Trump im Faschismuscheck

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Trump im Faschismuscheck

Beitragvon aleph » Mo 21. Nov 2016, 12:06

Umberto Ecco hatte einmal einen Test erstellt, mit dem man ermitteln kann, ob ein Politiker zum Faschismus neigt. Hier ist der Auszug aus SPON:

"Das erste Merkmal des Urfaschismus ist der Traditionskult", beginnt Eco. Es gehe um die "ursprüngliche Wahrheit", um das Quasireligiöse faschistischer Bewegungen. Bei Trump ist das nicht besonders ausgeprägt, er kommt aus dem Immobiliengeschäft und der Reality-Show, eine philosophisch-religiöse Untermauerung spielte bislang keine große Rolle. Negativ also.

Kandidat Trump im Wahlkampf in Tampa, Florida
Picture Alliance/ Zuma Press
Kandidat Trump im Wahlkampf in Tampa, Florida
Punkt zwei ist die "Ablehnung der Moderne", des Kapitalismus, vor allem aber der Aufklärung und der Vernunft, "des Geistes von 1789", wie Eco schreibt, der Französischen Revolution also. Trump ist Kapitalist, hat politisch aber einen starken Zug zum Irrationalen, Unbeherrschten gezeigt. Hier gilt ein Unentschieden.

Eindeutig ist Punkt drei, "Misstrauen gegenüber der Welt des Intellekts". In Trumps Welt sind die meisten Intellektuellen Teil des verhassten "Establishments".

In Punkt vier geht es Eco um das geschlossene Weltbild, um totale "Übereinstimmung". Ein Weltbild, dem sich alles unterwerfen muss, ist bei Trump derzeit nicht erkennbar.

Punkt fünf: "Der Urfaschismus sucht Unterstützung, indem er die natürliche Angst vor Unterschieden ausbeutet und verschärft. Der erste Appell einer faschistischen oder vorfaschistischen Bewegung richtet sich gegen Eindringlinge. So ist der Urfaschismus qua Definition rassistisch." Das klingt, als hätte Eco über Trump, AfD, Le Pen geschrieben.

Punkt sechs: "Der Urfaschismus entstand aus individueller oder sozialer Frustration. Deshalb gehörte zu den typischen Merkmalen des historischen Faschismus der Appell an eine frustrierte Mittelklasse, eine Klasse, die unter einer ökonomischen Krise oder der Empfindung politischer Demütigung litt und sich vor dem Druck sozialer Gruppen von unten fürchtete." Besser lässt sich Trumps Appell an seine Wähler nicht beschreiben.

Nationalismus ist Ecos siebter Punkt. Trump in Reinform.

Umberto Eco hat versucht, eine Art Frühwarnsystem zu errichten - 14 Kriterien für den "Urfaschismus".

Nach der Hälfte von Ecos Katalog steht es so: Vier Kriterien sprechen für Urfaschismus, zwei nicht, einmal Unentschieden.

Punkt acht: "Die Anhänger müssen sich vom offensichtlichen Reichtum und der Macht ihrer Feinde gedemütigt fühlen." Dem jungen Eco wurde eingeimpft, dass die Engländer fünfmal am Tag essen würden, häufiger als "die armen, aber nüchternen Italiener". Auch die Juden seien unangenehm reich. Obwohl Trump als Milliardär gilt, treibt viele Anhänger die Wut gegen ein Establishment um, das sich bereichert habe.

Für den Urfaschismus, Punkt neun, ist das Leben "nur um des Kampfes willen da". Ewiger Krieg also. Das gehört eindeutig nicht zu Trumps Botschaften.

Punkt zehn: Eco sieht beim Urfaschismus ein "massenhaftes Elitebewusstsein". Wer Mitglied der Bewegung, der Partei, der Nation ist, schaut auf die jeweils anderen herab. Sicherlich verachten manche weiße Anhänger Trumps Schwarze, aber noch ist das Demütigungsgefühl stärker als das Elitebewusstsein.

