Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

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Hyde
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Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Hyde » Do 1. Jun 2017, 22:21

Mit dem Kriegseintritt 1917 beendeten die USA ihre außenpolitische Phase des Isolationismus und läuteten das amerikanische Jahrhundert ein.
Genau 100 Jahre später, im Jahr 2017, isoliert Trump die USA erneut mehr und mehr auf der Weltbühne, steigt aus dem Klimaabkommen aus, macht mobil gegen die NATO, verstört transatlantische Partner, lehnt Freihandelsabkommen ab.

Andere werden die Lücken füllen, welche die Vereinigten Staaten mit ihrem Rückzug in die Isolation hinterlassen - China, Indien, aber auch ein erstarkendes, enger zusammenrückendes Europa. Amerikas Soft Power wird kleiner werden.

Ist es zu früh, ein Ende amerikanischer Dominanz zu prognostizieren oder erleben wir tatsächlich gerade das Ende einer Ära? Wird das 21. Jahrhundert ein europäisches Jahrhundert, ein chinesisches Jahrhundert?
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Platon
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Platon » Do 1. Jun 2017, 22:31

Man sollte mal abwarten ob am Ende wirklich eine Isolation der USA oder eher von Trump das Ergebnis ist.
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Quatschki
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Quatschki » Do 1. Jun 2017, 22:49

Die Amerikaner dominieren nach wie vor alles, was mit Netzwerken, Betriebssystemen und GPS zu tun hat. Irgendwie sitzen sie da schon noch am Stecker, auch wenn sie es sich nicht leisten können, ihn herauszuziehen.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Senexx
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Senexx » Do 1. Jun 2017, 23:06

Hyde hat geschrieben:(01 Jun 2017, 23:21)

Mit dem Kriegseintritt 1917 beendeten die USA ihre außenpolitische Phase des Isolationismus und läuteten das amerikanische Jahrhundert ein.
Genau 100 Jahre später, im Jahr 2017, isoliert Trump die USA erneut mehr und mehr auf der Weltbühne, steigt aus dem Klimaabkommen aus, macht mobil gegen die NATO, verstört transatlantische Partner, lehnt Freihandelsabkommen ab.

Andere werden die Lücken füllen, welche die Vereinigten Staaten mit ihrem Rückzug in die Isolation hinterlassen - China, Indien, aber auch ein erstarkendes, enger zusammenrückendes Europa. Amerikas Soft Power wird kleiner werden.

Ist es zu früh, ein Ende amerikanischer Dominanz zu prognostizieren oder erleben wir tatsächlich gerade das Ende einer Ära? Wird das 21. Jahrhundert ein europäisches Jahrhundert, ein chinesisches Jahrhundert?


Ja. Nein, nein.
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SirToby
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon SirToby » Fr 2. Jun 2017, 04:43

Dieses ganze Thema ist lächerlich.

Trump ist faschistischer Rüpel, aber der Umgang mit dem Thema ist einfach nur grotesk, gerade von Seiten der Politiker und Medien.

Katja kipping hat Trump gerade zum Menschheitsfeind erkoren, er hätte dem Planeten eine Kriegserklärung gemacht.

Ich weiß nicht auf welchem Planeten kipping lebt, es kann nicht die Erde sein.

Kipping steht stellvertretend für andere Politiker, von denen ich in den letzten jahren. Leider nichts zu diesen Themen gehört habe;

Putin marschiert hobbymässig in seine Nachbarnländer ein
Kimjong un knechtet sein eigenes volk
Assad setzt Giftgas ein
Iran exekutiert massenhaft homosexuelle und Regimekritiker.
im Namen des islam werden jedes Jahr tausende abgeschlachtet.

Da sind einfach die Verhältnisse verrutscht.

Kleiner Nachtrag:
Die USA haben in den letzten 6 Jahren ihre Treibhausgase um 20% reduziert. Eine Leistung, die bisher nur wenige andere Nationen geschafft haben.
Daniel Patrick Moynihan: "Sie haben ein Recht auf ihre eigene Meinung! Sie haben kein Recht auf ihre eigenen Fakten!"
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon ebi80 » Fr 2. Jun 2017, 04:56

Naja, jetzt schon vom Ende aller Beziehungen der USA zu sprechen, wäre etwas verfrüht. Trump ist bald (spätestens nächsten Wahlen) wieder weg. Erstmal abwarten wer danach kommt. Da Orangeboy hauptsächlich nur per Dekret regiert, ist es ein leichtes seinen Mist wieder auf zu räumen. Nur hat der nächste genau so ne Mamutaufgabe wie Obama, den Müll des Vorgängers zu bereinigen. Hoffentlich bleibt noch ein bisschen USA nach Orangepfosten übrig.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Ger9374 » Fr 2. Jun 2017, 05:44

Trump führt eine Neubewertung des Verhältnisses der USA zu anderen Staaten und Organisationen durch. Auf Basis seines Denkens als Wirtschaftsboss. Das kann nur zu Differenzen
in der Politik mit anderen Staaten führen.
Diese scheinbare Isolation ist ein Nebenprodukt.
Die Welt braucht die USA als Gegengewicht zu China, Russland. Der Global Player wird bleiben,vielleicht etwas anders als gewohnt, aber er bleibt.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon H2O » Fr 2. Jun 2017, 06:02

Ger9374 hat geschrieben:(02 Jun 2017, 06:44)

Trump führt eine Neubewertung des Verhältnisses der USA zu anderen Staaten und Organisationen durch. Auf Basis seines Denkens als Wirtschaftsboss. Das kann nur zu Differenzen
in der Politik mit anderen Staaten führen.
Diese scheinbare Isolation ist ein Nebenprodukt.
Die Welt braucht die USA als Gegengewicht zu China, Russland. Der Global Player wird bleiben,vielleicht etwas anders als gewohnt, aber er bleibt.


Wir Europäer sollten uns anstrengen, die entstehenden Lücken aus zu füllen. Das wäre im besten Interesse Europas und Nordamerikas.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Europa2050 » Fr 2. Jun 2017, 06:56

ebi80 hat geschrieben:(02 Jun 2017, 05:56)

Naja, jetzt schon vom Ende aller Beziehungen der USA zu sprechen, wäre etwas verfrüht. Trump ist bald (spätestens nächsten Wahlen) wieder weg. Erstmal abwarten wer danach kommt. Da Orangeboy hauptsächlich nur per Dekret regiert, ist es ein leichtes seinen Mist wieder auf zu räumen. Nur hat der nächste genau so ne Mamutaufgabe wie Obama, den Müll des Vorgängers zu bereinigen. Hoffentlich bleibt noch ein bisschen USA nach Orangepfosten übrig.


Der Nachfolger (die Arme S...) wird aber da anfangen müssen, wo Wilson vor 100 Jahren angefangen hat. In Euroasien hat die USA, wenn Trump so weitermacht gar keinen Stand mehr:

- Europa hat sich in vier Jahren unter Schmerzen und Kosten geeinigt, ertüchtigt, zu einer gemeinsamen Außenpolitik zusammengefunden (außer UK natürlich)

- Arabien ist an die russisch-iranisch-syrische Achse verloren (SA und in geringerem Umfang TR halte ich für ein aufgeblasenes Nichts ohne wirklich power)
- Ostasien wird Stück für Stück chinesisches Machtgebiet, die Chinesen stellen sich aktuell geschickt als moderater und verlässlicher Partner dar (siehe Klimaschutzabkommen, da ist die Entscheidung von gestern für Chinas Renommee ja wie ein Sechser im Lotto)

In der Schule wär Trump für diese Aussenpolitik glatt durchgefallen, beim einfachen Amerikaner findet er dafür aber eher Gefallen.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 2. Jun 2017, 07:19

Trump ist letztendlich nur ein Symptom. Schon unter Bush Junior war diese Entwicklung abzusehen. Unter Obama wurde sie offenbarer. Dadurch, daß der TV-Star Trump versucht richtig stroong aufzutreten wird es etwas kaschiert. Nur, er ist noch hilfloser, als der oft gescholtener Obama. Denn alles was Trump macht, ist Rückzug. Kündigung ist auch nichts anderes. Aktuell das Klimaabkommen. Schutzmauern.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Europa2050 » Fr 2. Jun 2017, 07:30

King Kong 2006 hat geschrieben:(02 Jun 2017, 08:19)

Trump ist letztendlich nur ein Symptom. Schon unter Bush Junior war diese Entwicklung abzusehen. Unter Obama wurde sie offenbarer. Dadurch, daß der TV-Star Trump versucht richtig stroong aufzutreten wird es etwas kaschiert. Nur, er ist noch hilfloser, als der oft gescholtener Obama. Denn alles was Trump macht, ist Rückzug. Kündigung ist auch nichts anderes. Aktuell das Klimaabkommen. Schutzmauern.


Der unterschied ist nur, dass Obama die nicht mehr stemmbare US-Hegemonie in ein System kollektiver Kooperation überführen wollte, während Trump wohl eher ein "macht doch was ihr wollt, aber ohne uns" vorschwebt.

Wozu wird eigentlich bei Verabschiedung von der Weltbühne eine Steigerung des Militäraufwandes benötigt (in den USA)?
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 2. Jun 2017, 07:37

Europa2050 hat geschrieben:(02 Jun 2017, 08:30)

Der unterschied ist nur, dass Obama die nicht mehr stemmbare US-Hegemonie in ein System kollektiver Kooperation überführen wollte, während Trump wohl eher ein "macht doch was ihr wollt, aber ohne uns" vorschwebt.

Wozu wird eigentlich bei Verabschiedung von der Weltbühne eine Steigerung des Militäraufwandes benötigt (in den USA)?


Das erhält und fördert sicherlich Arbeitsplätze. Der israelische Militärhistoriker van Crefeld hatte mit dem Pentagon zu tun. Er beschreibt, wie dort gewaltige Rüstungsprojekte erteilt werden. Es geht um Geld. Auch für Senatoren und Kongressabgeordnete, die in ihren Heimatstaaten in den USA gewissen Verpflichtungen und Lobbyarbeit für die Rüstungsfirmen symbiotisch betreiben.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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relativ
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon relativ » Fr 2. Jun 2017, 07:55

SirToby hat geschrieben:(02 Jun 2017, 05:43)

Dieses ganze Thema ist lächerlich.
Nein ist es nicht. Denn solche Alleingänge setzen Prozesse in Gang und dies kann für niemanden, schon gar nicht für die USA positiv sein.

Trump ist faschistischer Rüpel, aber der Umgang mit dem Thema ist einfach nur grotesk, gerade von Seiten der Politiker und Medien.
Du meinst man sollte Trump Führungsstil totschweigen?

Katja kipping hat Trump gerade zum Menschheitsfeind erkoren, er hätte dem Planeten eine Kriegserklärung gemacht.
Naja nicht übertreiben, gilt nicht nur für Kipping. Nur ist sie auch nicht die Einzige, auch ein ehemaliger Minister der USA Summers, ist alles andere als erbaut von Trumps Entscheidung http://money.cnn.com/video/news/2017/06 ... index.html Ab min. 2.30 mal genau hinhören.

Ich weiß nicht auf welchem Planeten kipping lebt, es kann nicht die Erde sein.
Na hoffentlich lebst du noch lange auf diesen.

Kipping steht stellvertretend für andere Politiker, von denen ich in den letzten jahren. Leider nichts zu diesen Themen gehört habe;

Putin marschiert hobbymässig in seine Nachbarnländer ein
Kimjong un knechtet sein eigenes volk
Assad setzt Giftgas ein
Iran exekutiert massenhaft homosexuelle und Regimekritiker.
im Namen des islam werden jedes Jahr tausende abgeschlachtet.

Da sind einfach die Verhältnisse verrutscht.
Ah ist das so? Naja Kipping ist natürlich jetzt die Vorzeigepolitikerin die man in diesem Zusammenhang hernehmen muss. :s
Kleiner Nachtrag:
Die USA haben in den letzten 6 Jahren ihre Treibhausgase um 20% reduziert. Eine Leistung, die bisher nur wenige andere Nationen geschafft haben.
....und trotzdem immitieren sie noch immer den 2. größsten globalen Treibhausgasausstoß.
Zuletzt geändert von relativ am Fr 2. Jun 2017, 08:15, insgesamt 1-mal geändert.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Adam Smith » Fr 2. Jun 2017, 07:58

King Kong 2006 hat geschrieben:(02 Jun 2017, 08:37)

Das erhält und fördert sicherlich Arbeitsplätze. Der israelische Militärhistoriker van Crefeld hatte mit dem Pentagon zu tun. Er beschreibt, wie dort gewaltige Rüstungsprojekte erteilt werden. Es geht um Geld. Auch für Senatoren und Kongressabgeordnete, die in ihren Heimatstaaten in den USA gewissen Verpflichtungen und Lobbyarbeit für die Rüstungsfirmen symbiotisch betreiben.

Dazu braucht man einfach nur mal nach den grössten Rüstungskonzernen der Welt googeln. Unter den 10 grössten Firmen befinden sich 7 aus den USA.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 2. Jun 2017, 08:10

SirToby hat geschrieben:(02 Jun 2017, 05:43)

Dieses ganze Thema ist lächerlich.

Trump ist faschistischer Rüpel, aber der Umgang mit dem Thema ist einfach nur grotesk, gerade von Seiten der Politiker und Medien.

Katja kipping hat Trump gerade zum Menschheitsfeind erkoren, er hätte dem Planeten eine Kriegserklärung gemacht.

Ich weiß nicht auf welchem Planeten kipping lebt, es kann nicht die Erde sein.

Kipping steht stellvertretend für andere Politiker, von denen ich in den letzten jahren. Leider nichts zu diesen Themen gehört habe;

Putin marschiert hobbymässig in seine Nachbarnländer ein
Kimjong un knechtet sein eigenes volk
Assad setzt Giftgas ein
Iran exekutiert massenhaft homosexuelle und Regimekritiker.
im Namen des islam werden jedes Jahr tausende abgeschlachtet.

Da sind einfach die Verhältnisse verrutscht.

Kleiner Nachtrag:
Die USA haben in den letzten 6 Jahren ihre Treibhausgase um 20% reduziert. Eine Leistung, die bisher nur wenige andere Nationen geschafft haben.


Ich denke mal, der Eingangsbeitrag war gar nicht als politmoralischer Vorwurf gedacht, gegenüber den man die USA verteidigen müsste. Bzw. gegenüber den man schlimmere politische Verhältnisse ins Feld führen müsste. Es geht doch eher um Isolationismus vs internationaler Zusammenarbeit.

Die Dominanz der USA in Richtung IT-Standards ist tatsächlich so erdrückend, dass da eine Konkurrenz kaum in Sicht ist. Das läuft eher auf einen inneramerikanischen Konflikt Trump-Regierung gegen die notwendigerweise internationalistischen Unterehmen insbesondere der IT-Branche hinaus.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon elmore » Fr 2. Jun 2017, 09:25

Der zwischenzeitlich verstorbene politische Journalist und Autor Scholl-Latour (u.a. Tod im Reisfeld)
wurde lange Zeit verlacht, als er schon vor Jahren monierte, dass der Tag kommen werde, an dem
die USA die Lust und auch das Interesse an Europa verlieren werden und die bis dahin gegebenen
Sicherheitsgarantien Schall und Rauch sind. Weil die USA andere, vornehmlich ihre eigenen
Interessen verfolgen würden.

Er empfahl dringend die Aufrüstung Deutschlands und im Kontext eines einigen Europas
zu einer - im Sinne von militärischer Abschreckung - ernstzunehmenden Verteidigungsmacht.
Irgendwann werde der Tag kommen, wo sich das Land, besser Europa selbst wirkungsvoll
schützen und verteidigen muss, weil die USA die bestehende Nachkriegssicherheitsarchitektur
und ihre militärische Schutzgarantie als vergangen und gegen US-Interessen gerichtet ansehen.
"Fuck the EU" war ja schon mal im Schwange, jenseits des Atlantiks.

Seit Trump verstärkt sich diese Tendenz und man wird nicht umhin können,
zu erkennen, dass Trump längst den Wirtschaftskrieg der USA, ganz besonders gegen
das sicherheitspolitisch schwache Europa ausgerufen hat. Im Grunde muss man konstatieren,
dass unter Trump die Gegner der USA nicht mehr etwa in Rußland, oder in Asien - ausser Nordkorea -
zu suchen sind, sondern im Westen. Vorzugsweise der EU und natürlich Deutschland,
als dominierender Wirtschaftsmacht innerhalb dieses multinationalen Interessenbündnisses Europa.

Die Abwendung bzw. die Verlagerung der US-Interessen weg von Europa hin nach Asien, dem pazifischen
Raum zeichnete sich schon länger ab, auch die bereits nach 9/11 isolierenden Alleingänge und G.W.Bush
verschwanden unter seinem Nachfolger Obama nicht wirklich. Wenngleich er um Partnerschaft und
Konsens des Westens bemüht war, waren die Ziele und die Umorientierung seiner Politik
unverkennbar in Richtung Asien und Pazifischen Raum als wichtigere Bereiche der US-Politik
gerichtet, um die dortige Vormachtstellung und Sicherung der US-Interessen zu festigen
bzw. nicht zu verlieren.

Dass Trump letztlich den gesamten internationalen Sicherheitskonsens der Nachkriegsordnung
nach WWII, der über lange Jahrzehnte mühselig und mit viel Aufwand aufgebaut wurde,
nun mit seinem politischen Proletenhintern einreißt, teils politisch und ahnungslos dumm
wie ein Sack Bohnenstroh, dafür egomanisch selbstüberzeugt wie die weiland
so kotzig in den Sechziger Jahren als Geld- und Benimmrüpel auftretenden
Öl-Neureichen aus Texas mit dicker Zigarre, breiten Grinsen und "Europe?" …
"Okay, let's buy it!"

Trump bekommt auch im eigenen Land politischen Gegenwind. Sicher. Und er
repräsentiert ganz sicher nicht die USA, sondern nur einen Teil davon.
Aber genauso wie G.W.Bush wird er politischen Scherben und Verwerfungen
hinterlassen, der Folgen jahrzehntelang Auswirkungen für die ganze Welt,
und im Falle Trumps, besonders für Europa haben werden. Nicht unbedingt
positive.

Er wird irgendwann wieder Geschichte sein, wie jener G.W.Bush,
der, bevor er Präsident wurde, als texanischer Häuptling, auf die Frage,
ob ihm der Begriff "Taliban" etwas sage, antwortete:"Wo liegt das?"

Es wird nicht einfach werden, mit einem Land USA, dass im Grunde
dem verbündeten Westen den (Wirtschafts-) Krieg erklärte und
wie Trump, vor allem diesen Gegner bekämpft. Egal, ob mit Ausstieg
aus dem Klimaabkommen oder mit Wirtschaftsprotektionismus oder
der Taktik, Europa via Nato in eine neue Rüstungsspirale zu zwingen,
die natürlich auch zivile Mittel bindet und die Staaten belastet.
Mittel, die ansonsten für eine gute wirtschaftliche Weiterentwicklung
eingesetzt werden könnten.

Fakt ist: Die Weltleitwährung USD ist dominierend.
Der Status als mit Abstand mächtigste militärische Macht ebenso.
Und als aktuell reichste und größte Volkswirtschaft und ihrem weltweit dominanten
Finanzsektor auch eine Nummer, an der niemand vorbei kann bzw. deren
Einfluß man einfach ignorieren könne.

Man wird sich arrangieren müssen unter anderen Prämissen, die nicht mehr von
enger und wertegleicher Partnerschaft auf Augenhöhe ausgehen können,
sondern mehr nach dem Prinzip "friedlicher Koexistenz" mit den USA funktionieren.
Als Freund und Verbündeter des Westens fällt die Supermacht immer mehr aus.
Sie mag nicht mehr und fühlt sich nur noch benachteiligt und ausgebremst.
So, zumindest der politische Vollhorst Trump.

Dass die vergangene Aussen- und Sicherheitspolitik der USA immer auch
von höchst eigensüchtigen nationalen Interessen und Vorteilen geleitet
und motiviert war und dem Land damit auch seinen Wohlstand und seine
wirtschaftliche Dominanz sicherte, vergißt dieser blondierte Ökonomierevanchist
und "pussy grabber" natürlich. Sofern ihm das je klar war oder wird …

Aber er ist US-Präsident. Und wird es m.M.n. auch bleiben.
Das Impeachment ist unrealistisch. Ich glaube nicht daran...
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Senexx » Fr 2. Jun 2017, 10:00

Wieder mal ein Hysteriker.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon relativ » Fr 2. Jun 2017, 10:08

Senexx hat geschrieben:(02 Jun 2017, 11:00)

Wieder mal ein Hysteriker.

Du meinst man sollte nur beim Flüchtlings und Migrantenthema hysterisch reagieren dürfen?

Mal im Ernst vieles was elmore da schreibt ist eben völlig richtig analysiert. Auch in der globalisierten Welt laufen empfindliche Prozesse ab, die immer auch etwas im Gang setzen, sei es die Meinung der Menschen , oder sogar die Veränderung der politischen Verhältnisse. Wer sich wie Trump wie ein Elefant im Porzellanladen aufführt beschleunigt solche Prozesse.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon Senexx » Fr 2. Jun 2017, 10:11

relativ hat geschrieben:(02 Jun 2017, 11:08)

Du meinst man sollte nur beim Flüchtlings und Migrantenthema hysterisch reagieren dürfen?

Mal im Ernst vieles was elmore da schreibt ist eben völlig richtig analysiert. Auch in der globalisierten Welt laufen empfindliche Prozesse ab, die immer auch etwas im Gang setzen, sei es die Meinung der Menschen , oder sogar die Veränderung der politischen Verhältnisse. Wer sich wie Trump wie ein Elefant im Porzellanladen aufführt beschleunigt solche Prozesse.


Es ist keine Analyse, sondern hysterische Schwarzmalerei.

Auch weiterhin gibt es die Nato. Und hier bestehen wechselseitige Verpflichtungen. Nur mal so als Beispiel.
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Re: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts

Beitragvon yogi61 » Fr 2. Jun 2017, 10:20

Wir sollten den USA ewig dankbar sein, dass sie uns befreit haben. Kritik ist da nicht angebracht und deswegen gibt es die Springer Richtlinien, das ist auch gut so.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek

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