Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 20. Sep 2018, 18:36

Trump bekommt endlich etwas mit Symbolkraft. Die Unis, Staudämme und Museen weltweit reissen sich sicher nicht um die Qualitätsunmarke Donald Trump. Das hat ein Ende.

Israel eröffnet umstrittene Zugstrecke durch das Westjordanland

Die neue Zugstrecke zwischen dem Flughafen von Tel Aviv und Jerusalem führt durch das Westjordanland, das ist völkerrechtlich strittig. Der geplante Name für einen Bahnhof ist es auch: Donald Trump.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/isr ... 29202.html


Endstation US-Präsident Trump!
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Di 25. Sep 2018, 17:58

Trumps Auftritt und die Lacher sind garantiert. Eingangswitz vor der UN - seine Erfolge.

Trump prahlt mit Erfolgen - und erntet Gelächter

Mit dieser Reaktion dürfte Donald Trump nicht gerechnet haben: Als der US-Präsident vor der Uno mit den Leistungen seiner bisherigen Amtszeit angeben wollte, brachen die Zuhörer in Gelächter aus.


"Diese Reaktion hatte ich nicht erwartet, aber okay."


Danach jedoch war es mit der guten Laune erst einmal vorbei - und Trump begann mit der im Vorfeld erwarteten Kritik und den Schuldzuweisungen gegen andere Staaten. So kündigte er an, die USA würden in Zukunft nur noch Auslandshilfe an Länder gewähren, die die USA respektierten und deren Freunde seien. Trump stellte sich ausdrücklich gegen eine "Ideologie der Globalisierung" und verteidigte seine "America First"-Politik.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 29979.html


Sollte der TV-Komiker doch kennen. Zumal er dort nicht zwangsläufig mit seinen Ja-Sagern aus dem Trump-Tower, ähm, Weissen Haus umgeben ist. Die hätten sich wie Guiliani, Bolton und Co. mit Beifall überschlagen. ;)
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Di 25. Sep 2018, 20:05

Der nach eigenen Worten beste US-Präsident aller Zeiten schafft es tatsächlich, das sich Kräfte bündeln. Europa, Russland, China und Iran setzen sich zusammen, wie man Trump kontern kann.

Europe, Russia and China join forces with a new mechanism to dodge Iran sanctions

https://www.cnbc.com/2018/09/25/eu-russ ... tions.html


Sägt Trump damit nicht an den eigenen Hebeln der (US-)Macht?

Trump droht derweil weiter. Auch Deutschland. Nach eigenem Bekunden wären die Deutschen ja "böse"*. Und die EU so schlimm wie China, nur schwächer. Es geht wie so oft um Energie(-Macht).

Bei seinem Auftritt vor der Uno in New York macht US-Präsident Donald Trump deutlich, was er von anderen Staaten erwartet: Gefolgschaft und Geld. Wer sich nicht fügt, wird von ihm attackiert - auch Deutschland.


So was ist hier noch nie passiert: Zu Beginn seiner Rede vor den Vereinten Nationen wird der US-Präsident erst mal ausgelacht.


Bemerkenswert auch die deutliche Attacke gegen die Gaspipeline Nord Stream 2. Deutschland werde bei seiner Energieversorgung bald vollständig von Russland abhängig sein, sagte Trump. "Das muss sich sofort ändern", verlangte er. Außenminister Heiko Maas, der im Saal saß, lächelte an dieser Stelle gequält. In Berlin weiß man aus vielen Gesprächen: Die Amerikaner wollen die Pipeline am liebsten stoppen, auch um den Deutschen ihr eigenes Fracking-Gas zu verkaufen. Berlin lehnt dies ab.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 30034.html


*
Trump schimpfte in Brüssel: "Die Deutschen sind böse, sehr böse"

https://www.focus.de/politik/videos/spi ... 78517.html
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Custos » Di 25. Sep 2018, 23:08

King Kong 2006 hat geschrieben:(25 Sep 2018, 21:05)

Der nach eigenen Worten beste US-Präsident aller Zeiten schafft es tatsächlich, das sich Kräfte bündeln. Europa, Russland, China und Iran setzen sich zusammen, wie man Trump kontern kann.



Sägt Trump damit nicht an den eigenen Hebeln der (US-)Macht?

Trump droht derweil weiter. Auch Deutschland. Nach eigenem Bekunden wären die Deutschen ja "böse"*. Und die EU so schlimm wie China, nur schwächer. Es geht wie so oft um Energie(-Macht).

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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 26. Sep 2018, 08:04

Auch, wenn der Trump vor versammelter Mannschaft in der UN für seine Witze (politischen Aussagen) ausgelacht wurde, hat er dennoch dadurch, das er mit den zweitmeisten Stimmen zum US-Präsidenten gewählt wurde erhebliches destruktives Potential.

Es erinnert wie gesagt frappierend an die Bush-Ära mit den Neocons. Die wie John Bolton wieder hervorgekommen sind und jetzt Trump genauso beraten. Damals fühlten sich viele Staaten im Kontext der Machtspiele mit dem Iran genötigt genauer nachzufragen, ob, wann und wie Bush gedenke mit dem Iran in den Krieg zu ziehen. Allen voran Lavrov flog wegen dieser Fragen nach Washington. Bush, der eigentlich noch mehr dadaistschen Nonsens (Bushism) redete wie Trump fühlte sich dann bemüssigt zur Aussage, er wisse nicht was all dieser "noise" er wolle einen Krieg mit Iran führen zu bedeuten hätte!

Jetzt unkt man nach dem stand-up Auftritt und der Nonsens Rede von Trump auch wieder.

"Krieg ins Auge gefasst": Van der Bellen von Trump-Rede alarmiert

Wortwahl Trumps zum Iran lässt Bundespräsident vermuten, "dass ein Krieg mit dem Iran früher oder später ins Auge gefasst wird"

Bei der in New York versammelten österreichischen Staatsspitze hat die Rede von US-Präsident Donald Trump vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am Dienstag Sorgen unterschiedlichen Grades ausgelöst. Besonders alarmiert zeigte sich in einem Gespräch mit Journalisten Präsident Alexander Van der Bellen. Er habe nicht zuletzt wegen der Wortwahl des US-Präsidenten den Eindruck, "dass ein Krieg mit dem Iran früher oder später ins Auge gefasst wird", sagte er. Das heiße freilich noch nicht, dass es auch so kommen müsste, schränkte der Präsident seine Aussage danach ein wenig ein. Allerdings sei deutlich, dass Trump in seiner Ansprache "die nächste Eskalationsstufe" gezündet habe. "Es tut mir leid, aber das ist mein Eindruck."


"In welche Richtung geht das jetzt?"

Bedenken bezüglich der möglichen Pläne Trumps führte schließlich auch Außenministerin Karin Kneissl ins Treffen. Einer der überraschenden Momente der Trump-Rede sei gewesen, dass der US-Präsident im Iran de facto "zu einer Volkserhebung aufgerufen" habe. Das sei in der Ansprache ziemlich deutlich geworden, so die parteifreie Ministerin, daher sehe sie auch Anlass zur Sorge.


Trump liess es sich auch nicht nehmen Polen (das "neue Europa" - ehemalige Bush-Administration) zu loben.

Als ebenso "interessant" bewertet Kneissl außerdem das demonstrative Lob, das Trump Polen ausgesprochen hatte. Einen Tag, nachdem die EU-Kommission Klage gegen Warschau eingelegt hatte

derstandard.at/2000088097322/Krieg-ins-Auge-gefasst-Van-der-Bellen-von-Trump-Rede


Teile und herrsche.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 27. Sep 2018, 07:29

TV-Star Trump wollte seinen Auftritt u.a. für eine Kür gegen den Iran machen. Das hat nicht funktioniert. Dank Trump himself.

Trumps Uno-Bilanz

Völlig losgelöst

Spott, Ärger, Chaos: Fast drei Tage lang wirbelte US-Präsident Trump die Uno-Vollversammlung durcheinander. Doch viele Staatschefs wussten längst, wie sie mit ihm umzugehen hatten. Sie lächelten - und ignorierten ihn.


"Gelacht hat, glaube ich, die ganze Versammlung am Anfang der Rede von Präsident Trump", sagt Bundesaußenminister Heiko Maas, der dabei war. Andere versichern hinter vorgehaltener Hand, was sie wirklich dachten. "Verrückt", murmelt ein Diplomat. "Nicht ernst zu nehmen", seufzt ein anderer. "Aber wir müssen mit ihm leben."


Denn die Uno schritt voran - ohne ihn und seinetwegen. Auf zahllosen Sitzungen, Randveranstaltungen und Podiumsdiskussionen verschrieben sich die Weltpolitiker demonstrativ dem Multilateralismus. So setzten sich die Europäer mit Russland und China an einen Tisch, um Trump in Sachen Iran Paroli zu bieten.


Doch sie wussten längst, dass er lügt, dass er prahlt, dass hinter seinem Bombast wenig steckt, dass seine Berater ihn für unzurechnungsfähig halten und manche Minister leise dagegenhalten, zum Beispiel Pentagon-Chef James Mattis. Es hat sich herumgesprochen, und Trump bestärkte den Eindruck diese Woche nur.


Eigentlich wollte Trump Iran zum einzigen Tagesordnungspunkt machen. Aber das hatten sie ihm schon vorab ausgeredet. Vielleicht deshalb kam er zu spät, wie schon am Vortag, als er die Vollversammlung eine halbe Stunde warten ließ.

Grimmig schlurfte er zu seinem Platz. Die anderen schenkten ihm zunächst wenig Beachtung. Die britische Premierministerin Theresa May und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der am Dienstag einen feurigen Gegenentwurf zu Trump präsentiert hatte, blieben eine Weile in herzlichem Gespräch vertieft.

Uno-Botschafterin Nikki Haley schob Trump das Hämmerchen hin, mit dem er sich Gehör verschaffen konnte. "Die 8362. Sitzung ist eröffnet", las er die übliche Grußfloskel vom Blatt. Auch sonst blieb er dem Protokoll treu. Erst jedenfalls.

Dann kam er aber doch auf Iran zu sprechen und den "schrecklichen" Atomdeal, den er aufgekündigt hat. "Alle US-Atomsanktionen werden Anfang November voll in Kraft treten", drohte Trump den anderen Uno-Staaten, die weiter an dem Abkommen festhalten - und deren Vertreter mit ihm am Tisch saßen.


Die ließen das freilich nicht auf sich sitzen. Einer nach dem anderen priesen sie den Iran-Deal - und rügten den US-Ausstieg: May, Macron, Russlands Außenminister Sergej Lawrow, sein chinesischer Amtskollege Wang Yi. Boliviens Präsident Evo Morales warf Trump "Verachtung des Völkerrechts" vor. Der verzog keine Miene.

Irans Präsident Hassan Rohani thronte derweil ein paar Straßen weiter in seiner Uno-Vertretung hinter einem Orchideengesteck und verkündete: "Die USA sind alleine und isoliert." Was man auch sonst von ihm halten mag - damit hatte er sicher recht.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 30297.html


Trump wird die UN sicher traumatisch vorkommen. Dort ist er nicht mit ergebenen Menschen umgeben, wie in seinem Trump Tower. Drohungen hier auszusprechen haben nicht zwangsläufig diesselbe Wirkung. Das "die Welt" über ihn gelacht hat, erklärte er im nachhinein ebenso als Fakenews. :D Obwohl man live sehen konnte, das das echt war. Er lebt derartig in einer anderen Welt und lügt immer schamloser, das man es nicht glauben mag.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 6. Okt 2018, 10:14

TV-Star Trump ist tatsächlich bei der Dekonstruktion der USA (Spaltung der Gesellschaft, "Werte und Normen", "Rechtsstaatlichkeit" usw.) und bei der Dekonstruktion des westlichen Bündnis- und Wertesystems (NATO, böse Europäer und Deutsche usw., dadurch zunehmende Emanzipation dieser) der Isolation der USA in vielen internationalen Fragen deutlich erfolgreicher, als es sogenannte Klassenfeinde je waren! Keine Bombe aus Nordkorea oder Iran auf Washington ist derart effektiv wie Donald im Weissen Haus. Der Mann hat nicht nur goldene Haare, der Mann ist so gesehen für einige pures Gold! ;)

Vermutlich ist Trump nur ein Symptom von Entwicklungen, aber er ist erfolgreicher Vernichter, weniger kreativer Schöpfer. Er hat seinen Anteil. Das die checks und balances Versagen wundert mich nicht. Siehe jetzt aktuell Kavanaugh. Egal, ob sexueller Mißbrauch, die versammelte Juraexpertise, nicht nur der Zuschauer sehen konnte, das der Mann gerade für so ein Richteramt nicht taugt. Genau der richtige Mann für Trump. Was sollte ihn aufhalten? Die offene Gesellschaft? Demos? Das US-Recht? Die "Lügenpresse"? Checks und balances? Das oberste Gericht der UN in Den Haag?

Die USA werden gerade mit jemanden wie Trump die "US-Stellung" nicht bewahren können. Muß ja auch nicht. Nichts in der Geschichte währt ewig. Trump präsentiert sich als größter US-Präsident aller Zeiten. In Wahrheit ist er der Abwickler. Wichtig ist für ihn, das seine von Papi geerbten Firmen aber von seiner Präsidenschaft profitieren können. :cool:
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