Kongresswahlen 2018

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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon SirToby » Di 10. Jul 2018, 21:35

Cat with a whip hat geschrieben:(10 Jul 2018, 22:03)

Im Haus werden ALLE Sitze alle 2 Jahre vakant.


Ja, sie werden alle vakant, aber nur ein recht kleiner Teil der Sitze wechselt zwischen den Parteien alles in allem hin und her. Sorry hatte mich da ungeschickt ausgedrückt: 204 Wahlbezirke waren mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit die R. erobern, 34 sind derzeit umstritten.
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon Cat with a whip » Mi 11. Jul 2018, 14:38

Heftig finde ich ja dass die Demokraten aufgrund des Wahlkreiszuschnitts im Mittel über 3% mehr Wählerstimmen als die GOP zur Erlangung der 50% Kongresssitze benötigen.
Damit sind sie sogar noch etwas benachteiligter als bei den Präsidentschaftswahlen.
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon SirToby » Mi 11. Jul 2018, 17:26

Cat with a whip hat geschrieben:(11 Jul 2018, 15:38)

Heftig finde ich ja dass die Demokraten aufgrund des Wahlkreiszuschnitts im Mittel über 3% mehr Wählerstimmen als die GOP zur Erlangung der 50% Kongresssitze benötigen.
Damit sind sie sogar noch etwas benachteiligter als bei den Präsidentschaftswahlen.


Das ist richtig. Ich weiss aber nicht, wie sich die Berechnung genau zusammen setzt.
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon SirToby » Mi 11. Jul 2018, 19:41

https://www.vox.com/2018/7/11/17553330/abolish-ice-poll

Bei ICE scheiden sich die Geister: In der demokratischen Partei gibt es gefährliche Brüllaffen, die die Abschaffung der Behörde fordern. Das ist aber in der Bevölkerung nicht gewollt.

Wenn die Demokraten clever sind, lassen sie ich von der Hysterie nicht vereinnahmen. Ansonsten wird es sehr schwierig die Wahl zu gewinnen.
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon Cat with a whip » Mi 11. Jul 2018, 20:44

SirToby hat geschrieben:(11 Jul 2018, 18:26)

Das ist richtig. Ich weiss aber nicht, wie sich die Berechnung genau zusammen setzt.


Ausführlich:
https://de.scribd.com/document/37486918 ... from_embed

Das wird in Simulationen durchgespielt. In manchen Staaten haben die Demokraten einen Vorteil, woanders die Republikaner. Derzeit überwiegend (noch) die Republikaner.

Political scientists call the relationship between the votes a party gets in a state and how many seats it picks up “responsiveness.” In a highly responsive map, a party steadily increases its seats as it increases its share of the vote. That is how most assume a democracy should function. A non-responsive map would be the reverse: one in which a party can increase its vote share by 10 or even 20 percent without gaining a single extra seat. A handful of states have non-responsive maps that are especially stark:

In Michigan, even if Democrats win five seats with 38.38 percent of the statewide vote, they are not projected to compete for a sixth seat until their statewide vote share reaches 54.89 percent, an increase of 16.51 percentage points.
In North Carolina, even if Democrats win three seats with 29.66 percent of the statewide vote, they are not projected to compete for a fourth seat until their statewide vote share reaches 52.78 percent, an increase of 23.12 percentage points.
In Ohio, even if Democrats win four seats with around 26.07 percent of the statewide vote, they are not projected to compete for a fifth seat until their statewide vote share reaches 54.71 percent, an increase of 28.64 percentage points.
In Texas, even if Democrats win 11 seats with around 31.92 percent of the statewide vote, and because of court-made modifications to the map, compete for a twelfth seat at around 41.07 percent of the vote, they will not compete for a thirteenth seat until their statewide vote share reaches 51.15 percent, an increase of 10.08 percentage points.


Nochmal auf Deutsch weils kaum zu glauben ist, in Texas haben die Demokraten bei etwa 1/3 Stimmanteil auch ca. 1/3 Sitze, doch darüber hinaus geht die parität verloren. Für ihren 13-ten Sitz also 36% der texanischen Delegierten im Repräsentantenhaus benötigen die DEM über 51% der Stimmen.

https://www.brennancenter.org/publicati ... 18-midterm
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon Cat with a whip » Mi 11. Jul 2018, 22:18

Oder 2012: DEM hatten 1.4 Mio mehr Stimmen als GOP, GOP hatten trotzdem die Hausmehrheit 234 zu 201.

Die Republikaner machen Gerrymandering in ihren Hochburgen häufiger als die Demokraten. Der Trick ist einfach Gegenden mit überschüssigen eigenen Wählern in andere Wahlreise zu packen wo sie dort besser zur weiteren Mehrheitsbeschaffung und damit einem weiteren Sitz benötigt werden.

Dazu gab es in der Bush-Ära besondere aus der wirtschaft finanzierte Anstrengungen um die Demokratie auszuhebeln.

https://www.factcheck.org/wp-content/ca ... .html_gzip
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon Cat with a whip » Do 12. Jul 2018, 10:08

Sehr schön ist auch dass sich bei den Demokraten etwas bewegt und das blaue Establishment hatte ja auch unlängst in NY eine Ohrfeige bekommen die sich gewaschen hat, als Crowley in den Primaries durch die Parteilinke Orcasio-Cortez ausgeknockt wurde.

Die Medien hatten zuerst das was da passiert kaum beobachtet. Inzwischen fliegen ihr die Herzen zu.

https://splinternews.com/talking-with-a ... 1823967744
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon Cat with a whip » Do 12. Jul 2018, 15:28

Unangenehme Gerüche verbreitet derweil Trumps Partei über zwielichtige Gestalten die sich um Sitze im Kongress bemühen.

Einige Republikaner werden im Klima das Trump an die Macht verhalf immer freimütiger und müssen aber nun doch wegen ihrer Neonazi-Verbindungen und rassistischen Gesinnung zurücktreten.

Look what crawled out from under Trump’s rock



https://www.washingtonpost.com/opinions ... b85e59e931
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon SirToby » Do 12. Jul 2018, 20:39

Cat with a whip hat geschrieben:(12 Jul 2018, 11:08)

Sehr schön ist auch dass sich bei den Demokraten etwas bewegt und das blaue Establishment hatte ja auch unlängst in NY eine Ohrfeige bekommen die sich gewaschen hat, als Crowley in den Primaries durch die Parteilinke Orcasio-Cortez ausgeknockt wurde.

Die Medien hatten zuerst das was da passiert kaum beobachtet. Inzwischen fliegen ihr die Herzen zu.

https://splinternews.com/talking-with-a ... 1823967744


Mit Positionen wie Orcasio sie vertritt, werden die Demokraten nicht weit kommen. Die Abschaffung von ICE mag ja noch in Queens und Brooklyn populär sein, an der Stadtgrenze von NY endet das jedoch.

Selbst in den Neuenglandstaaten wäre diese Position schwer vermittelbar. Bisher scheinen die Demokraten aus ihrer Niederlage 2016 nichts gelernt zu haben.

https://www.politico.com/story/2018/07/ ... oll-708703
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon Cat with a whip » Fr 13. Jul 2018, 12:49

Dass eine Mehrheit eine Diskussion über eine ausufernde Behörde und eine menschlichere Migrationspolitik ablehnt kann ja wohl nicht das Maß für eine Partei sein sich dem einen oder anderen fragwürdigen Zeitgeist anzubiedern. Das wäre ja Opportunismus. Wer so Politik als taktischen Opportunismus in einer Demokratie begrüsst, der hat das mit den Grundpfeilern der Demokratie immer noch nicht verstanden.

Die GOP dürfen freilich den einfachen Weg gehen indem sie bei ihrem Ressentiment- und Angstbeladenen populistischen Wahlkampf das Thema Innere Sicherheit mit Immigration verbinden und dies über alles andere stellen.

Nur weil wenige Leute das nicht mit der Meinungsvielfalt in der Demokratie verstehen, wird das die Demokraten nicht davon abhalten weiter für ihre Überzeugung zu streiten

Heute haben die Demokraten des House dazu einen Gesetzentwurf eingebracht:

House Democrats introduce bill to abolish ICE, create 'humane' immigration system

https://eu.usatoday.com/story/news/poli ... 780906002/


Ein paar neutrale Artikel.
https://www.vox.com/policy-and-politics ... est-deport
https://www.theatlantic.com/politics/ar ... ns/564752/
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon SirToby » Mo 16. Jul 2018, 17:18

Cat with a whip hat geschrieben:(13 Jul 2018, 13:49)

Dass eine Mehrheit eine Diskussion über eine ausufernde Behörde und eine menschlichere Migrationspolitik ablehnt kann ja wohl nicht das Maß für eine Partei sein sich dem einen oder anderen fragwürdigen Zeitgeist anzubiedern. Das wäre ja Opportunismus. Wer so Politik als taktischen Opportunismus in einer Demokratie begrüsst, der hat das mit den Grundpfeilern der Demokratie immer noch nicht verstanden.

Die GOP dürfen freilich den einfachen Weg gehen indem sie bei ihrem Ressentiment- und Angstbeladenen populistischen Wahlkampf das Thema Innere Sicherheit mit Immigration verbinden und dies über alles andere stellen.

Nur weil wenige Leute das nicht mit der Meinungsvielfalt in der Demokratie verstehen, wird das die Demokraten nicht davon abhalten weiter für ihre Überzeugung zu streiten

Heute haben die Demokraten des House dazu einen Gesetzentwurf eingebracht:


https://eu.usatoday.com/story/news/poli ... 780906002/


Ein paar neutrale Artikel.
https://www.vox.com/policy-and-politics ... est-deport
https://www.theatlantic.com/politics/ar ... ns/564752/



ICE abschaffen ohne auch nur irgendeine Idee zu haben, wer dann die Aufgaben von ICE übernehmen soll, vor allem die unangenehmen der Abschiebung?

Das ist eine Schnapsidee, meinetwegen können sie dafür streiten, aber dann sollen sie sich nicht wundern, eine Niederlage zu kassieren. Demokratie ist eine Sache der Bürger, und wenn die Bürger diese Politik nun mal mehrheitlich ablehnen, dann kann man für eine Idee werben, aber muss dann auch akzeptieren, dass sie keine Mehrheit findet.

Und der wesentlich wichtigere Grund: Es ist verantwortungslos, eine Behörde abzuschaffen und irgendwie darauf zu hoffen, dass alles gut wird. Das ist genau der Grund, warum in Deutschland etwas aus den Fugen geraten ist.
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Re: Kongresswahlen 2018

Beitragvon Cat with a whip » Mi 18. Jul 2018, 10:54

Wie erbärmlich der Wahlkampf sein kann, muss man in den rückständigsten und finstersten Staaten der USA, Alabama, zur Kenntniss nehmen.
Dort greift auch Trump in den Wahlkampf ein und kann tatsächlich wegen seiner Beliebtheit Vorwahlen personell entscheidend beeinflussen.

Martha Roby in Alabama ist eine gemässigte Konservative die als Trump-Kritikerin gegen den schmierigen rechtspopulistischen Christen Bright (früher konservativer Demokrat, heute GOP damit er überhaupt eine Chance auf einen Kongresssitz im konservativ dominierten Wahldistrikt hat) in den Vorwahlen zu verlieren drohte.
Mittlerweile hat sich Roby um 180° gedreht und sich taktisch zu Trump bekannt, nachdem es sich für sie auszahlte dass Trump seinen loyalen Wählern zu verstehen gab Roby statt Bright zu unterstützen. Im konservativen Wahlkreis ist ihr damit der Sitz 100% sicher.

Unlike other Republicans whom Mr. Trump has gleefully helped push from office, Ms. Roby was not an eager antagonist during the 2016 presidential election, or since. Though she pronounced Mr. Trump “unacceptable” after the release of the “Access Hollywood” recording that showed him bragging about groping women, she has been an unflagging supporter since his inauguration.

So last month Mr. Trump, who easily carried Ms. Roby’s predominantly rural district in 2016 and remains popular there, extended to her a kind of political clemency that he rarely grants critics on the right. He endorsed Ms. Roby on Twitter, calling her a “consistent and reliable vote for our Make America Great Again Agenda.”

Perhaps just as importantly, Mr. Trump branded Ms. Roby’s challenger as wholly unacceptable. Alluding to Mr. Bright’s tenure in the House before switching parties, Mr. Trump called him a “Nancy Pelosi voting Democrat” — a label Ms. Roby and her allies consistently affixed to Mr. Bright during the campaign.

Ms. Roby wasted little time in expressing gratitude to the White House for its support.

“Sincere thanks to President Trump and Vice President Pence,” she told supporters at a victory celebration, according to the A.P. “I am so humbled that the people of Alabama’s Second Congressional District have again placed their trust and their confidence in me.”


https://www.nytimes.com/2018/07/17/us/p ... imary.html

Mit solchen Leuten ist jedoch kein Staat zu machen.
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