Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

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King Kong 2006
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 10. Aug 2018, 08:32

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(10 Aug 2018, 08:38)

Der Atomiran wird kommen, so oder so. Die Frage ist, ob eher oder später und ob er bis dahin in Welthandel, kulturellen Austausch und Zusammenarbeit so eingebettet wird, dass er sie mehr als wehrpolitischen Bluntschli vorhält oder ob wir es mit einem isolierten und prekären, notwendig auch etwas neurotischen Gesellschaftsbild zu tun haben wollen.


Da gehen die Meinungen in genau dem Punkt auseinander. "Die Einen" wollen genau deshalb einen eingebetteten Iran und "die Anderen" meinen, das ein isolierter und deshalb durch Mißtrauen auch "neurotisch" gewordener Iran die bessere Heimstätte für solche Kapazitäten wäre. Obama entschied sich für ersteres, Trump für letzteres. Das ist deshalb u.a. von Relevanz, weil der "Atomiran" seit Jahrzehnten im Grunde da ist.

Selbst Bibi gibt (vermutlich in dem Kontext ungewollt) bei seinen Kabarettauftritten zu, das das schon seit Jahrzehnten der Fall ist - und nie ist eine iranische Atombombe eingesetzt worden.

New details on stolen Iranian nuclear documents obtained by Israeli spies earlier this year shed light on Tehran's nuclear ambitions and show that Iran more than two decades ago had assembled the materials it needed to produce a nuclear bomb, according to multiple media reports.

http://thehill.com/policy/national-secu ... -documents


Will man das eingebettet? In verpflochtenen Beziehungen? Oder in isolierten, unkontrollierten durch Mißtrauen und Aggressivität flankierten Umständen? Die Büchse kriegt man nicht mehr zu.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon imp » Fr 10. Aug 2018, 09:03

King Kong 2006 hat geschrieben:(10 Aug 2018, 09:32)

Da gehen die Meinungen in genau dem Punkt auseinander. "Die Einen" wollen genau deshalb einen eingebetteten Iran und "die Anderen" meinen, das ein isolierter und deshalb durch Mißtrauen auch "neurotisch" gewordener Iran die bessere Heimstätte für solche Kapazitäten wäre. Obama entschied sich für ersteres, Trump für letzteres. Das ist deshalb u.a. von Relevanz, weil der "Atomiran" seit Jahrzehnten im Grunde da ist.

Selbst Bibi gibt (vermutlich in dem Kontext ungewollt) bei seinen Kabarettauftritten zu, das das schon seit Jahrzehnten der Fall ist - und nie ist eine iranische Atombombe eingesetzt worden.



Will man das eingebettet? In verpflochtenen Beziehungen? Oder in isolierten, unkontrollierten durch Mißtrauen und Aggressivität flankierten Umständen? Die Büchse kriegt man nicht mehr zu.

Ich bin immer eher dafür, einzubetten als abzuschotten. Man braucht auch Zuversicht in die Attraktivität des eigenen Modells.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » So 26. Aug 2018, 11:27

Die iranischen Bürger haben nichts davon, wenn die Aggression nicht aufgehalten wird.
Es herrscht Wassermangel und Not, während das Mullah-Regime schmutzige Deals betreibt und den Terrorismus finanziert.

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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon KarlRanseier » So 21. Okt 2018, 19:00

Skull hat geschrieben:(08 May 2018, 21:54)

Ich würde da mal einfach sagen,

Trump macht alles ANDERS, was andere vielleicht (zusammen) machen wollen.

IHN interessiert einfach nicht, was die Welt zusammenführt. America first.

Klassischer Trump eben. ER in der Öffentlichkeit und GEGEN (alle) anderen.


Man wird sehen, welcher Scherbenhaufen nach seiner Amtzeit ANDERE dann aufzuräumen haben.
Verlässlichkeit, welche bei ihm nicht zu finden ist, nähert sich der Nulllinie.
VERTRAUEN zu ihm und die derzeitige amerikanische Administration wird man da schwerlich noch finden.

Good luck. :mad2:

mfg



Erbämlich ist aber auch das Bild, das die anderen Staaten bieten.
Der Typ zettelt widerrechtlich einen nach dem anderen Handelskrieg an. Jeder kümmert sich um sich selbst und bettelt darum, doch freundlich von den Sanktionen ausgenommen zu werden. Warum beschließt man keinen kompletten Handelsboykott der USA? Da würde der Goldfasan mit Sicherheit ganz schnell einknicken. Verträge mit Staaten, die sich an keine Verträge gebunden fühlen, sind doch sowieso wertlos.

Die Welt wäre sicherer, wenn auch der Iran Atomwaffen hätte, denn nur so erhält er eine Existenzgarantie. Trump würde ich persönlich alles zutrauen, auch den Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Wäre ich Diktator Nordkoreas, wäre jetzt nukleare Aufrüstung angesagt, und zwar zum Schutz vor vielleicht völlig durchgeknallten Demokratoren des Imperiums.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » So 21. Okt 2018, 22:29

KarlRanseier hat geschrieben:(21 Oct 2018, 20:00)

Erbämlich ist aber auch das Bild, das die anderen Staaten bieten.
Der Typ zettelt widerrechtlich einen nach dem anderen Handelskrieg an. Jeder kümmert sich um sich selbst und bettelt darum, doch freundlich von den Sanktionen ausgenommen zu werden. Warum beschließt man keinen kompletten Handelsboykott der USA? Da würde der Goldfasan mit Sicherheit ganz schnell einknicken. Verträge mit Staaten, die sich an keine Verträge gebunden fühlen, sind doch sowieso wertlos.

