Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
SirToby
Beiträge: 2033
Registriert: Di 8. Mär 2016, 17:24

Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon SirToby » So 22. Apr 2018, 10:46

Dieses Strang soll sich mit damit beschäftigen, ob die

Wie viele andere war ich geschockt von der Wahl Trumps 2016. Ich war mit einem Freund im Februar 2016 in Israel und wir verfolgten dort die primaries und waren uns beide einig, dass so jemand niemals Kandidat, geschweige denn Präsident werden würde. Es kam bekanntlich anders.

Ich bin kein Freund von Trump, sein ganzes Gebahren realitätsfremdes Gebahren wiedert mich ziemlich an. Mein Lieblingshistoriker Robert Kagan schrieb ein Essay über Trump als Kandidat, das meiner Ansicht nach am besten das Verhältnis Trumps zu Amerika beschreibt.

https://www.washingtonpost.com/opinions ... 84834b9c1a

Nur muss ich gestehen, dass bei allem was er falsch macht, auch in einigen zentralen Dingen richtig liegt. Der Publizist Tomas Spahn schrieb bereits im Wahlkampf 2016 davon, dass man eigentlich einen Rüpel wie Donald Trump international brauche, um die Rüpel Erdogan und Putin in die Schranken zu verweisen. Auf grobe Klötze gehören halt grobe Keile.

Als Trump den Chinesen mit Strafzöllen drohte, da waren auf einmal sehr viele Europäer, die Trump normalerweise kritisieren, auf einmal gar nicht so abgeneigt, den Positionen Trumps zuzustimmen. Es ist kein Geheimnis, dass China ausländischen Firmen, Knebelverträge zum Technologietransfers aufzwingt. Des weiteren betreibt Peking eine rücksichtslose wirtschaftliche Expansionspolitik im Ausland, reguliert aber gleichzeitig den Zugriff zu eigenen Markt. Alibaba kann in den USA und Europa uneingeschränkt operieren, während Facebook und Google in China gesperrt sind.

Innenpolitisch ist Trump ein Desaster. Dennoch liegen seine Zustimmungsraten konstant bei 40%. Das ist nicht viel, aber mehr als eigentlich zu erwarten wäre. Aus meiner Sicht ist es halt so, dass sich in den letzten 20 Jahren gesellschaftlich mehr und mehr linke Positionen durchgesetzt haben, das gilt nicht nur für die USA, sondern allgemein im Westen. Dies lag nicht daran, dass diese besser waren oder die Zufriedenheit in der Gesellschaft erhöht haben, eher das Gegenteil: Es liegt vielmehr daran, dass Linke und Alternative die Medien besser für sich zu nutzen wussten und Reporter auch selbst vielfach mit eher linken Ideen sympathisieren. Als Folge daraus entstand die Media Bubble, die abgeschirmte Welt, in der man glaubt, was man selbst für toll und richtig halte, sei halt auch für alle anderen toll und richtig.

Das ist alles bekannt und wurde x-fach durchgekaut in versch. Strängen. Tatsache ist nun mal, dass viele Menschen, mich eingeschlossen den traditionellen Medien nicht mehr oder nur noch eingeschränkt vertrauen.

Die Frage, die man sich stellen muss, ist was ist alles passiert in der Vergangenheit, dass nun viele Menschen im Zweifelsfalle lieber einem Hasardeur wie Trump glauben anstatt den Medien. Der Satz, dass etwas ins Rutschen gekommen ist in den letzten Jahren, nicht nur in den USA, sondern weltweit, hat eine gewisse Berechtigung. Es gibt nun mal seit Jahrzehnten den kulturellen Kampf zwischen Linker und Rechter Seite und in den letzten Jahren wurden vor allem Zugeständnisse an linke Positionen gemacht.

Trump ist meiner Ansicht nach weniger ein Akteur dieser Entwicklung als vielmehr ein Symptom. Ein grosser Teil der Gesellschaft, ich weiss nicht, ob es die Mehrheit, aber es ist auf jeden Fall eine sehr grosse Minderheit, sieht es halt nicht mehr länger ein, dass ihre Wertvorstellungen und ihre Meinung nicht weiter gewürdigt wird. Rex Tillerson hat diese Wähler gegenüber Sigmar Gabriel mal als Can-you-hear-me-now-Voter bezeichnet.
Und wenn es halt einen Rüpel und Demagogen wie Trump dazu braucht um auf sich aufmerksam zu machen, dann ist das halt so.

