Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

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Wasteland
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Re: Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

Beitragvon Wasteland » Sa 30. Jul 2016, 19:19

Umetarek hat geschrieben:(22 Jun 2016, 21:04)

Ich dachte ja, Schrebergärten wären da um sich selbst Gemüse und Obst zu ziehen. Ursprünglich aus der Not, später ob der Freude daran. Ich hätte auch gern einen. Ein Reihenhaus hat meist zu wenig Garten, von einer Eigentumswohnung wollen wir gar nicht reden.


Wenn ich mich nicht täusche war das in Berlin der Fall, nach dem Embargo durch die Russen wurde das Anlegen von Schrebergärten forciert, um im Falle einer wiederholten Einkesselung die Möglichkeit der Selbstversrogung zu verbessern.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass den Berlinern sehr viel an ihren Schrebergärten liegt, viele die ich kenne haben einen und würden den auch für nichts hergeben.
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Re: Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

Beitragvon Ebiker » Sa 30. Jul 2016, 19:38

Entstanden sind sie in Leipzig, viele unterliegen dem Bundeskleingartengesetz, und in manchen gibts schon ne Quotenregelung damit die typisch deutsche Ordnung nicht zu bunt wird.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

Beitragvon Billie Holiday » Sa 30. Jul 2016, 19:38

Wasteland hat geschrieben:(30 Jul 2016, 20:19)

Wenn ich mich nicht täusche war das in Berlin der Fall, nach dem Embargo durch die Russen wurde das Anlegen von Schrebergärten forciert, um im Falle einer wiederholten Einkesselung die Möglichkeit der Selbstversrogung zu verbessern.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass den Berlinern sehr viel an ihren Schrebergärten liegt, viele die ich kenne haben einen und würden den auch für nichts hergeben.


Sind das nicht die Laubenpieper? :)
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Re: Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

Beitragvon Svi Back » Sa 30. Jul 2016, 20:05

Ebiker hat geschrieben:(30 Jul 2016, 20:38)

Entstanden sind sie in Leipzig, viele unterliegen dem Bundeskleingartengesetz, und in manchen gibts schon ne Quotenregelung damit die typisch deutsche Ordnung nicht zu bunt wird.


Richtig, erfunden von Ernst Innozenz Hauschild, der ihn zu Ehren nach Schreber benannte.
Ich bin mir nicht ganz sicher und hab auch jetzt keinen Bock zu suchen, aber einer der ersten
gab es in meiner Heimat L-Gohlis. Allein in Gohlis kenne ich 7 richtig große Anlagen/Vereine.
Über die ganze Stadt- sehr, sehr viele, keine Ahnung wie viele.
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Re: Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

Beitragvon Wasteland » So 31. Jul 2016, 00:18

Billie Holiday hat geschrieben:(30 Jul 2016, 20:38)

Sind das nicht die Laubenpieper? :)


Genau, mein Vater war auch einer, habe ihm immer mit der Gartenarbeit geholfen.
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Re: Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

Beitragvon Flat » So 31. Jul 2016, 05:59

Moin,

man muss da unterscheiden zwischen Dauerkleingärten und Zeitkleingärten.

Dauerkleingärten sind, wie der Name schon sagt, auf Dauer angelegt, in Flächstennutzungsplänen als Grünflächen festgeschrieben und dienen, wie andere städtische Grünflächen, der Erholung. Diese stehen in der Regel nicht für eine Bebauung zur Verfügung und sollen es auch gar nicht.

Zeitkleingärten sind nur auf Zeit angelegt. Das wissen auch die Kleingärtner. Städte planen langfristig, durchaus mal auf Jahrzehnte im voraus. Aber irgendwann ist eben mal Schluss mit planen und die Umsetzung kommt. Und dann verschwinden diese Kleingärten.

Mit dem Wohnen in Kleingärten: Das ist erlaubt in sogenannten Behelfsheimen, aber nur für die urspünglichen Bewohner. Diese dürfen nicht an die Kinder vererbt werden. Sterben die Bewohner oder ziehen aus, werden Behelfsheime abgerissen (meines Wissens übrigens auf Staatskosten)
_______
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Re: Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

Beitragvon Svi Back » So 31. Jul 2016, 06:25

Flat hat geschrieben:(31 Jul 2016, 06:59)
Mit dem Wohnen in Kleingärten: Das ist erlaubt in sogenannten Behelfsheimen, aber nur für die urspünglichen Bewohner. Diese dürfen nicht an die Kinder vererbt werden. Sterben die Bewohner oder ziehen aus, werden Behelfsheime abgerissen (meines Wissens übrigens auf Staatskosten)


in normalen Gartenanlagen ist es verboten aber keiner hält sich daran.
Ich kenne so einige, die jedes Wochenende draussen schlafen oder gar von
Mai bis September im Garten wohnen.
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Re: Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

Beitragvon Flat » So 31. Jul 2016, 06:51

Svi Back hat geschrieben:(31 Jul 2016, 07:25)

in normalen Gartenanlagen ist es verboten aber keiner hält sich daran.
Ich kenne so einige, die jedes Wochenende draussen schlafen oder gar von
Mai bis September im Garten wohnen.


Moin,

das wird oft toliert, aber in aller Regel wird aufgepasst, dass es nicht zu wohnlich hergerichtet wird.

Eine regelmäßige Wohnnutzung der Lauben ist verboten, was dazu führt, dass eigentlich auch Strom-, Wasser- und Gasanschlüsse in der Laube verboten sind. Wobei Strom wohl oft toleriert wird.


Ich kenne aber auch einen Fall, wo auf 2 Parzellen ein richtiges Wohnhaus mit fast 100 qm Wohnfläche gebaut wurde. Merkwürdigerweise hat das der Vorstand des Kleingatenvereins jahrelang gar nicht mitbekommen. Sachen gibt's.
:D
Das Haus musste übrigens wieder abgerissen werden.
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Re: Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

Beitragvon Svi Back » So 31. Jul 2016, 07:02

naja, 100qm sind dann schon "etwas" happig. Wenn man das clever einrichtet, a la Wohnwagen,
kommt man auch mit viel weniger gut zurecht und hat Platz eine kleine Küche und 4 Schlafplätze.
Viele haben zudem auch eine überdachte Terrasse mit viel Platz zum sitzen.
Aber Wasseranschluss inklusive eingebauter Dusche ist eher die Regel und nicht selten,
zumal in Zeiten wo man das mit durchschnittlichen handwerklichen Geschick selbst hin bekommt.
Ein großes Problem in solchen Anlagen sind halt auch Einbrüche und da
drückt man eben ein Auge zu, wenn die Inhaber da sind. Das schreckt auch Diebe ab
und nutzt dadurch allen.

Die Vereine, die ich kenne, achten eher darauf, dass auch der Anteil von
selbst angebauten Gemüse, Beeren usw. nicht zu klein ist und den Vorschriften nah
kommen.
Wie gesagt, ich halte das für positiv. Man muss nicht alles zubetonieren.
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Re: Schrebergärten in Großstädten: Sinn oder Unsinn?

Beitragvon Flat » So 31. Jul 2016, 08:26

Svi Back hat geschrieben:(31 Jul 2016, 08:02)

Wie gesagt, ich halte das für positiv. Man muss nicht alles zubetonieren.


Moin,

ich sehe das auch eher locker, wenn's nicht übrtrieben wird.

Die strengen Kontrollen kommen in aller Regel auch gar nicht vom Grundstückseigentümer 'Staat' sondern vom entsprechenden Landesverband der Kleingärtner. Die achten da meist schon sehr drauf.
_______
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