Wie und wieviel Energie speichern ?

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immernoch_ratlos
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Re: Wie und wieviel Energie speichern ?

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 2. Jul 2018, 00:08

Ebiker hat geschrieben:So richtig viel Infos sind in dem Link aber auch nicht enthalten. Vor allem die Begriffe Tank und Brennstoff machen mich stutzig ? Was wird da "verbrannt" ? Wie groß baut das ganze ? Und über Kosten schweigt man sich mal wieder ganz aus ?
Hättest Du sicherlich auch selbst finden können : ZincNyx Energy Solutions’ Regenerative Zinc-air Fuel Cell (RZFC) In der Übersetzung - Google sei Dank - liest sich das so : "ZincNyx Energy Solutions regenerative Zink-Luft-Brennstoffzelle (RZFC)"

Hier zunächst mal "Wie funktioniert die Brennstoffzelle?!" Vermutlich weist Du nun da wird nix "verbrannt" - doch in diesem Fall müsste man ständig "irgendwo her" Wasserstoff nachliefern - völlig gleichgültig woher der stammt.

Nun kann man diese "Brennstoffzelle" auch anders verwenden - genau das haben die in Kanada getan - nur eben nicht mit Wasserstoff der zuvor "irgendwoher kommen muss", nein, die wandeln mit Hilfe von elektrischem Gleichstrom der z.B. aus einer PV-Anlage fließt - permanent Zink(Brennstoff) in einem Prozess "Zink-Sauerstoff-Reaktion" genannt in einen "Ladungsträger" um. Das Prinzip wird bei Primärzellen schon recht lange angewandt (z.B. bei Hörgerätebatterien - sog. "Knopfzellen) Nur mit einer "Akkuversion" hatte man bis dahin keine Lösung gefunden.

Dies ist nun dieser Firma auch für Großanwendungen gelungen und sie haben beides - den sog. "Regenerator" (zum wieder Aufladen der im selben Tank befindlichen entladenen "Flüssigkeit", als auch die "Fuel Cell" (Brennstoffzelle) erstmalig so miteinander kombiniert, dass sowohl GLEICHZEITIG Ladung (im Regenerator) und Entladung in der Brennstoffzelle - beides aus dem selben gemeinsamen Tank erfolgen kann. Alles ist dabei "skalierbar" und auch weitere Vorratstanks, um zuvor geladene Flüssigkeit praktisch unbegrenzt lagen oder ggf. auch von A nach B transportieren zu können ist so nun möglich. Wie Du auf der verlinkten Seite lesen kannst, ist auch diese Variante möglich :
Erweitertes System
Obwohl der Hauptbehälter des Basissystems jedwede geeignete Größe aufweisen könnte, gibt es in der Praxis Einschränkungen hinsichtlich der physikalischen Größe und elektrischen Kapazität der Regenerator- und Brennstoffzelleneinheiten. ZincNyx hat diese Einschränkungen beseitigt, indem es ein System mit erweiterter Kapazität entwickelt hat, bei dem mehrere Regeneratoreinheiten und Brennstoffzellen in einem einzigen System montiert werden können, um eine Vielzahl an Konfigurationen und Kapazitäten zu ermöglichen, die für individuelle Anwendungen optimiert werden können.
Die Besonderheit dieses Systems liegt (zumindest für mich) "auf der Hand" - wie bei allen "Redox Flow Batteriesystemen" wird zunächst mittels elektrischer Strom (DC) der aus jeder denkbaren Quelle stammen kann, in Form eine galvanischen Veränderung eines Stoffes (hier Zink) Energie direkt und ohne Zwischenprodukt gespeichert. Im Gegensatz zu den mir bislang bekannten "Redox Flow Batteriesystemen", wird in der selben Anlage und das auch zeitgleich Ladung und Entladung aus einem gemeinsamen Behälter möglich, was eine ganze Reihe von sonst notwendigen Bauteilen obsolet macht. Die dazu notwendigen Ressourcen sind im Gegensatz zu anderen bekannten Stoffen weder rar noch große umweltschädigende Problemstoffe. Das ermöglicht die Großanwendung auch innerhalb von Siedlungen und oder kleinere Anlagen im Haus unterzubringen.

Dieser Fortschritt wir nun erstmalig in New York zum Einsatz kommen :
Der Vizepräsident von "Digital Energy"(Dienstleistungen) , Jon Lilian, kommentierte:

“Digital freut sich, mit ZincNyx eine Partnerschaft einzugehen, um niedrigere Kosten der Energiespeicherung in den Staat New York zu bringen. Wir glauben, dass das ZincNyx-Batterieprodukt, zusammen mit den Einnahmeströmen aus der New York Staats-REV-Initiative und BYISO, ein hohes Wert-/Nutzenversprechen für dieses Projekt, sowie künftige Projekte, liefern wird.”
Was die Kosten angeht, solange nicht fertige Projekte existieren sind Kosten schlicht bei den meisten Firmen "Verschlusssache". Wenn alles in dieser Welt so einfach wäre, müsste niemand sich anstrengen....
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Teeernte
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Re: Wie und wieviel Energie speichern ?

Beitragvon Teeernte » Mo 2. Jul 2018, 00:26

immernoch_ratlos hat geschrieben:(02 Jul 2018, 01:08)

Hättest Du sicherlich auch selbst finden können : ZincNyx Energy Solutions’ Regenerative Zinc-air Fuel Cell (RZFC) In der Übersetzung - Google sei Dank - liest sich das so : "ZincNyx Energy Solutions regenerative Zink-Luft-Brennstoffzelle (RZFC)"

Dieser Fortschritt wir nun erstmalig in New York zum Einsatz kommen :Was die Kosten angeht, solange nicht fertige Projekte existieren sind Kosten schlicht bei den meisten Firmen "Verschlusssache". Wenn alles in dieser Welt so einfach wäre, müsste niemand sich anstrengen....