Donald mag vlt. nicht der Präsident sein, den wir wollen und und wünschen, aber vielleicht ist er der, den wir im Moment brauchen...
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
gregor
Beiträge: 70
Registriert: Sa 21. Apr 2018, 10:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon gregor » So 22. Apr 2018, 12:24

SirToby hat geschrieben:(22 Apr 2018, 11:46)

Dieses Strang soll sich mit damit beschäftigen, ob die

Wie viele andere war ich geschockt von der Wahl Trumps 2016. Ich war mit einem Freund im Februar 2016 in Israel und wir verfolgten dort die primaries und waren uns beide einig, dass so jemand niemals Kandidat, geschweige denn Präsident werden würde. Es kam bekanntlich anders.

Ich bin kein Freund von Trump, sein ganzes Gebahren realitätsfremdes Gebahren wiedert mich ziemlich an. Mein Lieblingshistoriker Robert Kagan schrieb ein Essay über Trump als Kandidat, das meiner Ansicht nach am besten das Verhältnis Trumps zu Amerika beschreibt.

https://www.washingtonpost.com/opinions ... 84834b9c1a

Nur muss ich gestehen, dass bei allem was er falsch macht, auch in einigen zentralen Dingen richtig liegt. Der Publizist Tomas Spahn schrieb bereits im Wahlkampf 2016 davon, dass man eigentlich einen Rüpel wie Donald Trump international brauche, um die Rüpel Erdogan und Putin in die Schranken zu verweisen. Auf grobe Klötze gehören halt grobe Keile.

Als Trump den Chinesen mit Strafzöllen drohte, da waren auf einmal sehr viele Europäer, die Trump normalerweise kritisieren, auf einmal gar nicht so abgeneigt, den Positionen Trumps zuzustimmen. Es ist kein Geheimnis, dass China ausländischen Firmen, Knebelverträge zum Technologietransfers aufzwingt. Des weiteren betreibt Peking eine rücksichtslose wirtschaftliche Expansionspolitik im Ausland, reguliert aber gleichzeitig den Zugriff zu eigenen Markt. Alibaba kann in den USA und Europa uneingeschränkt operieren, während Facebook und Google in China gesperrt sind.

Innenpolitisch ist Trump ein Desaster. Dennoch liegen seine Zustimmungsraten konstant bei 40%. Das ist nicht viel, aber mehr als eigentlich zu erwarten wäre. Aus meiner Sicht ist es halt so, dass sich in den letzten 20 Jahren gesellschaftlich mehr und mehr linke Positionen durchgesetzt haben, das gilt nicht nur für die USA, sondern allgemein im Westen. Dies lag nicht daran, dass diese besser waren oder die Zufriedenheit in der Gesellschaft erhöht haben, eher das Gegenteil: Es liegt vielmehr daran, dass Linke und Alternative die Medien besser für sich zu nutzen wussten und Reporter auch selbst vielfach mit eher linken Ideen sympathisieren. Als Folge daraus entstand die Media Bubble, die abgeschirmte Welt, in der man glaubt, was man selbst für toll und richtig halte, sei halt auch für alle anderen toll und richtig.

Das ist alles bekannt und wurde x-fach durchgekaut in versch. Strängen. Tatsache ist nun mal, dass viele Menschen, mich eingeschlossen den traditionellen Medien nicht mehr oder nur noch eingeschränkt vertrauen.

Die Frage, die man sich stellen muss, ist was ist alles passiert in der Vergangenheit, dass nun viele Menschen im Zweifelsfalle lieber einem Hasardeur wie Trump glauben anstatt den Medien. Der Satz, dass etwas ins Rutschen gekommen ist in den letzten Jahren, nicht nur in den USA, sondern weltweit, hat eine gewisse Berechtigung. Es gibt nun mal seit Jahrzehnten den kulturellen Kampf zwischen Linker und Rechter Seite und in den letzten Jahren wurden vor allem Zugeständnisse an linke Positionen gemacht.

Trump ist meiner Ansicht nach weniger ein Akteur dieser Entwicklung als vielmehr ein Symptom. Ein grosser Teil der Gesellschaft, ich weiss nicht, ob es die Mehrheit, aber es ist auf jeden Fall eine sehr grosse Minderheit, sieht es halt nicht mehr länger ein, dass ihre Wertvorstellungen und ihre Meinung nicht weiter gewürdigt wird. Rex Tillerson hat diese Wähler gegenüber Sigmar Gabriel mal als Can-you-hear-me-now-Voter bezeichnet.
Und wenn es halt einen Rüpel und Demagogen wie Trump dazu braucht um auf sich aufmerksam zu machen, dann ist das halt so.

Donald mag vlt. nicht der Präsident sein, den wir wollen und und wünschen, aber vielleicht ist er der, den wir im Moment brauchen...

