Trump erklärt der Welt den (Handels)krieg

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Cat with a whip
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Re: Trump erklärt der Welt den (Handels)krieg

Beitragvon Cat with a whip » Di 24. Jul 2018, 21:22

Diee chinesische Regierung unterstützt unfairerweise die Landwirte. Die USA jetzt auch. Aber nur weils fair ist.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-07/ ... wirtschaft
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sünnerklaas
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Re: Trump erklärt der Welt den (Handels)krieg

Beitragvon sünnerklaas » Mi 25. Jul 2018, 07:32

Cat with a whip hat geschrieben:(24 Jul 2018, 22:22)

Diee chinesische Regierung unterstützt unfairerweise die Landwirte. Die USA jetzt auch. Aber nur weils fair ist.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-07/ ... wirtschaft
n gibt es nicht

Ich habe in meiner US-Verwandtschaft Farmer. Dort geht die große Sorge um, dass Trumps Politik dazu führt, dass viele Farmer aufgeben müssen, die Preise für Ackerland ins Bodenlose stürzen und sich dann die Chinesen und andere Investoren durch die Hintertür in den USA - notfalls per Strohleute - einkaufen. Hinzu kommt, dass weite Teile der USA ohne Subventionen und ohne Aufkauf landwirtschaftlicher Produkte durch die US-Regierung in bittere Armut abrutschen. Berufliche und wirtschaftliche Alternativen gibt es auf dem Lande in den USA nicht.
Das Pikante: die Republikaner haben über viele Jahrzehnte lang gegen jegliche Agrarsubventionen gekämpft und das Dogma vom harten Wettbewerb - auch auf der Farm - gepredigt. Sollte Trump scheitern, hat er ein weiteres Kapitel in seiner Opfererzählung. Er hätte ja alles so gut gemeint und gewollt, der "Deep State" hätte ihn aber nicht gelassen.
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Cat with a whip
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Re: Trump erklärt der Welt den (Handels)krieg

Beitragvon Cat with a whip » Mi 25. Jul 2018, 10:29

Für kleine Farmer gibts begrenzt Subventionen. Jetzt ist von angekündigten Nothilfen die Rede.

Aber klar ist dass diese Dogmen im "Krieg" schnell fallen wenn einen die Realität einholt. Man darf in diesem Zusammenhang legitimerweise süffisant bemerken wer behauptete "Tradewars are easy to win."

Mit Beginn diess Jahres und des auf Öffentlichkeitswirksamkeit angelegten Drängens auf Strafzöllen gegen fast alle Handelspartner hatte Trump für seine Anhänger mehr oder weniger Kriegsrhetorik bemüht und Ziel war es die Nation gegen den bösen Feind da drausen zu einen.

Mit Erfolg: Trump kam genau damit aus seinem Umfragetief.

Das wendet sich nun, weil die ersten Trottel am eigenen Leib ihre Dummheit spüren.
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Welfenprinz
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Re: Trump erklärt der Welt den (Handels)krieg

Beitragvon Welfenprinz » Mi 25. Jul 2018, 11:21

Ob sich da was wendet,muss sich zeigen.
Zusammen mit den Subventionen kann die Kriegsrhetorik durchaus einen “wir halten gegen die bösen anderen zusammen “-Effekt erreichen.
Und ob der Bus fahrende Exfarmer in 2Jahren nicht Trump wieder wählt,steht durchaus noch in den Sternen.

Breitbart wird ihm schon erklären,dass nicht Trump für den Verlust seiner Existenz verantwortlich ist.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Cat with a whip
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Re: Trump erklärt der Welt den (Handels)krieg

Beitragvon Cat with a whip » Mi 25. Jul 2018, 14:08

Die rechts-nationalistische Verdummungs-Propaganda läuft ja, sie muß nun alles tun die trutzige Stimmung im Lager aufrechtzuerhalten. Nur bei den Farmern wird sich Trump keine weiteren Freunde machen. Sie waren es ja, die im Kongress vor den Folgen warnten. Ihre Schäden weiten sich nun auf noch mehr Güter aus und sie verlieren über Jahre erarbeitete Verträge. Das ist erst der Anfang.

Die roten Farmerlobbyisten aus Tennessee stehen fassungslos da, weil ihre Parteikollegen derzeit mehr Angst vor den 70% fanatisierten republikanischen Wählern haben.
In den Primaries zur Kongresswahl hat sich bereits gezeigt dass einem Bewerber die Loyalität zu Trump gegen einen Parteikonkurrenten helfen kann.
https://www.nytimes.com/2018/07/24/us/p ... e-war.html
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Re: Trump erklärt der Welt den (Handels)krieg

Beitragvon sünnerklaas » Do 26. Jul 2018, 06:47

Cat with a whip hat geschrieben:(25 Jul 2018, 11:29)

Für kleine Farmer gibts begrenzt Subventionen. Jetzt ist von angekündigten Nothilfen die Rede.

Aber klar ist dass diese Dogmen im "Krieg" schnell fallen wenn einen die Realität einholt. Man darf in diesem Zusammenhang legitimerweise süffisant bemerken wer behauptete "Tradewars are easy to win."

Mit Beginn diess Jahres und des auf Öffentlichkeitswirksamkeit angelegten Drängens auf Strafzöllen gegen fast alle Handelspartner hatte Trump für seine Anhänger mehr oder weniger Kriegsrhetorik bemüht und Ziel war es die Nation gegen den bösen Feind da drausen zu einen.

Mit Erfolg: Trump kam genau damit aus seinem Umfragetief.

Das wendet sich nun, weil die ersten Trottel am eigenen Leib ihre Dummheit spüren.



Zu denen, die wegen der Strafzölle gejubelt haben, gehörte der Waschmaschinenhersteller Whirlpool. Die Konsequenzen werden jetzt sichtbar: die Endpreise der Geräte haben sich wegen der Strafzölle verteuert, der Absatz ist deutlich zurückgegangen, jetzt ist die Aktie eingebrochen. Und Whirlpool wechselt die Seiten. Zu den US-Autos muss man nicht all zu viel sagen - früher waren sie relativ billig und hatten qualitative Mängel, inzwischen sind teurer, die Mängel sind aber immer noch da.Konsequenz: die Verkaufszahlen gehen zurück, die Kurse brechen ein.

Zum Thema Agrarsubventionen und Bailout: das Geld dafür muss sich Trump im Ausland leihen. Die Chinesen halten US-Staatsleihen von ca. 1,2 Billionen Dollar. Die Russen haben es ja erst vor kurzer Zeit gezeigt, dass es notfalls kein Problem gibt, Staatsanleihen im ganz großen Stil einfach mal rauszuhauen um die USA via Zinsschraube ordentlich unter Druck zu setzen.

Handelskriege seien leicht zu gewinnen? Ein Irrtum.
Trump nützt den US-Unternehmen nicht, er schadet ihnen. Das scheinen auch erste republikanische Kongressabgeorndete zu bemerken. Vermutlich wird man die Befugnisse des US-Präsidenten spätestens nach dem Ende der Trump-Ära deutlich beschneiden und in Richtung Kongress verschieben.
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Re: Trump erklärt der Welt den (Handels)krieg

Beitragvon sünnerklaas » Do 26. Jul 2018, 06:55

Cat with a whip hat geschrieben:(25 Jul 2018, 15:08)

Die rechts-nationalistische Verdummungs-Propaganda läuft ja, sie muß nun alles tun die trutzige Stimmung im Lager aufrechtzuerhalten. Nur bei den Farmern wird sich Trump keine weiteren Freunde machen. Sie waren es ja, die im Kongress vor den Folgen warnten. Ihre Schäden weiten sich nun auf noch mehr Güter aus und sie verlieren über Jahre erarbeitete Verträge. Das ist erst der Anfang.

Die roten Farmerlobbyisten aus Tennessee stehen fassungslos da, weil ihre Parteikollegen derzeit mehr Angst vor den 70% fanatisierten republikanischen Wählern haben.
In den Primaries zur Kongresswahl hat sich bereits gezeigt dass einem Bewerber die Loyalität zu Trump gegen einen Parteikonkurrenten helfen kann.
https://www.nytimes.com/2018/07/24/us/p ... e-war.html


Der republikanische Senator von Nebraska, Ben Sasse hat ja bereits davor gewarnt, Trump brächte mit seiner Handelspolitik die USA in eine Wirtschaftskrise, die durchaus das Ausmaß der Großen Depression haben kann.
Für die Trump-Anhänger geht es dagegen um alles oder nichts. Welches Ergebnis Trump'sche Politik hat, ist egal, dann wird halt geheult, Amok gelaufen oder Suizid begangen - oder man hofft, dass dann Andere den Schaden begleichen.
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Re: Trump erklärt der Welt den (Handels)krieg

Beitragvon Cat with a whip » Mi 5. Sep 2018, 19:29

Die aktuellen Zahlen zur Handelsbilanz sind kurz vor den Midterms nicht propagandistisch verwertbar, denn unter Trump hat sich das Defizit ausgeweitet. Daher verweisen die Claqueure derzeit lieber auf niedrige Arbeitslosenzahlen aus den Sommermonaten und den hohen 2. Quartalswert des GDP-Wachstums.

Trumps großes Thema war das sich ausweitende Handelsdefizit, welches er mit einem protektionistischen Handelskrieg verringern wollte. Aktuell gehen Wirtschaftsfachleute davon aus dass es stagniert oder eher noch weiter steigt. Das dritte Quartal wird zudem überhaupt erst die wirtschaftlichen Auswirkungen der Strafzölle zeigen.

A widening trade deficit would drag on growth in the third quarter after a narrower gap -- partly on higher soybean exports ahead of Chinese levies -- helped boost the pace of expansion in the prior period to the fastest since 2014. While other indicators suggest gross domestic product is on track for solid gains in the second half, the latest figures show how President Donald Trump’s tariffs may start to weigh on the economy.

https://www.bloomberg.com/news/articles ... its-record

So far, the president's aggressive policies have had little impact on the trade numbers. The goods deficit with China rose 10 percent in July to a record $36.8 billion. The gap with the EU shot up 50 percent to a record $17.6 billion and with Canada nearly 58 percent to $3.1 billion. The July deficit with Mexico, though, plunged 25 percent to $5.5 billion.

So far this year, the trade deficit is up 7 percent from January-July 2017.

Trump views trade deficits as a sign of economic weakness, caused by bad trade deals and abusive behavior by America's trading partners.

Mainstream economists blame persistent U.S. trade deficits on an economic reality that can't be changed much by trade policy: Americans spend more than they produce, and imports fill the gap. The strong U.S. economy is also encouraging Americans to buy more foreign products.

"The core story here is that strong domestic demand is sucking in imports ... the trade deficit likely will be flat-to-higher over the next couple of months," Ian Shepherdson, chief economist at Pantheon Economics, wrote in a research report.

http://www.telegram.com/news/20180905/u ... 01-billion

US trade gap widens amid Trump's tariff battle

The total deficit in goods and services rose to $46.3 billion in June, up from $43.2 billion in May, the Commerce Department says.
Imports increased by $1.6 billion, to $260.2 billion, while exports declined by $1.5 billion, to $213.8 billion.
As the White House engages in a tit-for-tat tariff fight with China, the trade deficit rose to $32.5 billion with that country and now stands shy of $200 billion year to date.

https://www.cnbc.com/2018/08/03/us-trad ... attle.html

WASHINGTON – The U.S. trade deficit widened for the second straight month in July, reaching the highest level since February, as imports hit an all-time high. The deficit in goods with China set a record.

The Commerce Department says the deficit in goods and services — the difference between what America sells and what it buys from other countries — rose to $50.1 billion in July from $45.7 billion in June. Exports slipped 1 percent to $211.1 billion. Imports increased 0.9 percent to a record $261.2 billion.

The deficit rose despite efforts by President Donald Trump to bring it down by re-negotiating trade agreements and imposing taxes on imports.

The goods deficit with China rose 10 percent to a record $36.8 billion. The gap with Mexico plunged 25 percent to $5.5 billion.

http://www.foxnews.com/us/2018/09/05/us ... -july.html
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum

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