Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

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King Kong 2006
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Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 9. Nov 2016, 19:18

Die USA sind das Imperium der heutigen Zeit. Der Weltpolizist, oder Globocop, wie er genannt wird. Spätestens seit dem Ende des WWII sind sie die dominierende Macht. Global ohne Konkurrenz. Dabei ist es zunächst einmal egal, ob dies gut oder schlecht ist. Sondern sie sind es einfach. Seinerzeit als Obama ins Oval Office kam, fand sich dieser interessante Bericht. Die Protokolle von Greenwich? So eine Bezeichnung kann man wirklich nur außerhalb Deutschlands wählen.

President Trump, Isolationismus oder die Protokolle? Bekommt er sie jetzt?

Der Politikwissenschaftler Walter Russell Mead seinerzeit beim Amtsantritt von Obama.

Walter Russell Mead ist Professor für internationale Politik am angesehenen Bard College im US-Bundesstaat New York sowie Professor für amerikanische Außenpolitik an der Eliteuni Yale (Connecticut).

PROTOKOLLE VON GREENWICH

Barack Obama und die Pläne zur Weltherrschaft

Der amerikanische Politologe Walter Russell Mead hat den Aufstieg der USA und England als Weltmacht untersucht und erklärt auf WELT ONLINE, dass es strukturierte Pläne zum Machterhalt gibt. Er nimmt an, dass George W. Bush seinen Nachfolger in die sogenannten Protokolle von Greenwich eingeweiht hat.


WELT ONLINE: Kennt Obama die Protokolle der Weisen von Greenwich?

Mead: Ich glaube schon. Er versteht ganz instinktiv, welchen Platz Amerika in der Welt einnehmen muss.

WELT ONLINE: Vielleicht sollten Sie kurz erklären, was es mit den Protokollen der Weisen von Greenwich auf sich hat.

Mead: Die Protokolle der Weisen von Greenwich, so könnte man sagen, sind der geheime anglophone Plan zur Weltherrschaft, der garantiert hat, dass zunächst Großbritannien und dann die USA zur dominierenden Macht aufstiegen. Sie heißen so, weil sich in Greenwich bei London das Hauptquartier der Royal Navy und das Observatorium befinden.

WELT ONLINE: Was steht denn in den Protokollen der Weisen von Greenwich?

Mead: Es handelt sich um einen Fünf-Punkte-Plan, eigentlich ist es aber weniger ein Plan als eine Identität. Erster Punkt: Du sollst zuhause eine offene Gesellschaft im Sinne Karl Poppers haben. Diesen Punkt haben die Briten von den Holländern geklaut, die das System im 17. Jahrhundert erfanden. Als der Rest Europas sich in Religionskriegen zerfleischte, hieß es in den Niederlanden: Ihr könnt jede Konfession haben, solange ihr euch halbwegs ordentlich benehmt.


Mead: Der dritte Punkt der Protokolle von Greenwich: Man steckt seinen Reichtum in eine geopolitische Strategie. Das war die berühmte englische Politik der Balance der Mächte auf dem europäischen Kontinent ...

WELT ONLINE: ... die heute von den Amerikanern rund um die ganze Welt angewandt wird: Man unterstützt Koalitionen von schwächeren gegen die stärkeren Nationen.

Mead: Außerdem schaut man ungerührt zu, während die europäischen Großmächte sich ineinander verbeißen. In der Zeit, in der Preußen und Österreich einander endlos wegen der Provinz Schlesien bekriegen, zieht man los und erobert mal eben Indien und Kanada.

WELT ONLINE: Vierter Punkt?

Mead: Wenn man das globale Handelsimperium aufgebaut hat und die Seewege kontrolliert, setzt man sie als Element seiner nationalen Strategie ein. Dabei schließt man die anderen nicht aus seiner Einflusssphäre aus, wie es noch die Spanier und Portugiesen taten. Das Zauberwort der Briten hieß: Freihandel. Heute versuchen die Amerikaner, den aufsteigenden Mächten Indien und China einen Platz im internationalen System zu sichern. Sobald ein Land sich gegen das internationale System wendet, stellt es dann zu seinem Entsetzen fest, dass es längst ein Teil dieses Systems geworden ist.

WELT ONLINE: Fünftens?

Mead: Der fünfte Punkt ist der hinterhältig-teuflischste von allen: Man fördert rund um den Erdball liberale Institutionen. Von allen bösen Dingen, die wir anrichten, ist dies – fürchte ich – das Schlimmste. Wir fördern liberale Institutionen aus zwei Gründen: Weil das unserer Ideologie und weil es unseren Interessen entspricht. Wenn man eine globale Handelsmacht ist, dann braucht man Länder mit einem stabilen Eigentumsrecht und einem transparenten Rechtssystem – sonst können die Händler keine Verträge schließen. Wir exportieren die liberale Demokratie also aus purem Eigennutz, nicht aus sentimentalen Gründen. Aber als die Royal Navy den Sklavenhandel bekämpft hat, da hat sie das wirklich und übrigens auch sehr effektiv getan.

