Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Familienestablishment first oder die USA?

Beitragvon King Kong 2006 » So 26. Nov 2017, 10:52

Trump baut ja sein eigenes Establishment auf. Denn auf die Anderen kann dieser TV-Komiker nicht zählen. Sein Schwiegersohn fährt gerne nach Nahost (wird auch als Inspektor Closeau bezeichnet, vermutlich weil er gar nicht weiß, was er tut), Tochter Ivanka hat mal eben als erfolglose Schmuckdesignerin hochqualifiziert für ein Land wie die USA ein Büro im Weissen Haus bekommen. Dazu kamen noch schwerreiche Manager aus der Wirtschaft zu seinem A-Team. Wie Tillerson von Exxon mit vielen Millionen als "Abfindung". Damit sie sich auf auf ihre alten Freunde besinnen, wenn sie im Weissen Haus etabliert sind? Nun ja, nennt man wohl Establishment. TV-Star Trump kämpft ja bekanntlich gegen dieses fiese Establishment. Auch gegen sein eigenes. Der äußere Kern seines Establishments sind die schwerreichen Buddies aus der Wirtschaft. Wie Tillerson. Der innere Kern ist seine hochqualifizierte Familie. Irgendwie sehen die semiprofessionellen Buddies, die immerhin schon mal im Vorstand von irgendwas waren und jetzt in Politiker spielen, die Familiendynastie, die noch höher für die Politik qualifiziert sind, die die Geschicke der USA leiten wollen langsam als nervend an.

US-Ministerium torpediert offenbar Reise von Ivanka Trump

Beim Unternehmergipfel GES wird Ivanka Trump die USA repräsentieren - allerdings ohne die Unterstützung hochrangiger Diplomaten. US-Medien spekulieren über einen gezielten Affront durch Außenminister Rex Tillerson.


Von einer derart prominenten Besetzung kann 2017 keine Rede sein: "Niemand im Rang über dem stellvertretenden Staatssekretär darf teilnehmen", zitiert CNN einen anonymen hochrangigen Mitarbeiter des Außenministeriums. "Der Minister und seine wichtigsten Mitarbeiter bestehen darauf, dass sie alle Reisen genehmigen - bis ins kleinste Detail. Sie wollen niemand Hochrangigen schicken, weil sie Ivanka nicht stärken wollen. Das ist ein weiteres Zerwürfnis zwischen dem Weißen Haus und dem Außenministerium zu einer Zeit, in der Tillerson nicht noch mehr Probleme mit dem Präsidenten gebrauchen kann."

Eine andere Quelle, die ebenfalls anonym bleiben will, bestätigte gegenüber CNN, dass die ausgedünnte Delegation nichts mit den rigorosen Sparplänen von Tillerson für sein eigenes Ministerium zu tun habe: "Rex mag es nicht, dass er nominell der wichtigste Diplomat unseres Landes ist, und Jared (Kushner) und nun auch Ivanka (Trump) ihn seit langem übergehen."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 80334.html


Nun ja, Inspektor Closeau und die Schmuckdesignerin sind immerhin Familienmitglieder von Donald. Das zählt. Das Establishment, nicht der Posten des wichtigsten Diplomaten der USA. Wie war das, Putin bezeichnete mal die USA als Bananenrepublik? Also, dieser Trump ist Gold wert. Das ist natürlich eine Frage der Perspektive. Er macht die USA außenpolitisch manövrierunfähig.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Rollen Köpfe im Königshaus?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 27. Nov 2017, 13:37

Innerhalb der Trumpdynastie, die Donald ganz ohne Hintergedanken als Establishment um sich herum aufgebaut hat, wackelt es. Prinzenpaar Inspektor Closeau (Jared Kushner) und die Schmuckprinzessin (Ivanka) müssen für Donalds Performance herhalten? Am Ende zählt der König.

Trump-Schwiegersohn Jared Kushner

Der Absturz von "Mr Perfect"

Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zog mit beispielloser Macht ins Weiße Haus. Doch politisch ist er weitgehend gescheitert - und steht nun im Fokus der Russland-Ermittler.


Kushner und seine Gattin, "first daughter" Ivanka Trump, sitzen als Top-Berater im Weißen Haus. Dies habe sich jedoch als "eine der destruktivsten Entscheidungen" herausgestellt, resümierte "Breitbart" jetzt: Die beiden stünden Trumps Agenda nur "im Weg". Am Wochenende folgten in der "New York Times" und der "Washington Post" ähnlich koordinierte Indiskretionen, wonach die Tage des Glamour-Duos in Washington gezählt seien.


Das muß hart für so einen großen Mann sein, der ein Land great machen will, zu erleben, wie seine Kinder ihm auf diesem großartigen Weg nicht begleiten können. Nicht mithalten können. So sad.

Nicht durch Zufall ist er neuerdings aus der Öffentlichkeit verschwunden. Trump wolle ihn und Ivanka am liebsten wieder nach Manhattan zurückschicken, heißt es: "Er drängt sie zum Gehen", sagte ein Vertrauter dem Magazin "Vanity Fair".

Kushners Aufgaben - und was daraus wurde

Trump ließ das jetzt zwar offiziell dementieren. Doch Jared Kushner und Ivanka Trump waren von dem Moment an umstritten, da sie im Januar mit ins Weiße Haus einzogen. Kritiker störten sich an der schamlosen Vetternwirtschaft; Bannon - der trotz seines Abgangs aus dem Weißen Haus ein Vertrauter des Präsidenten geblieben ist - titulierte die beiden schon immer abfällig als "das Königshaus".

Trotzdem gab Trump dem völlig unerfahrenen Kushner, 36, eine absurde Aufgabenfülle: ein blasiges Projekt namens "Regierungsreform", das Ende der Opioid-Epidemie, die Chinapolitik und, ach ja, mal eben die Lösung des hundertjährigen Nahostkonflikts. Sowie die Leitung eines spontan geschaffenen White House Office of American Innovation, das mit Hilfe des Privatsektors "die Lebensqualität für die Amerikaner verbessern" sollte.

Davon ist wenig übrig.
Die Beratungsgremien aus Wall-Street-Bossen und Tech-Innovatoren existierten nur auf dem Papier und lösten sich im August ganz auf, aus Protest gegen Trumps Umarmung der rechtsextremen Szene. Die Opioid-Krise packte Trump derweil lieber selbst an, die China-Politik ebenfalls.


Ivanka Trump gerät ebenfalls in die Kritik. Monatelang gastierte sie als Repräsentantin Trumps auf der Weltbühne. Jetzt sieht sie sich immer mehr an den Rand gedrängt: Wenn sie diese Woche als US-Delegierte am Global Entrepreneurship Summit in Indien teilnimmt, wird ihr das Außenministerium keine nennenswerte Begleitung mitgeben.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/j ... 80419.html


TV-Star Trump wollte das Establishment bekämpfen. Und für seine Fanbase als Kämpfer auftreten. Also hat er das Establishment angegangen. Um es mit seinem eigenen zu ersetzen. Familienmitglieder, die in keinster Weise Ahnung davon haben wie man ein Land regiert, geschweige denn als Milliardären den Menschen dient. Denke, daß Moskau, Peking, Teheran und so manche mehr dafür beten, daß das Königspaar und Trump noch länger durchhalten.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Beiträge: 11752
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Rollen Köpfe im Königshaus?

Beitragvon Nomen Nescio » Di 28. Nov 2017, 05:25

King Kong 2006 hat geschrieben:(27 Nov 2017, 13:37)

TV-Star Trump wollte das Establishment bekämpfen. Und für seine Fanbase als Kämpfer auftreten. Also hat er das Establishment angegangen. Um es mit seinem eigenen zu ersetzen. Familienmitglieder, die in keinster Weise Ahnung davon haben wie man ein Land regiert, geschweige denn als Milliardären den Menschen dient. Denke, daß Moskau, Peking, Teheran und so manche mehr dafür beten, daß das Königspaar und Trump noch länger durchhalten.

das schlimme ist nur daß die hard core trumpfanatiker das nicht interessiert. für sie sind das VT. trump verneint alles und die anderen sind schuldig und haben schuld. sie frustrieren trump statt kooperativ zu sein.
immerhin hat trump noch immer etwa 35% der bevölkerung hinter sich. und die wird er vermutlich NIE verlieren.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 29. Nov 2017, 21:31

Briten empört über Trumps Anti-Muslim-Tweets

"Er ist weder ein Verbündeter noch ein Freund"

Donald Trump hat auf Twitter Videos einer britischen rechtsextremen Islam-Feindin geteilt. Politiker und Organisationen verurteilten die Aktion des US-Präsidenten.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 80941.html


Wenn das die angelsächsischen "Brüder" sagen... US-Außenpolitik des TV-Komikers Trump at it´s best!
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Boraiel
Beiträge: 4040
Registriert: Di 25. Feb 2014, 02:25
Benutzertitel: Let’s rule the world.
Wohnort: Deutschland/Niederlande

Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Boraiel » Mi 29. Nov 2017, 21:41

King Kong 2006 hat geschrieben:(29 Nov 2017, 21:31)

Wenn das die angelsächsischen "Brüder" sagen... US-Außenpolitik des TV-Komikers Trump at it´s best!

Ich denke, die Briten sollten sich um ihre eigenen Probleme kümmern. Wenn man sich das Land anschaut, dann haben die sicherlich davon schon mehr als genug. Trump und die Amerikaner können schon auf sich selber aufpassen.
Libertas veritasque.
Lesen und verstehen: http://www.feynmanlectures.caltech.edu/I_01.html
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 29. Nov 2017, 21:59

Boraiel hat geschrieben:(29 Nov 2017, 21:41)

Ich denke, die Briten sollten sich um ihre eigenen Probleme kümmern. Wenn man sich das Land anschaut, dann haben die sicherlich davon schon mehr als genug. Trump und die Amerikaner können schon auf sich selber aufpassen.


Die Briten müssen immer noch darüberhinweg, daß ein brit. Premier, Tony Blair, der Pudel von Bush war. Jetzt, wo sie die Entscheidung getroffen haben der EU den Rücken zu kehren brauchen sie starke Freunde. Sie holen sich die arabischen Banken oder eben den Klassiker, die USA. Jetzt mit einem Trump an der Spitze sind arabische Geldgeber und so ein US-Präsident nicht gerade ein Ersatz für die EU. Da schwingt eine große Portion Enttäuschung mit.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Vorbildhaft

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 1. Dez 2017, 11:53

Ganz zu Beginn wurde die Befürchtung laut, das Donalds Art alles was ihm nicht passt als Lügenpresse zu bezeichnen, anderen Staaten Munition liefert kritische Berichterstattungen ebenfalls als Lügen abzutun.

Präsident der mutmaßlich freien Welt zu sein hat eine Vorbildfunktion. Nun kommen wieder Früchte des TV-Stars zu Tage.

Mit Trump gegen die Pressefreiheit

Donald Trumps Feldzug gegen CNN zeigt Wirkung in der arabischen Welt: Libyen weist einen Bericht des US-Senders über Sklavenhandel zurück, Ägypten wirft dem Kanal "bedauernswerte Berichterstattung" vor.

http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1181090.html


Washington und Tripolis sind sich einig - verdammte Lügenpresse. Oder Donald?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Intervention (Isolation?) in der Akte Jerusalem

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 6. Dez 2017, 19:55

Trump hat um sich Wählerstimmen einheimsen zu können (mag auch sein jüdischer Schwiegersohn und seine Kontakte zu Netanjahu eine Rolle spielen:Jared Kushner macht Trumps Israel-Politik Trump-Schwiegersohn Jared Kushner kennt Israels Regierungschef Netanjahu seit der Kindheit. Die palästinensische Perspektive auf die Siedlungspolitik ist ihm fremd. http://www.tagesspiegel.de/politik/benj ... 93388.html )seinen meisterhaften Schachzug hervorgeholt. Trump, pardon, die USA, erkennen Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Das ist nicht die Meinung der UNO, sogar Riad und Teheran sind sich einig. Oder Ankara, Berlin und Paris usw.

Realpolitisch aus einer bestimmten Richtung betrachtet vielleicht nur konsequent. Israel sieht es so. Und Israel wird freiwillig dort das Feld nicht räumen. De facto ist es somit die Hauptstadt Israels. Es gab aber durchaus gute Gründe diese nicht anzuerkennen.

Mit dem riskanten Plan, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, schaffen die USA wahrscheinlich nur neue Probleme im Nahen Osten.

So handelt Trump - wieder einmal - vor allem aus kurzfristigem Eigennutz. Er hat seinen Anhängern im Wahlkampf die Verlegung der Botschaft versprochen, pro-israelische, jüdische Gruppen in den USA halten den Schritt für überfällig. Vielen evangelikalen Trump-Wählern in den Südstaaten, die Israel unterstützen, ist dies ebenfalls wichtig. Sie alle will Trump zufriedenstellen, damit sie ihn weiter unterstützen. Das werden sie nun wohl auch.

Die USA brüskieren wichtige Partner

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 81942.html


TV-Star Trump braucht seine Fanbase dringend. Und ein harter Kern muß bedient werden. Trump interessiert sich sicherlich nicht über Gebühr für Israel. Er interessiert sich für seinen Machterhalt. Die Bühne in Nahost ist eröffnet. Trump wird außer Netanjahu, der damit von seinen Korruptionsaffären ablenken kann da nicht wirklich andere begeistern. Es wird abzuwarten sein, wie es arabische Potentaten unter Druck setzt. Namentlich die Golfaraber, Jordanien oder Ägypten. Mag die Elite sich denken was sie will, aber "die Straße", geschweige denn die Hardliner werden nicht über die Entscheidung aus Washington begeistert sein. Und was mit Potentaten geschehen kann, die "die Straße" nicht bedienen sah man an Gaddafi, Saddam, Schah Reza Pahlavi oder Assad. Sprich, eigentlich einigermaßen handhabbare Potentaten, die man mit einem guten Leben und Kontakten zufriedenstellen kann, könnten sich genötigt sehen eine härtere Haltung einzunehmen, um nicht "die Straße" oder die Hardliner stärker gegen sich aufzubringen.

Erdogan, der sich als Fürsprecher der islamischen Welt sieht ruft schonmal zur Versammlung in Istanbul auf. Teheran hat ihn angerufen und versichert, daß dies eine famose Idee ist. Asien, auf das sich die USA seit Obama so gerne konzentrieren meldet sich auch schon. Voran das bevölkerungsreichste muslimische Land, Indonesien. Die Warnung kam aus Jarkarta. Eigentlich ein ruhigerer Islam aus Südostasien.

Nunja, vielleicht besser ein Ende mit Schrecken. Könnte man meinen. Vielleicht ist es so. Kann aber auch sein, daß der Schrecken ohne Ende jetzt eine Intensivierung erlebt. Auf jedenfall haben die USA (um im Rahmen des Threadtitels zu bleiben) bei ihrem Rückzugsgefecht vielleicht Israel ein Geschenk am Ende noch gemacht. Sie lassen aber ne Menge aufgeregte Staaten beim Rückzug zurück. Und Israel.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Beiträge: 11752
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Intervention (Isolation?) in der Akte Jerusalem

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 6. Dez 2017, 20:40

King Kong 2006 hat geschrieben:(06 Dec 2017, 19:55)

Trump, pardon, die USA, erkennen Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Das ist nicht die Meinung der UNO, sogar Riad und Teheran sind sich einig. Oder Ankara, Berlin und Paris usw.

Realpolitisch aus einer bestimmten Richtung betrachtet vielleicht nur konsequent. Israel sieht es so. Und Israel wird freiwillig dort das Feld nicht räumen. De facto ist es somit die Hauptstadt Israels. Es gab aber durchaus gute Gründe diese nicht anzuerkennen.

was trump sich keine sekunde realisieren will, ist daß er das einzige faustpfand so weggab, das es gab um israel zu zwingen friedensgespräche zu führen.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Intervention (Isolation?) in der Akte Jerusalem

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 6. Dez 2017, 21:31

Nomen Nescio hat geschrieben:(06 Dec 2017, 20:40)

was trump sich keine sekunde realisieren will, ist daß er das einzige faustpfand so weggab, das es gab um israel zu zwingen friedensgespräche zu führen.


Ob Trump Israel zu irgendetwas zwingen will?

Trump ist in seinem Element. :thumbup:

'He's declaring war on 1.5bn Muslims' Iran, Pope, Russia & China warn Trump over Israel

https://www.express.co.uk/news/world/88 ... -Iran-warn
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Gleiches Völkerrecht für alle

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 8. Dez 2017, 16:51

Warum soll TV-Star Trump nicht das machen können, was Zar Wladimir kann?

"Die USA untergraben das Völkerrecht"

Mit der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt schafft Donald Trump einen gefährlichen Präzedenzfall, urteilt der Völkerrechtler Stefan Talmon. Er warnt vor den Folgen - etwa für die Krim.

SPIEGEL ONLINE: Herr Professor Talmon, verstößt US-Präsident Donald Trump mit der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels gegen das Völkerrecht?

Stefan Talmon: Ja, ganz eindeutig. Präsident Trump verstößt zum einen gegen die Uno-Resolutionen zum Status von Ostjerusalem. Und er verstößt zum anderen gegen das Völkergewohnheitsrecht. Seit 1945 ist Konsens, dass ein Gebiet, das gewaltsam erobert wurde, nicht annektiert werden darf. Israel hat Ostjerusalem 1967 erobert und 1980 annektiert. Indem der US-Präsident diese Schritte anerkennt, kündigt er diesen Konsens auf.

Professor Stefan Talmon, Jahrgang 1965, ist ein deutsch-britischer Völkerrechtler an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Er berät Regierungen, staatliche Einrichtungen und internationale Unternehmen in völkerrechtlichen Fragen.

SPIEGEL ONLINE: Nun hat Trump ja aber nicht explizit von Ostjerusalem gesprochen und auch erklärt, dass der finale Status der Stadt und die Grenzen der israelischen Souveränität über Jerusalem in einem zukünftigen Abkommen geklärt werden soll.

Talmon: Das ändert nichts daran, dass Präsident Trump Tatsachen anerkennt, die Israel völkerrechtswidrig geschaffen hat. Israel definiert seit 1980 ganz Jerusalem als seine Hauptstadt, das schließt Ostjerusalem mit ein. Im Jahr 2000 hat Israel zudem jede Änderung diese Zustandes an sehr hohe Zustimmungserfordernisse geknüpft, was die Rückgabe Ostjerusalems ohnehin unwahrscheinlich macht. Die USA übernehmen jetzt diese Position. Warum sollte Israels Regierung also bei zukünftigen Verhandlungen mit den Palästinensern ihre Haltung ändern, wenn sie die USA auf ihrer Seite haben?

http://www.spiegel.de/politik/ausland/j ... 82417.html


Jetzt kann man sagen, wieso schimpft man über diesen armen (bildlich natürlich gesprochen, er ist ja durch seinen Vater stinkreich) Donald? Macht Russland nicht ähnliches? Ja, könnte man sagen. Nur meinen die USA ja, sie wären immer auf der richtigen Seite. Und immer die Gerechten. Nachdem Trump die Presse als "Lügenpresse" und "Fakenews" bezeichnet hat, was ja auch andere Mächtige in Istanbul, Teheran, Peking, Minsk, Moskau, Warschau, Budapest uvm. ähnlich sehen, kann man meinen, daß wenn die gerechteste und beste Nation der Welt, unter der weisen Führung des gewählten Präsidenten (auch, wenn er Millionen Stimmen weniger als Hillary hatte) das so sieht..., dann kann das ja nicht falsch sein, was man z.B. in Moskau oder Teheran so über die Berichterstattung von sich gibt. Oder wenn man mal was nach einer Eroberung annektiert.

Krim? Völkerrechtswidrig? Warum, el Presidente der Vereinigten Staaten sieht das anders? Wie immer ein Frage der Perspektive und Interessen. Trump ist in vielen DIngen ein gutes Beispiel.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

The Holy Mission von Gods own Country

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 9. Dez 2017, 11:57

Man muß nicht nach Nahost schauen, wenn man sehen möchte, wie die Religion in Staat und Kultur verwoben ist. Auch in Deutschland kann man bei der Vereidigung auf die Bibel schwören. CHRISTdemokraten, CHRISTsoziale, brit. Ex-Premier Blair wollte eigentlich Priester werden, folgte dann aber in politischer Rolle dem gläubigen G.W.Bush in den Krieg für das Gute.

Nicht Saudi-Arabien oder Israel, die USA sind "God´s own country". Auf dem Dollar steht schon geschrieben "In God we trust". Neben dem monitärem Eifer, wie im Eingangsbeitrag erwähnt, wird die USA auch von der Manifest Destiny, auch mit Gottes Hilfe vorwärts getrieben. Politisch macht sich das auch in der Internationalen Politik bemerkbar. Zu den Hardcore Trumpanhängern gehören gerade auch die vielen Gottesfürchtigen in den USA.

Trumps Jerusalem-Entscheid nährt Hoffnung auf den Weltuntergang

Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels ist in den USA auch für Evangelikale wie Vizepräsident Mike Pence zentral

Washington/Wien – Sie zählen zur treuesten Basis des US-Präsidenten, und sie hoffen auf Krieg: Viele aus der Millionen Wähler zählenden Subkultur der US-Evangelikalen sehen in der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch Donald Trump die Erfüllung einer biblischen Prophezeiung. Immerhin haben sie in unzähligen Stunden des privaten Religionsunterrichts seit Jugendtagen gelernt, was es bedeutet, wenn Juden und Christen wieder alleinige Kontrolle über den Tempelberg haben: Dann, so glauben sie, könne der Wiederaufbau des historischen Tempels beginnen, der in ihrer Lesart der biblischen Johannes-Offenbarung – der Apokalypse – die Rückkehr des Messias und den Endkampf zwischen Gut und Böse in Gang setzt. Dieses aus ihrer Sicht freudige Ereignis erhoffen sich 22 Prozent der Amerikaner innerhalb der eigenen Lebenszeit.

Das mag nicht erstaunen: Rund ein Viertel der US-Bürger sind nach einer Umfrage des Instituts Gallup aus dem Mai überzeugt, dass die Bibel als Wort Gottes wörtlich zu verstehen ist. Unter jenen, die sich als evangelikale Christen verstehen, ist der Anteil wesentlich höher. Von ihnen geben auch 45 Prozent an, ihre Meinung zum Nahostkonflikt sei vor allem durch das Wort Gottes beeinflusst.

Ein Sünder mit Potenzial

Verblüffender ist auf den ersten Blick schon, dass ausgerechnet Donald Trump zum Vehikel der christlich-nahöstlichen Hoffnungen wird – ein Mann, dem nach christlichem Verständnis zahlreiche Sünden vorzuwerfen sind.

Tatsächlich ist aber auch dies eine Beziehung, die Trump im Wahlkampf wohlkalkuliert eingegangen ist: Zu den Signalen, die evangelikale Wähler an ihn binden sollten, zählt nicht nur das Wahlversprechen zu Jerusalem oder die Härte gegen Abtreibung, sondern auch die Auswahl seines Stellvertreters. Mike Pence gilt als jener Politiker in den USA, dem die Evangelikalen besonders vertrauen – nicht zuletzt wegen Verhaltensweisen, die außerhalb christlicher Gruppen oft belächelt werden. Allerdings hat sich auch in dieser Frage mit Donald Trump der Fokus verschoben: 72 Prozent der Evangelikalen sind der Ansicht, ein politischer Kandidat müsse sich nicht persönlich moralisch verhalten, solange er politisch christliche Inhalte umsetze.

derstandard.at/2000069879905/Trumps-Jerusalem-Entscheid-naehrt-Hoffnung-auf-Weltuntergang


Der Evangelikale US-Vizepräsident Mike Pence ist bei den Palästinenser als persona non grata eingestuft worden. Interessant ist auch die Zahl am Ende. Das könnte erklären, warum TV-Star Trump sich unmöglich verhalten darf, solange er z.B. mit solchen Aktionen wie im Falle Jerusalems sich "christlich" verhält.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Welches Projekt als nächstes?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 12. Dez 2017, 07:46

Trump muß ständig liefern, um von seiner Person Druck herauszunehmen.

Nachdem er völlig erfolglos mit seiner gesamten Wut Nordkorea gedroht hat, ja sogar mit der völligen Vernichtung des Landes, hat Nordkorea trotzdem erfolgreich eine nuklearfähige ICBM getestet. Ein Testosteronmensch wie Donald T. mußte daraufhin einfach unter Beweis stellen, das er trotzdem noch ein Mann ist. Der nächste Punch folgte sogleich, die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA. Kein anderer hat das getan. Von A wie Arabische Liga, Australien, über E wie EU, Ecuador, von den üblichen Verdächtigen wie China, Russland, Iran oder gar die Türkei ganz abgesehen. Damit konnte er - wie er meint (und seine Fanbase offenbar beißt an) - beweisen, wie tough er immer noch ist. Eine weitere Manneskraft könnte ihn jetzt einholen. Seine charmanten Komplimente für das andere Geschlecht.

Belästigungsvorwürfe

Ein altes Problem holt Trump ein

In der Debatte über sexuelle Belästigung gerät der US-Präsident immer stärker unter Druck: Drei Frauen erneuern ihre Anschuldigungen aus dem Wahlkampf. Im Kongress rumort es.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 82838.html


Innenpolitisch ist zu erwarten, daß die "Lügenpresse" damit angegangen wird, daß man eine kommunistischer, androgyner Schwuler sein muß, wenn man einem Mann sowas vorwirft. Außenpolitisch wird er ein neues target suchen. Nordkorea, Jerusalem, ...?

Seine außenpolitische Agenda, ausgeführt von Profiexperten, wie seinem Schwiegersohn und seiner Tochter, orientiert sich primär an der Person Trump, wohl weniger an den Interessen der USA.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Beiträge: 11752
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: The Holy Mission von Gods own Country

Beitragvon Nomen Nescio » Di 12. Dez 2017, 08:53

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 Dec 2017, 11:57)

Der Evangelikale US-Vizepräsident Mike Pence ist bei den Palästinenser als persona non grata eingestuft worden. Interessant ist auch die Zahl am Ende. Das könnte erklären, warum TV-Star Trump sich unmöglich verhalten darf, solange er z.B. mit solchen Aktionen wie im Falle Jerusalems sich "christlich" verhält.

du gabst ein wichtiges zitat
Allerdings hat sich auch in dieser Frage mit Donald Trump der Fokus verschoben: 72 Prozent der Evangelikalen sind der Ansicht, ein politischer Kandidat müsse sich nicht persönlich moralisch verhalten, solange er politisch christliche Inhalte umsetze.

wenn ich das kombiniere mit etwas daß ich vorgestern las, namentlich
"I will say this. Hillary Clinton lied many times to the FBI and nothing happened to her. Flynn lied, and it destroyed his life, and I think it's a shame," Trump continued. "Hillary Clinton on the 4th of July weekend went to the FBI, not under oath, it was the most incredible thing anyone has ever seen, lied many times, nothing happened to her. Flynn lied, and it's like – it ruined his life. It's very unfair."

und das sagt der mann, der über 1.000 mal innerhalb 300 tage log. das ist verifiziert.

ich erinnerte mich was. lord acton (19.jhdt) hat ein berühmtes zitat über macht und korruption. weit weniger ist bekannt daß auch ein anderes zitat von ihm bekanntheit verdient »Despotic power is always accompanied by corruption of morality«.
bei trump könnte sich man fragen ob er je gewußt hat was ethik ist und bedeutet.


ich weiß, daß dieser beitrag vllt zu scharf formuliert ist, aber ich handhabe meine meinung.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Trump schmeißt seine Strategie um, um sich wieder besser darzustellen

Beitragvon King Kong 2006 » Di 19. Dez 2017, 08:15

Trump geht in die Offensive. China und Russland sind das target. Das schafft eine USA unter Trump nur, wenn man die Sache offensiv und robust angeht. Einmauern (z.B. in der Wahlfantasie gegenüber Mexiko), das funktioniert mit so einer Strategie nicht. Trumps Faszination für Putin und dem netten Umgang mit China schmeißt er - mutmaßlich (abwarten) - über Bord.

Neue US-Strategie

Trump erklärt China und Russland zu Rivalen

Der US-Präsident stellt seine neue Sicherheitsstrategie vor, einen starken Fokus legt er auf seine nationalistische "Amerika zuerst"-Politik. Wichtige außenpolitische Fragen bleiben weitgehend unbeantwortet.


Was Trump kaum erwähnte

Globale Zukunfts- und Sicherheitsfragen wie zum Beispiel den Kampf gegen die weltweite Armut oder den Klimawandel ließ Trump in seiner Rede praktisch unbeantwortet. Auch die friedliche Zusammenarbeit mit anderen Staaten in supranationalen Institutionen wie der Uno oder der Welthandelsorganisation WTO war ihm kaum eine Erwähnung wert. Die Zusammenarbeit Amerikas mit Europa und der Nato kommt sowohl in der Rede als auch in der schriftlichen Fassung nur am Rande vor. Amerika, so scheint es, zieht sich unter diesem Präsidenten mehr und mehr aus wichtigen Institutionen zurück, die es selbst einst mitbegründet hat.

Ebenfalls bemerkenswert: In der schriftlich ausgearbeiteten Strategie wird Russland relativ hart angegangen. Dort ist die Rede davon, Russland versuche wie China, Amerikas Einfluss weltweit zu untergraben, auch die Einmischung Russlands in die US-Wahl wird indirekt angesprochen. In seiner Rede verlor Trump dagegen kaum ein kritisches Wort über Russland. Einmal mehr ließ er die Einmischung Moskaus in die Präsidentschaftswahl unerwähnt, auch zur Annexion der Krim oder zu Wladimir Putins unrühmlicher Rolle im Syrien-Konflikt von Trump: kein Wort. Offensichtlich will er es sich mit dem Herrscher im Kreml auch weiterhin nicht verscherzen.


Trump handelt oft impulsiv, richtet seine Außenpolitik vornehmlich daran aus, was seiner treuen Unterstützerbasis gefallen oder missfallen könnte. Verbündete und Partner in der ganzen Welt beklagen deshalb das politische Durcheinander, das Trump regelmäßig anrichtet - etwa mit seiner einsamen Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Oder mit dem Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen.

Derweil schwelen schwierige Krisen weiter: Nordkorea, Syrien, der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland. Wirkliche außenpolitische Erfolge und Lösungen hat dieser Präsident jedenfalls noch nicht vorzuweisen, Strategie hin oder her.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/n ... 84010.html


D.h. es geht weiter mit "alternativen Fakten" und mit dem Ausspruch "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" hausieren. Wichtigste Botschaft, die der TV-Star wieder versucht rüberzubringen:"Ich bin der Stärkste und Tollste! Wählt mich, liebt mich!" Klima, Außenpolitik, Innenpolitik - eh Lügenpresse und Fakenews.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
tabernakel
Beiträge: 538
Registriert: Do 26. Mär 2015, 11:12

Re: Welches Projekt als nächstes?

Beitragvon tabernakel » Di 19. Dez 2017, 12:15

King Kong 2006 hat geschrieben:(12 Dec 2017, 07:46)
Seine außenpolitische Agenda, ausgeführt von Profiexperten, wie seinem Schwiegersohn und seiner Tochter, orientiert sich primär an der Person Trump, wohl weniger an den Interessen der USA.

Seine außenpolitische Agenda hat er ja nun vorgestellt, und am Ende muss ich gestehen dass ich da nicht wirklich viel zu meckern habe. Mit Nordkorea, Iran, Assad und Venezuela hat er letztlich 4 der deutlichsten weltweiten Krisenherde benannt. Dass er die amerikanische Außenpolitik wieder mehr an amerikanischen Interessen statt an Weltverbessererphantasien orientieren will ist sein gutes Recht, auch wenn's uns wie beim Klimaabkommen sauer aufstößt - zumal Klimakiller #1 seit Jahren sowieso die globale Werkbank China ist, und damit die USA nicht mehr der Primärverursacher.

Ich verstehe zwar Deine Antipathie, und teile sie gegenüber der Person Trump auch, aber mein Ratschlag wäre das Dokument zu lesen und zu argumentieren statt Dich in Ad Personam Attacken und Verschwörungstheorien ihm gegenüber zu verzetteln, weil Du damit schlicht keine Argumente lieferst. Jerusalem betreffend z.B. ist der politische Konsens zu einer Anerkennung als Hauptstadt dort dramatisch breiter als nur messianische Christen, und zieht sich auch quer durch das politische Spektrum ...

Und eines ist sicher: Am Ende werden die Amis Trump an seinen Erfolgen messen, und nicht an seinen Methoden. Das ist letztlich der Lackmustest den amerikanische Präsidenten zuhause meistern müssen, und das zu verstehen erklärt vieles an amerikanischer Geschichte im 20. Jahrhundert. Das machte Reagan dauerhaft zum Helden als derjenige der den Kalten Krieg gewann indem er den Ostblock in die Pleite rüstete - Kontra-Affairen hin- oder her. Das macht Bill Clinton bis heute zum Volkshelden weil er die amerikanische Wirtschaft in den 90ern wieder belebte - und seine Frau folgerichtig zum Primärziel politischer Agitation, aus Respekt dass das nochmal hätte passieren können. Und Bush ist bis heute dort nicht deshalb verpönt weil er die UN anlog, den Irak destabiliserte oder Kriegsgefangene foltern lies, sondern weil er 1 Trillion Dollar für einen Konflikt verpulverte der am Ende nur einen brutalen Diktator gegen eine Ausdehnung des iranischen Empire und nachfolgend den IS austauschte - und letzteres muss sich Obama mindestens mit anlasten lassen. Was Obama dagegen in den USA dauerhaft Punkte bringt ist dass er der Präsident war unter dessen Direktive Osama Bin Laden erlegt wurde - Miese gibt's für ihn dagegen für zu viel internationalen Kompromiss, etwas was ja letztlich dazu beitrug Trump ins Amt zu spülen.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Welches Projekt als nächstes?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 19. Dez 2017, 13:05

tabernakel hat geschrieben:(19 Dec 2017, 12:15)

Seine außenpolitische Agenda hat er ja nun vorgestellt, und am Ende muss ich gestehen dass ich da nicht wirklich viel zu meckern habe. Mit Nordkorea, Iran, Assad und Venezuela hat er letztlich 4 der deutlichsten weltweiten Krisenherde benannt. Dass er die amerikanische Außenpolitik wieder mehr an amerikanischen Interessen statt an Weltverbessererphantasien orientieren will ist sein gutes Recht, auch wenn's uns wie beim Klimaabkommen sauer aufstößt - zumal Klimakiller #1 seit Jahren sowieso die globale Werkbank China ist, und damit die USA nicht mehr der Primärverursacher.

Ich verstehe zwar Deine Antipathie, und teile sie gegenüber der Person Trump auch, aber mein Ratschlag wäre das Dokument zu lesen und zu argumentieren statt Dich in Ad Personam Attacken und Verschwörungstheorien ihm gegenüber zu verzetteln, weil Du damit schlicht keine Argumente lieferst. Jerusalem betreffend z.B. ist der politische Konsens zu einer Anerkennung als Hauptstadt dort dramatisch breiter als nur messianische Christen, und zieht sich auch quer durch das politische Spektrum ...

Und eines ist sicher: Am Ende werden die Amis Trump an seinen Erfolgen messen, und nicht an seinen Methoden. Das ist letztlich der Lackmustest den amerikanische Präsidenten zuhause meistern müssen, und das zu verstehen erklärt vieles an amerikanischer Geschichte im 20. Jahrhundert. Das machte Reagan dauerhaft zum Helden als derjenige der den Kalten Krieg gewann indem er den Ostblock in die Pleite rüstete - Kontra-Affairen hin- oder her. Das macht Bill Clinton bis heute zum Volkshelden weil er die amerikanische Wirtschaft in den 90ern wieder belebte - und seine Frau folgerichtig zum Primärziel politischer Agitation, aus Respekt dass das nochmal hätte passieren können. Und Bush ist bis heute dort nicht deshalb verpönt weil er die UN anlog, den Irak destabiliserte oder Kriegsgefangene foltern lies, sondern weil er 1 Trillion Dollar für einen Konflikt verpulverte der am Ende nur einen brutalen Diktator gegen eine Ausdehnung des iranischen Empire und nachfolgend den IS austauschte - und letzteres muss sich Obama mindestens mit anlasten lassen. Was Obama dagegen in den USA dauerhaft Punkte bringt ist dass er der Präsident war unter dessen Direktive Osama Bin Laden erlegt wurde - Miese gibt's für ihn dagegen für zu viel internationalen Kompromiss, etwas was ja letztlich dazu beitrug Trump ins Amt zu spülen.


Bisher hat er außer innpolitischen und außenpolitischen Zank und Krisen nichts vorzuweisen.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
tabernakel
Beiträge: 538
Registriert: Do 26. Mär 2015, 11:12

Re: Welches Projekt als nächstes?

Beitragvon tabernakel » Di 19. Dez 2017, 15:55

King Kong 2006 hat geschrieben:(19 Dec 2017, 13:05)
Bisher hat er außer innpolitischen und außenpolitischen Zank und Krisen nichts vorzuweisen.

Würde ich nicht sagen, da wären noch ne Menge Live-Comedy, persönliche Vendettas am Fließband und ein Kommunikationsstil aus dem letzten Jahrtausend. Aber eben auch mit der Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt etwas zu dem seinen Amtsvorgängern in der Tat der Mut fehlte, denn diese Entscheidung wurde eigentlich schon Mitte der 90er vom Kongress - übrigens mit breiter Mehrheit - gefällt. Und wer weiss schon was die nächsten Jahre bringen werden ...
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Trump warnt die Mitglieder der UN - vorsorglich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 20. Dez 2017, 18:32

US-Drohungen vor UN-Vollversammlung zu Jerusalem


In der Tat in hohem Maße verwerflich, denn es könnte ja so aussehen, als ob man mit einer Entscheidung des TV-Komikers Trump nicht einverstanden wäre. Ihm nicht immer Recht zu geben ist in der Tat kaum nachzuvollziehen. Deshalb werde man sich genau aufschreiben, wer Donald nicht huldigt. Das ist natürlich keine Drohung. Es dient der Nachbesprechung für die Doofen.

Die USA reagierten am Dienstag erbost auf das Vorhaben. US-Botschafterin Nikki Haley warnte die anderen UN-Mitglieder davor, der Resolution zuzustimmen. Die Abstimmung kritisiere eine Entscheidung der USA, schrieb Haley auf Twitter. Sie werde Trump genau Bericht erstatten, welche Länder für die Resolution gestimmt haben: "Die USA werden sich die Namen notieren", schrieb sie auf Twitter.

derstandard.at/2000070709411/UN-Vollversammlung-zu-Dringlichkeitssitzung-ueber-Jerusalem-einberufen


Die Uno-Botschafterin der USA, Nikki Haley, hatte zuvor in einem Warnschreiben an die meisten der 193 Uno-Mitgliedstaaten gemahnt, dass Präsident Donald Trump die Abstimmung "persönlich" nehme und sich Namen notieren werde.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 84409.html


Die Wut Trumps möge über alle hereinbrechen.

Das ist Diplomatie in vollendeter Form. Die Bush-Administration war wenigsten noch in der Lage manipulativ hinter den Kulissen für Entscheidungen von UN-Mitgliedern zu sorgen. Trump hat das offenbar gar nicht nötig. Oder er kanns gar nicht. Oder sie können es nicht mehr so wie früher. Bullies drohen. Sie besprechen nicht.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4841
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Präsident Tump untergräbt die Authorität der USA schön weiter... 128 Staaten haben jetzt nix mehr zu lachen

Beitragvon King Kong 2006 » Do 21. Dez 2017, 19:10

Ein weiteres Meisterstück des TV-Komikers. Zum Lachen. Vielleicht nicht für alle.

USA sollen Jerusalem-Entscheidung zurücknehmen

Donald Trump hat für viel Kritik gesorgt, als er Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannte. Die Uno-Vollversammlung hat den US-Präsidenten nun aufgefordert, diese Entscheidung zu widerrufen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 84581.html


Und das, obwohl er allen gedroht hat. Und jetzt sicherlich von seiner hübschen Sekräterin eine Namensliste überreicht bekommt. Es drohte ja damit allen die Gelder zu streichen, die ihm nicht zu Willen sind.

Ja, wer war denn der Übeltäter, der das überhaupt vor die UN gebracht hat? Erdogan? China? Deutschland? Iran? Nein, das war doch Ägypten! Und die bekommen viel Unterstützung von den USA. Das geht in die Milliarden. Damit will die USA sicherstellen, daß dieses arabische Schlüsselland stabil bleibt (das ist das arabische Schlüsselland, nicht Saudi-Arabien). Und damit es nicht sonst noch Unterstützung von Russland oder China einfordern muß. Die haben sogar wieder iranische Kriegsschiffe durch den Suezkanal fahren lassen. Zuletzt wohl war das in der Antike der Fall. Die USA machen das nicht uneigennützig. Sie kaufen sich damit Einfluß.

So, das mindeste, was dieser Schreihals Donald jetzt machen müßte, ist gerade diesem Land, das für seine erneute persönliche Schmach verantwortlich ist, die Gelder zu streichen! Ich bin sicher, daß morgen kein Dollar mehr fliessen wird! Trump hat das gesagt! Wohl denn, möge Gott, Allah und JAHWE allen jetzt gnädig sein, Donald T. wird es nicht. Oder er hat wieder Nonsens, wie im Falle Nordkoreas erzählt.

Auf jedenfall hat er wieder sehr gut methodisch herausarbeiten können, wie sehr die einstige Supermacht abgebaut hat. Drohen - nix passiert. Mal schauen, ob und wie er jetzt einen engen Verbündeten der USA fertigmachen wird (kann...). :thumbup:

PS: World War III oder was ist jetzt? 128 Staaten haben dagegen gestimmt. Die wird jetzt Trump alle abfrühstücken? Vielleicht haben die, die sich enthalten haben noch eine Überlebenschance. Die, die dafür waren wie Mikronesien, Nauro oder die Marschallinseln, waren schon bei der Koalition der Willigen unter Bush dabei. Vermutlich machen die für ein paar Kredite und ausrangierte Bell-Hubschrauber alles mit.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten

Zurück zu „30. Nordamerika“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste