Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

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DieBananeGrillt
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon DieBananeGrillt » Fr 2. Jun 2017, 10:28

Hyde hat geschrieben:(01 Jun 2017, 23:21)

Mit dem Kriegseintritt 1917 beendeten die USA ihre außenpolitische Phase des Isolationismus und läuteten das amerikanische Jahrhundert ein.
Genau 100 Jahre später, im Jahr 2017, isoliert Trump die USA erneut mehr und mehr auf der Weltbühne, steigt aus dem Klimaabkommen aus, macht mobil gegen die NATO, verstört transatlantische Partner, lehnt Freihandelsabkommen ab.

Andere werden die Lücken füllen, welche die Vereinigten Staaten mit ihrem Rückzug in die Isolation hinterlassen - China, Indien, aber auch ein erstarkendes, enger zusammenrückendes Europa. Amerikas Soft Power wird kleiner werden.

Ist es zu früh, ein Ende amerikanischer Dominanz zu prognostizieren oder erleben wir tatsächlich gerade das Ende einer Ära? Wird das 21. Jahrhundert ein europäisches Jahrhundert, ein chinesisches Jahrhundert?


Der Anfang vom Ende....
Als Tesla-Chef würde ich jetzt sofort den Standort USA verlassen und nach Indien auswandern. Oder wer will noch umweltfreundliche Produkte aus den USA kaufen ?
Schauen wir heute nachmittag an der Börse...
Wer es noch schafft Put Optionen auf amerikanische Umweltaktien zu kaufen, der wird ausgesorgt haben :D
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon H2O » Fr 2. Jun 2017, 10:46

yogi61 hat geschrieben:(02 Jun 2017, 11:20)

Wir sollten den USA ewig dankbar sein, dass sie uns befreit haben. Kritik ist da nicht angebracht und deswegen gibt es die Springer Richtlinien, das ist auch gut so.


Aus meiner Sicht müssen sich Bündnispartner keine Unverschämtheiten gefallen lassen. Aber das sehe ich auch mehr als eine sehr persönliche Sache des US-Präsidenten und seiner Gefolgschaft. Auf den Kern gebracht heißt das Vorgehen aber, sich als Europa selbständig zu machen, weil die USA sich offenbar weltpolitisch übernommen haben. Natürlich nicht in Gegnerschaft zu den USA, sondern als verläßliche Ergänzung in schwierigen Zeiten. Freunde erkennt man immer dann, wenn's unbequem wird und man Hilfe braucht. Halten wir den USA in Europa den Rücken frei!

Wo die USA eine Lücke hinterlassen, sollten wir Europäer ganz schnell nachrücken, bevor andere auf diesen Gedanken kommen!
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon yogi61 » Fr 2. Jun 2017, 10:50

H2O hat geschrieben:(02 Jun 2017, 11:46)

Aus meiner Sicht müssen sich Bündnispartner keine Unverschämtheiten gefallen lassen. Aber das sehe ich auch mehr als eine sehr persönliche Sache des US-Präsidenten und seiner Gefolgschaft. Auf den Kern gebracht heißt das Vorgehen aber, sich als Europa selbständig zu machen, weil die USA sich offenbar weltpolitisch übernommen haben. Natürlich nicht in Gegnerschaft zu den USA, sondern als verläßliche Ergänzung in schwierigen Zeiten. Freunde erkennt man immer dann, wenn's unbequem wird und man Hilfe braucht. Halten wir den USA in Europa den Rücken frei!

Wo die USA eine Lücke hinterlassen, sollten wir Europäer ganz schnell nachrücken, bevor andere auf diesen Gedanken kommen!


Europa sollte die USA nicht hinterfragen, dafür ist es zu klein und unbedeutend.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Julian » Fr 2. Jun 2017, 11:12

Die USA sind nach wie vor führend in den meisten relevanten Bereichen, von Militär über Wissenschaft bis hin zur Kultur, und das wird auch noch lange so bleiben. Die Welt schaut amerikanische Filme; sie kleidet sich wie ihre amerikanischen Vorbilder; sie spricht Englisch mit amerikanischem Akzent; wenn es zu militärischen Konflikten kommt, ruft im Ernstfall jeder nach den USA; wenn Ärzte neue Publikationen in ihrem Fachgebiet finden wollen oder wissen wollen, welche klinischen Studien gerade laufen, schauen sie auf amerikanischen Seiten nach; junge Menschen wollen einen Abschluss von Harvard oder Yale, und nicht von irgendwelchen drittklassigen kontinentaleuropäischen Universitäten.

Die Hegemonie der USA ist so groß wie nie zuvor, unabhängig davon, was eine paar antiamerikanische Europäer sich einbilden. Europa ist ja nicht einmal in der Lage, für seine eigene Sicherheit zu sorgen.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon ebi80 » Fr 2. Jun 2017, 11:14

yogi61 hat geschrieben:(02 Jun 2017, 11:50)

Europa sollte die USA nicht hinterfragen, dafür ist es zu klein und unbedeutend.

Nur wer sich klein macht, ist unbedeutend.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon H2O » Fr 2. Jun 2017, 11:23

yogi61 hat geschrieben:(02 Jun 2017, 11:50)

Europa sollte die USA nicht hinterfragen, dafür ist es zu klein und unbedeutend.


Diese Zurückhaltung ist völlig unangebracht. Im Wettbewerb mußte mein Unternehmen mit den Wettbewerbern aus den USA die Klingen kreuzen. Meist waren sie zweiter Sieger, und nur wenn Staatsinteressen auf Regierungsebene ins Spiel kamen, dann waren wir zweiter Sieger. Wir können viel, und gemeinsam können wir auch das, was die USA auf die Beine stellen. Die Frage ist aber, ob das 1:1 überhaupt Sinn hat, und ob nicht besser Ergänzungen überlegt werden.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Senexx » Fr 2. Jun 2017, 11:26

Julian hat geschrieben:(02 Jun 2017, 12:12)

Die Hegemonie der USA ist so groß wie nie zuvor, unabhängig davon, was eine paar antiamerikanische Europäer sich einbilden. Europa ist ja nicht einmal in der Lage, für seine eigene Sicherheit zu sorgen.


Ein schlagendes Beispiel ist unsere Merkel: Bei ihr hat man das Gefühl, dass sie endlich befreit ist. Endlich kann sie ihren antiamerikanischen Gefühlen freien Lauf lassen. Die DDR-Sozialisation schlägt jetzt voll durch.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Adam Smith » Fr 2. Jun 2017, 11:32

H2O hat geschrieben:(02 Jun 2017, 12:23)

Diese Zurückhaltung ist völlig unangebracht. Im Wettbewerb mußte mein Unternehmen mit den Wettbewerbern aus den USA die Klingen kreuzen. Meist waren sie zweiter Sieger, und nur wenn Staatsinteressen auf Regierungsebene ins Spiel kamen, dann waren wir zweiter Sieger. Wir können viel, und gemeinsam können wir auch das, was die USA auf die Beine stellen. Die Frage ist aber, ob das 1:1 überhaupt Sinn hat, und ob nicht besser Ergänzungen überlegt werden.

Europa braucht einen Verbündeten. Die Türkei, Russland oder die arabischen Staaten eignen sich schlecht als Verbündete. Übrig bleiben dann die USA.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon relativ » Fr 2. Jun 2017, 11:32

Senexx hat geschrieben:(02 Jun 2017, 11:11)

Es ist keine Analyse, sondern hysterische Schwarzmalerei.
Dann solltest du evtl. nochmal lesen.

Auch weiterhin gibt es die Nato. Und hier bestehen wechselseitige Verpflichtungen. Nur mal so als Beispiel.
Deweitern gibt es auch nocht abertausende persönliche und freundschaftliche Beziehungen sowohl Privat, als auch Geschäftlich. Aber darum geht es nicht bei der Analyse und Kritik an Trumps Politik.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon H2O » Fr 2. Jun 2017, 11:40

Tatsächlich scheint es eine menschliche Eigenheit zu geben, daß tiefe Liebe erst entbrennt, wenn es regelmäßig Ohrfeigen gibt. Diesen Gestalten stehen jetzt mindestens drei schöne Jahre bevor. In dieser Zeit wird Europa sich hoffentlich schon auf eigenen Füßen bewegen können, will sagen: Für sich Verantwortung übernommen haben.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon relativ » Fr 2. Jun 2017, 11:43

Julian hat geschrieben:(02 Jun 2017, 12:12)

Die USA sind nach wie vor führend in den meisten relevanten Bereichen, von Militär über Wissenschaft bis hin zur Kultur, und das wird auch noch lange so bleiben. Die Welt schaut amerikanische Filme; sie kleidet sich wie ihre amerikanischen Vorbilder; sie spricht Englisch mit amerikanischem Akzent; wenn es zu militärischen Konflikten kommt, ruft im Ernstfall jeder nach den USA; wenn Ärzte neue Publikationen in ihrem Fachgebiet finden wollen oder wissen wollen, welche klinischen Studien gerade laufen, schauen sie auf amerikanischen Seiten nach; junge Menschen wollen einen Abschluss von Harvard oder Yale, und nicht von irgendwelchen drittklassigen kontinentaleuropäischen Universitäten.

Die Hegemonie der USA ist so groß wie nie zuvor, unabhängig davon, was eine paar antiamerikanische Europäer sich einbilden. Europa ist ja nicht einmal in der Lage, für seine eigene Sicherheit zu sorgen.

Ja genauso hat sich die USA gesehen und dies war jetzt gewollt, es hat ihnen niemand aufgezwugnen. Sie haben von diesem Umstand mehr profitiert als jedes anderes Land dieser Erde und die Europäer waren froh so einen großen "Carebär" als Bruder zu haben. Diese in Teilen wirtschaftliche Hegemonie, auf die sich der Trump wohl gerade verlässt ist nicht in Stein gemeißelt, es sei denn er beabsichtigt diese "Notfalls" auch mit Gewalt durchzusetzen, denn auf diesen Feld sind sie in der Tat weltweit unbestritten die Nr. 1.
Die Innovationskraft der USA bestreitet keiner, nur ist es halt traurig zu sehen, daß sich ein US- Präsident sich dieser nicht zu nutze macht und statt dessen alten Zöpfen hinterher rennt, nur weil er im Wahlkampf die zu große Klappe aufgerissen hat und nun nicht in der Lage ist, seine Irrtümer, die er dort rausposaunt hat, zu reflektieren, oder sich wenigstens anständig beraten lässt.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon relativ » Fr 2. Jun 2017, 11:45

Adam Smith hat geschrieben:(02 Jun 2017, 12:32)

Europa braucht einen Verbündeten. Die Türkei, Russland oder die arabischen Staaten eignen sich schlecht als Verbündete. Übrig bleiben dann die USA.

Ich bin mir ziemlich sicher, daß kein Land der Erde in der jetzigen und zukünftigen Welt, noch ganz alleine klar kommt.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Europa2050 » Fr 2. Jun 2017, 11:50

relativ hat geschrieben:(02 Jun 2017, 12:45)

Ich bin mir ziemlich sicher, daß kein Land der Erde in der jetzigen und zukünftigen Welt, noch ganz alleine klar kommt.


Doch - die USA :p

2016: USA und Europa in Gegnerschaft zu Russland bei neutralem China

2020: Europa und China in Gegnerschaft zur USA bei neutralem Russland

Trumps außenpolitisches Geschick hat Vorbild. Genauso erfolgreich hat Wilhelm zwo Bismarks Erbe verwaltet ...
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:

Mist, hab ich einige Leute doch tatsächlich überfordert. :s
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon harry52 » Fr 2. Jun 2017, 11:53

Hyde hat geschrieben:(01 Jun 2017, 23:21)

Mit dem Kriegseintritt 1917 beendeten die USA ihre außenpolitische Phase des Isolationismus und läuteten das amerikanische Jahrhundert ein.
Genau 100 Jahre später, im Jahr 2017, isoliert Trump die USA erneut mehr und mehr auf der Weltbühne, steigt aus dem Klimaabkommen aus, macht mobil gegen die NATO, verstört transatlantische Partner, lehnt Freihandelsabkommen ab.

Andere werden die Lücken füllen, welche die Vereinigten Staaten mit ihrem Rückzug in die Isolation hinterlassen - China, Indien, aber auch ein erstarkendes, enger zusammenrückendes Europa. Amerikas Soft Power wird kleiner werden.

Ist es zu früh, ein Ende amerikanischer Dominanz zu prognostizieren oder erleben wir tatsächlich gerade das Ende einer Ära? Wird das 21. Jahrhundert ein europäisches Jahrhundert, ein chinesisches Jahrhundert?

Trumps Macht ist begrenzt.
Zeitlich sowieso, weil er nicht mehr jung ist und maximal 10 Jahre regieren kann, wobei es wahrscheinlich ist, dass er schon froh sein kann, wenn er fünf Jahre schafft. Und er hat viele Ggner in den USA, nicht zuletzt auch viele Konzerne, die ihn jetzt schon mehrfach kritisiert haben, aber auch Gerichte, die nächste Wahl zum Kongress, Teile der Presse....

Aber ja, die Welt ändert sich.
China wird wichtiger und Indien auch und nicht zu vergessen Afrika. In 25 Jahren wird sich die Bevölkerung Afrikas vermutlich verdoppeln. Wir werden dramatische Veränderungen erleben und manches wird auch richtig gefährlich und unschön. Wie sich das alles auf die Europäer und US Amerikaner auswirken wird?

Who knows?
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon H2O » Fr 2. Jun 2017, 12:25

Adam Smith hat geschrieben:(02 Jun 2017, 12:32)

Europa braucht einen Verbündeten. Die Türkei, Russland oder die arabischen Staaten eignen sich schlecht als Verbündete. Übrig bleiben dann die USA.


Europa muß endlich seine kindlich-bequeme Schutzhaltung aufgeben und für seine Belange Verantwortung übernehmen. Deutschland muß seine Sicherheit innen und außen endlich so organisieren, daß wir unsere aktuellen Bedrohungen wirksam abwehren können. Das ist die Botschaft, die die USA seit längerer Zeoit schon aussenden... aber manche Leute brauchen eben zusätzlich einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten, um endlich in Gang zu kommen.

Die USA sind nicht mehr gewillt, den Europäern den Aufenthalt im Sanatorium zu finanzieren.
Jetzt aber 'ran an den Speck!
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Adam Smith » Fr 2. Jun 2017, 12:32

H2O hat geschrieben:(02 Jun 2017, 13:25)

Europa muß endlich seine kindlich-bequeme Schutzhaltung aufgeben und für seine Belange Verantwortung übernehmen. Deutschland muß seine Sicherheit innen und außen endlich so organisieren, daß wir unsere aktuellen Bedrohungen wirksam abwehren können. Das ist die Botschaft, die die USA seit längerer Zeoit schon aussenden... aber manche Leute brauchen eben zusätzlich einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten, um endlich in Gang zu kommen.

Die USA sind nicht mehr gewillt, den Europäern den Aufenthalt im Sanatorium zu finanzieren.
Jetzt aber 'ran an den Speck!

Der Grund für die Haltung der USA dürfte bei der hohen Staatsverschuldung der USA liegen. Trump möchte die ja verringern und gleichzeitig die Steuern senken. Eine Abwendung von Europa ist das jetzt nicht. Nur wird halt Europa gleichzeitig immer unbedeutender.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon relativ » Fr 2. Jun 2017, 12:36

H2O hat geschrieben:(02 Jun 2017, 13:25)

Europa muß endlich seine kindlich-bequeme Schutzhaltung aufgeben und für seine Belange Verantwortung übernehmen. Deutschland muß seine Sicherheit innen und außen endlich so organisieren, daß wir unsere aktuellen Bedrohungen wirksam abwehren können. Das ist die Botschaft, die die USA seit längerer Zeoit schon aussenden... aber manche Leute brauchen eben zusätzlich einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten, um endlich in Gang zu kommen.

Die USA sind nicht mehr gewillt, den Europäern den Aufenthalt im Sanatorium zu finanzieren.
Jetzt aber 'ran an den Speck!

Ich bin mir gar nicht sicher, ob es das ist was die Regierungen der USA wollen, denn bisher haben sie sich, nach m. Einschätzung, in der Rolle der Führungsnation immer freiwillig hervorgetan, Es ist ja auch nicht so, daß so eine Führungsrolle nur Nachteile hätte.
Denn eins ist ja klar, wenn Europa (Deutschland allein wäre gar nicht in der Lage diesbezüglich eine ernstzunehmnede Konkurrenz aufzubauen) jetzt mehr Verantwortung für ihre Interesse auch Militärisch zeigt, dann wird es Interessenkonflike auch mit den USA geben, die eben nicht mehr so einfach von dne USA dominiert bzw. argumentiert werden können.
Ich glaube/vermute vielmehr, daß es den US- Regierungen eher, um einen Art Scheckbuchpolitik geht, bzw. sie diese bevorzugen würden, so wie es z.B. Helmut Kohl und Deutschland getan haben.
Btw. Die letzte großen militärischen Abenteurer des Bündnisses gingen alle von der USA aus, sei es Afghanistan, oder Irak. Der Krieg gegen den Terror hat Bush eigenhändig und ohne Absprache verkündet, weniger Terror hat er uns nicht gebracht.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon relativ » Fr 2. Jun 2017, 12:40

Adam Smith hat geschrieben:(02 Jun 2017, 13:32)

Der Grund für die Haltung der USA dürfte bei der hohen Staatsverschuldung der USA liegen. Trump möchte die ja verringern und gleichzeitig die Steuern senken. Eine Abwendung von Europa ist das jetzt nicht. Nur wird halt Europa gleichzeitig immer unbedeutender.

Ähm, mit der Abwendung von den europäischen Partnern verringert er das Haushaltsdefizit der USA? Steile These. Wie unbedeutend Europa wird liegt liegen einzig und allein an ihnen selber. Bleiben sie uneins, wird Europa und damit auch jeder Einzelstaat für sich selber eher Unbedeutend und Einflusslos.
Zuletzt geändert von relativ am Fr 2. Jun 2017, 13:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon H2O » Fr 2. Jun 2017, 13:09

Adam Smith hat geschrieben:(02 Jun 2017, 13:32)

Der Grund für die Haltung der USA dürfte bei der hohen Staatsverschuldung der USA liegen. Trump möchte die ja verringern und gleichzeitig die Steuern senken. Eine Abwendung von Europa ist das jetzt nicht. Nur wird halt Europa gleichzeitig immer unbedeutender.


Geben Sie sich keinen Tagträumen hin: Schon Präsident Obama hatte der ungläubigen europäischen Zuhörerschaft angekündigt, daß die Interessen der USA in Zukunft auf der pazifischen Seite Amerikas liegen. Sie haben schon völlig Recht: Das ist keine feindselige Abkehr von Europa, sondern eine Sache der Prioritäten.

Wie unbedeutend Europa nun wird, das liegt ganz überwiegend an uns selbst. Jetzt aber herunter vom Sofa und 'ran an die Arbeit... das ist das Gebot der Stunde!
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon H2O » Fr 2. Jun 2017, 13:31

relativ hat geschrieben:(02 Jun 2017, 13:36)

Ich bin mir gar nicht sicher, ob es das ist was die Regierungen der USA wollen, denn bisher haben sie sich, nach m. Einschätzung, in der Rolle der Führungsnation immer freiwillig hervorgetan, Es ist ja auch nicht so, daß so eine Führungsrolle nur Nachteile hätte.
Denn eins ist ja klar, wenn Europa (Deutschland allein wäre gar nicht in der Lage diesbezüglich eine ernstzunehmnede Konkurrenz aufzubauen) jetzt mehr Verantwortung für ihre Interesse auch Militärisch zeigt, dann wird es Interessenkonflike auch mit den USA geben, die eben nicht mehr so einfach von dne USA dominiert bzw. argumentiert werden können.
Ich glaube/vermute vielmehr, daß es den US- Regierungen eher, um einen Art Scheckbuchpolitik geht, bzw. sie diese bevorzugen würden, so wie es z.B. Helmut Kohl und Deutschland getan haben.
Btw. Die letzte großen militärischen Abenteurer des Bündnisses gingen alle von der USA aus, sei es Afghanistan, oder Irak. Der Krieg gegen den Terror hat Bush eigenhändig und ohne Absprache verkündet, weniger Terror hat er uns nicht gebracht.


Selbstverständlich sind die USA eine Weltmacht und Deutschland ist auch durch eigene Bequemlichkeit eine sehr mittelmäßige Mittelmacht, die mit ihren 80 Millionen Menschen niemals mit den USA gleichziehen kann. Das wäre ja Größenwahn. Aber erstens können wir selbst dafür sorgen, daß unser Land eine respektable Mittelmacht wird, die sich ihrer Bedrohungen erwehren kann. Gegen die USA muß sich unser Land sicher nicht wehren...

Zweitens baue ich darauf, daß wir Europäer uns jetzt aber mit neuem Schwung zu einer staatenähnlichen Gemeinschaft entwickeln... viel zu spät, aber endlich doch. Auf dem Wege kann Europa mit den USA durchaus gleich ziehen, ohne deshalb mit den USA auf militärischem Gebiet Kraftproben vor zu sehen... so ein Blödsinn! Wer meint, daß 400 Mio Europäer nicht mit den USA mit 350 Mio Menschen wetteifern können, der traut sich nichts zu und mutet sich erst recht nichts zu.

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