Du hast aber gelesen....dass das System mit Kalilauge und Luft läuft ? Effekt CO2 +2KOH →K2CO3 +H2O

...Betriebstemperatur bei 60-80 °C

Zusätzlich:
Durch schlechten Stofftransport kann es an der Sauerstoffelektrode zu einer übermäßigen Aufkonzentration der Kalilauge kommen. In diesem Fall steigt die Korrosivität an und die Elektrode wird zerstört. Weiterhin notwendig ist auch die Analyse der Abgase und des Elektrolyten. Ziel der Bemühungen ist die Entwicklung eines sich selbst regelnden Brennstoffzellensystems.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Wie und wieviel Energie speichern ?

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 2. Jul 2018, 08:37

Och Teeernte in Deiner Kopfwelt hält absolut nichts vor Deinem Maßstab stand :(

Keine Technologie ist ohne Makel. Die Frage für mich ist, welche hat den geringsten schädlichen Einfluss, birgt die geringsten Gefahren im Betrieb und nach "Betriebsende". Wie nachhaltig ist das Ganze. Alles logische Gesichtspunkte - mir genügt das. Soweit ich mich selbst beteiligen kann habe ich das getan und werde es weiterhin tun.

Entgegen all der Unkerreien ist die
EON / Spiegel hat geschrieben:Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ist in Deutschland auf einen neuen Höchststand geklettert. Im ersten Halbjahr 2018 wurden nach Berechnungen des Energiekonzerns E.on 104 Milliarden Kilowattstunden Strom von Wind- und Solaranlagen sowie Wasserkraft- und Biomasseanlagen erzeugt.

Das entspricht einem Zuwachs um etwa neun Prozent.

Windkraftanlagen an Land und auf See steuerten etwa 55 Milliarden Kilowattstunden bei, sieben Milliarden mehr als im Vorjahr

Die Stromerzeugung aus Solaranlagen legte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 leicht um eine auf 21 Milliarden Kilowattstunden zu

Strom aus Biomasse blieb mit 20 Milliarden Kilowattstunden unverändert

Wasserkraftanlagen erzeugten acht Milliarden Kilowattstunden, eine mehr als im Vorjahreszeitraum.

Nicht erfasst in diesen Zahlen ist der Strom aus privaten Photovoltaik-Anlagen, der direkt verbraucht und nicht ins Netz eingespeist wird.
Wie viel letzteres sein kann, lässt sich recht gut abschätzen. Bei zwischen 20 ... 30% liegt bei allen PV-Anlagen der unvermeidbare Eigenverbrauch. Was also gemessen eingespeist wurde, stellt also 80 ... 70% der PV generierten Leistung dar.

Die genaue Zahl von privaten Speichersystemen ist derzeit noch nicht bekannt. Erst seit dem 01.08.2014 müssen diese der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Die gemeldeten Speichersysteme (5.382) April 2018 stellen eine Bruttoleistung von knapp 27,77 Megawatt dar. Jüngere Analysen gehen von ca. 80.000 "Heimspeichern" aus. Nur ein Bruchteil der Betreiber solcher Heimspeicher ist bislang der Meldepflicht nachgekommen.

Nur echte "Inselanlagen" sind von dieser Meldepflicht (bis 4 Wochen nach Inbetriebnahme) ausgeschlossen - „Es muss keine Anlage gemeldet werden, die nicht mittelbar oder unmittelbar ans Netz angeschlossen ist oder werden kann.“

Unabhängig von der Tatsache, dass ein immer stärkeres Netz von EE selbstverständlich auch geeignete Speichersysteme beinhalten muss, haben die inzwischen im gesamten Bundesgebiet rund 980.000 privaten Klein PV zu bislang nur >10% eigene Speichersysteme installiert. Warum das nicht mehr PV-Betreiber tun ? Ganz einfach, alle Anlagen die bis vor 2009 in Betrieb genommen wurden, bezahlen für ihren Eigenverbrauch den selben Bezugspreis, der auch für jeden der nichts produziert gefordert wird. Würde da jemand "speichern", tut er dies mit ganz normalem aus dem Netz bezogener Energie, die alle Elemente der Preisbildung enthält.

Speichern und andere Vertriebsmethoden werden für diese mehrere Hunderttausend Anlagen zählenden Kreis erst nach Ende der 20jährigen Vertragsperiode aktuell...

Wen es interessiert, hier die "Solarstromerzeugung nach den Regionen Nord, West, Ost und Süd" für D als Durchschnitt lag der Wert 2017 bei 953 kWh/ kWp
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Cat with a whip
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Re: Wie und wieviel Energie speichern ?

Beitragvon Cat with a whip » Do 12. Jul 2018, 21:17

Interessant ein weiterer carbonfreier Energieträger: Ammoniak. Mittlerweile kann man mit über 60% Wirkungsgrad in Elektrolyt-Reaktoren Ammoniak aus el. Energie herstellen. Knackpunkt ist noch der bescheidene Durchsatz, der in dieser Hinsicht wiederum noch lange nicht mit dem energie-ineffizienten industriellen Haber-Bosch-Verfahren konkurrieren kann.

http://www.sciencemag.org/news/2018/07/ ... out-carbon
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum

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