Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

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Eiskalt
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Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Eiskalt » Mo 24. Jan 2011, 17:18

Menschenrechtsorganisation wirft US-Regierung „unmenschliche Behandlung vor“
24.01.2011 - 15:23 UHR

Sie haben Daten an Wikileaks gegeben – nun müssen sie dafür büßen!

Doch jetzt schaltet sich sogar Amnesty International ein!

Die Menschenrechtsorganisation wirft der US-Regierung „unmenschliche Behandlung” des mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning vor.

Obwohl er nicht verurteilt sei, werde der 23 Jahre alte US-Obergefreite inhumanen Haftbedingungen ausgesetzt, sagte die Direktorin des Amerika-Programms von Amnesty, Susan Lee.

Nach Angaben von Amnesty International sowie von Mannings Anwalt bekommt der Häftling keine Kissen oder Decken, wird alle fünf Minuten im Schlaf gestört und künstlich wach gehalten.

Zuletzt seien ihm zeitweise alle Kleider bis auf die Unterwäsche abgenommen worden.

In den vergangenen Wochen hatte es von mehreren Seiten Proteste gegen die Haftbedingungen des Soldaten gegeben, so unterzeichneten mehr als 30 000 Menschen eine Online-Petition für eine humanere Behandlung Mannings.

Das US-Verteidigungsministerium wirft dem jungen Mann Verrat vor.

Während seiner Zeit im Irak hatte der Geheimdienst-Analyst Zugang zu zigtausenden vertraulichen Dokumenten und soll diese an die Internetplattform Wikileaks weitergegeben haben. Offiziell erhoben die Militärs bislang lediglich Anklage wegen eines Videos aus einem Militäreinsatz, das auf der Enthüllungsseite erschienen war und einen brutalen Hubschrauberangriff auf Zivilisten zeigt.

ALLERDINGS: Manning ist bisher keines Vergehens für schuldig gesprochen worden.

„Aber die Militärbehörden scheinen alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um ihn zu bestrafen, solange er in Haft ist", sagte Susan Lee.

AUCH DIE HAFT VON WIKILEAKS-INFORMANT RUDOLF ELMER WIRD KRITISIERT!

Die Kritik kommt von WikiLeaks-Chef Julian Assange persönlich.

Rudolf Elmer, früherer Mitarbeiter des Bankhauses Julius Bär, wurde vor wenigen Tagen festgenommen und steht im Verdacht, das Schweizer Bankgeheimnis verletzt zu haben.

Die Behörden sollten die von Elmer enthüllten Steuerhinterziehungen untersuchen statt ihn festzunehmen, sagte Assange in einem Interview der Wochenzeitung „Der Sonntag”.

Schweizer Institute spielten bei der Steuerhinterziehung im Ausland eine führende Rolle, wurde Assange zitiert.

Am Montag vor einer Woche übergab Elmer auf einer Pressekonferenz Assange zwei CDs, auf denen Daten von rund 2000 Kontoinhabern gespeichert sein sollen.

Bereits 2008 wurden Bär-Kundendaten auf der WikiLeaks-Webseite veröffentlicht.

Die Dokumente aus dem Irak-Krieg waren Ende vergangenen Jahres im Netz erschienen.

http://www.bild.de/BILD/politik/2011/01/24/mobbing-gegen-wikileaks-informanten/menschenrechtsorganisation-amnesty-international-klagt-an.html

Vielleicht fragen die Amis mal die Chinesen um Rat! :|
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon ToughDaddy » Fr 26. Jul 2013, 09:32

Und die Staatsanwaltschaft in der USA dreht im Prozess völlig frei:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 24185.html
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USA TOMORROW
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon USA TOMORROW » Di 30. Jul 2013, 21:11

Heute wurde das Urteil im Fall Manning gesprochen:

Manning not guilty of aiding the enemy in WikiLeaks case, still may face 128 years in prison

The U.S. Army soldier charged with providing troves of government documents to WikiLeaks was found not guilty Tuesday of aiding the enemy, the top charge in his 21-count indictment that could have carried a life sentence, however, he was convicted of several lesser charges that can carry a 128-year prison sentence.

Prosecutors had to prove Army Pfc. Bradley Manning had "a general evil intent" and knew the classified material would be seen by the terrorist group Al Qaeda. Legal experts said an aiding-the- enemy conviction could set a precedent because Manning did not directly give the classified material to Al Qaeda.

The judge, Army Col. Denise Lind, deliberated for about 16 hours over three days before reaching her decision in the case.

Manning was convicted of five espionage counts, five theft charges, a computer fraud charge and other military infractions. His sentencing is scheduled for Wednesday at 9:30 a.m.

http://www.foxnews.com/us/2013/07/30/br ... ed-lesser/

Ich halte es für richtig, dass er im Hauptanklagepunkt freigesprochen wurde.

Dass er verurteilt werden würde, war ja aber angesichts seiner Vergehen von Anfang an klar.

Mal sehen, wie das Strafmaß ausfallen wird...
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Fadamo » Di 30. Jul 2013, 22:17

Die usa sehen es als verrat an.
Was hat er denn verraten,die wahrheit :?:
Das die bonzen immer die wahrheit nicht vertragen können und diese leute als kriminell oder verräter bezeichnen, ist ungeheuerlich.
Politik ist wie eine Hure,die kann man nehmen wie man will
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USA TOMORROW
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon USA TOMORROW » Di 30. Jul 2013, 23:12

Fadamo » 30. Jul 2013, 23:17 hat geschrieben:Die usa sehen es als verrat an.

Wie würdest du denn die illegale Weitergabe von über 700.000 geheimen Dokumenten bezeichnen?

Manning hat nicht etwa auf ein konkretes Fehlverhalten der Regierung aufmerksam gemacht, er hat wahllos hunderttausende geheimer Dokumente weiter gegeben...

Durch sein Handeln hat er unzählige Menschen in Gefahr gebracht.
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon USA TOMORROW » Di 30. Jul 2013, 23:13

Fadamo » 30. Jul 2013, 23:17 hat geschrieben:Das die bonzen immer die wahrheit nicht vertragen können und diese leute als kriminell oder verräter bezeichnen, ist ungeheuerlich.

Was würdest du davon halten, wenn ich deinen E-Mail-Account hacken und all deine E-Mails veröffentlichen würde?
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 30. Jul 2013, 23:40

Das ist eigentlich normal, dass man an bestimmter Stelle mit vertraulichen Daten in Berührung kommt und diese nicht legal nach Gutdünken verbreiten kann. Beispiele: Personalabteilung, Patentamt, Konstruktionsbüro, Krankenhaus.
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Fadamo » Di 30. Jul 2013, 23:58

usaTomorrow » Di 30. Jul 2013, 23:12 hat geschrieben:Wie würdest du denn die illegale Weitergabe von über 700.000 geheimen Dokumenten bezeichnen?

Manning hat nicht etwa auf ein konkretes Fehlverhalten der Regierung aufmerksam gemacht, er hat wahllos hunderttausende geheimer Dokumente weiter gegeben...

Durch sein Handeln hat er unzählige Menschen in Gefahr gebracht.





Und wieviele unschuldige menschen hat die usa regierung mit ihren kriege getötet?
Für die regierung waren die greultaten wahrhaftig geheim.Sie mußten aber an die öffentlichkeit gebracht werden.
Die welt will wissen,was alles im krieg passiert.
Auch wenn es unangenehm ist.
Für mich ist er kein verräter .
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon derkleine » Mi 31. Jul 2013, 10:31

So sind eben die USA. Wenn Jesus US Bürger wäre, würden sie ihn auch Foltern. Denn er hat mitleid mit dem Feind. Die USA haben sich schon vor Jahren von Freiheit, Gerechtigkeit usw. verabschiedet.
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Tantris » Mi 31. Jul 2013, 10:40

DarkLightbringer » Mi 31. Jul 2013, 00:40 hat geschrieben:Das ist eigentlich normal, dass man an bestimmter Stelle mit vertraulichen Daten in Berührung kommt und diese nicht legal nach Gutdünken verbreiten kann. Beispiele: Personalabteilung, Patentamt, Konstruktionsbüro, Krankenhaus.


Vollkommen richtig. In der wirklichen welt ist eine angemessene strafe dafür allerdings nicht 140 jahre knast.

Dann kommt es noch drauf an, WAS veröffentlicht wird.

In diesem fall würde ich mannings "verrat" für weit weniger schlimm erachten, als den Verrat,den er aufgedeckt hat.


Diejenigen, die einen jugendlichen manning mit riesigen mengen sensiblester daten allein gelassen haben, sollten sich nicht so einfach aus der verantwortung schleichen, würd ich mal sagen.
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Blickwinkel » Mi 31. Jul 2013, 10:46

Tantris » Mi 31. Jul 2013, 11:40 hat geschrieben:Diejenigen, die einen jugendlichen manning mit riesigen mengen sensiblester daten allein gelassen haben, sollten sich nicht so einfach aus der verantwortung schleichen, würd ich mal sagen.


Ich vermute mal, dass es interne Konsequenzen gab, die natürlich nicht öffentlich kommuniziert werden.
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Blickwinkel » Mi 31. Jul 2013, 10:47

derkleine » Mi 31. Jul 2013, 11:31 hat geschrieben:So sind eben die USA. Wenn Jesus US Bürger wäre, würden sie ihn auch Foltern. Denn er hat mitleid mit dem Feind. Die USA haben sich schon vor Jahren von Freiheit, Gerechtigkeit usw. verabschiedet.


Also Datenschutz ist dann passe, wenn er "gute" Zwecke erfüllt. Wer definiert denn diese "guten Zwecke"?
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Blickwinkel » Mi 31. Jul 2013, 10:48

Tantris » Mi 31. Jul 2013, 11:40 hat geschrieben:
Vollkommen richtig. In der wirklichen welt ist eine angemessene strafe dafür allerdings nicht 140 jahre knast.


Das ist aber US-Rechtssprechung. Ein Mehrfachmörder bekommt für jeden Mord einmal lebenslänglich. Insofern sind es wohl einige Vergehen, deren er angeklagt wurde. Ob das dann letztlich 140 Jahre Knast werden, sei mal dahingestellt.
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon derkleine » Mi 31. Jul 2013, 10:53

Blickwinkel » Mi 31. Jul 2013, 10:47 hat geschrieben:
Also Datenschutz ist dann passe, wenn er "gute" Zwecke erfüllt. Wer definiert denn diese "guten Zwecke"?

Zur Zeit definieren die USA was OK ist und was nicht. Und was bringt uns das? Diktatur und Einschränkung der Meinungsfreiheit! Ob nun Obama oder ein noch lebender Bin Laden die USA regieren, da ist kein unterschied.
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Tantris » Mi 31. Jul 2013, 10:55

Blickwinkel » Mi 31. Jul 2013, 11:46 hat geschrieben:
Ich vermute mal, dass es interne Konsequenzen gab, die natürlich nicht öffentlich kommuniziert werden.


Tja... manning sitzt ewig in der kiste und andere werden "vermutlich" irgendwie intern sanktioniert. Vielleicht mit einem karierreknick?
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Perdedor » Mi 31. Jul 2013, 11:05

Blickwinkel hat geschrieben:Also Datenschutz ist dann passe, wenn er "gute" Zwecke erfüllt. Wer definiert denn diese "guten Zwecke"?


Nein, es ist viel einfacher:
Die Privatsphäre der Bürger muss selbstverständlich geschützt werden.
Meine Surfgewohnheiten oder meine Kommunikation mit Geschäftspartnern gehen niemanden etwas an.

Der Staatsapparat ist allerdings mein Angestellter. Ich bezahle dessen Mitarbeiter und sie handeln in meinem Auftrag. Selbstverständlich muss ich da wissen, was sie tun und mit meinem Geld so anstellen. Wenn irgendwelche inkompetenten Militärs mit von meinem Geld bazahlten Waffen und vermeintlich in meinem Auftrag aus Hubschraubern Zivilisten abknallen, dann geht mich das was an.

Es ist eine unfassbare Heuchelei, dass der Staat auf der einen Seite verdachtslos meine Privatsphäre verletzen, auf der anderen Seite aber seine von mir bezahlte Arbeit vor mir verheimlichen will. Am allerschlimmsten ist es, wenn diese beiden Dinge kombiniert werden.
Der Staat ist kein privates Unternehmen oder Person, das/die eine Privatsphäre haben kann.
Zuletzt geändert von Perdedor am Mi 31. Jul 2013, 11:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Blickwinkel » Mi 31. Jul 2013, 11:11

derkleine » Mi 31. Jul 2013, 11:53 hat geschrieben:Zur Zeit definieren die USA was OK ist und was nicht. Und was bringt uns das? Diktatur und Einschränkung der Meinungsfreiheit! Ob nun Obama oder ein noch lebender Bin Laden die USA regieren, da ist kein unterschied.


Das ist keine Antwort auf meine Frage: soll Datenschutz für alle gelten oder sind manche Menschen, Institutionen oder Behörden davon ausgenommen und wer bestimmt, was Whilsteblowing ist und was nicht?
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 31. Jul 2013, 11:13

Tantris » Mi 31. Jul 2013, 11:40 hat geschrieben:
Vollkommen richtig. In der wirklichen welt ist eine angemessene strafe dafür allerdings nicht 140 jahre knast.

Dann kommt es noch drauf an, WAS veröffentlicht wird.

In diesem fall würde ich mannings "verrat" für weit weniger schlimm erachten, als den Verrat,den er aufgedeckt hat.


Diejenigen, die einen jugendlichen manning mit riesigen mengen sensiblester daten allein gelassen haben, sollten sich nicht so einfach aus der verantwortung schleichen, würd ich mal sagen.

Wir haben ja so etwas wie Informantenschutz. Das schützt die Presse, die Quelle und das Redaktionsgeheimnis (ups, schon wieder was Geheimes), entbindet jedoch nicht vom Dienstgeheimnis.

Nehmen wir mal ein Beispiel mit weniger edlem Motiv: Ein Mafioso will seinen Marktkonkurrenten ausschalten und spielt einem Journalisten Dokumente über Drogen- und Menschenhandel zu. Auch in diesem Fall gilt der Informantenschutz, der Mafioso wird dadurch aber nicht reingewaschen. Das heißt praktisch - der Journalist kann selbst vor Gericht vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen, um seinen Informanten zu schützen. Wenn die Polizei den Mafioso aber erwischt, ist er dran - außer, er entwischt noch rechtzeitig nach Ecuador.

140 Jahre erscheinen hoch, da hast du recht. ;)
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Blickwinkel » Mi 31. Jul 2013, 11:15

Tantris » Mi 31. Jul 2013, 11:55 hat geschrieben:Tja... manning sitzt ewig in der kiste und andere werden "vermutlich" irgendwie intern sanktioniert. Vielleicht mit einem karierreknick?


Tja, das ist für Leute, die Gesetzesverstöße betreiben, nun mal so. Auch Finanzbetrüger werden in den USA hart bestraft, es ist also keine reine "Manning"-Sache sondern eine Ami-Sache. Das wusste aber Manning als Amerikaner bestimmt, bevor er die Daten an Wikileaks sendete oder hat er sich darüber keine Gedanken gemacht?

Klar werden die anderen entweder strafversetzt oder entlassen, sollte man ihnen nachweisen, dass sie grob fahrlässig gehandelt haben. Mit Sicherheit wurde der Vorgesetzte von Manning und dessen Vorgesetzte rund gemacht. In den Knast kann man sie kaum stecken, denn welches Vergehen habe diese Personen begangen?
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Re: Unmenschliche Behandlung des Obergefreiten Manning?

Beitragvon Blickwinkel » Mi 31. Jul 2013, 11:21

Perdedor » Mi 31. Jul 2013, 12:05 hat geschrieben:
Nein, es ist viel einfacher:
Die Privatsphäre der Bürger muss selbstverständlich geschützt werden.
Meine Surfgewohnheiten oder meine Kommunikation mit Geschäftspartnern gehen niemanden etwas an.


Solange alles legal ist, wird sich dafür auch keiner interessieren. Ansonsten interessant das die Polizei sehr wohl, was du da treibst.

Der Staatsapparat ist allerdings mein Angestellter. Ich bezahle dessen Mitarbeiter und sie handeln in meinem Auftrag. Selbstverständlich muss ich da wissen, was sie tun und mit meinem Geld so anstellen. Wenn irgendwelche inkompetenten Militärs mit von meinem Geld bazahlten Waffen und vermeintlich in meinem Auftrag aus Hubschraubern Zivilisten abknallen, dann geht mich das was an.


Du bezahlst amerikanische Waffen? Werden die nicht von amerikanischen Steuerzahlern gezahlt?

Und müssen ALLE Daten mit Namen der Beteiligten veröffentlicht werden? Wer bestimmt, was unter Datenschutz fällt und was nicht? Die Presse? "Das Volk"?

Es ist eine unfassbare Heuchelei, dass der Staat auf der einen Seite verdachtslos meine Privatsphäre verletzen, auf der anderen Seite aber seine von mir bezahlte Arbeit vor mir verheimlichen will. Am allerschlimmsten ist es, wenn diese beiden Dinge kombiniert werden.
Der Staat ist kein privates Unternehmen oder Person, das/die eine Privatsphäre haben kann.


Aber auch dort arbeiten Menschen, die keine Lust, absolut transparent für dritte Personen wie dich zu sein. Haben die jetzt keine Rechte mehr?

Und nochmal, wo ist deine amerikanische Steuererklärung oder wohnst du in den USA? Ich zahle als dt. Bürger gar nichts für irgendwelche amerikanischen Waffen, die vom US-Militär eingesetzt werden.
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