Die Welt wäre sicherer, wenn auch der Iran Atomwaffen hätte, denn nur so erhält er eine Existenzgarantie. Trump würde ich persönlich alles zutrauen, auch den Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Wäre ich Diktator Nordkoreas, wäre jetzt nukleare Aufrüstung angesagt, und zwar zum Schutz vor vielleicht völlig durchgeknallten Demokratoren des Imperiums.

Etwa 20 bis 30 Staaten könnten die Atombombe erwerben wollen, wenn man auf Proliferation wert legt. Darunter wären gewiss auch solche, die über nervöse Finger verfügen.
Aber ob ein Atomkrieg das richtige wäre, um die Trump-Kritik zu unterstreichen ?
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon KarlRanseier » So 21. Okt 2018, 22:45

DarkLightbringer hat geschrieben:(21 Oct 2018, 23:29)

Etwa 20 bis 30 Staaten könnten die Atombombe erwerben wollen, wenn man auf Proliferation wert legt. Darunter wären gewiss auch solche, die über nervöse Finger verfügen.
Aber ob ein Atomkrieg das richtige wäre, um die Trump-Kritik zu unterstreichen ?



Trump will Aufrüstung, und deshalb wird es diese auch geben.

Ich finde das nicht schön, aber das ist nun einmal Tatsache. Außerdem ist in den USA ein unberechenbarer Selbstdarsteller an der Macht, dem alles zuzutrauen ist. Aus der Sicht von Ländern wie Iran oder Nordkorea gibt es nun keine vernünftige Alternative mehr zur Aufrüstung.

Oder meinst Du, Europa oder sonstwer würde eingreifen, wenn Trump mal eben auf die Idee käme, nicht mehr nur ständig zu drohen, sondern zum Massenmord überzugehen? Meinst Du, irgendjemand würde dem Imperium Paroli bieten? Wohl kaum.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » So 21. Okt 2018, 23:02

KarlRanseier hat geschrieben:(21 Oct 2018, 23:45)

Trump will Aufrüstung, und deshalb wird es diese auch geben.

Ich finde das nicht schön, aber das ist nun einmal Tatsache. Außerdem ist in den USA ein unberechenbarer Selbstdarsteller an der Macht, dem alles zuzutrauen ist. Aus der Sicht von Ländern wie Iran oder Nordkorea gibt es nun keine vernünftige Alternative mehr zur Aufrüstung.

Oder meinst Du, Europa oder sonstwer würde eingreifen, wenn Trump mal eben auf die Idee käme, nicht mehr nur ständig zu drohen, sondern zum Massenmord überzugehen? Meinst Du, irgendjemand würde dem Imperium Paroli bieten? Wohl kaum.

Die Aufrüstungslogik gab es unter Reagan auch. SDI war dann der Sowjetunion zu teuer, obwohl es eh nie funktioniert hat.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 24. Okt 2018, 02:56

KarlRanseier hat geschrieben:(21 Oct 2018, 23:45)

Trump will Aufrüstung, und deshalb wird es diese auch geben.
So ist es.

Ich finde das nicht schön, aber das ist nun einmal Tatsache.
Ein realistische Einschätzung.

Außerdem ist in den USA ein unberechenbarer Selbstdarsteller an der Macht, dem alles zuzutrauen ist.
Es sei ein "Schwachkopf" an der Macht, heißt es.

Aus der Sicht von Ländern wie Iran oder Nordkorea gibt es nun keine vernünftige Alternative mehr zur Aufrüstung.
Das ist eine jeweils eigene Problematik, die durch Wettrüsten allein nicht lösbar ist.

Oder meinst Du, Europa oder sonstwer würde eingreifen, wenn Trump mal eben auf die Idee käme, nicht mehr nur ständig zu drohen, sondern zum Massenmord überzugehen? Meinst Du, irgendjemand würde dem Imperium Paroli bieten? Wohl kaum.
Europa tut generell sehr wenig, ist mit sich selbst beschäftigt und betreibt überdies eine gefährliche Appeasementpolitik.

Iran und Nordkorea betreiben mit einem sehr emotionalen Argument "Paroli" - "Tod Amerika". Das tun sie aber nicht, um verrückten Europäern zu gefallen, sondern aus eigenem Machtkalkül.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 24. Okt 2018, 07:40

Die Bypasssysteme der EU, Chinas, Russlands und Indiens u.a. sind die Folge. Langfristig schneiden die USA sich damit ins eigene Fleisch. Für die EU ist das ein Waffensystem für die Zukunft. Spitzenpräsident Trump und Kushner mit seinen Verbindungen zu Netanjahu und dem Neocon-Spitzenteam wie Bolton, dem wir u.a. den Irak-Krieg und alle Folgen zu verdanken haben sind da sehr kurzsichtig.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Trumps Rückzug aus dem Atomabkommen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 24. Nov 2018, 16:34

Die halbstaatliche Telekom stellt iranischer Bank die Telefone ab.

„Wir sind fast lahmgelegt“, berichtet der Niederlassungsleiter der Bank Melli Iran.
https://www.handelsblatt.com/politik/in ... JLiejP-ap2

Die Telekom geht davon aus, dass die Bank keine Zahlungen mehr leisten kann.

An anderer Stelle wird so eine Art Tauschhandel organisiert.

Meines Erachtens werden die Europäer mittel- bis langfristig auf den Isolationskurs einschwenken. Alles andere ist ja nahezu albern.
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