Donald Trump als Präsident und Person

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Welfenprinz
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon Welfenprinz » Mo 20. Feb 2017, 09:44

JJazzGold hat geschrieben:(20 Feb 2017, 08:18)


Inzwischen gehe ich davon aus, dass Trump an BPS leidet.

[/color]


Schreibfehler?
BSE?
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 20. Feb 2017, 09:52

Borderline-Persönlichkeits-Störung oder Bovine Spongiforme Enzephalopathie? Wenn überhaupt, tippe ich eher auf ersteres. Aber noch sind die USA eine Demokratie und politische Entwicklungen sind dann immer auch in irgendeiner Art und Weise Ausdruck für gesamtgesellschaftliche Veränderungen.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon JJazzGold » Mo 20. Feb 2017, 10:18

Welfenprinz hat geschrieben:(20 Feb 2017, 09:44)

Schreibfehler?
BSE?


Nein, ich meinte tatsächlich BPS.

Bei der Borderline-Störung handelt es sich um eine Persönlichkeitsstörung, die durch Impulsivität und Instabilität von Emotionen und Stimmung, der Identität sowie zwischenmenschlichen Beziehungen charakterisiert ist. Es handelt sich um ein schwerwiegendes psychiatrisches Krankheitsbild, das auch als emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs bezeichnet wird.

Findet sich alles bei Trump.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon JJazzGold » Mo 20. Feb 2017, 10:20

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 Feb 2017, 09:52)

Borderline-Persönlichkeits-Störung oder Bovine Spongiforme Enzephalopathie? Wenn überhaupt, tippe ich eher auf ersteres. Aber noch sind die USA eine Demokratie und politische Entwicklungen sind dann immer auch in irgendeiner Art und Weise Ausdruck für gesamtgesellschaftliche Veränderungen.


Ersteres. Meines Eachtens wird es Trump nicht gelingen, die USA auf einen Weg abseits der Demokratie zu führen. Ich hoffe, dass man ihn soweit ruhig stellt, dass er als unbedeutend in die Geschichte eingehen wird.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 20. Feb 2017, 10:32

JJazzGold hat geschrieben:(20 Feb 2017, 10:20)


Ersteres. Meines Eachtens wird es Trump nicht gelingen, die USA auf einen Weg abseits der Demokratie zu führen. Ich hoffe, dass man ihn soweit ruhig stellt, dass er als unbedeutend in die Geschichte eingehen wird.

Ja. Aber der Punkt ist, dass man nicht nur ihn "ruhigzustellen" hätte sondern auch eine ganze Menge seiner Wähler. Von denen sicher nur ein kleiner Teil für BPS in Frage kommt.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon JJazzGold » Mo 20. Feb 2017, 10:42

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 Feb 2017, 10:32)

Ja. Aber der Punkt ist, dass man nicht nur ihn "ruhigzustellen" hätte sondern auch eine ganze Menge seiner Wähler. Von denen sicher nur ein kleiner Teil für BPS in Frage kommt.


Das ist momentan in der Tat noch ein Problem. Bis die Erkenntnis einsickert, dass der von Trump zugesagte Arbeitsplatz doch nicht alle Trump Wähler erreicht und dass die Mauer vom US Steuerzahler finanziert wird und nicht von Mexiko, dürfte noch einige Zeit vergehen. Erste Erkenntnisse lassen sich wahrscheinlich an der Kongresswahl 2018 ablesen.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon CaptainJack » Mo 20. Feb 2017, 10:51

JJazzGold hat geschrieben:(20 Feb 2017, 08:18)

“Seht, was letzte Nacht in Schweden passiert ist.“ ?

Inzwischen gehe ich davon aus, dass Trump an BPS leidet.

Mag sein, dass er das widersprüchlich formuliert hat (er hat es aber richtig gestellt) .... aber dass es in den Großstädten in Schweden oft drunter und drüber geht, dürfte ja inzwischen bekannt (weniger in Deutschland natürlich, da kaum darüber berichtet wird) ... was weniger etwas mit der einheimischen Bevölkerung zu tun hat.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 20. Feb 2017, 11:00

CaptainJack hat geschrieben:(20 Feb 2017, 10:51)

Mag sein, dass er das widersprüchlich formuliert hat...

das glaube ich keine sekunde. die überzeugung und empörung spricht buchbänder. typisch eine alternative erklärung.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon JJazzGold » Mo 20. Feb 2017, 11:02

CaptainJack hat geschrieben:(20 Feb 2017, 10:51)

Mag sein, dass er das widersprüchlich formuliert hat (er hat es aber richtig gestellt) .... aber dass es in den Großstädten in Schweden oft drunter und drüber geht, dürfte ja inzwischen bekannt (weniger in Deutschland natürlich, da kaum darüber berichtet wird) ... was weniger etwas mit der einheimischen Bevölkerung zu tun hat.


Gestern Abend soll in Schweden der Tat einem Kind eine Bratwurst ins Grillfeuer gefallen sein.

http://www.rp-online.de/politik/ausland ... -1.6618757
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon CaptainJack » Mo 20. Feb 2017, 11:09

Nomen Nescio hat geschrieben:(20 Feb 2017, 11:00)

das glaube ich keine sekunde. die überzeugung und empörung spricht buchbänder. typisch eine alternative erklärung.
Ich finde es nicht schlecht, dass er dadurch indirekt auf die Zustände in Schwedens Großstädten aufmerksam gemacht hat.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 20. Feb 2017, 11:13

CaptainJack hat geschrieben:(20 Feb 2017, 10:51)

Mag sein, dass er das widersprüchlich formuliert hat (er hat es aber richtig gestellt) .... aber dass es in den Großstädten in Schweden oft drunter und drüber geht, dürfte ja inzwischen bekannt (weniger in Deutschland natürlich, da kaum darüber berichtet wird) ... was weniger etwas mit der einheimischen Bevölkerung zu tun hat.

Schweden liegt direkt in unserer Nachbarschaft. Ständig fahren Leute dorthin. Ob und was dort "drunter und drüber geht", dürfte sich ziemlich schnell und nachhaltig auch in Deutschland herumsprechen.

Der Vorfall selbst ist jetzt eher unbedeutsam ... und es gibt auch keinen Anlass zu der Befürchtung, dass die USA irgendeinen Anlass für irgendeine Auseinandersetzung mit irgendeinem europäischen Land suchen. Und dennoch musste ich unwillkürlich an den sogenannten Tonkin-Zwischenfall 1964 denken, eine dreiste Lüge über angebliche Schnellbootangriffe, die den Anfang des jahrelangen Vietnam-Kriegs bildete.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon Europa2050 » Mo 20. Feb 2017, 11:17

CaptainJack hat geschrieben:(20 Feb 2017, 11:09)

Ich finde es nicht schlecht, dass er dadurch indirekt auf die Zustände in Schwedens Großstädten aufmerksam gemacht hat.


Ja, es wäre schon schlimm, wenn die schmucken und total friedlichen US-Städte so heruntergekommen wären wie Stockholm oder Visby oder ...
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 20. Feb 2017, 11:24

CaptainJack hat geschrieben:(20 Feb 2017, 11:09)

Ich finde es nicht schlecht, dass er dadurch indirekt auf die Zustände in Schwedens Großstädten aufmerksam gemacht hat.

einverstanden. das war aber nicht sein ziel. denn dann könnte er genügend beispiele aus seinem eigenen lande geben. es gibt da genügend »slums«.

trump quengelt die ganze zeit über fakenews. und doch, wenn es ihm in den kram paßt, wird das sofort ausgespielt.
In einer Dokumentation hatte Horowitz berichtet, Schweden erlebe seit seiner Aufnahme von Hunderttausenden Einwanderern in den vergangenen Jahren eine Welle von Gewaltverbrechen.
Experten in Schweden sehen Horowitz' These als haltlos. Die in dem Fox-News-Clip gemachten Behauptungen seien Falschnachrichten, sagte der Terrorismusforscher Magnus Ranstorp von der Swedish Defence University bei Twitter.

N.B. falschnachrichten = fakenews :D
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon CaptainJack » Mo 20. Feb 2017, 12:16

Nomen Nescio hat geschrieben:(20 Feb 2017, 11:24)

einverstanden. das war aber nicht sein ziel. denn dann könnte er genügend beispiele aus seinem eigenen lande geben. es gibt da genügend »slums«.

trump quengelt die ganze zeit über fakenews. und doch, wenn es ihm in den kram paßt, wird das sofort ausgespielt.

N.B. falschnachrichten = fakenews :D

Informier dich! Dann weißt du, dass die Aussage: "fake news" fake News ist! ;)
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon Kaorukun » Di 21. Feb 2017, 00:10

JJazzGold hat geschrieben:(20 Feb 2017, 11:02)
Gestern Abend soll in Schweden der Tat einem Kind eine Bratwurst ins Grillfeuer gefallen sein.
http://www.rp-online.de/politik/ausland ... -1.6618757


Und heute sind Unruhen in Stockholm-Rinkeby ausgebrochen (Nachrichten z.Z nur auf schwedisch/norwegisch):
http://www.aftonbladet.se/nyheter/a/Lz5 ... -i-rinkeby
http://www.vg.no/nyheter/utenriks/polit ... /23930399/

Wahrscheinlich hat Trump gestern und morgen verwechselt...
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon elmore » Di 21. Feb 2017, 01:03

JJazzGold hat geschrieben:(20 Feb 2017, 10:18)

Nein, ich meinte tatsächlich BPS.

Bei der Borderline-Störung handelt es sich um eine Persönlichkeitsstörung, die durch Impulsivität und Instabilität von Emotionen und Stimmung, der Identität sowie zwischenmenschlichen Beziehungen charakterisiert ist. Es handelt sich um ein schwerwiegendes psychiatrisches Krankheitsbild, das auch als emotional instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs bezeichnet wird.

Findet sich alles bei Trump.


In den USA scheint ein massiver Streit zwischen Wissenschaftlern der Disziplinen Pychiatrie/Psychologie/Soziologie
entbrannt zu sein, was die Perönlichkeit des Präsidenten Trump angeht und wieweit er gesund und normal oder doch eher
schwere Erkrankungen bzw. eine gestörte Persönlichkeit hätte … und wenn das so wäre, inwieweit das vernachlässigbar wäre,
weil es Millionen solcher kranken Menschen gäbe, die aber zeitlebens harmlos seien und man sie aufgrund ihrer
Erkrankung deshalb nicht automatisch als gefährlich und bedrohlich stigmatisieren dürfe.

An diesem Argument ist was dran. Es wäre fatal, so mit einem kranken Menschen umzugehen, der sich das ja nicht aussuchte
und möglicherweise mit einer lebenslangen Erkrankung, die sich gar nicht vollständig ausheilen lässt, klarkommen muss.


Hierzu ein Artikel aus der FAZ-net:

Zitat-Auszüge aus dem Artikel in faz-net:
Kritik an Ferndiagnosen
Darf man Trump als psychisch krank bezeichnen?
Unter Medizinern ist ein heftiger Streit ausgebrochen. Während Dutzende in einem offenen Brief
die psychische Gesundheit von Donald Trump in Frage stellen, warnen andere vor der Diskriminierung Kranker.

„Absolut verrückt“, „wild“, „verstörend“: Nach der jüngsten Pressekonferenz von Donald Trump am Donnerstagabend
waren die Kommentatoren fassungslos. Mit politischen Analysen war dieser Auftritt nicht mehr zu erfassen,
also riefen Journalisten nach medizinischem Beistand: „Einen Arzt, bitte!“, hieß es auf „Spiegel Online“,
die „New York Times“ fragte: „Ist es Zeit, ihn für psychisch krank zu erklären?“



„Es schadet Menschen, die Hilfe brauchen“
Frances hält die Ethik-Regel nach wie vor für wichtig, und er ist nicht irgendein Arzt. Er hatte den Vorsitz der Arbeitsgruppe inne,
die in den neunziger Jahren den als „Bibel der Seelenheilkunde“ bezeichneten Katalog für psychiatrische Störungen (DSM)
der größten Psychiater-Vereinigung Amerikas geschrieben hat. Und er sagt: „Die meisten Amateurdiagnostiker wollen
bei Trump eine narzisstische Persönlichkeitsstörung erkannt haben. Ich habe die Kriterien geschrieben,
die für so eine Diagnose zutreffen müssen, und: Herr Trump erfüllt sie nicht.“


Zitat-Ende
---------------

Insofern ist es durchaus interessant, wie die Einschätzungen/Wahrnehmungen bezüglich der Persönlichkeit des Präsidenten Trump
doch differieren.

Nimmt man Allen Frances' Beurteilung von Donald Trump, der diesen Mann als völlig zu unrecht, weil unzutreffend mit
dem Stigma der narzisstischen Persönlichkeitsstörung behaftet dargestellt sieht, wirft das Fragen auf. Bezüglich dessen offenkundig begründeter wissenschaftlicher
Prüfung könnte man durchaus auch darüber nachdenken, ob Trump bei seinen Anti-Pressenäusserungen
nicht auch hin- und wieder recht hat = das Argument, man würde journalistischerseits offenkundige Unwahrheiten oder Unzutreffendes
aufgreifen und mindestens kritiklos in der Öffentlichkeit verbreiten. Unwahrheiten zu Wahrheiten erklären.

Allen Frances ist sicher nicht irgendwer innerhalb der Amerikanischen Psychiatrie, die auch weltweit wissenschaftliche
Bedeutung und Gewicht haben dürfte.

Tja, was nun? - Ist es nicht gefährlich und unzulässig, Mr. Trump als BSP- oder Borderline-Erkrankten darzustellen?
Ich weiss natürlich nicht, aufgrund welcher Kompetenzgrundlage das geschah bzw. als Ergebnis der Beurteilung zustande kam.
Vielleicht sind diejenigen User/-innen(?) selbst ausgebildete Wissenschaftler/-innen der Psychiatrie/Forensik/Psychotherapeuten o.ä.

Aber selbst dann ist es doch riskant und nicht sehr "seriös, wie der Artikel der FAZ anklingen lässt, mit Ferndiagnosen
jemanden den "forensischen Patientenhut" auf's Haupt zu setzen. Nur weil er es schaffte, Präsident der USA zu werden.

Da fällt mir ein, dass wir in den Achtzigerjahren einen Bundesinnenminister! hatten, der bei einem Gerichtsprozess
einer Verurteilung wg. nachgewiesenen Meineids nur dadurch entging, weil man ihn für die Zeit seiner erwiesenen Meineidstat vor Gericht,
nachträglich mit psychiatrischen Gutachten für unzurechnungsfähig und damit nicht schuldfähig erklärte.

Einige Zeit später wurde er dann wieder ganz "normal" und schließlich sogar Bundesinnenminister. Ein durchaus sensibles
Ministerium. Immerhin bekam er deshalb den politischen Spitznamen "Old Schwurhand". Aber zurücktreten musste er
von diesem Amt mitnichten.

Das, so kann man annehmen, wird auch bei Donald Trump eher ein frommer Wunsch bleiben, der jene kritischen
Fachwissenschaftler zwar ehrt. Aber besonders in Geisteswissenschaften oder auch anderen gibt es immer
einen Experten, dem dann das Gutachten eines anderen dagegengestellt wird und am Ende kommt nichts dabei raus,
ausser dass Experten damit beschäftigt sind. Die Kuh ist meist nicht vom Eis…
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon King Kong 2006 » Di 21. Feb 2017, 08:12

L.Ron Hubbard, der ja mehrere Science Fiction Romane geschrieben hat und Erfinder von Scientology ist, stand schon mit der Psychiatrie auf Kriegsfuß. Tja, warum wohl?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon JJazzGold » Di 21. Feb 2017, 09:21

elmore hat geschrieben:(21 Feb 2017, 01:03)

In den USA scheint ein massiver Streit zwischen Wissenschaftlern der Disziplinen Pychiatrie/Psychologie/Soziologie
entbrannt zu sein, was die Perönlichkeit des Präsidenten Trump angeht und wieweit er gesund und normal oder doch eher
schwere Erkrankungen bzw. eine gestörte Persönlichkeit hätte … und wenn das so wäre, inwieweit das vernachlässigbar wäre,
weil es Millionen solcher kranken Menschen gäbe, die aber zeitlebens harmlos seien und man sie aufgrund ihrer
Erkrankung deshalb nicht automatisch als gefährlich und bedrohlich stigmatisieren dürfe.

An diesem Argument ist was dran. Es wäre fatal, so mit einem kranken Menschen umzugehen, der sich das ja nicht aussuchte
und möglicherweise mit einer lebenslangen Erkrankung, die sich gar nicht vollständig ausheilen lässt, klarkommen muss.


Hierzu ein Artikel aus der FAZ-net:

Zitat-Auszüge aus dem Artikel in faz-net:
Kritik an Ferndiagnosen
Darf man Trump als psychisch krank bezeichnen?
Unter Medizinern ist ein heftiger Streit ausgebrochen. Während Dutzende in einem offenen Brief
die psychische Gesundheit von Donald Trump in Frage stellen, warnen andere vor der Diskriminierung Kranker.

„Absolut verrückt“, „wild“, „verstörend“: Nach der jüngsten Pressekonferenz von Donald Trump am Donnerstagabend
waren die Kommentatoren fassungslos. Mit politischen Analysen war dieser Auftritt nicht mehr zu erfassen,
also riefen Journalisten nach medizinischem Beistand: „Einen Arzt, bitte!“, hieß es auf „Spiegel Online“,
die „New York Times“ fragte: „Ist es Zeit, ihn für psychisch krank zu erklären?“



„Es schadet Menschen, die Hilfe brauchen“
Frances hält die Ethik-Regel nach wie vor für wichtig, und er ist nicht irgendein Arzt. Er hatte den Vorsitz der Arbeitsgruppe inne,
die in den neunziger Jahren den als „Bibel der Seelenheilkunde“ bezeichneten Katalog für psychiatrische Störungen (DSM)
der größten Psychiater-Vereinigung Amerikas geschrieben hat. Und er sagt: „Die meisten Amateurdiagnostiker wollen
bei Trump eine narzisstische Persönlichkeitsstörung erkannt haben. Ich habe die Kriterien geschrieben,
die für so eine Diagnose zutreffen müssen, und: Herr Trump erfüllt sie nicht.“


Zitat-Ende
---------------

Insofern ist es durchaus interessant, wie die Einschätzungen/Wahrnehmungen bezüglich der Persönlichkeit des Präsidenten Trump
doch differieren.

Nimmt man Allen Frances' Beurteilung von Donald Trump, der diesen Mann als völlig zu unrecht, weil unzutreffend mit
dem Stigma der narzisstischen Persönlichkeitsstörung behaftet dargestellt sieht, wirft das Fragen auf. Bezüglich dessen offenkundig begründeter wissenschaftlicher
Prüfung könnte man durchaus auch darüber nachdenken, ob Trump bei seinen Anti-Pressenäusserungen
nicht auch hin- und wieder recht hat = das Argument, man würde journalistischerseits offenkundige Unwahrheiten oder Unzutreffendes
aufgreifen und mindestens kritiklos in der Öffentlichkeit verbreiten. Unwahrheiten zu Wahrheiten erklären.

Allen Frances ist sicher nicht irgendwer innerhalb der Amerikanischen Psychiatrie, die auch weltweit wissenschaftliche
Bedeutung und Gewicht haben dürfte.

Tja, was nun? - Ist es nicht gefährlich und unzulässig, Mr. Trump als BSP- oder Borderline-Erkrankten darzustellen?
Ich weiss natürlich nicht, aufgrund welcher Kompetenzgrundlage das geschah bzw. als Ergebnis der Beurteilung zustande kam.
Vielleicht sind diejenigen User/-innen(?) selbst ausgebildete Wissenschaftler/-innen der Psychiatrie/Forensik/Psychotherapeuten o.ä.

Aber selbst dann ist es doch riskant und nicht sehr "seriös, wie der Artikel der FAZ anklingen lässt, mit Ferndiagnosen
jemanden den "forensischen Patientenhut" auf's Haupt zu setzen. Nur weil er es schaffte, Präsident der USA zu werden.

Da fällt mir ein, dass wir in den Achtzigerjahren einen Bundesinnenminister! hatten, der bei einem Gerichtsprozess
einer Verurteilung wg. nachgewiesenen Meineids nur dadurch entging, weil man ihn für die Zeit seiner erwiesenen Meineidstat vor Gericht,
nachträglich mit psychiatrischen Gutachten für unzurechnungsfähig und damit nicht schuldfähig erklärte.

Einige Zeit später wurde er dann wieder ganz "normal" und schließlich sogar Bundesinnenminister. Ein durchaus sensibles
Ministerium. Immerhin bekam er deshalb den politischen Spitznamen "Old Schwurhand". Aber zurücktreten musste er
von diesem Amt mitnichten.

Das, so kann man annehmen, wird auch bei Donald Trump eher ein frommer Wunsch bleiben, der jene kritischen
Fachwissenschaftler zwar ehrt. Aber besonders in Geisteswissenschaften oder auch anderen gibt es immer
einen Experten, dem dann das Gutachten eines anderen dagegengestellt wird und am Ende kommt nichts dabei raus,
ausser dass Experten damit beschäftigt sind. Die Kuh ist meist nicht vom Eis…



Schade, bis zum markierten Satz las sich Ihr Post wie eine sachliche Trump-Öffentlichkeit-Wahrnehmung Diskussionsgrundlage. Was, wie ab der markierten Stelle erkenntlich, an dem zitierten FAZ Artikel gelegen hat.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon JJazzGold » Di 21. Feb 2017, 09:33

Kaorukun hat geschrieben:(21 Feb 2017, 00:10)

Und heute sind Unruhen in Stockholm-Rinkeby ausgebrochen (Nachrichten z.Z nur auf schwedisch/norwegisch):
http://www.aftonbladet.se/nyheter/a/Lz5 ... -i-rinkeby
http://www.vg.no/nyheter/utenriks/polit ... /23930399/

Wahrscheinlich hat Trump gestern und morgen verwechselt...


Brennende Autos oder Mülltonnen?
Ich gestehe, meine schwedischen Sprachkenntnisse erschöpfen sich in Floskeln wie, tack sa mycket för ta bloma.

Wäre Trump seiner Zeit voraus, fände ich das weitaus besorgniserregender, als hinke er der Zeit hinterher.
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Re: Donald Trump als Präsident und Person

Beitragvon Nomen Nescio » Di 21. Feb 2017, 09:42

elmore hat geschrieben:(21 Feb 2017, 01:03)

In den USA scheint ein massiver Streit zwischen Wissenschaftlern der Disziplinen Pychiatrie/Psychologie/Soziologie
entbrannt zu sein, was die Perönlichkeit des Präsidenten Trump angeht und wieweit er gesund und normal oder doch eher
schwere Erkrankungen bzw. eine gestörte Persönlichkeit hätte … und wenn das so wäre, inwieweit das vernachlässigbar wäre,
weil es Millionen solcher kranken Menschen gäbe, die aber zeitlebens harmlos seien und man sie aufgrund ihrer
Erkrankung deshalb nicht automatisch als gefährlich und bedrohlich stigmatisieren dürfe.

bei krankheiten des geistes ist diagnostizieren sehr schwer. ist ein bestimmtes benehmen noch normal oder schon anormal?
man kann ein formular ausfüllen und soundsoviel angekreuzten JA-möglichkeiten bedeuten eine bestimmte krankheit. das aber könnte betrügen, denn die beurteilung ist immer subjektiv.
laß ich es mal verdeutlichen: ein mikroskopisches bild muß beurteilt werden. ist es krankhaft oder nicht d.h. anormal oder nicht-anormal. der eine wird in einem grenzfall sagen »das ist schlimm. es gibt ja zuviel teilende zellen«. der andere sagt dazu »ich hab wohl schlimmere gesehen die nicht gefährlich waren«.

oder depression. ich habe in meinem leben viel suiziden in meinem verwandten- und bekanntenkreis erlebt. dadurch habe ich eine »depressionsnase« entwickelt. natürlich kannte ich die menschen besser als der arzt sie kannte.
so habe ich schon drei oder vier mal eine depri entdeckt, obwohl der hausarzt es anfänglich verneinte. in einem fall sogar erst nach einem jahr das diagnostizierte.

was will ich damit sagen? auch ein expert macht fehler. je mehr sachverständigen eine übereinstimmende meinung haben, je wahrscheinlicher wird es daß diese meinung korrekt ist. sicherheit aber hat man nicht.
neuerdings wurde bekannt gemacht daß bei ADHD-kranken bestimmte teile des gehirns unterentwickelt sind. da hat man endlich ein objektives kriterium. das wird bereits benützt um eine mögliche diagnos in einem frühen stadium zu entdecken.
aber auch hier gilt - denk am mikroskopischen beispiel - IST das wohl anormal ?
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