USA erhöhen Druck auf Deutschland bzgl. der 2%-Quote für Verteidigung

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Re: USA erhöhen Druck auf Deutschland bzgl. der 2%-Quote für Verteidigung

Beitragvon Provokateur » Di 27. Feb 2018, 10:04

Bei der derzeitigen Material- und Personallage kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ich habe es noch auf der Offiziersschule gelernt - ein drittel geht in die Reserve!
Warum gilt das nicht für Material? Warum hat eine Panzerkompanie mit 14 Leos nicht 5 zerlegt im Lager? Warum kann die Inst nicht mal mehr eine Schraube anziehen? Warum hat die Armee jeden Scheiß ausgelagert und ist jetzt nicht mehr in der Lage, ohne Herz-Lungen-Wiederbelebung auch nur vom Kompaniegebäude zur Essensausgabe zu kommen?

Ich weiß warum. Weil die Wirtschaft gesagt hat "Lager mal fein aus, wir verkaufen dir das als Dienstleistung, da SPARST du!"

Klappt nur nicht. Tough luck. Jetzt müssen die Fähigkeiten wieder aufgebaut werden.

Die derzeitige Einsatzbereitschaft liegt bei 1/3. Wisst ihr, was ich noch auf der OSH gelernt habe? Truppenverbände, von denen nur noch 1/3 gefechtsfähig sind, nennt man "vernichtet".
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: USA erhöhen Druck auf Deutschland bzgl. der 2%-Quote für Verteidigung

Beitragvon Dieter Winter » Di 27. Feb 2018, 10:24

Provokateur hat geschrieben:(27 Feb 2018, 10:04)

Bei der derzeitigen Material- und Personallage kann man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ich habe es noch auf der Offiziersschule gelernt - ein drittel geht in die Reserve!
Warum gilt das nicht für Material? Warum hat eine Panzerkompanie mit 14 Leos nicht 5 zerlegt im Lager? Warum kann die Inst nicht mal mehr eine Schraube anziehen? Warum hat die Armee jeden Scheiß ausgelagert und ist jetzt nicht mehr in der Lage, ohne Herz-Lungen-Wiederbelebung auch nur vom Kompaniegebäude zur Essensausgabe zu kommen?

Ich weiß warum. Weil die Wirtschaft gesagt hat "Lager mal fein aus, wir verkaufen dir das als Dienstleistung, da SPARST du!"

Klappt nur nicht. Tough luck. Jetzt müssen die Fähigkeiten wieder aufgebaut werden.

Die derzeitige Einsatzbereitschaft liegt bei 1/3. Wisst ihr, was ich noch auf der OSH gelernt habe? Truppenverbände, von denen nur noch 1/3 gefechtsfähig sind, nennt man "vernichtet".


Eben.

Bevor der Wehretat angehoben wird, sollen sie doch erst mal die Mittel so verwenden, dass das vorhandene Zeug einsatzfähig ist.
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Re: USA erhöhen Druck auf Deutschland bzgl. der 2%-Quote für Verteidigung

Beitragvon Provokateur » Di 27. Feb 2018, 10:29

Dieter Winter hat geschrieben:(27 Feb 2018, 10:24)

Eben.

Bevor der Wehretat angehoben wird, sollen sie doch erst mal die Mittel so verwenden, dass das vorhandene Zeug einsatzfähig ist.


Die derzeitige Lage ist das Ergebnis der konsequenten "Schlankheitskur". Du musst Geld in die Hand nehmen, Geld, Geld und noch mal Geld. Alleine wieder eine Instandsetzung an der Einheit anzusiedeln, das kostet, weil jeder Verband und jeder Großverband noch eine Instandsetzung hat, die zu mehr fähig ist. Sein sollte. Das sind Spezialisten.

Und dann musst du Lagerhaltung betreiben, und das kostet auch. Mit dem derzeitigen Wehretat kämpft die Bundeswehr in zehn Jahren mit Keulen und spitzen Stöcken.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: USA erhöhen Druck auf Deutschland bzgl. der 2%-Quote für Verteidigung

Beitragvon H2O » Di 27. Feb 2018, 10:48

Provokateur hat geschrieben:(27 Feb 2018, 10:29)

Die derzeitige Lage ist das Ergebnis der konsequenten "Schlankheitskur". Du musst Geld in die Hand nehmen, Geld, Geld und noch mal Geld. Alleine wieder eine Instandsetzung an der Einheit anzusiedeln, das kostet, weil jeder Verband und jeder Großverband noch eine Instandsetzung hat, die zu mehr fähig ist. Sein sollte. Das sind Spezialisten.

Und dann musst du Lagerhaltung betreiben, und das kostet auch. Mit dem derzeitigen Wehretat kämpft die Bundeswehr in zehn Jahren mit Keulen und spitzen Stöcken.


Wenn die Bundeswehr ihre Instandhaltung in die Wirtschaft ausgelagert hat, dann finde ich das grundsätzlich schon ganz in Ordnung. Denn die entsprechenden Unternehmen mit ihren Mitarbeitern wollen auch irgendwie sinnvoll die Zeit bis zum nächsten Entwicklungsauftrag für Wehrmaterial überleben. Aber auch das kostet natürlich Geld. Kein Unternehmen kann es sich leisten, kostspieliges Material vor zu fertigen und dann auf einen Auftrag zu warten. In der Truppe einsparen und die industrielle Unterstützungsleistung zum Nulltarif bevorraten... das wird natürlich gar nichts.

Ich meine, daß die Organisation an solche Pläne angepaßt werden muß, selbstverständlich mit gelegentlicher Inspektion durch die Beschaffungsämter. Dann wird so etwas auch funktionieren. Nur eben nicht kostenlos.
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Re: USA erhöhen Druck auf Deutschland bzgl. der 2%-Quote für Verteidigung

Beitragvon Provokateur » Di 27. Feb 2018, 10:52

H2O hat geschrieben:(27 Feb 2018, 10:48)

Wenn die Bundeswehr ihre Instandhaltung in die Wirtschaft ausgelagert hat, dann finde ich das grundsätzlich schon ganz in Ordnung. Denn die entsprechenden Unternehmen mit ihren Mitarbeitern wollen auch irgendwie sinnvoll die Zeit bis zum nächsten Entwicklungsauftrag für Wehrmaterial überleben. Aber auch das kostet natürlich Geld. Kein Unternehmen kann es sich leisten, kostspieliges Material vor zu fertigen und dann auf einen Auftrag zu warten. In der Truppe einsparen und die industrielle Unterstützungsleistung zum Nulltarif bevorraten... das wird natürlich gar nichts.

Ich meine, daß die Organisation an solche Pläne angepaßt werden muß, selbstverständlich mit gelegentlicher Inspektion durch die Beschaffungsämter. Dann wird so etwas auch funktionieren. Nur eben nicht kostenlos.


Und du kannst keinen Zivilisten zwingen, bei hoher Bedrohungslage rauszufahren, um einen Bock zu bergen. Geschweige denn überhaupt in den Einsatz. Das kommt noch dazu.
Seit die Instandsetzung ausgelagert wurde, haben sich außerdem die Reparaturzeiträume im Inland locker vervierfacht.
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Re: USA erhöhen Druck auf Deutschland bzgl. der 2%-Quote für Verteidigung

Beitragvon H2O » Di 27. Feb 2018, 11:03

Provokateur hat geschrieben:(27 Feb 2018, 10:52)

Und du kannst keinen Zivilisten zwingen, bei hoher Bedrohungslage rauszufahren, um einen Bock zu bergen. Geschweige denn überhaupt in den Einsatz. Das kommt noch dazu.
Seit die Instandsetzung ausgelagert wurde, haben sich außerdem die Reparaturzeiträume im Inland locker vervierfacht.


