Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 4. Jun 2018, 07:21

Oha, dieser unfähiger Trump-Berater sieht eine Gefahr für die US-Wirtschaft.

Trump-Berater sieht Risiko für US-Wirtschaft

Die neuen US-Strafzölle könnten der Wirtschaft des Landes selbst schaden - das hat ein Berater von US-Präsident Donald Trump eingeräumt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 10980.html


Und das sagt ausgerechnet ein Berater. Was hat der da eigentlich für eine Funktion für Trump? Der arme Donald. Dolchstosslegende ick hör dir trapsen.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 4. Jun 2018, 13:01

Trump versucht divide et impera. Starke Gegner sollten immer getrennt geschlagen werden. Sah Napoleon schon so. Trump hat wohl auch so einen Komplex.

Bundesregierung verlangt Aufklärung über Äußerungen von US-Botschafter

Er wolle die Konservativen in Europa stärken: Mit dieser Interview-Aussage hat der neue US-Botschafter Richard Grenell für Verwunderung gesorgt. Berlin fordert nun eine Erklärung.


Aus den Parteien und den Fraktionen im Bundestag wurde Grenell für seine jüngsten Äußerungen gegenüber der Plattform Breitbart scharf kritisiert. Der FDP-Vize-Fraktionschef im Bundestag, Alexander Graf Lambsdorff, sagte dem SPIEGEL: " Als Botschafter vertritt Grenell sein Land, nicht eine Partei.


"Europas Bürgerinnen und Bürger lassen sich von einem Trump-Vasallen nicht sagen, wie sie wählen sollen. Ein US-Botschafter, der sich derart in demokratische Auseinandersetzungen einmischt, ist einfach fehl am Platz."

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 11090.html
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 8. Jun 2018, 08:13

Vorbei mit den Nettigkeiten?

Trump attackiert seine Partner vor G7-Treffen in Kanada


Aber jetzt machen die Regierungschefs aus ihrer Entrüstung keinen Hehl mehr. Der sonst so höfliche Trudeau erklärte, er sehe keinen gesunden Menschenverstand in den Strafzollaktionen des Weißen Hauses.

Trudeau und Macron haben sich am Donnerstag vor dem Gipfel in Ottawa getroffen. Kaum jemand glaubt, dass sich ihr Gespräch um den Plastikmüll in den Ozeanen und den Klimawandel gedreht hat, Themen, die Tru-deau ebenfalls auf die Agenda des Gipfels gesetzt hatte. Es ging wohl eher darum, wie man in La Malbaie mit Trump umgehen soll.

Schon revanchieren sich G7-Nationen für Trumps politische und wirtschaftliche Ohrfeigen. Kanada will im Gegenzug beispielsweise Strafzölle in der Höhe von rund zehn Milliarden Euro auf US-Güter aufschlagen. Das erbost Trump, der nun weitere Strafzölle für Kanada erwägt.


Einigkeit, wenn einer ausschert In La Malbaie geht es aber den sechs Regierungschefs letztlich darum, unter sich Einigkeit zu demonstrieren, auch wenn Trump ausschert.

Japans Botschafter in Kanada, Kimihiro Ishikane, sagte der Agentur Canadian Press, es gebe gegensätzliche Meinungen, "aber der springende Punkt ist, ob wir wirklich Solidarität demonstrieren können, Einigkeit ist hier die Frage." Es gehe um die Widerstandsfähigkeit der liberalen Demokratie und des freien Marktes.

Es gibt bereits Stimmen, die von "G6 plus eins" sprechen. Früher gab es eine G8-Gruppe, aus der Russland 2014 nach der Annektierung der Krim ausgeschlossen wurde. Es muss nicht so weit kommen, aber derzeit sieht es danach aus, als ob Trump nur einen Tag bleiben und vielleicht das Schlusskommuniqué nicht unterzeichnen würde. -

derstandard.at/2000081180427/G7-TreffenSechs-gegen-einen-beim


Sieht weiterhin eher nach Isolationstaktik Trumps aus. Wichtige Fragen und Punkte wie Plastikmüll etc. wird gar nicht mehr erwartet. Es geht praktisch nur noch darum Trump irgendwie einzudämmen und sich geschlossen zu halten.

Eine interessante Frage wird sein, ob nach Trumps ausscheiden (aus dem Amt) es wieder möglich sein wird, daß sich die USA dem Rest der Welt insbesondere den "Partnern" in Europa wieder so annähern kann, wie zu früheren Zeiten? Das kann bezweifelt werden.

"Trump ist das Ende der Illusionen für die Europäer"


Trump geht mit der EU wie Moskau und Peking um. Teile und Herrrsche. Da stellt sich die Frage, wer Freund, wer Feind ist?

Nullsummen-Ansatz Der Präsident habe, analysiert Brattberg, einen "Nullsummenansatz" in seiner Politik – es könne nur Sieger geben und Verlierer und nichts dazwischen. Damit könnten die Europäer nur schwer umgehen. Auch deswegen, weil Trump gemeinsame Interessen etwa China betreffend ohne Rücksicht auf Verluste unterminiere. Für diese US-Regierung spiele überdies die EU kaum eine Rolle. Washington verhandelt lieber mit den europäischen Hauptstädten als mit Brüssel – eine Strategie übrigens, die auch in Peking gefahren wird.


Keine Rolle für die EU

Dennoch, das transatlantische Verhältnis sei ein dicht gewobenes Netz aus gemeinsamen Interessen und gemeinsamer Identität, aus wirtschaftlicher Interdependenz und verbindenden Institutionen. So etwas zerreiße nicht über Nacht, meint Brattberg. Aber: "Die Europäer sollten davon abgehen zu glauben, sie könnten Trumps Weltsicht ändern." Das sei zuletzt dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und auch der deutschen Kanzlerin Angela Merkel bei deren Besuchen in D.C. vor der Strafzollentscheidung nicht gelungen. Stattdessen müsse Europa bis auf weiteres pragmatisch mit den Amerikanern zusammenarbeiten. Und wenn Trump wiedergewählt werden würde? Brattberg: "Das würde signalisieren: Das war kein Versehen. Amerika ist Trump."

derstandard.at/2000081100959/Trump-ist-das-Ende-der-Illusionen-fuer-die-Europaeer
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 8. Jun 2018, 09:55

King Kong 2006 hat geschrieben:(08 Jun 2018, 09:13)

Vorbei mit den Nettigkeiten?
Trump attackiert seine Partner vor G7-Treffen in Kanada

journalisten reden bereits über G6 + 1.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 10. Jun 2018, 12:26

Da hilft jetzt wohl nur noch Widerstand...? Es trifft nicht nur Staaten wie China, Indien, Iran, auch Europäer oder Kanadier. Einzig das Verhältnis zu Russland, Saudi-Arabien und Israel scheint für diese Achse "interessant" zu sein.

Donald Trump und das G7-Fiasko

Es hilft nur Widerstand

Der US-Präsident brüskiert die wichtigsten Partner beim G-7-Gipfel. Er folgt allein seinen Wünschen und Instinkten. Die Antwort der Europäer und Kanadier sollte eindeutig sein.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 12153.html


Pressestimmen zum G7-Gipfel

"Alles ausradiert mit einem Tweet"

Die Aufregung ist groß, seit Donald Trump die Erfolge des G7-Gipfels mit einem Tweet zunichte gemacht hat. Die internationale Presse wirft ihm vor, nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/p ... 12148.html


Reaktionen auf G7- Fiasko

"Amerikaner stehen an eurer Seite, auch wenn unser Präsident es nicht tut"

Das G7-Treffen war beendet, da ließ Donald Trump alles platzen. Andere Staatschefs, auch die Kanzlerin, setzen trotzdem weiter auf die Abmachungen. Kritik an dem Fiasko kommt auch aus Trumps eigener Partei.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/g ... 12128.html


Mag ja sein, Trump ist nicht die USA, aber der TV-Clown, der mit den zweitmeisten Wählerstimmen Präsident werden konnte, ist in der Lage Abkommen (Klima, Atom uvm.) einfach zu kündigen. Die Menschen können sich davon weder Wasser noch Essen kaufen, wenn man "an der Seite steht"... Bei so einem unzuverlässigen US-Amokpräsidenten.

Mit rechtschaffenden 1A Demokraten wie Putin, Bibi und Prince Charming aus Saudi-Arabien hat Donald wenig Probleme. Das sind wenigstens Kerle, die ihr Ding durchziehen und wenig Rücksicht nehmen. :D

Putin wirft G7 "Gelaber" vor - und will Trump treffen

Spaltung auf der einen, Annäherung auf der anderen Seite: Russlands Staatschef Wladimir Putin will möglichst bald mit US-Präsident Donald Trump zusammenkommen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/w ... 12140.html


Der Präsident ist noch übler als G.W.Bush. Dachte nicht, das das wirklich zu toppen wäre. Fragt sich aber, für wen übel? :cool:

Terminator Trump ist nicht paktfähig

US-Präsident Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt schon zahlreiche internationale Abkommen zerrissen – das transpazifische Handelsabkommen TPP, das Pariser Klimaabkommen, den Atomdeal mit dem Iran. So schnell wie das Schlusskommunique des G-7-Gipfels in Kanada ist allerdings noch nie ein Papier bei ihm in Ungnade gefallen.


Trump mag Putin mehr als Trudeau

Trump hasst jede Form des Multilateralismus, der Grundlage der Weltordnung seit 1945. Instinktiv lehnt er die Uno, die Nato, die G7, die WTO und alle anderen Verbände ab, in dem mehrere Staaten zusammensitzen und Kompromisse aushandeln müssen. Er will nur Staat zu Staat – oder noch besser Mann zu Mann – verhandeln, so wie bei Immobiliendeals. Dieser Instinkt ringt auch das westliche Verteidigungsbündnis, die Nato, in Gefahr.

Trump schätzt autoritäre Führer und mag keine demokratischen Politiker. Er wäre lieber mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Tisch gesessen als mit dem kanadischen Premier Trudeau, den er im Tweet als "unehrlich und schwach" beschimpfte. Und jetzt freut er sich auf das Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un in Singapur. Der junge Tyrann ist ein Mann ganz nach seinem Geschmack. Dafür ist Trump auch vom Gipfel früher abgereist. -


Trump lässt seine "Partner" im Regen stehen und will sich lieber mit dem jungen Diktator, einen ganzen Kerl treffen.

Gute Chancen für Kim Jong-un

Für den kommenden Gipfel mit Kim ist das ein böses Omen. Trump hat bereits erklärt, dass er sich für das Treffen nicht vorbereitet, sondern sich von seinem Instinkt leiten lassen wird. Das gibt dem schlauen Diktator aus Pjöngjang viele Möglichkeiten, das meiste für sich aus dem Treffen herauszuholen.

derstandard.at/2000081291767/Terminator-Trump-ist-nicht-paktfaehig


Ok, sagen wie die Achse Trump-Putin-Netanjahu-Prince Charming-Kim. Der Rest muß zusehen. ;)
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 10. Jun 2018, 16:06

Spannende Zeiten, nicht das erste Mal, das man sich an die 30er des 20.Jahrhunderts erinnert fühlt.

Wie US-Präsident Trump die internationale Handelsordnung zerstört

Der freie Welthandel gilt als Dogma. Mit seinem Eklat beim G7-Gipfel hat Donald Trump dessen Ende eingeläutet.


Seit der US-Präsident regiert, ist die Liberalisierung des Welthandels zum Stillstand gekommen, weil eine neue Denkweise Einzug gehalten hat.


Gestützt und verbreitet wurde diese Überzeugung maßgeblich von den USA, die ihren Unternehmen möglichst freien Zugang zu möglichst vielen Märkten verschaffen wollten - und die leidvoll aus der Geschichte gelernt hatten, was ein Handelskrieg bedeuten kann. Während der Großen Depression in den Dreißigerjahren hatten die USA angesichts ihrer Wirtschaftskrise nämlich schon einmal Hunderte Importzölle erhöht. Viele Handelspartner reagierten damals ihrerseits mit Schutzzöllen, wodurch die Krise nur verlängert wurde.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 12171.html


Schon 2016:

It's not the 1930s. But Donald Trump should scare us all the same

Kira Goldenberg

Public figures have compared America now to Germany 80 years ago. While there are terrifying similarities, we can face them down

https://www.theguardian.com/commentisfr ... p-campaign


Trump is on path to full-scale trade war: first China, then Europe

Larry Elliot

https://www.theguardian.com/business/20 ... hen-europe


Nun kann man sagen, daß Trump nur ein Symptom der Zeit ist. Mag sein, aber durch seinen aktiven destruktiven Handlungen ist er kein Getriebener. Keiner zwingt ihn das zu machen. Machte ja auch Obama nicht.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 10. Jun 2018, 22:05

Das zum Thema "Dolchstosslegende"...

"Platz in der Hölle": Trumps Handelsberater macht Trudeau unerhörte Vorwürfe

Navarro nennt es freundlich, dass Trump überhaupt zum Gipfel fuhr.


Trudeau sei “unehrenhaft und schwach”.


Es gibt in der Hölle einen speziellen Platz für jeden ausländischen Regierungschef, der mit Präsident Donald J. Trump arglistig Diplomatie betreibt und ihm dann einen Dolch in den Rücken stößt, sobald er ihm den Rücken zuwendet. Das hat der arglistige Justin Trudeau mit der trickreichen Pressekonferenz gemacht.”

https://www.huffingtonpost.de/entry/pla ... b7a0de4f50


Das war zu erwarten. Wenn der großartige Staatsführer der USA, Trump, nicht seine großartigen Visionen umsetzen kann, dann liegts daran, das ihm arglistig ein Dolch in den Rücken gestossen wurde. Von unehrenhaften, schwachen Menschen.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 10. Jun 2018, 23:19

Gegenwehr. So etwas aus dem Munde von Angela Merkel hieße übersetzt bei Trump, "Dich mache ich fertig!". Also, ungewohnt direkt. ;)

Kanzlerin Merkel bekräftigt Gegenwehr im Handelskrieg

"Wir lassen uns nicht eins ums andere Mal über den Tisch ziehen"

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 12202.html


Dramatisch könnte es sogar für Trump werden, wenn sich Inder, Iraner, Chinesen und Russen beim Widerstand mitkoordinieren würden. Zumindest von den arabischen Prinzen würde Trump wohl (finanzielle) Zuwendungen bekommen. Das ist natürlich illusorisch. Aber tatsächlich ist Trump in der Gegenwart die größte Gefahr.

Wobei Putin sich hüten wird Trump zu kritisch anzugehen. Trump wüten zu lassen ist eine großartige Gelegenheit.

Störe Deinen Feind nie, wenn er gerade Fehler macht.

Napoleon I. Bonaparte

(1769 - 1821), französischer Feldherr und Politiker, Kaiser der Franzosen von 1804-1814/15
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 13. Jun 2018, 09:22

Rückzug auf Raten in Fernost?

Ganz wesentlicher Erfolg des Gipfels ist die Einstellung der Militärübungen der USA. Zum Entsetzen Japans und Südkoreas. Trump meinte ja, das die sowieso zu teuer wären. Die "Verbündeten" in Asien sehen sich ähnlich von Trump vor dem Kopf gestossen, wie die "Verbündeten" in Europa. China und NK sagt das schon zu. Die Reduzierung des US-Militärs. Auch bröckelt die Sanktionsfront. Letztendlich ein weiterer Rückzug der USA. Nicht nur aus Nahost.

Nordkorea-Gespräche

No Big Deal

Was haben Donald Trump und Kim Jong Un eigentlich vereinbart? Vor allem die Zusage des US-Präsidenten, Militärübungen zu beenden, sorgt für reichlich Verwirrung.


In den nordkoreanischen Medien wird dies bereits als das eigentliche große Gipfelergebnis gefeiert, denn Trump hat damit eine uralte Forderung aus Pjöngjang erfüllt. Große Zugeständnisse musste Kim dafür seinerseits praktisch nicht machen.


Trumps eigenes Verteidigungsministerium reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung des Präsidenten. Eine Sprecherin des Oberkommandos der US-Armee in Südkorea erklärte, man habe bislang keine Angaben darüber erhalten, wie künftig mit Militärübungen verfahren werden solle. Ähnlich äußerte sich die Regierung von Südkorea. Dort war man über Trumps Vorstoß wohl nicht vorab informiert. Man versuche noch herauszufinden, was das alles bedeute, hieß es in Seoul diplomatisch.


Wenn es deswegen Probleme geben wird, sprich die USA halten sich nicht daran, dann wars das mit den Verhandlungen.

Der japanische Verteidigungsminister erklärte, die Militärpräsenz der USA in Südkorea und die gemeinsamen Manöver seien wichtig für die Sicherheit in Ostasien. Sein Land werde an den gemeinsamen Manövern mit den USA ebenso festhalten wie am Ausbau seiner Verteidigung gegen mögliche Raketenangriffe aus Nordkorea.

Gerade für die Südkoreaner sind die gemeinsamen Militärübungen ein heikler Punkt: Zwar freut man sich in Seoul sehr, dass Trump die Spannungen mit Nordkorea abbauen will. Doch Seoul verlässt sich beim Schutz vor dem Norden (und auch vor China) auch weiterhin auf das Bündnis mit den USA. Alles, was darauf hindeuten könnte, dass Washington die Anzahl seiner Truppen oder sein Engagement in der Region verringern könnte, bevor es eine echte Friedenslösung gibt, wird mit Sorge gesehen.


Zugleich könnten sie schon bald einen anderen wichtigen Hebel verlieren - die scharfen Sanktionen gegen Pjöngjang. Zwar beteuert Trump, dass Nordkorea auch weiterhin erst dann Erleichterungen erhalten solle, wenn es wirklich nachprüfbare Schritte zur Denuklearisierung einleite. Doch schon jetzt bröckelt die Front an dieser Stelle.

China, das für 90 Prozent des Handels mit Nordkorea verantwortlich zeichnet, deutete indirekt an, dass über eine schrittweise Lockerung der Sanktionen nachgedacht werden könne. Auch Trump räumte ein, dass es hier wohl Bewegung gebe: China habe bereits den Handel an der Grenze ein Stück weit wiederaufgenommen, stellte Trump fest. "Aber das ist okay."


Trump knickt ein. Es wurde zwar versucht, mit viel Hollywoodshow etwas "Großartiges" zu zeigen und ihn als starken Mann, aber unter dem Strich, knicken die USA wie in Nahost jetzt in Fernost ein.

So wächst auch in Trumps eigener Partei weiter die Skepsis gegenüber den Verhandlungskünsten des eigenen Präsidenten. Offenbar gefällt auch da manchen nicht, wie Trump den Diktator aus Pjöngjang umschmeichelt. Senator Marco Rubio, Republikaner aus Florida, kritisierte speziell Trumps Äußerungen, Kim Jong Un sei eine "tolle Persönlichkeit" und habe "Talent".

"Kim ist kein talentierter Kerl", schimpfte Rubio bei Twitter. "Er ist ein totaler Spinner, den sie in einer Demokratie nicht einmal zum stellvertretenden Hundefänger wählen würden."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/w ... 12614.html
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 15. Jun 2018, 09:37

Trump ist Gottgewollt. Sozusagen die christliche Theologie, nein Theokratie. Damit haben absolutistische Herrscher einst argumentiert. Kritik an der Macht ist praktisch Kritik an Gott. Die Herrschaft ist durch Gott legitimiert.

Trennung von Familien

Sessions verteidigt US-Einwanderungspolitik mit Bibelzitat


Besonders die Praxis, illegal eingewanderte Familien auseinanderzureißen und mitunter minderjährige Kinder von ihren Eltern zu trennen, stößt auf Kritik.


Diese Abschreckungspolitik hat Washington auch von der Uno scharfe Kritik eingebracht, welche darin einen Verstoß gegen die Menschenrechte sieht.


US-Justizminister Jeff Sessions hat das Vorgehen mit einem Bibelzitat gerechtfertigt. "Ich möchte auf den Apostel Paulus und seine klare und weise Anordnung im Brief an die Römer 13 verweisen, wonach die Gesetze der Regierung befolgt werden müssen, weil Gott die Regierung zu seinen Zwecken eingesetzt hat", sagte Sessions.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/j ... 13097.html


Nun ja. Einwanderungspolitik ist da gar nicht der springende Punkt. Auch die brutale Selektierung der Kinder von den Eltern. Der springende Punkt ist, daß offenbar die Trump-Administration sich von Gott erwählt anssieht. Das hat ja so ähnlich schon Trump selbst verlautbart. Zumal die Fanbase sich ja nicht unerheblich aus diesen Kreisen speist. Also bible belt, Kreationisten usw.

Trump könnte damit vielleicht in Nahost oder in Russland so manche Türe öffnen... Mit den saudischen Prinzen Hütern der Heiligen Stätten des Islams hat er schon den Säbeltanz hingelegt. Auch mit Putin, der sich gerne mit orthodoxen Würdenträgern und Symbolen umgibt, scheint es geheimnisvolle Bande zu geben. Und auch mit Netanjahu.

Der arme Paulus, der verzweifelt mit seinen Briefen versuchte die frühe christliche Gemeinschaft in Kleinasien zusammenzuhalten muß für eine Menge christliche Legitimation herhalten. Für die Sklaverei (USA bis 1865), für die untergeordnete Rolle der Frau (im Leben, wie in der Kirche) usw. Jetzt bemüht ihn die Trumpadministration - keine Kritik an Trump! Das ist Gotteslästerei! Das Christentum hat Paulus unendliches zu verdanken, aber auch diese Thematik.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 15. Jun 2018, 23:06

So möchte Trump sein Land führen. Nachdem er vor einem nordkoreanischen General salutierte (Monate vorher versprach er noch Feuer und Rauch für diese) nun weitere Worte der Begeisterung:

In einem Interview macht er sich sogar über Exekutionen lustig.

"Wissen Sie, er ist der Führer eines Landes, ein starker Führer, lassen Sie sich nichts anderes erzählen. Er spricht, und seine Leute sitzen gerade und hören ihm zu. Ich will, dass meine Leute das genauso machen."


Dann spricht ihn der Interviewer darauf an, dass Kim kurz vor dem Treffen drei Top-Generäle entlassen haben soll. "Er hat sie mindestens gefeuert", wiederholt Trump zweimal. Und dann: "'Gefeuert' könnte sehr nett formuliert sein."

Damit spielt er offenbar darauf an, dass Kim seine Kritiker - unter anderem den eigenen Onkel - eben nicht nur aus dem Amt entfernt, sondern Berichten zufolge mehrere von ihnen auch umbringen lässt. So soll er seinen Verteidigungsminister zur Tötung freigegeben haben, weil der während einer Veranstaltung eingeschlafen war.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 13228.html


Putin, Netanjahu, Prinze Mohammad bin Salman, Erdogan, Kim, das sind Männer nach dem Geschmack des US-Präsidenten.

China holt inzwischen aus.

Handelskrieg

Zoll um Zoll

China reagiert auf die Ankündigung von US-Präsident Trump, vom 6. Juli an Einfuhrzölle von 25 Prozent auf mehr als 1100 Produkte zu erheben. Die Volksrepublik kündigt Vergeltungszölle in gleicher finanzieller Höhe an.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 13311.html


China, Deutschland, Kanada, Mexiko, Iran uvm. kann er immer noch nicht leiden. Vermutlich zuwenig starke (männliche) Führer? Vor allen Dingen akzeptieren sie ihn nicht als Führer.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 18. Jun 2018, 17:55

Trump gerät offenbar etwas unter Druck. Nicht nur international, sondern auch von Parteikollegen. Man ist mit der Selektion der Kinder irgendwie nicht einverstanden. Nachdem in Fernost alles geklärt ist, wird er auch damit aufräumen. Zunächst verweist er mit bekannten Lügenmärchen auf die Lage in Deutschland.

Trump blamiert sich mit Tweet voller Lügen

US-Präsident Trump gerät wegen der Trennung von Familien an der US-Grenze unter Druck - und versucht offenbar, seine Flüchtlingspolitik mit dem Beispiel Deutschland zu rechtfertigen. Doch die Fakten dazu stimmen nicht.