"Der urfaschistische Held erwartet den Tod mit Ungeduld" - Punkt elf. Alle würden in diesem Sinne erzogen. Gilt nicht.

Für Eco "überträgt der Urfaschist seinen Willen zur Macht auf die Sexualität". Punkt zwölf. Trifft zu.

Punkt dreizehn: "Wo immer ein Politiker die Legitimität eines Parlaments in Zweifel zieht, weil es den Willen des Volkes nicht mehr zum Ausdruck bringe, riecht es nach Urfaschismus." Das ist die Grundlage des Rechtspopulismus. Die in Washington, die in Berlin, die in Paris wüssten nicht mehr, was "das Volk" wolle.

Anti-Trump-Protest in New York
Pacific Press Agency/ Imago
Anti-Trump-Protest in New York
Zu seinem letzten Punkt schreibt Eco: "Alle Nazi- oder faschistischen Schulbücher bedienten sich eines verarmten Vokabulars und einer elementaren Syntax, um die Instrumente komplexen und kritischen Denkens im Keim zu ersticken. Aber wir müssen uns auch auf andere Formen von Newspeak einstellen, selbst wenn sie in der scheinbar unschuldigen Form einer populären Talkshow daherkommen." Aus diesen Zeilen grinst einen Trump geradezu an.

Achtmal Ja, fünfmal Nein, einmal Unentschieden, das ist das Ergebnis von Ecos Faschismustest, angewandt auf Donald Trump. Eco hat nicht hinterlassen, wie die Ergebnisse zu deuten sind, nur einen Satz: Jedes einzelne Kriterium könne "zu einem Kristallisationspunkt für den Faschismus werden".


Es gibt noch einen weiteren Test, nach den Trump knapp faschistisch eingestuft wird.

Spannende Frage ist, wie immun das amerikanische nichtfaschistische System gegen einen solchen Präsidenten ist.

Meines Erachtens ist nicht die Situation in den USA das Problem, sondern die Vorbildfunktion für andere Staaten, vor allem in der dritten Welt. Denn deren politischen Systeme sind bei weitem nicht so stabil, wie das System der USA oder gar das in ewesteuropäischen Ländern.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein.
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 21. Nov 2016, 13:43

aleph hat geschrieben:(21 Nov 2016, 12:06)
Meines Erachtens ist nicht die Situation in den USA das Problem, sondern die Vorbildfunktion für andere Staaten, vor allem in der dritten Welt. Denn deren politischen Systeme sind bei weitem nicht so stabil, wie das System der USA oder gar das in ewesteuropäischen Ländern.

Bitte aufwachen. Europa, auch Westeuropa, ist politisch in einer Weise destabilisiert, wie ich es noch nicht einmal für die nächsten Trump-Jahre in den USA befürchte.
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Positiv Denkender » Mo 21. Nov 2016, 14:17

aleph hat geschrieben:(21 Nov 2016, 12:06)

Umberto Ecco hatte einmal einen Test erstellt, mit dem man ermitteln kann, ob ein Politiker zum Faschismus neigt. Hier ist der Auszug aus SPON:



Es gibt noch einen weiteren Test, nach den Trump knapp faschistisch eingestuft wird.

Spannende Frage ist, wie immun das amerikanische nichtfaschistische System gegen einen solchen Präsidenten ist.

Meines Erachtens ist nicht die Situation in den USA das Problem, sondern die Vorbildfunktion für andere Staaten, vor allem in der dritten Welt. Denn deren politischen Systeme sind bei weitem nicht so stabil, wie das System der USA oder gar das in ewesteuropäischen Ländern.

