US-Todesstrafe - allgemein

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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon GG146 » Mo 1. Jun 2015, 02:02

Marty McFly » So 31. Mai 2015, 22:31 hat geschrieben:Meiner Meinung nach sollte man die Todesstrafe auf dem Papier symbolisch behalten, aber schlicht nicht mehr anwenden.

Warum nicht?

- Problematik der stets möglichen Fehlentscheidungen. Tote kann man nicht mehr lebendig machen.
- Es ist deutlich teurer als die Leute lebenslänglich einzusperren.
- Ich möchte es gesetzestreuen Menschen nicht zumuten, diese Leute umzubringen.
- Wehrlose Leute umzubringen gefällt mir nicht. Auch nicht aus Rache. Egal wie schlimm diese Leute auch sein mögen. Ist das nicht gerade der Unterschied zwischen uns und denen?


Schau an, ich dachte immer, dass meine Meinung zu dem Thema eine Einzelmeinung wäre.

Die Gründe gegen die Todesstrafe sind in der Tat erdrückend, wer das Risiko eines Fehlurteils wirklich tragen will, weiß nicht, wovon er redet oder er ist nicht ganz richtig im Kopf. Alle genannten Gründe beziehen sich aber nicht unmittelbar auf die beteiligten Personen, den Täter und das Opfer. In der Regel ist es ein Opfer wert, dass man sein Lebensrecht durch die Todesstrafe höchstmöglich gewichtet. Der Mörder selbst als Person ist gar nichts mehr wert, der hat mit dem Mord einen sozialen Selbstmord begangen. Man kann Fehlurteile und die Hinrichtung Unschuldiger aber nur dann mit der gebotenen absoluten Sicherheit verhindern, wenn man alle Mörder leben lässt - und zwar aus fremden Recht, aus dem aller jemals unschuldig hingerichteten Menschen und aus dem derjenigen, die in der Zukunft noch unschuldig hingerichtet werden würden. Aus ureigenem Recht hat ein Mörder aber ganz sicher kein Lebensrecht mehr, das ist eine Wahnvorstellung dekadenter Gesellschaften bzw. ein Erbe des irrwitzigen Missbrauches der staatlichen Macht zu töten in der Zeit von Faschismus und Stalinismus.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Marty McFly » Mo 1. Jun 2015, 03:04

GG146 » Mo 1. Jun 2015, 03:02 hat geschrieben:Schau an, ich dachte immer, dass meine Meinung zu dem Thema eine Einzelmeinung wäre.


Dachte ich auch. Die positive Überraschung ist daher ganz meinerseits. :thumbup:
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 14:51

Marty McFly » 31. Mai 2015, 22:31 hat geschrieben:Meiner Meinung nach sollte man die Todesstrafe auf dem Papier symbolisch behalten, aber schlicht nicht mehr anwenden.

Welchen Sinn soll es dann machen, sie auf dem Papier zu behalten?
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Marty McFly » Mo 1. Jun 2015, 15:24

USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 15:51 hat geschrieben:Welchen Sinn soll es dann machen, sie auf dem Papier zu behalten?


Steht doch oben. Wegen der Symbolik, dass man sein Lebensrecht verwirkt hat.

Welchen Sinn hat denn die Hinrichtung? Ethik hin oder her, aber dass es nicht abschreckt und deutlich teurer ist sollte doch auch dich nachdenklich machen.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 15:33

Marty McFly » 1. Jun 2015, 16:24 hat geschrieben:aber dass es nicht abschreckt und deutlich teurer ist sollte doch auch dich nachdenklich machen.

Wie kommst du auf die Idee, dass die Todesstrafe nicht abschreckend wirken würde?

Wissenschaftliche Studien zu dieser Frage kommen mehrheitlich zu einem anderen Ergebnis:

Studies of the death penalty have reached various conclusions about its effectiveness in deterring crime. But a 2008 comprehensive review of capital punishment research since 1975 by Drexel University economist Bijou Yang and psychologist David Lester of Richard Stockton College of New Jersey concluded that the majority of studies that track effects over many years and across states or counties find a deterrent effect.

Indeed, other recent investigations, using a variety of samples and statistical methods, consistently demonstrate a strong link between executions and reduced murder rates. For instance, a 2003 study by Emory University researchers of data from more than 3,000 counties from 1977 through 1996 found that each execution, on average, resulted in 18 fewer murders per county. In another examination, based on data from all 50 states from 1978 to 1997, Federal Communications Commission economist Paul Zimmerman demonstrated that each state execution deters an average of 14 murders annually.

A more recent study by Kenneth Land of Duke University and others concluded that, from 1994 through 2005, each execution in Texas was associated with “modest, short-term reductions” in homicides, a decrease of up to 2.5 murders. And in 2009, researchers found that adopting state laws allowing defendants in child murder cases to be eligible for the death penalty was associated with an almost 20 percent reduction in rates of these crimes.

http://dailysignal.com/2014/10/04/capit ... ers-crime/

What gets little notice, however, is a series of academic studies over the last half-dozen years that claim to settle a once hotly debated argument — whether the death penalty acts as a deterrent to murder. The analyses say yes. They count between three and 18 lives that would be saved by the execution of each convicted killer.

(...)

"Science does really draw a conclusion. It did. There is no question about it," said Naci Mocan, an economics professor at the University of Colorado at Denver. "The conclusion is there is a deterrent effect."

A 2003 study he co-authored, and a 2006 study that re-examined the data, found that each execution results in five fewer homicides, and commuting a death sentence means five more homicides. "The results are robust, they don't really go away," he said. "I oppose the death penalty. But my results show that the death penalty (deters) — what am I going to do, hide them?"

Statistical studies like his are among a dozen papers since 2001 that capital punishment has deterrent effects. They all explore the same basic theory — if the cost of something (be it the purchase of an apple or the act of killing someone) becomes too high, people will change their behavior (forego apples or shy away from murder).

To explore the question, they look at executions and homicides, by year and by state or county, trying to tease out the impact of the death penalty on homicides by accounting for other factors, such as unemployment data and per capita income, the probabilities of arrest and conviction, and more.

Among the conclusions:

• Each execution deters an average of 18 murders, according to a 2003 nationwide study by professors at Emory University. (Other studies have estimated the deterred murders per execution at three, five and 14).

• The Illinois moratorium on executions in 2000 led to 150 additional homicides over four years following, according to a 2006 study by professors at the University of Houston.

• Speeding up executions would strengthen the deterrent effect. For every 2.75 years cut from time spent on death row, one murder would be prevented, according to a 2004 study by an Emory University professor.

http://www.cbsnews.com/news/death-penal ... udies-say/
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Cobra9 » Mo 1. Jun 2015, 15:55

USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 16:33 hat geschrieben:Wie kommst du auf die Idee, dass die Todesstrafe nicht abschreckend wirken würde?

Wissenschaftliche Studien zu dieser Frage kommen mehrheitlich zu einem anderen Ergebnis:


http://dailysignal.com/2014/10/04/capit ... ers-crime/


http://www.cbsnews.com/news/death-penal ... udies-say/



Ähmm was bitte ? Ich hätte mich ja zurückgehalten aber Du schreibst Unsinn. Gar nix ist da belegt. Oder hast Du mehr Ahnung als die Heidelberger Forscher :rolleyes:


Dazu:

Studienergebnisse sind widersprüchlich und werden vom Forschungskontext beeinflusst

Der Einsatz der Todesstrafe lässt sich nicht mit einer angeblichen Abschreckungswirkung auf potenzielle andere Täter legitimieren. Während zahlreiche empirische Studien der Todesstrafe eine solche Wirkung zuschreiben, kommen andere Forschungsarbeiten zum gegenteiligen Schluss. Das lässt sich dadurch erklären, dass die Ergebnisse dieser Untersuchungen in erster Linie vom Forschungskontext der Wissenschaftler abhängig sind. Zu diesem Ergebnis kommt ein Projekt am Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg. „Wir wissen nicht, welche der gegenteiligen Ergebnisse zuverlässiger sind. Somit fehlt der Todesstrafe die generalpräventive Rechtfertigung“, erklärt der Heidelberger Forscher Prof. Dr. Dieter Hermann.

http://www.uni-heidelberg.de/presse/new ... trafe.html
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 16:01

Cobra9 » 1. Jun 2015, 16:55 hat geschrieben:Ähmm was bitte ? Ich hätte mich ja zurückgehalten aber Du schreibst Unsinn. Gar nix ist da belegt.

Ich schrieb lediglich, dass wissenschaftliche Studien mehrheitlich zu einem Ergebnis kommen, welches sich nicht mit Marty McFlys Behauptung deckt.