Wieder nur Propaganda zum Mittel gegen die pösen Medien und für die "tollen" Rechten. Trump lügt viel mehr als jede westliche Presse. Auch sind die Menschen mit etwas links mehr zufrieden als mit rechts, sonst hätte man diese Welt nicht erschaffen.
Trump wurde nicht gewählt weil er so superbeliebt ist, sondern weil eine Clinton noch weniger beliebt war.
Diese Menschen die von unterdrückter Meinung sprechen, kapieren die Demokratie und Kompromisse nicht, vielmehr stellen sie ihre Meinung über die aller Anderen. Daher auch die Liebe zum Autoritären.
In den USA wurden Konservative noch nie unterdrückt (diese Behauptung ist schon ein Frevel), im Gegensatz zu Minderheiten anderer Ethnie, auch wurden sie nie von der Polizei regelmäßig über den Haufen geschossen.
Im Gegensatz zu diesen echten Opfern einer Misswirtschaft haben diese Möchtegernopfer schon immer eine gewichtige Stimme in Amerika, aber diese ist ihnen schlicht nicht gewichtig genug, wo wir wieder beim Autoritären wären.
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 52158
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon zollagent » So 22. Apr 2018, 13:27

Hören konnte man die angeblich Unterdrückten ja immer. Was die ärgert, ist doch mehr, daß ihre verqueren Ansichten sich nicht politisch abbildeten. Unser Symptom dafür ist die AfD, die Französische die FN.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
Der Neandertaler
Beiträge: 1471
Registriert: Sa 12. Jul 2008, 02:48
Benutzertitel: Experimentální králíci

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Der Neandertaler » So 22. Apr 2018, 14:48

Hallo Toby.
Unzeitige Wahrheit ist einer Lüge gleich - sagt man. Charles Maurice de Talleyrand-Périgog behauptete einst, daß er nie lüge - aber niemand könne ihn zwingen, die Wahrheit zu sagen. Und dieses Zitat muß sich unser us-amerikanisches Trumpeltier zu Herzen genommen haben. Vor allen Dingen scheint er folgerichtig das zu glauben und überzeugt zu sein von dem, was er sagt und tut.
    ... das Handeln seiner Gegner sei Folge seines entschloßenen Handelns.
So mag kleines Dickes Kim zu der Überzeugung zu sein, daß es besser sei, Trump nachzugeben ... aufgrund seiner Drohung. Vergleichbares dürfte wohl ebenso für Erdogan und Putin gelten. Aber vielleicht liegt diesem Nachgeben doch etwas anderes zugrunde?!?
SirToby hat geschrieben:Auf grobe Klötze gehören halt grobe Keile.
Aber vielleicht ist ja gannz anders?
Sieh mal:
    Nord-Korea ist für China eine Art Puffer gegenüber Süd-Korea ... gegenüber den USA. Das Verhalten Kims ist Peking schon lange ein Dorn im Auge - die chinesische Regierung hatte mehrfach das nordkoreanische Atomprogramm und die Raketentests der Pjöngjanger Regierung kritisiert. Peking aber konnte Pjöngjang keine direkte Direktive erteilen - das hätte nicht Pekings Einfluß entsprochen ... Kim hätte sich dies verbeten. Da aber Peking weiß, daß Trump unberechenbar ist und er eventuell nicht nur mit Krieg gedroht hätte, hätten eventuell US-Truppen an Chinas Grenze gestanden.
Vor einiger Zeit ist Kim Richtung Peking gereist. Vielleicht hat er dort die (erneute) Zusage der chinesischen Regierung als dessen Schutzmacht bekommen? Das würde jedenfalls in die derzeitige Entspannungsphase in der Konfliktregion passen. ZUmal zuletzt China ebenfalls die Beziehungen zu Südkorea verbessert. Auch soll ein Gipfeltreffen Kims mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in stattfinden. Vielleicht ist also eher Peking der Gewinner von Trumps Handeln?

