Präsidentschaftswahl USA 2016

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schokoschendrezki
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon schokoschendrezki » Di 24. Jan 2017, 11:50

Nomen Nescio hat geschrieben:(13 Jan 2017, 11:26)

leider ja, auch wenn da manche frage bleibt.

die folge aber könnte groß sein. jetzt wir schon geredet über ein impeachment when es tätsächlich solche filme gibt. denn er verneinte dauernd, hat er das amerikanische publikum belogen. ob das reicht ?? was anders wäre ob seine geschäfte mit rußland sauber sind.
interessant ist dies, worin etwas zu lesen ist über die untersuchung des staatsanwalt nach dem handeln der FBI.


Den Versuchen von Manipulationen der Präsidentschaftswahl von außen sollte man nachgehen ... die Effekte werden aber kaum an die Verzerrungen heranreichen, die sich aus ganz normaler Wahlpraxis ergeben. Hier mal eine kurze Auflistung:

- die Hürden bei der Wählerregistrierung. In manchen US-Staaten muss dafür eine Geburtsurkunde oder die Einbürgerungspapiere beigelegt werden. In manchen Staaten reicht ein ausgestellter Waffenschein zur Registrierung, ein amtlicher Studentenausweise jedoch nicht.

- die Mehrfachregistrierung in verschiedenen US-Staaten und gleichzeitig und noch mehr: Die Maßnahmen, die gegen diese Mehrfachregistrierung ergriffen werden (Crosscheck). Die für diesen Crosscheck verwendeten Verfahren sind in vielen Fällen - vorsichtig gesprochen - fragwürdig. Nicht jeder James Brown, der in Staat A registriert wurde, ist in Staat B dieselbe Person. Nicht einmal, wenn man das Geburtsdatum beim Vergleich hinzuzieht. Ein US-Forschungsteam hat berechnet, dass etwa in Iowa für jeden tatsächlichen illegalen Doppelwähler zirka 200 (!) Wähler fälschlicherweise aus den Verzeichnissen mit gestrichen wurden.

- in "besseren Gegenden" gibt es sowohl mehr und bessere Wahllokale als auch bessere Wahlschein-Scanner als in "Problemgegenden". Die Scanner-Qualität ist deshalb entscheidend, weil nicht ein Kreuz gemacht sondern ein Kreis ausgemalt werden muss.

usw. usf.

Im Ergebnis dieser vielen verschiedenen Maßnahmen ergibt sich ein klarer Bias zuungunsten von Schwarzen, Studenten, ethnischen Minderheiten, sozial Benachteiligten und zugunsten der republikanischen Partei.

Ein weiteres (vielleicht noch größeres) Problem ist die weitgehende gesellschaftliche Übereinkunft, diese Problematik nicht zu problematisieren. Zumindest nicht nach außen. Die USA haben nach wie vor die City Upon a Hill zu bleiben. Ein einsamer Experte, Greg Palast, Journalist bei der US-amerikanischen Ausgabe des Rolling Stone, bemüht sich seit Jahren, ein Problembewusstsein zu untermauern.

Wen's näher interessiert, hier ein Tip: Wahlsystem USA: Die defekte Demokratie
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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immernoch_ratlos
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon immernoch_ratlos » Mi 25. Jan 2017, 10:01

"America first" - toll - wobei lt. dem "ofenfrischen Präsidenten" dort schlimme Dinge :? vorgegangen sein sollen meint er doch :
Trump (tweeted) hat geschrieben:In addition to winning the electoral college in a landslide, I won the popular vote if you deduct the millions of people who voted illegally.
:x Ob er da nicht "ein ganz klein wenig" übertreibt ?

Nun, auch hier sind Studien - mögen sie noch so peinlich genau und aussagekräftig sein - eher wenig beliebt. Wird "im Land der Freien" wohl kaum anders sein. Dennoch es gibt sie in entsprechender Größe seit 2016.12.02 :
Quelle hat geschrieben:
Abstract


During the 2016 presidential campaign, Donald Trump repeatedly claimed that the presidential election would be tainted by massive voter fraud. Despite winning the presidency, Trump has maintained that position through November.

We suspected prior to the election that fraud allegations might dominate the post-election political landscape, and to this end we initiated a research project with the objective of evaluating the relationship between election returns and potential sources of fraud in the vein of Trump’s claims.

Our research focuses on non-citizen populations, deceased individuals, the timing of results, and voting technology, and we do not uncover any evidence consistent with Trump’s assertions about widespread voter fraud. Moreover, we do not observe any striking abnormalities in two sets of states recently highlighted as potentially problematic: Michigan, Pennsylvania, and Wisconsin (the subject of ongoing recount efforts) and California, New Hampshire, and Virginia (three states cited personally by Trump).

Our results do not imply that there was no fraud at all in the 2016 presidential contest, nor do they imply that this contest was error-free. They do strongly suggest, however, that the voter fraud concerns fomented and espoused by the Trump campaign are not grounded in any observable features of the 2016 presidential election.
Was nun (in englischer Sprache) kommt, enthält ca. 13tausend Wörter und besteht aus ~82tausend Zeichen und hübschen Grafiken. Trump kommt dagegen locker mit 25 Worten und 140 Zeichen aus, seine liebsten Wählern reicht das vollkommen - willkommen im "alternativfaktischen 21. Jahrhundert"..... :mad2:
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Kibuka » Di 2. Mai 2017, 12:33

Pünktlich zum Erscheinen des Buchs über Hillarys Kandidatur gibt es einen guten Artikel in der Basler Zeitung.

Und genau wie von mir damals geschrieben, kann man die Kandidatur mit dem folgenden Satz zusammenfassen.

Clinton wollte Präsidentin werden, weil sie Präsidentin werden wollte.

http://mobile2.bazonline.ch/articles/59 ... 4124000001
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Nomen Nescio
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 20. Mai 2017, 14:27

nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«

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