Präsidentschaftswahl USA 2016

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Wer wird Präsident?

Hillary Clinton
48
39%
Donald Trump
58
47%
anderer Kandidat
18
15%
 
Abstimmungen insgesamt: 124
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon zollagent » Fr 17. Nov 2017, 10:37

SirToby hat geschrieben:(17 Nov 2017, 08:51)

Sind sie nicht. Ich finde es höchst merkwürdig, dass einige Leute meinen, Sanders hätte bei einer Nominierung Trump geschlagen.

Ich vermute eher, dass Trump dann nicht nur nur die Majority, sondern auch die Populär Vote gewonnen hätte.

Das dürfte sich aber mittlerweile geändert haben. Inzwischen würden Trump nur noch die Hoffnungslosen oder seine Hardcore-Hillbilly-Fans wählen. Diejenigen unter ihnen, die sich immer noch öffentlich als "Trump-Supporters" bezeichnen, werden eher belächelt.
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Provokateur » Fr 17. Nov 2017, 10:40

zollagent hat geschrieben:(17 Nov 2017, 10:37)

Das dürfte sich aber mittlerweile geändert haben. Inzwischen würden Trump nur noch die Hoffnungslosen oder seine Hardcore-Hillbilly-Fans wählen. Diejenigen unter ihnen, die sich immer noch öffentlich als "Trump-Supporters" bezeichnen, werden eher belächelt.


Fraglich ist, von wem. Fox unterstützt Trump immer noch mit Pauken und Trumpeten; und diejenigen, die vornehmlich Fox konsumieren, sind auch immer noch pro Trump. Und das ist im Kern- und Hinterland der USA nicht unbedingt eine Minderheit!
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon zollagent » Fr 17. Nov 2017, 12:42

Provokateur hat geschrieben:(17 Nov 2017, 10:40)

Fraglich ist, von wem. Fox unterstützt Trump immer noch mit Pauken und Trumpeten; und diejenigen, die vornehmlich Fox konsumieren, sind auch immer noch pro Trump. Und das ist im Kern- und Hinterland der USA nicht unbedingt eine Minderheit!

Nach meinem Wissen ist das eher die Landbevölkerung (deswegen meine Bezeichnung "Hillbilly"). Die Mehrheit der Menschen aber lebt in den Städten.
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon SirToby » Fr 17. Nov 2017, 21:33

zollagent hat geschrieben:(17 Nov 2017, 10:37)

Das dürfte sich aber mittlerweile geändert haben. Inzwischen würden Trump nur noch die Hoffnungslosen oder seine Hardcore-Hillbilly-Fans wählen. Diejenigen unter ihnen, die sich immer noch öffentlich als "Trump-Supporters" bezeichnen, werden eher belächelt.



Das weiss ich nicht, ob sich das mittlerweile geändert hat. Ich maße mir da keine Meinung an. Ich sage nur, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass Sanders gegen Trump gewonnen hätte.
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon zollagent » Sa 18. Nov 2017, 12:23

SirToby hat geschrieben:(17 Nov 2017, 21:33)

Das weiss ich nicht, ob sich das mittlerweile geändert hat. Ich maße mir da keine Meinung an. Ich sage nur, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass Sanders gegen Trump gewonnen hätte.

Ich habe recht viel Kontakt mit US-Bürgern, hauptsächliche Militärs, die ja traditionell eher republikanisch wählen. Und da hat sich mir das aufgedrängt. Ich gehe übrigens mit dir konform, ein Bernie Sanders wäre ein Präsident der Herzen geworden, aber niemals ein Präsident der USA.
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon SirToby » Di 21. Nov 2017, 10:39

zollagent hat geschrieben:(18 Nov 2017, 12:23)

Ich habe recht viel Kontakt mit US-Bürgern, hauptsächliche Militärs, die ja traditionell eher republikanisch wählen. Und da hat sich mir das aufgedrängt. Ich gehe übrigens mit dir konform, ein Bernie Sanders wäre ein Präsident der Herzen geworden, aber niemals ein Präsident der USA.


Trump hat bei den Militärs ein für rep. Kandidaten miserables Wahlergebnis eingefahren. Viele in den Streitkräften scheinen nicht viel von ihm zu halten, weiss aber nicht ob sich das mittlerweile geändert hat.
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon zollagent » Do 23. Nov 2017, 15:35

SirToby hat geschrieben:(21 Nov 2017, 10:39)

Trump hat bei den Militärs ein für rep. Kandidaten miserables Wahlergebnis eingefahren. Viele in den Streitkräften scheinen nicht viel von ihm zu halten, weiss aber nicht ob sich das mittlerweile geändert hat.

Das kann ich - zumindest für die letzte Wahl - nicht bestätigen. Die Anhänger der Demokraten in den Streitkräften, so weit ich mit ihnen Kontakt habe, sind so selten wie ein Edelweiß im Schwarzwald, Ausnahme ist dabei das medizinische Personal des US-Hospitals in Landstuhl, bei dem ich Einige getroffen habe. Aber in den uniformierten Einheiten überwiegen die Anhänger der Republikaner.
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon SirToby » So 26. Nov 2017, 19:00

zollagent hat geschrieben:(23 Nov 2017, 15:35)

Das kann ich - zumindest für die letzte Wahl - nicht bestätigen. Die Anhänger der Demokraten in den Streitkräften, so weit ich mit ihnen Kontakt habe, sind so selten wie ein Edelweiß im Schwarzwald, Ausnahme ist dabei das medizinische Personal des US-Hospitals in Landstuhl, bei dem ich Einige getroffen habe. Aber in den uniformierten Einheiten überwiegen die Anhänger der Republikaner.


Die Angehörigen der Streitkräfte haben in der Tat Trump favorisiert. Das stelle ich auch nicht in Abrede. Worauf ich hinaus will, ist folgendes: Die Armed Forces haben seit jeher die rep. Kandidaten bevorzugt. Das war auch bei den vorangegangenen Wahlen der Fall. Nur: Der Abstand zwischen Clinton und Trump war bei den Streitkräften so gering wie noch bei keiner anderen Präsidentschaftswahl. Trump genoss bei der Wahl weniger Unterstützung als andere rep. Kandidaten von den Armed Forces. Genaue Zahlen müsste ich raussuchen, aber so war es wirklich.
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Bengelbert » Fr 6. Jul 2018, 01:13

harry52 hat geschrieben:(06 Nov 2016, 23:08)

Die von mir angesprochenen Serien sind weltweit
und nicht nur in den USA beliebt und beispielsweise "Big Bang Theory" ist keineswegs nur was für Dumme. Außerdem gibt es in den USA viele tausend Filmemacher und Künstler, die keinen so großen kommerziellen Erfolg haben und die sogenannten Intellektuellen ansprechen.

Ich selber gehöre zu den sogenannten "Nerds",
also den Typen, die schon mit fünf eingeschult wurden und immer eine Eins in Mathe und Physik hatten und fast alle von uns Nerds lieben Big Bang Theory, Star Trek, Star Wars und vieles andere, was aus den USA kommt. Ist Dir das neu, dass vieles aus der US Kultur gerade auch uns Nerds anspricht?

Und was ist an deutschen Produktionen
wie "Lindenstraße", "GZSZ", Rosamunde Pilcher .... so viel geistreicher als die erfolgreichen US Produkte? Dein Beitrag ist voll von Hass, Unkenntnis und primitiven Antiamerikanismus.

Was mich an den postmodernen Vereinigten Staaten stört und mir gegen den Instinkt geht, das ist immer auch das Baustellenhafte, Improvisierte, Schnellvergängliche aller "kulturellen" Produktionen von dort. (Die Verwendung von Anführungszeichen, wenn ich gegen amerikanische "Kultur" schreibe, wird mir wieder hier noch sonst irgendwo jemand abgewöhnen können.) Man hat bei amerikanischen Filmen, Serien und "Shows" immer das Gefühl, daß hier etwas

a) in Eile
b) in einer großstädtischen Lebensumwelt
c) von einem Kollektiv

geschaffen wurde. Amerikanische "Kultur"-Produkte wirken lieblos zusammengepfuscht, ohne die typische Fürsorge gewissenhafter Meisterschaft, die alle wahrhaften großen Genies ihrem Werke zuteil kommen lassen. Selbst große Stoffe wie das homerische Troja-Epos werden in der Hollywood-Verfilmung zu einem flachen Action-Streifen, der nur von Effekten, ein paar großen Bildern und "coolen" Sprüchen lebt. Eine durch und durch verblödete, trivialisierte, autosexualisierte und gelangweilte Bevölkerung - sowohl in den USA selbst als auch in anderen Teilen des amerikanischen Imperiums - hat auch gar keinen Nerv mehr für höhere Kultur. Sie sucht nach Zerstreuung, nach Effekten, nach "Action". Es ist die Unkultur extravertierter, extra vertierter Massenmenschen. Die amerikanische Pseudokultur ist die Kultur des modernen, vital geschwächten und seelisch abgestumpften, fast "seelenlosen" Großstädters. Ich kenne keinen feineren, besonnenen und gebildeten Kopf, der den kulturellen Amerikanismus nicht verachten würde.

BRD-Trivialitäten wie "GZSZ" sind kein Einwand gegen meine Ausführungen, sondern Bestätigungen derselben. Denn die BRD ist eben Teil des amerikanischen Imperiums und ihre "Kultur" nicht deutsch, sondern amerikanisch. Der kulturelle Amerikanismus hat sich in der BRD durchgesetzt, da die deutsche Seele, wenn auch noch nicht gänzlich gestorben, so doch scheinbar im Absterben begriffen ist, zumindest jedenfalls seit 1918 auf dem Boden liegt. Seit nunmehr einem ganzen Jahrhundert! Oder, in der Analogie der Astrologie gesprochen, befindet sich die deutsche Seele heute im eigenen Lande "im Exil", dh sie ist nicht mehr in den öffentlichen Debatten der BRD-Eliten bestimmend.

Wenn der hochrangigste deutsche Gegenwartsschriftsteller Günter Grass heißt, wenn deutsche Schlagersänger durch ihren Winsel- und Jammergesang à la Xavier Naidoo ihren eigenen Hörern peinlich sind, wenn deutsche Serienmacher sich ganz und gar auf nüchternsten Naturalismus à la "Tatort" verlegt haben - was für die Qualität der Serien tödlich sein muß angesichts der von Natur aus fehlenden Begabung der Deutschen zur Schauspielerei - so indiziert dies alles überdeutlich, daß sich die deutsche Seele nicht mehr heraustraut, aus Furcht, die "Welt" (das bedeutet allerdings: der durch den kulturellen Amerikanismus verdorbene Geschmack dieser "Welt") könne sie ablehnen.

Sprechen wir es offen und ehrlich aus: Deutschland hat zur Zeit keine Kultur. Es hat keine Kultur, weil es keine Kultur mehr lebt. Der dem tiefsinnigen und gemütshaften deutschen Wesen diametral entgegengesetzte Amerikanismus mit seinem Trivialismus, seiner Brutalität und seinem kulturellen Konformismus tötet zuverlässig das Aufleben deutscher Geistigkeit und deutschen Kunst-Strebens ab. Der Amerikanismus liegt wie Schnee auf dem Acker, auf dem solange nichts gedeihen kann, solange er nicht geschmolzen ist.

Schmilzt der Schnee aber, so kann er zugleich wieder lebensspendendes Wasser liefern oder, um vom Gleichnis zur Wirklichkeit zurückzukehren, aus der Überwindung des Amerikanismus kann Deutschland selbst wieder kulturelles Leben gewinnen. Alle Kultur ist immer Ringen mit Gegensätzen, mit Bedrohungen im Äußeren wie im Inneren gewesen. Die zukünftige deutsche Kultur muß in der Überwindung einer beinahe tödlichen Infektion wurzeln! Oder, um mit Ralph Waldo Emerson einen der älteren Amerikaner zu zitieren, aus einer Zeit, bevor sich Amerika für das Imperium und gegen die Kultur entschieden hat:

"Im Allgemeinen ist jedes Übel, dem wir uns nicht ergeben, unser Wohltäter.“

Gewiß, der kulturelle Amerikanismus hat nicht nur die deutsche, sondern überhaupt alle nationalen Kulturen im Bereiche seines Imperiums infiziert. Die deutschen schwermetallischen Geräuschemacher "Rammstein" haben das in ihrem Titel "America" sehr plastisch dargestellt. Dieser Song ist, ungeachtet der an sich minderwertigen Basis schwermetallischer "Musik" in seiner vieldeutigen, kritischen Beschreibung des die ganze Welt mit der Popkultur überschwemmenden Amerikanismus äußerst wertvoll. Der jüdisch-brasilianische Denker Vilem Flusser hat von der "gemeinsamen Phantasie des Seins" gesprochen, welche die postmoderne Welt nun eint, dank Hollywood und Popmusik. Wenn nun diese gemeinsame Phantasie und diese gemeinsamen Lebensformen aller Völker eben nun in dem besteht, was Rammstein so schön hervorhebt, in Mickey Mouse, Harley Davidson, Flipperautomaten und dergleichen, das Ganze vermischt mit "fake news" in Form medialer Lügen über "Mondlandungen" in Filmstudios oder Wüstenräubern, die zwei Passagierflugzeuge kapern, um damit drei Wolkenkratzer zum Einsturz zu bringen, so haben wir es eben mit einer ebenso einfältigen wie gefährlichen gemeinsamen Phantasie zu tun: Im globalen Amerikanismus werden nicht mehr, wie im Bolschewismus oder Faschismus, einzelne Völker, sondern mehr und mehr die gesamte Menschheit totaler, subtil totalitärer Manipulation zugänglich. -

Nomen Nescio hat geschrieben:(01 Nov 2016, 16:38)

auch wenn ich NIE in der USA wohnen möchte, sie haben auch eine kultur. fast würde ich sie eine anti-soziale nennen: »von zeitungsjunge zu millionär«. geld spielt da eine zu große rolle.
darum aber werde ich nicht sagen, daß die amerikaner unsere (und anderer) kultur vernichtet. durch die fortschreitende technik werden kulturelle richtungen leicht verbreitet.

Doch, das tun sie. Durch das Prinzip des kleinsten gemeinsamen Nenners. Jeder, der einfältigste Prolet wie der gescheiteste Kopf kann sich an Actionfilmen oder Massensport erfreuen. Da jener in allen Völkern in der Mehrzahl ist, wird in kapitalistischen Massengesellschaften schließlich nur noch für die Masse produziert. Damit aber wird die Axt an die Wurzel der höheren Kultur gelegt, welche in plutokratischen („demokratischen“) Gesellschaften dadurch nicht gedeihen kann. Einzig die Monarchie kann – unter dem glücklichen Umstand eines kulturfördernden Potentaten – die gesellschaftliche Quelle von Hochkultur sein. „Demokratie“ ist deren Untergang und bedeutet den Sieg der Masse über die Klasse. –
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon zollagent » Fr 6. Jul 2018, 08:58

Niemand muß das, was ihm nicht kulturell genügt, konsumieren. Erinnert mich an Presse und Rundfunk, niemand liest die Bild, aber jeder weiß, was sie titelt, genauso macht sich eigentlich jeder über das Proletenniveau von RTL II lustig, aber die Zuschauerzahlen sind jedesmal ausreichend, daß der Sender genug Werbekunden bekommt. Kultur ist das, was wir alle leben und nicht das abgehobene Werk einzelner Künstler oder Unterhaltungsbranchen.

Dazu paßt, was man gerade in den sozialen Medien und Foren feststellen kann: ein weitverbreitetes Nihilieren und Schlechtreden der eigenen Nation und was sie ausmacht, bestes Beispiel wieder mal das Ausscheiden bei der Fußball-WM, aber eigene Beiträge zur Kultur? Fehlanzeige!
Zuletzt geändert von zollagent am Fr 6. Jul 2018, 16:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Bengelbert » Fr 6. Jul 2018, 12:59

Hans Albers hat geschrieben:(06 Nov 2016, 11:20)
Was Nietzsche betrifft: :D lesen Sie mal:
https://www.welt.de/kultur/literarische ... kaner.html

Vielen Dank für den von Ihnen verwiesenen Artikel mit dem anmaßenden Titel „Nietzsche verdankte alles einem Amerikaner“. Er hat mich in seiner bodenlosen Impertinenz und Verdrehung köstlich amüsiert. Ein vorzügliches Exempel bundesdeutscher Schmierfinkerei!

Frech und falsch ist er in doppelter Hinsicht:

1) Wird Ralph Waldo Emerson implizit mit dem heutigen, postmodernen Amerikanismus gleichgesetzt, was natürlich Unsinn ist, hätte dieser feine Geist kulturell besserer Zeiten den letzteren doch kaum weniger verachtet als Nietzsche, Goethe, Stendhal, Schopenhauer oder La Rochefoucauld.
Emerson in den jetzigen USA wäre zu einer Existenz à la Nicolás Gómez Dávila verurteilt worden. –

2) Entsprechend waren manche Deutschamerikaner, die Nietzsche noch zu dessen Lebzeiten in Neuengland lasen, noch gar keine barbarischen „Amis“ im heutigen, postmodernen Sinne, sondern eben noch Kulturmenschen, mit Sinn für Geist und Geistigkeit, der damals in mancher Hinsicht in Amerika vorübergehend vielleicht sogar besser gedeihen konnte als im sich überhastig industrialisierenden Hohenzollern-Deutschland, das Nietzsche ja als „Exstirpation des deutschen Geistes zugunsten des deutschen Reiches“ empfand.
Die deutschamerikanischen Nietzsche-Leser haben sich damals ja nicht in die jetzige McDonalds- und Mickey-Mouse-USA integriert, sondern in ein noch sehr junges, wachsendes Staatsgebilde, dessen Zukunft in vieler Hinsicht damals noch offen zu sein schien. –

3) Ist die Formulierung, selbst wenn sie nur als stilistische Zuspitzung gemeint war, „ohne Emerson hätte Friedrich Nietzsche wahrscheinlich kein Wort geschrieben“ an suggestiver Debilität kaum noch zu überbieten. Als ob der bedeutende Kopf von Natur aus eine denkunfähige Tabula rasa ist und erst durch seine Lese-Eindrücke mit dem eigenen Denken anfängt! Man könnte die Passage fast als kruden Ausdruck rein behavioristischer Denkungsart deuten – welche, in parenthesis, in Amerika ihre Wurzeln hat!
Besonnener hätte man vielleicht schreiben können: „Ohne Emerson würde unser Nietzsche wohl in manchen Passagen seines Werkes ein wenig anders klingen.“

4) War nun gerade Emerson – wohl mehr als jeder andere amerikanische Intellektuelle seiner Zeit – von deutscher Geistigkeit tiefstens beeinflusst, namentlich von der Transzendentalphilosophie des Königsbergers. Somit hat nicht nur Nietzsche vom großen Amerikaner, sondern dieser auch vom großen Preußen (und anderen deutschen idealistischen Denkern) profitiert. Eine generationenübergreifende Win-Win-Situation, um es einmal auf amerikanisch auszudrücken! Damals waren die USA noch ein Säugling an der Brust der europäisch-abendländischen Mutterkultur, auch wenn sie sich langsam aber sicher anschickten, auf den eigenen Füßen zu stehen, bald auch schon zu laufen, ja und bald auch schon gegen die eigene Mutter anzurennen. –
Gegenseitige Befruchtung zwischen verschiedenen Ländern oder gar Kulturen hat es natürlich immer gegeben, von daher schon muß der ganze Duktus des Welt-Artikels ungemein trivial und reklameartig erscheinen. Was dieser alberne Artikel will das ist ungefähr dasselbe als wenn ein deutscher Konservativer bitter-triumphierend ausrufen würde: „Ohne Friedrich Wilhelm von Steuben würde es anstelle der USA immer noch eine britische Kolonie dort geben!“ – und dies sogar mit einer nicht zu unterschätzenden Berechtigung. Umso krasser, daß diese USA, die ohne die Taten des preußischen Generals schwerlich über Britanniens Söhne triumphiert hätten im Kampf um ihre Unabhängigkeit, 1947 schließlich Preußen endgültig ermordeten. Undank ist auch der neuen Welten Lohn!
So könnte man es, mit einer gewissen Zuspitzung, tatsächlich formulieren – von der historischen Wahrheit entfernt man sich damit keineswegs weiter als jener tolldreiste Artikel. –

Des Weiteren weisen Sie hin auf:

Hans Albers hat geschrieben:Charlie Chaplin, experimentelle Undergroundfilme, Andy Warhol, usw. - jede Menge Filme gegen Kapitalismus und Entfremdung zum Thema haben.

Nun, das ist ja auch das Allermindeste, daß es in einem Land, welches wie kein anderes Kapitalismus und Entfremdung auf die Spitze treibt, wenigstens einige Köpfe gibt, die das ansprechen bzw. kulturell aufarbeiten. Es geht mir nicht darum zu bestreiten, daß es selbst heute noch auch drüben einige begabte Köpfe gibt, die zumindestens in Ansätzen erkennen, wie verderblich doch der postmoderne amerikanische Ungeist für den Menschen und dessen Kultur ist. Es geht mir vielmehr um das Herausarbeiten einer Beschreibung dieses Ungeistes selbst. –

Amerika hat sich nun einmal, spätestens seit 1917, eigentlich aber schon 1898 für das Imperium und gegen die Kultur entschieden. Es wurde ein dominant politisches Land auf Kosten der Kultur. Nicht mehr Emerson und Thoreau, sondern Wilson und Roosevelt wurden zu den großen Gestalten, die für amerikanisches Daseinsgefühl prägend und vorbildlich wurden. Wie Nietzsche schon sagte, kann ein Volk bzw. Land schwerlich gleichzeitig imperiale Großmacht und feinste Kulturnation sein – genausowenig wie ein Mann literaturkundiger bzw. schöpferischer Feingeist und Bodybuilder bzw. Leistungssportler zugleich sein kann. Was man in die eine Richtung an Kräften ausgibt, das fehlt für die andere wie Nietzsche sagt.
Auch in Europa stehen die imperialen Völker, etwa Spanier, Portugiesen und Briten, in ihrem kulturellen Reichtum durchaus zurück gegenüber den nichtimperialistischen Völkern, vor allem denen, die erst spät zu sich selbst, zu einem Nationalstaat fanden, also Deutschland und Italien. Letztere beiden Völker haben zusammen für die abendländische Kultur vielleicht mehr geleistet als der europäische Rest und Amerika zusammen.

Ich bin durchaus nicht gegen den Nationalstaat, aber ich bin gegen den Imperialismus. Dieser zerstört ja gerade Nationen und mit diesen ihren Kultur. Während der frühen Neuzeit hat der spanische Imperialismus mittels seiner Conquistadores die alten amerikanischen Hochkulturen der Inka und Aztekten ausgelöscht und ein Ruinenfeld hinterlassen, das heute von kulturell wie zivilisatorisch wenig fruchtbaren Mestizenvölkern bewohnt wird.
Auch der britische Imperialismus hat alten Kulturvölkern wie den Indern keinen Nutzen, sondern nur zeitweise Unterdrückung und Ausplünderung gebracht. Eigene Kulturen haben die Briten nur dort geschaffen, wo selbst keine Hochkultur bestand und sie das Land im Wesentlichen selbst besiedelt haben, also „down under“ und Nordamerika. Nur sind diese Kulturen eben niemals Hochkulturen geworden, sondern platte, „demokratische“, d. h. plutokratische Zivilisationen.

Im gesamten Bereich des heutigen Imperium Americanum, zu dem die gesamte englischsprachige Welt sowie Europa zählt, also dem, was man schon verräterisch „den Westen“ nennt (und nicht etwa mehr: das Abendland!) fehlt die feine Vergeistigung des alltäglichen Lebens, fehlt die innere, kulturelle Form, wie sie Hochkulturen immer zueigen und für die einzelnen derselben charakteristisch ist. Der moderne „kulturelle“ Amerikanismus besteht aus Platitüden, flachen Sprachwitzen (siehe Hollywoodfilme), „actionartiger“, kurzfristiger Unterhaltung (Filme, Videospiele, rasches, geistloses „Sightseeing“) im Sinne einer Zerstreuung und Ablenkung (von der inneren Leere kulturloser Menschen eben!) sowie dem umfassenden Siegeszug von Dekadenz in allen Bereichen. Letztere besteht der Definition nach darin, daß das Mittel zu einem Zweck zum Selbstzweck wird – man prüfe mittels dieses Satzes einmal den „Sinn“ des heutigen Sportes, Reisens, Automobilismus, des Sexualverhaltens und dergleichen!
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon zollagent » Sa 14. Jul 2018, 19:50

Sonderermittler Mueller erhebt Anklage gegen 12 russische Hacker. Es geht um eine Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf zugunsten Trumps.

... Die amerikanische Öffentlichkeit erwartet, dass der US-Präsident die Einmischung in den Wahlkampf dann anspricht...
Wird er sicher tun: "Danke, Wladimir!". :D :D :D
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Aug 2018, 18:01

eine gedanke die ich schon länger habe.warum hat trump pence als vice gewählt?

ist vllt der anhang der »christlichen« so groß wegen dieser wahl? »trump muß ja ein überzeugter christ sein«.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon zollagent » Mo 13. Aug 2018, 09:42

Nomen Nescio hat geschrieben:(12 Aug 2018, 19:01)

eine gedanke die ich schon länger habe.warum hat trump pence als vice gewählt?

ist vllt der anhang der »christlichen« so groß wegen dieser wahl? »trump muß ja ein überzeugter christ sein«.

Trump glaubt an nichts außer dem Geld. Seinen Vize hat er sicher aus den Gründen gewählt, daß er damit die Evangelikalen an sich bindet.
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Cat with a whip » Mi 15. Aug 2018, 13:25

zollagent hat geschrieben:(13 Aug 2018, 10:42)

Trump glaubt an nichts außer dem Geld. Seinen Vize hat er sicher aus den Gründen gewählt, daß er damit die Evangelikalen an sich bindet.

Pence war eher so etwas wie die logische Folge einer Vorgeschichte.

Die Evangelikalen standen schon vorher hinter Trump. Trump war IHR von "Gott gewählter Präsident". 80% der weissen Evangelikalen wählten Trump. Trump versprach ihnen Religiöse unabhängigkeit. Er versprach das Gesetz aufzuheben, welches Priestern bei Kanzelpredigten verbietet bestimmte Politiker zu unterstützen bzw. abzulehnen. Oder ihnen das Recht homosexuelle zu diskriminieren, usw.

Diesen Leute war die gesellschaftspolitische linksliberale Ära unter Obama ein Graus. Trump versprach diesen Leuten einen Rollback in die Mitte des 20 Jahrhundert.
Und Trump liefert auch, siehe der personelle Umbau des höchsten Gerichts auf Dekade.
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Cat with a whip » Sa 25. Aug 2018, 00:02

Die WP fügt drei ganz sicher bekannte Tatsachen an, die gegen Bundesgesetze verstossen und Trumps Chancen bei der Wahl erhöhten.

https://www.washingtonpost.com/news/pol ... 4274ba727e
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Cat with a whip » Sa 25. Aug 2018, 13:08

Wir nähern uns der Zeitmarke 600 Tage im Amt. Hier lohnt sich ein kleiner Überblick wie sich Trump im Vergleich zu den letzten 12 Präsidenten in der Bürgermeinung machte.
Tip: Im zweiten Teil der interaktiven Webseite kann man auf "net approval" klicken.

Trump stürzte bereits binnen weniger Tage nach der Amtseinführung von mageren 5 postiven Prozentpunkten "Vertrauensvorschuss" auf historisch miserable Bewertungen. Das ist einzigartig unter allen Präsidenten seit dem zweiten Weltkrieg.

Nur 3 (Truman/Nixon/G.W. Bush) von 12 bisherigen Präsidenten schafften es einen dauerhaft noch schlechteren Trend hinzulegen. Und dies auch erst in ihrer zweiten Amtszeit.

https://projects.fivethirtyeight.com/tr ... l-ratings/
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Cat with a whip » Sa 25. Aug 2018, 20:21

Im Zuge der Anklage der kriminellen Handlanger Trumps im Wahlkampf wird gerade bekannt dass der Top-Manager des Trump-Imperiums bereits diesen Sommer von einer Grand Jury für Aussagen im Fall der Schweigegeldzahlungen Immunität erhalten hat.

https://www.nytimes.com/2018/08/24/us/p ... trump.html
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Re: Präsidentschaftswahl USA 2016

Beitragvon Cat with a whip » Do 13. Sep 2018, 19:35

Eine Studie des Pew Research Center durchleuchtet das Wählerverhalten 2016 und belegt dass vor allem Demokraten in den Nichtwählerpool wanderten und so Trump ermöglichten. Dass Clinton nicht mobilisieren konnte, nun ja, nichts grundsätzlich neues, dass GOP-Anhänger ihren Kandidaten stark unterstützten auch nicht.
Herauszuheben ist, dass Demokraten mit der Kandidatur Clinton nicht mehr die Jungen und nicht mehr die Nichtweissen erreichten, die eher für einen Demokraten gestimmt hätten. Die drehten am Wahltag zuhause Däumchen.

https://www.washingtonpost.com/news/pol ... dddc89a4aa
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