Zweite Möglichkeit ... und eine nachfolgende Handlung der ersten Möglichkeit:
    Man sollte nicht denken und annehmen, daß Despoten ... daß die genannten Herren dumm und naiv wären. Strategisches Denken liegt ihrem Handeln zu Grunde. Normalerweise ist es so, daß zuerst auf diplomatischer Seite ... auf untere Ebene verhandelt wird, und erst zum Schluß kommen die Staatslenker ... kommen die Präsidenten hinzu und unterschreiben den fertig ausgehandelten Vertrag. Wenn also nun Kim Trump Verhandlungbereitschaft signalisiert und auf ihn zugeht - unter Umgehung der diplomatischen Seite, ...
      ... tut er das, weil Trump entschloßen aufgetreten ist ... er sich also vor Trumps Drohungen fürchtet, oder tut er dies aus Kalkül?
        ... und will ihn so über den Tisch ziehen
SirToby".. was ist alles passiert in der Vergangenheit, dass nun viele Menschen im Zweifelsfalle lieber einem Hasardeur wie Trump glauben anstatt den Medien.[/quote]Populisten besitzen in der Regel eine gewiße Aura ... eine Ausstrahlung ... Charisma, mit einem Hang zum Narzissmus. Letzteres wird aber oft überspielt, indem mit Emotionen gespielt wird. Und wenn Emotionen im Spiel sind - die auch eine Lüge beinhalten können, ... dem Charisma tut auch keine Wahrheit ... keine Fakten etwas an. Deren "Wahrheit" ist in ihrer Wahrnehmung teilweise auf ein einfaches ... ja, naives und paranoides Weltbild gestützt. Je länger man diesen Leute dann zuhört - dest öfter glaubt man deren "alternative Fakten" und somit zunehmend weniger den offiziellen Medien - mit ihreminvestigativem Journalismus.[quote="SirToby hat geschrieben:Trump ist meiner Ansicht nach weniger ein Akteur dieser Entwicklung als vielmehr ein Symptom.
Da die Welt und deren "Probleme" zunehmend komplexer wird, was wiederum komplexere Lösungen erfordert, ist man für charismatische Menschen mit einfachen Lösungen durchaus dankbar. Daher kann man Deiner Sicht durchaus zustimmen. Aber dem Satz, wonach "sich in den letzten 20 Jahren gesellschaftlich mehr und mehr linke Positionen durchgesetzt haben", möchte ich widersprechen. Erstens scheint es wohl andersherum zu sein - wenn man sich Putin, Erdogan, Viktor Orbán oder Miloš Zeman, ect. anschaut. Hierzulande haben etwa 1/4 der wahlberechtigt Bevölkerung "extrem" - wenn man rechts und links zusammenzählt, wobei rechts überwiegt. Daher kann ich den Satz, wonach "sich in den letzten 20 Jahren gesellschaftlich mehr und mehr linke Positionen durchgesetzt haben", auf keinen Fall unterschreiben - es ist eine sehr, sehr, sehr verkehrte Sicht der Dinge.
SirToby hat geschrieben:Donald mag vlt. nicht der Präsident sein, den wir wollen und und wünschen, aber vielleicht ist er der, den wir im Moment brauchen...
Das glaubst Du doch nicht wirklich, oder? Wenn wir eines nicht brauchen, ist es jemand, der uns durch seine naive Sichtweise und seine Unberechenbarkeit, näher an einen (Atom-) Abgrund-Krieg bringt, als es Kennedy je getan hat.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Adam Smith » So 22. Apr 2018, 15:32

Was wäre denn passiert, wenn Trump nicht angetreten wäre? Dann wäre jetzt Hillary Clinton Präsidentin.

Hätte Hillary gewonnen, wären wir jetzt im Krieg


https://www.welt.de/vermischtes/article ... Krieg.html

Hat Clinton die Wahl wegen Kriegsmüdigkeit der Amerikaner verloren?


https://www.heise.de/tp/features/Hat-Cl ... 71253.html
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon King Kong 2006 » So 22. Apr 2018, 15:56

Faszinierend, das sich dieses Märchen entwickeln konnte, das um einen Krieg zu verhindern man ausgerechnet Trump und diese anhängigen Kriegsfalken wählen musste... Ein erfolgreiches Propagandamittel! Offenbar unter Verschwörungsexperten weit verbreitet. Trump der pazifistische Erlöser. Bizarr, aber zugegeben erfolgreich. :D
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Adam Smith » So 22. Apr 2018, 16:27

King Kong 2006 hat geschrieben:(22 Apr 2018, 16:56)

Faszinierend, das sich dieses Märchen entwickeln konnte, das um einen Krieg zu verhindern man ausgerechnet Trump und diese anhängigen Kriegsfalken wählen musste... Ein erfolgreiches Propagandamittel! Offenbar unter Verschwörungsexperten weit verbreitet. Trump der pazifistische Erlöser. Bizarr, aber zugegeben erfolgreich. :D

Es ist aber so. Hier ein weiterer Link.

Zitat Anfang.

Zitat: „Den Präsidenten in dieser Frage umgedreht zu haben, ist ein großer Sieg für alles, wofür wir zusammen gearbeitet haben.“

https://www1.wdr.de/daserste/monitor/se ... n-146.html

Russland war ja wegen Syrien oder der Ukraine auch für Trump.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Adam Smith » So 22. Apr 2018, 16:31

Oder auch hier.

Zitat Anfang.