Ob dir das nun gefällt oder nicht ist dabei irrelevant.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Cobra9 » Mo 1. Jun 2015, 16:03

USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 17:01 hat geschrieben:Ich schrieb lediglich, dass wissenschaftliche Studien mehrheitlich zu einem Ergebnis kommen, welches sich nicht mit Marty McFlys Behauptung deckt.

Ob dir das nun gefällt oder nicht ist dabei irrelevant.


Ach ich bin jetzt ein Professor der Uni Heidelberg. Stark. USAT lies mal was die Heidelberger sagen, denk über den Inhalt nach und eventuell hilfts ja. Die Heidelberger sagen nämlich gar nix ist bewiesen. Kannst Du die Studie den entkräften :)


Eventuell muss man Dir das ja GROSS einstellen




Der Einsatz der Todesstrafe lässt sich nicht mit einer angeblichen Abschreckungswirkung auf potenzielle andere Täter legitimieren. Während zahlreiche empirische Studien der Todesstrafe eine solche Wirkung zuschreiben, kommen andere Forschungsarbeiten zum gegenteiligen Schluss. Das lässt sich dadurch erklären, dass die Ergebnisse dieser Untersuchungen in erster Linie vom Forschungskontext der Wissenschaftler abhängig sind. Zu diesem Ergebnis kommt ein Projekt am Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg. „Wir wissen nicht, welche der gegenteiligen Ergebnisse zuverlässiger sind. Somit fehlt der Todesstrafe die generalpräventive Rechtfertigung“, erklärt der Heidelberger Forscher Prof. Dr. Dieter Hermann.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Marty McFly » Mo 1. Jun 2015, 16:05

USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 16:33 hat geschrieben:Wissenschaftliche Studien zu dieser Frage kommen mehrheitlich zu einem anderen Ergebnis:


Eine gewagte These - und fragwürdige Quellen.

Hier eine Studie mit völlig anderen Ergebnissen:

http://www.deathpenaltyinfo.org/files/D ... dy2009.pdf

Liest sich natürlich nicht so einfach wie deine Links.

edit

Hier, für Faule. ;)
http://i.imgur.com/L7SXp7k.png
Zuletzt geändert von Marty McFly am Mo 1. Jun 2015, 16:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 16:10

Marty McFly » 1. Jun 2015, 17:05 hat geschrieben:Eine gewagte These - und fragwürdige Quellen.

Was genau soll an meinen Quellen fragwürdig sein?

Marty McFly » 1. Jun 2015, 17:05 hat geschrieben:Hier eine Studie mit völlig anderen Ergebnissen:

http://www.deathpenaltyinfo.org/files/D ... dy2009.pdf

Das ist eine Umfrage, die Sozialwissenschaftler und Kriminologen nach ihrer Meinung fragt.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 16:12

Cobra9 » 1. Jun 2015, 17:03 hat geschrieben:Die Heidelberger sagen nämlich gar nix ist bewiesen.

Und ich habe lediglich geschrieben, dass wissenschaftliche Studien mehrheitlich zu einem Ergebnis kommen, welches sich nicht mit Marty McFlys Behauptung deckt.

Diese Aussage habe ich mit Quellen belegt.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Cobra9 » Mo 1. Jun 2015, 16:12

USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 17:10 hat geschrieben:Was genau soll an meinen Quellen fragwürdig sein?


Das ist eine Umfrage, die Sozialwissenschaftler und Kriminologen nach ihrer Meinung fragt.


Ja und was für Gelehrte sollen sonst bitte Studien erstellen ? Astrologen ?
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Cobra9 » Mo 1. Jun 2015, 16:13

USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 17:12 hat geschrieben:Und ich habe lediglich geschrieben, dass wissenschaftliche Studien mehrheitlich zu einem Ergebnis kommen, welches sich nicht mit Marty McFlys Behauptung deckt.

Diese Aussage habe ich mit Quellen belegt.


Dann ist deine Aussage trotzdem falsch. Mehrheitlich kommen Studien nämlich noch zu keinem relevanten Ergebniss und die Begründung steht in der Heidelberger Studie. Aber ist eben schwer manchmal zu lesen wenn man den Inhalt nicht mag.


Was könnte das hier den bedeuten mhmm ?


Während zahlreiche empirische Studien der Todesstrafe eine solche Wirkung zuschreiben, kommen andere Forschungsarbeiten zum gegenteiligen Schluss. Das lässt sich dadurch erklären, dass die Ergebnisse dieser Untersuchungen in erster Linie vom Forschungskontext der Wissenschaftler abhängig sind.
Zuletzt geändert von Cobra9 am Mo 1. Jun 2015, 16:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 16:14

Cobra9 » 1. Jun 2015, 17:12 hat geschrieben:Ja und was für Gelehrte sollen sonst bitte Studien erstellen ? Astrologen ?

Also für mich sind Studien, die sich auf tatsächliche Zahlen berufen, vertrauenswürdiger als Umfragen, die lediglich die persönliche Meinung der Befragten widerspiegeln.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 16:17

Cobra9 » 1. Jun 2015, 17:13 hat geschrieben:Dann ist deine Aussage trotzdem falsch. Mehrheitlich kommen Studien nämlich noch zu keinem relevanten Ergebniss und die Begründung steht in der Heidelberger Studie.

Während zahlreiche empirische Studien der Todesstrafe eine solche Wirkung zuschreiben, kommen andere Forschungsarbeiten zum gegenteiligen Schluss.


Für mich klingt die Wortwahl hier ehrlich gesagt auch danach, dass hier die Mehrheit der untersuchten Studien zu diesem Ergebnis kommt.

Leider habe ich nirgendwo die vollständige Studie finden können.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Marty McFly » Mo 1. Jun 2015, 16:20

USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 17:10 hat geschrieben:Das ist eine Umfrage, die Sozialwissenschaftler und Kriminologen nach ihrer Meinung fragt.


Mehr als die führenden Experten nach deren Meinung zu fragen ist auch gar nicht möglich. Dass deine Quellen versuchen da genaue Zahlen zu berechnen ist unseriös. Wie man wirklich Verbrechen bekämpft sieht man an NYC im Vergleich der 1980er zu heute.

USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 17:10 hat geschrieben:Was genau soll an meinen Quellen fragwürdig sein?


Es sind keine Primärquellen. Ich hab da nichtmal einen Link zu der Studie gesehen.
Zuletzt geändert von Marty McFly am Mo 1. Jun 2015, 16:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Cobra9 » Mo 1. Jun 2015, 16:31

USA TOMORROW » Mo 1. Jun 2015, 17:17 hat geschrieben:

Für mich klingt die Wortwahl hier ehrlich gesagt auch danach, dass hier die Mehrheit der untersuchten Studien zu diesem Ergebnis kommt.

Leider habe ich nirgendwo die vollständige Studie finden können.


Ähmm die Wortwahl bedeutet eher keine Seite hat die Mehrheit neutral gesehen, aber ohne Mehrheit ist die Todestrafe abzulehnen. Die Vollstudie ist nur nach Anmeldung in die Datenbanken zugänglich nach meinem Wissen oder wenn man in der Justiz arbeitet. Da habe ich sehr gute Verbindungen wo gerade mein Abendessen kocht :p


Für Dich aber mal eine Studie auch von der Uni Heidlberg die ähnlich ist



Gerade die die Abschreckungswirkung bejahenden Untersuchungen weisen erhebliche methodische Mängel auf. Es fehlt an einem belastbaren Nachweis der Abschreckungswirkung der Todesstrafe

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/voll ... istian.pdf


Ähnlich

http://www.soziale-probleme.de/2006/04_ ... 2-2006.pdf




Spaemann: Ja natürlich, vor allen Dingen andere. An die denke ich. Aber das funktioniert nicht. Das heißt, in Gesellschaften, in Staaten, wo es die Todesstrafe gibt, gibt es nicht weniger Morde als in Staaten, die keine Todesstrafe haben. Also der Abschreckungseffekt, das ist eben einfach empirisch nachgewiesen, existiert nicht.

http://www.deutschlandradiokultur.de/di ... _id=164268



AI:




1) Die Todesstrafe ist abschreckender als jede andere Strafe



Die abschreckende Wirkung der Todesstrafe konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Keine Statistik kann dokumentieren, daß es einen Zusammenhang zwischen der Todesstrafe und einem Rückgang der Kriminalität gibt. In den US-Bundesstaaten mit Todesstrafe ist die Zahl der Tötungsdelikte nicht niedriger als in denen ohne - in vielen ist sie sogar höher. Im benachbarten Kanada, das 1976 die Todesstrafe abgeschafft hat, ist die Mordrate so niedrig wie noch nie und viel niedriger als in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Abschrecken könnte die Todesstrafe nur bei gezielten Verbrechen. Die meisten Morde geschehen aber im Affekt, im Streit oder aufgrund einer psychischen Erkrankung. Diese Mörder denken während der Tat nicht über mögliche Folgen nach, so daß ihre Verbrechen auch nicht zu verhindern sind. Und die vorsätzlichen Mörder rechnen in seltensten Fällen damit, gefaßt zu werden.

Statt eine abschreckende hat die Todesstrafe eher eine verrohende Wirkung. Kriminologen beklagen, daß Hinrichtungen die Schwerstkriminalität sogar fördern. Wenn selbst der Staat tötet, zeigt er, daß er das Töten billigt.

2.) Die Todesstrafe beugt weiteren Straftaten vor.



Ein toter Mörder kann nicht noch einmal morden - dieses Argument ist nicht von der Hand zu weisen. Demgegenüber steht die Tatsache, daß auch ein Mörder ein Recht auf Leben hat. Außerdem ist es fraglich, ob die psychische Notsituation, in der viele Morde geschehen, sich wiederholen wird. Die Rückfallquote bei Tötungsdelikten beträgt nach Beendigung einer Haftstrafe ein bis drei Prozent. Viele Mörder haben deshalb die Möglichkeit zur Rehabilitierung. Gleichzeitig steht eines außer Frage: Mörder verdienen eine Bestrafung. Und vor Menschen, die eine Gefährdung für die Allgemeinheit darstellen, muß die Gesellschaft geschützt werden. Dazu bedarf es aber nicht der Hinrichtung.

3) Zum Tode Verurteilte "verdienen" die Todesstrafe.



Auch Mörder haben das in der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" garantierte Recht auf Leben. Ein von Angehörigen der Opfer geäußerter Wunsch nach Vergeltung ist zwar menschlich verständlich, doch Richter müssen nach rechtsstaatlichen Grundsätzen urteilen, die bewußt dem Einfluß des "gesunden Volksempfindens" entzogen worden sind. Mit einem griffigen Slogan haben amerikanische Todesstrafengegner das Argument der Rache widerlegt: "Warum töten wir Menschen, die Menschen getötet haben? Um zu zeigen, daß es Unrecht ist, Menschen zu töten?"

Ein wichtiges Argument ist außerdem die Gefahr eines Fehlurteils. Kein Rechtssystem ist unfehlbar. Es gibt zahlreiche Beispiele für Justizirrtümer. Bei Todesurteilen ist das besonders schlimm, weil Hinrichtungen nicht rückgängig gemacht werden können. In den USA werden gelegentlich Menschen aus dem Todestrakt entlassen, weil ihre Unschuld nachgewiesen werden konnte. Andere werden hingerichtet, obwohl erhebliche Zweifel an ihrer Schuld bestehen. Die Wahrheit kommt nach der Hinrichtung nur selten an die Öffentlichkeit.

4) Die Todesstrafe ist gerecht.



Töten ist nie gerecht, auch nicht, wenn es staatlich angeordnet wird. Und auch die Anwendung der Todesstrafe ist nicht gerecht. In den USA beispielsweise wird die Todesstrafe je nach Hautfarbe unterschiedlich angewendet. Ein Mord an einem Weißen zieht fast immer die Todesstrafe nach sich, bei einem Mord an einem Schwarzen ist die Wahrscheinlichkeit zehnmal seltener. Wer arm, schwarz und unterprivilegiert ist, den trifft die Todesstrafe. Wer reich und gesellschaftlich anerkannt ist, muß kein Todesurteil befürchten. In einigen Ländern wird die Todesstrafe zudem politisch mißbraucht, um Andersdenkende auszuschalten. Der Nigerianer Ken Saro-Wiwa ist nur ein Beispiel. Um eine weitere politische Arbeit gegen den Shell-Konzern zu verhindern, wurde er des Mordes bezichtigt, in einem unfairen Prozeß zum Tode verurteilt und hingerichtet.

5) Eine lebenslange Haftstrafe ist grausamer als eine Hinrichtung.



Eine Hinrichtung verletzt das Recht auf Leben, eine lebenslange Haftstrafe nicht. Das Leben im Todestrakt mit der Möglichkeit, am kommenden Tag eventuell hingerichtet werden zu können, ist viel grausamer als eine lebenslängliche Haftstrafe. Und wenn ein rechtsstaatliches Berufungsverfahren garantiert ist, dann leben die Todeskandidaten Jahre bis Jahrzehnte im Todestrakt.

6) Terroristen hinzurichten ist legitim.



Attentäter und Terroristen kalkulieren bei ihrem Handeln den Tod mit ein. Oft wird der Märtyrertod bewußt in Kauf genommen, so daß eine abschreckende Wirkung gerade bei politisch motivierten Tätern höchst unwahrscheinlich ist.


http://www.amnesty.de/umleitung/1998/deu05/110




USA: Große Mehrheit der Kriminologen glaubt nicht an abschreckende Wirkung der Todesstrafe
16.06.2009, (mw), 3103
Laut einer in der Northwestern University School of Law’s Journal of Criminal Law and Criminology publizierten neuen Studie glauben 88 Prozent der führenden Kriminologen nicht an eine abschreckende Wirkung der Todesstrafe.
Resümee der Studie"Führen Hinrichtungen zu einer Verringerung der Mordrate? Die Meinung führender Kriminologen?", die von Professor Michael Radelet von der Universität von Colorado-Boulder heute veröffentlicht wurde:
" Unsere Studie zeigt, dass die große Mehrheit der besten Kriminologen der Welt glauben, dass empirische Forschungen die Abschreckungshypothese als Mythos entlarvt haben. Es ist Konsens unter den Kriminologen, dass die Todesstrafe gegenüber langen Freiheitsstrafen keinen signifikanten zusätzlichen Abschreckungseffekt hat."

http://www.todesstrafe.de/archiv/3103/U ... trafe.html




https://www.ph-gmuend.de/deutsch/downlo ... ussion.pdf





Also selbst wenn ich mal ganz neutral werte- die Erklärung von USAT deckt sich irgendwie nicht mit den Quellen hier. Es passt noch am besten das es 50:50 ist was die Gelehrten so rausbrachten. Kern des Probles aber hat die Uni Heidelberg doch schon erklärt.
Zuletzt geändert von Cobra9 am Di 2. Jun 2015, 07:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon Alexyessin » Mo 1. Jun 2015, 18:06



Aber natürlich. Soll ich dir jetzt die Basisbegriffe der Demokratie hinmalen?

USA TOMORROW » Fr 29. Mai 2015, 11:47 hat geschrieben:Ohne Gesetze gäbe es in der Tat keine Urteile.

Wo genau du nun aber den Widerspruch oder die Doppelmoral ausgemacht haben willst, erschließt sich mir ehrlich gesagt noch immer nicht.


Wundert mich nicht.
Nochmal - > Einerseits "KEIN STAAT" andererseits "STARKER STAAT". Ist ja nicht nur bei diesem Thema so.....
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon USA TOMORROW » Mi 3. Jun 2015, 19:20

Marty McFly » 1. Jun 2015, 17:20 hat geschrieben:Mehr als die führenden Experten nach deren Meinung zu fragen ist auch gar nicht möglich.

Natürlich ist mehr möglich. Man kann sich tatsächliche Zahlen ansehen.

Marty McFly » 1. Jun 2015, 17:20 hat geschrieben:Dass deine Quellen versuchen da genaue Zahlen zu berechnen ist unseriös.

Was genau soll unseriös daran sein, sich auf Fakten und nicht auf Meinungen zu berufen?

Ich halte es eher für unseriös, Meinungen als Fakten darzustellen.

Marty McFly » 1. Jun 2015, 17:20 hat geschrieben:Es sind keine Primärquellen. Ich hab da nichtmal einen Link zu der Studie gesehen.

Eine der Studien hatte ich hier bereits verlinkt:

http://mcadams.posc.mu.edu/blog/Illinois_Study.pdf

Wenn es dich interessiert, kann ich dir gern auch noch andere heraussuchen.
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Re: US-Todesstrafe - allgemein

Beitragvon USA TOMORROW » Mi 3. Jun 2015, 19:27

Cobra9 » 1. Jun 2015, 17:31 hat geschrieben:Es passt noch am besten das es 50:50 ist was die Gelehrten so rausbrachten.

Eine Quelle für diese Behauptung kannst du allerdings nicht liefern. Wieso sollte ich hier deinem Bauchgefühl vertrauen?
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