WELT ONLINE: Als Obama sich jetzt für ein Plauderstündchen mit George W. Bush im Oval Office traf – wurde er da in die Protokolle der Weisen von Greenwich eingeweiht?


Oder doch mehr Fiktion?

Mead : Ich bin mir nicht sicher, ob sie in geheimen Unter-Vier-Augen-Gesprächen weitergegeben werden müssen. Sie sind uns längst in Fleisch und Blut übergegangen.

https://www.welt.de/politik/article2886 ... chaft.html


Oceanic World Orders
GOD AND GOLD
Britain, America, and the Making of the Modern World.
By Walter Russell Mead.
http://www.nytimes.com/2007/11/18/books ... ari-t.html


Was schriftlich niedergelegt ist:

Thomas P. M. Barnett ehemalige Chefanalyst bei Wikistrat veröffentlichte 2004 The Pentagon's New Map: War and Peace in the Twenty-First Century. Diese Studien und "Schlachtplan" ist immerhin so gehaltvoll von der US-Armee eingestuft, daß jeder angehende US-General das mal gelesen haben sollte.

Barnett was asked by the United States Air Force to give the presentation to every new officer who attained the rank of general.

https://en.wikipedia.org/wiki/The_Pentagon%27s_New_Map


Worum geht es?

Key ideas

1. Systems of rules called Rule-sets reduce violent conflict. Violence decreases as rules are established (e.g., the WTO Dispute Settlement Understanding) for dealing with international conflicts.

2. The world can be roughly divided into two groups: the Functioning Core, characterized by economic interdependence, and the Non-Integrated Gap, characterized by unstable leadership and absence from international trade. The Core can be sub-divided into Old Core (North America, Europe, Japan, Australia) and New Core (China, India, South Africa, Brazil, Argentina, Chile and Russia). The Disconnected Gap includes the Middle East, South Asia (except India), most of Africa, Southeast Asia, and northwest South America.

3. Integration of the Gap countries into the global economy will provide opportunities for individuals living in the Gap to improve their lives, thereby presenting a desirable alternative to violence and terrorism. The US military is the only force capable of providing the military support to facilitate this integration by serving as the last-ditch rule-enforcer. Barnett argues that it has been doing so for over 20 years by "exporting" security (US spends about half of the world's total in military spending).

4. To be successful the US military must stop thinking of war in the context of war but war in the context of "everything else", i.e. demographics, energy, investment, security, politics, trade, immigration, etc.

- In recognition of its dual role, the US military should organize itself according to two functions, the "Leviathan" and the "System Administrator."

- Leviathan's purpose is the use of overwhelming force in order to end violence quickly. It will take out governments, defend Core countries, and generally do the deterrence work that the US military has been doing since the end of WWII. The Leviathan force is primarily staffed by young aggressive personnel and is overwhelmingly American.

5. The SysAdmin's purpose is to wage peace: peacekeeping, nation building, strengthening weak governments, etc. The SysAdmin force is primarily staffed by older, more experienced personnel, though not entirely (he would put the Marines in SysAdmin as the " Mini-me Leviathan"). The sys Admin force would work best as a Core-wide phenomenon.

6. By exporting security, the US and the rest of the Core benefit from increased trade, increased international investment, and other benefits.


Das Generäle auch als exekutive Organe fungieren können, sozusagen als Speerspitze vor der Wirtschaft, die folgen kann demonstrierte eindrucksvoll der hochdekorierte US-Generalmajor Smedley D. Butler.

Über seine Zeit auf Haiti sagte Butler später, dass er als "hochqualifizierter Bandit für die Wall Street" gearbeitet hätte.[2]


General Douglas MacArthur bezeichnete Butler als „einen der wirklich großen Generäle der amerikanischen Geschichte“ und benannte die Militärbasis in Okinawa nach ihm.

https://de.wikipedia.org/wiki/Smedley_D._Butler


I spent 33 years and four months in active military service and during that period I spent most of my time as a high class muscle man for Big Business, for Wall Street and the bankers. In short, I was a racketeer, a gangster for capitalism. I helped make Mexico and especially Tampico safe for American oil interests in 1914. I helped make Haiti and Cuba a decent place for the National City Bank boys to collect revenues in. I helped in the raping of half a dozen Central American republics for the benefit of Wall Street. I helped purify Nicaragua for the International Banking House of Brown Brothers in 1902-1912. I brought light to the Dominican Republic for the American sugar interests in 1916. I helped make Honduras right for the American fruit companies in 1903. In China in 1927 I helped see to it that Standard Oil went on its way unmolested. Looking back on it, I might have given Al Capone a few hints. The best he could do was to operate his racket in three districts. I operated on three continents.

https://en.wikiquote.org/wiki/Smedley_Butler


Später wurde er mehr zum Paulus.

In 1935, Butler wrote a book titled War Is a Racket, where he described and criticized the workings of the United States in its foreign actions and wars, such as those he was a part of, including the American corporations and other imperialist motivations behind them. After retiring from service, he became a popular activist, speaking at meetings organized by veterans, pacifists, and church groups in the 1930s.


Deutschland befürchtet einen Rückzug der USA unter Trump von der Weltbühne. Das wird dann mehr für Berlin kosten. "America first!" wie Trump sagte. Kann er das überhaupt und gleichzeitig Präsident einer Supermacht sein? Oder kann die USA überhaupt noch eine Supermacht sein? Und Trump führt nur das fort, was unter Bush begann und von Obama forciert wurde, der physische Rückzug. Wie z.B. in Nahost.

Merkel hielt heute eine Rede, die man eigentlich eher erwarten würde, wenn eine Reise nach Peking oder Moskau erwartet werden würde. Steinmeier erwartet Streß.

Nach Wahlsieg: Merkel erinnert Trump an Verantwortung

Zugleich erinnerte sie Trump im Kanzleramt angesichts der wirtschaftlichen und militärischen Stärke der USA an dessen Verantwortung für die weltweite Entwicklung.

http://www.merkur.de/politik/politiker- ... 58444.html


Quo vadis Donald?
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 10. Nov 2016, 17:05

Obama empfängt Trump. Jetzt muss Trump auf den neusten Stand gebracht werden. Auch außenpolitisch. Er wird sich das wohl anhören müssen und teilweise schon einmal erahnen, was sich von seinen Ankündigungen umsetzen lässt und was für die globale Stellung der USA unverzichtbar ist. :cool:

Bei einem ersten Treffen im Weissen Haus will US-Präsident Barack Obama mit seinem designierten Nachfolger Donald Trump die Amtsübergabe besprechen.

http://m.20min.ch/ausland/news/story/11509485
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 10. Nov 2016, 23:19

Ein Mann, ein Wort.

Trump löscht zentrale Forderungen von seiner Website

Als Präsident wollte Donald Trump Muslimen die Einreise in die USA verbieten und das Pariser Klimaabkommen kippen - so seine Ankündigungen. Nun sind diese Punkte von seiner Homepage verschwunden.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/n ... 20594.html


Das war ja ohnehin mehr als dämlich. Z.B. Muslimen als Geschäftsleute die Einreise zu verbieten. Oder außenpolitisch z.B. saudischen Verbündeten die Einreise zu Gesprächen zu verbieten. Hätte man sich dann in Guantanamo treffen müssen, auf Kuba? Oder wie hatte sich das Gelbhaar im Weißen Haus das gedacht? :D

Sowas kann kein Staat machen, schon gar nicht eine global agierende Macht. Das ein potentieller US-Präsident so etwas im Vorfeld überhaupt sagen konnte. Ist das Realsatire gewesen?
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 12. Nov 2016, 08:31

Die Welt ab 2017? Faktencheck.

Weißes Haus, Januar 2017

11.11.2016 - Islam, Frauen, Nuklearwaffen: Donald Trump redet und twittert sich und die Welt schwindelig. Wir haben ihn beim Wort genommen: Wie wird die Welt aussehen, wenn Präsident Trump im Oval Office Platz nimmt?

http://www.spiegel.de/video/donald-trum ... 19676.html


Es bleibt natürlich abzuwarten, was Donald wirklich umsetzt. Einiges "korrigierte" er ja Gesagt, getrumped und vergessen. Dennoch bleibt genug übrig. Kann Trump isolationistich, ja autistisch als ein US-Präsident wirken? Ja, kann er. Dann ist aber die USA nicht mehr die USA, die sie war. Viele international würden das begrüssen. Viele fürchten.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Nov 2016, 09:05

Auch, wenn sich Trump vorgeblich in der Hauptsache um seine Heimat kümmern will, so ergeben sich doch aufgrund der global wichtigen US-Wirtschaft doch mögliche Kollateralschäden.

Steigende Zinsen, schwacher Export

Darum wird Trumps Wirtschaftsplan scheitern

Der Plan klingt famos: Donald Trump will Milliarden in die Wirtschaft pumpen, die Steuern senken - und die Schulden reduzieren. Das kann nicht funktionieren. Der Welt droht ein ökonomischer Schock.

Da braut sich ein konfliktreiches Szenario zusammen. Die Mischung aus Reaganscher Finanzpolitik und populistischer Handelspolitik hat das Potenzial, in einer heftigen Wirtschaftskrise zu münden.

Gefährlicher Protektionismus

Sollte Trump tatsächlich ein großes schuldenfinanziertes Ausgabenprogramm ins Werk setzen, wird Amerika Billionen Dollar im Ausland borgen müssen. Dafür wird er deutlich höhere Zinsen bieten müssen als bisher. Wertet in der Folge der Dollar auf, wie in den frühen achtziger Jahren unter Reagan, würde das US-Handelsdefizit steigen, statt, wie von Trump versprochen, sinken. Betriebe würden an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, weiterer Jobabbau inklusive.

Kein unrealistisches Szenario: Während die Bauindustrie boomt, gehen weitere Industriearbeitsplätze im Rostgürtel des amerikanischen mittleren Westens verloren, also gerade dort, wo die Leute für Trump gestimmt haben, weil er ihnen neue, bessere Jobs versprochen hat. Eine hochgradig expansive Finanzpolitik würde zuvörderst Amerikas Binnenwirtschaft nützen - auf Kosten der außenwirtschaftlich aktiven Industrie.

Gemäß seiner Wahlkampfrhetorik wird Trump für die negativen Nebenwirkungen seiner Politik andere verantwortlich machen. Amerikas Handelspartner - China, Mexiko, die Eurozone - müssen sich auf Klagen über unfaire Praktiken gefasst machen. Eine Kaskade von Dumpingvorwürfen und Strafzöllen wäre wohl das Resultat. Auf den amtierenden Präsidenten Barack Obama, der ab Mittwoch zur Deutschland-Visite im Land ist, werden viele Fragen einprasseln.

Bei aller Unsicherheit, die die Machtübernahme Trumps für die Weltpolitik bedeutet, ist eines sicher: Wenn er seine kruden finanzpolitischen Ankündigungen aus dem Wahlkampf auch nur teilweise wahrmacht, ist die Zeit ultraniedriger Zinsen vorbei. Die Folgen wären weltweit spürbar. In einer Welt extrem hoher Verschuldung müssen wir uns auf schwere ökonomische Schocks einstellen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 21012.html


Vielleicht wird gerade die Problematik, daß er seinen Wählern nicht das bieten kann, was er getrumpt hat dafür sorgen, daß er sich wieder mehr dem Rest der Welt widmen wird. Es ist ja bekannt, daß der Prophet im eigenen Land nichts gilt. Wird er versuchen außenpolitisch zu punkten?
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Adam Smith » So 13. Nov 2016, 09:59

Jedes Land exportiert halt das was das Land ausmacht. Egal ob es mal eine Monroe-Doktrin gab oder nicht.

Die USA exportieren demnach Kapitalismus und Demokratie. Der Islamische Staat favorisiert jetzt z.B. Tod, Leid und Gewalt. Aus dem Grund wird halt das exportiert. Die ehemalige Sowjetunion Kommunismus. Ein Staat in Lateinamerika indianische Folklore. Japan Manga-Hefte. China exportiert natürlich viel. Als nationale Besonderheit China-Restaurants.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Nov 2016, 10:19

Adam Smith hat geschrieben:(13 Nov 2016, 09:59)

Jedes Land exportiert halt das was das Land ausmacht. Egal ob es mal eine Monroe-Doktrin gab oder nicht.

Die USA exportieren demnach Kapitalismus und Demokratie. Der Islamische Staat favorisiert jetzt z.B. Tod, Leid und Gewalt. Aus dem Grund wird halt das exportiert. Die ehemalige Sowjetunion Kommunismus. Ein Staat in Lateinamerika indianische Folklore. Japan Manga-Hefte. China exportiert natürlich viel. Als nationale Besonderheit China-Restaurants.


Ist dieses skizzierte Verhaltensmuster unter Trump eher weniger zu erwarten? Immerhin spricht er von "America first". Er will nicht mehr den Globocop für die USA. Er will sogar Mauern. Das würde eine Deregulierung in Sachen US-Einfluß für die Welt bedeuten. Was Bush zuviel tat, also Demokratie und Kapitalismus exportieren. Mit mehr oder weniger positiven Effekten, das würde Trump, wenn man ihn richtig versteht, anders gestalten. Die USA exportieren auch andere Produkte. Das kann davon ja unberührt bleiben.

Die interessante Frage ist, ob die USA überhaupt ihren Einfluß zurückschrauben können, ohne ihre Stellung zu gefährden. Oder ob sie es einfach tun müssen, weil die Power nicht mehr da ist. Siehe Nahost. Können die USA politisch, wirtschaftlich und militärisch auf mehreren Hochzeiten tanzen? Also, mittlerer Osten/Iran, Europa/Russland und Asien/China? Und wenn sie es nicht mehr können, was dann? Trump hat bei seinen Wahlversprechen gesagt, darauf Rücksicht zu nehmen. Kann er das auch realpolitisch?
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 16. Nov 2016, 21:14

China hat für Trump hohe Priorität.



Peking nimmt es gelassen.

Trump? Komm doch!

Im Wahlkampf punktete Donald Trump mit Tiraden gegen China, drohte dem Rivalen mit Handelskrieg. Doch in Peking bleibt man gelassen - und hat dafür fünf gute Gründe.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 21586.html


Bis dato sieht es so aus, daß Trump die Volksrepublik als main target sieht. Das bedeutet Handelskrieg. Was die militärische Präsenz betrifft sieht es nicht so aus, daß der weitere Rückzug des Militärs von ihm gestoppt wird.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Boraiel » Mi 16. Nov 2016, 21:42

King Kong 2006 hat geschrieben:China hat für Trump hohe Priorität.

An Tag 100 ist China dran

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 21432.html


Peking nimmt es gelassen.

So gelassen wird das Peking nicht sehen. Immer noch herrscht dort mit der KPCH ein repressives Regime, dass die Leute irgendwie bei Laune halten muss. In den letzten Jahren funktionierte dies gut über wirtschaftliches Wachstums. Die Kader sind auch durch Exporte in den Westen reich geworden, konnten auch, was nach unten fallen lassen, sodass das ganze gut lief. Die Zukunftsfähigkeit dieses Konzepts steht schon seit längerem in Frage. Ein Wandel der US-Politik könnte Probleme in China deutlicher zutage bringen. Zugeben will man das aber natürlich nicht.
Insgesamt gesehen sind die Vereinigten Staaten immer noch das klar mächtigste Land der Erde.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Boraiel » Mi 16. Nov 2016, 22:16

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Nov 2016, 10:19)

Ist dieses skizzierte Verhaltensmuster unter Trump eher weniger zu erwarten? Immerhin spricht er von "America first". Er will nicht mehr den Globocop für die USA. Er will sogar Mauern. Das würde eine Deregulierung in Sachen US-Einfluß für die Welt bedeuten. Was Bush zuviel tat, also Demokratie und Kapitalismus exportieren. Mit mehr oder weniger positiven Effekten, das würde Trump, wenn man ihn richtig versteht, anders gestalten. Die USA exportieren auch andere Produkte. Das kann davon ja unberührt bleiben.

Die interessante Frage ist, ob die USA überhaupt ihren Einfluß zurückschrauben können, ohne ihre Stellung zu gefährden. Oder ob sie es einfach tun müssen, weil die Power nicht mehr da ist. Siehe Nahost. Können die USA politisch, wirtschaftlich und militärisch auf mehreren Hochzeiten tanzen? Also, mittlerer Osten/Iran, Europa/Russland und Asien/China? Und wenn sie es nicht mehr können, was dann? Trump hat bei seinen Wahlversprechen gesagt, darauf Rücksicht zu nehmen. Kann er das auch realpolitisch?

Ich denke die USA werden mit Trump außenpolitisch zurückhaltender agieren. Im Nahen Osten wird man wieder mit autoritären Herrscher, die für Stabilität stehen und gewisse Dinge durchsetzen, zusammenarbeiten. Einen weiteren Sturz von Personen wie Gaddafi oder Saddam wird es nicht geben. Man wird Syrien vielleicht dem Russen überlassen oder sich mit diesem auf Assad einigen, denn das muss auch im amerikanischen Interesse mal ein Ende finden. Der Iran wird wieder zunehmend isoliert werden und Israel als Verbündeter ernster genommen. Die USA werden weiterhin ihren Teil dazu beitragen die Sicherheit Europas gegenüber Russland zu gewährleisten, Spannungen dürften eher abnehmen. Die zunehmende Wichtigkeit des asiatisch-pazifischen Raumes wird sich auch militärisch niederschlagen. Die größten Veränderungen erwarte ich - wie gesagt - im Nahen Osten. Dort haben die USA ihre Macht im letzten Jahrzehnt überstrapaziert und auch nicht Interesse des amerikanischen Volkes gehandelt.
Desweiteren abnehmende Spannungen in Europa und leicht zunehmende in Asien, sowie Rückzug ins eigene Land.
Auch die Zahl der Drohnenangriffe wird sich meiner Ansicht nach eher verringern.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 16. Nov 2016, 22:47

Boraiel hat geschrieben:(16 Nov 2016, 22:16)

Ich denke die USA werden mit Trump außenpolitisch zurückhaltender agieren.


(...), sowie Rückzug ins eigene Land.


Davon gehe ich aus. Dieser Raum wird vermutlich von Russland, Iran, Türkei, Indien und China eingenommen werden. Und anderen, neben diesen üblichen Verdächtigen. Selbst die EU muß sich emanzipieren. Auch das wird wohl Raum einnehmen, aus dem sich die USA zurückziehen würden. Multipolare Welt wurde von Moskau, Teheran, Peking und anderen Hauptstädten stets eingefordert.

Ob die USA mit "Zurückhaltung" eine stärkere Haltung gewinnen, indem sie sich nicht überstrapazieren und sich erstmal wieder im Kern sammeln um sich selbst zu stärken, oder eher durch Einflußverlust auch instabiler werden, ist abzuwarten. Trump will die USA wieder "great again" machen. Das Problem ist, daß die heutige Zeit das nicht mehr hergibt. Auch für die USA innenpolitisch. Der Arbeitsmarkt ist nicht mehr wie vor 50 Jahren in den USA zu modellieren. Auch nicht Auslagerung von Produktion. Das geht ja auch nicht in Deutschland.

China ist traditionell relativ gefasst. Tatsächlich könnte sich der Konflikt mit China als größtes Kampffeld der USA erweisen. Trump hin oder her. Gut, daß die beiden so verzahnt sind. Es ist im Interesse beider, daß es nicht eskaliert. Gilt im Grunde genommen auch für andere potentielle staatliche Gegner der USA. Jenseits der Rethorik auf allen Seiten.

Wenn es zu strategischen Absprachen zwischen den "Gegnern" der USA kommt, dann könnten sich diese den Ball gegenseitig zuwerfen. Die USA können nicht mehrere Gegner gleichzeitig diplomatisch, wirtschaftlich und militärisch schwer unter Druck setzen. Die USA sind immer noch "die Stärksten". Aber was heißt das? Aus Nahost ziehen sie sich zurück. Und sie werden nicht wiederkommen. Europa? Dann der Pazifik immer mehr im Fokus. Sie sind sehr stark. Aber stark genug für massive globale Herausforderungen? Aus Sicht der USA.

Für mich sieht es so aus, daß Trump durchaus auf Konfrontationskurs mit anderen gehen kann. Aber eher im Sinne von Abwehrschlachten "Gefahren" auf Distanz zu halten. Dann die Mauer herum bauen. Nicht mehr offensiv, imperialistisch.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 17. Nov 2016, 17:18

Bald wird Trump wie die anderen Präsidenten in die großen Geheimnisse eingeweiht. :thumbup:

Vielleicht könnte er dann seine Wagenburgmentalität überdenken. Das das nicht geht. In einer globalisierten Welt. Oder er könnte so einen Schrecken in seinem Trump-Elfenbein-Turm bekommen, daß er sich erst recht zurückzieht?

Diese Staatsgeheimnisse wird Trump bald erfahren

Viel ist über "den Knopf" gesprochen worden im amerikanischen Wahlkampf: Dieser Knopf, der von dem US-Präsidenten gedrückt würde und den Einsatz von Nuklearwaffen freigebe. Wenn sich Donald Trump schon bei Twitter provozieren lasse, dürfe er nicht die Gewalt über Atomwaffen bekommen, hatte seine Konkurrentin Hillary Clinton gewarnt.

In jedem Fall aber wird Trump bei einem weiteren Termin laut "Washington Post" erfahren, welche verdeckten Projekte die CIA im Ausland vorantreibt.


Die Briefings sind keine einfachen Termine. Präsident Obama habe nach einem dieser Treffen gesagt: "Ich habe eine Welt kennengelernt, die jeden Moment auf verschiedene Art und Weise in die Luft gehen kann, und ich habe mächtige, wenngleich beschränkte und auch fragwürdige Möglichkeiten, um das zu verhindern."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 21712.html


Trump hat dafür seine Rezepte. Eine Mauer, für und durch Mexiko finanziert. Einen Handelskrieg mit China. Assad in Ruhe lassen. Die US-Botschaft nach Jerusalem verlagern. Keine Einreise mehr für Muslime in die USA (was er wieder gekippt hat), Zusammenarbeit mit Moskau und Teheran in Nahost. Schutz durch Bezahlung für Partner in Europa. Patenmäßig. Das ist schon mal was.

Was heißen eigentlich "fragwürdige Möglichkeiten"? Sowas wie erfundene ABC-Waffenprogramme im Irak um Interessen begründen zu können? Operation Ajax, zum Aufhalten demokratischer Prozesse und Installation von pro-US Diktatoren? Unterstützung von Leuten wie Pinochet, Saddam? Illegale Foltergefängnisse im Ausland betreiben? Schwarzen Kassen betreiben, um besser illegale Operationen bezahlen zu können?

Oder sind mit fragwürdigen Möglichkeiten eher so Auftritte mit Saxophonspielen in der Öffentlichkeit, oder in Zeichentrickserien o.ä. gemeint?
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 17. Nov 2016, 19:55

Er wünsche, dass Trump nicht nur eine realpolitische Position beziehen werde und sage: "Wir machen einfach Deals mit Russland, selbst wenn das jemandem schaden kann oder internationale Normen verletzt oder kleineren Ländern schadet."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 21852.html


Ja, der ist ja lustig. Obama, der Präsident des hier erwähnten Staates ist, gibt Trump Ratschläge. In aller Öffentlichkeit. Gleichbedeutend, mit "jetzt alle herhören, bei dem müsst ihr euch warm anziehen". Und dann auch noch zu einem Thema, an das er sich - so internationalen Meinungen - selbst nicht gehalten hat. Was ist denn mit Deals, mit China? Pakistan, Iran, Türkei, Israel, Saudi-Arabien, ja auch Russland (z.B. betreffs in Syrien)? Hat das nicht auch immer auch anderen geschadet? Oder befürchtet Obama, der Weltmeister im Töten durch Drohneneinsatz, daß Trump noch skrupelloser sein könnte? Und die USA einfach immer weniger machen kann, was es will ohne schwere Verwerfungen?
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 18. Nov 2016, 08:38

Trumps Sicherheitsberater wird jemand mit guten Kontakten zu Russland.

Trump will Ex-Geheimdienstchef als Sicherheitsberater

Donald Trump hat sich offenbar festgelegt, von wem er sich künftig in Fragen der nationalen Sicherheit beraten lassen will: Berichten zufolge bietet er Ex-General und Russland-Freund Michael Flynn den Posten an.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 21875.html


Für Freunde der Transatlantik brechen womöglich schwere Zeiten an. Trump macht keine Anstalten mit Europa eng zusammen zu arbeiten. Großbritannien verabschiedet sich von der EU. Das Charles de Gaulle einst als Trojanisches Pferd der USA in Europa bezeichnet hat.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 19. Nov 2016, 09:11

Das gerade einem US-Präsidenten, in angelsächsischer Tradition stehend, etwas von der Gefahr über Protektionismus gesagt werden muß. Ist Trump gar nicht so ein Kapitalist?

Pazifik-Gipfel

Perus Präsident warnt Trump vor Abschottung

Auf dem Wirtschaftsgipfel in Lima debattieren Regierungschefs die Zukunft des globalen Freihandels. Perus Präsident warnt nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten vor weltweitem Protektionismus.

Angesichts der Skepsis des designierten US-Präsidenten Donald Trump gegenüber der Globalisierung hat Perus Ministerpräsident zum Start des Pazifik-Gipfels vor Protektionismus gewarnt. Die US-Wirtschaft dürfe sich nicht abschotten, sagte Pedro Pablo Kuczynski zur Eröffnung des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) in Lima. Es sei wichtig, "dass der Welthandel wieder wächst und dass Protektionismus besiegt wird", sagte er. Vom Apec-Gipfel müsse eine "sehr starke Botschaft" für den Freihandel ausgehen, forderte Kuczynski.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/p ... 22101.html


Normalerweise ist es das transatlantische Duo USA und GB immer gewesen, das primär andere Staaten zu ihrem Handelsglück gezwungen haben (siehe z.B. weiter oben Generalmajor Butler oder z.B. den Opiumkrieg mit China). Trump scheint eher auf Protektionismus und Sanktionen zu setzen. Ist das überhaupt ein richtiger Amerikaner? Mauerbau statt Handel um jeden Preis? (Nettes Wortspiel).
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 19. Nov 2016, 23:10

Trump holt sich Tipps für seinen Umgang mit China, Iran, die EU und Russland von einem über 90jährigen.

Trump Seeks Kissinger's Advice On Relations With China, Russia, Iran

http://www.rferl.org/a/trump-seeks-kiss ... 25432.html


Kissinger ist sicher ein erfahrener Diplomat. Aber ist er noch im Tagesgeschäft? Oder geht es um generelle Lebensweisheiten für die Regentschaft eines US-Präsidenten?
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Adam Smith » So 20. Nov 2016, 00:18

King Kong 2006 hat geschrieben:(19 Nov 2016, 09:11)

Trump scheint eher auf Protektionismus und Sanktionen zu setzen. Ist das überhaupt ein richtiger Amerikaner? Mauerbau statt Handel um jeden Preis? (Nettes Wortspiel).


Das gab es früher schon mal.

Die Tendenz zum freiwilligen Selbstausschluss aus dem internationalen politischen Geschehen und der Abschottung vom Ausland war unter anderem seit der Monroe-Doktrin Teil der US-amerikanischen Außenpolitik. Der amerikanische Isolationismus wurde zunächst durch den Kriegseintritt in den Ersten Weltkrieg 1917, später dann endgültig durch den Eintritt in den Zweiten Weltkrieg beendet und ist seit 1945 praktisch ohne Belang bzw. wurde durch den Interventionismus abgelöst.


https://de.wikipedia.org/wiki/Isolationismus

Aber mal schauen was Trump jetzt wirklich umsetzen wird.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 20. Nov 2016, 09:03

Adam Smith hat geschrieben:(20 Nov 2016, 00:18)

Das gab es früher schon mal.



https://de.wikipedia.org/wiki/Isolationismus

Aber mal schauen was Trump jetzt wirklich umsetzen wird.


Das ist richtig. Wobei die Vereinigten Staaten vor der Monroe-Doctrin, wie auch danach interventionistisch reagierten, wenn es notwendig oder opporturn erschien. Von daher glaube ich nicht, daß es ein unweigerliche Naturgesetz war. Was wir z.B. seit dem Barbareskenkriegen (Formung der Kapazitäten in Übersee Interessen militärisch durchsetzen zu können - ab 1805), dem Sezessionskrieg und dem WWI erleben ist, daß die USA sich derart durch sozioökonomische Dynamik entwickelten, daß deren Wirken global betrachtet nicht mehr zu ignorieren ist. Und für die USA zum Erhalt ihrer Stellung offenbar notwendig ist. Wie ich finde ist nun die spannende Frage, ob Trump selbst wenn er wollte, daran signifikant etwas ändern kann.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 23. Nov 2016, 21:47

Trump erklärt, daß einige seiner Wahlversprechen nur Scherze waren. Wie z.B. in Punkto Klimawandel.

Trump bestreitet den Klimawandel nicht mehr

Der künftige amerikanische Präsident sieht nun doch einen Zusammenhang zwischen menschlichem Handeln und dem Klimawandel. Frühere Äußerungen bezeichnete er als Scherz.


Er behauptete, daß der Klimawandel eine Erfindung der schlitzohrigen Chinesen gewesen wäre. So hätten die Chinesen damit gegen die USA operiert.

In der Vergangenheit hatte der Immobilien-Milliardär den Klimawandel gelegentlich als Erfindung bezeichnet. Als Erfindung der Chinesen mit dem Ziel, die Vereinigten Staaten zu benachteiligen.

http://www.faz.net/aktuell/nach-us-wahl ... 40688.html


Aluhut Trump ist offenbar auch dort eingeweiht worden. Es gibt den Klimawandel tatsächlich. Die anderen Wahlversprechen werden sich wohl auch noch als Scherze herausstellen. Während der Geschäftsmann Trump weiter die Gelegenheit beim Schopfe greifen wird seine neue Machtfülle gewinnbringend einzusetzen.

Nun, da der Spaß wenn er das Oval Office betritt vorbei ist und er keine Scherze mehr machen muß, um sein Wahlvolk zu begeistern, muß er wohl oder übel mehr mit anderen kooperieren. Den Klimawandel schafft niemand alleine entgegenzutreten.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 1. Dez 2016, 10:00

Trump knüpft international bereits Kontakte. Mit verwirrenden Avancen.

Trump zu pakistanischem Premier Sharif

"Sie sind ein großartiger Kerl"

Donald Trump hat mit dem pakistanischen Premier Nawaz Sharif telefoniert - und ihn dabei offenbar in den höchsten Tönen gelobt. Eine Pressemitteilung aus Islamabad liest sich wie der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.


Dabei verfolgt er hier auch einen dadaistischen auf Scherzen aufgebauten Politikstil.

Widersprüchlich ist nur, dass Trump schon mehrfach verlauten ließ, was er von dessen Land hält: "Um das klarzustellen: Pakistan ist nicht unser Freund. Wir haben ihnen Millionen und Millionen von Dollars gegeben, und was haben wir davon? Verrat und Respektlosigkeit - und noch viel Schlimmeres", twitterte er etwa am 17. Januar 2012 laut "Washington Post".


Und weiter ging es angeblich mit Komplimenten: "Pakistaner gehören zu den intelligentesten Menschen. Bitte sagen Sie der pakistanischen Bevölkerung, dass Sie großartig sind und alle Pakistaner, die ich je getroffen habe, außergewöhnliche Menschen waren."

Die Kampagne des designierten US-Präsidenten stützte sich zu einem großen Teil auf rassistischen Aussagen gegenüber Muslimen. Er versprach seinen Wählern ein Einreiseverbot für Muslime. Besonders für Muslime aus Ländern, die - wie er es bezeichnet - "radikal-islamische Hotspots" sind. Eine Liste solcher Länder würde sicherlich auch das streng muslimische Pakistan beinhalten.

Doch am Telefon soll er nun gesagt haben: "Ich bin bereit, jegliche Rolle zu übernehmen, die Sie möchten, um Lösungen für ungeklärte Probleme zu finden. Es wird mir eine Ehre sein, und ich werde mich persönlich darum kümmern." Dann bot er Sharif angeblich noch an, ihn jederzeit anzurufen - auch vor seiner Amtseinführung am 20. Januar 2017.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 23863.html


Ist das jetzt der von Steinmeier und Merkel befürchtete Politikstil? Unberechenbar? Zumindest scheint sich Trump zu positionieren. Super Kontakte mit einem Land voller verräterischer, intelligenter Menschen, das nicht sein Freund ist und er jede Rolle übernehmen möchte, die von diesem nicht-Freund gewünscht wird, bedeuten automatisch Streß mit China und Iran.

Will er sich doch in das Labyrinth des Great Games involvieren? Da wird er aber schnell merken, daß "America first" nur ein Slogan ist.
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