Als Clinton noch im Amt war, plädierte sie für eine härtere Gangart, ob in Afghanistan, dem Irak oder Syrien – auch gegenüber der ausgreifenden Pazifik-Politik Chinas. Freilich setzte sich stets die konziliantere Haltung des Präsidenten durch. Inzwischen will Clinton eine Flugverbotszone in Syrien, die Obama strikt verweigerte.

http://www.zeit.de/2016/19/hillary-clin ... ik-us-wahl
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Adam Smith » So 22. Apr 2018, 16:35

Oder auch hier:

Die Belege dazu muss man sich dann suchen.

http://www.michaelgrandt.de/klartext-hi ... -bedeutet/
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon King Kong 2006 » So 22. Apr 2018, 16:37

Adam Smith hat geschrieben:(22 Apr 2018, 17:27)

Es ist aber so. Hier ein weiterer Link.

Zitat Anfang.

Zitat: „Den Präsidenten in dieser Frage umgedreht zu haben, ist ein großer Sieg für alles, wofür wir zusammen gearbeitet haben.“

https://www1.wdr.de/daserste/monitor/se ... n-146.html

Russland war ja wegen Syrien oder der Ukraine auch für Trump.


Das sind Mutmassungen. Für mich keine Beweise, wenn linke entaueschte Schauspieler und Analysten aus einem bestimmten Lager das behaupten. Das mit der Demokratin Clinton die USA von einem Krieg in den anderen gezogen wäre, ist erfolgreich vom Lager Trump und Fanbase kultiviert worden. Vermutlich, weil Trump keine Qualitäten hatte, die man anpreisen konnte, musste Clinton eben andersherum etwas angehängt werden....

Nichts desto trotz kann sie sicher auch hart sein. Muss man in dem Job auch. Jeder muss da über Leichen gehen müssen. Ich werde aber das Bild aus dem Kommandoraum nicht vergessen, als man Osamas Liquidation übertrug. Hillary war die Einzige, die mit Entsetzen die Hand vor dem Mund hielt. So sieht kein Warlord aus.... Hat man auch bemängelt.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Polibu
Beiträge: 4550
Registriert: Mo 11. Dez 2017, 02:04

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Polibu » So 22. Apr 2018, 16:41

Clinton hat selber für ihr Kriegstreiberimage gesorgt. Die Demokraten hätten einfach Sanders aufstellen sollen. Dann hätten sie auch gewonnen. Trump war kein starker Gegner. Clinton war einfach nur schwach.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Adam Smith » So 22. Apr 2018, 16:48

King Kong 2006 hat geschrieben:(22 Apr 2018, 17:37)

Das sind Mutmassungen. Für mich keine Beweise, wenn linke entaueschte Schauspieler und Analysten aus einem bestimmten Lager das behaupten. Das mit der Demokratin Clinton die USA von einem Krieg in den anderen gezogen wäre, ist erfolgreich vom Lager Trump und Fanbase kultiviert worden. Vermutlich, weil Trump keine Qualitäten hatte, die man anpreisen konnte, musste Clinton eben andersherum etwas angehängt werden....

Nichts desto trotz kann sie sicher auch hart sein. Muss man in dem Job auch. Jeder muss da über Leichen gehen müssen. Ich werde aber das Bild aus dem Kommandoraum nicht vergessen, als man Osamas Liquidation übertrug. Hillary war die Einzige, die mit Entsetzen die Hand vor dem Mund hielt. So sieht kein Warlord aus.... Hat man auch bemängelt.


Dann vergleiche doch mal die Forderungen von Clinton in Bezug auf China, Assad, Ukraine, Libyen, Russland, Iran mit denen von Trump. Trump gilt einfach als das Böse in Person.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Adam Smith » So 22. Apr 2018, 18:26

King Kong 2006 hat geschrieben:(22 Apr 2018, 17:37)
Ich werde aber das Bild aus dem Kommandoraum nicht vergessen, als man Osamas Liquidation übertrug. Hillary war die Einzige, die mit Entsetzen die Hand vor dem Mund hielt. So sieht kein Warlord aus.... Hat man auch bemängelt.


Trotzdem war ja Russland froh, dass Clinton verloren hat. Auch in China waren alle froh über den Sieg von Trump. Auch wenn er jetzt das macht, was er angekündigt hat.

Nicht nur wirtschaftspolitisch sehen viele Chinesen in einem Präsidenten namens Trump Vorteile. Zu aussenpolitischen Fragen hat er sich zwar bisher kaum geäussert. Sein Kommentar über Japan und Südkorea, wonach die beiden Länder punkto Sicherheitspolitik Trittbrettfahrer Amerikas seien, wurde in China jedoch wohlwollend zur Kenntnis genommen. Sie nährt die Hoffnung, dass sich die USA unter einem Präsidenten Trump aus der Region verabschieden werden – und Pekings Machthaber ihr hegemoniales Machtstreben ungestört ausleben könnten. In diese Richtung wird auch Trumps Slogan «America First» interpretiert, den viele Netizens als Weg der USA in den Isolationismus deuten. Allerdings wissen die Chinesen auch, dass Trump im amerikanischen System nicht ungestört würde schalten und walten können.

Clinton als Feindbild

Im Gegensatz zum Kandidaten der Republikaner verfügt Hillary Clinton in China über keinen guten Leumund. Im Internet hat man die Demokratin wegen ihres jüngsten Schwächeanfalls bereits abgeschrieben. «Ist so jemand überhaupt in der Lage, Präsidentin zu werden?», stellen viele die rhetorisch gemeinte Frage. Die Diskussionen werden schnell frauenfeindlich. Man fragt sich in Anspielung auf ihren untreuen Ehemann, wie Hillary die USA zufriedenstellen könne, wenn sie es nicht einmal bei Bill geschafft habe. Auch das Alter der demokratischen Kandidatin ist für viele Chinesen ein Grund zur Skepsis. Sie solle sich besser um ihr Enkelkind kümmern, lautet der Rat der Internetgemeinde.

Jenseits solch chauvinistischer Sprüche wird in den staatlichen Medien die politische Figur Clintons seit Jahren mit Argusaugen verfolgt. Bereits als First Lady hatte sie sich den Unmut der Regierung in Peking zugezogen. Ihre bei der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking getätigte Aussage, «Menschenrechte sind Frauenrechte, und Frauenrechte sind Menschenrechte», wurde als Kritik Clintons an den Verhältnissen in China interpretiert.

Auch während ihrer Amtszeit als Aussenministerin zwischen 2009 und 2013 machte sie sich wenig Freunde in dem asiatischen Land. Sie warb für Freiheit im Internet und betonte, die zwischen Peking und Tokio umstrittenen Diaoyu-Inseln (japanisch: Senkaku-Inseln) gehörten unter japanische Verwaltung. Schliesslich gilt sie als Vordenkerin der Doktrin «Pivot to Asia», wodurch die Amerikaner die Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum stärken wollen. Dieses Ansinnen steht dem Machtanspruch Pekings diametral entgegen. China will den Einfluss der USA in der der Region so gut wie möglich eindämmen. Clinton wird denn auch in China als Anti-Trump wahrgenommen. Man befürchtet, dass eine Präsidentin Clinton wegen ihrer Haltung zu Demokratie und Menschenrechten weit weniger flexibel und pragmatisch agieren würde als ihr Konkurrent.


https://www.nzz.ch/international/asien- ... -ld.118487

Hillary Clinton befürwortet eine stärker militaristische Strategie gegen China; sie war als Außenministerin die leitende Architektin des „Pivot to Asia“. WikiLeaks hat mehrere frühere Reden von ihr vor der Wall Street veröffentlicht, und in einer aus dem Jahr 2013 erklärte sie: „Wir werden China mit Raketenabwehrsystemen umkreisen. Wir werden noch größere Teile unserer Marine in das Gebiet verlegen.“


https://www.wsws.org/de/articles/2016/1 ... s-o27.html
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Adam Smith » So 22. Apr 2018, 18:35

King Kong 2006 hat geschrieben:(22 Apr 2018, 17:37)

Das sind Mutmassungen. Für mich keine Beweise, wenn linke entaueschte Schauspieler und Analysten aus einem bestimmten Lager das behaupten.


Glaubst du das hier nicht?

Als Ghadhafi im März 2011 den im Zuge des Arabischen Frühlings ausgebrochenen Aufstand niederzuschlagen begann, war die Chefin des State Department die wichtigste Stimme in Washington, die zu einem Eingreifen riet. Verteidigungsminister Gates wehrte sich mit Händen und Füssen, und Präsident Obama, der damals den Abzug aus dem Irak vorantrieb, widerstrebte der Gedanke an eine neue Verwicklung in der islamischen Welt. Doch Clinton vermochte ihn umzustimmen. Sie argumentierte, dass die Amerikaner als Teil einer Koalition mit Franzosen, Briten und arabischen Ländern operieren konnten, ein Einsatz aus der Luft ausreichte, prodemokratische Kräfte in Libyen bereit zur Machtübernahme waren und es ein Massaker an der Bevölkerung zu verhindern galt.

Die meisten ihrer Einschätzungen erwiesen sich als zu optimistisch, geprägt wohl von den Umwälzungen in Ägypten und Tunesien kurz zuvor. Doch anfangs schien der amerikanische Plan aufzugehen: Dank alliierter Hilfe marschierten die Aufständischen im August 2011 in Tripolis ein, zwei Monate später war Ghadhafi ein toter Mann. «Wir kamen, wir sahen, er starb», rief Clinton in Anlehnung an Cäsar aus. Sie liess es sich nicht nehmen, mit einem triumphalen Besuch in Tripolis, «auf dem Boden des freien Libyen», wie sie es nannte, den Erfolg zu feiern.


«Wir kamen, wir sahen, er starb»,


https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/d ... -ld.106034

Entsetzen gab es hier nicht. Und die Flugverbotszone über Syrien hätte Clinton durchgezogen.

Und die hätte ihren Spruch in Bezug auf Assad bestimmt wiederholen wollen. Oder siehst du das anders?
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon King Kong 2006 » So 22. Apr 2018, 19:52

Alle Gegner der geostrategischen Pläne der USA waren froh, daß Trump gewonnen hat. Moskau, Peking, Teheran usw. Weil Trump ein Desaster ist. Für den Westen. Clinton hätte das nicht soweit getrieben. Auch den Keil zu Europa. Das war ein Glücksfall. Fragt sich nur für wen. ;)

Europa war geschockt. "Der Westen". Das hat schon etwas zu bedeuten. Wenn man Clinton als Kriegsherrin gesehen hätte, wäre der Schock wohl andersherum gewesen. Alle führen militärische Operationen durch. Die USA, der Iran, die Türkei, Russland, Frankreich usw. Natürlich hat auch Hillary in charge für die USA Operationen durchführen lassen. Das geht ja gar nicht anders. Worüber aber im Vorfeld fabuliert wurde war immer dieser ominiöse Begriff "Killary". Und das quasi ein Krieg (full scale war) nach dem anderen losbrechen würde, wenn die Demokraten gewinnen. Das ist natürlich Unsinn und so von Trump und seiner Fanbase kultiviert worden. Und der Verschwörungscommunity. Ich sehe keinerlei ernstzunehmende Anhaltspunkte, daß Hillary im Amt gleich wie Bush gegen mehrere Länder in den Krieg gezogen wäre. Sie hätte wohl noch weniger gemacht als Obama.

Natürlich muß man eins Bedenken, sie ist eine Frau. Da muß sie noch härter auftreten als ein Mann. Wenn es um einen Karriereposten geht. Erstrecht um das Amt des US-Präsidenten. Kein Kandidat wird gewählt, wenn man ihn für eine Lusche hält. Das sorgt z.B. dafür, daß Todesurteile meist von Politikern, die nach diesem Amt streben nicht aufgehoben werden. Das könnte man als Schwäche auslegen. Und kein US-Bürger will einen Schwächling als Führer. Der erste Schwarze in einer Weißen Schule, an einer US-Militärakademie muß viel härter und leistungsbereiter auftreten als ein Normalo. Auch Clinton als Frau mußte hart auftreten.

Clinton wäre im Sinne von Obama eher gesprächsbereiter in der Praxis aufgetreten als jetzt Trump. Ob bei der EU oder bei anderen. Trump sucht Streit, der auch in Krieg ausarten kann. Ob Nordkorea, Iran, China, die EU oder Mexiko und die Mauerfrage. Gegenüber Russland hat er lange ein weiches Auftreten gehabt. Warum auch immer... :cool:

Ein President, der darüber beim Interview schwärmt, wie köstlich ein Schokokuchen ist, während er nebenbei erzählt, daß er die Bombardierung im Irak (meinte Syrien, wurde im Interview dann daraufhingewiesen) befohlen hat, ist zumindest mir eher suspekt in Fragen von Krieg und Frieden als eine Clinton, die sichtlich belastet war, wenn es um die Ergreifung von Osama ging. Wobei, man will dann doch wohl eher einen Präsidenten, der das gelassen managen kann, denn jemand, der davon schlaflose Nächte bekommt. So gesehen macht es Sinn nach außen konsequent und tough aufzutreten, wenn man US-Präsidentin werden will. Hat aber nicht geklappt, obwohl sie tatsächlich mehr Stimmen bekommen hat als dieser Komiker.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Adam Smith » So 22. Apr 2018, 19:57

Nur weisen alle Aussagen und Taten von Hillary Clinton darauf hin, dass sie z.B. auch Assad weggebombt hätte. Trump schreibt zwar auch viel. Hier zeigen aber viele andere Dinge, dass er jetzt z.B. keinen tiefliegenden Hass gegen z.B. Assad hat.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon King Kong 2006 » So 22. Apr 2018, 20:10

Adam Smith hat geschrieben:(22 Apr 2018, 20:57)

Nur weisen alle Aussagen und Taten von Hillary Clinton darauf hin, dass sie z.B. auch Assad weggebombt hätte. Trump schreibt zwar auch viel. Hier zeigen aber viele andere Dinge, dass er jetzt z.B. keinen tiefliegenden Hass gegen z.B. Assad hat.


Hat denn Hillary einen tiefliegenden Haß gegen Assad? Selbst Obama hat nichts signifikantes fertiggebracht. Ich sehe Clinton eher in der Tradition von Obama, sprich intensive Diplomatie (war im Falle Irans erheblich erfolgreicher, sogar im Sinne der USA, als unter Bush), während ich Trump eher in der Tradition von Bush Junior sehe. Da tauchen ja sogar solche Kriegsfalken wie Bolton wieder auf. Das sind seinerzeit Bush-Kumpane gewesen. So jemand hätte bei Clinton keine Chance gehabt.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. ALLE in dieser Position sind Schreibtischkiller. ALLE. Das müssen sie lt. Stellenbeschreibung auch sein. Unter anderem natürlich. Mir ging es um die mutmaßlich aufgebrachte These, daß unter Clinton eine bellizistische Ära, wie unter G.W.Bush eingeläutet wäre. Das sehe ich nicht so. Trump sehe ich aufgrund seiner "suboptimalen" Politik eher in der Position Kriege und Krisen zu produzieren. Als Kollateralschäden.

Trump ist sicherlich, wie hier schon erwähnt ein Symptom seiner Zeit. Die Leute haben einfach die Nase voll. Kann man auch verstehen. Ich kann das menschlich absolut verstehen. Bei vielen Themen denke ich auch manchmal, daß man auch mal auf den Tisch hauen müsste. Problematisch wird es eben, wenn der Träger dieses Unbills dann ausgerechnet ein US-Präsident ist. Da ist soviel Macht und Schockwellenpotential vorhanden, daß es nicht bei einer gebrochenen Nase, in einer Wutexplosion verursacht durch einen Ortsheriff, in einer Kneipe in West Virginia bleibt. Das ist ein US-Präsident.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Adam Smith » So 22. Apr 2018, 20:15

Obama und Bill Clinton waren beides überzeugte Pazifisten. Aus dem Grund denken dieses dann auch viele von Hillary Clinton. So etwas ist gefährlich.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon King Kong 2006 » So 22. Apr 2018, 20:37

Adam Smith hat geschrieben:(22 Apr 2018, 21:15)

Obama und Bill Clinton waren beides überzeugte Pazifisten. Aus dem Grund denken dieses dann auch viele von Hillary Clinton. So etwas ist gefährlich.


Das sind Pazifisten? Das höre ich das erste Mal. Obama hat "unzählige" Male Dronentötungen authorisiert (auch mit Einkalkulierung von Tötung von Zivilisten). Auch unter Clinton gab es Militäreinsätze und er unterstützte die Todesstrafe (um eben tough für die Zukunft sich empfehlen zu können). Ein Pazifist hätte so etwas niemals authorisiert, befohlen oder unterstützt. Man kann als Pazifist gar nicht US-Präsident sein. Ein US-Präsident geht - meistens - durch irgendein Governeursamt ins Weiße Haus. D.h. auch in Staaten mit Todesstrafe. Als US-Präsident ist man Oberbefehlshaber. Das bedeutet automatisch Tod im Kontext. Tötung. Da kann man als Pazifist gar nicht ins Amt kommen bzw. dort verbleiben.

Ein Kandidat, der bei dem Werben um das Amt des US-Präsidenten sich als Pazifist vorstellt, ist sofort erledigt. So jemand kann doch keine Supermacht führen. Geschweige denn Bürgermeister in einer Kleinstadt sein. Da dürften ja nicht mal die Polizisten Waffen tragen...
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 24791
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Trump, der richtige Mann zur richtigen Zeit?

Beitragvon Adam Smith » So 22. Apr 2018, 21:10

King Kong 2006 hat geschrieben:(22 Apr 2018, 21:37)

Ein US-Präsident geht - meistens - durch irgendein Governeursamt ins Weiße Haus. D.h. auch in Staaten mit Todesstrafe. Als US-Präsident ist man Oberbefehlshaber. Das bedeutet automatisch Tod im Kontext. Tötung. Da kann man als Pazifist gar nicht ins Amt kommen bzw. dort verbleiben.


Das ist richtig.

Ausgerechnet in der Dankesrede für den Friedensnobelpreis hat US-Präsident Barack Obama die Kriege der USA verteidigt. "Die Instrumente des Krieges müssen eine Rolle spielen bei der Bewahrung des Friedens", forderte der Preisträger. Obama verpasste dem Auditorium eine kräftige Dosis Realität


https://www.welt.de/politik/ausland/art ... ettet.html

Nur sollte ein US-Präsident nicht aktiv für Kriege sorgen. Ein Eingriff sollte also die Gewalt reduzieren.

Das Problem ist, dass die Spannbreite sehr groß ist. Hillary Clinton hätte die Rede von Obama schon so interpretiert, dass Assad jetzt Geschichte wäre. Und danach hätte sich Hillary Clinton anderen Aktivitäten in Bezug auf Krieg und Frieden gewidmet. Es sollte also darauf geachtet werden, wer US-Präsident wird. Am besten mit einem Test.

Zurück zu „30. Nordamerika“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast