Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon relativ » Mi 16. Mai 2018, 10:20

Mahmoud hat geschrieben:(16 May 2018, 10:25)

Naja, sagen wir mal so: Ich beteilige mich nicht am Trump-bashing, weil ich es für dumm, naiv und opportunistisch-mainstreamig halte.
Im Gegensatz zu Anderen halte ich es für legitim, wenn ein amerikanischer Präsident die Interessenen Amerikas vertritt und nicht die Europas. Ich halte es auch für vorbildlich, wenn ein Präsident seine Wahlversprechen umsetzt. Beides sind Eigenschaften, von denen unsere Politiker sich eine Scheibe abschneiden könnten.

Das macht mich aber nicht zum Trump-Fan.

Aber wenn Europa durch Trump gezwungen wird, seine Schwächen zu erkennen und daran zu arbeiten, dann ist das Super.

Merke: Wer ins kalte Wasser geschmissen wird, flucht erstmal. Aber hinterher ist er stärker. Es ist eigentlich ganz einfach....

Ja stimmt, wenn es bei diesen:" ich mach dich Härter Spielchen", nicht um ziemlich ernste Angelegenheiten gehen würde.
Es geht um Schicksale und auch um Menschenleben.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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relativ
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon relativ » Mi 16. Mai 2018, 10:26

Mahmoud hat geschrieben:(16 May 2018, 09:49)

GEIL GEIL GEIL

Die Europäer halten am Atomabkommen fest und versuchen es zu retten.
Das heißt, sie bieten Trump die Stirn. Finde ich super!
Natürlich wird es Verluste geben, vor allem wirtschaftlicher Art, wenn wir das tatsächlich durchziehen. Ich bin gerne bereit, etwas zurückzustecken. Hauptsache, wir emanzipieren uns von den USA.

Danke, Trump. Mit deinem "make America great" machst Du möglicherweise auch uns great. Wenn wir die Herausforderung annehmen und nicht wieder anfangen zu jammern und dir in den A... zu kriechen.

Also: Ich finds prima!

Ja es könnte sogar so prima sein, daß die int. Staaten wieder zu solch egoistischen Nationalstaaten verkommen, die die Weltkriege hervorgebracht haben, gerade wenn dabei die globale Wirtschaft, die ja nicht nur negativ zu sehen ist, auch noch zurückgeworfen wird. denn dies müsste schon fast passieren, wenn die EU sich diesbezüglich emanzipieren möchte.
Die möglichen Folgen so einer Emanzipation sollte man schon gut kennen, bevor man sich freut das dies passieren könnte.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Mahmoud » Mi 16. Mai 2018, 10:27

relativ hat geschrieben:(16 May 2018, 11:20)

Ja stimmt, wenn es bei diesen:" ich mach dich Härter Spielchen", nicht um ziemlich ernste Angelegenheiten gehen würde.
Es geht um Schicksale und auch um Menschenleben.


Das ist so eine typisch deutsche Antwort. Klingt moralisch und empathisch, sagt aber Nichts aus und ist letztendlich Nichts als hohles Geschwurbel!

Mach doch mal eine konkrete Aussage: Findest Du es gut, daß Europa versucht, das Iran-Abkommen zu retten oder nicht? Oder bist Du damit überfordert?
Political correctness: Nein, Danke. Ich bevorzuge die Wahrheit!
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Polibu » Mi 16. Mai 2018, 10:31

Mahmoud hat geschrieben:(16 May 2018, 09:49)

GEIL GEIL GEIL

Die Europäer halten am Atomabkommen fest und versuchen es zu retten.
Das heißt, sie bieten Trump die Stirn. Finde ich super!
Natürlich wird es Verluste geben, vor allem wirtschaftlicher Art, wenn wir das tatsächlich durchziehen. Ich bin gerne bereit, etwas zurückzustecken. Hauptsache, wir emanzipieren uns von den USA.

Danke, Trump. Mit deinem "make America great" machst Du möglicherweise auch uns great. Wenn wir die Herausforderung annehmen und nicht wieder anfangen zu jammern und dir in den A... zu kriechen.

Also: Ich finds prima!


Der EU bleibt ja auch nichts anderes übrig. Ist ja nicht so, dass Trump mit den EU-Politikern darüber diskutiert hat. Der hat denen das vor den Latz geknallt. Es interessiert Trump überhaupt nicht, ob die EU sich von den Amis emanzipiert. Es ist nicht so, dass die EU sich das ausgesucht hat. Im Grunde hat Trump die EU fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel. Ob er Amerika damit schadet ist noch nicht absehbar. Ob die EU einen Vorteil davon hat auch noch nicht. Das wird sich alles noch rausstellen müssen.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon relativ » Mi 16. Mai 2018, 10:38

Mahmoud hat geschrieben:(16 May 2018, 11:27)

Das ist so eine typisch deutsche Antwort. Klingt moralisch und empathisch, sagt aber Nichts aus und ist letztendlich Nichts als hohles Geschwurbel!
Mir ist es völlig wurscht für wasdu diese Antwort hälst, da du sie nicht sachlich kommentieren kannst, gehe ich davon aus, daß dir diesbezüglich wohl der Horizont fehlt. Geschichte lieber Mahmound kann nicht moralisch sein, dies können nur die Lebenden versuchen, wenn sie es nicht tun wiederholen sie nur Geschichte.

Mach doch mal eine konkrete Aussage: Findest Du es gut, daß Europa versucht, das Iran-Abkommen zu retten oder nicht? Oder bist Du damit überfordert?

Es gibt da kein pauschales ja gut, oder nein schlecht.
Für komplexe Inhalte/Fragen und Beziehungen eine einfache Ja/Nein, Gut/ Böse Antwort zu erwarten ist einfach nur dämlich.
Überfordert scheint du damit zu sein, die möglichen Folgen deiner pauschalen Freundenarien zu überblicken bzw. richtig einzuschätzen.
Wenn die Europäeer überzeugt von dem Abkommen sind und es die Politiker die dies zu entscheiden haben auch sind ( die sollten den richtigen Einblick/Überblick haben) dann sollten sie dieses Abkommen zu 100% beibehalten, auch wenn dies heisst, ärger mit der derzeitigen US-Regierung zu bekommen.
Wenn es aber andere bessere Alternativen gibt, oder das Vertrauen in diesem Atomdeal nicht überzeugend genug, ja dann weg damit.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Mahmoud » Mi 16. Mai 2018, 11:03

relativ hat geschrieben:(16 May 2018, 11:38)

Mir ist es völlig wurscht für wasdu diese Antwort hälst, da du sie nicht sachlich kommentieren kannst, gehe ich davon aus, daß dir diesbezüglich wohl der Horizont fehlt. Geschichte lieber Mahmound kann nicht moralisch sein, dies können nur die Lebenden versuchen, wenn sie es nicht tun wiederholen sie nur Geschichte.


Es gibt da kein pauschales ja gut, oder nein schlecht.
Für komplexe Inhalte/Fragen und Beziehungen eine einfache Ja/Nein, Gut/ Böse Antwort zu erwarten ist einfach nur dämlich.
Überfordert scheint du damit zu sein, die möglichen Folgen deiner pauschalen Freundenarien zu überblicken bzw. richtig einzuschätzen.
Wenn die Europäeer überzeugt von dem Abkommen sind und es die Politiker die dies zu entscheiden haben auch sind ( die sollten den richtigen Einblick/Überblick haben) dann sollten sie dieses Abkommen zu 100% beibehalten, auch wenn dies heisst, ärger mit der derzeitigen US-Regierung zu bekommen.
Wenn es aber andere bessere Alternativen gibt, oder das Vertrauen in diesem Atomdeal nicht überzeugend genug, ja dann weg damit.


So ähnlich hab ich das erwartet. :cool:
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Mahmoud » Mi 16. Mai 2018, 11:08

relativ hat geschrieben:(16 May 2018, 11:38)

Mir ist es völlig wurscht für wasdu diese Antwort hälst, da du sie nicht sachlich kommentieren kannst, gehe ich davon aus, daß dir diesbezüglich wohl der Horizont fehlt. Geschichte lieber Mahmound kann nicht moralisch sein, dies können nur die Lebenden versuchen, wenn sie es nicht tun wiederholen sie nur Geschichte.


.


Geiler Kalenderspruch! Oder ist aus dem Mondratgeber der Walldorfschüler? Ich gehe aber davon aus, daß beim Original weniger Rechtschreibfehler drin sind..... :D
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mi 16. Mai 2018, 11:16

Mahmoud hat geschrieben:(16 May 2018, 09:49)

GEIL GEIL GEIL

Die Europäer halten am Atomabkommen fest und versuchen es zu retten.
Das heißt, sie bieten Trump die Stirn. Finde ich super!
Natürlich wird es Verluste geben, vor allem wirtschaftlicher Art, wenn wir das tatsächlich durchziehen. Ich bin gerne bereit, etwas zurückzustecken. Hauptsache, wir emanzipieren uns von den USA.

Danke, Trump. Mit deinem "make America great" machst Du möglicherweise auch uns great. Wenn wir die Herausforderung annehmen und nicht wieder anfangen zu jammern und dir in den A... zu kriechen.

Also: Ich finds prima!


Nicht geil

Die Europaer haben keine Chancen, denn sie koennen ihre eigene Industrie nicht for US Sanktionen schuetzen wenn diese Industrien weiterhin mit dem Iran Geschaefte machen. Trump weiss genau das Europa ken Mojo hat. Zero! Zilch!

Nicht geil

Denn Trump hat bestaetigt das internationale Abkommen nicht das Papuier wert sind auf das sie geschrieben sind solange er Praeser ist. Das bevor er sich mit dem Kim Jong Un trifft. Was wird wohl der Nordkoreaner ueber die Vertragstreue sene Gegenueber denken?

Nicht geil?

Jeder Buendnispartner der USA weiss nun das Trump unzuverlaessig, unberechenbar und sich um Abkommen einen Dreck schert.

Nicht geil

Weil der US$ die Finanzwelt beherrscht und der Euro keine Chance hat den Greenback abzuloesen.

Trump kann tun was er will und Europa kann nichts tun. Die Welt brennt immer mehr! Absolut nicht geil
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 16. Mai 2018, 11:17

relativ hat geschrieben:(16 May 2018, 11:38)

Mir ist es völlig wurscht für wasdu diese Antwort hälst, da du sie nicht sachlich kommentieren kannst, gehe ich davon aus, daß dir diesbezüglich wohl der Horizont fehlt. Geschichte lieber Mahmound kann nicht moralisch sein, dies können nur die Lebenden versuchen, wenn sie es nicht tun wiederholen sie nur Geschichte.


Es gibt da kein pauschales ja gut, oder nein schlecht.
Für komplexe Inhalte/Fragen und Beziehungen eine einfache Ja/Nein, Gut/ Böse Antwort zu erwarten ist einfach nur dämlich.
Überfordert scheint du damit zu sein, die möglichen Folgen deiner pauschalen Freundenarien zu überblicken bzw. richtig einzuschätzen.
Wenn die Europäeer überzeugt von dem Abkommen sind und es die Politiker die dies zu entscheiden haben auch sind ( die sollten den richtigen Einblick/Überblick haben) dann sollten sie dieses Abkommen zu 100% beibehalten, auch wenn dies heisst, ärger mit der derzeitigen US-Regierung zu bekommen.
Wenn es aber andere bessere Alternativen gibt, oder das Vertrauen in diesem Atomdeal nicht überzeugend genug, ja dann weg damit.



Klar vor Herrn Trump ist die Sache klar wie Kloßbrühe, die Saudis sind gut die Iraner böse
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon zollagent » Mi 16. Mai 2018, 11:28

Mahmoud hat geschrieben:(16 May 2018, 10:25)

Naja, sagen wir mal so: Ich beteilige mich nicht am Trump-bashing, weil ich es für dumm, naiv und opportunistisch-mainstreamig halte.
Im Gegensatz zu Anderen halte ich es für legitim, wenn ein amerikanischer Präsident die Interessenen Amerikas vertritt und nicht die Europas. Ich halte es auch für vorbildlich, wenn ein Präsident seine Wahlversprechen umsetzt. Beides sind Eigenschaften, von denen unsere Politiker sich eine Scheibe abschneiden könnten.

Das macht mich aber nicht zum Trump-Fan.

Aber wenn Europa durch Trump gezwungen wird, seine Schwächen zu erkennen und daran zu arbeiten, dann ist das Super.

Merke: Wer ins kalte Wasser geschmissen wird, flucht erstmal. Aber hinterher ist er stärker. Es ist eigentlich ganz einfach....

Ich sprach nicht davon, daß du Trump-Fan seist. Du denkst nur in ähnlichen Bahnen wie er. Im übrigen solltest du genauer hinschauen. Trump vertritt die Interessen einer bestimmten Klientel in den USA und die müssen nicht deckungsgleich mit dem sein, was die Mehrheit in den USA für Interessen hat. Und dafür benutzt er eine andere Klientel, denen er alles mögliche verspricht, was diese gerne hören und letztlich denn doch wieder dort sitzen, wo sie immer schon saßen. Und auf den nächsten Heiland hoffen, der ihnen verspricht, was sie gerne hören.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon relativ » Mi 16. Mai 2018, 12:55

Mahmoud hat geschrieben:(16 May 2018, 12:03)

So ähnlich hab ich das erwartet. :cool:

Ist das schon alles?
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon relativ » Mi 16. Mai 2018, 12:55

Mahmoud hat geschrieben:(16 May 2018, 12:08)

Geiler Kalenderspruch! Oder ist aus dem Mondratgeber der Walldorfschüler? Ich gehe aber davon aus, daß beim Original weniger Rechtschreibfehler drin sind..... :D

Schwach....
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 18. Mai 2018, 14:02

Der ehemaligen Sonderbotschafterin platzte zumindest an einer Stelle fast der Kragen, aber just das war in der Talk Show mit Maybrit Illner äußerst erfrischend.

Sie wünsche sich, sagt Sucharewicz, dass Deutschland den unterstützenden Worten Taten folgen lasse und Solidarität zeige. Stattdessen verkaufe man nun, nach dem Rückzug der USA, für Geschäfte seine "Moral an den Teufel" und versuche, das Ajatollah-Regime zu besänftigen - das Abkommen ist für Deutschland schließlich auch wirtschaftlich interessant.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/maybrit ... 08332.html

Gestern Abend attackierte sie die europäische Politik. Diese verkaufte nicht nur „ihre Werte“ an Iran. Vielmehr „denke man“ –
Frau Sonderbotschafterin meinte sich selbst – ob „die Politiker in Europa alle verrückt geworden sind.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 96130.html

Der Dialog mit den USA scheint zu schwierig zu sein, man erwägt sogar im russischen Stil die Sanktionierung von Firmen, die auf US-Sanktionen reagieren.
Die Partner Russland und China gelten als "schwierig", wie das diplomatisch ausgedrückt wird, aber egal, der Iran ist mit seiner aggressiven Expansionspolitik schließlich noch "schwieriger".

Europa lässt sich sogar vom Iran Hausaufgaben diktieren, bis wann was zufriedenstellend zu erledigen sei. So ungefähr sagt das die Ex-Sonderbotschafterin in der erfrischenden Minute.

"Das ist die Stunde Europas!", schwärmt da Frau Baerbock und bedient damit Antiamerikanismus und Irrationalität in einem. Die Stunde mag wohl schlagen - aber die Uhr steht in Teheran.

Mein Eindruck ist, die Europäer spielen tatsächlich verrückt. Anstatt im Schnellkurs erwachsen zu werden, pikiert man sich - wenn auch zurecht - über die Tweeds eines bizarren Präsidenten mit komischer Frisur.
Und konkret setzt man auf Appeasement (gegenüber Feinden, weil Freunde just mal schwierig sind). Nichtsahnend, als ob nicht gerade dies sehr gefährlich sein könnte.

Was die geschätzte Frau Baerbock - die vermutlich nicht wirklich Eurozentrismus im Sinn hat - meint, ist eigentlich jenes berühmte "Peace in our Time" - Chamberlain war es doch, der ein Papier hochhielt und so den Frieden als gerettet betrachtete.

Zum empfehlen wäre aber vielleicht eher "Wem die Stunde schlägt", von Ernest Hemingway.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon van Kessel » Fr 18. Mai 2018, 14:17

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 May 2018, 15:02)
Zum empfehlen wäre aber vielleicht eher "Wem die Stunde schlägt", von Ernest Hemingway.
falscher Film, denn diese Novelle (Film) zeigte nicht den 'Sieg' des Kapitalismus (Franko), sondern den Sieg in der Niederlage des Sozialismus.

Hier aber haben wir es mit einer ausgewiesenen Erpressung Amerikas gen Europa zu tun. Und die guten Menschen von Europa rechnen vor, dass drei Milliarden € Handel (mit den Iran) weniger sind, als 110 Milliarden € Handel mit den USA, ja wohl ausschlaggebend seinen. Ausschlaggebend, dass man Verträge, Verträge sein lässt und den 'Wind of Chance' so interpretiert, als ob hier irgendwer ein moralischer Sieger sei. Die europäischen Hosenscheißer mit ihrer Pfeffersack-Moral schmücken sich allzu gerne mit dem Gutmenschenumhang.

Moral von PKW-Konzernen, ihre Betrügereien als Fehler eines Mindestausstosses zu entschuldigen, ist dagegen schulbubenhaftes Verhalten.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 18. Mai 2018, 14:44

van Kessel hat geschrieben:(18 May 2018, 15:17)

falscher Film, denn diese Novelle (Film) zeigte nicht den 'Sieg' des Kapitalismus (Franko), sondern den Sieg in der Niederlage des Sozialismus.

Hier aber haben wir es mit einer ausgewiesenen Erpressung Amerikas gen Europa zu tun. Und die guten Menschen von Europa rechnen vor, dass drei Milliarden € Handel (mit den Iran) weniger sind, als 110 Milliarden € Handel mit den USA, ja wohl ausschlaggebend seinen. Ausschlaggebend, dass man Verträge, Verträge sein lässt und den 'Wind of Chance' so interpretiert, als ob hier irgendwer ein moralischer Sieger sei. Die europäischen Hosenscheißer mit ihrer Pfeffersack-Moral schmücken sich allzu gerne mit dem Gutmenschenumhang.
Moral von PKW-Konzernen, ihre Betrügereien als Fehler eines Mindestausstosses zu entschuldigen, ist dagegen schulbubenhaftes Verhalten.

Dann nehmen wir eben Hamlet, der stets alles bedenkt, zaudert, abwägt - und am Ende sind alle tot.

Wie gesagt, über Chamberlains Papierchen haben sich alle gefreut, kurz darauf begann der Zweite Weltkrieg. Wie konnte das nur passieren, wo doch dieses Papier auch ein Vertrag war?!?
Kann es vielleicht sein, dass Appeasement nicht immer funktioniert? Wäre doch möglich.
Und was ist denn in den vergangenen Jahren erreicht worden - eigentlich nur, dass die Lage stets komplizierter wurde.

Die eigenen Partner mögen schwierig sein, mal mehr, mal weniger. Aber wenn die Appeaser gebetsmühlenartig stets sagen, man brauche den Dialog, dann könnte man doch auch einmal den Dialog mit Verbündeten und strategischen Partnern erwägen.
Sei er eben schwierig, ja und ?
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Zinnamon » Fr 18. Mai 2018, 14:57

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 May 2018, 15:44)

Dann nehmen wir eben Hamlet, der stets alles bedenkt, zaudert, abwägt - und am Ende sind alle tot.



Wir können auch den Zauberlehrling nehmen. Das Potential besteht auf jeden Fall.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Troh.Klaus » Fr 18. Mai 2018, 15:14

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 May 2018, 15:44)
Die eigenen Partner mögen schwierig sein, mal mehr, mal weniger. Aber wenn die Appeaser gebetsmühlenartig stets sagen, man brauche den Dialog, dann könnte man doch auch einmal den Dialog mit Verbündeten und strategischen Partnern erwägen.
Sei er eben schwierig, ja und ?

Das haben die Europäer doch getan. Sie waren mit den Amerikanern im Dialog, es gab sogar in vielen Fragen Übereinstimmung. Nur wollten die Europäer das existente Abkommen weiter entwickeln. Trump hat mit seiner Entscheidung diesen Prozess beendet und klar gemacht, das der "Deal" nur nach seinen Regeln abläuft oder gar nicht. Und dass er bereit ist, jeden, der sich nicht unterwirft, zu sanktionieren.

Unterwerfung ist auch eine Art Appeasement.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 18. Mai 2018, 15:46

Troh.Klaus hat geschrieben:(18 May 2018, 16:14)

Das haben die Europäer doch getan. Sie waren mit den Amerikanern im Dialog, es gab sogar in vielen Fragen Übereinstimmung. Nur wollten die Europäer das existente Abkommen weiter entwickeln. Trump hat mit seiner Entscheidung diesen Prozess beendet und klar gemacht, das der "Deal" nur nach seinen Regeln abläuft oder gar nicht. Und dass er bereit ist, jeden, der sich nicht unterwirft, zu sanktionieren.
Es heißt auch, man hätte sich fast einigen können, letztlich habe aber unsere einflußreiche Kanzlerin auf die Bremse getreten, also eher noch als Franzosen und Briten. Galanter ist aber natürlich die Erzählweise, man habe es eben mit einem verrückten Trump zu tun und da helfe eben nur noch Fatalismus.

Wichtiger als diese Erzählweisen ist aber vielleicht das, worum es konkret geht.
Der Iran wünscht Umsätze, um seine Projekte finanzieren zu können. Russland und China unterstützen das, Israel und arabische Staaten sind weniger begeistert, eben weil sie durch diese Projekte bedroht werden und das auch ganz und gar nicht als Nebensächlichkeit betrachten.
Dann gehen die E-3-Staaten her und sagen, jawoll ja, der Atomdeal ist so eine schöne Sache, an dem wir so viele Jahre gearbeitet hatten, spielen wir also ein bißchen Sanktionskrieg mit den USA - was nur sehr begrenzt funktionieren kann, wie auch unsere Bundesregierung offen einräumt - gehen auf Assads Partner zu, sorgen für das Taschengeld und warten mal ab, was passiert. Währenddessen geht der (konventionelle) Krieg weiter oder spitzt sich zu.

Wenn da die Ex-Sonderbotschafterin Melody Sucharewicz sagt, dies sei verrückt, ist das m. E. durchaus nachvollziehbar.

Unterwerfung ist auch eine Art Appeasement.

Und umgekehrt.
Kann man nennen, wie man will, jedenfalls verlangt der Iran die Ablieferung der so gestellten Hausaufgabe fristgerecht.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 18. Mai 2018, 16:17

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 May 2018, 16:46)

Es heißt auch, man hätte sich fast einigen können, letztlich habe aber unsere einflußreiche Kanzlerin auf die Bremse getreten, also eher noch als Franzosen und Briten. Galanter ist aber natürlich die Erzählweise, man habe es eben mit einem verrückten Trump zu tun und da helfe eben nur noch Fatalismus.

Wichtiger als diese Erzählweisen ist aber vielleicht das, worum es konkret geht.
Der Iran wünscht Umsätze, um seine Projekte finanzieren zu können. Russland und China unterstützen das, Israel und arabische Staaten sind weniger begeistert, eben weil sie durch diese Projekte bedroht werden und das auch ganz und gar nicht als Nebensächlichkeit betrachten.
Dann gehen die E-3-Staaten her und sagen, jawoll ja, der Atomdeal ist so eine schöne Sache, an dem wir so viele Jahre gearbeitet hatten, spielen wir also ein bißchen Sanktionskrieg mit den USA - was nur sehr begrenzt funktionieren kann, wie auch unsere Bundesregierung offen einräumt - gehen auf Assads Partner zu, sorgen für das Taschengeld und warten mal ab, was passiert. Währenddessen geht der (konventionelle) Krieg weiter oder spitzt sich zu.

Wenn da die Ex-Sonderbotschafterin Melody Sucharewicz sagt, dies sei verrückt, ist das m. E. durchaus nachvollziehbar.


Und umgekehrt.
Kann man nennen, wie man will, jedenfalls verlangt der Iran die Ablieferung der so gestellten Hausaufgabe fristgerecht.


Du denkst dir da einen Unsinn aus....
Fakt ist daß die Hardliner im Iran sich schon die Hände reiben. Wenn das Abkommen endgültig scheitert können sie ihr Atomprogramm endlich fortsetzen.

Aber die meisten Iraner haben ganz andere Sorgen. Die wollen eine bessere Wirtschaftslage. Wie unzufrieden das Volk ist konnte dass Regime schon 2009 spüren. Die grüne Revolution ist hier im Westen ja kaum vorgenommen worden. Aber das Regime hat gemerkt dass es nicht mehr unangreifbar ist. Es geht also um den Machterhalt der Mullahs. Deshalb wurde das Atomabkommen letztlich sogar von Rohani unterstützt. Seitdem hat sich die Lage kaum gebessert und eine Dürre schürt zusätzlich die Unzufriedenheit. Auch die militärischen Spielchen die die moderaten Kräfte im nahen Osten nicht unterbinden können sind im Volk extrem unbeliebt. Scheitert das Abkommen und die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich dadurch weiter könnte der Iran einen Bürgerkrieg erleben. Und es steht zu befürchten dass die Revolutionswächter sich mit harter Hand durchsetzen und dann muß Israel wirklich um seine Existenz fürchten.

Das sind die Gefahren der Politik Trumps und Netanjahus. Mehr Unsicherheit. Mehr Krieg. Mehr Flüchtlinge. Das wird wohl ds Ergebnis sein.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 18. Mai 2018, 16:21

DarkLightbringer hat geschrieben:(18 May 2018, 15:44)

Dann nehmen wir eben Hamlet, der stets alles bedenkt, zaudert, abwägt - und am Ende sind alle tot.

Wie gesagt, über Chamberlains Papierchen haben sich alle gefreut, kurz darauf begann der Zweite Weltkrieg. Wie konnte das nur passieren, wo doch dieses Papier auch ein Vertrag war?!?
Kann es vielleicht sein, dass Appeasement nicht immer funktioniert? Wäre doch möglich.
Und was ist denn in den vergangenen Jahren erreicht worden - eigentlich nur, dass die Lage stets komplizierter wurde.

Die eigenen Partner mögen schwierig sein, mal mehr, mal weniger. Aber wenn die Appeaser gebetsmühlenartig stets sagen, man brauche den Dialog, dann könnte man doch auch einmal den Dialog mit Verbündeten und strategischen Partnern erwägen.
Sei er eben schwierig, ja und ?


Man sollte Chamberlain heute anders bewerten. Er wollte eigentlich nur Zeit gewinnen. Ist aber ein anderes Thema.
Die EU will jedenfalls eine alte Verordnung reaktivieren die Amerika die gelbe Karte zeigt. Ist eigentlich kein Appeasement.
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