Derzeit steht Trump für seine rigide Einwanderungspolitik in der Kritik - auch vonseiten der Republikaner. Besonders umstritten ist, dass Grenzschützer illegal eingereiste Migranten von ihren Kindern trennen (mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier). Daran äußerte etwa der Uno-Menschenrechtsbeauftragte Seid al-Hussein scharfe Kritik.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 13653.html


Man stösst dem Mann dauernd Dolche in den Rücken. Dem armen Mann.

Herrschaft der Kleptokraten

Luxusreisen auf Staatskosten, Werbung für Privatgeschäfte, keine Trennung von Business und Politik: Donald Trump, seine Familie und Minister scheinen sich um Moral nicht zu scheren. Wer zockt wen ab? Der Überblick.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 13319.html
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 18. Jun 2018, 22:54

Während Trump die USA zunehmend global isoliert, hat er größeres im Sinn. Es wird grenzenlos sein. Trump befiehlt.

Trump befiehlt Schaffung von Weltraumarmee

https://www.n-tv.de/politik/Trump-befie ... 86731.html




Die Vereinigten Staaten haben allerdings den Weltraumvertrag ratifiziert, nach dem die Stationierung von Massenvernichtungswaffen im All verboten ist. Zudem dürfen Himmelskörper wie der Mond nur für friedliche Zwecke genutzt werden.

http://www.faz.net/aktuell/politik/trum ... 46999.html


Aus seinen witzigen Gedanken formt er die Realität.

Zuerst hatte ich das nicht ernst gemeint. Doch dann dachte ich mir: Was für eine großartige Idee, vielleicht sollten wir das machen!"

http://www.bento.de/gadgets/donald-trum ... n-2185520/


Jo, das wird teuer. Vielleicht macht seine Strategie nun Sinn. Handelskrieg mit der Welt. Zölle für die EU und China. Kündigen von teuren Klimaschutzmaßnahmen. Rückzug aus Nah- und Fernost. Zum Aufbau einer Space-Force!
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 20. Jun 2018, 18:09

Betreffs der Threadthese.

USA nach Austritt aus UN-Menschenrechtsrat global fast isoliert

Weltweit Kritik geerntet – Europäer bedauern Verlust eines Verbündeten – Nur Israel ist zufrieden


Immerhin ist er gut Freund mit dem saudischen Prinzen Salman und Kim. Diese warmherzigen und lobende Worte des US-Präsidenten für den Führer NKs kamen nicht einmal Moskau, Teheran oder Peking über die Lippen.

Der Austritt passt in das Bild, das TV-Star Trump gerne zelebriert. Der Gewinner. Die USA haben nicht mehr die Kraft, wie dazumal. Das sah man auch an der Verurteilung Israels in der UN. Warum in einem Gremium sitzen, das man nicht dominieren kann? Dort gewinnen kann. Trump kennt nur schwarz und weiß. Alpha-Männchen Trump sieht das als Niederlage, als Loosertum an. Dann lieber weiterer Rückzug.

Zudem habe kein Land eine völlig saubere Weste. Erst am Montag hatte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Ra'ad al-Hussein, bei der Eröffnung der Ratssitzung die USA scharf kritisiert. Es ging um die Praxis, neuerdings Migrantenkinder an der Grenze zu Mexiko von ihren Eltern zu trennen und teilweise in Drahtkäfigen festzuhalten.


Kritik im Inland

Auch die US-Demokraten verurteilten den Schritt. Der Rat sei nicht perfekt, aber der Rückzug zeige, dass die Trump-Regierung beim Thema Menschenrechte keine Führungsrolle in der Welt übernehmen wolle, meinte Senator Chris Coons. Die Organisation Oxfam warf der Regierung vor, kurzsichtig zu handeln. Amnesty International erklärte, die Entscheidung zeige Trumps völlige Missachtung von Grundrechten.

Der Rückzug ist ein Beispiel für die zunehmenden Alleingänge Washingtons. Es ist nicht das erste Mal, dass die US-Regierung unter Trump einer internationalen Organisation oder Vereinbarung den Rücken kehrt. Im Oktober 2017 kündigte sie den Austritt der USA aus der Unesco an, ebenfalls wegen angeblicher "anti-israelischer Tendenzen".

derstandard.at/2000081937869/USA-nach-Austritt-aus-UN-Menschenrechtsrat-global-fast-isoliert


Man kann sagen, das es womöglich inhaltliche Gründe gäbe. Grundsätzlich ist das ein weiteres Symptom für einen Rückzug der USA unter Trump. Isolation ist nur ein anderes Wort.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Do 21. Jun 2018, 20:48

Trumps globaler Handelskrieg scheint erste Ergebnisse zu zeigen.

Amerikas Bauern proben den Aufstand

Die Verlierer von Donald Trumps Handelskrieg machen mobil: US-Farmer fürchten, dass sie auf ihrer Ernte sitzen bleiben - dabei hatten sie Trump einst gewählt.


Mary Buchzeiger war zum letzten Mal in Washington, als sie 13 war. Auf einem Schulausflug besuchte die damalige Achtklässlerin das politische Zentrum der USA. Dreißig Jahre später ist sie jetzt wieder in die Hauptstadt gereist. Diesmal als erfolgreiche Unternehmerin, Trump-Wählerin - und Widerstandskämpferin gegen die Handelspolitik des Präsidenten.

Die Stahlzölle bedrohten ihre Firma, und genauso gehe es vielen anderen in den USA, warnte die 43-Jährige bei einem emotionalen Auftritt im Handelsministerium. "Ich kämpfe um das Überleben meines Unternehmens und für die Existenzgrundlage meiner Arbeiter. Und ich kämpfe darum, eine komplexe Auto-Lieferkette zu schützen, die Hunderttausende Jobs in den USA schafft."

Buchzeigers Lucerne International liefert die Türscharniere für den Jeep Wrangler, "polierte Juwelen", wie sie sagt. Die Firma sitzt im Bundesstaat Michigan, fertigt aber fast alle Teile in China. Der 25-prozentige Strafzoll auf Stahl treffe 90 Prozent ihres Geschäfts, sagt sie. Eine derartige Kostenexplosion könne ihr Betrieb nicht verkraften.

Viele Unternehmen in Amerika stellen derzeit fest, dass sie auf der Verliererseite von Trumps Handelskrieg gegen den Rest der Welt stehen. In der ersten Runde hat es diejenigen getroffen, die Stahl oder Aluminium aus dem Ausland beziehen: Bierbrauer, die in Dosen abfüllen, genauso wie die Autozulieferer im Mittleren Westen, die unter hohem Wettbewerbsdruck stehen. Firmen wie der Stahlrohrhersteller Borusan Mannesmann Pipe haben ihre Investitionspläne vorläufig gestoppt, weil sie noch auf eine Ausnahmegenehmigung des Handelsministeriums hoffen. Der schwedische Haushaltsgerätehersteller Electrolux hat eine Erweiterung seines Werks in Tennessee vorerst abgesagt.


Andere richten sich auf das Schlimmste ein. Es gebe weltweit nur vier Lieferanten für den speziellen Rohstahl, den man benötige, sagte Dave Campbell, Betriebsleiter des Sägenherstellers Simonds International in Big Rapids, Michigan, dem Sender NPR. "Zwei davon in Europa und zwei in China." Der Präzisionsteilehersteller Pioneer Service in Addison, Illinois, bekam zu spüren, was denen passiert, die die Mehrkosten auf ihre Käufer abwälzen wollen: Ein langjähriger Kunde habe sofort zwei Aufträge im Umfang von 60.000 Dollar storniert, berichtete Eigner Aneesa Muthana dem "Wall Street Journal".


Noch lauter aber ist der Aufschrei ausgerechnet in dem Berufsstand, den Trump fest hinter sich glaubt: Amerikas Bauern. Sie treffen die von China, Kanada und Mexiko verhängten Gegenmaßnahmen unmittelbar. 2017 war China mit fast 20 Milliarden Dollar der zweitgrößte Markt für landwirtschaftliche Produkte aus den USA


Das Schlimmste steht erst noch bevor

Das Schlimmste aber steht den Farmern erst noch bevor. Trump hat sich mit fast allen Wirtschaftspartnern der USA angelegt, und die Gegenmaßnahmen greifen erst allmählich.(...)

http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 13941.html


Trump liebt die Herausforderungen. Und Gegner. Dafür riskiert er Zerstörung und Destruktion. Mit Partnern, mit Abkommen. Damit er sich beweisen kann. Ob sie Klima heißen, Europa oder sonstwie. Alle müssen da in seinem Spiel mitmachen. Notfalls die eigenen Wähler und Kinder in Käfigen an der Grenze. Das einzig bemerkenswerte an der Figur Donald Trump ist, daß er soweit kommen konnte und das er so wüten kann. Erstaunlich. Vielleicht kann der Handelskrieg ein Regime Change in den USA bewirken? :?:

Wie einst Napoleon zieht er seine (politische) Existenz aus dem Kampf und der Konfrontation. Findet sie nicht unentwegt statt, statt ein ruhiger Lauf, fürchtet er um seine Legitimation und fühlt sich offenbar nicht mehr wichtig und gebraucht. Bzw. mehr als Kampf kann er gar nicht bieten oder leisten. Solche Menschen sind "problematisch". Weil primär andere darunter leiden.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 1. Jul 2018, 19:48

TV-Star Trump hat es mit üblen Gegnern zu tun.

Trump zum Handelsstreit

"Die EU ist so schlimm wie China"

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 16052.html


Na mal gut, daß er so liebe Freunde wie Putin und Netanjahu hat. ;)

Und den arabischen Prinzen.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » So 8. Jul 2018, 12:17

Eine Strategie um Folgen wie die verherrenden Kriege WWI und WWWII zu entgehen war die stärkere Vernetzung. Trump hebt dies auf. Dreißiger Jahre?

Überleben im Handelskrieg

Von China lernen

Donald Trump zerlegt den Westen, die Europäer sind darauf nicht vorbereitet - und bleiben wirtschaftlich auf die USA angewiesen. Von China ließe sich lernen, wie man der Falle entkommt.


Der von Trump angezettelte Handelskrieg nimmt Fahrt auf. Seit Freitag gelten US-Strafzölle gegen China, von Peking umgehend beantwortet mit Gegenzöllen. Auch deutsche Konzerne sind betroffen, darunter Daimler und BMW, die ihre in den USA gefertigten SUVs auch nach China exportieren.


Die globale Handelsordnung ist in Auflösung begriffen - jenes System, auf das sich gerade die EU und insbesondere Deutschland jahrzehntelang verlassen haben. Wie wird die Welt danach aussehen? Was können wir tun?

Chinopa bleibt eine Schimäre

Um einen Handelskrieg jeder gegen jeden - wie in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts - zu verhindern, bilden sich derzeit neue Allianzen. In Asien bemühen sich China, Japan, Südkorea, Australien und diverse andere Länder um vertiefte Handelsverträge.

Parallel dazu umwirbt China die EU. Es geht um eine vertraglich abgesicherte intensivierte Zusammenarbeit und ein gemeinsames Vorgehen gegen die USA vor der Welthandelsorganisation WTO. Montag kommt Chinas Premier Li Keqiang zum deutsch-chinesischen Wirtschaftsforum nach Berlin. In der Woche darauf trifft man sich in Peking zum China-EU-Gipfel.


Wir sind auf die neue Ära der globalen Blockbildung nicht vorbereitet, weder ökonomisch noch militärisch. Bislang waren die Europäer nicht in der Lage, sich zu einer tiefgreifenden Stärkung ihrer Strukturen durchzuringen. Das betrifft die Institutionen der Währungsunion genauso wie die Frage der gemeinsamen Verteidigung.

Solange sich daran nichts ändert, bleiben wir auf die USA angewiesen - und damit auf Trump.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 17215.html


Trump versucht mehr oder weniger einzelne Staaten aus der EU herauszubrechen. Mit bilateralen Gesprächen. Gegner getrennt schlagen. Wie in Nahost. Oder wie er es in Fernost versucht. Zuletzt mutmaßlich mit dem Angebot an Macron, daß Frankreich doch die EU verlassen könne, dann wäre viel mehr möglich... Dementis gab es dazu wohl nicht.

Trump hat vermutlich mit Europa leichteres Spiel als mit China. Aber diese Manöver sind auch die Chance, daß die EU sich emanzipiert. Ähnlich wie G.W.Bush Anfang 2000 versuchte in Nahost noch mal zu versuchen den USA den Boden langfristig zu bereiten, bevor der Zenit überschritten wird, als Supermacht, versucht Trump offenbar einen der stärksten Konkurrenten, die EE noch einen mitzugeben. Letztendlich sind das eher Rückzugsgefechte, denn gewaltige Offensiven.
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 9. Jul 2018, 19:48

Wer hätte das einmal gedacht. Trump machts möglich.

Deutsch-chinesischer Gipfel

Zwangsvereint gegen Trump

Die freie Marktwirtschaft und Chinas Staatskapitalismus gleichen sich wie Coca-Cola und Jasmintee. Dank eines zollwütigen US-Präsidenten müssen sich Kanzlerin Merkel und Premier Li nun trotzdem um Einigkeit mühen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 17442.html


U.S. IRAN DEAL EXIT BRINGS RUSSIA AND CHINA CLOSER TO EUROPE AS THEY MEET BEHIND TRUMP’S BACK

http://www.newsweek.com/us-iran-deal-ex ... ck-1011890
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 11. Jul 2018, 08:05

Mal schauen wozu Trump in der Lage ist in dem Fall der NATO "zu wirken". ;)

Beim Nato-Gipfel in Brüssel wollen die transatlantischen Partner noch näher zusammenrücken, die EU-Länder ihr eigenes Gewicht im Bündnis erhöhen. Die Frage ist, ob US-Präsident Trump das zulässt oder Streit forciert

https://derstandard.at/2000083213597/Zi ... ato-Gipfel
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Re: Isolation oder Bewahrung der globalen US-Stellung? Die Protokolle von Greenwich

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mi 11. Jul 2018, 10:28

Trump versucht Europa auseinander zu bringen. Er bezeichnet Deutschland eine Geisel Russlands! Er beruft sich auf die Abhaengigkeit Deutschlands von russischem Erdgas. Wenn jemand eine Geisel Russlands ist, dann ist es er selbst. Denn ohne Putins Hilfe waere er nicht der Praeser der USA

Es wird immer dringlicher diesen fiesen "Cowboy" zu isolieren und den US klar zu machen OHNE UNS

Eine klare gemeinsame Aussage Europa's das eine USA unter Trump nicht laenger ein Partner sein kann

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 17801.html
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