Interessant ist deine angegebene Quelle. Nur du hast vergessen auch dort wird lediglich eine Meinung geäußert . Natürlich steht es jedem selbst zu sich
Meinungen anzuschließen oder sie abzulehnen . Eine eigene Meinung wäre auch nicht schlecht . Solltest du einmal versuchen .
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Quatschki » Mo 21. Nov 2016, 14:31

Und was hilft uns das jetzt, zu wissen, dass der Islam nach Umberto Ecco urfaschistisch ist?
Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 21. Nov 2016, 14:45

Es gibt auch einen ZEIT-Artikel von Ende September, der Trump ohne wenn und aber als "zeitgemäßen Faschisten" sieht (http://www.zeit.de/2016/40/donald-trump-faschismus-us-wahl?page=2#comments) Mal abgesehen davon, dass Zeitgemäßheit und Faschismus einander ausschließen ... wie den meisten der Kommentatoren dieses Artikels ist auch mir das ein viel zu dickes Brett. In mancherlei Hinsicht sehe ich bei Trump, Erdogan und Putin Gemeinsamkeiten. Alle drei bedienen sich nationalgeschichtlicher Mythen: Aber der Appell an Osmanentum, Mütterchen Russland oder auch Mythos Amerika sind für sie lediglich taktische Winkelzüge beim Ausbau ihrer persönlichen Macht. Keiner von ihnen ist in dem Sinne ein Faschist, dass er sich selbst als Teil irgendeines völkischen Mythos sieht. Sie sind allesamt viel viel zu pragmatisch und sozusagen windige Zeitgenossen. Allein schon die aktuelle begeisterte Zustimmung Marine Le Pens für Trump auf der einen und der nach wie vor vor Gericht ausgetragene Familienzwist mit ihrem Vater - einem wirklichen Faschisten! - zeigt, dass der Faschismus-Vorwurf ins Leere zielt. Nicht, weil die Genannten Schonung verdient haben. Sondern, weil es sie nicht wirklich trifft.
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Beitragvon schokoschendrezki » Mo 21. Nov 2016, 18:38

Und dann noch ein Hinweis: In der Reihe "Hörsaal" von Dradio Wissen hält der von mir hochverehrte und geschätzte Direktor des Kulturwissenschaftlichen Institus Essen Claus Leggewie einen Vortrag unter dem Titel "Was nun, Mr. President? Liebesgrüße nach Moskau" ... die gründlichste, unaufgeregteste und zugleich zeitnaheste Analyse des Phänomens Trump-Wahl. Kaum sonst irgendwann in letzter Zeit habe ich eine so tiefgehende und zugleich kompetent in ein deutsch-europäisches Verständnis übersetzende Schilderung der US-Wahl gehört oder gelesen. http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/11/19/dradiowissen_was_nun_mr_president_20161119_07579c86.mp3. Und dennoch: Auch und selbst Leggewie spricht unumwunden und klar und wörtlich von "einem Faschisten" im Präsidentenamt und mit Schlüssel zu den größten Atomwaffenarsenalen der Welt. Noch bin ich der Meinung: So wie es eine analytische Grenze geben muss zwischen Marine Le Pen und ihrem Vater Jean-Marie, zwischen Fidesz und Jobbik, zwischen Putin und Dugin, zwischen Erdogan und den Grauen Wölfen, zwischen Unsere Ukraine und Swoboda ... so eben auch zwischen Trump und seinem Team und - zum Beispiel - radikalen evangelikalen Extremisten in den USA. Entweder Leggewie übertreibt maßlos - was an sich aber nicht seine Art ist - oder wir befinden uns tatsächlich am Übergang zu einer beängstigenden Welt-Transformation mit ungewissem Ausgang.
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Ger9374 » Di 22. Nov 2016, 15:31

https://m.youtube.com/watch?v=1o6-bi3jlxk
Frisch von einem Richard spence ultrarechter Fan von Trump. Ich könnt scheisse schreien
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon schokoschendrezki » Di 22. Nov 2016, 15:58

Es gibt in der Faschismus-Argumentation bezüglich Trump einen Punkt, der schon beachtenswert ist. Trump ist kein typischer Rechtsaußen-Republikaner. Weder ist er ein Anhänger einer absoluten Minimal-Zentralregierung noch einer ultraliberalen Wirtschaftsideologie noch gar ein besonders religiöser Eiferer (wie auch bei seinem Lebenswandel). Da er keiner dieser traditionellen US-amerikanischen ultrarechten Traditionslinien zuzuordnen ist, vermutet Leggewie einen Fuß in europäischen Traditionen. Und da lauert eben halt auf der rechten Seite der Faschismus. Er räumt allerdings ein, dass Trump möglicherweise nur deshalb keiner dieser amerikanischen Linien zuzuordnen ist, weil er diese schlicht nicht kennt. Weil er weder Bücher noch Akten liest (als ein Spielertyp, der nur seinen Instinkten vertraut). Er ist als einigermaßen vermögende Person von daher vielleicht ebensoviel und ebensowenig ein "Faschist" wie es Berlusconi oder einfach Joe and Sally Sixpack sind.
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Ger9374 » Di 22. Nov 2016, 16:13

Der zukünftige Präsident der USA ist also
LEGASTHENIKER!! O.K MUSS MANN AKTZEPTIEREN!!War jetzt böse, aber der brannte auf der Zunge:-D. Jetzt ernsthaft , Trump kann eventuell den Faschismus nicht als gefährlich einstufen weil er ihn nicht kennt.??Das ist eine sehr gewagte These, meinst du nicht auch.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Cat with a whip » Di 22. Nov 2016, 16:16

Trump müsste eher in den Lügencheck und seine Wähler in den Idiotencheck.
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Mehmet » Di 22. Nov 2016, 18:48

Cat with a whip hat geschrieben:(22 Nov 2016, 16:16)

Trump müsste eher in den Lügencheck und seine Wähler in den Idiotencheck.

Das würde dann wohl so einige Präsidenten und Wähler den Hals kosten.

Die Nationen sollten sich mehr um sich selbst als um die USA kümmern.
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Nosony » Mi 23. Nov 2016, 16:17

Cat with a whip hat geschrieben:(22 Nov 2016, 16:16)

Trump müsste eher in den Lügencheck und seine Wähler in den Idiotencheck.


Es gibt ja kluge Köpfe die mutmaßen er wird, wenn er so weiter macht wie er es bisher immer gemacht hat (halb-illegal), dann ist ein Impeachment-Verfahren nicht unwahrscheinlich. Er hat es nicht so mit den Gesetzen/Ehrlichkeit und auch die Republikaner sind ihm nicht unbedingt gewogen, da könnte schnell der Vize der erste Mann werden.

Natürlich gibts in den USA Neonazis, auch mit Wehrsportgruppen/Milizen, aber Trump suchte bisher nicht deren Nähe. Ich glaube auch kein Wort als wenn es ihm um das US-Allgemeinwohl geht, dann hätte er vorher ein besserer Arbeitgeber/Geschäftsmann/Steuerzahler sein können, wollte er aber nicht. Trump ist meiner Meinung nach ein Voll-Egoist, kein Ideologe.
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Europa2050 » Mi 23. Nov 2016, 16:56

Nosony hat geschrieben:(23 Nov 2016, 16:17)

Es gibt ja kluge Köpfe die mutmaßen er wird, wenn er so weiter macht wie er es bisher immer gemacht hat (halb-illegal), dann ist ein Impeachment-Verfahren nicht unwahrscheinlich. Er hat es nicht so mit den Gesetzen/Ehrlichkeit und auch die Republikaner sind ihm nicht unbedingt gewogen, da könnte schnell der Vize der erste Mann werden.

Natürlich gibts in den USA Neonazis, auch mit Wehrsportgruppen/Milizen, aber Trump suchte bisher nicht deren Nähe. Ich glaube auch kein Wort als wenn es ihm um das US-Allgemeinwohl geht, dann hätte er vorher ein besserer Arbeitgeber/Geschäftsmann/Steuerzahler sein können, wollte er aber nicht. Trump ist meiner Meinung nach ein Voll-Egoist, kein Ideologe.


Diese Einschätzung trifft das Ganze m.E. voll und ganz.
Dazu kommt aber jetzt noch, dass er für den Job völlig unqualifiziert ist und deshalb erstens einen Bock nach dem anderen schießt und sich zweitens mehr als andere Präsidenten auf Berater verlassen muss und ihnen ausgeliefert ist.
Was er innenpolitisch macht, ist mir ja schon fast egal, die USA werden auch das aushalten, außerdem wollten sie es ja so.

Aussenpolitisch sehe ich - falls sie es ihn durchziehen lassen - einen Scherbenhaufen - zerstritten mit Südamerika, zerstritten mit Europa, zerstritten mit dem "TPP"-Raum und zerstritten mit China, dafür von Putin am langen Arm verhungern gelassen.
Auch das kann mir prinzipiell egal sein, nur wird es auf dem Weg dorthin einige Erdbeben geben, und das muss ich als deutscher Durchschnittsfeigling nicht haben.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Elser » Mo 19. Dez 2016, 17:52

Cat with a whip hat geschrieben:(22 Nov 2016, 16:16)

Trump müsste eher in den Lügencheck und seine Wähler in den Idiotencheck.



Genau! Faschismus ist die Lüge als Mittel zur Erreichung ungerechtfertigter, egoistischer Ziele. Am besten lassen sich dumme (umaufgeklärte) Menschen belügen. Man sagt den Dummköpfen sie seien etwas ganz Besonderes und viel besser als andere und schon hat man ihnen einen leichten Weg aufgezeigt, ihren Minderwertigkeitskomplex zu kompensieren. Das scheint mir das eigentliche Problem, eines großen Teils, der us-amerikanischen Bevölkerung zu sein. Die Aufklärung wird dabei, so scheint es mir, hauptsächlich durch sogennten "Christlichen Kirchen" hintertrieben. Geldgierige Handlanger faschistischer (verlogenener) Politiker. Wenn ich mir Erlebnisberichte aus USA im TV ansehe, dreht sich mir der Magen um. Die Naivität vieler USA-Einwohner ist erschreckend und die Trump-Wahl ist, so sehe ich dass, dafür der Beweis. Ich finde wir haben allen Grund besorgt zu sein.

Elser
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Elser » Mo 19. Dez 2016, 17:56

Europa2050 hat geschrieben:(23 Nov 2016, 16:56)

Diese Einschätzung trifft das Ganze m.E. voll und ganz.
Dazu kommt aber jetzt noch, dass er für den Job völlig unqualifiziert ist und deshalb erstens einen Bock nach dem anderen schießt und sich zweitens mehr als andere Präsidenten auf Berater verlassen muss und ihnen ausgeliefert ist.
Was er innenpolitisch macht, ist mir ja schon fast egal, die USA werden auch das aushalten, außerdem wollten sie es ja so.

Aussenpolitisch sehe ich - falls sie es ihn durchziehen lassen - einen Scherbenhaufen - zerstritten mit Südamerika, zerstritten mit Europa, zerstritten mit dem "TPP"-Raum und zerstritten mit China, dafür von Putin am langen Arm verhungern gelassen.
Auch das kann mir prinzipiell egal sein, nur wird es auf dem Weg dorthin einige Erdbeben geben, und das muss ich als deutscher Durchschnittsfeigling nicht haben.


Du brigst es auf den Punkt.

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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon King Kong 2006 » So 22. Jan 2017, 18:18

Trump wettert gegen die Presse.

Trump droht Medien: "Werden euch zur Rechenschaft ziehen"

http://derstandard.at/2000051295489/Tru ... aft-ziehen


Dabei lügt er bzw. sein Pressesprecher, daß sich die Balken biegen. Nicht, daß das neu für dieses Amt oder den "Wahlkampfscherzen" von Trump wäre, aber so offensichtlich. Sein Pressesprecher behauptet einfach, daß bei der Amtseinführung noch nie soviele Zuschauer gewesen wären, wie bei Trump. Glatt gelogen. Und dann verzieht er sich nach diesem peinlichen Auftritt auch noch, ohne Fragen der Presse über diese Lügerei zuzulassen. :D

Und Trump eiert schon wieder herum. Zuerst legt er sich mit den US-Nachrichtendiensten an und jetzt: "I love you!".

Trump legt Streit mit Geheimdiensten bei

Neuer US-Präsident wirft bei CIA-Besuch den Medien Erfindung einer Fehde vor Washington – Der neue US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch in der CIA-Zentrale seine Differenzen mit den US-Geheimdiensten vergessen machen wollen. "Ich bin zu 1.000 Prozent auf Eurer Seite", sagte Trump am Samstag bei seinem Besuch in Langley bei Washington. Dass er mit der CIA und anderen Diensten über Kreuz gelegen habe, tat er als Erfindung der Medien ab.

derstandard.at/2000051312084/Trump-legt-Streit-mit-Geheimdiensten-bei


Ein furchtbarer Präsident. Dagegen kommt Bush sogar Abe Lincoln näher.
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Positiv Denkender » So 22. Jan 2017, 19:00

King Kong 2006 hat geschrieben:(22 Jan 2017, 18:18)

Trump wettert gegen die Presse.



Dabei lügt er bzw. sein Pressesprecher, daß sich die Balken biegen. Nicht, daß das neu für dieses Amt oder den "Wahlkampfscherzen" von Trump wäre, aber so offensichtlich. Sein Pressesprecher behauptet einfach, daß bei der Amtseinführung noch nie soviele Zuschauer gewesen wären, wie bei Trump. Glatt gelogen. Und dann verzieht er sich nach diesem peinlichen Auftritt auch noch, ohne Fragen der Presse über diese Lügerei zuzulassen. :D

Und Trump eiert schon wieder herum. Zuerst legt er sich mit den US-Nachrichtendiensten an und jetzt: "I love you!".



Ein furchtbarer Präsident. Dagegen kommt Bush sogar Abe Lincoln näher.

ist ja nicht dein Präsident . Allein Sache der US Bürger. Schon erbärmlich wie Menschen sich in Deutschland versuchen den Kopf der Amerikaner zu zerbrechen .
Der Mann ist ein Tag im Amt und Kluge Deutsche wissen schon jetzt was dieser demokratisch gewählte Präsident entscheiden wird. Wie erwähnt er ist Präsident
der USA nicht der von irgendeinem anderen Staat. Kein Mensch in den USA würde sich anmaßen über demokratisch gewählte deutsche Politiker solche Vorurteile zu fällen .Hat sich hier irgendein Mensch über die undemokratischen Wahl Putins gestört ?
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 27. Jan 2017, 09:32

Bannon fordert Medien auf, "den Mund zu halten"

Donald Trumps Chefstratege geht in einem Interview auf Journalisten los: Sie sollten ruhig sein und zuhören.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 31947.html


Nicht, daß das jetzt in Nordkorea, Iran, Türkei, Niger oder Russland anders wäre. Warum sollte es nicht auch so in den USA sein?

Lustig, daß das gerade der Breitbart-Chef sagt. Wie fände er es, wenn man ihm als "Journalisten" sagen würde, er solle seinen Mund halten? Also, Trump hat da ein Panoptikum zusammengestellt. Oder die Exxon, Wall-Street, Goldman Sachs Truppe. Kann man ja sehen, wie man will. :D
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon aleph » Fr 27. Jan 2017, 09:44

Sein Argument: "Ihr seid die Opposition"
:D
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Re: Trump im Faschismuscheck

Beitragvon Corella » Mo 30. Jan 2017, 21:30

Den Optimismus, dass keine sonderliche Verschränkung mit einer radikalen Religiosität bestünde, teile ich nicht. Trumps Zweischubladensystem für Gewinner und Verlierer erinnert sehr an den evangelikalen, doppelten Calvinismus!

https://de.wikipedia.org/wiki/Calvinism ... C3.A4hlung

Der Gedanke mach mich nur noch mehr schaudern, ist aber nichts wirklich neues von überm Teich.
Wir haben uns ... der Illusion hingegeben, dass es so etwas wie Umweltkapital nicht gibt. Dass man ... [es] zum Nulltarif nutzen kann und ... in diesen Kapitalstock nicht reinvestieren muss. (Klaus Töpfer 2005)

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