Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Alexyessin » Sa 12. Mai 2018, 20:02

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 May 2018, 20:58)

Ich hatte das als ironisch gemeint verstanden. Für manche sind die USA eben immer alles Schuld.


Natürlich. Wer auch sonst. ;)
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon van Kessel » Sa 12. Mai 2018, 22:08

Troh.Klaus hat geschrieben:(12 May 2018, 20:49)
Für diese "Erbse" musste ich Wikipedia sicher nicht konsultieren. Ich würde es auch eher korrekte Differenzierung nennen.
Andererseits, bei jemandem, der die Araber Konstantinopel erobern ließ, ist ein solcher Hinweis ja vielleicht hilfreich und angebracht.


O.T.
in der Tat, nach einigem 'Blättern' habe ich den Klops entdeckt den ich schrieb. Es war Alexandria welches ich meinte (nicht Konstantinopel, welches sie erfolglos belagerten).
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon JJazzGold » So 13. Mai 2018, 07:05

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 May 2018, 11:10)

Das Atomabkommen ist praktisch gescheitert - außer, die Iraner ließen sich auf erweiterte Gespräche ein, wie von Macron gefordert.
Unsere Bundesregierung schätzt das aber ganz offensichtlich eher realistisch ein.

Sehr deutlich wurde das auf der Regierungspressekonferenz vom 9. Mai. Journalisten fragten mehrfach nach, wann und wie sanktionsbedrohten Unternehmen konkret geholfen werden könnte und was den Unternehmen überhaupt zu raten sei.
Die Antworten fielen stets ausweichend aus und nicht nur das - selbst einen Zeitrahmenplan, wann ungefähr ein Rat erfolgen könnte, gibt es nicht.

https://www.auswaertiges-amt.de/de/news ... enz/350810

Auf Basis einer solchen vagen Aussage kann kein Unternehmen überhaupt eine Entscheidung treffen.
Die Amerikaner sind dafür um so deutlicher, in dem sie einen Rückzug aus Iran-Geschäften binnen 180 Tagen empfehlen. Das ist sehr eindeutig.


Die Unternehmen, die in Krisenstaaten, und das ist wirtschaftlich betrachtet der Iran, investieren, wissen wie hoch das Risiko ist. Da bleiben schon mal Millionen auf der Strecke, entweder weil man sich verschätzt hat, oder weil einen die politische Entwicklung überrollt, oder eine vom Staatschef angeordnete Maßnahme. Da wird zwar jedes Mal der Ruf nach Aktion der Regierung, von Kanzler bis Aussenminister laut, aber in der Regel trägt man die Verluste zähneknirschend. Keine Regierung kann eine Garantie geben, oder für diese Verluste einspringen.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Mai 2018, 07:06

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 May 2018, 20:58)

Ich hatte das als ironisch gemeint verstanden. Für manche sind die USA eben immer alles Schuld.

In der Tat - ein semi-religiöser Ansatz, bei dem die konkrete Politik eigentlich keinerlei Rolle spielt.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Mai 2018, 07:38

JJazzGold hat geschrieben:(13 May 2018, 08:05)

Die Unternehmen, die in Krisenstaaten, und das ist wirtschaftlich betrachtet der Iran, investieren, wissen wie hoch das Risiko ist. Da bleiben schon mal Millionen auf der Strecke, entweder weil man sich verschätzt hat, oder weil einen die politische Entwicklung überrollt, oder eine vom Staatschef angeordnete Maßnahme. Da wird zwar jedes Mal der Ruf nach Aktion der Regierung, von Kanzler bis Aussenminister laut, aber in der Regel trägt man die Verluste zähneknirschend. Keine Regierung kann eine Garantie geben, oder für diese Verluste einspringen.

