Irak-Krieg

Moderator: Moderatoren Forum 3

Tankist
Beiträge: 1968
Registriert: Mo 9. Jun 2008, 19:33

Irak-Krieg

Beitragvon Tankist » Mo 11. Mär 2013, 11:31

Am 20. März jährt sich der Einmarsch in den Irak zum 10. Mal. 2011 hat sich die US-Armee von dort zurückgezogen. Hat sich der Krieg eigentlich für die USA gelohnt? Wurde der Irak zum Verbündeten und zu einem demokratischen Staat, wurden dadurch die US-Interessen dort gestärkt? Wie sieht man das heute eigentlich heute in den USA, was sagen die pro-amerikanischen Juser hier dazu? :x
Benutzeravatar
nichtkorrekt
Beiträge: 6485
Registriert: So 19. Aug 2012, 11:10
Wohnort: Neufünfland

Re: Irak-Krieg

Beitragvon nichtkorrekt » Mo 11. Mär 2013, 12:18

Ich finde, man hätte das Hussein-Regime schon nach dem irakischen Überfall auf Kuwait absägen sollen - mich wundert, dass das damals nicht getan wurde; für den späteren Krieg gegen den Irak gab es m.E. keine Rechtfertigung.
Wer nicht AfD wählt, wählt Merkel.
Benutzeravatar
Gutmensch
Beiträge: 6349
Registriert: Mi 28. Jul 2010, 13:26
Benutzertitel: Wahrheitsuchend
Wohnort: Lichtenberg

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Gutmensch » Mo 11. Mär 2013, 12:25

Tankist » Mo 11. Mär 2013, 12:31 hat geschrieben:Am 20. März jährt sich der Einmarsch in den Irak zum 10. Mal. 2011 hat sich die US-Armee von dort zurückgezogen.

1 Hat sich der Krieg eigentlich für die USA gelohnt?
2 Wurde der Irak zum Verbündeten und zu einem demokratischen Staat, wurden dadurch die US-Interessen dort gestärkt?
3 Wie sieht man das heute eigentlich heute in den USA, was sagen die pro-amerikanischen Juser hier dazu? :x



1. Gelohnt? In welchem Sinn? Wirtschaftlich hat sich der Krieg nicht gelohnt. Politisch ist eine Bedrohung weniger im Nahen Osten. Für das irakische Volk hat es sich gelohnt, sie sind jetzt freier und dürfen sogar wählen.

2.Der Irak ist kein Verbündeter aber auch kein Feind.

3. Im Nachhinein steht die Welt ohne Saddam Hussein besser da.
the NSA is watching you! :D
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 58743
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Al Predidente !!
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Alexyessin » Mo 11. Mär 2013, 14:03

nichtkorrekt » Mo 11. Mär 2013, 12:18 hat geschrieben:Ich finde, man hätte das Hussein-Regime schon nach dem irakischen Überfall auf Kuwait absägen sollen - mich wundert, dass das damals nicht getan wurde; für den späteren Krieg gegen den Irak gab es m.E. keine Rechtfertigung.


Ja, so sehe ich das auch.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
ToughDaddy
Beiträge: 36973
Registriert: Mi 18. Jun 2008, 15:41
Benutzertitel: Live long and prosper
Wohnort: Genau da

Re: Irak-Krieg

Beitragvon ToughDaddy » Mo 11. Mär 2013, 15:14

Alexander Reither » Mo 11. Mär 2013, 14:03 hat geschrieben:
Ja, so sehe ich das auch.


Bush sen. hat weit vorausgedacht und wollte seinem Sohn die Wiederwahl auch mit dieser Aktion sichern.
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 58743
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Al Predidente !!
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Alexyessin » Mo 11. Mär 2013, 15:24

ToughDaddy » Mo 11. Mär 2013, 15:14 hat geschrieben:
Bush sen. hat weit vorausgedacht und wollte seinem Sohn die Wiederwahl auch mit dieser Aktion sichern.


Gäbe nur Sinn, wenn er schon eine zweite gehabt hätte.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
ToughDaddy
Beiträge: 36973
Registriert: Mi 18. Jun 2008, 15:41
Benutzertitel: Live long and prosper
Wohnort: Genau da

Re: Irak-Krieg

Beitragvon ToughDaddy » Mo 11. Mär 2013, 15:35

Alexander Reither » Mo 11. Mär 2013, 15:24 hat geschrieben:
Gäbe nur Sinn, wenn er schon eine zweite gehabt hätte.


Hm? :?: Du weißt doch: Bush sen. hat in seiner ersten Legislaturperiode alles erreicht. Also echt mal, mehr Simpsons schauen. :D
Benutzeravatar
Fadamo
Beiträge: 13343
Registriert: Di 7. Feb 2012, 18:19

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Fadamo » Mo 11. Mär 2013, 18:38

Tankist » Mo 11. Mär 2013, 11:31 hat geschrieben:Am 20. März jährt sich der Einmarsch in den Irak zum 10. Mal. 2011 hat sich die US-Armee von dort zurückgezogen. Hat sich der Krieg eigentlich für die USA gelohnt? Wurde der Irak zum Verbündeten und zu einem demokratischen Staat, wurden dadurch die US-Interessen dort gestärkt? Wie sieht man das heute eigentlich heute in den USA, was sagen die pro-amerikanischen Juser hier dazu? :x



Für die usa hat sich allgemein nicht gelohnt.Aber für die bestatter.
Politik ist wie eine Hure,die kann man nehmen wie man will
Benutzeravatar
prime-pippo
Beiträge: 16739
Registriert: Mo 23. Apr 2012, 12:03

Re: Irak-Krieg

Beitragvon prime-pippo » Mo 11. Mär 2013, 18:52

Gutmensch » Mo 11. Mär 2013, 12:25 hat geschrieben:

1. Gelohnt? In welchem Sinn? Wirtschaftlich hat sich der Krieg nicht gelohnt. Politisch ist eine Bedrohung weniger im Nahen Osten. Für das irakische Volk hat es sich gelohnt, sie sind jetzt freier und dürfen sogar wählen.

2.Der Irak ist kein Verbündeter aber auch kein Feind.

3. Im Nachhinein steht die Welt ohne Saddam Hussein besser da.



Es gibt Schätzungen, wonach dem Irak-Krieg über 600.000 Menschen zum Opfer gefallen sind....die Angaben schwanken hier ja extrem.
Das ist eine Menge Holz, dafür hätte Saddam ganz gut ackern müssen.... :|
"Banks do not, as too many textbooks still suggest, take deposits of existing money from savers and lend it out to borrowers: they create credit and money ex nihilo – extending a loan to the borrower and simultaneously crediting the borrower’s money account."
Lord Adair Turner
Benutzeravatar
derkleine
Beiträge: 1685
Registriert: So 22. Jul 2012, 21:00

Re: Irak-Krieg

Beitragvon derkleine » Di 12. Mär 2013, 13:47

Meiner Meinung nach folgendes.
1.Der Krieg war Völkerrechtswidrig das der Grund für denn Krieg von denn USA erlogen war.
2.Es hat sich für die USA und deren Verbündeten nicht gelohnt. Denn jetzt hat der Iran mehr Einfluss im Irak und Al-Kai da konnte jetzt Fußfassen dort.
Remember, remember the Fifth of November.
Bukowski

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Bukowski » Di 12. Mär 2013, 14:22

prime-pippo » Mo 11. Mär 2013, 18:52 hat geschrieben:

Es gibt Schätzungen, wonach dem Irak-Krieg über 600.000 Menschen zum Opfer gefallen sind....die Angaben schwanken hier ja extrem.
Das ist eine Menge Holz, dafür hätte Saddam ganz gut ackern müssen.... :|


So? Hätte er das?


Göttingen, 01. Juli 2004
Nach der Vorführung des irakischen Diktators Saddam Hussein vor einen irakischen Haftrichter erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker an die Schuld des Baath-Regimes und seines Führers. Etwa eine Million irakische Bürger aller Nationalitäten und religiösen Gemeinschaften sind Saddam zum Opfer gefallen.

Allein im Nordirak sind in den vergangenen 35 Jahren rund eine halbe Million Kurden – unter ihnen auch assyrisch-aramäische Christen, Yeziden und Turkmenen – vernichtet worden. 182.000 dieser 500.000 Opfer starben bei der so genannten Anfal-Offensive 1987/88 entweder durch den Einsatz chemischer Kampfstoffe einen qualvollen Tod oder sie wurden – wenn sie den Giftgaseinsatz überlebt hatten - bei Massenerschießungen von Einsatzgruppen getötet. Unter diesen Toten wiederum waren allein 8.000 Männer und Knaben des Barzani-Stammes. Der Organisator der Anfal-Offensive, der Cousin Saddam Husseins, Ali Hassan Al-Majid, hat 100.000 Opfer eingestanden. Diesen Genozid haben Administration, Armee und Einsatzgruppen Saddams in allen Einzelheiten registriert und akribisch festgehalten. 14 Tonnen des Materials wurden in den USA von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch gesichtet und analysiert.

Organisationen der Schiiten im Südirak beklagen 300.000 Tote seit 1991, unter ihnen 9.000 Geistliche. Diese Angaben werden von Menschenrechtlern bestätigt. Nach der planmäßigen Austrocknung der Marschen des Euphrat- und Tigris-Deltas wurden etwa 500.000 so genannte Marscharaber vertrieben. Zehntausende kamen bei Bombardements, durch Exekutionen und auf der Flucht ums Leben. Bereits Mitte der 70-er Jahre hatte die Baath-Partei die ohnehin nur noch 3.000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinschaft nach öffentlichen Hinrichtungen und Verfolgungen fast ausnahmslos aus dem Lande gejagt.

Weiteren Massakern, Einzel- und Massenhinrichtungen fielen Vertreter aus allen Oppositionsparteien, Intellektuelle und Angehörige der Arbeiter- und Frauenbewegung zum Opfer. Zahlreiche Emigranten wurden in ihrem Gastland von irakischen Agenten ermordet. Saddam Hussein ließ Tausende Angehörige des Regimes, darunter Diplomaten, Geheimdienstler, Mitglieder des Offizierkorps und sogar seiner Republikanischen Garden sowie seiner Familie liquidieren.

Die GfbV kritisiert, dass die westeuropäischen Staaten, die USA, die damalige Sowjetunion und ihre Satelliten, insbesondere die DDR, viele dieser Verbrechen durch Lieferungen von Waffen und militärischem Know-how, durch enge diplomatische, ökonomische und politische Zusammenarbeit erst ermöglicht haben. 86 Firmen aus der Bundesrepublik Deutschland haben wesentlichen Anteil am Aufbau der irakischen Giftgasindustrie gehabt.

Dokumentation der Gesellschaft für bedrohte Völker
Chronik des Schreckens von Saddam Hussein


1969 Bombardement zahlreicher kurdischer Dörfer mit Napalm und Raketen; Tod von vielen Frauen und Kindern; allein zwischen dem 14. und 16. Mai Zerstörung von 544 Wohnhäusern, 65 Todesopfer unter Zivilisten.

1973 politische Oppositionelle, unter ihnen Linksbaathisten, Kommunisten, Kurden, Schiiten u.a., werden gefoltert oder ermordet. Es wird bestätigt, dass dem ehemaligen Premierminister Albazzaz 1968in der Haft Arme und Beine gebrochen und ein Auge ausgeschlagen wurden. 450 von 130.000 im Irak verbliebenen Juden werden rücksichtslos unterdrückt, 20 seit November 1972 verschwundene Juden starben an den Folterungen, ein 11-jähriges jüdisches Mädchen gestand nach 3 Tagen Folter und Vergewaltigung ihre angebliche Mitgliedschaft in einem zionistisch-imperialistischen Spionagering.

1974-1976 291 bekannt gewordene Hinrichtungen, darunter Kurden, Kommunisten, Maoisten und Nasseristen.

1975 Einrichtung von KZs für 14.000 Kurdische Peshmerga. Vertreibung von 25.000 Yeziden und 30.000 Khanakin-Kurden, Flucht von 250.000 Kurden in den Iran. 1975-1978 Vertreibung von 500.000 Kurden.

1976-1988 Mordanschläge durch irakische Diplomaten und Sicherheitsbeamte an irakischen und kurdischen Emigranten u.a. in Lausanne (an GfbV-Beiratsmitglied Ismet Cherif Vanly), London, Paris, Wien, Beirut, Berlin, Khartoum und Modesto/Kalifornien.

1977 Exekution von mehreren hundert Kurden.

1978 Hinrichtung von 253 Kurden im Gefängnis von Mossul.

1987 Zahl der zerstörten chaldäischen und nestorianischen Kirchen erreicht 85.

1980-1988 Angriffskrieg gegen den Iran mit etwa einer Million Toten.

1981 300 vollstreckte Todesurteile an Kurden und Anhängern der Baath-Partei.

1982 Hinrichtung von 27 Turkmenen, 166 Schiiten und 35 Kommunisten.

1983 300 Hinrichtungen von Offizieren, Deserteuren, Demokraten und Schiiten.

1984 Hunderte von Hinrichtungen darunter Schüler, Studenten.

1985 Ermordung von 300 Kurden, Hinrichtung von Assyrern und Kommunisten.

1986 Hinrichtung von 83 kurdischen Studenten, 25 KDP-Mitgliedern, 38 Studenten der PUK und Ermordung von 300 kurdischen Kindern nach Folterung mit Elektroschocks und sexuellem Missbrauch.

1987 Verschwinden von 180 Schiiten, Exekution von 360 Kurden, darunter 17 Kindern, Vergiftung von 40 Angehörigen des Geheimdienstes, Beginn der Anfal-Offensive mit Giftgas, Deportationen und Massenerschießungen von Kurden, Yeziden, Assyrer und anderer im Nordirak.

1988 Erschießung von 8.000 männlichen Angehörigen der Barzani-Großfamilie, Hinrichtung von 400 durch Luftangriffe verletzten kurdischen Zivilisten in der Tamjaro-Kaserne, Hinrichtung von tausend Kurden in Dohuk; Anfal-Offensive fordert nach unterschiedlichen Quellen 60.000 Opfer (Gutman, Handbuch Kriegsverbrechen), 150.000 Opfer (der britische Nahostexperte Prof. David Mc Dowall), nach Angaben des irakischen Verantwortlichen 100.000 Opfer, nach kurdischen und anderen Angaben bis zu 182.000 Opfer; Zerstörung von 5.000 kurdischen, assyrischen und yezidischen Dörfern.

1988 Giftgasangriff auf Kurden-Stadt Halabja, 5.000 Opfer.

1989 Verschwinden von 33 Assyrern, Hinrichtung von 94 Deserteuren, Hinrichtung von drei Generälen.

1991 Invasion Kuwaits.

1991 Niederschlagung des Schiitenaufstandes, Genozid: 60.000-100.000 Tote (laut anderen Schätzungen bis zu 300.000 Tote).

1991 Niederschlagung des Kurdenaufstandes, Flucht von etwa 1,5 Millionen Kurden in die Bergregionen des türkischen und iranischen Kurdistan, Zehntausende zivile Opfer sterben an den Strapazen. Zwischen März und Mai werden Tausende Kurden, Shiiten und Angehörige anderer Gruppen verhaftet, viele in Schnellverfahren hingerichtet, darunter auch Frauen und Kinder; Tausende verschwinden. Im Süden werden am 16. März etwa 150 schiitische Männer und Jugendliche im Garnisonsstützpunkt al-Mahawil exekutiert.

1992 Nach Verhängung des Flugverbots im südlichen Irak Verhaftungswelle unter mehreren Tausend mehrheitlich nicht an Kampfhandlungen beteiligten schiitischen Zivilisten; eine unbekannte Zahl unbewaffneter Zivilisten fällt extralegalen Hinrichtungen zum Opfer.

1992 im März ergeht Befehl, alle Bewohner der Sumpfgebiete (Marscharaber und Schiiten) in eigens für sie errichtete Lager außerhalb der Sümpfe umzusiedeln; im Mai beschießt ein Kampfhubschrauber eine Hochzeitsgesellschaft in der Provinz al‘Amara im Süden und tötet 13 Zivilisten.

1992 In der Nähe von Arbil, Sulaimaniya und in anderen Gebieten werden Massengräber mit den Überresten zahlreicher kurdischer Dorfbewohner und Kombattanten gefunden, die im Gewahrsam irakischer Behörden "verschwanden"; 107 Tote, die bei Arbil gefunden werden, gehören zu den etwa 360 Kurden, die die Angriffe mit chemischen Kampfstoffen überlebt hatten, dann aus den Krankenhäusern in Arbil entführt und verschleppt worden waren.

1993 Offensiven der Regierungsstreitkräfte, um die Sumpfgebiete im Süden unter Kontrolle zu bekommen, extralegale Hinrichtungen zahlreicher Zivilisten; bis zu 8.000 Marscharaber fliehen vor den Angriffen und aufgrund der Trockenlegung der Sümpfe; bei einem Angriff am 26.9. in den Sümpfen werden mehrere hundert Menschen getötet.

1994 Revolutionsrat (RCC) führt grausame Strafen wie Überkreuzamputationen der Gliedmaße, Abtrennung der Ohren oder Brandmarkung ein; a.i. erhält erneut Berichte über die Festnahme Tausender Oppositioneller, darunter auch Ärzte, die sich weigerten, die o. g. Amputationen durchzuführen; Folterung von Häftlingen; extralegale Hinrichtung Oppositioneller.

1995 Im August flüchten Generalleutnant Hussein Kamel al-Hassan al-Majid, ehemals Verteidigungsminister und Führungsoffizier bei den Republi-kanischen Garden, und sein Bruder, Oberstleutnant Saddam Kamel, Leiter der Präsidialgarde, beide Schwiegersöhne Saddam Husseins, mit ihren Frauen nach Jordanien. Irakische Behörden nehmen eine unbekannte Zahl führender Militärangehöriger und Funktionäre der Baathpartei fest, die in enger Verbindung zu diesen standen.

1995 Extralegale Hinrichtungen vermeintlicher Oppositioneller (genaue Zahl nicht bekannt).

1996 Im Februar werden Hussein Kamel al-Hassan al-Majid und Saddam Kamel kurz nach ihrer Rückkehr in den Irak trotz vorheriger Begnadigung getötet.

1996 Nach einem angeblichen Putschversuch werden im Juni mehr als 120 Armeeoffiziere hingerichtet. Das Schicksal weiterer 300 in diesem Zusammenhang festgenommener Personen bleibt ungewiss.

1996 Im August exekutieren Regierungskräfte unweit von Arbil mindestens 96 Mitglieder des oppositionellen Irakischen Nationalen Kongresses und vier Mitglieder der Irakisch-Nationalen Turkmenen-Partei.

1997 Bei Prozessionen werden am 9. Juni in Karbala Hunderte Schiiten verhaftet und viele getötet, als Regierungskräfte wahllos in die Menge schießen.

1997 14 Offiziere des Geheimdienstes, von Sondereinheiten und regulären Sicherheitskräften sowie ehemalige Mitglieder der Baathpartei werden zwischen Juli und Oktober wegen Beteiligung an einem Putschversuch und einer Verschwörung hingerichtet.

1997 a.i. fordert vom Irak Aufklärung über das Schicksal mehrerer Hunderttausender Menschen, die seit Beginn der 80er Jahre "verschwunden" sind.

1997 UN Sonderberichterstatter für den Irak Max van der Stoel berichtet, dass im November und Dezember mehr als 1.500 politische Gefangene in den bei Bagdad gelegenen Haftanstalten Abu Ghraib und al-Radhwaniya hingerichtet wurden.

1998 Im September werden Berichten zufolge mindestens 100 politische Gefangene, darunter 21 Frauen, hingerichtet, ihre Leichen in Massengräbern verscharrt.

1999 Mindestens 19 politische Gefangene sind unter den mehr als 100 Menschen, die im Oktober im Abu Ghraib-Gefängnis hingerichtet werden.

2000 Laut a.i. werden neue Strafen wie Hinrichtung durch Enthauptung oder das Herausschneiden der Zunge, z.B. wegen Verleumdung des Präsidenten, eingeführt; im Februar werden 38 Offiziere der Republikanischen Garde wegen eines gescheiterten Attentats auf den Präsidenten hingerichtet.

2000 Das Regime setzt die 1997 begonnene Vertreibung von Kurden und Turkmenen aus Kirkuk, Khaniqin, Makhmour, Sinjar, Tuz Khormatu und anderen Distrikten als Teil ihres Arabisierungsprogramms fort. Zwischen Januar und Juni sind davon 800 Menschen betroffen, was die Gesamtzahl der seit 1991 Vertriebenen auf mehr als 94.000 erhöht.

2001 Zahlreiche Menschen werden ai-Berichten zufolge hingerichtet, unter ihnen Offiziere, vermeintliche Oppositionelle – vor allem Schiiten -, muslimische Geistliche, Rechtsanwälte und Lehrer. Aber auch Angehörige von mutmaßlichen Regimegegnern sind unter den Ermordeten. Berichtet wird über willkürliche Verhaftungen, nichtöffentliche Prozesse vor Sondergerichten, systematischer Folter und Misshandlungen in Haft und unmenschlichen Strafen wie Herausschneiden der Zunge, vollstreckt auf öffentlichen Plätzen. Die Vertreibung von Minderheitenangehörigen dauert an.

2002 Die durch ein Dekret vom 20. Oktober angeordnete Amnestie aller Gefangenen wurde laut Aussagen von Familienangehörigen offensichtlich nicht auf die politischen Gefangenen ausgedehnt. Die Vertreibung von Kurden, Turkmenen und Assyrer-Aramäern wird fortgesetzt. Es sind vor allem Familien betroffen, die das so genannte "Formular zur Korrektur ihrer Nationalität" nicht unterschreiben wollten und sich so dem Arabisierungsprogramm widersetzten, die der Baath-Partei trotz Aufforderung nicht beitreten oder deren Kinder sich den Jugendorganisationen des Diktators (Saddams Ashbal) nicht anschließen wollten.


Verbrechen unter Saddam Hussein: Hinrichtungs- und Foltermethoden
Tötungs- und Hinrichtungsarten:


"Normale" Hinrichtungen (in der Regel heißt es, Jahr für Jahr in Berichten von Menschen­rechtsorganisationen – unter ihnen Amnesty international -: "...im Berichtsjahr wurden Hun­derte von Personen hingerichtet")
Zu Tode Foltern
ohne Warnung in Ansammlungen von Zivilisten schießen
Demonstrationen durch Schusswaffengebrauch auflösen
Angehörige staatlicher Dienste mit Thallium vergiften
Dorfgemeinschaften überfallen, massakrieren oder bombardieren
mehrere hunderttausend Menschen verschwinden lassen
Massenexekutionen von Verschleppten und Verscharren der Toten in Massengräbern (z.B. 8.000 Knaben und Männer des Barzanistammes)
Bombardieren von Dörfern und Städten (Ha-labja) mit Giftgas
Massenexekutionen von Überlebenden der Giftgasangriffe
Vernichtung von Zehntausenden Alten, Kranken, Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren, Verwundeten, Hungernden als Konsequenz der Lebensbedingungen während und nach den Massenvertrei-bungen 1975, 1987/88 und 1991 und durch Zerstörung von 5.000 Dörfern und Vergiftung der Brunnen
gezielte Einzelerschießungen von Menschen bei Autofahrten, auf den Straßen, in Dörfern und Städten
Anschläge/Attentate auf Exilierte in allen fünf Kontinenten durch Diplo-maten und Geheimdienstagenten des Regimes
Öffentliche Enthauptung von Frauen, von angeblichen Prostituierten und von Angehörigen der weiblichen Opposition mit Schwertern
Ertränken von Menschen im Tigris, die mit Gewichten beschwert worden waren
Erhängen von Menschen an Leitungsmasten
Menschen aus Krankenhausetagen stürzen lassen



Foltermethoden


Herausschneiden der Zunge
Ausstechen der Augen
Elektroschocks
Verbrennungen mit Zigaretten
Ausreißen von Fingernägeln
Vergewaltigung von Häftlingen
Aufhängen an Gelenken über lange Zeiträume
Schläge mit Kabeln
Schläge auf die Fußsohlen
Durchbohren der Hände mit Bohrmaschinen
Scheinhinrichtungen (1997 Todesstrafe festgelegt für 18 Straftatbestände)
Einzelhaft über Jahre
Festnahme weiblicher Angehöriger eines Häftlings und deren Vergewaltigung in dessen Gegenwart
Zusendung von Videobändern an ins Ausland geflüchtete Oppositionelle, auf denen Vergewaltigungen weiblicher Angehöriger zu sehen sind
Amputation beider Hände
Übergabe zu Tode Gefolterter an Angehörige
Hetzen von Bluthunden auf Häftlinge
Amputation beider Ohren oder von rechter Hand und linkem Fuß mit Fernsehübertragung
Einbrennen von Brandzeichen auf die Stirn von Deserteuren
Brechen von Gliedmaßen
Verbrennen bei lebendigem Leibe
Entziehung von Wasser über längere Zeiträume


Die Opfergruppen
Kurden (Yeziden, Failis, Barzanis), Schiiten, Marscharaber, assyrisch-aramäische Christen (Nestorianer, Chaldäer, u.a.), Turkmenen, Kuwaitis, andere Araber, sonstige Ausländer, iranische Gefangene, iranische Araber, vermeintliche und tatsächliche Regierungsgegner, vermeintliche und tatsächliche Kriminelle, so genannte Prostituierte, Frauen und Kinder aller Nationalitäten, vermeintliche und tatsächliche Schmuggler, Ärzte- und Pflegepersonal (das verwundete Kurden oder Schiiten versorgt oder Strafamputationen verweigert hatte), Oppositionelle (Kommunisten, Sozialisten, Demokraten, Gewerkschaftler, Intellektuelle, früher Maoisten und Nasseristen), Baathparteimitglieder und Regimeangehörige, Angehörige der republikanischen Garden, Armee: Offiziere und Generäle, Geheimdienstler, Politiker, Angehörige der Familie Saddam Husseins, u.a. die beiden Schwiegersöhne.

Zusammengestellt von Tilman Zülch, Gesellschaft für bedrohte Völker
Benutzeravatar
derkleine
Beiträge: 1685
Registriert: So 22. Jul 2012, 21:00

Re: Irak-Krieg

Beitragvon derkleine » Di 12. Mär 2013, 14:51

@Bukowski
Das stimmt schon alles was du schreibst, nur man sollte nicht vergessen das damals die USA zum Teil mitverantwortlich waren. Denn ohne die Unterstützung der USA hätte er es zum Teil nicht machen können.
Die USA stürzten ihn, die USA verhalfen ihm aber auch zur Macht: Vor 30 Jahren wurde Saddam Hussein Präsident des Iraks - unterstützt vom amerikanischen Geheimdienst CIA.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/996504/
Militärpolitik: Unterstützte US-Regierung irakische Giftgas-Angriffe?
Die Hilfe der Amerikaner für Saddam Hussein während des Iran-Irak-Krieges ging offenbar weiter als bisher bekannt. US-Geheimdienstler sollen die Militärs in Bagdad bei der Schlacht-Planung unterstützt haben, obwohl die US-Regierung von Giftgas-Einsätzen der irakischen Armee wusste.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/militaerpolitik-unterstuetzte-us-regierung-irakische-giftgas-angriffe-a-209990.html
Remember, remember the Fifth of November.
Muninn

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Muninn » Di 12. Mär 2013, 14:53

Gutmensch » Mo 11. Mär 2013, 12:25 hat geschrieben:

1. Gelohnt? In welchem Sinn? Wirtschaftlich hat sich der Krieg nicht gelohnt. Politisch ist eine Bedrohung weniger im Nahen Osten. Für das irakische Volk hat es sich gelohnt, sie sind jetzt freier und dürfen sogar wählen.

2.Der Irak ist kein Verbündeter aber auch kein Feind.

3. Im Nachhinein steht die Welt ohne Saddam Hussein besser da.



Die Amis haben die Iraner unterstützt in dem sie den Hauptfeind (Irak) beseitigt haben.

Die Iraker haben bis heute keine richtige Regierung. Dafür aber Terror, fehlende Versorgung mit Strom, Wasser und medizinischer Betreuung.

In wie weit sollte die Bevölkerung des Irak heute besser da stehen? Die Iraker mit denen ich mich unterhalte haben da eine andere Meinung.



Zehn Jahre nach dem Sturz Saddam Husseins gehören Menschenrechtsverletzungen im Irak zum Alltag. Einem Amnesty-Bericht zufolge zwingt die Regierung Gefangene unter Folter zu Geständnissen. Die Menschenrechtsorganisation macht dafür auch die USA verantwortlich.

http://www.sueddeutsche.de/politik/amne ... -1.1620939
Bukowski

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Bukowski » Di 12. Mär 2013, 14:59

derkleine » Di 12. Mär 2013, 14:51 hat geschrieben:@Bukowski
Das stimmt schon alles was du schreibst, nur man sollte nicht vergessen das damals die USA zum Teil mitverantwortlich waren. Denn ohne die Unterstützung der USA hätte er es zum Teil nicht machen können.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/996504/

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/militaerpolitik-unterstuetzte-us-regierung-irakische-giftgas-angriffe-a-209990.html


Ach natürlich - das darf ja nicht fehlen.
Selbstverständlich war das Regime dazu allein in der Lage - auch ohne die Unterstützung der - na?
https://docs.google.com/viewer?a=v&q=ca ... YCikMxmDGw
Boracay
Beiträge: 3397
Registriert: So 30. Dez 2012, 23:26

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Boracay » Di 12. Mär 2013, 15:57

Tankist » Mo 11. Mär 2013, 11:31 hat geschrieben:Hat sich der Krieg eigentlich für die USA gelohnt?


Das wäre echt eine gute Frage?

Es wurde von den linksgrünen Weltfriedensdeppen doch immer behauptet die USA würden das irakische Öl stehlen wollen.

Wie genau ist das abgelaufen? Welchen finanziellen oder politischen Vorteil haben die USA jetzt genau wenn Chinesen, Russen, Malaien und Europäer das Öl im Irak abpumpen?

Hier mal die größsten Felder im Irak und wer diese fördern darf:

http://de.wikipedia.org/wiki/Irak#Boden ... .2FBergbau

Die pösen pösen amerikanischen Ölkonzerne finde ich da aber nicht....? Wie genau stehlen die USA jetzt das Öl?
Muninn

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Muninn » Di 12. Mär 2013, 16:06

Boracay » Di 12. Mär 2013, 15:57 hat geschrieben:
Das wäre echt eine gute Frage?

Es wurde von den linksgrünen Weltfriedensdeppen doch immer behauptet die USA würden das irakische Öl stehlen wollen.

Wie genau ist das abgelaufen? Welchen finanziellen oder politischen Vorteil haben die USA jetzt genau wenn Chinesen, Russen, Malaien und Europäer das Öl im Irak abpumpen?

Hier mal die größsten Felder im Irak und wer diese fördern darf:

http://de.wikipedia.org/wiki/Irak#Boden ... .2FBergbau

Die pösen pösen amerikanischen Ölkonzerne finde ich da aber nicht....? Wie genau stehlen die USA jetzt das Öl?


Aus welchem Grund haben die Amis den Irak überfallen?
Boracay
Beiträge: 3397
Registriert: So 30. Dez 2012, 23:26

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Boracay » Di 12. Mär 2013, 16:12

[quote="[url=http://politik-forum.eu/viewtopic.php?p=1881667#p1881667]Muninn » Di 12. Mär 2013, 16:06[/urlAus welchem Grund haben die Amis den Irak überfallen?[/quote]

Ein Freak wollte sich seine Platz in den Geschichtsbüchern sichern in dem US Truppen als Befreier jubeln im Irak empfangen werden. Als Grund dafür hat er Massenvernichtungswaffen angegeben, da wohl in allen US Kreisen (und wohl auch allen westlichen Geheimdiensten) die Vermutung bestand "man wird da schon einiges finden".

Ich kann darüber nur spekulieren - aber das irakische Öl scheint ja kaum ein Grund gewesen zu sein. Die US Ölkonzerne zeigten kaum bis gar kein Interesse an den Feldern im Irak, sie haben sich um die Ausschreibungen noch nicht mal beworben.
Benutzeravatar
derkleine
Beiträge: 1685
Registriert: So 22. Jul 2012, 21:00

Re: Irak-Krieg

Beitragvon derkleine » Di 12. Mär 2013, 16:33

Bukowski » Di 12. Mär 2013, 14:59 hat geschrieben:
Ach natürlich - das darf ja nicht fehlen.
Selbstverständlich war das Regime dazu allein in der Lage - auch ohne die Unterstützung der - na?
https://docs.google.com/viewer?a=v&q=ca ... YCikMxmDGw

Ohne die USA hätte der Irak denn Krieg gegen denn Iran, denn der Irak angefangen hat, wahrscheinlich verloren. Und es hätte eine Reihe der von dir genannten Opfer nicht gegeben.
Remember, remember the Fifth of November.
Boracay
Beiträge: 3397
Registriert: So 30. Dez 2012, 23:26

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Boracay » Di 12. Mär 2013, 16:49

derkleine » Di 12. Mär 2013, 16:33 hat geschrieben:Ohne die USA hätte der Irak denn Krieg gegen denn Iran, denn der Irak angefangen hat, wahrscheinlich verloren. Und es hätte eine Reihe der von dir genannten Opfer nicht gegeben.


Und wie genau haben die USA den Irak unterstützt? Wenn man sich die Liste der Rüstungsgüter anschaut die der Irak zum Zeitpunkt des Krieges hatte, kam quasi gar nix aus den USA (mit Ausnahme ein paar Hubschrauber ohne Bewafffnung) und fast alles aus der SU oder Frankreich...
Muninn

Re: Irak-Krieg

Beitragvon Muninn » Di 12. Mär 2013, 17:04

Boracay » Di 12. Mär 2013, 16:49 hat geschrieben:
Und wie genau haben die USA den Irak unterstützt? Wenn man sich die Liste der Rüstungsgüter anschaut die der Irak zum Zeitpunkt des Krieges hatte, kam quasi gar nix aus den USA (mit Ausnahme ein paar Hubschrauber ohne Bewafffnung) und fast alles aus der SU oder Frankreich...



Doch hinter den Kulissen, so schreibt die New York Times in ihrer Sonntags-Ausgabe, hätten die Amerikaner die irakischen Militärs heimlich in ihrem Kampf gegen den Iran unterstützt. Die US-Geheimdienste hätten die Militärs nicht nur, wie schon bekannt, mit Satellitenbildern von der iranischen Front versorgt, sondern auch bei der Planung entscheidender Schlachten beraten.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 09990.html

Zurück zu „30. Nordamerika“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast