Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

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Adam Smith
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Adam Smith » Fr 11. Mai 2018, 21:35

King Kong 2006 hat geschrieben:(11 May 2018, 22:21)

Solche "Schurkereien" können Chinesen und Europäer auch. Es werden Netzwerke gebildet, die nur dazu da sind die Handelskriegsführung der USA zu unterlaufen. Das ist alles nicht neu. Die Gefahr aktuell ist, daß bei dem "um sich schmeissen" von Sanktionen durch Trump, daß die Gegenreaktionen so aus dem Boden spriessen, daß die Handelskriegsführung durch Sanktionen damit auf lange Sicht stumpf wird.

Wenn sich Europäer, US-Amerikaner und Chinesen einig sind, dann dürften sich nur geringe Probleme ergeben. Der nächste US-Präsident sollte auch erkennen, dass die USA ohne China auch militärisch wenig bewirken können. Wobei Europa hier keine Rolle spielt.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 11. Mai 2018, 21:53

Adam Smith hat geschrieben:(11 May 2018, 22:35)

Wenn sich Europäer, US-Amerikaner und Chinesen einig sind, dann dürften sich nur geringe Probleme ergeben. Der nächste US-Präsident sollte auch erkennen, dass die USA ohne China auch militärisch wenig bewirken können. Wobei Europa hier keine Rolle spielt.


Es ist kaum anzunehmen, egal bei welchem Thema, daß sich die USA (Demokraten und Republikaner), "die Europäer" (wer davon genau, der Westen, oder der Osten?), China oder Russland u.a. irgendwie mal komplett einig sind. Das ist praktisch ein Naturgesetz. Bei der Betrachtung globaler Konflikte, wie Klima, Energieversorgung, Terrorismus usw. geht das alles diametral weit auseinander. Die Welt wird zwar globalisierter aber auch multipolarer.

Verrückterweise ist es China, das für mehr Globalisierung wirbt und die USA für mehr Protektionismus (und Sanktionen). Natürlich hat das nicht unwesentlich damit zu tun, daß der Drache wächst und Weideflächen braucht und Uncle Sam einfach nicht mehr auf so vielen Hochtzeiten abrocken kann wie früher. Als Abwehr hagelt es Absagen/Sanktionen oder Mauerbau zu Mexiko.
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Adam Smith
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Adam Smith » Fr 11. Mai 2018, 22:06

King Kong 2006 hat geschrieben:(11 May 2018, 22:53)

Verrückterweise ist es China, das für mehr Globalisierung wirbt und die USA für mehr Protektionismus (und Sanktionen). Natürlich hat das nicht unwesentlich damit zu tun, daß der Drache wächst und Weideflächen braucht und Uncle Sam einfach nicht mehr auf so vielen Hochtzeiten abrocken kann wie früher. Als Abwehr hagelt es Absagen/Sanktionen oder Mauerbau zu Mexiko.

China ist halt teilweise kapitalistischer als die USA.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 11. Mai 2018, 22:13

Adam Smith hat geschrieben:(11 May 2018, 23:06)

China ist halt teilweise kapitalistischer als die USA.


Im Grunde genommen sind fast alle kapitalistisch. Gegner, Freunde, Partner der USA. Egal. Der Iran ist auch nicht gerade kommunistisch oder sozialistisch strukturiert. (Anti-)Kapitalismus ist oft nur ein Kampfbegriff. Es gibt ihn praktisch überall. Mal mehr staatlich kontrolliert, mal mehr entfesselt.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 17. Mai 2018, 16:11

Klingt ja dramatisch.

"Blocking Statute"

EU reaktiviert Abwehrgesetz gegen Iran-Sanktionen der USA

Zur Rettung des Atomabkommens mit Iran wird die EU ein Gesetz zur Abwehr von US-Sanktionen reaktivieren. Das sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.


Die EU geht auf Konfrontationskurs zu den USA: Zur Rettung des Atomabkommens mit Iran will die Europäische Union ein Gesetz zur Abwehr von US-Sanktionen wieder anwenden. "Wir müssen jetzt handeln", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Donnerstag nach einem EU-Spitzentreffen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Es gehe darum, vor allem kleine und mittlere Unternehmen zu schützen.

Über das sogenannte "Blocking Statute" könnte es europäischen Unternehmen unter Strafe verboten werden, sich an die US-Sanktionen gegen Iran zu halten, die nach dem einseitigen Rückzug der USA aus dem Atomabkommen wieder eingeführt werden. Gleichzeitig würde es regeln, dass die europäischen Unternehmen für möglicherweise entstehende Kosten und Verluste entschädigt werden.


Ziel der Regierung in Teheran ist es nun, innerhalb von 60 Tagen von den Europäern Garantien zu bekommen, dass die Wirtschaftsbeziehungen und der Kapitalverkehr erhalten bleiben. Wenn nicht, will er sich nicht mehr an das Abkommen halten.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 08306.html


Die EU bekommt Format? Teheran wird in der Praxis sehen, ob es etwas bringt.

Ob es nun Iran-Abkommen heißt oder sonstwie. Diese Entwicklung ist davon wohl losgelöst. Nicht nur die USA bestimmen, mit wem man Handel treiben darf (z.B. seinerzeit mit Saddam oder Saudis, alles keine Rechtsstaaten im westlichen Sinne). Die Europäer wollen sich einfach nicht mehr vorschreiben lassen, was sie zu tun haben. An diesem Abkommen macht sich das eben im Moment konkret fest.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 20. Mai 2018, 12:02

Treffen im Trump Tower

Golfmonarchien boten Trump Hilfe für Wahl an


Arrangiert worden sei das Treffen - es fand im Trump Tower in New York statt - von Erik Prince, Gründer der Sicherheits- und Söldnerfirma Blackwater. Ebenfalls anwesend gewesen sei Joel Zamel, Mitgründer eines israelischen Beratungsunternehmens. Prince ist auch Ehemann der heutigen Erziehungsministerin Betsy DeVos.

Dem Bericht zufolge wollte außerdem eine mit Zamel verbundene Firma in einer verdeckten, millionenschweren Kampagne Trump mit dem Aufsetzen Tausender gefälschter Social-Media-Konten unterstützen. Für Zamels Aktivitäten hatte sich laut "Wall Street Journal" auch bereits FBI-Sonderermittler Robert Mueller interessiert.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 08700.html


Nicht, daß die Sympathie für die arabischen Prinzen irgendwie zufällig wäre. Da geht es um Geld. Weniger um Menschenrechte.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 23. Mai 2018, 19:26

Amerika, sagt wiederum Maas vor dem Weißen Haus, sei ein wichtiger Partner, mit dem man im Dialog bleiben wolle. Nur solle dies ein Dialog sein, bei dem Differenzen offen ausgetragen würden.

derstandard.at/2000080278128/Maas-in-Washington-Europa-steht-zu-Iran-Deal


Trotzdem im Dialog bleiben?

Hm, früher wäre so eine Satz undenkbar gewesen. Da hätte man "Amerika" mit Russland oder China ersetzt. Trump machts möglich.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 25. Mai 2018, 08:12

Blabla-Präsidente was nun?

Der Blabla-Präsident

Donald Trump hat schon viele internationale Deals platzen lassen, aber noch kein einziges Abkommen selbst zustande gebracht. Er muss endlich liefern.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 09438.html


Im Zerstören (aber keine Alternativen anbieten) unter Jubel seiner Fanbase ist er langsam erfahren. Aber was kann er wirklich liefern? Ich tippe darauf, daß er erstmal (verbal) irgendwelche Schwächeren fertig macht. Behinderte oder ethnische Minderheiten, das zeigte er ja schon im Wahlkampf. Oder er nervt mit Telefonaten den mexikanischen Präsidenten. Vielleicht baut er auch erstmal unter großen Tamtam Autobahnen. Die Infrastruktur in den USA soll ja teilweise 3.Welt Niveau haben.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 25. Mai 2018, 15:18

Für strategische Verhandlungen sollte man sich vorher schlau lesen. Im Vorfeld, als er noch mehr auf Minderheiten herumhackte war schon zu lesen, daß er sich ungern längere Briefings antun will und kann. Jetzt auf internationaler Ebene ist das noch etwas anderes.

Dumbed-Down Security Briefings Still Too Difficult for Trump to Read

http://nymag.com/daily/intelligencer/20 ... trump.html


Nordkorea hat Trump längst über den Tisch gezogen

Diktator Kim Jong-un steht auch ohne Gipfel jetzt als ernstzunehmender Partner da – die US-Interessen sind indes geschädigt


Allein: Trump erkennt nicht, dass er schon längst über den Tisch gezogen wurde. Kim Jong-un hatte den US-Präsidenten in jenem Moment am Haken, als Trump spontan seine Teilnahme an dem Gipfel zusagte, ohne zuvor Rat von seinen Beratern zu holen. Pjöngjang hatte ein großes Ziel: international als ernstzunehmender Partner anerkannt zu werden.


Der verlässliche Diktator Vor diesem Hintergrund gewinnt Kim wohl auch wirtschaftlich: Vor dem Hintergrund wird es für die USA denkbar schwierig, die "Politik des maximalen Drucks", die Trump für Nordkoreas Gesprächsbereitschaft verantwortlich macht, aufrechtzuerhalten. Längst umgeht China etwa wieder die strengen Handelssanktionen gegen den Nachbarn, und auch Russland schließt sich an. Beide sind insgeheim nicht traurig, wenn es mit dem Gipfel zwischen Kim und Trump etwas langsamer geht. Denn so behalten sie, was ihnen geopolitisch am wichtigsten ist: einen verlässlich US-feindlichen Pufferstaat zwischen der eigenen Grenze und dem US-Verbündeten Südkorea.

Wobei: Die Allianz zwischen Südkorea und den USA war schon lange nicht mehr so schwach wie heute.


TV-Star Trump wird zum Verhängnis, daß er immer noch glaubt, wie ein Immobilienmakler mit schwierigen Kunden umgehen zu können. Er soll sich - vielleicht aufgrund Konzentrationsschwierigkeiten, trotz Demenztests - erfolgreich weigern Hintergrundbriefings mitzumachen. Sprich, der weiß überhaupt nichts über die "Kunden", mit denen er umgehen muß. Fatal für einen US-Präsidenten. Wozu gibt es denn Fachausschüsse und Berater.

Laut Medienberichten lehnte der US-Präsident bis zuletzt im Vertrauen auf den eigenen Instinkt Briefings seiner Mitarbeiter bezüglich Nordkorea ab. Aus Sicht der US-Interessen ist das schlicht inkompetent. Und für jene, denen die Vermeidung eines Atomkriegs am Herzen liegt, sollte es alarmierend sein, wenn der Diktator Nordkoreas gemeinsam mit US-Hardlinern mit dem mächtigsten Mann der Welt Schlitten fahren geht. -

derstandard.at/2000080413459/Nordkorea-hat-Trump-laengst-ueber-den-Tisch-gezogen
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 26. Mai 2018, 08:24

TV-Komiker Trump wird als Risiko eingestuft.

Finanzministerium hält Trump für Konjunkturrisiko

Die deutsche Wirtschaft ist im Daueraufschwung - und der könnte nach Einschätzung des Finanzministeriums noch lange weitergehen. Die Experten sehen jedoch auch eine Gefahr.

"Die jüngsten Entwicklungen in der Zollpolitik der USA und mögliche Gegenmaßnahmen haben die außenwirtschaftlichen Risiken für die deutsche Wirtschaft zuletzt erhöht", schreiben sie in ihrem Papier.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 09485.html


"Trump first eben". Oder "America first". ;)
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