Ja, doch, man kann über Hermesbürgschaften eine Forderung von Airbus abdecken, wenn die ein Flugzeug ausliefern und der Abnehmer (z. B. eine iranische Gesellschaft) noch nicht bezahlt hat. Ein anderer Weg ist die Absicherung eines Kredites, mit dem der Abnehmer das gelieferte Flugzeug begleichen kann.
Im Fall Iran sind 100 Flugzeuge von Airbus bestellt und 3 sind ausgeliefert worden. Die Konkurrenz Boing hat 110 Bestellungen, es sind aber 0 geliefert worden.
Es ist schon drin, dass ein Exportgeschäft ohne Bürgschaft erst gar nicht zustande kommt. Dann muss die Regierung das Geschäft wollen und unter Umständen kommt das Flugzeug als Sicherheitsleistung auf den Hof der Bundesregierung - eben dann, wenn der Abnehmer nicht zahlt. Für Airbus ist es aber praktisch unerheblich, ob das ausgelieferte Flugzeug da oder dort steht.

International tätige Unternehmen werden aber nicht auf Sanktionslisten gelangen wollen, weil sie dann Probleme mit dem US-Markt und mit anderen Unternehmen haben, die ihrerseits auf dem US-Markt agieren.
Erst jüngst musste ein gelisteter, russischer Oligarch drei geleaste Privatjets zurück geben - Eigentümer war die Credit Suisse.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon JJazzGold » So 13. Mai 2018, 09:38

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 May 2018, 08:38)

Ja, doch, man kann über Hermesbürgschaften eine Forderung von Airbus abdecken, wenn die ein Flugzeug ausliefern und der Abnehmer (z. B. eine iranische Gesellschaft) noch nicht bezahlt hat. Ein anderer Weg ist die Absicherung eines Kredites, mit dem der Abnehmer das gelieferte Flugzeug begleichen kann.
Im Fall Iran sind 100 Flugzeuge von Airbus bestellt und 3 sind ausgeliefert worden. Die Konkurrenz Boing hat 110 Bestellungen, es sind aber 0 geliefert worden.
Es ist schon drin, dass ein Exportgeschäft ohne Bürgschaft erst gar nicht zustande kommt. Dann muss die Regierung das Geschäft wollen und unter Umständen kommt das Flugzeug als Sicherheitsleistung auf den Hof der Bundesregierung - eben dann, wenn der Abnehmer nicht zahlt. Für Airbus ist es aber praktisch unerheblich, ob das ausgelieferte Flugzeug da oder dort steht.

International tätige Unternehmen werden aber nicht auf Sanktionslisten gelangen wollen, weil sie dann Probleme mit dem US-Markt und mit anderen Unternehmen haben, die ihrerseits auf dem US-Markt agieren.
Erst jüngst musste ein gelisteter, russischer Oligarch drei geleaste Privatjets zurück geben - Eigentümer war die Credit Suisse.



Auf solche Spielchen lässt sich Airbus gar nicht erst ein, da wird nach Vorkasse geliefert und wie diese 100 Airbus, 80 Boeing, 20 ATR und zusätzlich noch eine Summe X an Sukhoi Superjet 100 Flugzeugen finanzieren soll, bei eingefrorenen Vermögen und der Unwilligkeit der Banken für den Iran in Viorfinanzierung zu gehen, das muss mir erst einmal jemand vorrechnen.

Zusätzlich muss der Anteil der US gefertigten Teile unter 10% liegen, um den US Sanktionen zu entgehen, damit ist der Boeing Auftrag ohnehin schon gestorben und Airbus mit seiner Bautsatzpolitik wird sich schwer tun, das analog zu bewerkstelligen. Da hat Sukhoi noch die besten Karten.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Mai 2018, 10:19

JJazzGold hat geschrieben:(13 May 2018, 10:38)

Auf solche Spielchen lässt sich Airbus gar nicht erst ein, da wird nach Vorkasse geliefert und wie diese 100 Airbus, 80 Boeing, 20 ATR und zusätzlich noch eine Summe X an Sukhoi Superjet 100 Flugzeugen finanzieren soll, bei eingefrorenen Vermögen und der Unwilligkeit der Banken für den Iran in Viorfinanzierung zu gehen, das muss mir erst einmal jemand vorrechnen.

