technik), Verfahrenstechnik, Geodäsie, Bauingenieurwesen, (Landschafts-)Architektur, Geoinformation, Siedlungswasserwirtschaft usw. usf.: http://www.hamburg.de/contentblob/13508 ... -flyer.pdf

Aber die sind natürlich seit Jahrzehnten unfähig und "ein bisschen Bachelor" und "winken" es nur durch, wofür sie gerne mal mit zig Ämtern und Kollegen viele Monate brauchen (Beamten halt, weiß man doch!). Die ganzen externen Gutachter, Umweltverbände, Hochschulen usw. sind natürlich auch inkompetent. Wir sollten uns einfach alle erschießen. Für die Natur vermutlich kein schlechtes Szenario. :?

Corella hat geschrieben:Gemeint ist, dass die inhaltliche Ausbildung (schon an den Unis, aber die ganze Dramatik ausgesprochen, glaubt nur, wer kennt, also Dir Zustimmung) gegenüber der verwaltungstechnischen, formalen weit her hinkt. Das Gesetz verlangt solch Prüfaufgaben wie "Beeinträchtigung einer lokalen Population". Schön. Wirklich schön. Und welch Ausbildung ist dafür nötig? Eben. Und wer in der Verwaltung hätte das gelernt? eben!

Klar. Ein fünfjähriges Studium beinhaltet auch nur eine frei erfundene Prüfungsaufgabe. So einfach ist das. :|
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon IndianRunner » Mo 13. Apr 2015, 19:17

Corella » Mo 13. Apr 2015, 16:17 hat geschrieben:
Der Mosel-Apollofalter Parnassius apollo vinningensis oder die Gelbbauchunke Bombina variegata variegata. Varianten und Ökotypen werden kaum offiziell beschrieben.


Aber worin besteht genau das Problem, Verdrängung einer heimischen Art durch Einwanderung, wie z.B amerikanische Eichhörnchen oder Nerze die europäischen verdrängen?

http://www.br.de/themen/wissen/artensch ... rz100.html

Wie hier?
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon prime-pippo » Mo 13. Apr 2015, 19:29

frems » Mo 13. Apr 2015, 19:56 hat geschrieben:Die üblichen Verdächtigen. Hochschulabsolventen der Raumplanung, Landespflege, Vermessungswesen, Landschaftsplanung, Umweltschutz, Chemie(technik), Verfahrenstechnik, Geodäsie, Bauingenieurwesen, (Landschafts-)Architektur, Geoinformation, Siedlungswasserwirtschaft usw. usf.: http://www.hamburg.de/contentblob/13508 ... -flyer.pdf

Aber die sind natürlich seit Jahrzehnten unfähig und "ein bisschen Bachelor" und "winken" es nur durch, wofür sie gerne mal mit zig Ämtern und Kollegen viele Monate brauchen (Beamten halt, weiß man doch!). Die ganzen externen Gutachter, Umweltverbände, Hochschulen usw. sind natürlich auch inkompetent. Wir sollten uns einfach alle erschießen. Für die Natur vermutlich kein schlechtes Szenario. :?


Liegt mir fern, diese Leute alle für inkompetent zu erklären. Könnte ich auch gar nicht beurteilen.

Nachtrag:

Ich sehe in der Praxis davon eben wenig, so wie es Corellas Aussagen hierzu ja auch bestätigen.
Wie ich schon sagte, habe ich von der Theorie bzgl. Verwaltung und Co. kein bisschen Ahnung........lediglich sehr solide Artenkenntnisse und Spaß an Naturbeobachtungen.
Zuletzt geändert von prime-pippo am Mo 13. Apr 2015, 19:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: In Europa ist die Wildnis zurück

Beitragvon Corella » Mo 13. Apr 2015, 19:31

@frems: Ich lese solche Dinger beruflich, auch die mit den vielen Seiten. Zum Problem der Verlagerung von Problemen liest Du z.B. "Artenschutz im Bebauungsplanverfahren" http://www.amazon.de/Artenschutz-im-Beb ... nverfahren.
Zur frei erfundenen Prüfaufgabe liest Du §44 (1) Nr. 2 BNatSchG. Es gibt noch etliche weitere ähnliche inhaltlich abzuprüfende Formulierungen. Du magst ja von der Theorie was verstehen, aber schätzt die Praxis falsch ein. Wahrscheinlich Jurist oder nahestehend. Kannst toll formulieren, wie es sein soll und mit bunten Seiten, kann man Dich beeindrucken. Dann machst Du wie alle anderen einen schönen Haken hinter den Positionen Deiner Checklisten und was draußen wirklich passiert, das übliche Achselzucken.
Nein, mit dem Bologna-Prozess habe ich zwar Schwierigkeiten, aber sehe die Wettbewerbssituation zum Ausland. Das war so ein Missverständnis, nehme ich auf meine Kappe.

Und NEIN: der "besondere Artenschutz" unterliegt NICHT dem Abwägungsgebot! Er hat auch in der BLP per CEF-Maßnahme vorgezogen abgehandelt zu werden. Natura2000-Belange sind noch härter. Es gibt Ausnahmeverfahren, auch Befreiungen. Deren Hürden hängen aber laut Gesetz hoch und beinhalten noch lange keine Linderung bei den Maßnahmen. Vielleicht bist Du doch kein Jurist, sondern eher in einer Kommune oder so, wo viele das Gesetz nicht genügend kennen, so wie Du!
Zuletzt geändert von Corella am Mo 13. Apr 2015, 20:14, insgesamt 3-mal geändert.
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