amerikanische demokratie

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 4374
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon unity in diversity » Fr 11. Aug 2017, 19:23

Nomen Nescio hat geschrieben:(11 Aug 2017, 20:07)

ich dachte das er für 60 tage freiheit von handeln hat. nach der termin - wie lange denn auch - muß er zustimmung fragen am kongreß. so kann er immer ad hoc reagieren.

Jedes Kino hat einen Notausgang und jedes Computerspiel kann man neu starten.
Die Erde hat aber keinen Notausgang.
Das sollte man den Weltmachtstrategen in den USA mitteilen, bevor sie ihre Lebensuntüchtigkeit unter Beweis stellen.
"Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze.
Den Falschen und den Unsrigen."
(Aus den USA)
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 3815
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Ausnahmezustand - Wer kann sich noch mit was identifizieren?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 12. Aug 2017, 19:25

Rassisten-Aufmarsch in US-Unistadt

Gouverneur verkündet Ausnahmezustand für Charlottesville


Ein Denkmal vom Südstaatengeneral des US-Bürgerkrieges Robert E. Lee, dem mutmaßlich größten Soldaten der US-Kriegsgeschichte (neben natürlich obligatorisch dem Gründervater George Washington, aus dem Südstaat Virginia und WWII-General Patton - seine Vorfahren kämpften für den Süden, General McArthur usw.) soll demontiert werden. Die Rechten flippen zu tausenden vor Ort aus.

Bereits am Freitag waren mehrere Rechte in einem Fackelzug durch die Stadt marschiert. Dabei riefen sie laut Medienberichten neonazistische Parolen wie "blood and soil", ein Verweis auf die "Blut-und-Boden"-Ideologie aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die Rechten kämpfen aus ihrer Sicht gegen eine Entsorgung "weißer Geschichte".

http://www.spiegel.de/politik/ausland/c ... 62637.html


Ich weiß nicht, warum das Denkmal demontiert wird. Robert E. Lee wurde keines Kriegsverbrechens für schuldig befunden. Er genoß auch im Norden großen Respekt. Sicher kann man sich daran stören, daß Robert E. Lee für die Konföderation stand. Und diese, das kann man drehen und wenden wie man will, auch mit Menschenrechten in ein ungünstiges Licht zu rücken ist. Aber es gab andere Politiker und Generäle im Süden (auch im Norden) die da eher ein Problem darstellen.

Vielen Konservativen, bis hin zur Rechtsradikalen muß das, wie im Bericht erwähnt, wie eine Entsorgung "weißer Geschichte" vorkommen. Ersetzt durch Chop Suey, Kopftuch und Rastafaris. :?:
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
schelm
Beiträge: 18138
Registriert: Fr 21. Aug 2009, 23:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: Ausnahmezustand - Wer kann sich noch mit was identifizieren?

Beitragvon schelm » Sa 12. Aug 2017, 21:53

King Kong 2006 hat geschrieben:(12 Aug 2017, 20:25)

Ein Denkmal vom Südstaatengeneral des US-Bürgerkrieges Robert E. Lee, dem mutmaßlich größten Soldaten der US-Kriegsgeschichte (neben natürlich obligatorisch dem Gründervater George Washington, aus dem Südstaat Virginia und WWII-General Patton - seine Vorfahren kämpften für den Süden, General McArthur usw.) soll demontiert werden. Die Rechten flippen zu tausenden vor Ort aus.



Ich weiß nicht, warum das Denkmal demontiert wird. Robert E. Lee wurde keines Kriegsverbrechens für schuldig befunden. Er genoß auch im Norden großen Respekt. Sicher kann man sich daran stören, daß Robert E. Lee für die Konföderation stand. Und diese, das kann man drehen und wenden wie man will, auch mit Menschenrechten in ein ungünstiges Licht zu rücken ist. Aber es gab andere Politiker und Generäle im Süden (auch im Norden) die da eher ein Problem darstellen.

Vielen Konservativen, bis hin zur Rechtsradikalen muß das, wie im Bericht erwähnt, wie eine Entsorgung "weißer Geschichte" vorkommen. Ersetzt durch Chop Suey, Kopftuch und Rastafaris. :?:

Ich weiß nicht, wieso man da überhaupt ein Denkmal stehen hat. Und ich bin hier nicht als Gutmensch bekannt. Der General steht für den Kampf der Südstaaten im Bürgerkrieg für die Erhaltung der Sklaverei. Wahrlich kein honoriger Hintergrund, der irgendetwas patriotisches hätte. Die weisse Geschichte diesbezüglich wäre als Mahnung in einem Museum besser aufgehoben, statt als öffentliches Denkmal, ein öffentliches Denkmal dokumentiert immer eine gesellschaftliche Anerkennung von dem, wofür der so Geehrte stand.
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 3815
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Ausnahmezustand - Wer kann sich noch mit was identifizieren?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 12. Aug 2017, 22:27

schelm hat geschrieben:(12 Aug 2017, 22:53)

Ich weiß nicht, wieso man da überhaupt ein Denkmal stehen hat. Und ich bin hier nicht als Gutmensch bekannt. Der General steht für den Kampf der Südstaaten im Bürgerkrieg für die Erhaltung der Sklaverei. Wahrlich kein honoriger Hintergrund, der irgendetwas patriotisches hätte. Die weisse Geschichte diesbezüglich wäre als Mahnung in einem Museum besser aufgehoben, statt als öffentliches Denkmal, ein öffentliches Denkmal dokumentiert immer eine gesellschaftliche Anerkennung von dem, wofür der so Geehrte stand.


Offenbar geht es noch um eine weitere Statue, die von General "Stonewall" Jackson. Lee´s rechter Hand. Ein verschrobener Exzentriker im zivilen Berufsleben (von Asperger ist die Rede) und brillianter Infanteriegeneral im Krieg. Sicher kein Sympathieträger. Hart gegen sich selbst und andere. Ähnlich wie Lee war er kein glühender Verfechter der Sklaverei, er hielt diese für eine aussterbende Art. Sein Leibkoch im Krieg war ein freier Afroamerikaner und seine Frau und er brachten in der Freizeit Sklaven Lesen und Schreiben bei. Diente aber seinem Heimatstaat. Und der war eben in der Konföderation.

Diese beiden Statuen, um die es geht wurden beide lange nach dem Krieg in der USA errichtet. Insgesamt sollen noch rund 1000 Denkmäler bzw. Monumente dieser Art in den USA existieren. Das wird sicher noch einmal Thema werden.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6752
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Ausnahmezustand - Wer kann sich noch mit was identifizieren?

Beitragvon Quatschki » Sa 12. Aug 2017, 23:00

King Kong 2006 hat geschrieben:(12 Aug 2017, 23:27)
Diese beiden Statuen, um die es geht wurden beide lange nach dem Krieg in der USA errichtet. Insgesamt sollen noch rund 1000 Denkmäler bzw. Monumente dieser Art in den USA existieren. Das wird sicher noch einmal Thema werden.

Das ist Geschichte.
Wie bei uns die Kriegerdenkmäler aus dem Weltkrieg
Die erinnern ja, politisch korrekt betrachtet, auch an die "Bösen"

Unter den Kommunisten wurden sie reihenweise demontiert, weil man den Menschen den Bezug zur Vergangenheit nehmen und ihnen eine neue Geschichte einpflanzen wollte.
Und genau das ist das Problem auch da in Amerika.
Charles
Beiträge: 690
Registriert: Fr 17. Apr 2015, 18:29

Re: Ausnahmezustand - Wer kann sich noch mit was identifizieren?

Beitragvon Charles » So 13. Aug 2017, 03:46

schelm hat geschrieben:(12 Aug 2017, 22:53)
Der General steht für den Kampf der Südstaaten im Bürgerkrieg für die Erhaltung der Sklaverei.


Die Südstaaten kämpften vorallem für die Freiheit der einzelnen Bundesstaaten gegenüber der immer mehr Macht an sich reissenden Zentralregierung in Washington.

Die Sklaverei war seit der Unabhängigkeit 1776 in den USA legal und wurde auch zuvor schon in den Kolonien praktiziert. Die Gründerväter wie George Washington und Thomas Jefferson waren schon Sklavenhalter. Als der Bürgerkrieg ausbrach, bestand die Sklaverei in den USA bereits seit 85 Jahren legal, war verfassungsgemäss und wurde vom SCOTUS auch bestätigt.

Es ist immer dämlich so zu tun, als hätten die bösen Südstaaten die Sklaverei erfunden. Die Sklaverei bestand länger unter Stars and Stripes als unter der rebel flag.

Robert E. Lee war einer der größten Offizieren der amerikanischen Geschichte und wird in den Südstaaten und über die Südsstaaten hinaus bis heute als Held verehrt.

Sein Denkmal zu entfernen ist vielleicht so, als würde man in Paris das Mausoleum von Napoleon abreissen oder in Potsdam das das Reiterstandbild von Friedrich dem Grossen entfernen oder das Bismarckdenkmal in Hamburg oder das Hermannsdenkmal in Detmold.
schelm
Beiträge: 18138
Registriert: Fr 21. Aug 2009, 23:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: Ausnahmezustand - Wer kann sich noch mit was identifizieren?

Beitragvon schelm » So 13. Aug 2017, 12:43

Charles hat geschrieben:(13 Aug 2017, 04:46)

Die Südstaaten kämpften vorallem für die Freiheit der einzelnen Bundesstaaten gegenüber der immer mehr Macht an sich reissenden Zentralregierung in Washington.

Die Sklaverei war seit der Unabhängigkeit 1776 in den USA legal und wurde auch zuvor schon in den Kolonien praktiziert. Die Gründerväter wie George Washington und Thomas Jefferson waren schon Sklavenhalter. Als der Bürgerkrieg ausbrach, bestand die Sklaverei in den USA bereits seit 85 Jahren legal, war verfassungsgemäss und wurde vom SCOTUS auch bestätigt.

Es ist immer dämlich so zu tun, als hätten die bösen Südstaaten die Sklaverei erfunden. Die Sklaverei bestand länger unter Stars and Stripes als unter der rebel flag.

Robert E. Lee war einer der größten Offizieren der amerikanischen Geschichte und wird in den Südstaaten und über die Südsstaaten hinaus bis heute als Held verehrt.

Sein Denkmal zu entfernen ist vielleicht so, als würde man in Paris das Mausoleum von Napoleon abreissen oder in Potsdam das das Reiterstandbild von Friedrich dem Grossen entfernen oder das Bismarckdenkmal in Hamburg oder das Hermannsdenkmal in Detmold.

Und Lincoln wollte die Sklaverei in ganz Amerika abschaffen, nach seiner Wahl zog South Carolina als erster Bundesstaat die Konsequenzen, oder ist das folgende Geschichtsfälschung ? :

http://www.planet-wissen.de/geschichte/ ... index.html
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
CaptainJack
Beiträge: 10427
Registriert: Do 6. Aug 2015, 18:56

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon CaptainJack » So 13. Aug 2017, 13:46

Wahrscheinlich wird jetzt unsere Presse davon berichten, dass Trump Schuld hat! :D
"Im Namen der Toleranz lässt man zu, dass die Intoleranten ihre Infrastruktur aufbauen."
Hamed Abdel-Samad
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 3815
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Ausnahmezustand - Wer kann sich noch mit was identifizieren?

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Aug 2017, 18:29

schelm hat geschrieben:(13 Aug 2017, 13:43)

Und Lincoln wollte die Sklaverei in ganz Amerika abschaffen, nach seiner Wahl zog South Carolina als erster Bundesstaat die Konsequenzen, oder ist das folgende Geschichtsfälschung ? :

http://www.planet-wissen.de/geschichte/ ... index.html


Grundsätzlich war Lincoln - den ich persönlich für den wohl fähigsten republikanischen Präsidenten halte - gegen die Sklaverei eingestellt. Ohne Zweifel. Allerdings war ihm die Erhaltung und der Schutz der Union über alles wichtig. Persönlich, wie auch im Eid. Das stellte er sogar über die Frage der Sklaverei. Sehr aufschlußreich ist der Briefwechsel mit dem Publizisten Horace Greeley.

„Mein oberstes Ziel in diesem Krieg ist es, die Union zu retten; es ist nicht, die Sklaverei zu retten oder zu zerstören. Könnte ich die Union retten, ohne auch nur einen Sklaven zu befreien, so würde ich es tun; könnte ich sie retten, indem ich alle Sklaven befreite, so würde ich es tun; und könnte ich die Union retten, indem ich einige Sklaven befreite und andere nicht, so würde ich auch das tun. Alles, was ich in Bezug auf die Sklaverei und die Schwarzen tue, geschieht, weil ich glaube, dass es hilft, die Union zu retten.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Horace_Greeley


Am 22.September 1862 - über ein Jahr nach Kriegsbeginn - wurde nach einem dramatischen Abwehrsieg der Union auf dem östlichen Kriegsschauplatz bei Antietam die Emanzipationserklärung veröffentlicht, die die Abschaffung der Sklaverei vorsah. Paradoxerweise nur auf dem Gebiet der Konföderation, diese galt nicht verbindlich für das US-Territorium. Viele wissen nicht, daß bis zu diesem Zeitpunkt auch auf Seiten der USA die Sklaverei existierte. Man hätte eigentlich annehmen müssen, daß diese sofort beendet hätte werden müssen. Das Thema Sklaverei wurde aber auch außenpolitisch gewichtig. Man wollte damit europäischen Mächten die (moralische) Möglichkeit nehmen offen auf Seiten der Konföderation zu intervenieren bzw. massive Unterstützung zukommen zu lassen.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9606
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Ausnahmezustand - Wer kann sich noch mit was identifizieren?

Beitragvon Nomen Nescio » So 13. Aug 2017, 18:51

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Aug 2017, 19:29)

Am 22.September 1862 - über ein Jahr nach Kriegsbeginn - wurde nach einem dramatischen Abwehrsieg der Union auf dem östlichen Kriegsschauplatz bei Antietam die Emanzipationserklärung veröffentlicht, die die Abschaffung der Sklaverei vorsah. Paradoxerweise nur auf dem Gebiet der Konföderation, diese galt nicht verbindlich für das US-Territorium. Viele wissen nicht, daß bis zu diesem Zeitpunkt auch auf Seiten der USA die Sklaverei existierte. Man hätte eigentlich annehmen müssen, daß diese sofort beendet hätte werden müssen. Das Thema Sklaverei wurde aber auch außenpolitisch gewichtig. Man wollte damit europäischen Mächten die (moralische) Möglichkeit nehmen offen auf Seiten der Konföderation zu intervenieren bzw. massive Unterstützung zukommen zu lassen.

vergiß nicht»uncle tom's cabin«. dieses buch hatte einen sehr großen einfluß auf die öffentliche meinung.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6752
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Quatschki » So 13. Aug 2017, 19:11

Aber das liegt doch alles 150 Jahre zurück?
Warum wollen die den Robert E. Lee entnazifizieren?
Nach General Lee wurden im 2.Weltkrieg Panzer benannt, die die Nazis besiegen halfen
und sogar in die Sowjetunion geliefert wurden!
(Der Nachfolger "Sherman" ist dann nach einem Nordstaatengeneral benannt)
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 3815
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Aug 2017, 21:28

@Nomen Nescio

Ich habe das Buch. Aber nie gelesen. In Zeitgenössischen Berichte kann man lesen, daß Bürger des Südens oft, wenn sie in den Norden reisten darauf angesprochen wurden. Meist hat sie das recht wütend gemacht. Sie fühlten sich als prügelnde Sklaventreiber dargestellt. ;)

Sicher hatte das auch eine Wirkung. Grundsätzlich gab es viele Jahrzehnte vor dem Krieg schon eine ablehnende Meinung zum Thema Sklaverei. Siehe nur die abolitionistische Bewegung. Allerdings gab es auch im Norden viel Rassismus und eine gleichgültige, bis ablehnende Haltung gegenüber den Schwarzen. Entscheidend neben Bezahlung, also Sold und Patriotismus zur US-Flagge gab der proklamierte Kampf gegen die Sklaverei in den Nordstaaten diesem Kampf zusätzlich noch eine Heilige Mission. Sicher psychologisch nicht zu unterschätzen.

Der Süden war aber auch nicht komplett aus einem Holz geschnitzt. In vielen Landstrichen waren die sozioökonomischen Zustände sehr verschieden zum cotton belt. Da fehlte das Verständnis und Kit durchaus. Das waren dann oft auch Landstriche, die pro-unionistisch waren und sich nicht mit der Pflanzeraristokratie identifizieren konnten.

@Quatschki

Ich finde, man kann diese Denkmäler durchaus auch mit denen aus dem 1.Weltkrieg in Deutschland vergleichen. Die hat man ja auch nicht gleich verschrottet, weil da Deutschland nicht unbedingt die Rolle "des Guten" innehatte. Auch Themen wie der Einsatz von Massenvernichtungswaffen. Auch, wenn es oft Erinnerungen an die Gefallenen darstellt und weniger personalisierte Statuen wie z.B. von General von Falkenhayn sind. Aber oft findet man auch durchaus Denkmäler mit gefährlich schauenden Greifvögeln dabei. Oder Helmen und Schwertern. Also schon mehr als nur Platten mit Namen.

Grundsätzlich kann ich jedoch auch die Kritiker dieser Denkmäler verstehen. Als Schwarzer kann das vielleicht schon nerven, wenn man immer an einer glorifizierender Statue der Verteidiger der Sklaverei vorbeigehen muss. Auch, wenn es natürlich nicht nur darauf reduziert werden darf.