Auch solche Dinge lassen sich organisieren. Es soll auch Soldaten geben, die vor Gefahren die Flucht ergreifen. Ich sehe keinen Sinn darin, die Menschen in einer Gesellschaft nach Zugehörigkeit zu einer Organisation zu bewerten. Die Guten sammeln sich bei den Streitkräften, und die Hasenfüße in der Industrie... oder wie? Und die werden unvermittelt zu Helden, wenn sie den bunten Rock überziehen?
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Re: USA erhöhen Druck auf Deutschland bzgl. der 2%-Quote für Verteidigung

Beitragvon Provokateur » Di 27. Feb 2018, 11:10

H2O hat geschrieben:(27 Feb 2018, 11:03)

Auch solche Dinge lassen sich organisieren. Es soll auch Soldaten geben, die vor Gefahren die Flucht ergreifen. Ich sehe keinen Sinn darin, die Menschen in einer Gesellschaft nach Zugehörigkeit zu einer Organisation zu bewerten. Die Guten sammeln sich bei den Streitkräften, und die Hasenfüße in der Industrie... oder wie? Und die werden unvermittelt zu Helden, wenn sie den bunten Rock überziehen?


Das meine ich nicht. Es ist in der Tat eine organisatorische Frage. Aber Soldaten können und dürfen nun einmal mehr in einer Gefechtslage als irgendein Blaumann von der Industrie. Dafür kann der mehr in der Werkhalle. Ich habe für die Bergung lieber vier Hände mehr an Waffen als vier richtig gute Handwerker, die weder zurückschießen können noch dürfen.

Die Industrie steht ganz am Ende der Bergungs. und Instandsetzungskette. Wenn niemand anderes mehr helfen kann. Alles andere muss eine Einheit/ein Verband/ein Großverband selber leisten können.
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Re: USA erhöhen Druck auf Deutschland bzgl. der 2%-Quote für Verteidigung

Beitragvon H2O » Di 27. Feb 2018, 12:16

Provokateur hat geschrieben:(27 Feb 2018, 11:10)

Das meine ich nicht. Es ist in der Tat eine organisatorische Frage. Aber Soldaten können und dürfen nun einmal mehr in einer Gefechtslage als irgendein Blaumann von der Industrie. Dafür kann der mehr in der Werkhalle. Ich habe für die Bergung lieber vier Hände mehr an Waffen als vier richtig gute Handwerker, die weder zurückschießen können noch dürfen.

Die Industrie steht ganz am Ende der Bergungs. und Instandsetzungskette. Wenn niemand anderes mehr helfen kann. Alles andere muss eine Einheit/ein Verband/ein Großverband selber leisten können.


So ähnlich sehe ich die Sache auch. Es ist wahr, daß Soldaten mehr "dürfen" als Leute im Blaumann. Aber dem könnte eine kluge Führung auch wieder durch Organisation entgegen wirken. Man könnte zum Beispiel verlangen, daß in wehrtechnischen Bereichen mindestens 75% ehemalige Soldaten tätig sein sollten, die nach Erreichen der Altersgrenze für den Unteroffiziersdienst dann in andere Unternehmensbereiche versetzt werden müssen. So etwas läßt sich in Unternehmen "einpreisen". Und dann könnten diese Kollegen ohne jede Verrenkung im Krisen und Spannungsfall so eingesetzt werden, als hätten sie ihr Lebtag nie etwas anderes gemacht.

Die Kostenersparnis dürfte dennoch erheblich sein, weil diese Menschen eben dann, wenn sie nicht für Noteinsätze benötigt werden, ganz bieder in der Entwicklung und in Prüffeldern ihre Arbeit gegen Lohn und Gehalt verrichten, während in Arsenalen und anderen Bereichen der Streitkräfte oft genug Leerlauf eintritt.

Um nicht in Wettbewerbsverzerrungen wehrtechnischer Betriebe hinein zu geraten, könnte das Unternehmen die Einsatzzeiten und Lagerhaltungskosten getrennt abrechnen nach einem vertraglich vereinbarten Schlüssel... und selbstverständlich muß so etwas kontrolliert werden, damit der Gruppenegoismus die Allgemeinheit nicht über den Tisch ziehen kann. Habgier ist überall zu Hause, leider!

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