Zusätzlich muss der Anteil der US gefertigten Teile unter 10% liegen, um den US Sanktionen zu entgehen, damit ist der Boeing Auftrag ohnehin schon gestorben und Airbus mit seiner Bautsatzpolitik wird sich schwer tun, das analog zu bewerkstelligen. Da hat Sukhoi noch die besten Karten.

Nun auch Maas, immerhin Außenminister:
Maas sieht kaum Chancen für Schutz vor US-Sanktionen
https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-05/ ... heiko-maas

Es wäre auch ein Fehler, wenn sich die E-3-Staaten den Realitäten und der Rückkehr zum Verhandlungstisch verweigerten.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Troh.Klaus » So 13. Mai 2018, 12:26

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 May 2018, 11:19)
Es wäre auch ein Fehler, wenn sich die E-3-Staaten den Realitäten und der Rückkehr zum Verhandlungstisch verweigerten.

Welchem Verhandlungstisch?
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Mai 2018, 12:40

Troh.Klaus hat geschrieben:(13 May 2018, 13:26)

Welchem Verhandlungstisch?

Macron forderte doch schon erweiterte Gespräche und in der gemeinsamen Erklärung der E3-Staaten heißt es, man sei bereit, mit Schlüsselpartnern und betroffenen Staaten in der Region einen intensiven Dialog zu führen.
Das bezieht sich auf die wesentlichen Fragen - die destabilisierende Rolle des Irans, das ballistische Raketenprogramm und die offenen Punkte des Atomabkommens.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Troh.Klaus » So 13. Mai 2018, 13:36

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 May 2018, 13:40)
Macron forderte doch schon erweiterte Gespräche und in der gemeinsamen Erklärung der E3-Staaten heißt es, man sei bereit, mit Schlüsselpartnern und betroffenen Staaten in der Region einen intensiven Dialog zu führen.
Das bezieht sich auf die wesentlichen Fragen - die destabilisierende Rolle des Irans, das ballistische Raketenprogramm und die offenen Punkte des Atomabkommens.

Gehört zu diesen Schlüsselpartnern und betroffenen Staaten in der Region auch die USA und der Iran? Sind die auch bereit, zurück zum Verhandlungstisch zu kommen? Oder geht es darum, dass die USA allen diktiert? Zur Unterwerfung braucht's keinen Verhandlungstisch.

Was wollen denn die E-3 den Iranern anbieten, wenn die europäischen Firmen sich aus Furcht vor den USA zurück ziehen? Warum sollten die Iraner auch nur einen Mikrofunken Vertrauen in einen neuerlichen Vertrag mit den USA legen, während gleichzeitig der Sicherheitsberater Bolton schon die US-Truppen in Teheran feiern lässt?
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon SirToby » So 13. Mai 2018, 16:28

JJazzGold hat geschrieben:(12 May 2018, 12:33)

Diese “Spielwiese“ hat der US Irakkrieg beträchtlich erweitert, indem er das Gleichgewicht der Kräfte massiv verschoben hat.


Bin da anderer Ansicht: Im irak herrschte vor dem Einmarsch dieselbe GrundKonstellation wie in Syrien: eine kleine Gruppe von Menschen herrschte über eine grosse Gruppe, Ebenso wäre der Irak von den gestiegenen Lebensmittelpreisen betroffen gewesen im Jahr 2011, die der Anlass für die Aufstände waren.

Ebenso wie in Syrien hätten die Schiiten im Irak sich erhoben, was zu folgender Konstellation hätte führen können:

In Syrien kämpft der Alawit Assads, unterstützt von R und Iran, gegen die Sunnitische Bevölkerungsmehrheit, unterstützt von Saudis und Westen....
Im Irak kämpft der Sunnit Hussein, unterstützt von R und Saudis, gegen die schiitische Bevölkerungsmehrheit, unterstützt von Iran und Westen...

Die Kurden lass ich jetzt mal weg.... ;)
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » So 13. Mai 2018, 17:06

Troh.Klaus hat geschrieben:(13 May 2018, 14:36)

Gehört zu diesen Schlüsselpartnern und betroffenen Staaten in der Region auch die USA und der Iran? Sind die auch bereit, zurück zum Verhandlungstisch zu kommen? Oder geht es darum, dass die USA allen diktiert? Zur Unterwerfung braucht's keinen Verhandlungstisch.
Vermutlich sind alle dialogbereit, außer dem Iran.

Was wollen denn die E-3 den Iranern anbieten, wenn die europäischen Firmen sich aus Furcht vor den USA zurück ziehen? Warum sollten die Iraner auch nur einen Mikrofunken Vertrauen in einen neuerlichen Vertrag mit den USA legen, während gleichzeitig der Sicherheitsberater Bolton schon die US-Truppen in Teheran feiern lässt?
Zunächst mal ging ja das Vertrauen in den Iran verloren, wegen der Destabilisierungspolitik. Deshalb wäre das sicherlich auch Thema im Falle eines Dialogs.

Und Mr. Bolton hielt eine Rede vor einer geschlossenen Gesellschaft ? Das ist dann eigentlich kein Thema.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon JJazzGold » Mo 14. Mai 2018, 05:52

SirToby hat geschrieben:(13 May 2018, 17:28)

Bin da anderer Ansicht: Im irak herrschte vor dem Einmarsch dieselbe GrundKonstellation wie in Syrien: eine kleine Gruppe von Menschen herrschte über eine grosse Gruppe, Ebenso wäre der Irak von den gestiegenen Lebensmittelpreisen betroffen gewesen im Jahr 2011, die der Anlass für die Aufstände waren.

Ebenso wie in Syrien hätten die Schiiten im Irak sich erhoben, was zu folgender Konstellation hätte führen können:

In Syrien kämpft der Alawit Assads, unterstützt von R und Iran, gegen die Sunnitische Bevölkerungsmehrheit, unterstützt von Saudis und Westen....
Im Irak kämpft der Sunnit Hussein, unterstützt von R und Saudis, gegen die schiitische Bevölkerungsmehrheit, unterstützt von Iran und Westen...

Die Kurden lass ich jetzt mal weg.... ;)


Angesichts der Konflikte unterschiedlicher Interessengruppen, die heute im Irak toben, ausgelöst durch die US Intervention, ist es müßig ein Szenario zu erstellen, “es hätte schlimmer kommen können“. Der Zustand ist längst erreicht und darunter leiden alle Beteiligten, einschließlich der Kurden im Nordirak.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon JJazzGold » Mo 14. Mai 2018, 06:02

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 May 2018, 11:19)

Nun auch Maas, immerhin Außenminister:
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Es wäre auch ein Fehler, wenn sich die E-3-Staaten den Realitäten und der Rückkehr zum Verhandlungstisch verweigerten.


Die Frage ist nicht, ob sich die E3 Staaten an den Verhandlungstisch setzen möchten. Von der EU hat der Iran ohnehin keine hohe Meinung, die gilt als Vasall der USA. Sondern wer sich im Iran durchsetzt und inwieweit man Putins Ratschlägen gewillt ist zu folgen.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 14. Mai 2018, 08:00

JJazzGold hat geschrieben:(14 May 2018, 07:02)

Die Frage ist nicht, ob sich die E3 Staaten an den Verhandlungstisch setzen möchten. Von der EU hat der Iran ohnehin keine hohe Meinung, die gilt als Vasall der USA. Sondern wer sich im Iran durchsetzt und inwieweit man Putins Ratschlägen gewillt ist zu folgen.

China sichert dem Iran seine Unterstützung zu und nebenbei ruft die Al Kaida zum Dschihad gegen Trump auf. Wenn die destabilisierende Rolle des Irans im Nahen Osten nicht verhandelbar ist, mal angenommen, dann ergibt das Atomabkommen keinen wirklichen Sinn. Das ist dann eine Philosophie, die da sagt, wir sind uns einig, führen aber Krieg. An sich ist auch klar, dass ohne Einbindung der USA der Handel gar nicht florieren kann.
Meines Erachtens sollten die E-3-Staaten mit dem P-1-Staat USA (oder anders gesagt, die P-3-Staaten mit dem E-1-Staat Deutschland) darüber beraten, wie die Region zu stabilisieren ist und mit einer einheitlichen Linie dann an den israelischen Partner und die arabischen Partner heran treten.

Iran setzt EU Frist von 60 Tagen
http://www.spiegel.de/politik/ausland/a ... 07538.html
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Troh.Klaus » Mo 14. Mai 2018, 08:43

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 May 2018, 18:06)
Zunächst mal ging ja das Vertrauen in den Iran verloren, wegen der Destabilisierungspolitik. Deshalb wäre das sicherlich auch Thema im Falle eines Dialogs.

Die Frage lautete: Was könnten die Europäer in Verhandlungen anbieten? Deine Antwort: Das Vertrauen in den Iran ging verloren.
Dazu muss man nichts mehr hinzu fügen.
Und Mr. Bolton hielt eine Rede vor einer geschlossenen Gesellschaft ? Das ist dann eigentlich kein Thema.

Mr. Bolton hielt diese Rede vor iranischen (schiitischen) Mudschahedin. Zur Erinnerung: Die (sunnitischen) Mudschahedin in Afghanistan unter Gulbuddin Hekmatyar, die von den USA massiv gesponsert wurden, waren so daneben, dass sogar die Taliban bei ihrer Machtübernahme 1996 von der Bevölkerung als "Erlösung" angesehen wurden. Aber natürlich sind die iranischen Mudschaheddin kreuzbrave Regimegegner, die nie auf die Idee kämen, mit terroristischen Mitteln zu agieren. Sind halt eher so eine Art ETA oder Sinn Fein.
Wie blind kann man noch sein.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 14. Mai 2018, 09:17

Troh.Klaus hat geschrieben:(14 May 2018, 09:43)

Die Frage lautete: Was könnten die Europäer in Verhandlungen anbieten? Deine Antwort: Das Vertrauen in den Iran ging verloren.
Dazu muss man nichts mehr hinzu fügen.
Tja, was könnten sie anbieten? Gute Geschäfte wohl eher nicht. Sie könnten aber beispielsweise einen Dialog anbieten, wie die Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten zu verbessern wäre.
Oder auch Vermittlungsdienste, wenn USA und Iran keine direkte Gespräche mehr führen wollen. Das wäre ja nichts neues.

Man kann dem Krieg nicht vertrauen, das wissen auch die Europäer. In der gemeinsamen Erklärung der E-3-Staaten wird das auch mehr oder weniger offen angesprochen. Und unter Diplomaten gilt, es wird nicht erst miteinander gesprochen, wenn man eine Lösung hat, sondern man spricht miteinander, um eine Lösung zu bekommen. Das ist der Sinn eines Dialoges.

Mr. Bolton hielt diese Rede vor iranischen (schiitischen) Mudschahedin. Zur Erinnerung: Die (sunnitischen) Mudschahedin in Afghanistan unter Gulbuddin Hekmatyar, die von den USA massiv gesponsert wurden, waren so daneben, dass sogar die Taliban bei ihrer Machtübernahme 1996 von der Bevölkerung als "Erlösung" angesehen wurden. Aber natürlich sind die iranischen Mudschaheddin kreuzbrave Regimegegner, die nie auf die Idee kämen, mit terroristischen Mitteln zu agieren. Sind halt eher so eine Art ETA oder Sinn Fein.
Wie blind kann man noch sein.

Mr. Bolton hielt mal eine Rede als geladener Gastredner auf der Jahresversammlung (sprich, geschlossene Gesellschaft) der iranischen Oppositionsbewegung Mudschahidin-e-Khalq (MEK), auch bekannt als Volksmudschahidin.

Diese Volksmudschahidin wollten mal den Schah von Persien stürzen, kamen aber im Rahmen der Islamischen Revolution 1979 nicht zum Zuge und sind seither erbitterte Gegner der Geistlichen.

Aber wie auch immer, das Atomabkommen verbietet es US-Bürgern nicht, vor geschlossenen Gesellschaften eine Rede zu halten.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Mahmoud » Mi 16. Mai 2018, 08:49

GEIL GEIL GEIL

Die Europäer halten am Atomabkommen fest und versuchen es zu retten.
Das heißt, sie bieten Trump die Stirn. Finde ich super!
Natürlich wird es Verluste geben, vor allem wirtschaftlicher Art, wenn wir das tatsächlich durchziehen. Ich bin gerne bereit, etwas zurückzustecken. Hauptsache, wir emanzipieren uns von den USA.

Danke, Trump. Mit deinem "make America great" machst Du möglicherweise auch uns great. Wenn wir die Herausforderung annehmen und nicht wieder anfangen zu jammern und dir in den A... zu kriechen.

Also: Ich finds prima!
Political correctness: Nein, Danke. Ich bevorzuge die Wahrheit!
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon zollagent » Mi 16. Mai 2018, 09:14

Mahmoud hat geschrieben:(16 May 2018, 09:49)

GEIL GEIL GEIL

Die Europäer halten am Atomabkommen fest und versuchen es zu retten.
Das heißt, sie bieten Trump die Stirn. Finde ich super!
Natürlich wird es Verluste geben, vor allem wirtschaftlicher Art, wenn wir das tatsächlich durchziehen. Ich bin gerne bereit, etwas zurückzustecken. Hauptsache, wir emanzipieren uns von den USA.

Danke, Trump. Mit deinem "make America great" machst Du möglicherweise auch uns great. Wenn wir die Herausforderung annehmen und nicht wieder anfangen zu jammern und dir in den A... zu kriechen.

Also: Ich finds prima!

Du bist nicht "wir". Mit deinen Beiträgen hier hast du gezeigt, daß du vor allem Interessen favorisierst, die definitiv keine europäischen Interessen sind. Im Gegenteil scheinst du einem Herrn Trump in Ansichten und Methodik näher, als du zugeben würdest.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon Mahmoud » Mi 16. Mai 2018, 09:25

zollagent hat geschrieben:(16 May 2018, 10:14)

Du bist nicht "wir". Mit deinen Beiträgen hier hast du gezeigt, daß du vor allem Interessen favorisierst, die definitiv keine europäischen Interessen sind. Im Gegenteil scheinst du einem Herrn Trump in Ansichten und Methodik näher, als du zugeben würdest.


Naja, sagen wir mal so: Ich beteilige mich nicht am Trump-bashing, weil ich es für dumm, naiv und opportunistisch-mainstreamig halte.
Im Gegensatz zu Anderen halte ich es für legitim, wenn ein amerikanischer Präsident die Interessenen Amerikas vertritt und nicht die Europas. Ich halte es auch für vorbildlich, wenn ein Präsident seine Wahlversprechen umsetzt. Beides sind Eigenschaften, von denen unsere Politiker sich eine Scheibe abschneiden könnten.

Das macht mich aber nicht zum Trump-Fan.

Aber wenn Europa durch Trump gezwungen wird, seine Schwächen zu erkennen und daran zu arbeiten, dann ist das Super.

Merke: Wer ins kalte Wasser geschmissen wird, flucht erstmal. Aber hinterher ist er stärker. Es ist eigentlich ganz einfach....
Political correctness: Nein, Danke. Ich bevorzuge die Wahrheit!

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