Spannend wird die Frage, wie Trump damit umgehen wird.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6752
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Quatschki » So 13. Aug 2017, 22:14

Lee sollte eigentlich Chef der Nordstaaten-Armee werden

Am 18. April 1861, vier Tage nach den Schüssen auf Fort Sumter, bot der einflussreiche Politiker Francis Preston Blair Lee im Auftrag des Präsidenten Abraham Lincoln das Kommando über das Unionsheer an. Lee lehnte das Angebot wegen seiner Verbundenheit mit seinem Heimatstaat Virginia ab, der inzwischen auch aus der Union ausgetreten war. Sein Offizierspatent gab er am 23. April zurück, verabschiedete sich von seinen Freunden in Washington, D.C. und kehrte nach Virginia zurück.


https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Ed ... Crgerkrieg

Ein in jeder Hinsicht ehrenwerter Mann.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9606
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Nomen Nescio » Di 15. Aug 2017, 14:45

big brother is really watching you !!
Justice demands 1.3M IP addresses related to Trump resistance

“That information could be used to identify any individuals who used this site to exercise and express political speech protected under the Constitution’s First Amendment,” DreamHost wrote in the blog post on Monday. “That should be enough to set alarm bells off in anyone’s mind.”
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6752
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Quatschki » Mi 16. Aug 2017, 14:20

Unter George Washington 1776 gab es in den Vereinigten Staaten 460.000 Negersklaven.
Unter Obama waren 37% von 2,3 Mio USA-Gefängnisinsassen Schwarze, also 850.000 !
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
schelm
Beiträge: 18138
Registriert: Fr 21. Aug 2009, 23:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon schelm » Mi 16. Aug 2017, 14:46

Quatschki hat geschrieben:(16 Aug 2017, 15:20)

Unter George Washington 1776 gab es in den Vereinigten Staaten 460.000 Negersklaven.
Unter Obama waren 37% von 2,3 Mio USA-Gefängnisinsassen Schwarze, also 850.000 !


1790 lebten 757.208 Schwarze in den USA, 2010 38,9 Millionen. Die 460 000 Sklaven im Jahre 1776 waren Sklaven, keine Straftäter. Was genau soll dein statistischer Vergleich aussagen ?
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6752
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Quatschki » Mi 16. Aug 2017, 15:15

Ist doch ein interessanter Fakt, dass heute in den USA mehr Schwarze in Gefangenschaft leben als zu Zeiten der Sklaverei
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9606
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 16. Aug 2017, 15:41

wie doof können amerikaner sein? die mehrheit der amerikanischen wähler wird wieder wählen wie vorher. :eek:

weil es in einigen staaten marginale resultaten gab, könnte das doch vielsagend sein.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Olympus
Beiträge: 612
Registriert: So 16. Jul 2017, 09:03

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Olympus » Mi 16. Aug 2017, 15:48

Quatschki hat geschrieben:(16 Aug 2017, 16:15)

Ist doch ein interessanter Fakt, dass heute in den USA mehr Schwarze in Gefangenschaft leben als zu Zeiten der Sklaverei

Was daran liegt das ein Schwarzer in den USA für die selbe Straftat mindestens eine Gefängnisstrafe von 10:1 gegenüber einem Weißen reingeknallt kriegt.
Für 1 Kilo harte Drogen bekommt ein Weißer höchstens 1 Jahr auf Bewährung, ein Schwarzer mindestens 10 Jahre Gefängnis.
Alpha Centauri
Beiträge: 717
Registriert: Mo 19. Jun 2017, 09:49

Re: amerikanische demokratie

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 16. Aug 2017, 17:50

Olympus hat geschrieben:(16 Aug 2017, 16:48)

Was daran liegt das ein Schwarzer in den USA für die selbe Straftat mindestens eine Gefängnisstrafe von 10:1 gegenüber einem Weißen reingeknallt kriegt.
Für 1 Kilo harte Drogen bekommt ein Weißer höchstens 1 Jahr auf Bewährung, ein Schwarzer mindestens 10 Jahre Gefängnis.




So ist es. Auf den Straßen der USA gegen KU KLUX CLAN zu demonstrieren bringt rein gar nichts, diese antihumane Geisteshaltung hat sich trotz ( oder vielleicht sogar wegen) Obama längst institutionalisiert und fest verankert im Justiz -und Politik System der Staaten

Zurück zu „30. Nordamerika“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast